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  1. Dauerbesucher

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    AW: Outdoor ohne Kunststoff?

    #21
    hier beschreibt der pilger seine ausrüstung, viel hat er selbst angefertigt, möglichst originalgetreu 14. Jahrhundert:
    http://am-jakobsweg.blogspot.de/sear...&by-date=false

  2. Lebt im Forum
    Avatar von Chouchen
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    AW: Outdoor ohne Kunststoff?

    #22
    Zitat Zitat von Torres Beitrag anzeigen
    http://finkhof.de/schafwolle/zubehoe...tt-100-ml.html

    Da ich damals die Wolle selbst verarbeitet habe (Kämmen, spinnen, weben oder stricken), war das natürliche Fett noch dran. Den Pulli durfte man nicht waschen, damit das Wollfett nicht rausgeht und entsprechend fein roch man halt
    Lanolin wird zwar Wollfett genannt, aber es ist kein echtes Fett im chemischen Sinn. Mit dem verlinkten Wollfett kann man Strickwaren aus Wolle mit hohem, natürlichen Wollfettanteil pflegen, aber man fettet sie nicht im herkömmlichen Sinne.
    Mit Lanolin bekommst Du Wollwaren nicht wasserdicht. (Es sei denn, Du schmierst es mindestens 1 cm dick auf.)

    Dennoch schützen z.B. Pullis aus möglichst naturbelassener Wolle, die am besten noch einen mohairartigen, flauschigen Charakter haben (echte Islandwolle ist da ein tolles Beispiel für) gut für feuchter Witterung, weil sich die feinen Tröpfchen erst einmal aussen festsetzen und nicht nach innen an den Körper kommen. Aber wasserdicht ist anders: Nach einem richtigen Platzregen mit fetten Tropfen ist man auch in einem Wollpulli mit hohen Lanolinanteil in kurzer Zeit klatschnass. Aber dafür wird man dann danach erst einmal nicht mehr trocken.
    "I pity snails and all that carry their homes on their backs." Frodo Baggins

  3. Dauerbesucher

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    AW: Outdoor ohne Kunststoff?

    #23

  4. Vorstand
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    Avatar von Torres
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    AW: Outdoor ohne Kunststoff?

    #24
    Zitat Zitat von Chouchen Beitrag anzeigen
    Lanolin wird zwar Wollfett genannt, aber es ist kein echtes Fett im chemischen Sinn. Mit dem verlinkten Wollfett kann man Strickwaren aus Wolle mit hohem, natürlichen Wollfettanteil pflegen, aber man fettet sie nicht im herkömmlichen Sinne.
    Mit Lanolin bekommst Du Wollwaren nicht wasserdicht. (Es sei denn, Du schmierst es mindestens 1 cm dick auf.)

    Dennoch schützen z.B. Pullis aus möglichst naturbelassener Wolle, die am besten noch einen mohairartigen, flauschigen Charakter haben (echte Islandwolle ist da ein tolles Beispiel für) gut für feuchter Witterung, weil sich die feinen Tröpfchen erst einmal aussen festsetzen und nicht nach innen an den Körper kommen. Aber wasserdicht ist anders: Nach einem richtigen Platzregen mit fetten Tropfen ist man auch in einem Wollpulli mit hohen Lanolinanteil in kurzer Zeit klatschnass. Aber dafür wird man dann danach erst einmal nicht mehr trocken.
    Ne. Wasserdicht nicht. Hatte ich das geschrieben? Ich meinte genau das, was Du beschreibst: Die Tröpfchen bei Feuchtigkeit. Für den üblichen feuchtklammen Niesel reicht das und bei Platzregen stellt man sich unter (in dem Fall ist Wald wieder sehr praktisch...). Gerade beim Reiten waren die Pullis klasse.
    Im Grunde macht man es ja heute bei den modernen EventundhastdunichtJacken auch nicht anders Der Unterschied: Die trocknen schneller.
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

  5. Freak Liebt das Forum

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    AW: Outdoor ohne Kunststoff?

    #25
    Lodengamaschen bspw können gefetttet werden.

  6. AW: Outdoor ohne Kunststoff?

    #26
    Zitat Zitat von Dominik Beitrag anzeigen
    ...

    Ich denke jedoch ebenfalls, dass die Problematik viel mehr im Alltag und dem verschwenderischen Gebrauch von Bedarfsgegenständen steckt. Kunststoff ansich ist kein Teufelszeug.
    ...
    Nicht nur im Alltag. Ich bin kürzlich über einen Artikel einer Ultralight-Hiking-Website gestolpert wo der LNT-Gedanke beim Benutzen des UL-Hobo-Kochers gepredigt und im nächsten Abschnitt Freezer Bag Cooking (FBC) empfohlen wurde; und zwar getreu dem Motto: "Jede Mahlzeit in einer eigenen Tüte, sodass man nur noch heißes Wasser dazu kippt und sich das Spülmittel sparen kann".
    Gruß Sawyer

    As a rebel I came and I´ll die just the same. On the cold winds of night you will find me.

  7. #27
    Schrecklich so was. Wobei in jedem Joghurtbecher mehr Plaste steckt, als in einem FB.

    Viele Grüße
    Ingmar
    Viele Grüße
    Ingmar

  8. AW: Outdoor ohne Kunststoff?

    #28
    Zitat Zitat von Gamba Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,

    vor einiger Zeit habe ich eine Reportage gesehen, in der eine Familie vier Wochen lang auf Kunststoff verzichten mußte.
    Anfangs wurde die Wohnung von allen Kunststoffen befreit und wo möglich durch andere Materialien ersetzt (Holzzahnbürste statt Kunststoff, Glas/Metallschüssel statt Plastikdose, Shampoo aus Glasflaschen usw.).

    Gruß Gamba
    Ich muss sagen ich finde es immer ziemlich dreist, wenn Menschen behaupten, dass sie ohne Kunststoff leben. Der Höhepunkt aus meiner Sicht war eine Doku wo die Dame, die stolz erklärte keinen Kunststoff mehr im Haus zu haben munter auf ihrer Kunststoff-Tastatur Blogeinträge schrieb. Ich glaub auch nicht, dass die Leute dort die Isolierungen von ihren Elektroleitungen geschält haben, auf einen Herd, den Kühlschrank, den Computer, das Handy oder sonst was verzichtet haben. Die Menschen die es in unseren Breiten schaffen völlig ohne Kunststoff zu leben kann man vermutlich an einer Hand abzählen und die sind dann vermutlich nicht mehr in der Lage einem "normalen" Leben nachzugehen. Ohne Kunststoff gibts keine Steckdosen, keine Leitungen, kein Internet, kein Telefon und und und.

    Ich mag Kunststoff als Werkstoff auch nicht sonderlich und versuche ihn zu vermeiden wo ich kann, gerade bei Trinkflaschen etc. aber die Anforderungen der heutigen westlichen Welt machen ihn nunmal unentbehrlich. Ich denke es bringt mehr zu vermeiden wo man kann. Das Einzige das der Umwelt wirklich hilft ist Verzicht, aber das will dann wieder keiner hören...

  9. Vorstand
    Fuchs
    Avatar von Mus
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    AW: Outdoor ohne Kunststoff?

    #29
    Zunächst mal: Die Story mit der Familie hört sich doch sehr nach billiger Fernseh-Reality-Show-Effekthascherei an.
    Zitat Zitat von Gamba Beitrag anzeigen
    Anfangs wurde die Wohnung von allen Kunststoffen befreit
    Auch die Lichtschalter, die Dämmstoffe in Wand und Decken, die Türfugen, die Leitungsisolationen,.....?

    Zu der Frage nach Outdoor ohne Kunststoff kann ich dir konkrete Beispiele aus den letzten 100 Jahren liefern. Da muss ich nicht bis ins 18 Jhd oder gar ins Mittelalter zurückgehen:
    Mein Papa war begeisterter Pfadfinder und wie viele andere aus seinem Stamm im Sommer ständig auf Achse. Mit der Ausrüstung die ich beschreibe war er bis zum Nordkap und bis Süditalien und auf der Zugspitze.

    Klamotten: ganz normal, damals normal nämlich: kurze Hose (wahrscheinlich Baumwolle), kariertes Hemd (auch Baumwolle), handgestrickter Wollpulli, Segeltuchjacke, "Gewitterverteiler" aus Filz, billige Segeltuchschuhe (nix Wanderschuhe, Lederstiefel,...), handgestrickte Socken. Ob er damals schon in den Genuss von Unterwäsche aus Baumwolljersey gekommen war, oder das noch die Zeit der handgestrickten Wollwäsche war, weiß ich nicht genau.

    Ausrüstung: Ein sackschwerer Baumwoll-Armee-Rucksack (den ich noch lange getragen habe) mit Metall und Lederbeschlägen und Verschlüssen, ein ausgemussterte Armee-Baumwoll-Zeltbahn, Tüddelschnur, eine Wolldecke und gaaaaaanz wichtig: das Pfadfindermesser! Streichhölzer und eine Kerze. Später gab es vereinzelt welche mit Taschenlampe, wow! Alukochgeschirr und Feldflasche (ebenfalls Begleiter meiner eigenen ersten Outdoorversuche, das Zeug schmeckt widerlich!)

    Verpflegung: Ein großer Laib Schwarzbrot und eine Salami für die weiteren Einzeltouren. Verpflegungs- und Fahrtkostenbudget pro Tag: eine Mark.
    Auf gemeinsammer Fahrt: Zucker, Mehl, Haferflocken, Kakao.


    Tiefhängende Äste ersetzen die Zeltstangen, trockenes Reisig und Laub die Isomatte und die fehlende Schlafsackisolierung. Jugendliche Toleranz die fehlende Wechselwäsche und Kosmetikartikel. Ein gesunder Magen und das Nichtwissen um die diversen Krankheitserreger das Schleppen von Wasservorräten oder eines Filters. Das kleine Feuer den Kocher. Forellen, Kartoffeln, Himbeeren, Pflaumen,....halt so längs des Weges zu finden war und auch mal das eine oder andere Butterbrot und Milch von einem großzügigen Bauern die aufwändig verpackten Outdoorvorräte.
    Sie waren jung, gesund und anspruchslos, sie hatten kein Geld und wollten die Welt sehen. Das konnten die meisten Bauern und Förster offensichtlich verstehen, so lang sich das Ganze in Grenzen hielt. Und sie waren sehr leidensfähig, was Kälte, Hunger, Blasen, schwere Rucksäcke,... anging. Und es war eine tolle Zeit, die auch heute noch die Augen zum Leuchten bringt.
    Der einzige Kunststoff? Der Deckel der Feldflasche.
    Aaaaaber: Wer würde das heute in dieser Form noch tollerieren? Wo wären die Jugendlichen, die bereit wären mit so wenig Komfort klar zu kommen? Wo die, die den Grenzgang wirklich verantwortungsbewusst hinbekommen? Und auch damals hat das eigentlich kein Erwachsener so gemacht, die sind halt in eine Günstige Pension oder ein günstiges Wirtshaus gegangen oder haben notfalls beim Bauern geklopft und gekauft was sie brauchen. Und so wie wir, mit Familie unterwegs, war es undenkbar.

    Von daher bin ich ganz froh, dass ich meinem Papa, wenn er mal wieder verständnislos fragt: "Warum tut ihr euch das an, mit den Kindern? Ihr habt doch das Geld für eine Ferienwohnung!" unsere ganze (Kunstoff-)Ausrüstung zeige, worauf hin er sie versonnen betrachte und etwas sehnsüchtig meint: "Na das ganze Zeug hatten wir damals natürlich nicht. Wenn wir das gehabt hätten......."

    Also: Es ging auch ohne Kunststoff und ohne Expeditionsequipage zumindest bis vor einige Jahrzehnte. Ich bezweifele, das es heute noch geht vor Allem für jemanden der nicht mehr jung genug ist um unbekümmert seine Gesundheit zu strapazieren.

  10. Vorstand
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    Avatar von Torres
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    AW: Outdoor ohne Kunststoff?

    #30
    Winter finde ich übrigens ziemlich einfach. Man wird nicht nass, so dass man Naturmaterialien nutzen kann, z. B. Wolle oder Baumwolle. Kunststoffe sind teilweise nicht Kältefest und man braucht sie auch nicht unbedingt, da die Lebensmittel sowieso einfrieren.
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

  11. Fuchs

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    AW: Outdoor ohne Kunststoff?

    #31
    Zitat Zitat von Mus Beitrag anzeigen
    unsere ganze (Kunstoff-)Ausrüstung zeige, worauf hin er sie versonnen betrachte und etwas sehnsüchtig meint: "Na das ganze Zeug hatten wir damals natürlich nicht. Wenn wir das gehabt hätten......."
    Mein Opa hat mich ausgelacht, als er das Hilleberg im Garten sah. Was das für ein mickriges Zelt sei und was für unmögliches Material, Baumwolle hat das zu sein, Cotton eben.

  12. Vorstand
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    Avatar von Torres
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    AW: Outdoor ohne Kunststoff?

    #32
    Und wenn man mit deWaard-Besitzern spricht, deren Zelt schlappe 32 Jahre alt ist und wie neu aussieht (oder man einen fragt, ob das Zelt neu sei und er sagt: "Ja, erst 15 Jahre"), kommt man ins Grübeln....
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

  13. Alter Hase
    Avatar von Scrat79
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    AW: Outdoor ohne Kunststoff?

    #33
    OT:
    Zitat Zitat von Torres Beitrag anzeigen
    Und wenn man mit deWaard-Besitzern spricht, deren Zelt schlappe 32 Jahre alt ist und wie neu aussieht (oder man einen fragt, ob das Zelt neu sei und er sagt: "Ja, erst 15 Jahre"), kommt man ins Grübeln....
    Klar, dass das länger hällt. Da muss die Natur auch das zehn- bis zwanzigfache an Masse "verdauen".
    Der Mensch wurde nicht zum Denken geschaffen.

  14. Anfänger im Forum

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    AW: Outdoor ohne Kunststoff?

    #34
    Da ist ja schon ganz schön was zusammen gekommen, danke. Werde mich da mal durcharbeiten.

    Anscheinend sind die Leute früher viel Leidensfähiger gewesen, wahrscheinlich auch weil sie keine andere Wahl hatten.
    Heute sind die Leute ja schon am jammern, wenn die Temperatur mehr als 5°C von der Wohlfühltemperatur von 20°C abweicht.
    Bei einem Regenschauer einfach unterstellen und warten ist auch nicht mehr drin, es muß ja immer weiter gehen und zwar sofort... Wir haben doch keine Zeit

    Also möglich scheint es zu sein, aber nur mit Abstrichen bei Komfort. Ultraleicht ist auch definitiv nicht drin
    Hat vielleicht noch einer einen Tipp für ein Baumwollzelt für 1-3 Leute, die scheint es ja nur in Gruppengröße zu geben.


    Zitat Zitat von Mus Beitrag anzeigen

    Auch die Lichtschalter, die Dämmstoffe in Wand und Decken, die Türfugen, die Leitungsisolationen,.....?
    Ne, natürlich nicht. Es wurde nur da entfernt wo es möglich ist, selbst den Kühlschrank durften die behalten.
    Ich hab den Film mal rausgesucht:

    http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Das-Experiment-Leben-ohne-Plastik/Das-Erste/Video?documentId=15938762&bcastId=799280

    Ich hatte damals eigentlich gedacht den gleichnamigen Film mit Moritz Bleibtreu sehen zu können

  15. Freak Liebt das Forum

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    AW: Outdoor ohne Kunststoff?

    #35
    Anscheinend sind die Leute früher viel Leidensfähiger gewesen,
    Ja, und sind nicht so alt geworden.

    Ich möchte bei einigermaßen gesunden Knochen wenigstens das Durchschnittsalter erreichen, mit kaputten Bandscheiben, Rheuma und dergl. wird das nicht so viel Spaß machen.

    Die heutige Campausrüstung ist einzig dem Gewicht und einem gewissen Komfort geschuldet, sonst gibts es kaum einen Grund Kunststoff dabei einzusetzen.

    Man könnte es natürlich auch wie die ersten Expeditionen machen, Träger oder Tragtiere engagieren....

  16. Vorstand
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    Avatar von Torres
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    AW: Outdoor ohne Kunststoff?

    #36
    Zum einen hatte man keine andere Wahl, das ist richtig. Zum anderen war das Lebenskonzept ein anderes. Es gab weniger Freizeit als heute. Meine Oma ging einmal im Jahr in die Stadt und da wurde gekauft, was gebraucht wurde. Einkaufen war Zeitvergeudung. Also mussten die Sachen halten. Joghurtbecher, als es sie dann gab (vorher hat man das selbsts gemacht) waren wertvoll und wurden aufgehoben. Zu den Kindheitserfahrungen gehörte Langeweile. Elende, furchbare, zähe Langeweile, in der man nichts anderes machen konnte, als sich bewegen: Kicken, Klettern, Buddeln, Handstand, Klimmzüge und was sonst noch. Dann Holzöfen oder Kirschkerne im Bett statt einer Heizung. Klar wächst man da anders auf.
    Edit: Und da hat cast dann auch Recht: Man wurde eben nicht so alt wie heute, vor allem, wenn man körperlich arbeiten musste.

    Ich denke dennoch, dass der heutige Mensch das genauso kann, sofern er körperlich/motorisch fit ist. Die Frage ist, ob es Spaß macht, wenn man weiß, dass es viel einfacher gehen würde. Da bedarf es eben einer besonderen Motivation.
    Geändert von Torres (18.06.2014 um 15:19 Uhr)
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

  17. Dauerbesucher
    Avatar von Fritsche
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    AW: Outdoor ohne Kunststoff?

    #37
    Zitat Zitat von Torres Beitrag anzeigen
    Ich denke dennoch, dass der heutige Mensch das genauso kann, sofern er körperlich/motorisch fit ist. Die Frage ist, ob es Spaß macht, wenn man weiß, dass es viel einfacher gehen würde. Da bedarf es eben einer besonderen Motivation.
    Ich möchte das nicht nur auf der körperlichen Ebene angesiedelt sehen. Vieles, viel mehr als man gemeinhin glaubt, hat mit Disziplin zu tun. (Angebliches) Körperliche(s) Unvermögen (und dazu gehört auch die Angst vor Versehrtheit) erscheint mir zu oft als willkommene Ausrede.

    An Disziplin mangelt es allenthalben. Jetzt zu dozieren, dass das früher anders war, wäre käsig, also lass ich das mal. Sicherlich gab es Unterschiede in der Motivation. Wo heute Selbstverwirklichung und "Fun" fast ausschließlich regieren, gaben früher noch andere Punkte den Ton an. Du sprichst die Langeweile an, mag sein (Outdoor als Vermeidungsstrategie von Hospitalismus?). Aber auch aus heutiger Sicht weniger ehrenwerte Gedanken wir Erhaltung der Wehrhaftigkeit etwa.

    Zitat Zitat von Torres Beitrag anzeigen

    Edit: Und da hat cast dann auch Recht
    natürlich, cast hat immer recht
    Geändert von Fritsche (18.06.2014 um 15:43 Uhr)
    Für eine Welt ohne Pressspan

  18. Freak Liebt das Forum

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    AW: Outdoor ohne Kunststoff?

    #38
    OT: Das ist paragraph 1 der Forenregeln und §2, wenn er mal nicht Recht hat tritt automatisch § 1 in Kraft.

  19. Lebt im Forum
    Avatar von Chouchen
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    AW: Outdoor ohne Kunststoff?

    #39
    Kurzer Zwischenruf: Rheuma zu bekommen hat überhaupt nichts mit einem Zuviel an kalt, nass oder körperlicher Anstrengung zu tun.
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  20. Dauerbesucher
    Avatar von Fritsche
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    AW: Outdoor ohne Kunststoff?

    #40
    Zitat Zitat von Chouchen Beitrag anzeigen
    Kurzer Zwischenruf: Rheuma zu bekommen hat überhaupt nichts mit einem Zuviel an kalt, nass oder körperlicher Anstrengung zu tun.
    Genau! genau sowas läuft bei mir unter


    Zitat Zitat von Fritsche Beitrag anzeigen
    (Angebliches) Körperliche(s) Unvermögen (und dazu gehört auch die Angst vor Versehrtheit) erscheint mir zu oft als willkommene Ausrede.
    Die Liste geht auch länger: von Zugluft wird man krank, vom Sitzen auf nassem Boden bekommt man Hämorrhoiden, von Kälte bekommt man Erkältung usw....

    Sicherlich sind einige der heutigen "gesicherten" medizinischen Erkenntnisse irgendwann in dieser Liste zu finden...
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