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  1. Moderator
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    AW: Der Tod trägt Schwarz

    Zitat Zitat von LihofDirk Beitrag anzeigen
    Eines der von den "Warnwesten Befürwortern" ignorierten Argumente der Diskussion war, dass die Einführung der Tagfahrlichtpflicht keinen Einfluss auf das Unfallgeschehen hatte. In den skandinavischen Ländern sank die Unfallrate z.B. langsamer als in den Ländern ohne Tagfahrlicht. Genauso wird es mit inflationärem Auftreten von Warnwesten sein.
    Die Unfallquote in Skandinavien ist aber schon seit Ewigkeiten viel geringer als in Deutschland, deswegen ist es viel schwieriger als in Deutschland, dort noch Verbesserungen zu erreichen. Polen und CZ als Tagfahrlichtländer sind 2013-17 übrigens ziemlich gut vorangekommen. Im übrigen: Nicht jede Korrelation ist eine Kausalität.
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  2. Alter Hase
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    AW: Der Tod trägt Schwarz

    Zitat Zitat von LihofDirk Beitrag anzeigen
    Siehe Tagfahrlicht. Bringt wenig bis gar nichts


    Quelle

    Zuviel Sichtbarkeit Einzelner verringert nur die Wahrnehmbarkeit anderer Risiken. Und seien es nur z.B. Hindernisse auf der Fahrbahn (Reifenteile, Wildtiere, ...)
    Zitat Zitat von Pfad-Finder Beitrag anzeigen
    Die Unfallquote in Skandinavien ist aber schon seit Ewigkeiten viel geringer als in Deutschland, deswegen ist es viel schwieriger als in Deutschland, dort noch Verbesserungen zu erreichen. Polen und CZ als Tagfahrlichtländer sind 2013-17 übrigens ziemlich gut vorangekommen. Im übrigen: Nicht jede Korrelation ist eine Kausalität.

    Und warum ist Deine Korrelation Kausalität, meine aber nicht? In Skandinavien STIEG die Unfallquote nach Einführung der Tagfahrpflicht während sie gleichzeitig in Ländern ohne Tagfahrlichpflicht sank ...


  3. Userbeauftragte
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    AW: Der Tod trägt Schwarz

    Zitat Zitat von Pedder Beitrag anzeigen
    In der Dunkelheit hilft sie nicht, wenn sie nicht angestrahlt wird. Eine Weste an einem Erwachsenen wird aber nicht angestrahlt von Abblendlicht, es sei denn, selbiges ist völlig falsch eingestellt.

    Bei Helligkeit hilft sie nicht, wenn da ist alle hell, da fällt eine Dunkle Kleidung eher auf (Kontrast)
    Das ist eben der Clou einer Neonjacke/-hose/-weste/...: wenn es die richtige ist, dann ist sie nicht einfach reflektierend, sondern es wirkt, als würde sie von sich aus "leuchten", da sie schlecht/nicht sichtbare Anteile des (Rest)Lichtes in Licht einer Wellenlänge umwandelt, das gut zu sehen ist, sie floureszieren. (Manche sind sogar phosphorisierend.) Darin unterscheiden sie sich auch noch mal von anderen gut sichtbaren Textilien.
    Auch bei Helligkeit ist so eine Neonteil immer noch besser sichtbar, als ein dunkles. Nur ist der Abstand nicht mehr so krass wie bei schlechten Sichtverhältnissen.
    Das gute der Neonjacke ist ja gerade, dass sie gut sichtbar ist in einer Höhe, in der sonst nichts mehr leuchtet, da das Fahrradlicht und der Lichtkegel der Autolichter tiefer sitze.

    Wenn der Radler, der vor mir die Straße entlang zockelt/mir in der engen Straße entgegen kommt dunkel gekleidet ist, sehe zwar ich ihn , aber leider oft nicht der Autofahrer, der hinter mir ist (da das Licht durch mein Auto verdeckt wird). Der reagiert dann immer wieder mal so, als wäre ich ohne Grund langsam / würde zum Parken rechts ranfahren. Was ich da schon an gruseligen Momenten erlebt habe geht auf keine Kuhhaut.

    Kann man wieder sagen: Die Autofahrer! und man hat damit völlig Recht. Rechtlich wie moralisch.
    Aber: "Die Anderen" zu ändern ist sehr schwer bis unmöglich. Am eigenen Outfit etwas zu ändern ziemlich einfach. Und ein Blindflieger unter 1000 einsichtigen reicht, um mich platt zu machen. Eigentlich reicht es, dass unter 1000 einsichtigen einer einen schlechten Tag hat oder auch nur einen schlechten Moment.

    Was mich vor allem stört, ist das Aufrüsten. Wenn ich durch die Stadt fahre leuchtet und reflektiert alles. Den kleinen Jungen heute morgen, der grau auf seinem Roller fuhr, habe ich spät wahrgenommen. Man kann sagen, weil er grau war. Oder weil er mit allen möglichen grellen Sachen, Lichtern usw um meine Aufmerksamkeit konkurrierte. (Keine Sorge, er war auf dem Gehweg ich auf der Starße und es bestand nicht der Ansatz der Gefahr. Ich habe ihn einfach spät gesehen.)
    Ich fände es also gut, wenn Kinder neben dem Helm auch die West tragen. Aber Erwachsene nicht, damit dieser Gewöhnungeffekt nicht eintritt.
    Das ist eine These, die nicht nur du vertrittst.
    Ich stelle meine (die nicht nur die meine ist) dagegen: Nur blinkende und blendende Sachen "rauben" mir die Aufmerksamkeit für andere. Ansonsten kostet mich jeder Verkehrsteilnehmer, den ich frühzeitig mühelos wahrnehmen und im Blick behalten kann weniger Aufmerksamkeit, die mir dann noch zur Verfügung steht für alles Verrückte und völlig unerwartete, was sonst noch so kommt.

    Es ist nämlich so Beck's wenn alle Deine Jacke tragen, erkenntn Deine Frau dich auch nicht auf dier Skipiste.
    Deine übliche Heligeschichte hat aber auch gar nichts mit Radfahren zu tun.
    Es geht ja nicht darum, dass man mit Namen gegrüßt wird. Aber wenn Becks schnell angeschossen kommt, dann ist es schön, wenn die Pistenwalze ihn rechtzeitig sieht, damit sie weder ihn platt macht, noch den anderen Skifahrer, in dessen Richtung sie intuitiv ausweichen würde, weil Becks "plötzlich" vor ihnen auftaucht und auch keiner sich zerlegt, weil sie abrupt bremst und er eigentlich hinter ihr vorbeifahren wollte.
    So kann sie sagen: Aha, dahinten ist ein ganz Schneller unterwegs, der ist gleich bei uns. Kann ich ausweichen. Oh nein, von der Seite kommt ja noch so ein Leuchtkeks halten wir mal allmählich an.

    Der meiste Radverkehr findet nicht auf der grünen Wiese, sondern in der bunten Stadt statt. Vielleicht ist es der Erfahrungshorizont, der uns trennt.
    Ich weiß ja nicht in welcher Stadt du wohnst. Aber in den Städten in denen ich bisher gewohnt habe (und ich bin die verschiedensten Größen durcht) war/ist vor allem nachts ziemlich viel grau, neonfarbene unbewegte Flächen gab/gibt es dort eigentlich gar nicht.
    Neonfarben sind eigentlich nur Menschen, die auf oder direkt neben der Fahrbahn unterwegs sind, sich also bewegen. Und es ist eine gute Idee, sich als solcher kenntlich zu machen. Je mehr das tun, um so besser ist der Wiedererkennungseffekt und das Bewusstsein dafür.

    Kontraproduktiv wäre es - für mich oder für andere - wenn ich zwar die Aufmerksamkeit auf mich ziehe, aber ein falsches Signal setze oder störe:
    Ich blinke: Das kostet wirklich Aufmerksamkeit und ich werde eher als Jogger eingeschätzt.
    Ich habe eine super helle (zu hoch eingestellte) Fahrradlampe/Stirnlampe: Ich werde zunächst für ein Motorrad gehalten. Ich blende mein Gegenüber und schränke dessen Sehfähigkeit für ein paar Momente ein.
    Ich montiere eine Lichterkette am Fahrrad: Man hält mich zunächst für die (sich nicht bewegende) Weihnachtsdeko im Vorgarten.
    Ich trage eine auffällige rote Jacke mit dicken Reflextreifen: Der erste Blick sagt: Baustellenwarnbake, bleibt wo es ist.

  4. Erfahren

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    AW: Der Tod trägt Schwarz

    Zitat Zitat von Becks Beitrag anzeigen
    Es ist immer schön, über Theorien zu diskutieren, um Argumente der anderen zu entkräftigen, alleine der Übertrag auf die Realität, an dem hapert es dann oft gewaltig. Soll heissen: durch Verweis auf einen Spezialfall, der realistisch betrachtet in vielleicht 0.01% aller Fälle vorkommt, möchte man die Regel widerlegen, die für die restlichen 99.99% zutrifft.
    Also. Ich hab mal versucht herauszufinden, woran Fahrradfahrer denn verunglücken. Vielleicht findet sich ja ein Beleg für die Ausgangsthese, das sFahrradfaherer bei Nebel und in der Dunkelheit besonders oft übersehen werden.

    Leider gibt es nicht soviele Auswertungen. Aber zB eine vom ADFC Berlin. https://adfc-berlin.de/radverkehr/si...ende-2018.html

    Das spricht für mich nicht dafür. Danach fährt der Tod LKW oder macht die Tür auf. Sowas lässt sich nicht mit Kleidung beeinflussen.
    (Solche Situationen meide ich tatsächlich aktiv. Ich halte zu seitlich parkenden Fzg. mindestens eine Armlänge Abstand. Wenn mich nicht ein zu eng überholendes Auto nach rechts drängt. Und ich stell micht nicht neben oder knapp vor LKW.)

    Dieses Unfallopfer hätte vielleicht tatsächlich von einer Warnweste profitiert.

    14.08.2017, 00:15 Uhr – Eine 21-jährige Radfahrerin befährt laut Zeugenaussagen ohne Licht die Zossener Brücke in Richtung Lindenstraße. Als sie nach Angaben von Zeugen bei Rot die Gitschiner Straße geradeaus überquert, wird sie von einem Pkw erfasst, der in der Gitschiner Straße stadteinwärts unterwegs ist und rechts an bei Grün anfahrenden anderen Fahrzeugen vorbei fährt. Die Radfahrerin erleidet so schwere Kopfverletzungen, Rippenbrüche und einen Knöchelbruch, dass sie am 16.08.2017 in einem Krankenhaus stirbt. Ist aber auch eher ein Fall für den Darwin Award.

    Was die Sichbarkeit von Warnwesten / Neonkleidung angeht, habe ich versucht während meiner letzten Autofahrten drauf zu achten. Ja, man sieht sie etwas besser. Ist aber schwer zu beurteilen. Die Räder unter solchen Fahrern sind in der Regel ebenfalls perfekt beleuchtet und reflektieren. Ich meine weiterhin, dass es sinnvoller ist, die Reflektoren nicht am Ober-Körper anzubringen, sondern tiefer und gern an sich bewegenden Teilen. Mein nächster Helm wird nicht weiß, sondern neon pink oder so. (Wenn den denn in meiner Größe gibt..)

    Unschlagbar hinsichtlich Aufmerksamkeit sind Blinklichter. Allerdings ziehen die einen fast an. Ganz merkwürdiger Effekt.

    Auf Tagesschau.de habe ich diesen Artikel gefunden:

    Vor allem an Kreuzungen müsse nachgebessert werden, sagt auch Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer. Tödliche Fahrradunfälle würden zum größten Teil durch Autos verursacht, weil Rad- und Autofahrer sich nicht gegenseitig sähen.
    Merkwürdigerweise fordert auch der nicht, dass Fahrradfaher sich anders anziehen (das läge ja nahe), sondern dass baulich bzw. durch Ampelschaltung verändert wird.

    Ein Detail am Rande hat mich verblüfft: Von den 432 Fahrradtoten im Jahr 2018 starben 99 ohne Fremdeinwirkung.
    https://www.tagesschau.de/faktenfind...dtote-101.html

    Der Tod fährt zu schnell? ..unaufmerksam? ...Pedelec?
    Geändert von Pedder (17.11.2019 um 12:35 Uhr) Grund: ich seh die Tippfehler erst mit zeitlichem Abstand

  5. Vorstand
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    AW: Der Tod trägt Schwarz

    Zitat Zitat von Pedder Beitrag anzeigen
    Ich meine weiterhin, dass es sinnvoller ist, die Reflektoren nicht am Ober-Körper anzubringen, sondern tiefer und gern an sich bewegenden Teilen.
    Da ist IMO was dran.
    Ich war mal sehr überrascht über die gute Sichtbarkeit eines Radfahrers, der reflektierende Strümpfe trug – eigentlich waren es eher eine Art Radschuhe mit Strumpfverlängerung. Durch die Pedalierbewegung war auch aus der Ferne gesehen völlig klar, dass da ein Radfahrer unterwegs ist. Hab eben noch ein Foto gefunden:



    Die momentane Verkehrsregelung an Kreuzungen zieht aber dennoch weiterhin sehr selten die Verkehrsteilnahme von Radfahrern in Betracht.
    Geändert von lina (17.11.2019 um 12:29 Uhr)

  6. Erfahren

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    AW: Der Tod trägt Schwarz



    Ok, das ist sehr schwarz. Aber man sieht ihn nicht weniger. Allerdings würde es wohl sehr warm.

  7. Vorstand
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    Avatar von lina
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    AW: Der Tod trägt Schwarz

    Nicht ganz – denn das, was man hervorragend sah (und auf dem Standbild leider, aber logischerweise, nicht ), war das Auf-und-Ab der reflektierenden Strümpfe beim Pedalieren.

  8. Lebt im Forum
    Avatar von derSammy
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    AW: Der Tod trägt Schwarz

    Also entweder der Pedder ist Hersteller von schwarzen Radklamotten oder hats einfach am Auge....

    Es dürfte doch unstrittig sein dass ich den schwarz gepainteted Radler, Mittags im Sommer vor dem türkisen Meer und dem blauen Himmel 5m vor mir sehen kann....

    Viel interessanter ist aber dass ich den selben Radler in bunter Montour (ok vielleicht nicht grad türkis/blau) mit Tempo 100 bereits aus 200m Entfernung sehe, bzw er mir ins Auge fällt.

    Wenn ich nicht grad an Hirnverweichung leide, bei 70km/h Überschuss somit 10Sekunden lang Zeit hab mich darauf einzustellen...

    Aber eigentlich is mirs ja gleich, soll jeder machen wie ers mag, halt bitte nicht in der Dämmerung, Nebel, Licht-Schattenwechsel, im Wald, bei Gegenlicht ….vor mir

  9. Erfahren

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    AW: Der Tod trägt Schwarz

    Merkwürdig, dass immer auf den unwichtigen Teil meiner Beiträge reagiert wird.
    Wer meine Beiträge geelsen hat, weiß lange, dass ich nicht für Schwarze Klamotten auf dem Rad bin.

    Damit wird immer wieder von der wichtigen Frage abgelenkt:
    Sterben wirklich Fahrradfahrer, weil sie aufgrund der Kleidung nicht gesehen werden?
    Gibt es Berichte darüber?

    Ich finde keine. Und ja, ich habe gesucht.

    Fahrradfahrer sterben, weil sie sich neben eine LKW stellen. Weil jemand die Tür aufreist. Weil sie bei rot über die Ampel fahren. Aber, dass sie von hinten überfahren werden, weil sie nicht gesehen wurden, wird schlicht nicht berichtet.

    Es ist also ein Scheinproblem, mit dem wir uns hier seit 55 Seiten beschäftigen.
    Das jedenfalls ist mein Eindruck.

    Damit beende ich das Thema dann auch für mich.

  10. Lebt im Forum
    Avatar von Chouchen
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    AW: Der Tod trägt Schwarz

    Zitat Zitat von Pedder Beitrag anzeigen
    Fahrradfahrer sterben, weil sie sich neben eine LKW stellen. Weil jemand die Tür aufreist.
    Eventuell sterben sie manchmal auch, weil sie der LKW-Fahrer in den paar Sekunden, in denen der Radfahrer noch nicht im toten Winkel waren, wegen ihrer "Tarnkleidung" übersehen hat?
    (Ähnliches gilt für die Türenausreißer: Ein zu flüchtiger Schulterblick, der dunkle Radfahrer wird dabei nicht gesehen, "zack".)
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  11. Userbeauftragte
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    AW: Der Tod trägt Schwarz

    Wenn es zu einem Unfall kommt ist normalerweise nicht nur eine Sache falsch gelaufen. Ich versuche (nicht nur) als Radler an möglichst vielen Stellen das Risiko für mich und andere zu minimieren. Auch im Dunkeln gut sichtbare Kleidung ist dabei ein Faktor unter vielen. Aber um genau diesen soll es ja im Thread gehen (laut Titel und OP).
    Weder ich noch andere Verkehrsteilnehmer sind perfekt. Fehlleistungen können bei aller Kompetenz und Vorsicht vorkommen. Darum ist es immer gut, noch eine zweite und dritte Chance zu haben, das Ganze ohne Unfall oder zumindest lebend zu überstehen.

    Mir ist es auch schon passiert, dass ich völlig übermüdet über die längst rote Ampel gefahren hat. Hätte der Autofahrer vom Querverkehr meine Fehlleistung nicht durch Superreaktion kompensiert, könnte ich hier nicht mehr schreiben. Ob er mich rechtzeitig gesehen hatte, weil ich eine knallgelbe Jacke getragen habe, kann ich nicht mit Gewissheit nicht sagen. Aus Autofahrersicht muss ich nur sagen, ich fahre auf dem Cityring schon mit der erlaubten Geschwindigkeit auf eine grüne Ampel zu ohne dabei die Seitenstraßen (die ja eh rot haben) übermäßig abzuscannen. Trotzdem fallen mir knalligfarbene Radler auch im Augenwinkel auf. Dunkel gekleidete sieht man dagegen meist nur, wenn man gezielt nach ihnen schaut.

  12. Alter Hase
    Avatar von LihofDirk
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    AW: Der Tod trägt Schwarz

    Zitat Zitat von Chouchen Beitrag anzeigen
    Eventuell sterben sie manchmal auch, weil sie der LKW-Fahrer in den paar Sekunden, in denen der Radfahrer noch nicht im toten Winkel waren, wegen ihrer "Tarnkleidung" übersehen hat?
    (Ähnliches gilt für die Türenausreißer: Ein zu flüchtiger Schulterblick, der dunkle Radfahrer wird dabei nicht gesehen, "zack".)
    Der letzte Tote bei uns in der Stadt auf der anderen Rheinseite hatte als Tarnkleidung eine Weste aus dem Baumarkt und Beleuchtung an. War ein Kollege, ging als Unfallschnellinfo rum, wie bei allen ernsteren Unfällen. Dass bis auf wenige Ausnahmen (schwarz und unbeleuchtet gegen die Fahrtrichtung bei Nacht) Radfahrer durch fehlende Sichtbarkeitsmachung sterben sollte halt Mal wirklich belegt und nicht nur postuliert werden.
    Und was Tarnkleidung eines sich bewegenden Radfahrers ist sollte dann auch nicht mit statischen neckischen Bildchen belegt werden.

    Nur zur Wiederholung: die sich bewegenden Speichen- und Pedalreflektoren sind das Signal eines Fahrrades und fallen auf. Warnwesten signalisieren weder Fahrrad noch Bewegung sondern sind vorgesehen für mehr oder minder stationäre Hindernisse (Baustellen, Pannenfahrzeuge)

  13. Erfahren

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    AW: Der Tod trägt Schwarz

    Entfernt, weil ich nur selber ablenke.

  14. Vorstand
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    Avatar von lina
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    AW: Der Tod trägt Schwarz

    Zitat Zitat von LihofDirk Beitrag anzeigen
    Nur zur Wiederholung: die sich bewegenden Speichen- und Pedalreflektoren sind das Signal eines Fahrrades und fallen auf. Warnwesten signalisieren weder Fahrrad noch Bewegung sondern sind vorgesehen für mehr oder minder stationäre Hindernisse (Baustellen, Pannenfahrzeuge)
    … und deren Lichtausbeute ist überdurchschnittlich oft zu klein!
    Genauso, wie ich finde, so manche Funzel. Das bemerkt man auch selbst, wenn man (als Radfahrer mit auf den Boden gerichteter Lampe) auf nassem Asphalt die Unebenheiten fast nicht mehr erkennen kann (was bei trockenem Asphalt überhaupt kein Problem ist). Bei größerer Dunkelheit klappt es dann wieder besser, weil der Kontrast stärker wird.

  15. Lebt im Forum
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    AW: Der Tod trägt Schwarz

    Zitat Zitat von LihofDirk Beitrag anzeigen
    Dass bis auf wenige Ausnahmen (schwarz und unbeleuchtet gegen die Fahrtrichtung bei Nacht) Radfahrer durch fehlende Sichtbarkeitsmachung sterben sollte halt Mal wirklich belegt und nicht nur postuliert werden.
    Ich habe es nicht postuliert, sondern fragte. Zu Erinnerung: Pedder schrieb:
    Sterben wirklich Fahrradfahrer, weil sie aufgrund der Kleidung nicht gesehen werden?
    Gibt es Berichte darüber?

    Ich finde keine. Und ja, ich habe gesucht.

    Fahrradfahrer sterben, weil sie sich neben eine LKW stellen. Weil jemand die Tür aufreist. Weil sie bei rot über die Ampel fahren. Aber, dass sie von hinten überfahren werden, weil sie nicht gesehen wurden, wird schlicht nicht berichtet.
    Ich stellte dazu die Frage in den Raum, ob genau die "typischen" Unfälle wie LKW-Unfall oder "Dooring" vielleicht tlw. durch eine bessere Sichtbarkeit der Radfahrer hätten verhindert werden können.

    Wie sich das belegen ließe, wüsste ich nicht. Es sei denn, es finden sich zwei Mal 100 Radfahrer, von denen die eine Gruppe dunkel gewandet auf einem Normparcours durch den Berufsverkehr fährt und die andere mit Warnwesten, Reflexbändern, was weiß ich. Nach ein paar Wochen schaut man dann mal, wer überlebt hat oder unverletzt geblieben ist.
    Allerdings müsste man, um vollständige Vergleichbarkeit zu haben, sicher stellen, dass die Radfahrer der Gruppe 1 und 2 jeweils an den selben Stellen immer genau den selben KFZ-Fahrern begegnen, die auch tagesformunabhängig stets das identische Aufmerksamkeitslevel haben. Ist also Quatsch.

    btw: Ich trage keine Warnweste, bin auch gegen eine Pflicht (Die, wenn ich nichts überlesen habe, in diesem Faden aber auch niemand gefordert hat.). Eine Warnweste ist auf einem Liegetrike, mit dem ich meistens unterwegs bin, auch Quark. Ich habe allerdings ein gutes Licht, Reflektorröllchen an den Speichen und eine reflektierende Fahne hinten dran. (Übrigens wird man bereits für diese Fahne in einschlägigen Radforen von einer kleinen, lauten Minderheit als Depp und als vor den Autofahrern buckelnd dargestellt.)
    OT: Ich trage auf dem Liegetrike im Regelfall auch keinen Helm, auf dem Up oder dem Einspurer meistens schon. Ich bin auch gegen eine Pflicht, auch wenn ich das Tragen eines Helms in den meisten Fällen für sehr vernünftig halte.
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  16. Alter Hase
    Avatar von LihofDirk
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    AW: Der Tod trägt Schwarz

    Zitat Zitat von lina Beitrag anzeigen
    … und deren Lichtausbeute ist überdurchschnittlich oft zu klein!
    Genauso, wie ich finde, so manche Funzel. Das bemerkt man auch selbst, wenn man (als Radfahrer mit auf den Boden gerichteter Lampe) auf nassem Asphalt die Unebenheiten fast nicht mehr erkennen kann (was bei trockenem Asphalt überhaupt kein Problem ist). Bei größerer Dunkelheit klappt es dann wieder besser, weil der Kontrast stärker wird.
    Wenn die Fahrradlampe im Dunkeln nicht reicht: Sehtest. Gerade bei Dämmerung macht sich fehlende Sehstärke bemerkbar.

    Ich bin spätestens alle 2 Jahre, eher jährlich beim Sehtest und habe sogar mit der ollen Halogenfunzel überhaupt keine Probleme, wo LED Besitzer schon aufrüsten.
    Wäre auch ein Ansatz, verpflichtende wiederkehrende Sehtest für Fahrzeugführer. Hilft sicher mehr als Neon Westen.

  17. Vorstand
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    Avatar von lina
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    AW: Der Tod trägt Schwarz

    Mache ich auch. Und nu?

  18. Gerne im Forum
    Avatar von ba0295
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    AW: Der Tod trägt Schwarz

    Zitat Zitat von Pedder Beitrag anzeigen
    ... Weil sie bei rot über die Ampel fahren. Aber, dass sie von hinten überfahren werden, weil sie nicht gesehen wurden, wird schlicht nicht berichtet.
    ...
    Damit beende ich das Thema dann auch für mich.
    Meine Mutter wurde am hellsten Tage (trocken, kein Nebel) auf dem Fahrrad von hinten Tod gefahren - ordnungsgemäß als Linksabbiegerin eingeordnet. Sie wurde nicht gesehen.

    Ich wurde auf dem Fahrrad krankenhausreif gefahren bei GRÜNER Fahrradampel auf dem Fahrradweg in richtiger Richtung von einem entgegenkommenden links abbiegenden Auto; hellster Tag, trocken, kein Nebel - sowohl mein Fahrrad als auch ich haben leuchtende Farben und ich bin von eher sehr großer Statur. Ich wurde nicht gesehen.

    Dieses Thema beendest Du nie!

  19. Vorstand
    Moderator
    Alter Hase
    Avatar von Ziz
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    AW: Der Tod trägt Schwarz

    Einzelfälle sind tragisch, gerade wenn sie einen persönlich oder den Bekannten- und Familienkreis treffen. Aber anekdotenhafte Berichte widerlegen Thesen nicht (es sei denn, sie enthalten das Wort "immer" oder "für alle", aber wir sind hier nicht in der Mathematik ). Generell ist es schwer die Thesen hier explizit zu widerlegen oder zu verifizieren. Wir teilen Erfahrungen, aber auch die sind schon suggestiv geprägt.

    Wie schrieb Chouchen schon: Klar geht ein von einem LKW-Fahrer getöteter Fahrradfahrer als solcher in die Statistik ein und nicht als "zu wenig bunt gekleidet". Aber die These, dass er unter anderem (!) deshalb nicht gesehen wurde, liegt Nahe.

    Aber wie ba0295 schrieb: Beenden kannst du die Diskussion so nie. Aber muss ja auch nicht, die Tage sind kalt und viele Outdoorer brauchen eine Drinnenbeschäftigung, da bietet sich doch ein kontroverser Thread an, wo ein Konsens gar nicht im Bereich des Möglichen liegt.
    Wo kämen wir hin, wenn jeder sagen würde
    „Wo kämen wir hin?“
    aber niemand ginge, um zu schauen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?

  20. Lebt im Forum
    Avatar von derMac
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    AW: Der Tod trägt Schwarz

    Zitat Zitat von Mus Beitrag anzeigen
    Das ist eben der Clou einer Neonjacke/-hose/-weste/...: wenn es die richtige ist, dann ist sie nicht einfach reflektierend, sondern es wirkt, als würde sie von sich aus "leuchten", da sie schlecht/nicht sichtbare Anteile des (Rest)Lichtes in Licht einer Wellenlänge umwandelt, das gut zu sehen ist, sie floureszieren. (Manche sind sogar phosphorisierend.) Darin unterscheiden sie sich auch noch mal von anderen gut sichtbaren Textilien.
    Hast du mal ein Bsp. für so eine Jacke? Also eine, die nicht nur Neonirgendwas ist, sondern Lichtwellen umwandelt und/oder phosphorisiert.

    Mac

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