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  1. Erfahren
    Avatar von Stromfahrer
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    Perlit-Brenner: Sparsam und effektiv

    #1
    Hallo Leute,

    beim Stammtisch Freiburg haben wir heute bei Temperaturen um 8° mehrere Stunden Kocher verglichen und Varianten durchgespielt. U.a. haben wir, angeregt durch Paul Dryer auf Backpacking.net einen kleinen Perlit-Brenner gebaut (Bauzeit 3 Minuten, Kosten null).

    Das Prinzip ist: Das sehr leichte, bimsteinartige Perlit saugt sich mit Alkohol voll und bietet eine sehr große Oberfläche zur effektiven Vergasung des Brennstoffs an. Man befüllt eine flache (Pfefferminz-)Dose damit und hält das Perlit mit feinmaschiger Alu- oder Edelstahlgaze an Ort und Stelle.

    Das Perlit verbleibt in der Dose und wird nicht verbraucht. Nur der Alkohol vergast.

    Wichtiger Hinweis: Die Alu-Gaze über dem Perlit ist eine m. E. absolut notwendige Sicherheitsmaßnahme. Wenn man den Brenner im Betrieb versehentlich umschmeißt, verteilt man sonst Hunderte brennende, sehr leichte Körnchen in die Umgebung. Im Lager eine nicht zu unterschätzende Brandgefahr. Mit dem „Schutzgitter“ läuft beim Umkippen hingegen nichts aus, weil das Perlit den Alkohol bindet.

    Unser erster Versuch war eine 4-cm-Klickdeckel-Dose, wie man Sie häufig als Werbegeschenk erhält.
    Die Brennversuche mit 0,4 Liter Wasser und 20 ml Alkohol zeigten ein sehr schönes, flächiges Flammenbild.

    Wir versuchten es zunächst in einem Esbit-Faltbrenner mit Trangia Brotdose darauf und dann mit einem kompakten 0,4-Liter-Esbit-Topfset, danach mit meinem „UL“-Umbau-Trangia.
    Beide Versuche scheiterten, weil das Wasser nach ca. 9 Minuten annähernd Siedetemperatur erreichten, aber nicht zum Kochen gebracht wurden. Allerdings brannte der Brenner noch mehrere Minuten weiter.

    Das ließ den Schluss zu, dass die Leistung nicht annähernd genutzt wurde.

    Also habe ich heute Abend einen größeren Perlit-Brenner mit 8 cm Durchmesser zusammengesetzt. Diesen Brenner habe ich wie bei unseren Tests am Vormittag mit 20 Gramm Alkohol (entspricht 25 Milliliter) befüllt. Tatsächlich würde dieser Brenner vermutlich 60 Gramm fassen.



    Das heißt, der gleiche Brennwert verteilt sich nun auf ca. 2,5× größere Oberfläche. Den Brenner habe ich in meinen umgebauten „Trangia“ eingesetzt. Das Ergebnis war verblüffend: Nach 4:10 Minuten kochte das Wasser sprudelnd. Danach hat das Wasser noch 5:30 Minuten weiter sprudelnd gekocht, bevor der Brenner ausging.



    Offensichtlich hat die Oberfläche des Brenners eine sehr große Wirkung auf die Leistung. Anblasen (Sauerstoffzufuhr) hat ebenfalls die Leistung deutlich erhöht.

    Angesichts der langen Nachbrennzeit stellte sich die Frage: Kann man das sprudelnde Kochen dann auch mit noch weniger Alkohol, sogar der Hälfte erreichen?

    Dazu habe ich den Brenner abkühlen lassen und erneut befüllt, diesmal nur mit 16 Gramm Alkohol (entspricht 20 Milliliter) befüllt, also 20% weniger. Dabei habe ich den Alkohol aber lediglich in die Mitte des Brenners gegossen.

    Der Brenner zündete zwar sofort, brannte aber ungleich schlechter. Klar: die benetzte Oberfläche war ja nun viel kleiner. Es dauerte etwa 3 Minuten, bis der Brenner zur vollen Gänze entflammt war, sich also der Alkohol vergasend verteilte.

    Praktisch heißt das: man muss nicht nur eine möglichst große Fläche haben, sondern diese dann auch vollständig mit Alkohol benetzen.

    Trotz der längeren Startdauer war das Wasser nach 5 Minuten sprudelnd am Kochen. Danach hat der Brenner noch über 4 Minuten sprudelnd weiter gekocht. Das heißt, die Alkoholmenge spielte scheinbar noch keine Rolle. Vermutlich würden die 0,4 Liter Wasser sogar mit 10 Gramm Alkohol (entspricht 12,7 Milliliter) kochen. Aber zu diesem Zeitpunkt musste ich den Versuch aus Zeitgründen beenden.

    Zusammenfassend kann ich aber sagen: Meine Überraschung des Tages. Der Brenner ist kinderleicht zu bauen und offensichtlich bei richtiger Dimensionierung höchst effizient. Der 8-cm-Brenner wiegt übrigens 38 g, mit (notfalls entbehrlichem) Deckel 44 g. Der Deckel kann auch zum spritsparenden temporären Löschen des Brenners dienen (wie beim Trangia-Brenner).

    Mein erster Eindruck: Der Perlit-Brenner hat das Zeug zum Though-Hiker-Kocher.

    Was ich noch testen will:
    • Die Dose kann noch leichter werden (Material).
    • Die Dose muss wohl auch nicht sehr hoch sein.
    • 0,7 Liter Wasser (Tütenmahlzeit für zwei Personen) mit 16 Gramm Alkohol kochen?
    • Packt der Brenner bei voller Befüllung auch 2 Liter Wasser mit Nachkochreserve?
    • Steigern kleine Luftlöcher (1 bis 2 mm) auf der halben Höhe des Brenners die Leistung?
    • Würde ein tieferer Topfstand (Speichenlöcher im Windschutz weiter unten) die Leistung durch bessere seitliche Wärmeführung erhöhen, oder würde der reduzierte Abstand Brenner/Topf die Leistung eher reduzieren?
    • Statt des geschlossenen Deckels lieber den Deckel großflächig öffnen und als straffe Fixierung für die Gaze verwenden?
    Geändert von Stromfahrer (04.05.2014 um 15:49 Uhr) Grund: Offene Testfragen angepasst.

  2. Lebt im Forum
    Avatar von lutz-berlin
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    AW: Perlit-Brenner: Sparsam und effektiv

    #2
    ot: das vol/ gr verhaeltnis ist umgekehrt

    guter ansatz
    mit carbonfelt wird das dann ul

  3. Erfahren
    Avatar von Stromfahrer
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    AW: Perlit-Brenner: Sparsam und effektiv

    #3
    Hallo Lutz-Berlin,

    hätte ich mir ja denken können, dass die erste (und völlig richtige) Reaktion von dir kommt.
    (Peinlich für mich, aber jetzt korrigiert.)

    Wieviel Kocher hast du inzwischen noch mal?

    Gruß
    Stromfahrer

  4. Gerne im Forum

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    #4
    Wo hast du das perlit bezogen?

    Gesendet von meinem C6603 mit Tapatalk

  5. Fuchs

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    AW: Perlit-Brenner: Sparsam und effektiv

    #5
    Ist keine schlechte Idee. Ich würde aber auch (wie Lutz schon erwähnt hat) auf Carbonfelt oder irgendeine andere gewebte und nicht brennbare Steinwolle ausweichen. Dadurch das die Fasern gewebt sind, hat man dann keine Probleme mit losen Kügelchen.
    Einzig und alleine der Bezug von Carbonfelt ist ein Problem. Aber man kann ja auch auf andere nichtbrennbare Gewebe wie Kevlar (das ist doch das was unter anderem die Feuerspucker nutzen, oder?) ausweichen.

  6. Erfahren
    Avatar von Mario294
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    Perlit-Brenner: Sparsam und effektiv

    #6
    Perlite habe ich mitgebracht 😃 bekommt man im Baumarkt als Ausgleich Schüttung für trockenestriche


    Mfg Mario Gesendet von meinem iPhone mit Tapatalk

  7. Alter Hase
    Avatar von AlfBerlin
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    AW: Perlit-Brenner: Sparsam und effektiv

    #7
    Danke Stromfahrer, für Deine ausführlichen Tests. Interessant finde ich die kurze Kochzeit bei gleichzeitig geringem Verbrauch in Deinem letzten Experiment. Wenn Du es schaffst 500ml Wasser mit 10 bis 12 Gramm Spiritus in deutlich weniger als 9 Minuten sprudelnd zu kochen hast Du einen sehr guten Kocher.

    Sparsame Spiritus-Kocher brauchen 10 bis 12 Gramm Spiritus zum Kochen von 500ml Wasser in etwa 10 Minuten bei 20°C. Schnellere Kocher verbrauchen eigentlich mehr Spiritus.

    Für weitere Tests solltest Du wegen der Vergleichbarkeit 500ml Wasser kochen. Das hat sich so als Test-Standard etabliert. Und es wäre interessant, wenn Du von Anfang an nicht mehr als 10 bis 12 Gramm Spiritus einfüllst. Oder wenn Du zeigst, wieviel Wasser du mit der Restmenge Spiritus im Brenner noch zum sprudelnd Kochen bringen kannst.

  8. Erfahren
    Avatar von Stromfahrer
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    Perlit-Brenner: Sparsam und effektiv

    #8
    Zitat Zitat von delphi1507 Beitrag anzeigen
    Wo hast du das perlit bezogen?
    Von Mario294, der hat es mir auf meine Bitte hin heute zum Stammtischtreffen mitgebracht. :-) Frag einfach jemand, der mit Trockenbau zu tun hat.

    Auf dem Bau wird das ständig benutzt.

    Kleine Mengen kannst du aber auch als Gartenbedarf im Baumarkt holen. Oder du fragst freundlich die Gärtnerei deines Vertrauens, ob sie dir mit drei Teelöffeln Perlit aushelfen können.
    Gygago.com | 09/2018 – Wo steckt Stromfahrer? Viel•leicht draußen!

  9. Erfahren
    Avatar von Stromfahrer
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    Perlit-Brenner: Sparsam und effektiv

    #9
    Uups, Mario, warste mal wieder schneller. Dir noch mal danke!

    Ja, ich habe eben noch eine 10-ml-Spritze rausgesucht (!). Damit werde ich morgen mal „genormte“ 500 ml kochen.

    Hatte ich schon erwähnt, dass wir Brunnenwasser (ca. 8°?) statt Leitungswasser verwendet haben. Mit Leitungswasser kann ich den Test noch ein bisschen schönen.
    Gygago.com | 09/2018 – Wo steckt Stromfahrer? Viel•leicht draußen!

  10. Erfahren
    Avatar von Stromfahrer
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    Perlit-Brenner: Sparsam und effektiv

    #10
    Zitat Zitat von Ingwer Beitrag anzeigen
    auf Carbonfelt oder irgendeine andere gewebte und nicht brennbare Steinwolle ausweichen.
    Habe heute Abend mal ein bisschen nachgelesen. Paul Dryer schreibt in seinem Beitrag ja, Perlit sei „viel besser“. Für mich war es nicht nur verfügbarer, mir schien das auch logisch: Kügelchen = große Oberfläche und viele Hohlräume (EDIT: dazwischen), durch die Sauerstoff zugemischt werden kann.

    Carbonfelt oxidiert anscheinend etwas. Habe dazu aber keinerlei eigene Erfahrungen.

    Werde zunächst einmal (wie in #1 gelistet) probieren, die lange Nachbrennzeit zu Gunsten geringeren Verbrauchs zu reduzieren. Der Teil ist einfach auszutesten.

    Dann werde ich mal die Leistungsveränderung anschauen, wenn der Brenner seitlich Luft ansaugen kann.

    Wenn ich mit 8 Gramm (10 Milliliter) 0,5 Liter kochen kann, dann wäre das schon echt g…l.
    Geändert von Stromfahrer (04.05.2014 um 15:51 Uhr)

  11. Alter Hase
    Avatar von AlfBerlin
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    AW: Perlit-Brenner: Sparsam und effektiv

    #11
    Zitat Zitat von Stromfahrer Beitrag anzeigen
    Wenn ich mit 8 Gramm (10 Milliliter) 0,5 Liter kochen kann, dann wäre das schon echt g…l.
    Das wäre sensationell! Aber machs erst mal.

  12. Moderator
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    Avatar von Becks
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    AW: Perlit-Brenner: Sparsam und effektiv

    #12
    Anmerkung aus der Pflanzenwelt:
    (Mit angefeuchtetem Perlit in luftdichten Kunstoffdosen kann man schwer keimende Samen wie die Fledermausblume heranziehen)

    Perlit gibt es in zwei Ausführungen. "Bauperlit" (verwendet bei Schalldämmung, Isolation) ist mit einem Harz oberflächlich behandelt damit es weniger Feuchtigkeit aufsaugt. Die zweite Variante finden beim Anbau von Pflanzen Anwendung, ist unbehandelt und saugt deswegen die feuchtigkeit besser auf.

    Sollte also jemand Perlit kaufen: schaut genauer hin, sonst erwischt jemand das feuchtigkeitsabweisende Zeugs. Wenn man auf Nummer sicher gehen will sucht man das Perlit aus dem Bereich Pflanzenzucht/Hydrokulturen.

    Was sicher noch interessant ist ist ein Vergleich mit anderen Saugmassen anstelle von Perlit, z.B. Vermiculite hinsichtlich Saugfähigkeit und Handling.

    Alex
    After much research, consideration, and experimentation, I have decided that adulthood is nothing for me. Thank you for the opportunity.

  13. Lebt im Forum
    Avatar von lutz-berlin
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    AW: Perlit-Brenner: Sparsam und effektiv

    #13
    nur zur Info:
    Tato ab-13 hybrid mit 500ml Tatonka Becher mit Siikondeckel kocht 300ml Wasser in ca 5 1/2min und geht nach 10min aus
    der Brenner fasst 10ml


    400ml ist das ideale Volumen für den Tato-Kocher (ohne Brennstoffleitung)


    für 500ml richtig kochen ist das Brennervolumen zu klein(fängt gerade an zu kochen)

    ein Perlitkocher sollte also für 500ml mit ca 12-15ml Alkohol auskommen



    (muß morgen zum baumarkt)

    wie schwer ist eigentlich blähton??

    wie lange brennt eigentlich 10gr brenngel?
    Geändert von lutz-berlin (04.05.2014 um 12:00 Uhr)

  14. Dauerbesucher
    Avatar von emdoubleu
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    AW: Perlit-Brenner: Sparsam und effektiv

    #14
    Hi,

    interessanter Tip mit dem Perlit!
    Und vielen Dank auch an Becks für die ergänzenden Hinweise zu unterschiedlichen "Verwendungsarten" des Perlit!

    Ich habe mal kurz bei Ebay nach Perlit gesucht und würde dann zu einem Perlit für den Pflanzbereich greifen - ich frage mich nur, welche Körnung am besten ist. Es gibt eine feine, gesiebte Körnung mit 0-3mm - ich habe aber auch Perlit mit einer Körnung von 2-6mm gefunden - siehe z.B. hier:

    http://www.ebay.de/itm/ab-3l-Perlit-...item27dc3b66b8
    Gruß
    Markus

  15. Fuchs

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    AW: Perlit-Brenner: Sparsam und effektiv

    #15
    Zitat Zitat von Stromfahrer Beitrag anzeigen
    Habe heute Abend mal ein bisschen nachgelesen. Paul Dryer schreibt in seinem Beitrag ja, Perlit sei „viel besser“. Für mich war es nicht nur verfügbarer, mir schien das auch logisch: Kügelchen = große Oberfläche und viele Hohlräume, durch die Sauerstoff zugemischt werden kann.

    Carbonfelt oxidiert anscheinend etwas. Habe dazu aber keinerlei eigene Erfahrungen.
    Die Sache mit der großen Oberfläche hast du bei Carbonfelt ja auch. Der Spiritus wird von dem Gewebe aufgesogen, dort hat er aufgrund der Struktur der Oberfläche eine größere Fläche bei der dieser verdampfen kann. Letztendlich geht es bei Perlit&Carbonfelt auch nur um die Vergrößerung der Oberfläche damit mehr Spiritus verdampfen kann, deswegen funktionieren Perlit/Carbonfelt Kocher auch besser bei niedrigen Temperaturen.
    Deine Hypothese mit dem Sauerstoff würde ich anzweifeln. Mit sauerstofffreien Hohlräumen hat das nicht zu tun, der Sauerstoff in diesen Mikrohohlräumen wäre ja auch innerhalb einer oder zwei Sekunden aufgebraucht.

    Ja, Carbonfelt oxidiert. In einem Datenblatt habe ich eine Oxidationsrate von 1% pro Stunde gelesen. Ich bin aber nicht sicher bei welchen Bedinungen dieser Test ausgeführt wurde, denn bisher kann ich das nicht bestätigen. Denn weder ist mein Carbonfeltkocher bisher leichter noch weniger geworden. Vielleicht habe ich ja aber auch Graphit-filz, das hält noch heißere Temperaturen aus und oxidiert deswegen noch weniger bei normalen Spirituskochertemperaturen.
    Und wie gesagt, es muß nicht Carbon/Graphit-filz sein. Es kann auch das Docht-Zeug aus dem Feuershop sein:
    https://shop.feuershow.de/index.php/dochtmaterial

    Eine allgeimeine Übersicht über die ganzen Dochtmaterialien (engl. Wick) die man verwenden kann, findet man hier:
    http://zenstoves.net/WickStoves.htm
    Da wird unter anderem auch Perlit aufgeführt.

    Das schöne bei Carbonfelt ist, es ist leicht, man kann es normal verarbeiten (bzw läßt sich normal mit der Schere schneiden), aufwickeln und in eine Aludose stecken. Das reicht und man braucht deswegen auch kein Alugitter mehr. Selbst wenn der Kocher umfällt, läuft oder fällt da nichts raus.

  16. Erfahren
    Avatar von Stromfahrer
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    AW: Perlit-Brenner: Sparsam und effektiv

    #16
    Ich habe heute noch diverse Tests mit dem noch unveränderten 8-cm-Perlit-Brenner gemacht:
    Jeweils 0,5 Liter Wasser aus dem Haushahn bei 14° Außdentemperatur.
    • 8g/10 ml Alkohol reichen definitiv nicht. Die entstehende Startwärme ist zu gering, um den Brenner noch voll aufzuheizen und die Vergasung frühzeitig in Gang zu bringen. Das Wasser erreicht kaum die Siedetemperatur (kleine Bläschen auf dem Topfboden, die sich aber nicht ablösen).
    • 14 g/18 ml sind genug, um das Wasser auf Siedetemperatur (nicht sprudelnd) zu bringen und diese noch eine Minute zu halten.
    • 15 bis 16 g/20 ml (d meiner Waage = 1g, die Waage sprang immer über 15/16/15) reichen dann aber voll aus. Das Wasser kocht nach 4:20 sprudelnd und der Brenner läuft noch vier bis fünf Minuten weiter.
    Der schon oben erwähnte Grund dafür bestätigt sich: Nur bei vollständig benetzer Oberfläche kommt der Brenner (der sich spielend starten lässt) schnell richtig in Gang und erreicht somit frühzeitig die Kochleistung.
    Erkenntnisse:
    • Für eine Tour würde ich mit 18 g kalkulieren, um etwas Reserve für größere Höhen oder Wassertemperatur zu haben.
    • Mehr als 15 bis 16 g Alkohol verlängern die Nachbrennzeit, verkürzen aber nicht weiter die Kochzeit.
    Weitere Tests mit verändertem Brenner, verändertem Abstand etc. (siehe #1) stehen noch aus.

  17. Erfahren
    Avatar von Stromfahrer
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    Perlit-Brenner: Sparsam und effektiv

    #17
    Hallo Ingwer,
    Zitat Zitat von Ingwer Beitrag anzeigen
    Deine Hypothese mit dem Sauerstoff würde ich anzweifeln. Mit sauerstofffreien Hohlräumen hat das nicht zu tun, der Sauerstoff in diesen Mikrohohlräumen wäre ja auch innerhalb einer oder zwei Sekunden aufgebraucht.
    damit meinte ich nicht Sauerstoff, der in den Perlit-Kügelchen eingeschlossen sein könnte. Sondern die vielen Hohlräume zwischen den Kügelchen. Wenn Sauerstoff (z.B. seitlich) zufließen kann, verbessern diese Hohlräume möglicherweise die Durchmischung und damit die Leistung.

    Deshalb will ich noch Tests mit einem Brenner mit seitlichen Luftlöffnungen (1 bis 2 mm) auf halber Brennerhöhe machen. Unten genug Raum für Brennstoffüberschuss, seitlicher Sauerstoffzutritt und gute Durchmischung durch den entstehenden Kamineffekt. So meine Hoffnung.

    Allerdings legen meine bisherigen Beobachtungen nahe, dass am ehesten die Nachbrennzeit runter geht, weil der Kocher auf etwas höherer Leistung brennt. Ob das dann letztlich effektiver wird, ist offen.
    Geändert von Stromfahrer (04.05.2014 um 20:22 Uhr)
    Gygago.com | 09/2018 – Wo steckt Stromfahrer? Viel•leicht draußen!

  18. Erfahren
    Avatar von Stromfahrer
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    Perlit-Brenner: Sparsam und effektiv

    #18
    Hallo Leute,

    ich habe in der Mittagspause aus einer Pulmoll-Dose einen weiteren Brenner zusammengesetzt. Zwei Dinge habe ich verändert:
    • Die Dose hat einen Durchmesser von 7,5 cm (statt 8 cm). Der Grundflächenunterschied zwischen dem ersten Modell und der Pulmoll-Version beträgt also rund –14%.
    • Die Dose hat bei 22 mm Höhe nun auf 11 mm Höhe rundum 16 gleichmäßig verteilte 1,5-mm-Zuluft-Löcher.
    • Der Abstand Brenner – Topf war 5 Millimeter kleiner.
    Beim Kochversuch mit 0,5 Liter Wasser und knapp 16 g Alkohol kam der Brenner sehr langsam in Gang und das Wasser kochte schwach spudelnd nach 9 Minuten. Nach 11 Minuten ging der Brenner aus, ohne dass das Kochen noch stärker geworden wäre.

    D.h.:
    • Zuviele Änderungen auf einmal. Ich hätte den Brennerabstand beibehalten sollen zwecks besserer Vergleichbarkeit. So wirkten kleinerer Durchmesser und kleinerer Abstand vermutlich in dieselbe negative Richtung.
    • Die Theorie, dass der durch Kamineffekt im Brenner seitlich angesaugte Sauerstoff einen effektivere Verbrennung bewirkt, bleibt eben das: Theorie. Die Kochzeit lag beim Doppelten, die Brennzeit blieb etwa gleich.
    • Die Fläche scheint die entscheidende Rolle zu spielen.
    Interessant wäre mal ein Versuch mit sehr flachem, etwas größeren Brenner, um die Alkoholmenge möglichst gleichmäßig über eine große Fläche zu verteilen. Wenn ich eine passende Dose finde…

    Hat jemand schon was vergleichbares ausprobiert?

  19. Gerne im Forum
    Avatar von ebbo
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    AW: Perlit-Brenner: Sparsam und effektiv

    #19
    Zitat Zitat von Stromfahrer Beitrag anzeigen
    [*]15 bis 16 g/20 ml (d meiner Waage = 1g, die Waage sprang immer über 15/16/15) reichen dann aber voll aus. Das Wasser kocht nach 4:20 sprudelnd und der Brenner läuft noch vier bis fünf Minuten weiter.[/LIST]Der schon oben erwähnte Grund dafür bestätigt sich: Nur bei vollständig benetzer Oberfläche kommt der Brenner (der sich spielend starten lässt) schnell richtig in Gang und erreicht somit frühzeitig die Kochleistung.
    Erkenntnisse:
    • Für eine Tour würde ich mit 18 g kalkulieren, um etwas Reserve für größere Höhen oder Wassertemperatur zu haben.
    • Mehr als 15 bis 16 g Alkohol verlängern die Nachbrennzeit, verkürzen aber nicht weiter die Kochzeit.
    Weitere Tests mit verändertem Brenner, verändertem Abstand etc. (siehe #1) stehen noch aus.
    Hilft es die Menge des PERLITs zu verringern?
    Der Brenner würde vielleicht wg. des gleichen Durchmessers mit gleicher Leistung brennen, aber es könnte weniger Brennstoff eingesetzt werden, um die überschüssige Brenndauer zu verkürzen?

  20. Erfahren
    Avatar von Stromfahrer
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    Perlit-Brenner: Sparsam und effektiv

    #20
    Guter Gedanke, ebbo. Das sollten wir ausprobieren. Hast du selbst schon etwas probiert?

    Ich habe gestern ich einmal den kleinen Klickdosen-Brenner mit 14 ml und einer vollen 0,3-Liter-Alutasse (Brunnenwasser) mit dem improvisierten Windschutzständer ausprobiert: Das hat gut zum sprudelnden Kochen gereicht. Ist nen echt kleines Setup.

    Übrigens löst sich die Gaze am großen Brenner inzwischen schon auf. :-(
    Gygago.com | 09/2018 – Wo steckt Stromfahrer? Viel•leicht draußen!

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