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    [OM] Trekking-Tour im Hadschar-Gebirge

    #1
    Mitreisende: nicki1005

    Von 17.1. bis 8.2. waren wir im Oman im Hadschar Gebirge unterwegs. Die Vorbereitungsphase zu diesem Urlaub ließ mich fast verzweifeln. Keine brauchbaren Karten, keine brauchbaren Infos… Zeitweise hätte ich unseren Flug am liebsten wieder storniert. Über facebook konnte ich letztendlich sehr hilfreiche Kontakte zu einigen im Oman lebenden Personen herstellen, die uns bei der Vorbereitung und auch direkt vor Ort weiter geholfen haben. Rückblickend wäre dieser ganze Aufwand jedoch gar nicht nötig gewesen Weder die Wasser-Versorgung auf der Tour, noch die fehlenden Karten, noch die fehlenden Sprachkenntnisse stellten Probleme dar

    Aufgrund der wenigen Informationen im Internet, werde ich in diesem Reisebericht ein bisschen detaillierter über gewisse Themen, wie Kartenmaterial, Wanderwege und Wasserversorgung, schreiben. Dieser Bericht wird deshalb wahrscheinlich weniger unterhaltsam und kurzweilig werden, als meine anderen Berichte.

    Das Hadschar-Gebirge liegt im Norden des Omans. Diese Gebirgskette wird durch den Wadi Samail, durch den auch die Autobahn als wichtige Verkehrsroute verläuft, in einen westlichen und einen östlichen Teil getrennt. Wir waren im westlichen Teil des Gebirges unterwegs.

    Als Karten- und Infomaterial gibt es zwei verschiedene Dokumente:
    1. Das Buch "Adventure Trekking in Oman" von Anne Dale und Jerry Hadwin, genannt „Das blaue Buch“ und
    2. Der Oman Trekking Explorer vom Ministry of Tourism.
    Ersteres Werk ist nicht mehr am Markt erhältlich. Ein netter Kontakt über facebook hat uns allerdings das gesamte Buch eingescannt und zur Verfügung gestellt. (Bei Interesse einfach PN an mich!). In diesem blauen Buch werden viele Wanderwege durch das Gebirge beschrieben, einige GPS Koordinaten als grobe Anhaltspunkte genannt und die beschriebenen Routen auf Handskizzen dargestellt.
    Das zweite genannte Werk braucht man sich nicht zu kaufen, da man es online über die Seite des Oman Ministry of Tourism downloaden kann. Es besteht aus einer ganz interessanten Übersichtskarte mit allen Wanderwegen, die im Buch „Adventure Trekking in Oman“ beschrieben werden, und aus ein paar unnötigen Routenbeschreibungen von Wanderwegen, die sowieso markiert sind. Hier die Übersichtskarte: http://www.omantourism.gov.om/wps/wcm/connect/c1fa3b80481c09af83d9f3fde0ccbc90/trekking+routs1.pdf?MOD=AJPERES&CONVERT_TO=url&CACHEID=c1fa3b80481c09af83d9f3fde0ccbc90

    Die roten Wege sind jene, welche offiziell markiert sind, die schwarzen Wege sind jene, welche im Buch „Adventure Trekking in Oman“ beschrieben werden. Leider sind auf dieser Übersichtskarte keine Höhenlinien eingezeichnet. Max hat im Vorfeld eine Karte mit allen Wanderwegen und Straßen gebastelt und diese mit Höhenlinien hinterlegt, um zumindest in etwa einen besseren Überblick zu erhalten.


    Anhand dieser selber gebastelten Karte haben wir alle Routen der Übersichtskarte des Ministeriums auf unser GPS übertragen. Ebeneso haben wir alle GPS Koordinaten, welche im Buch „Adventure Trekking in Oman“ genannt wurden, eingespeichert. Zum Großteil haben sich die Koordinaten nicht abgedeckt und wir waren schon sehr gespannt, wie wir uns vor Ort zurechtfinden werden…

    Jetzt geht’s los!!!

    (Eine letzte Anmerkung: Bitte keine Beschwerden über unsere Urlaubs-Schnappschüsse, auf denen meist wir selber abgebildet sind. Dies ist nun einmal unsere Art der Foto-Dokumentation. Wer reine Landschaftsaufnahmen will, der sei gebeten, selber in den Oman zu reisen und diese aufzunehmen.)
    Geändert von nicki1005 (05.04.2014 um 22:22 Uhr)

  2. Erfahren
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    AW: [OM] Trekking-Tour im Hadschar-Gebirge

    #2
    16.1.: Anreise nach München! Wir übernachten bei Max' Cousine und treffen abends noch User "theslayer" (Schöne Grüße an dich! )

    17.1.: Abflug in München! Wir haben nur 4 Stunden geschlafen. Unser Flug wird in der Früh gecancelt und wir müssen 7 Stunden auf das nächste Flugzeug warten.

    18.1.: Ankunft um 4 Uhr nachts in Muskat! Wir stehen 1 Stunde am Schalter, weil wir das Visum (40 Euro pro Person) mit Kreditkarte zahlen wollen und der Zahlungsbeleg nicht ausgedruckt wurde, weil das Druckerpapier leer ist. Es wird verlangt, dass wir nochmals zusätzlich in bar zahlen. Wir weigern uns natürlich, da wir nicht doppelt zahlen wollen und müssen warten. Nach 1 Stunde kommt endlich jemand, der es schafft, Papier nachzulegen und den richtigen Knopf zu betätigen, um unseren Zahlungsbeleg auszudrucken. Wir werden durchgelassen… Unsere Stimmung ist recht gedämpft.
    Unser lieber Couchsurfer hat inzwischen sehr geduldig in der Ankunftshalle auf uns gewartet. Luke aus Schottland arbeitet hier in Muskat und wir können die Nacht über bei ihm in seinem wunderschönen Haus schlafen Wir sind sehr dankbar für ein paar kurze Stunden Ruhe.

    19.1.: Am nächsten Tag besorgen wir in einer Apotheke wir UNMENGEN an hochprozentigem Alkohol für unseren Kocher und fahren weiter mit dem Taxi nach Nizwa. Nizwa wird in den nächsten 3 Wochen unser „Basislager“ darstellen, zu dem wir nach jeder unserer Touren zurückkehren. Geplant sind 2 Touren, es werden dann jedoch 3 Touren zu je einer Woche daraus. Peter aus England und seine Frau Zeynep aus der Türkei nehmen uns für diese Zeit bei sich auf. Auch diese beiden habe ich über facebook kennen gelernt Wir essen gemeinsam zu Abend, packen für den nächsten Tag und gehen todmüde ins Bett. In ein paar Stunden müssen wir wieder auf… Schlafentzug seit 2 Tagen.


    20.1.: Wir sind immer noch todmüde und erledigt. Um 6 Uhr müssen wir schon los, Peter bringt uns zum Einstieg unserer Tour und fährt danach weiter zu seiner Arbeit.
    Wir starten in Kamah, den Weg W20 entlang. Dieser ist offiziell nicht markiert, jedoch hat das Militär wohl auch hier (wie auf einigen anderen Wegen) ganze Arbeit geleistet und gut sichtbare Markierungen aufgepinselt Sehr gut, wir freuen uns! Anfangs geht es durch einen Wadi. Wadis sind Felstäler, die sich durch das Gebirge schlängeln und bei Regenfällen sehr schnell zu reißenden Flüssen werden. Es wird davor gewarnt, darin zu zelten. Jedoch stellt auch dies kein wirkliches Problem dar. Vor Ort merkt man schnell, dass man sehr gut in Wadis zelten kann, es gibt ausreichend hochgelegene Stellen. Man muss nur darauf acht geben, keine schmale Stelle, an der das Wasser sehr hoch ansteigt, sondern einen möglichst breiten Abschnitt im Wadi zu wählen… Alles eine Frage des gesunden Menschenverstandes

    Wir wandern also den Wadi entlang, ich stolpere sehr oft, weil ich so übermüdet bin. Alles dreht sich schon bei mir. Wir bleiben andauernd mit unseren Hüllen der Isomatten an Dornengebüschen hängen. Und will man sich am Felsen anhalten, hat man sehr rasch aufgeschürfte Hautstellen, weil, abgesehen von den abgeschliffenen Steinen direkt im Wadi, alles sehr scharfkantig ist. Ich fühle mich noch nicht ganz wohl. Dann beginnt es doch tatsächlich zu regnen. Es ist so schwül, uns ist sehr heiß. Wir wollen beide so schnell wie möglich das Zelt aufstellen. Bald kommen wir zu einer alten Moschee mitten in den Bergen. Wir beschließen, hier die Nacht zu verbringen.

    Wir laufen übrigens eine Route, welche im blauen Buch beschrieben wird. Die hier verlaufende Route der Ministeriums-Karte würde direkt durch den Wadi durchgehen. Beide dieser Wege sind markiert und wir sind sehr froh, so einen einfach Einstieg in das Gebirge gewählt zu haben.
    Wasser finden wir bei der verlassenen Moschee in den Bergen. Grundsätzlich ist in jedem Dorf im Hadschar-Gebirge Wasser zu finden. Bei jeder Dorf-Moschee kann und darf man es sich selber nehmen. Oder aber einfach nachfragen, falls es keine Moschee gibt, die Menschen sind sehr hilfsbereit. Meistens. Im blauen Buch sind auch noch weitere Wasser-Versorgungs-Stellen auf bestimmten Wegabschnitten beschrieben. Auch wir haben zusätzlich Höhlen und Wasserlöcher im Laufe unserer Wanderung gefunden und werden die auch extra nennen.

    Hier ein paar Fotos unseres ersten Tages:




    Unser heutiger Weg ist nicht nur sehr gut markiert, er ist auch zum Teil mit richtigen Steintreppen ausgestattet!


    Erster Tag im Oman und schon brauchen wir eine Regenjacke! (Das war allerdings das erste und einzige Mal...)


    Direkt bei der Moschee gibt es ein kleines Becken, in dem sich bei Regen Wasser sammelt. Der letzte wirklich starke Regen liegt zwar schon Monate zurück, aber es ist noch eine grüne Lacke vorhanden. Unser Wasserfilter kommt ab jetzt fast täglich zu Einsatz.


    Im Hadscher Gebirge ist es sehr leicht, gute Zeltplätze zu finden. Wir haben auf der gesamten Tour nie ein Problem damit. Oft muss man einfach ein paar Minuten suchen und Ausschau halten, bis man ebene Plätze findet. Steine beiseite, und schon hat man sein optimales Bett gefunden


    Wir kochen und genießen die Abendsonne. Was wohl die nächsten Tage so bringen werden?


    Die Daunenjacke ist abends schon notwendig.


    So lässt sich das Abendessen auch schmecken
    Geändert von nicki1005 (06.04.2014 um 10:03 Uhr)

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    AW: [OM] Trekking-Tour im Hadschar-Gebirge

    #3
    21.1.: Unser heutiges Tagesziel ist Bani Habib, ein verlassenes und teilweise verfallenes Dorf. Wir verfolgen weiterhin in etwa den Weg W20. Als wir uns am Morgen auf den Weg machen, beschließt Max das blaue Buch für heute – und für den Rest der Tour - nicht mehr zu beachten. Lesen wollen wir die elendig langen Routenbeschreibungen sowieso nicht („beim nächsten allein stehenden Baum liegt ein großer Felsen, dort rechts abbiegen zum kleinen Hügel…“ usw… ) Ich bin dann aber doch etwas enttäuscht, weil ich so lange recherchiert habe, um dieses Buch endlich zu finden und erhalten und Max findet es nun überflüssig. Er will lieber mithilfe der GPS Routen laufen, die er sich von der Ministeriums-Karte abgeschaut hat. Diese Routen verlaufen zu 90% jedoch nicht gerade ideal. Eher Wadi rauf, Wadi runter usw… Deshalb brauchen wir für unsere Wegstrecken auch sehr viel länger, als der „normale“ Wanderer hier wohl benötigen würde, der sich nach dem blauen Buch richten würde.
    Doch man ist hier in diesem Gebiet des Hadschar Gebirges wirklich sehr flexibel in der Routenfindung. Man kann sich entweder nach den Vorgaben halten, falls es wichtig ist, eine bestimmte Strecke in einer bestimmten Zeit zu schaffen. Oder aber man kann es wie wir machen und einfach ein bisschen herumwandern und auskundschaften Zweiteres liegt uns eindeutig mehr. Und Stress haben wir auch keinen Das Gelände ist auch nicht sonderlich anspruchsvoll. Anstrengend ja, aber die scharfkantigen Steine geben so viel Halt, dass auch steile Hänge sehr gut gelaufen werden können. Es macht Spaß, die Gegend zu erkunden, ohne im Buch immer nachlesen zu müssen, wie es weitergeht


    Der Morgen zeigt sich von seiner besten Seite!


    Unsere Berghaferln feiern ihre Premiere


    Sommerurlaub im Winter!






    Hallo, kleiner Freund!


    Hier gehts hinunter zum Wadi Kamah, durch den der Ministeriums-Weg verläuft. Auf der anderen Seite der Schlucht liegt das Dorf Da'an Al Hamra.








    Rechts Wadi Kamah.


    Die Steinplatten eignen sich wunderbar zum Wandern Wir sind zwar längst nicht mehr auf irgendeinem vorgeschlagenen Weg, aber da es leicht zum Laufen ist, bleiben wir hier...


    Unser Spiritus-Kocher wird zum Hobo-Ofen umfunktioniert. Im Hadschar-Gebirge findet man überall am Boden ausreichend totes Holz um zu Kochen.






    Wir sind ziemlich begeistert von der Landschaft, der Tatsache, dass man überall tolle Zeltplätze findet, und die Wegfindung und Orientierung auch ohne Karte gut möglich ist.


    Und viel mehr Grün, als wir erwartet hätten


    Hinter mir erhebt sich bereits das Sayq Plateau!




    Wir haben das verlassene Dorf Bani Habib erreicht, streifen noch ein bisschen durch die verlassenen Gassen und suchen uns einen Zeltplatz mit guter Aussicht.
    Geändert von nicki1005 (06.04.2014 um 10:05 Uhr)

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    AW: [OM] Trekking-Tour im Hadschar-Gebirge

    #4
    22.1.: Auch heute wieder eine Querfeldein-Strecke Wir laufen in etwa den Weg W18, der im blauen Buch als sehr einfach angegeben ist. Dies ist einer der schönsten Tage unserer Tour! Und aufgrund unserer speziellen Routenwahl jedoch viel anspruchsvoller, als angenommen. (GPS-Routen folgen übrigens später noch für die gesamte Tour! Inkl. Zeltplätzen und Wasser-Stellen)
    Ich fluche heute teilweise schon ziemlich, bin aber nach jedem Steilhang richtig glücklich und überrascht und auch stolz, wie gut wir hier vorankommen. Und ich wollte vorab schon den Flug stornieren! Hier in den Bergen direkt vor Ort ist alles halb so schlimm… Im Gegenteil! Ja, ein GPS ist natürlich sehr notwendig, aber sonst gibt es eigentlich keine Probleme hier


    Beste Aussicht von unserem Zeltplatz direkt auf das Dorf Bani Habib.




    Wir fühlen uns schon richtig angekommen


    Im Hintergrund das neu erbaute Dorf, rechts im Bild die Gärten, in denen in der Früh schon reger Betrieb herrscht. Nach links in den Wadi hinein führt unsere heutige Route, Weg W 18.


    In den Gärten finden wir einen Falaj (Kanal, der in die Erde eingegraben ist!) und wir füllen unsere Wasservorräte. Ein Omani kommt mit seiner Frau vorbei, sie gehen Arm in Arm und unterhalten sich ein bisschen mit uns. Wir sind sehr überrascht über diese Nähe des Omanis zu seiner Frau, da uns im Vorfeld gesagt wurde, dass jedlicher Körperkontakt in der Öffentlichkeit streng untersagt wäre.






    In Bani Habib verbringen fast den ganzen Vormittag damit, die Ruinen zu erkunden




    Max ist voll in seinem Element
















    Bani Habib war sicher eines der Highlights für uns.


    Max tüftelt, welche Route wohl die spannendste ist


    Ab durch Wadi Bani Habib


    Blick zurück zum Dorf


    Glücklich gehts über Stock und Stein




    Wir müssen auf die andere Seite des Wadis!


    Also: Abstieg! Runter hier!




    ..und auf der anderen Seite dann wieder hinauf!


    Geschafft!






    Wenn man sich nicht bewegt, wird es im Wind schnell recht frisch!




    Verlassenes Steinhaus




    Wir finden eine Höhle, in der ganz hinten auch noch Wasser vorhanden ist!


    Esel und Ziegen sind überall in den Felswänden unterwegs.




    Wir finden wieder einen perfekten flachen Felsen zum Zelten


    Wir freuen uns sehr, dass unser kleiner Hobo-Ofen so gut funktioniert!


    Abends backen wir Brot, indem wir den Teig auf flachen Steinen verteilen, und diese ins Feuer legen .
    Geändert von nicki1005 (06.04.2014 um 10:07 Uhr)

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    AW: [OM] Trekking-Tour im Hadschar-Gebirge

    #5
    23.1.:


    Wieder ein Morgen wie aus dem Bilderbuch!


    Wir wollen zum nächsten Dorf gelangen. Nach Al Jarir kann man entweder über den Bergkamm südlich des Wadis wandern, oder - wie wir - direkt durch den Wadi hindurch. Die Wadi-Wanderung wird natürlich NICHT im blauen Buch erwähnt. Bald merken wir auch, warum nicht


    Eine Ziege beobachtet uns neugierig, als wir wieder durch ein ausgetrocknetes Becken im Wadi klettern müssen. Oft geht es einige Meter hinunter. Dort, wo nach Regenfällen mit Wasser gefüllte Pools wären, stellen jetzt leere und tiefe Becken gewissen Hindernisse dar. Der Wadi an sich ist sehr eindrucksvoll, aber auch recht anstrengend zum wandern.


    Am Ende des Wadis kommen wir zu einem Stau-Becken. Der Weg ist somit abgeschnitten.




    Da wir aber nicht umdrehen wollen, entscheiden wir uns, außen herum zu klettern. Zufällig beobachten wir ein paar Ziegen, die uns auf einen richtigen Pfad führen


    Die Wasserrohre hier oben führen uns dann auch direkt nach Al Jarir!




    Al Jarir in der Ferne! Als wir ankommen, holt Max erstmal Wasser aus der Moschee. Danach machen wir uns auf den Weg nach Aqbat al Biyut, entlang der Route W17.


    Der erste Abschnitt der Route W17 verläuft auf einer Straße, was uns heute jedoch nicht mehr stört. Wir sind müde, es ist schon recht spät und wir wollen schnellstmöglich voran kommen.


    Aqbat al Biyut




    Dieses Dorf liegt inmitten der Felswände und unser GPS lotst uns präzise durch verwinkelte schmale Gassen, durch die wir selber niemals gegangen wären


    Esel-Stall im Fels.


    Entlang des Staudammes auf die andere Seite des Dorfes.


    Da haben uns auch schon die Dorfkinder entdeckt und kommen uns entgegen


    Der Tag neigt sich dem Ende zu, wir verlassen das Dorf, die Dorfkinder folgen uns...






    Die Kinder zeigen uns den richtigen Weg. Ein ausgetretener, eigentlich gut sichtbarer Pfad, führt in Richtung Norden. Nach einigen Metern verlieren wir die Route schon wieder. Die Kinder wundern sich sicherlich über uns unfähige Touristen Sie bleiben lange Zeit hinter uns. Als wir einen kleinen Wadi durchqueren, verweilen sie auf der anderen Seite. Immer, wenn wir uns umdrehen, deuten sie in die Richtung, in die wir gehen müssen Es ist sehr rührend, und wir finden es schade, ihnen nichts zurück geben zu können








    Einfach schön!




    Wir suchen nach einem schönen Zeltplatz.


    Max macht unglaublich viele Sonnenuntergangs-Bilder. (Ich poste sie alle für dich, weil du so eine Freude beim Fotografieren hattest )


    Geändert von nicki1005 (06.04.2014 um 10:13 Uhr)

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    AW: [OM] Trekking-Tour im Hadschar-Gebirge

    #6
    24.1.: Heute haben wir viel vor, deshalb wird der Wecker gestellt Wir wollen heute bis nach Ar Ruus wandern, entlang des Weges W16. Dieser führt auf zwei unterschiedlichen Varianten nach Ar Ruus. Entweder über die Berge (wird im blauen Buch beschrieben), allerdings gibt es hier anscheinend ein paar ausgesetzte Stellen und ich bin zur Zeit unserer Tour nicht sehr höhenverträglich. Höhenangst habe ich ja grundsätzlich immer, doch meist wird es im Laufe der Touren besser. Diesmal ist dies nicht der Fall. Ich fühle mich nicht wirklich sicher. Deshalb wollen wir heute durch den Wadi Al Kawar zum Wadi Al Hijri gelangen. Mal sehen...
    (Anmerkung: Die Route des W16 über die Berge ist aber für Wanderer ohne Höhenangst auf jeden Fall möglich! Also bitte nicht abschrecken lassen. Auch wenn es vor Ort gar nicht so aussieht, als ob man da irgendwie hochkommen würde. Im Endeffekt gibt es immer wieder Felsbänke, auf denen man laufen kann. Und im Trekkingforum hat jemand diese Route auch schon mal gewählt und sie überwunden )


    Der Tag beginnt! Gegenüber sieht man die Felswände, über die man zum W16 gelangt, der über die Berge führt.


    So zeitig am Morgen ist es noch recht frisch!


    Besuch am Zeltplatz






    Vor uns geht es hinunter zu Wadi Al Kawar, welcher direkt vor Max in Wadi Al Hijri mündet.


    Abstieg nach Masirat Al Jawamid im Wadi Al Kawar




    Blick Richtung Al Hilaylat






    Wasserversorgung wie immer kein Problem.




    Der Wadi ist sehr steil abfallend. Wir sind uns bereits nicht ganz sicher, ob wir hier wirklich durchwandern können.




    Wir folgen der kleinen Siedlung, welche nur aus ein paar Häusern besteht, bis ans Ende, wo uns eine traumhafte Oase erwartet, welche über Treppen erreichbar ist. Wir hoffen, dort unten einen Zugang zum Wadi zu finden.




    Wir tauchen hier ein in eine absolut andere Welt, mit der man ein paar Minuten zuvor noch gar nicht gerechnet hätte! Wir sind wie verzaubert!


    Über schmale, verwinkelte Pfade geht es durch die Oase hindurch, immer tiefer hinunter...


    Am Ende erreichen wir einen wunderschönen Pool. Es scheint, als würde es hier nicht mehr weiter gehen. Während ich koche, erkundet Max das Gebiet.

    Max versucht, über die Terrassen einen Weg nach unten in den Wadi zu finden. Für ihn ist es wie ein Abenteuer-Parkour Er schafft es, bis 20 Meter über den Grund zu gelangen, muss dann aber abbrechen. Die schmalen Verbindungsstücke zwischen den einzelnen Terrassen sind oft nur einen Fuß breit, teilweise in schwindelerregenden Höhen! Und mit unseren großen Rucksäcken niemals zu überwinden. Wenn Max sogar schon mal ein mulmiges Gefühl hat, dann sollte man es echt bleiben lassen... Wir sind natürlich etwas enttäuscht, dass wir die Route nun ändern müssen


    Nach dem Essen verlassen wir die Traum-Oase wieder und wollen Richtung Al Hilaylat wandern. Wir hoffen, dort eine Mitfahrgelegenheit zu finden, sonst müssen wir nach Ar Ruus über die Straße wandern...


    Am Rückweg treffen wir auf Achmed und seinen Freund. Die beiden sind sehr unterhaltsam und laden und auf Kaffee und Datteln ein. (Sie bestehen darauf, dass wir die Schuhe anlassen. Wahrscheinlich wissen sie schon aus Erfahrung, wie die Wandersocken riechen... ) Achmed erzählt uns, dass es sehrwohl einen Abstieg in den Wadi gibt. Man hätte nur nicht direkt über die Terrassen absteigen dürfen, sondern hätte oberhalb weiterhin auf einer Felsbank entlang wandern müssen. Auf diesem Weg wäre man dann in den nächsten Wadi (Al Hijri) gelangt und dann weiter zur nächsten wunderbaren Oase bei Masirat ash Shuraqiyin (Die Orte und Verbindungen dazwischen sind in etwa auf den Skizzen des blauen Buches nachverfolgbar )
    Wir sind ziemlich enttäuscht, dass es heute schon zu spät ist, diesen Abstieg in Angriff zu nehmen. Und für morgen ist bereits ausgemacht, dass wir uns mit Peter (unserem Gastgeber aus Nizwa) in Ar Ruus treffen. Aber zumindest bekommen wir durch Achmed eine Mitfahrgelegenheit nach Ar Ruus. Er telefoniert mit seinem Bruder und macht mit ihm aus, dass er uns in 2 Stunden von Al Hilaylat abholt


    Der Weg dorthin ist nicht anspruchsvoll, zieht sich aber sehr in die Länge.




    Ich kann nicht mehr!

    In Al Hilaylat werden wir schon von Achmeds Bruder empfangen, welcher uns bis nach Ar Ruus bringt. Dort begleiten uns 2 Omanis ein Stück und zeigen uns den Weg (was hier nicht wirklich nötig wäre. Wir sind nun am W10, welcher mit weißen Punkten markiert ist). Ich glaube, sie freuen sich einfach über unsere Unterhaltung und die willkommene Abwechslung, dass Touristen vorbei kommen :-) Unser Geld wollen sie, im Gegensatz zu Achmeds Bruder, nicht annehmen.






    Ein Stück außerhalb von Ar Ruus beziehen wir unser Nachtlager






    Ein paar Omanis waren so lieb und haben uns eine Orange geschenkt, welche wir nach dem Abendessen feierlich und glücklich verspeisen


    Gute Nacht!!!
    Geändert von nicki1005 (06.04.2014 um 02:51 Uhr)

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    #7
    25.1.: Heute morgen warten wir auf Peter, der uns einen Tag lang begleiten wird.






    Heute ist der erste Tag, an dem wir mehr Wasser als sonst mitnehmen. Bisher war es nicht nötig, mehr mitzunehmen, da man regelmäßig durch Dörfer gekommen ist. Es war immer ausreichend, pro Person unseren 3-Liter Wassersack zu füllen. Bei ungefähr 20°C ist es auch nicht sonderlich heiß tagsüber...
    Heute nehmen wir zusätzlich noch 5 Liter mit, weil wir wohl erst wieder morgen Abend zu einem Dorf gelangen werden.


    Als Peter eintrifft, beginnen wir den W10 entlang zu wandern. Die weißen Markierungen entsprechen nicht genau der vorgeschlagenen Route auf der Karte des Ministeriums, führend letztendlich aber trotzdem zum Ziel




    Max und Peter beim GPS Vergleich








    Wir sind am Kamm und blicken bereits nach Westen Richtung Jebel Shams!








    Pffff, schon sehr anstrengend in der Hitze. Ich bin ja eher der Mensch, der sich in kälteren Regionen wohlfühlt. Tagelang ohne erfrischendem Bad in einem See oder Fluss zehren schon sehr an meinen Kräften (und der Motivation). Ich träume gerade von einem erfrischenden Pool in einem der Wadis...




    Wir essen noch gemeinsam zu Mittag, bevor Peter sich wieder auf den Rückweg zu seinem Auto macht.






    Auf dieser Hochebene verlieren wir den Weg, der ja eigentlich mit weißen Punkten markiert ist. Wir sind einfach nicht gut darin, den omanischen Markierungen zu folgen




    Wo ist er bloß, der Weg?




    Nach einer Runde im Kreis finden wir den Aufstieg und weiter gehts!










    Wir finden am Wegesrand immer eine Menge alter Patronenhülsen, Munitionskisten usw...


    Außerdem finden wir wieder einen traumhaften Zeltplatz Wir verlassen dafür den Weg und steigen noch ein Stück auf. Wir befinden uns nun zwischen Ar Ruus und Qiyut.


    Unser toller Zeltplatz!!!




    26.1.: Heute verlässt uns unsere Motivation. Morgens ist alles noch in Ordnung. Der Tag beginnt wunderbar, doch dann verlieren wir immer wieder die Markierungen. Wir überlegen immer wieder einfach auf die weißen Punkte zu verzichten, können uns dann nie so recht entscheiden und laufen eine halbe Stunde im Kreis, bis wir die Markierung endlich wieder finden. Anstrengend. Heiß. Das Wasser neigt sich dem Ende zu. Wir sind beide sehr unentspannt und nicht sehr glücklich.


    Anfangs ist die Welt noch in Ordnung




    Heringe kann man übrigens daheim lassen und das Gewicht sparen. Wir haben das Zelt immer mit Steinen abgespannt. Gibt ja ausreichend davon






    Nach der Tour waren unsere Schuhe übrigens reif für den Müll. Max' Schuhe waren seitlich und auf der Sohle komplett offen. Meine Nähte haben sich aufgelöst, vorne die Sohle komplett abgelöst, das Profil am Ende auch nur noch zu erahnen...


    Es hat gefühlte 30°C!!!




    Max im Schatten.


    Beim Abstieg nach Qiyut. Nicht mal mehr die Ziegen können uns aufheitern. Es freut uns einfach nicht mehr.


    In Qiyut fragen wir nach Wasser. Wir bekommen 1 Liter, der natürlich nicht bis zur nächsten Wasserversorungs-Stelle reichen würde. Es wäre noch ein Tagesmarsch bis zum Hotel "Birkat Sharaf" in "Sharaf al Alamayn". Und ich würde es sicher nicht an einem Tag schaffen, ich bin einfach richtig fertig... Eigentlich hätten wir bereits gestern Nachmittag oder Abend in Qiyat ankommen müssen, damit es sich ausgegangen wäre... Wie der Zufall es will, ist gerade ein Wassertransporter im Dorf, der seinen Tank im Dorf geleert hat und uns bis nach Tanuf mitnehmen kann. Wir überlegen nicht lange! Eigentlich sollte unsere Tour noch bis Al Hamra führen, aber wir verzichten liebend gern darauf. Nur noch runter vom Berg!!! Wir können es kaum erwarten.


    Kaum sitzen wir im Auto und verlassen das Gebirge, geht es uns wieder gut und wir freuen uns schon auf die nächste Tour, die dann bereits in Al Hamra starten wird
    Geändert von nicki1005 (06.04.2014 um 10:25 Uhr)

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    AW: [OM] Trekking-Tour im Hadschar-Gebirge

    #8
    27.1.: Frisch und fröhlich geht es heute auf unsere 2. Tour im Hadschar Gebirge. Wir fahren mit dem Taxi bis nach Al Hamra und beginnen dort mit dem Aufstieg der Route W9. Diese Route ist eine der offiziell markierten, weshalb es hier mit Sicherheit keine Probleme der Wegfindung gibt






    Von oben sieht noch alles sehr grün aus. Die Wasserstellen in den Wadis und zum Teil sogar die Falajs sind aber alle ausgetrocknet.




    Die Ziege Jeammel Laj


    Wir stoßen wieder auf einen uns vorher nicht bekannten Wasservorrat Im Schatten lassen wir uns unsere Mango schmecken. Diesmal haben wir richtig viel Obst mit und wollen es uns richtig gut gehen lassen.




    Omanische Wegmarkierung, nicht zu übersehen






    Wir zelten mitten am Weg irgendwo vor dem Dorf Hayl al Jawari. Viel los ist hier ja sowieso nicht




    Was gibts zum Abendessen? Keine Ente Ein Überbleibsel aus dem letzten Rumänien-Urlaub. Keine Ente ist so scharf, dass ich es nach ein paar Bissen nicht mehr schaffe, mit den Lippen den Löffel zu berühren






    28.1.: Ein neuer wunderbarer Tag beginnt!




    Der Weg führt uns durch kleine Wadis...


    Wenn man den Pfad verlässt und die Augen offen hält, findet man auch einige Lacken, aus denen man Wasser filtern kann! Uns macht es Freude, den Weg immer mal wieder zu verlassen und die Gegend zu erkunden. Kostet Zeit, aber wir haben ja genug davon
















    Angekommen oben am Kamm, steigen wir in einen kleinen Wadi ab und suchen nach Wasser für morgen früh


    Direkt unterhalb unseres Zeltplatzes befindet sich eine kleine Höhle, in der wir gemütlich den Abend ausklingen lassen.






    Und wir backen wieder Brot Diesmal gelingt es uns aber leider nicht so gut, und wird recht hart



    Geändert von nicki1005 (06.04.2014 um 17:40 Uhr)

  9. Erfahren
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    #9
    29.1.: Heute geht es weiterhin am Kammweg W10 entlang, von Ost nach West!




    Nach dem Packen klettern wir nochmals zu der Wasserstelle, die wir gestern gefunden haben. Wir verbringen sicher 1 ganze Stunde damit, Wasser zu filtern, Orange zu essen und den unzähligen Vögeln zuzusehen, die immer einer nach dem anderen zum Trinken an den kleinen Pool kommen


    Jebel Shams im Hintergrund!






    Wir gelangen zur Abzweigung W8 nach Balad Sayt und legen aufgrund der schönen Aussicht eine Mittagspause ein


    Blick nach Norden!




    Balad Sayt liegt inmitten einer Oase. Man könnte eine Tageswanderung hinunter machen...


    ...wir entspannen uns aber lieber hier oben, ohne Höhenmeter zu verlieren und genießen die Aussicht und die Ruhe




    Wir wollen gar nicht mehr los


    Weiter gehts am Kamm entlang!






    Die Route verläuft recht eindeutig. Auch weiterhin mit weißen Punkten und/oder Steinmännchen markiert, was ich in Erinnerung habe.








    Uns gegenüber Ras al Haraq.



    Geändert von nicki1005 (06.04.2014 um 10:51 Uhr)

  10. Erfahren
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    AW: [OM] Trekking-Tour im Hadschar-Gebirge

    #10
    30.1.: Wieder ein menschenleerer Morgen im Hadschar Gebirge




    Und heute scheint es auch einmal nicht so diesig wie sonst zu sein






    Bei dem Wetter ist Sonnencreme schon am Morgen angesagt!


    Unser Wasserspender


    Weiterhin am Kamm entlang. Hier ist es wunderschön und abwechslungreich zum Wandern. Wir genießen die Strecke hier sehr!






    Das Gelände ist teilweise durch viele steile Hänge durchzogen. Man kommt trotzdem überall sehr gut durch.




    Dieses Bild will sagen: die Steine schneiden in meine Hände, hinter mir gehts runter, mir ist heiß und ich hätte gerne eine Orange zur Erfrischung


    Bald finden wir durch Zufall ein paar Wasserlöcher am Wegesrand! Die sehen wir nur, weil wir so langsam unterwegs sind Sonst wären wir sicher vorbeigelaufen, sie sind zum Teil sehr gut getarnt...


    Wassertonne im Boden. Zum Schutz vor den Ziegen und Eseln mit Steinen und Holz abgedeckt.


    Wir suchen uns aber schmutziges Wasser aus einer der Lacken und filtern es. Das saubere Tonnen-Wasser soll lieber den Hirten bleiben. Wir wundern uns, dass hier oben noch so viele Lacken übrig sind, obwohl es schon so lange nicht mehr geregnet hat.




    Max, du bist der beste Wasserfilter-Meister, den es gibt


    Ich verbrenne mich inzwischen beim Kochen am Bein und versuche die Brandblasen mit einem Stein zu kühlen








    Tagesziel erreicht! Wir sind bei Ras al Haraq angekommen und erkunden die Gegend ohne Rucksack weiter. Wir überlegen, wie und wo wir morgen unseren Weg fortsetzen.


    Die gemütlichen Felsplatten. Super zum Wandern und zum Zelten!


    Der morgige Tag wird uns in die Schlucht führen, die hinter Max zu sehen ist.






    Einer meiner Lieblings-Zeltplätze.



    Bisher sind wir, außer in den Dörfern, kaum anderen Menschen begegnet. Umso mehr erschrecke ich, als ich in der Dämmerung meinen Kopf aus dem Zelt strecke und 2 Omanis mit Gewehren 4 Meter entfernt hinter einem Felsen vorkommen. Sie scheinen genauso überrascht zu sein, uns hier anzutreffen. Max geht kurz nach draußen um Small Talk zu halten, aber sie verstehen kaum Englisch. Nachts hören wir Geräusche und sind etwas angespannt. Max sucht die Gegend draußen mit der Stirnlampe ab, aber es war wohl nur der Wind.
    Geändert von nicki1005 (06.04.2014 um 17:41 Uhr)

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    Avatar von nicki1005
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    AW: [OM] Trekking-Tour im Hadschar-Gebirge

    #11
    31.1.: An diesem Morgen machen wir den Fehler, auf das blaue Buch zu hören. (Bzw. Ich höre auf das Buch und dränge Max meine Meinung auf "Wir DÜRFEN hier nicht absteigen, es ist einfach viel zu anstrengend und gefährlich...") Anstatt direkt nach Birkat al Sharaf abzusteigen, empfiehlt das Blaue Buch einen (leichteren) Umweg einzuschlagen. Dieser Umweg zieht sich allerdings sehr in die Länge. Der direkte Weg wäre angeblich ein sehr anspruchsvoller Abstieg gewesen. Im Endeffekt sehen wir aber von der anderen Seite letztendlich, dass der Abstieg gar nicht so schwierig gewesen wäre...


    Luxus-Zeltplatz! Ein schattiger Morgen, sowas gibts nicht alle Tage










    Über Geröll und Fels geht es sehr lange nach unten.




    Und alles, was wir abgestiegen sind, müssen wir auch gleich wieder hinauf.


    Unsere letzte Orange!!! Die schmeckt natürlich besonders gut


    Hier wäre der angeblich so schwierige Abstieg gewesen, den man meiden sollte. Echt ärgerlich, dass wir auf das Blaue Buch gehört haben...

    In Birkat al Sharaf gibt es eine Wasserstelle. Wir filtern und wollen so rasch wie möglich weiter. Hier liegt eine Menge Müll, Essensreste und es stinkt furchtbar... Außerdem haben wir ein mulmiges Gefühl, weil wir beim Weg hierher noch eine eigenartige Begegnung mit bewaffneten Omanis hatten, die wir nicht deuten konnten.

    Wir wandern weiter in Richtung Westen. Vorher irren wir allerdings noch bei der Kreuzung W10 und W7a 2 Stunden im Kreis umher. Wir haben im Blauen Buch nachgelesen, wo es denn weiter ginge... Leider ist genau die GPS Koordinate falsch angegeben, die wir hier benötigt hätten. Peter, der morgen hier aufsteigen wird, hat das gleiche Problem und irrt auch umher. Hätten wir nicht so beharrlich auf diese eine GPS Koordinate vertraut, hätten wir gleich von Anfang an den richtigen Weg eingeschlagen. Es war nämlich grundsätzlich ganz klar und deutlich zu sehen, wo es lang geht Zur Sicherheit für die Nachwelt baue ich noch ein paar Steinmännchen auf.


    Ein Elefant am Wegesrand.

    Wir schlagen unser Zelt direkt am Weg W10 zwischen W7a und W7 auf. Hier passiert es zum ersten Mal, dass wir gar keinen Handyempfang haben. Wir haben uns eine Omanische SIM Karte besorgt. Also heißt es in der Dämmerung noch ein Stück zurück laufen und Empfang suchen. Morgen wollen wir uns mit Peter hier irgendwo auf der Strecke treffen und wir wollen ihm Bescheid geben, wo wir uns befinden.


    1.2.:




    Die Route ist wieder mal nicht zu verfehlen!


    Vor uns begleitet uns Jebel Shams den ganzen Tag über.


    Manchmal sieht es so aus, als würde es nicht weiter gehen.






    Die Moschee an der Abzweigung Richtung Jebel Shams und Al Farraah.


    Moschee, direkt an den Felsbrocken gebaut. Rundherum tolle Zeltplätze. Außerdem ist hier alles feucht und grünt. In einem der kleinen Wadis ist sicher Wasser zu finden.





    Hier würde es nach Westen zum Jebel Shams weitergehen. Er fühlt sich bereits zum Greifen nahe an! Diese Route hätten wir ursprünglich auch geplant, allerdings ist sie mit 3 Kletterstellen und etlichen zusätzlichen Höhenmetern verbunden, die mit Rucksack recht anstrengend werden können. Aufgrund meiner Höhenangst, die sich diesmal auch während der Tour nicht gebessert hat, verzichten wir auf die weiteren 2-3 Tage, die den Aufstieg in Anspruch genommen hätten. Ich habe ein wahnsinnig schlechtes Gewissen, aber auch Max meint letztendlich, dass er sich diesmal einfach nicht fit genug fühlt. Er hatte vor dem Urlaub viele Überstunden im Praktikum gemacht und ist jetzt auch froh, wenn wir es gemütlich angehen. Alleine wäre es für ihn sicher kein Problem gewesen, er klettert ja gut und ist trittsicher, aber mit mir gemeinsam hätte er wohl oft meinen Rucksack übernehmen müssen, was auf Dauer sehr anstrengend und langwierig wird... (Wer ausreichend Kraft und Ausdauer mitbringt und auch die Höhe nicht scheut, sollte sich diesen Abschnitt allerdings keinesfalls entgehen lassen! ) Wir entscheiden uns stattdessen eine 3. einwöchige Tour zu starten und durch Wadis zu wandern. Diese Entscheidung werden wir auch nicht bereuen!

    Also erfolgt für uns erstmal der Abstieg am W7 nach Al Farraah.




    Sandpapier-Gestein


    Ziegen im Steilhang

    Erst gegen Abend, als wir den Abstieg komplett hinter uns gebracht haben, treffen wir auf Peter. Wir werden von einer Omanischen Familie in Al Farraah auf Obst und Wasser eingeladen und fahren dann gemeinsam zum Fuße des Jebel Shams (der verfolgt uns jetzt ) wo wir unser Nachtlager beziehen.
    Abends sitzen wir noch mit Peter und seinen Freunden zusammen, bekommen Steak, Fisch und Reis zu essen. Ein Festmahl!!!


    2.2.: Der heutige Tag wird im Auto verbracht. Wir sehen uns die Gegend an und die Geländefahrzeuge geben ihr bestes


    Das Camp


    Interessante Straße



    Geändert von nicki1005 (06.04.2014 um 13:04 Uhr)

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    #12
    3.2.: Unsere 3. Tour startet heute! Wir wollen Wadis entlang wandern! Im Vorfeld wurde uns immer wieder mitgeteilt, dass es keine Wadis mit permanenten Pools gäbe, die man durch eine Weitwanderung verbinden könne. Und es gibt sie doch

    Wir fahren mit dem Taxi bis zu Wadi Halfayn und beginnen dort mit der Wanderung, entlang des W23. Max kann inzwischen sehr gut mit den Taxifahren Preise aushandeln und wir kommen günstig von A nach B.


    Erstmal die Reste des Chicken Tikkas von gestern Abend vernichten






    Es beginnt zu regnen, ist aber so schwül, dass wir uns keine Regenjacken anziehen.


    Max läuft entlang des Falajs, während ich dem Weg im Wadi folge.


    Es wird immer grüner und grüner und wir können schon von überall ein Plätschern hören




    Wir gelangen zum ersten wunderbaren Pool! Es regnet, aber Max lässt es sich nicht nehmen, eine Runde zu schwimmen


    So haben wir uns das vorgestellt!






    Immer wieder werden kleinere und größere Wasserstellen überquert.


    Bin mal wieder vom Weg abgekommen...










    Überwachsener Wasserfall


    Wir beschließen hier im Wadi bei den Pools zu übernachten. Vorher erkunden wir noch den weiteren Verlauf des Weges und die Aufstiegsmöglichkeiten, falls es zu einem Gewitter kommem sollte (wonach es aber nicht auszieht). Nachdem alles sicher ist, beginnen wir zu kochen.


    Ich bin fix und fertig.




    Auch Max ist ziemlich erledigt..

    Wir fallen todmüde in die Schlafsäcke.
    Geändert von nicki1005 (06.04.2014 um 14:06 Uhr)

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    #13
    4.2.: Ein toller Morgen mit frischem Bad im Wadi!








    Als wir mit dem Aufstieg beginnen, sind wir der prallen Sonne ausgesetzt und sofort wieder erschöpft.


    Kaputte Schuhe findet man überall am Wegesrand. Und in den Bäumen.




    Ein Apfel zur Stärkung, das tut gut!


    Wir treffen einen der wenigen Wanderer, die uns auf unserer Tour begegnen. Einen Franzosen, der den Winter über im Oman lebt und uns seine Telefonnummer gibt, falls wir uns mit ihm in Muscat treffen wollen.



    Hier in der Gegend der Wadis sind schon mehr Krabbeltiere unterwegs, als im oben im Gebirge...




    Etwas abseits des Weges finden wir ein verlassenes Dorf und eine alte Oase. Wir beschließen, dort unser Nachtlager zu beziehen und begeben uns auf die Suche nach einem Zeltplatz. Handteller große Spinnen und Skorpione begegnen uns, womit für mich feststeht, warum das Dorf aufgegeben wurde. Mit solch Getier im Vorgarten würde ich auch nicht wohnen wollen
    Ich begebe mich bei Dämmerung ins Zelt und verlasse dieses nicht mehr bis zum nächsten Morgen....
    Geändert von nicki1005 (06.04.2014 um 14:31 Uhr)

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    #14
    5.2.: Am nächsten Morgen habe beim wunderbaren Anblick unseres Zeltplatztes die Spinnen und Skorpione bereits vergessen (Ehrlich gesagt war es auch nur EINE Spinne, und EIN Skorpion... )




















    Unser Weg ist auch hier wieder sehr gut markiert.




    In der Tiefe entdecken wir einen Wasservorrat und Terrassen. Max klettert in den Wadi hinunter um Wasser zu filtern.


    Schatten, juhuu!!!




    Vogelnest


    Kurz bevor wir Al Manakhir erreichen, essen wir zu Mittag.

    In Al Manakhir fragen wir bei der Moschee nach Wasser. Ein alter Mann will ein Foto mit uns machen. Als erstes mit Max, danach soll ich zu ihm gehen. Wir denken uns nichts dabei, doch als ich neben ihm stehe, greift er mir auf die Brust. Richtig direkt und fest. Ich bin sehr schockiert und stoße seine Hand weg. Wir verlassen das Dorf. Ich bin sehr verstört. In den Dörfern krempel ich immer die Hosenbeine herunter, habe meinen Fleecepulli bis oben hin zugezogen, dass man nichtmal meinen Hals sehen kann und die Haare bedecke ich mir auch. Und das bei der Hitze! Und dann werde ich trotzdem angegrapscht. Im Nachhinein erfahre ich von ein paar anderen Frauen, dass das ganz normal ist, dass sich Omanis den europäischen Touristinnen gegenüber so verhalten. Einfach zurecht weisen, und erledigt hat sich die Sache. Ich war in dem Moment trotzdem schockiert und verärgert.

    Zum Glück werde ich bald abgelenkt. Wir finden eine Mitfahrgelegenheit Richtung Sayq!



    Nach einem Stück Fußweg auf der Schotter-straße Richtung Süden zum Beginn des W21 werden wir von 2 Österreichern aufgegabelt. Ich bin sehr glücklich, in diesem Moment. Ich freue mich über den Österreichischen Dialekt Ulli und ihr Bruder versorgen uns mit Unmengen an süßen Orangen-Zuckerln. Die beiden sind sehr unterhaltsam und es fällt uns gar nicht so leicht, Abschied zu nehmen.




    Hier steigen wir in den Wadi al Muaydin ein.


    Wir gehen noch ein Stück und schlagen dann schon bald unser Zelt auf.
    Geändert von nicki1005 (06.04.2014 um 15:00 Uhr)

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    #15
    6.2.: Am Morgen werden wir von Ziegen und dem Militär geweckt












    Heute wandern wir den Wadi al Muaydin entlang. Dies entspricht dem Wanderweg W21.

    Gleich zu Beginn kommt man an wunderbaren Pools vorbei. Wir beachten diese aber nicht weiter, weil einige Omanis darin baden und wir nach dem gestrigen Vorfall lieber für uns sind




    Sonnencreme nicht vergessen!


    Ein kleiner Pool für mich allein, juuuu!!!


    Hier lassen sich Fische, Wasserläufer und Libellen wunderbar beobachten. Wir genießen unsere lange Pause.














    Wir kommen an wundervollen Terrassen vorbei, die eigentlich ideal als Zeltplätze wären. Es ist allerdings noch so früh, dass wir beschließen, weiter zu laufen.






    Wir wandern weiter den Wadi hinunter und hoffen, für die letzte Nacht noch eine ganz besonders schöne Stelle zum Zelten zu finden.



    Als wir schließlich am Ende des Wadis angekommen sind, passieren wir die ersten paar Häuser des Ortes Muaydin. Kinder kommen uns entgegen gelaufen und wollen Aufmerksamkeit von uns. Wir grüßen höflich und gehen weiter. Da wir ihnen wohl nicht genügend Beachtung schenken, beginnen sie mit Steinen zu werfen und f*** you zu schreien. Uns reicht es, wir drehen um, laufen zurück in den Wadi und nehmen die erstbeste Zeltstelle, um dort die Nacht zu verbringen. Wir freuen uns schon sehr auf zu Hause.

    Geändert von nicki1005 (06.04.2014 um 15:17 Uhr)

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    #16
    7.2.: Am Morgen bauen wir unser Zelt ab und durchqueren das Dorf Muaydin, ohne nochmals von den Kindern beschimpft zu werden. Na ein Glück!

    Wir wollen heute, am letzten Wandertag, noch einen kurzen Abstecher in den Wadi Salut machen. Vom Ort Muaydin kann man entweder nördlich in den Wadi al Muaydin gelangen (von dem wir gestern gekommen sind), oder Nord-Westlich in den Wadi Salut. Diesen wunderbaren Wadi kann man auch als 2-Tages-Tour wandern. Man muss sich allerdings darauf einstellen, dass es eine Stelle gibt, die nur schwimmend zu bewältigen ist Und ein paar größere Felsen mit kleineren Balance-Übungen sind auch zu überwinden. Zeltplätze sind auch im Wadi zu finden! Leider war diese Tour durch den Wadi Salut zeitlich nicht mehr für uns möglich, wir haben auch viel zu spät davon erfahren...


    Unser Traum-Wadi!!!


    Wir sind ganz zeitig in der Früh hier, niemand anderer ist vor Ort.


    Eine Menge Terrassen, die perfekte Zeltplätze abgeben würden. Wir bereuen es, gestern nicht noch bis hierher gelaufen zu sein...




    Juhuuu!


    Endlich URLAUB!!!





    Ein kleines Paradies.


    Im Gegensatz zu Max versuche ich, über die Steine zum anderen Ufer zu gelagen. Das war ein Fehler. Ich rutsche ab und lande inkl. Rucksack unter Wasser...


    Gegen Mittag bekommen wir doch noch Besuch!








    Wir wandern noch ein Stück weiter in den Wadi hinein, können uns gar nicht von ihm trennen...




    Und noch so ein toller Pool!!!


    Ein richtig guter Abschluss für unsere 3 Trekking-Touren






    Entlang des Falajs verlassen wir das kleine Paradies um zurück nach Nizwa zu gelangen.


    Ab nach Nizwa!
    Geändert von nicki1005 (06.04.2014 um 15:35 Uhr)

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    AW: [OM] Trekking-Tour im Hadschar-Gebirge

    #17
    8.2.: Noch ein paar Eindrücke vom Tiermarkt in Nizwa. Am Nachmittag geht es ab nach Muskat. Dort treffen wir den netten Franzosen und seine Frau. Wir verbringen mit den beiden einen sehr lustigen Abend, bevor sie uns zum Flughafen bringen und wir unsere Heimreise antreten.





    Geändert von nicki1005 (06.04.2014 um 15:39 Uhr)

  18. Erfahren
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    AW: [OM] Trekking-Tour im Hadschar-Gebirge

    #18
    FAZIT:
    Wir können den Oman jedem empfehlen, der für den Winter eine Trekking-Tour in einem eher warmen Gebiet sucht Ich hoffe, dass mein Bericht anderen Oman-Interessenten bei der Planung weiterhilft.

    Vom Schwierigkeitsgrad her sind im westlichen Hadschar Gebirge im Gebiet der Schnellstraße/Autobahn Nr. 15 im Osten bis hin zum Jebel Shams im Westen für alle Ansprüche geeignete Routen vorhanden. Man kann entweder die markierten Wege der Ministeriums-Karte laufen, oder sich aber auch selber Routen durch die Wadis zusammen stellen (zB Wadi Hijri und Wadi Salut!).
    Die Wasserversorgung stellt kein Problem dar, solange man durchdacht und überlegt seine Routen plant. In den Dörfen erhält man grundsätzlich immer Wasser. Wer genügend Zeit hat und sich diese auch nehmen will, der kann es so wie wir machen und in den Wadis nach Lacken suchen. Vor unserer Reisezeit hat es schon länger nicht mehr geregnet und wir haben trotzdem ausreichend Wasser gefunden. Nur im Dorf Qiyut mussten wir die erste Tour abbrechen, weil wir dort nicht genügend Wasser bekommen haben. Wenn jemand zügig voran wandert und sich nicht so viel Zeit lässt, wie wir uns gelassen haben, ist aber auch dieser Wegabschnitt locker zu schaffen

    Mit einer Omanischen SIM Karte hat man - auf unseren Routen war es so - täglich Handy-Empfang. Auch Ausstiegsmöglichkeiten oder Verbindungen mit Straßen findet man im westlichen Hadschar Gebirge je nach Routen-Legung immer wieder. Trampen ist auch kein Problem im Oman.

    Sonnencreme war sehr wichtig! Zum Kochen reicht ein Hobo Ofen. Totes Holz findet man fast überall im Hadschar Gebirge. In den Dörfern haben wir unsere Hosenbeine runtergekrempelt und ich habe meine Haare bedeckt, sowie einen langärmeligen, hochgeschlossenen Fleece-Pulli angezogen. Das war vielleicht sogar etwas übertrieben. Andere Touristen waren mit kurzen Hosen und weit ausgeschnittenen Shirts unterwegs. Aber das bleibt jedem selber überlassen.
    Skorpione haben wir 2mal gesehen. Einmal im Nizwa und einmal einen auf unserer 3. Tour. Bevor wir in die Schuhe gestiegen sind, haben wir natürlich immer überprüft, ob der Schuh leer ist... Auch beim Wandern passt man natürlich gut auf, wo man hingreift. Aber diese Verhaltensregeln sollten sowieso als selbstverständlich gelten

    Eine richtige Wanderkarte hatten wir nicht dabei. Nur den Ausdruck der Übersichtskarte inkl. Höhenlinien, die Max zusammen gestellt hat. Sonst hat uns das GPS immer die nötigen Infos gegeben.

    Es gab für uns in diesem Urlaub wunderschöne Momente. Wir waren begeistert von unserem Hobo-Ofen, von den tollen Zeltplätzen, mit denen wir niemals gerechnet hätten, von der Tatsache, die Heringe nicht verwenden zu müssen. Wir hatten unglaublich Spaß dabei, die Ziegen und Esel zu beobachten. Die Vögel an der Wasserstelle. Das Brot Backen war toll! Das Suchen nach Wasser und das Wasser filtern an sich war auch ein Erlebnis für uns Das Gebirge, mit seinen Wadis, seinen vielen grünen Büschen und Bäumen, einfach wundervoll!!! Und natürlich die Oase im Wadi al Kawar, in der Max sicher eine Stunde lang herumgesprungen ist, von Terrasse zu Terrasse... Unvergesslich schön dort!!!

    Nur der Zeitpunkt unseres Urlaubs war vielleicht für uns persönlich nicht ganz ideal gewählt, da wir beide schon sehr gestresst und übermüdet in die Touren hineingegangen sind und auch vor Ort selten Entspannung oder Erholung gefunden haben. Wir mussten täglich das Handy einschalten, da einiges geregelt werden musste, was nicht warten konnte. Internet und SMS in den Bergen... Nicht angenehm. Nicht das, was wir uns im Urlaub wünschen. Es war recht schwierig, richtig zu entspannen. Auch die Müdigkeit usw. hat sich immer mehr mitgeschleppt, im Großen und Ganzen kann man wirklich sagen, dass wir diesmal zur Erholung lieber an den Strand fahren hätten sollen, als eine Tour in den Bergen zu machen. Aber: Hätten wir da auch so tolle Erlebnisse mit heim gebracht?


    Geändert von nicki1005 (06.04.2014 um 16:18 Uhr)

  19. Alter Hase
    Avatar von codenascher
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    AW: [OM] Trekking-Tour im Hadschar-Gebirge

    #19
    Endlich wieder ein Bericht von dir und eurer Reise!!!!

    Freu ma schon auf die Fortsetzung

    Bin im Wald, kann sein das ich mich verspäte

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  20. Erfahren
    Avatar von gearfreak
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    AW: [OM] Trekking-Tour im Hadschar-Gebirge

    #20
    Sehr schön bisher, danke fürs Reinstellen! Ich habe an den Oman nie als Reiseziel gedacht, aber im Winter könnte mir das schon auch gefallen..

    LG gearfreak

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