Ergebnis 1 bis 12 von 12
  1. Fuchs
    Avatar von Philipp
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    Kaffeebecherhobo

    #1
    Es gibt da diese Isolierkaffeebecher, die in einer dünnen Edelstahlhülle einen herausnehmbaren Bechereinsatz aus Kunststoff haben. Die Edelstahlhülle dient eigentlich nur dem Aussahen, um eine Höherwertigkeit vorzutäuschen. Für uns Öfchenbauer ist dieses Konzept aber ein Segen, denn Kaffeebecher und Hobogrundbaustein sind so bereits im Satz erhältlich. Das freut uns.
    Mein Hoboöfchen ist aus der Edelstahlhülle eines 0,4-l-Kaffebechers von edelstahlbecher.de für 2,99 gefertigt. Bilder sagen mehr als Worte, nur so viel: das Brenngut liegt auf einem durchlöcherten Bodenblech aus 0,2 mm Edelstahlfolie, das von einem Drahtbügel aus einem alten Schneebesen ca. 2,5 cm über dem Boden gehalten wird. Belüftungslöcher darunter und auf gleicher Höhe (mittels schnell gezeichneter Papierschablone, Vorstechen mit Stahldorn und Bohren mit HSS-G-Co-Bohrer, entgraten mit „Dremel“ und Schleifkopf). Die Nachlegeluke ist mit einem 35-mm-Blechlocher sauber gestanzt (mit 13 mm vorgebohrt, um den Locher ansetzen zu können). Die Topfhalter aus 2 mm-Nirostaspeichen werden durch eine selbst gefertigte Halterung aus 0,2 mm dünnem Stahlband, in das ich Halteaussparungen gepreßt habe, gehalten und laufen durch Löcher in dem Bechersims noch ein Stück in die Brennkammer. Abstand zwischen Sims und Topf ca. 2,5 cm.
    Der Hobo kann mit hakenförmigen, ebenfalls aus Nirostaspeichen gefertigten Häringen, die in die unteren Belüftungslöcher greifen, auf dem Boden stabilisiert werden.




    Der Ofen brennt mit kleinen, trockenen Hölzern durch den Kamineffekt und die konische Form wie der Deibel, und auch wenn die Flammen an der Tatonka-Edelstahltasse bei starker Feuerung oder Wind vorbeistreichen, kocht das Wasser (ca. 400 ml) nach nur kurzer Zeit. Durch das vom Boden angehobene Bodenblech wird der Untergrund verschont. Um aber auch Gras vor dem Verkohlen zu schützen, muß man den Kocher noch auf eine dünne Unterlage stellen. Der Kaffebecher inkl. Hobokocher fügt sich schön in die Tatonkatasse (= Topf) oder ähnlich große Tassen/Töpfe, und alles zusammen ergibt ein handliches Packmaß. Nimmt man den Becher, der ja auch ohne die Edelstahlhülle als Trinkbecher dient, als gegeben an, ist das Zusatzgewicht durch den Hobokocher vernachlässigbar.






    Ich habe im Einsatz festgestellt, daß der Kocher noch besser brennt, wenn die Feuerungsöffnung abgedeckt wird und die Zugluft nur von ganz unten kommt. Deshalb plane ich ein Ofentürchen, das nur zum Befeuern geöffnet wird. Dann ist man allerdings mit Türchen öffnen, nachlegen, Türchen öffnen [da capo ad libitum] ganz schön beschäftigt.
    Ein breiterer Topf würde sicherlich den Wirkungsgrad erhöhen, da weniger heiße Rauchgase am Topf vorbeistreichen, käme allerdings dem Packmaß nicht zu Gute.

    Auch zum Braten kleiner Leckereien kann der Hobo verwendet werden, z.B. mit dem Pfannendeckel des Eta-1-l-Topfes von Primus.



    Nettes Spielzeug, auch für die Kinder. Nun muß ich noch über die Aufnahme für einen Behelfsspiritusbrenner nachdenken. Dieser müßte, um sinnvoll zu heizen, weit oben in den „Schlotbereich“ eingehängt werden.


    Gruß, Philipp
    Geändert von Philipp (16.04.2014 um 13:43 Uhr)
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  2. Lebt im Forum
    Avatar von Chouchen
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    AW: Kaffeebecherhobo

    #2
    Sehr schöne Idee und es sieht auch noch richtig chick aus.

    Ich fange schon mal an zu zählen: 21, 22, 23...
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  3. Fuchs
    Avatar von markrü
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    AW: Kaffeebecherhobo

    #3
    Sehr schön!

    Und(!) - und das ist bei diesem Thema nicht ganz einfach - mal was anderes!

    Feurige Grüße,
    Markus
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  4. Anfänger im Forum
    Avatar von vandmanden
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    AW: Kaffeebecherhobo

    #4
    Wirklich schick!

    Kannst du vielleicht auch noch ein Bild von dem Topfhalter an sich reinstellen? Ich knobel nämlich schon seit längerem an einer Idee und deine Lösung sieht besser aus, als alles was ich bisher im Kopf hatte...

  5. Alter Hase
    Avatar von AlfBerlin
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    AW: Kaffeebecherhobo

    #5
    Das Öfchen sieht gut aus: rund, einwandig, schöne Löcher, Drahtbügel-Topfhalter und genug Luft unten und oben. Aber das Brennvolumen ist recht klein, 300ml?, die Holzzufuhr tüftelig und Packmaß und Höhe sind ungünstig.

    So einen Becher würde ich nie mitnehmen. Und dann brauche ich wohl auch noch das Plastikteil als Transport-Schutz. Volumen und Gewicht würden mich bedrücken.

    Aber immerhin machst Du mir Mut, vielleicht auch mal einen Bohrer zu verwenden.

    Wie vollständig ist denn die Verbrennung? Ein Foto der Asche wäre nett. Bei dem Design sollte ja eigentlich Pulverasche herauskommen. Brennt das Feuer durch oder kann es vorzeitig ausgehen? Und wann gibt es wieviel Rauch?

  6. Fuchs
    Avatar von markrü
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    AW: Kaffeebecherhobo

    #6
    Der Topfhalter sieht wirklich gut aus!

    Zitat Zitat von AlfBerlin Beitrag anzeigen
    Wie vollständig ist denn die Verbrennung? Ein Foto der Asche wäre nett. Bei dem Design sollte ja eigentlich Pulverasche herauskommen. Brennt das Feuer durch oder kann es vorzeitig ausgehen? Und wann gibt es wieviel Rauch?
    Ohne Grundsatzdiskussionen anfangen zu wollen: Das hängt natürlich immer von mehreren Faktoren ab. Wenn ich nur das beste Holz in kleinen Spänen verbrenne, gibt es kaum einen Brenner, der das mit viel Rauch und viel unverbrannten Rückständen hinbekommen würde....
    Insofern halte ich Aussagen zu Rauch oder Rückstand bestenfalls für eine Momentaufnahme.

    Gruß,
    Markus
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  7. Fuchs
    Avatar von Philipp
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    AW: Kaffeebecherhobo

    #7
    Zitat Zitat von AlfBerlin Beitrag anzeigen
    Aber das Brennvolumen ist recht klein, 300ml?
    Der Becher hat 400 ml, das Volumen der Kammer ist wegen des angehobenen Brennrostes natürlich etwas geringer.
    Natürlich klein, aber klein wollte ich ja auch haben (große Hobos kann jeder ).

    die Holzzufuhr tüftelig
    Äh, wie meinste des jetz'? Hölzchen reinwerfen oder reinschieben ist tüftelig? Dann gibt's aber 'ne Menge anderer, deutlich tüfteliger Herausforderungen im Leben. Natürlich müssen die Holzstückchen klein sein, aber wie gesagt, geringe Größe war gewollt.
    Wegen der Holzzufuhr von oben wollte ich auch auf keinen Fall ein oben aufgelegtes Topfkreuz haben, das beim Nachlegen im Weg wäre, sondern eben Topfhalter aus Draht, die den größtmöglichen lichten Raum lassen.

    und Packmaß und Höhe sind ungünstig
    Packmaß wird durch den Becher vorgegeben (das Bild des Bechers wird leider hier nicht angezeigt, keine Ahnung warum). Ich finde diesen Thermobecher hervorragend, weil er erstens sehr leicht ist und zweitens das Getränk schon warm hält (oh Wunder!) und die richtige Größe hat. Ein Haferl tut's auch, aber da ist der Kaffee immer flottikarotti kalt, und des mog i net.

    Und dann brauche ich wohl auch noch das Plastikteil als Transport-Schutz.
    Ein Transportschutz - wozu? Ist doch kein Caldera-Klon.

    Volumen und Gewicht würden mich bedrücken.
    Wenn Dich Volumen und Gewicht einer solchen Nebensächlichkeit wie eines Hobos bedrücken, dann freue ich mich mit Dir. Mich bedrücken eher andere Dinge.

    Aber immerhin machst Du mir Mut, vielleicht auch mal einen Bohrer zu verwenden.
    Ja, kann ich empfehlen! Kreisrunde Löcher und Bohrer sind eine gute Combo! Spätestens seit der Steinzeit angewandt.

    Wie vollständig ist denn die Verbrennung? Ein Foto der Asche wäre nett. Bei dem Design sollte ja eigentlich Pulverasche herauskommen. Brennt das Feuer durch oder kann es vorzeitig ausgehen? Und wann gibt es wieviel Rauch?
    Markrü dixit. Zuviel Rauch entsteht bei zu viel Holz im Brennraum, feuchtem Holz, ungünstigem Karma, und Verschiebung der Erdachse. Eine Einwirkung der Milankovic-Zyklen auf das Brennverhalten habe ich angesichts noch nicht ausreichender Testdauer noch nicht untersuchen können. Möglich wär's aber...
    "Oft vereint sind im Gemüte Dämlichkeit und Herzensgüte." - W. Busch

  8. Alter Hase
    Avatar von AlfBerlin
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    AW: Kaffeebecherhobo

    #8
    Sorry, Philipp, für mein Meckern. Dein Hobo sieht schon gut aus und markrü wird sich über den dreibeinigen Topfhalter freuen. Der Topfabstand oben ist gut und die "Feuerungsöffnung" ermöglicht es Dir, mal zu stochern oder zu pusten.

    Zitat Zitat von Philipp Beitrag anzeigen
    Ich habe im Einsatz festgestellt, daß der Kocher noch besser brennt, wenn die Feuerungsöffnung abgedeckt wird und die Zugluft nur von ganz unten kommt. Deshalb plane ich ein Ofentürchen, das nur zum Befeuern geöffnet wird. Dann ist man allerdings mit Türchen öffnen, nachlegen, Türchen öffnen ... ganz schön beschäftigt.
    Ich hatte ein ähnliches "Problem" und habe es gelöst, indem ich die "Feuerungsöffnung" meines Öfchens nach unten vergrößert habe und ein Drahtgitter als Boden eingesetzt habe. Dadurch hat sich die Luftzufuhr unten trotz wenig Zug verbessert.

  9. Fuchs
    Avatar von Philipp
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    AW: Kaffeebecherhobo

    #9
    Hei Alf,

    meckern ist erlaubt, sonst wird ja nix besser in der Welt . Außerdem muß Dir mein Öfchen ja auch nicht in allen Details gefallen.

    Einen Rost statt Lochblech werde ich auch noch testen, danke für den Hinweis. Das erfordert dann aber noch eine Alufolie o.ä. als Bodenschutz, weil ich davon ausgehe, daß Glutstückchen herausfallen werden.

    Mein Hinweis auf den ggf. noch zu bastelnden Verschluß der Feuerungsluke ist so zu verstehen, daß ich meine, herausgefunden zu haben, daß jede Feuerungsöffnung, egal ob klein, groß, oben oder unten den Zug verschlechtert (liegt ja auch nahe). Am besten ist eine Luftzufuhr nur in Höhe des Brennrostes/-lochbleches und von unten durch das selbe.

    Gruß, Philipp
    "Oft vereint sind im Gemüte Dämlichkeit und Herzensgüte." - W. Busch

  10. Fuchs
    Avatar von Philipp
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    AW: Kaffeebecherhobo - Weiterentwicklung

    #10
    Liebe Freunde des edelstählernen Kaffeebecherhobos,

    ich gehe natürlich davon aus, daß sich seit meinem bahnbrechenden Beitrag die Kaffeebecherhobodichte in deutschen Wälder, Hainen und Fluren deutlich gesteigert hat und praktisch jeder von uns nun entsprechend ausgestattet ist.

    Mittlerweile habe ich noch ein paar andere von diesen Dingern gebaut, je nachdem, welche dafür geeigneten Kaffeebecher (also nur die mit herausnehmbarem Kunststoffbecher in Edelstahlhülle) zur Verfügung standen.
    Und mittlerweile habe ich auch gelernt, daß es unter diesen Bechern gewisse bedeutsame Unterschiede gibt.

    Zum einen gibt es die besonders benutzerfreundlichen Becher, in denen der Kunststoffeinsatz mit dem Bodenteil verschraubt ist, so daß er ganz einfach herausnehmbar ist. Bei anderen Bechern wiederum ist der Boden über einen geformten Wulst in der Stahlhülle gequetscht, wovon man ihn nur mit Gewalt lösen kann.
    Außerdem werden sehr unterschiedliche Stahlstärken verwendet, was zu spürbaren Gewichtsunterschieden führen kann.

    Hier stelle ich eine Weiterentwicklung vor, die auf einem Tchibo-Becher (TCM) fußt, den ich über Ibäh bezogen habe (habe noch drei davon ). Der Bechereinsatz ist hier freundlich verschraubt, der Stahl aber satte 0,5 mm dick, was einerseits zu einem unnötig hohen Gewicht führt, andererseits gerade diese Massezunahme für einen besseren Schwerpunkt und Stand sorgt (nahezu massefreie Ausrüstungsgegenstände sind mir mit ihrem Gewackel und Gezitter nicht geheuer).

    Anders als beim Erstentwurf habe ich folgendes verändert:

    - es gibt kein großes Feuerungsloch mehr. Dadurch wird der Zug wesentlich verbessert, allerdings kann ich nur sehr kleine Holzstückchen unter dem Topf nachlegen, oder muß diesen kurz anheben, um größere Stückchen nachzulegen. Stört mich aber nicht, sofern gutes (Hart)holz zur Verfügung steht, das auch eine Zeit lang brennt.

    - Das Feuer brennt auf einem punktverschweißten Drahtgitter (Maschenweite ca. 5 mm), was ebenfalls für einen besseren Abbrand sorgt. Allerdings traue ich dem Draht (kein Edelstahl) nur eine kürzere Lebensdauer als dem Edelstahllochblech meines Erstentwurfs zu.

    - Die Luftzufuhr erfolgt größtenteils von unten, nur einige 6 mm-Löcher sind auf Höhe des Brenngitters.

    - Die Halterungen für die Topfhalter sind aus dünnem Edelstahlblech, in das ich eine passende Aussparung gepreßt habe, und die ich mit Edelstahlpoppnieten an den Becherrand gesetzt habe. Dummerweise mußte ich die innerseitigen Nietenden noch etwas plattschleifen (Schleifstein in der Ständerbohrmaschine), damit der Bechereinsatz auch wieder rein paßt. Die Topfhalter sind wieder aus Fahrradspeichen. Dadurch, daß sie so stramm in den Haltern sitzen, kann ich ihre Höhe in gewissen Grenzen verändern, und auch mit Topf rutschen sie nicht ab (der Kaffeebecherhobo ist ja ohnehin nur für kleine Töpfe gedacht). Sie sind so lang gewählt, daß ich auf ihre Enden noch einen Windschutz aus Alufolie aufsetzen kann.


    Fazit: brennt wie der Deubel, wirklich deutlich besser, als der erste mit Feuerungsloch. Ist dafür auch etwas schwerer. Um etwas Gewicht zu sparen, habe ich am Becher den Griff abgesägt und beigeschliffen.

    Viel Freude beim Nachbauen, falls geplant, Gruß
    Philipp

    P.S.: Sche§§ Ruß!



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  11. Fuchs
    Avatar von Ultraheavy
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    AW: Kaffeebecherhobo

    #11
    Ein richtig Hübscher!

    Zitat Zitat von Philipp Beitrag anzeigen
    Zuviel Rauch entsteht bei zu viel Holz im Brennraum, feuchtem Holz, ungünstigem Karma, und Verschiebung der Erdachse. Eine Einwirkung der Milankovic-Zyklen auf das Brennverhalten habe ich angesichts noch nicht ausreichender Testdauer noch nicht untersuchen können. Möglich wär's aber...
    Weißt du da inzwischen Näheres?

  12. Fuchs
    Avatar von markrü
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    AW: Kaffeebecherhobo

    #12
    Schickes Teil!
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    Der Pessimist fürchtet, dass das wahr ist...

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