Seite 2 von 16 ErsteErste 123412 ... LetzteLetzte
Ergebnis 21 bis 40 von 320
  1. Fuchs
    Avatar von berniehh
    Dabei seit
    31.01.2011
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    1.610

    AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

    #21
    Mitreisende: berniehh
    Zitat Zitat von efbomber Beitrag anzeigen
    Hattest du denn garnichts gegen die Mücken mit? Also Chemiekeule oder zumindest ein Mückennetz, auch wenn das die Sicht derbe einschränkt?
    Ein Mückennetz hatte ich nicht, aber ein Mittel zum eincremen, sogar ein recht gutes aus Neuseeland mit 80 Prozent Deet-Anteil. Das hat insofern geholfen daß die Mücken dann zumindest erstmal für ne Weile nicht mehr gestochen haben, aber trotzdem noch in Massen um meinen Kopf herumgeschwirrt sind

    Zitat Zitat von slowlyhiker Beitrag anzeigen
    Das Rucksackmodell kommt mir bekannt vor. Bin gespannt wie Du damit zufrieden bist.
    Betrug dein Startgewicht wirklich 50kg?
    Das ist der Bergans Alpinist Large. Habe nun seit über 10 Jahren immer das gleiche Model und bin sehr zufrieden damit.

    Gewogen habe ich das Startgewicht nicht, weiss aber daß es bei einer 20 tägigen Tour immer um die 45 kg sind. Diemal hatte ich die gleiche Ausrüstung aber für 5 Tage mehr Essen als sonst. Das ergibt dann knapp unter 50 kg.

  2. Fuchs
    Avatar von berniehh
    Dabei seit
    31.01.2011
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    1.610

    AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

    #22
    2.Tag: Sjaunja Naturreservat
    Das gute Wetter von gestern scheint nun leider erstmal vorbei zu sein. Der Himmel war grau bewölkt mit immer wieder langanhaltene Schauer dazwischen. Daher blieb ich erstmal im Zelt liegen. Am Nachmittag raffte ich mich dann auf, baute mein Camp ab und wanderte gegen 16 Uhr los, als der Regen endlich vorbei war.

    Weiter ging´s durch lichten nordischen Urwald flußaufwärts. Direkt am Ufer war es zu sumpfig, ich wanderte meistens ein ganzes Stück abseits davon. Aber auch dort ging es über zahlreiche Sumpfgebiete, die immer wieder von leichter begehbaren Waldabschnitten unterbrochen wurden.




    es geht weglos über Moor- und Sumpflichtungen

    Dann weitet der Fluss sich zu einem 6 Kilometer langen See, dem Måsskejávrre. Hier stieß ich auf eine verschlossene private Samenhütte, die 100 m vom Ufer entfernt auf einem Hügel stand.

    Es fing wieder mal an zu regnen und ich stellte mich für eine Stunde unter die überdachte Terasse, bis es wieder aufhörte.
    Ich war erst am überlegen hier bei der Hütte zu campen, aber es gab keine guten Campstellen hier und so wanderte ich dann doch noch weiter.





    Wie gehabt ging´s weglos weiter ein ganzes Stück vom Ufer weg. Den See sah man kaum noch, am Ufer wäre es auch viel zu sumpfig. Nach 1h30 von der Hütte fand ich in einem Waldstück ein trockenes Plätzchen für mein Zelt. Dieses ganze Gebiet ist extrem stark mückenverseucht, heute waren die Plagegeister sogar noch schlimmer wie gestern.

    Dank des schlechten Wetters bin ich heute nur 7 Kilometer gewandert. Daß ich momentan noch deutlich unter meinem Minimalschnitt von 15 Kilometern pro Tag liege, beunruhigte mich nicht besonders. Es ist heute ja erst der zweite Trekkingtag, ich habe also noch genügend Zeit zum aufholen.



    3.Tag:
    Heute war es überwiegend grau bewölkt, mit paar sonnige Abschnitte am Nachmittag. Es war zwar kein Traumwetter aber immerhin deutlich besser wie gestern und ideal zum wandern.

    Um 11 Uhr wanderte ich los. Weiter ging´s weglos durch Wald und Sumpf Richtung Nordosten. Ich hatte großen Respekt vor den Sumpflichtungen. Man muss sehr vorsichtig sein daß man da nicht versackt. Stellenweise watet man im Wasser, während der ganze Boden unter einem wabbelt. Einige Sumpflichtungen konnte ich umwandern, aber über andere musste ich direkt rüber. Wenn man erstmal einige überquert hat bekommt man langsam ein Gefühl dafür wo man es wagen kann zu wandern und welche Flächen man besser meiden sollte. Bis jetzt waren es ja immer nur relativ kleine Sumpflichtungen.









    Nach anderthalb Stunden stieß ich plötzlich auf einen ausgebauten Quadpfad. Das heisst so plötzlich war es nun auch wieder nicht, der Weg war ja schließlich mit auf der Karte eingezeichnet und ich wusste daß er existiert.

    Eigentlich wollte ich den Weg ja nur queren und auf der anderen Seite weglos weiter für die nächsten über 20 Kilometer durch die Mitte einen riesigen Sumpfgebietes. Dieser Abschnitt war schon bei meiner Routenplanung ein großes Fragezeichen für mich. Zwar kann man zwischendrin immer mal wieder in kleine Waldabschnitte ausweichen, aber auf Google Earth habe ich da auch Abschnitte entdeckt die anscheinend permanent unter Wasser stehen und die man aufgrund umliegender Seen und Flüsse kaum umwandern kann.

    Vielleicht kommt man da ja durch, ich weiss es nicht, aber falls man sich dort festläuft (was ich für gut möglich halte) müsste ich den ganzen Weg wieder zurück und würde bestimmt ein bis zwei Tage verlieren.

    Daher hatte ich mir bei der Routenplanung schon gleich eine Alternativroute zurechtgebastelt, die am Ostrand des Sumpfgebietes entlangführt. Diese Route sollte auf jeden Fall machbar sein, denn da gibt es genug Waldabschnitte zum ausweichen.
    Ich entschied mich nun spontan für die Ostumgehung. Das heisst ich folgte nun für die nächsten 9,5 Kilometer erstmal den Quadpfad. Das war sehr leichtes wandern. Der Weg führt vom Samendorf Allavaara zum Nordende des Måsskejávrre (See), wo der Weg endet.


    ausgebauter Quadpfad

    Die Landschaft ist sehr attraktiv, eine Mischung zwischen Nadelwald, Birkenwald, Moor- und Sumpfgebiete, wobei es an etlichen kleinen Seen vorbei geht.
    Beim ersten See, dem Gillamjávre, machte ich eine gemütliche Mittagspause am Ufer.

    Ich sah zwei Samen mit ihrem Quad vorbeifahren. Das waren die einzigsten Menschen für heute und die nächsten Leute werde ich erst in 9 Tagen treffen.




    hier Mittagspause






    schmaler Pfad durch Moor









    Nach dem See Nr. 5 erreichte ich eine Abzweigung. Nach links führt der Pfad zum Avvágadjo-See, ich ließ meinen Rucksack hier liegen und wanderte dorthin. Der See hat einen Durchmesser von drei Kilometern und der Pfad endet am Ufer. Der gesamte Uferbereich ist sehr sumpfig, gemütlich hinsetzen kann man sich da nicht. Der Abstecher (=7,5 km für Hin- und Rückweg) hat sich aber dennoch gelohnt, wegen den attraktiven schmalen Pfad durch diese güne Birkenwald, Moor- und Sumpfwildnis.







    Hinter dem See Nr. 7 verlasse ich den Weg endgültig. Nun geht’s wieder weglos weiter und als nächstes kommt der Allájávrre (See), der von bewaldeten Hügeln umgeben ist mit steil-felsige Ufer.
    Oberhalb der felsigen Uferböschung finde ich auf den weich-moosigen Waldboden eine super Campstelle mit Blick über den See. Es war mal wieder ein schöner Tag heute.







    Geändert von berniehh (14.05.2014 um 00:13 Uhr)

  3. Erfahren

    Dabei seit
    01.02.2012
    Ort
    Nürnberg
    Beiträge
    198

    AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

    #23
    Ein herrlicher Bericht, Bernie, und eine spannende Tour.
    Sag mal, wie hast du dich denn auf dieser ganzen langen Tour orientiert, also hast du Detailkarten von allen durchwanderten gebieten dabeigehabt? Das kostet und wiegt (gut, Gewicht macht dir ja nicht soviel aus) ja auch eine Stange. Oder hast du für einzelne Abschnitte deine Google Ausdrucke mitgenommen?
    Bin gespannt, wie es weitergeht.
    Gruß aus Nürnberg in den Norden, Horst

  4. Fuchs
    Avatar von berniehh
    Dabei seit
    31.01.2011
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    1.610

    #24
    Zitat Zitat von Horst24 Beitrag anzeigen
    Sag mal, wie hast du dich denn auf dieser ganzen langen Tour orientiert, also hast du Detailkarten von allen durchwanderten gebieten dabeigehabt? Das kostet und wiegt (gut, Gewicht macht dir ja nicht soviel aus) ja auch eine Stange. Oder hast du für einzelne Abschnitte deine Google Ausdrucke mitgenommen?
    Ursprünglich hatte ich geplant den Trek komplett ohne Karten zu gehen, sondern nur mit Google Ausdrucken und GPS-Punkten.
    Da das Gelände in Lappland relativ einfach ist wäre das von der Navigation definitiv machbar.

    Weil ich aber die Namen der ganzen Seen, Flüssen, Tälern usw in mein Tagebuch eintragen wollte, entschied ich mich letztendlich doch mit Karten zu gehen.
    Für die schwedischen Abschnitte hatte ich die 1:100.000er Fjällkarten dabei, insgesamt 6 Stück, teils schon in Hamburg eingekauft und den Rest habe ich in den schwedischen Fjällhütten nachgekauft.

    In Norwegen dagegen wollte ich es tunlichst vermeiden mir da Karten kaufen zu müssen. Erstens sind die norwegischen 1:50.000er Blätter mit etwa 25 Euro pro Stück extrem teuer, und zweitens decken sie nur eine relativ kleine Landfläche ab.
    Wenn man Pech hat und auf einer leichten Trekkingroute immer nur geradeaus wandert, bräuchte man in Norwegen fast jeden Tag ein neues Kartenblatt
    50.000er Blätter finde ich für Skandinavien eigentlich unnötig, 100.000er wären besser, leider gibt´s aber für die meisten norwegischen Gegenden nur 50.000er Karten. Eine Ausnahme ist der Saltfjellet-Svartisen Nationalpark, wo der gesamte Park von einer sehr guten 100.000er Karte abgedeckt wird, die für norwegische Verhältnisse auch noch recht günstig ist. Das habe ich aber erst später von Otto erfahren, als ich mit meinem Trek schon durch war.

    Meine norwegischen Abschnitte nahe der schwedischen Grenze werden auch von den schwedischen Fjällkarten mit abgedeckt und für die anderen Gegenden habe ich teils alte Karten von Slarti bekommen, die er nicht mehr braucht, und ansonsten mir vor der Reise aus dem Internet die gratis Online-Karten ausgedruckt.

  5. Erfahren
    Avatar von Stromfahrer
    Dabei seit
    16.02.2013
    Ort
    Kaiserstuhl
    Beiträge
    392

    Über 1000 Kilometer durch Lappland

    #25
    Danke für den Bericht und die Fortsetzung. Mich juckt es schon überall beim Lesen. :-)

    Den Gedanken, mit ca. 50 kg auf dem Rücken durch Sumpfgebiete zu waten, finde ich allerdings etwas furchteinflößend.
    Gygago.com | 09/2018 – Wo steckt Stromfahrer? Viel•leicht draußen!

  6. Erfahren
    Avatar von nordwind
    Dabei seit
    05.07.2005
    Ort
    Teutoburger Wald
    Beiträge
    152

    AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

    #26
    Zitat Zitat von berniehh Beitrag anzeigen
    Ich hatte großen Respekt vor den Sumpflichtungen. Man muss sehr vorsichtig sein daß man da nicht versackt. Stellenweise watet man im Wasser, während der ganze Boden unter einem wabbelt. Einige Sumpflichtungen konnte ich umwandern, aber über andere musste ich direkt rüber. Wenn man erstmal einige überquert hat bekommt man langsam ein Gefühl dafür wo man es wagen kann zu wandern und welche Flächen man besser meiden sollte. Bis jetzt waren es ja immer nur relativ kleine Sumpflichtungen.
    Und ich dachte immer Lemmy wäre der härteste Typ des Universums. Mit einem 50 KG Rucksack durch den Sumpf.

    Grandiose Tour!!!
    Risiko ist kalkulierbar

  7. Fuchs
    Avatar von berniehh
    Dabei seit
    31.01.2011
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    1.610

    AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

    #27
    Erstmal vielen Dank an Euch allen für die netten Kommentare

    4.Tag: Sjaunja Naturreservat
    Heute war es sonnig und warm mit nur paar Wolken, also ein phantastischer Tag.
    11 Uhr bin ich losgewandert und nach paarhundert Metern querte ich den Mattijoki-Bach, der hier in den See reinmündet.



    Ich verließ den See und wanderte Richtung Nordwesten querfeldein durch nordischen Nadelwald, der immer wieder von offene sumpfige Lichtungen unterbrochen wird.

    Ich steuerte weglos und direkt auf einen drei Kilometer entfernten namenlosen See zu, der am Rande eines großen flachen Sumpfgebietes liegt.









    Von diesem See querte ich weiter über große offene Moorflächen, von denen man weite Blicke übers Land hatte. Vier Kilometer weiter erreichte ich den Mattjärvi-See.







    Die Landschaft änderte sich heute nicht mehr. Für den Rest des Tages ging es also weiter wie gehabt kilometerweit immer nur geradeaus abwechselnd durch Wald- und Moorgebiete, ohne Orientierungspunkte wie z.B. Seen, Berge oder Flüsse.





    Gegen Abend erreichte ich den Oberlauf des Gássajokka Baches und wanderte weiter Richtung Norden bachaufwärts durch lichten Birkenwald. Der Tag neigt sich dem Ende zu und es wurde langsam Zeit mich mal auf Campstellensuche zu begeben. Ein bis zwei Kilometer wollte ich aber noch wandern, bis zum Fuße eines ganz sanften und weitläufigen Nadelwaldhügels (Vuokságobba), wo ich hoffte gute Campstellen zu finden, obwohl dieser Birkenwald eigentlich auch schon recht gut zum Zelten geeignet ist.





    Kurz vor diesem Hügel musste aber nochmal ein weiches Moor- und Sumpfgebiet durchquert werden. Das war recht nervig so kurz vor dem Ende dieses Wandertages, wenn man garnicht mehr damit rechnet. Hinter dem Sumpfgebiet überkletterte ich einen Rentierzaun und kam in einen Nadelwald, wo ich auf weichen Moosboden versteckt zwischen den Bäumen eine super Stelle zum Campen fand. 18 Kilometer bin ich heute gekommen.




    nach nur kurzer Öffnung der Zelttür

    5.Tag:
    Der Blick morgens aus dem Zelt war frustrierend! Es war grau bedeckt mit einsetzendem Regen, der sich dann zu einem leichten und nicht enden wollenden Dauerregen entwickelte. Es war mir zu ungemütlich und ich blieb im Zelt liegen. Diese Art von Scheißwetter hasse ich total, es ist zu gut um den ganzen Tag im Zelt rumzugammeln, aber zu ungemütlich zum wandern.

    Um 16:30 schaffte ich es dann endlich von hier wegzukommen, bei immer noch leichtem Regen. Ich wanderte weglos Richtung Norden durch diesen lichten Nadelwald über diesen ganz sanften Hügel. Das Vorwärtskommen war zum Glück recht einfach. Auf Sumpfquerungen hätte ich heute ja überhaupt keine Lust. Ich wollte nur möglichst schnell mein Tagesziel erreichen und dann das Zelt wieder aufschlagen.

    Auf der anderen Seite des Hügels erreichte ich den Gássajávri-See, der etwa 500 bis 600 m Durchmesser hat und von Nadel- und Birkenwäldern umgeben ist.



    Das graue Nieselwetter lud aber nicht gerade zu einem längerem Verweilen am Ufer ein und ich wanderte gleich weiter. Es ging durch hügeliges Gelände und 1 Kilometer weiter tauchte auch schon der nächste See auf. Der war zwar recht schmal war, dafür aber 600 bis 700 m lang.



    Ich wanderte um das Westende herum und kurz darauf kam ich zu einem recht kleinen See, der nur 100 bis 150 m Durchmesser hatte. Hier fand ich im lichten Nadelwald schöne Plätze für mein Zelt.
    Es war zwar ärgerlich daß ich heute nur viereinhalb Kilometer gewandert bin, aber es war mir zu nass und pissig jetzt noch weiterzuziehen.



    Geändert von berniehh (15.05.2014 um 00:30 Uhr)

  8. Alter Hase
    Avatar von Der Foerster
    Dabei seit
    01.03.2007
    Ort
    Göttingen
    Beiträge
    2.918

    AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

    #28
    Schöne Tour - toller Bericht

    Noch mal eine Frage zur Navigation: Deine Antwort zu den Karten habe ich oben gelesen. Nimmst Du zum Orientieren dann hauptsächlich einen Kompass oder ein GPS? Da Du überlegt hast ohne Karten zu wandern tippe ich eher auf GPS? Wenn dem so ist, hast Du dann Karten auf dem GPS?
    Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst. Voltaire.

  9. Fuchs
    Avatar von berniehh
    Dabei seit
    31.01.2011
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    1.610

    AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

    #29
    Zitat Zitat von Der Foerster Beitrag anzeigen
    Noch mal eine Frage zur Navigation: Deine Antwort zu den Karten habe ich oben gelesen. Nimmst Du zum Orientieren dann hauptsächlich einen Kompass oder ein GPS? Da Du überlegt hast ohne Karten zu wandern tippe ich eher auf GPS? Wenn dem so ist, hast Du dann Karten auf dem GPS?
    Ich habe Kompass und GPS benutzt. Mit dem GPS habe ich meinen nächsten Punkt angepeilt, darauf den Kompass eingestellt und bin dann mit Kompass gewandert. Nur alle 20 Minuten habe ich kurz das GPS angeschaltet um zu sehen ob mein Kurs noch stimmt und wie weit der nächste Punkt noch entfernt ist, um Batterien zu sparen.
    Auf dem GPS hatte ich keine Karten drauf, sondern bin nur mit normalen Papierkarten gewandert.

    Eine Navigation ohne Kompass und GPS wäre in den flachen Wald- und Moorgegenden des Sjaunja recht schwierig, da geographische Orientierungspunkte wie Berge oder Täler fehlen. Ab dem Kaitumälven (Tag 8) geht es aber auch problemlos ohne. Von dort bis zum Trekende habe ich dann (bis auf eine Ausnahme auf einer großen flachen Gletscherfläche) weder Kompass noch GPS benutzt, sondern bin nur noch mit Karten gewandert.

  10. Alter Hase
    Avatar von codenascher
    Dabei seit
    30.06.2009
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    3.459

    AW: [SE] [NO] Über 1000 Kilometer durch Lappland

    #30
    Zitat Zitat von berniehh Beitrag anzeigen
    Am Ende der Reise wusste ich aber echt nicht mehr was nun besser war, Neuseeland oder Lappland.
    Warum in die Ferne schweifen

    Berni, vielen Dank für das bisher geschriebene. Warte sehnsüchtig auf die Fortsetzungen!!!!

    Bin im Wald, kann sein das ich mich verspäte

    meine Weltkarte

  11. Gerne im Forum
    Avatar von Cameiro
    Dabei seit
    02.11.2011
    Ort
    Mitten im Nirgendwo
    Beiträge
    85

    AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

    #31
    Hej Berni!

    Lese deine Berichte immer gerne!

    Hut ab vor deiner Ausdauer und Tragekraft! Da sollte ich mal dran denken, wenn mir 25 Kg zu schwer sind, die Mücken stechen oder der Nieselregen einsetzt...

    Bitte schnell weiterschreiben! Vielen Dank!

  12. Erfahren
    Avatar von Glenfiddich
    Dabei seit
    19.02.2012
    Ort
    nähe Hamburg
    Beiträge
    190

    AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

    #32
    Toller Bericht. Danke schonmal dafür. Du machst das wovon viele träumen. Allerdings gehört auch eine große Portion Erfahrung, Selbstvertrauen und Mut dazu eine solche Tour solo zu machen. Nicht ganz ohne Risiko.

    Ich werde oft gefragt was ich mache wenn........

    Hattest du für den Notfall ein Satelitentelefon oder sowas dabei ?

    Ich werde ein begeisteter Mitleser deines Berichtes sein !

  13. Dauerbesucher
    Avatar von MatthiasK
    Dabei seit
    25.08.2009
    Beiträge
    859

    AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

    #33
    Danke für deinen Bericht, ich verfolge mit Spannung..

    Mag vergleiche dieser art eigentlich nicht aber..
    mir hat es im Sarek (12 Tage) besser gefallen als in Neuseeland (3,5 Monate)

  14. Fuchs
    Avatar von berniehh
    Dabei seit
    31.01.2011
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    1.610

    AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

    #34
    Zitat Zitat von Glenfiddich Beitrag anzeigen
    Ich werde oft gefragt was ich mache wenn........

    Hattest du für den Notfall ein Satelitentelefon oder sowas dabei ?
    das ist bei mir auch so daß ich oft gefragt werde was ich mache wenn.......
    aber ich habe ja einen Spot mit

    Zitat Zitat von MatthiasK Beitrag anzeigen
    Mag vergleiche dieser art eigentlich nicht aber..
    mir hat es im Sarek (12 Tage) besser gefallen als in Neuseeland (3,5 Monate)
    Wenn ich mir so die Fotos deines Sarekberichtes betrachte glaube ich dir das
    wirst du hier denn auch noch einen Bericht über deine Neuseelandtour schreiben?
    Geändert von berniehh (16.05.2014 um 00:09 Uhr)

  15. Dauerbesucher
    Avatar von MatthiasK
    Dabei seit
    25.08.2009
    Beiträge
    859

    AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

    #35
    Danke!

    Glaube eher nicht, aber vielleicht doch irgendwann mal..

  16. Fuchs
    Avatar von berniehh
    Dabei seit
    31.01.2011
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    1.610

    AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

    #36
    6.Tag: Sjaunja Naturreservat
    Um 10:30 verließ ich mein Camp bei bedecktem Himmel mit blaue Abschnitte,...... es war also recht schön.
    Ich wanderte weglos weiter Richtung Norden, zunächst durch lichten Nadelwald, der aber kurz darauf endgültig endete und in Birkenwald überging mit einige Sumpfabschnitte dazwischen. Vor mir tauchte ein sanfter Fjällhügel auf, der Sálvvočohkka (780 m), auf dem ich direkt zusteuerte.






    vor mir der Sálvvočohkka (780 m)

    Nach 1h30 erreichte ich die Baumgrenze auf 630 m, wo ich vom lichten Birkenwald zum ersten Mal auf dieser Tour ins offene Fjäll kam. Das war natürlich jetzt mal eine ganz andere Landschaft und ich genoss die weiten Fernblicke über das menschenleere Land. Ganz hinten am Horizont zog sich die schneebedeckte Bergkette entlang, auf die ich nun langsam zuwanderte. Sowohl das Kebnekaise-Massiv als auch die Sarek-Berge waren zu sehen, das war schon beeindruckend. Dann zogen aber immer mehr Wolken auf und die schneebedeckten Berge verschwanden für heute endgültig aus der Sicht.





    Von nun an wanderte ich für den Rest des Tages Richtung Nordwesten durch das sanfte offene Fjäll. Das Gelände war nun sehr einfach und ich kam gut vorran. Auf 770 m Höhe passierte ich meine höchste Stelle für heute. Von dort hatte man einen herrlichen Fernblick Richtung Norden über die flache Wald- und Sumpfebene des Kaitumälven. Der Fluss liegt aber noch 11 bis 12 Kilometer Luftlinie entfernt, den will ich morgen oder übermorgen erreichen. Im Süden dagegen liegt der große Sumpf- und Seenteppich im Einzugsbereich des Sjaunjaälven.









    Gegen Abend kam ich langsam wieder tiefer, bis auf 620 m, wo die ersten Birken wieder auftauchten. Ich schlug mein Camp auf. Etwa einen Kilometer entfernt, liegt eine große Sumpf- und Birkenwaldebene mit dem Rovvojávri-See, das sah phantastisch aus. 21 Kilmeter habe ich heute geschafft.

    Seitdem ich im Fjäll bin hatte ich zum Glück kaum Probleme mehr mit Mücken. Zwar waren hier immer noch reichlich von den Biestern, es war aber kein Vergleich mehr zu den vorigen Tagen.







    7.Tag:
    Es war bewölkt mit etwas Wind. Ich blieb erstmal gemütlich im Zelt liegen weil ich hoffte daß das Wetter später vielleicht noch besser wird. Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nicht, im Gegenteil, als ich um 11 Uhr loswanderte kamen auch schon die ersten Regentropfen runter.

    Südlich es Áraoaivi wanderte ich in ein sanftes mit lichtem Birkenwald bestandenes Tal hinein. Hier stieß ich auf einen Quadpfad, der auch mit auf der Karte eingezeichnet war. Das war aber nur eine relativ schwach erkennbare Spur und nicht so ein ausgebauter Weg wie der am dritten Tag. Ich folgte ihn für 3 km zu einer Renvaktarstuga (verschlossene Privathütte).

    Nach einer kurzen Pause wanderte ich weiter. Laut der Karte führt der Pfad zwar noch weiter, aber in Wirklichkeit endete er bei der Hütte.
    Weglos setzte ich meinen Weg nach Westen fort, das Gelände wurde immer mooriger. Nach zwei bis drei Kilometern kam ich auf eine große Moorsenke mit paar Tümpeln.
    Der Himmel war nun fast pechschwarz und ich vermutete daß es gleich wie aus Eimern losschütten wird. Krampfhaft suchte ich nach einer geeigneten Stelle für mein Zelt, damit ich wenigstens im Trockenen meine Mittagspause genießen kann. Die Gegend war nicht gerade mit Traumcampstellen vollgesät, der Boden war entweder zu feucht oder uneben, aber nach etwas Suchen fand ich eine mögliche Stelle. Sobald mein Zelt stand ging der Wolkenbruch auch schon los.

    Ich dachte daß der Regen bald aufhören wird, damit ich nach der Mittagspause mein Camp wieder abbauen kann um weiterzuziehen. Leider regnete es für den Rest des Tages, somit wurde es nichts mehr mit dem Aufbruch und ich blieb für heute hier, nach nur 7 Kilometern vom letzten Camp.

    Von meinem Minimalziel von 15 Kilometern pro Tag liege ich inzwischen schon mit 13,5 Kilometern im Rückstand, also fast einen ganzen Tag!! Allmählich muss ich mal anfangen was dagegen zu unternehmen, denn wenn das so weitergeht ist der Rückstand vielleicht irgendwann nicht mehr so leicht aufzuholen. Daher entschied ich mich morgen früh schon um 4 Uhr zu starten, vorrausgesetzt das Wetter spielt mit.




    moorige Senke beim Camp


    Camp 7 (650 m)
    Geändert von berniehh (16.05.2014 um 22:48 Uhr)

  17. Dauerbesucher
    Avatar von Mortias
    Dabei seit
    14.07.2010
    Ort
    München
    Beiträge
    862

    AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

    #37
    Herrlich, macht immer wieder Spaß den Bericht mitzuverfolgen. Find es echt klasse, dass Du durch solch eine unwegsame Wald- und Moorlandschaft gegangen bist und damit mal eine Gegend vorstelltst, die den meisten hier wahrscheinlich nicht so vertraut ist. Wenn ich so die Bilder sehe bekomme ich glatt Lust wieder selbst loszuwandern (allerdings dann bitte ohne die Mücken ).

  18. Erfahren

    Dabei seit
    01.02.2012
    Ort
    Nürnberg
    Beiträge
    198

    AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

    #38
    Dein Bericht ist besser als jede Fortsetzungsgeschichte. Ich freue mich schon auf die weiteren Etappen. Und sehr inspirierend, selbst mal wieder etwas außergewöhnliches anzugehen.
    Eine Frage habe ich noch, auch wenn du das bestimmt schon öfters gefragt wurdest: Findest du das Laufen mit dem einen Stock besser, als mit Trekkingstöcken? Ich habe nämlich auch noch so einen Stock als Souvenir einer Himalayatour in Sikkim, der seit bald 20 Jahren bei mir rumsteht. Als ich angekündigt habe, bei der nächsten Tour diesen Stock zu reaktivieren, hat meine Freundin dies als Unsinn abgetan.

  19. Fuchs
    Avatar von berniehh
    Dabei seit
    31.01.2011
    Ort
    Hamburg
    Beiträge
    1.610

    AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

    #39
    Zitat Zitat von Horst24 Beitrag anzeigen
    Eine Frage habe ich noch, auch wenn du das bestimmt schon öfters gefragt wurdest: Findest du das Laufen mit dem einen Stock besser, als mit Trekkingstöcken? Ich habe nämlich auch noch so einen Stock als Souvenir einer Himalayatour in Sikkim, der seit bald 20 Jahren bei mir rumsteht. Als ich angekündigt habe, bei der nächsten Tour diesen Stock zu reaktivieren, hat meine Freundin dies als Unsinn abgetan.
    Ich bin noch nie im Leben mit gekauften Trekkingstöcken gewandert, sondern immer nur mit einem Stock den ich irgendwo unterwegs fand, daher weiss ich auch nicht wie das Wandern mit zwei Stöcken ist.
    Bisher bin ich sehr gut damit zurechtgekommen und solange ich gut mit etwas zurechtkomme, habe ich auch kein Verlangen danach etwas neues auszuprobieren

  20. AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

    #40
    Zitat Zitat von Horst24 Beitrag anzeigen
    Dein Bericht ist besser als jede Fortsetzungsgeschichte. Ich freue mich schon auf die weiteren Etappen. Und sehr inspirierend, selbst mal wieder etwas außergewöhnliches anzugehen.
    Eine Frage habe ich noch, auch wenn du das bestimmt schon öfters gefragt wurdest: Findest du das Laufen mit dem einen Stock besser, als mit Trekkingstöcken? Ich habe nämlich auch noch so einen Stock als Souvenir einer Himalayatour in Sikkim, der seit bald 20 Jahren bei mir rumsteht. Als ich angekündigt habe, bei der nächsten Tour diesen Stock zu reaktivieren, hat meine Freundin dies als Unsinn abgetan.
    Endlich ein Leidensgenosse. Von meiner ersten Tour hab ich auch meinen Wanderstock noch. Den durfte ich nie wieder mitnehmen, meinte meine Frau. Nun werde ich ihn auch wieder reaktivieren!

    Berni: Vielen Dank nochmal für diese Einblicke aus eine ganz anderen Ecke Schwedens. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

Seite 2 von 16 ErsteErste 123412 ... LetzteLetzte

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)