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    [FR] Radtour 2011 Von Strasbourg nach Bordeaux, über den Eurovelo 6

    #1
    Mitreisende: rockhopper
    Radtour 2011 Von Strasbourg über den Eurovelo 6 nach Bordeaux_01.06. bis 30.06._ etwa 1400km_Solotour 2

    Nachdem ich die Solotour 3 eingestellt habe, möchte ich das Anschluss Stück, die Solotour 2, einstellen.
    Einiges muss ich aus der Erinnerung schreiben, da meine Aufzeichnungen lückenhaft sind.

    Hier noch eine Übersichtskarte

    Copyright: rockhopper

    Tag 1_Es ist wieder soweit, ich habe Urlaub und kann endlich mit dem Fahrrad losfahren. Ich starte von der Haustüre aus und lasse es gemütlich den Berg zum Bahnhof hinunter rollen. Es regnet, das fängt ja gut an. Bei Regen fahren macht mir so gar keine Laune.
    Als ich in Strasbourg aus dem TGV steige, regnet es nicht mehr, dafür ist es unangenehm kalt. Macht nichts, ich freue mich auf die Radtour!
    Nach einigem Suchen, und mit Hilfe eines freundlichen Strasbourgers, finde ich den Einstieg zum Canal du Rhône au Rhin Richtung Mulhouse.
    Der Radweg am Canal entlang führt durch die Vororte Strasbourgs und ist nicht besonders aufregend, eine Strecke zum Kilometer machen.



    Ich werde aber immer wieder durch kleine Hindernisse zum langsam Fahren und Anhalten gezwungen.
    Zuerst beerdige ich einen toten Maulwurf, der auf dem Weg liegt. Durch den vorhergegangenen Regen, fahre ich im Schneckenparcours.
    Einige Kilometer weiter sehe ich einen Erpel, welcher rechts am Radweg steht. Nett, denke ich, und halte in gebührendem Abstand an, um das Tier über die "Straße" zu lassen. Der Erpel ist der Sicherungsposten, um zu sehen, ob der Weg frei ist. Dann kommen durch die Hecke 12 ! kleine Entchen hinter einander getrippelt, die alle über den Radweg zum Wasser laufen. Am Ende wieder die Mutter, die aufpasst, dass keines der Kleinen verloren geht. Ich kenne sowas nur von den Schülerlotsen.



    Ich fahre weiter, der eigentliche Radweg endet an einer Brücke und führt zur Straße hoch. Ich entscheide mich auf dem unbefestigten Weg weiter zu fahren, der immer schmäler und zu einem Trampelpfad wird. Irgendwann beschließe ich mich wieder zurück zur Straße durchzufinden.
    Durch ein märchenhaftes Waldstück, in dem mir 2 Rehe begegnen, komme ich wieder zur eigentlichen Route bei Dieboldsheim zurück.
    Über die etwas langweilige D483 fahre ich über menschenleere Orte weiter. Unterwegs komme ich an einer Bäckerei vorbei und beschließe dort eine Kaffeepause einzulegen. Am Nachbartisch sitzen noch 3 Radler, mittleren Alters, die auch auf Tour unterwegs sind.
    Ich versuche ein Gespräch zu beginnen, das sich nach wenigen Sätzen beendet, da die Herren nicht sehr kommunikativ sind und irgendwie alle schlechte Laune haben. Wird wohl an trüben und kalten Wetter liegen. Ich fahre weiter,
    mein erstes Ziel ist die Kasematte bei Marckolsheim an der Maginot-Linie. Das Wetter ist trübe und kalt, entsprechend fühle ich mich, als ich mich dort auf dem Gelände umschaue.
    Außer mir sind keine weiteren Besucher zu sehen, das Museum hat geschlossen.



    Ich mache einige Fotos. Bei dem kleinen Bild links unten, bin ich mir für einen kurzen Moment nicht sicher, ob hinter dem Gewehr nicht doch ein
    Mensch sitzt. Diese Vorstellung ist mir derart unheimlich, dass ich diesen Ort wieder verlasse und weiter nach Neuf-Brisach fahre.



    Mir ist immer noch kalt, und ich beschließe, mir dort ein Zimmer zu suchen. Im Hotel Deux Roses, bekomme ich für 42 € und 2€ für die Fahrradgarage, eine Bleibe für eine Nacht. Die Fahrradgarage ist ein alter Holzschuppen einige Häuser weiter.
    Neuf-Brisach ist eine nette kleine Festungsstadt, die einen Abstecher lohnt. Im Hotel treffe ich 2 Schweizer, die den Rhein nach Norden fahren wollen.

    Geändert von rockhopper (17.01.2015 um 15:28 Uhr) Grund: Textkorrektur

  2. Erfahren

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    AW: [FR] Radtour 2011 Von Strasbourg nach Bordeaux, über den Eurovelo 6

    #2
    Hi!

    Fängt schon vielversprechend an. Ich freue mich auf eine Fortsetzung. Die Bilder sind schon mal klasse!!!

    Thomas
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    Meine Seite: http://www.thomasbrandner.at

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    AW: [FR] Radtour 2011 Von Strasbourg nach Bordeaux, über den Eurovelo 6

    #3
    Zitat Zitat von tbrandner Beitrag anzeigen
    Hi!

    Fängt schon vielversprechend an. Ich freue mich auf eine Fortsetzung. Die Bilder sind schon mal klasse!!!

    Thomas
    Huch! Ich habe gerade erst angefangen,....Du hast in der Galerie die Bilder angeguckt... Danke.
    VG rockhopper

  4. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [FR] Radtour 2011 Von Strasbourg nach Bordeaux, über den Eurovelo 6

    #4
    Hallo.

    Nachdem ich schon deinen anderen Bericht gut fand bin ich auf weiteres gespannt! Ich liebe Frankreich und bin dort auch schon recht viel unterwegs gewesen. Aber noch nicht mit dem Fahrrad. Ich freue mich auf mehr ...

    Gruß Wafer

  5. Dauerbesucher
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    AW: [FR] Radtour 2011 Von Strasbourg nach Bordeaux, über den Eurovelo 6

    #5
    Tag 2_Neuf-Brisach_Mulhouse

    Es ist wärmer geworden.. Nach dem Frühstück im Hotel, zusammen mit den beiden Schweizern, fahre ich weiter. Die Schweizer nach Norden, ich nach Süden.
    Heute erwartet mich eine "komplizierte" Abzweigung, das heißt, dass ich den kleinen Weg zum Canal bei der Pont du Bouc, Richtung Mulhouse, nicht verpassen darf. Ich habe Glück, denn ich treffe zwei Radler aus der Gegend, die auch zum Canal wollen und mich mitnehmen. Jetzt sind es nur noch einige Kilometer bis zum Campingplatz in Mulhouse, den ich nach einigem Suchen
    finde. Da ich Hunger habe, radle ich in die Innenstadt um etwas essbares zu finden. Merkwürdig nur, dass alle Geschäfte zu haben. Irgendwann erfahre ich, dass heute Feiertag ist. Letztendlich kaufe ich mir einen Döner, wirklich schmecken tut er mir nicht.
    Ich besuche noch das Automobilmuseum Schlumpf. In der riesigen Halle stehen hunderte von Oldtimern. Die neueren sind unter anderen ein Trabbi und ein sehr schöner Citroen DS. Vermisst habe ich mein erstes Auto, das ich nachdem ich meinen Führeschein hatte, fahren durfte. Das war ein Lloyd, Alexander TS mit syncronisiertem Getriebe und 19 PS. Farbe Rosa mit weißem Dach. Er war damals schon seltenst auf der Straße zu sehen....und nicht zu übersehen. Ich glaube, ich fuhr damals noch das einzige zugelassene Exemplar in dieser Farbkombination.



    Tag 3_Mulhouse_L‘Isle-sur-le-Doubs

    Am Canal sehe ich ein kleines Restaurant und beschließe dort eine Pause zu machen um einen Sandwich zu essen und einen Crème zu trinken. Ich sitze nicht lange alleine an dem runden Tisch, bald setzt sich ein Schweizer zu mir, und wir kommen ins Gespräch. Er ist mit seinem kleinen Boot Max in der Schweiz gestartet und will bis zum Canal de Centre fahren, ganz langsam, denn er hat viel Zeit und möchte die Ruhe auf dem Wasser genießen.
    Am Ende sitzen wir zu viert am Tisch und unterhalten uns in einem Mix aus Schwyzerdütsch, Elsäßisch, Französisch und Deutsch mit schwäbischem Akzent




    ...einfach schön zu Fahren...


    Die Katze habe ich an der Rezeption des CP gesehen, an dem Tag war es auch wieder gut warm. Den beiden Kühen wohl auch...

    Tag 4_L‘Isle-sur-le-Doubs_CP Chalezeule/Besancon

    Mein heutiges Etappenziel ist der Campingplatz bei Besancon, da waren wir mal vor etlichen Jahren, auch auf Radtour.
    Leider hatte ich vergessen, wie die Anfahrt-Situation war. Ich muss, um zu dem CP zu gelangen, auf die andere Seite des Doubs wechseln und Straße fahren. In Chalezeule erwischt mich ein plötzlicher Wolkenbruch, ich flüchte mich unter eine überdachte Bus Haltestelle, und warte bis das Gewitter nachläßt. Die einzige Zufahrt zu dem CP führt über eine 4-spurige "Rennbahn". Ok, denke ich, ich will da hin, und fahre weiter. Es schüttet schon wieder.
    Ich kurble an der äußersten rechten Straßenkante entlang, mit heftigem Regen von oben und seitlichen Duschen von den vorbei fahrenden Autos. Nach 4 Kilometer komme ich klatschnass in der Rezeption des CP an. Nach dem Anmelden baue ich mein Unna im Regen auf, gehe duschen, esse noch eine Kleinigkeit und verkrieche mich in meinen Schlafsack. Heute bin ich bedient.
    Die Nacht bleibt ohne Regen.

    Tag 5/6_bis Dôle

    Heute ist strahlend blauer Himmel angesagt und ich kann meine nass gewordenen Sachen in der Sonne trocknen lassen. Meine Laune ist bestens. Ich starte ohne Frühstück, mangels Gelegenheit. In Besancon angekommen, fahre ich erstmal durch den Fahrrad/Fußgänger Tunnel durch, und wieder zurück, da sich das Altstadtzentrum auf der anderen Seite befindet.
    Hier finde ich ein nettes Cafe, frühstücke im Freien und freue mich an dem schönen Wetter.



    Weiter geht es am Doubs entlang und ich komme am Tunnel von Thoraise vorbei.

    Am späten Nachmittag erreiche ich Dôle, und amüsiere mich über das Hinweisschild, dass es nach Budapest durch die historische Altstadt geht.
    Den Campingplatz finde ich ausnahmsweise sofort. Ich bleibe hier 2 Tage, schaue mir die Stadt an und besuche das Haus von Pasteur, das jetzt ein Museum beherbergt. Das Museum ist sehr sehenswert, leider sind meine Sprachkenntnisse nicht ausreichend genug um die Erklärungen komplett zu verstehen. Dementsprechend brauche ich lange, um wenigstens einen groben Einblick zu bekommen. Architektonisch finde ich solche alten Gebäude immer interessant.


    Links: am Place Fleurie, mitte: das Haus von Pasteur, rechts: Fassadenbild, kein Fenster ist gleich, das hat etwas.

    Geändert von rockhopper (17.01.2015 um 15:32 Uhr)

  6. Anfänger im Forum
    Avatar von LadyofPedelec
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    AW: [FR] Radtour 2011 Von Strasbourg nach Bordeaux, über den Eurovelo 6

    #6
    Hallo liebe Rockhopper, chaotisch meine Bilder eingefügt. Habe dann durch Zufall festgestellt, dass ich die gar nicht verkleinern muss, dafür gibt es einen Button in Outdoorseiten selbst. Das eine Bild über die ganze Breite ist so entstanden. Mit meinem Profil werde ich mich das nächste Mal beschäftigen. Bis dann....
    Lady of Pedelec. Deine Bilder sind natürlich super im neuen Bericht.

  7. Dauerbesucher
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    AW: [FR] Radtour 2011 Von Strasbourg nach Bordeaux, über den Eurovelo 6

    #7
    Tag 7_bis Seurre

    Nach 2 Tagen Pause geht es heute weiter nach Seurre. Die Temperaturen peilen wieder die 30 Grad an.
    Den Radweg am Canal finde ich mal wieder nicht. So trete ich, um aus der Stadt raus zu kommen, erst Mal mit einer ziemlichen Steigung einen Hügel hoch, um das Ganze wieder herunter zu fahren da ich vermute, dass das die falsche Straße ist. Ich finde nichts entsprechendes zum weiter radeln, also trete ich dieselbe Steigung zum zweiten Mal, mit ziemlichen Gebruddel, wieder hoch. Heute ist Schotter und Gegenwind angesagt. In Tavaux ist wieder mal eine Straße gesperrt. Brav wie ich bin, fahre ich ein Stück die Umleitung, bis ich auf einer stark befahrene Straße lande. Das gefällt mir überhaupt nicht und ich drehe wieder um, schiebe dann doch durch die gesperrte Straße, was für Fußgänger kein Problem ist. Nach 64 Kilometer komme ich, von der Hitze K.O. auf dem Municipal in Seurre an.
    In der Nacht setzt Dauerregen ein.
    Ein paar Impressionen von unterwegs. Das Foto mit der Sonnenblume ist keine Montage.









    Tag 8_bis zum CP in Chagny

    Es regnet immer noch. Die Temperatur ziemlich gesunken, gegenüber gestern mit über 30°.
    Um 10:15 sitze ich immer noch in der Bar und trinke Kaffee und warte ab bis der Regen nachläßt.
    Um Chalon-sur Saône zu umfahren, radle ich vom Doubs weg und quer über Land, um zum Canal du Centre zu kommen.
    Hierbei, wie soll es anders sein, leiste ich mir einige zusätzliche KIlometer durch Verfahren. Als ich den Canal du Centre bei Fragny endlich erreiche, scheint die Sonne und die Welt ist wieder in Ordnung.

    Tag 9/10_bis zum CP Paray-le-Monial Pausentag

    Heute sind etwa 85 Kilometer zu fahren. Um die Mittagszeit erwischt mich ein Wolkenbruch und ich flüchte unter die Markise einer Bar.
    Als der Regen etwas nachläßt radle ich weiter. Heute ist es trübe. In Paray-le-Monial beschließe ich wieder einen Pausentag einzulegen.
    Es regnet den ganzen Tag. Ich wasche meine ganze Wäsche und gönne mir für 2 € den Luxus eines Trockners. Danach fahre ich ohne Gepäck los und schaue mir die nette kleine Altstadt an. Am späten Nachmittag kommt die Sonne wieder. An der spätromanischen Basilika Sacré coeur kann ich mich garnicht satt sehen. Einfach schön.



    Meine Thermarestmatte verliert Luft, und ich finde die durchlässige Stelle nicht. Vielleicht ist auch das Ventil kaputt.
    Deshalb liege ich jetzt gut geerdet auf dem Boden, als kleine Isolation die schlappe Matte dazwischen. Leider spüre ich jetzt die Bodenkälte.

    Tag 11_bis zum CP bei Nevers
    Nach zwei Relax-Tagen fahre ich noch ein paar Kilometer bis Digoin, um dann den Zug bis Saincaize in der Nähe von Nevers zu nehmen.
    Heute scheint wieder die Sonne! Am Bahnhof von Saincaize, begleitet mich eine nette Dame des SNCF, mit vorheriger Genehmigung über Sprechfunk, oben über die Gleise. Freu! Anschließend radle ich noch ein Stück am Allier entlang, bis ich in Fourchambault, einem Vorort von Nevers auf dem CP lande. Mittlerweile treffe ich schon den 2. französischen Radler mit Gepäck, schiebender Weise, der Radprobleme hat.
    Leider kann ich ihm auch nicht helfen, da ich außer Reifenheber kein Werkzeug dabei habe.

    Der Campingplatz in Fourchambault


    Hier treffe ich zum ersten Mal einen Radler aus der Schweiz, welcher mit einem E-Bike unterwegs ist.

    Tag 12_An der Loire entlang bis Belleville

    Heute ist Pfingstsonntag, trödle den ganzen Vormittag und fahre erst gegen 12 Uhr bei 22 ° los. Der Eurovelo geht einge Kilometer über eine Schotter-Schlaglochpiste mit Sichtweite zur Loire entlang. Danach geht die Schotterpiste in einen neu angelegten, frisch asphaltierten, schnurgeraden Radweg über, der leider etwas langweilig zu fahren ist.





    In Marseille-les-Aubigny entdecke ich eine idyllische Auberge und genehmige mir im Gartenbereich einen Kaffee, auf den ich 30 Minuten warte, da mich die Bedienung vergessen hat. Der Kaffee ist leider verdorben, da ich eine alte Dosenmilch hinein schütte.


    Ich schütte den Kaffee dezent hinter einen Blumenkübel, bezahle und radle weiter nach Belleville, hier möchte ich auf den Campingplatz. Am frühen Abend erreiche ich Belleville bei Regen.
    Den Ort empfinde ich als ziemlich trostlos. Nach langem Suchen stehe ich vor dem riesigen verschlossenen Eisentor des CP. Mist! Es ist 19 Uhr und ich habe keine Lust mehr weiter zu fahren. In der Hauptstraße hat die Touristeninfo noch auf und die freundliche Dame bietet mir den Schlüssel zum CP an, damit ich dort übernachten könne. Das Tor soll ich hinter mir wieder abschließen. So alleine auf dem Platz und eingeschlossen, will mir garnicht gefallen, und ich lehne dankend ab. Die Folge davon ist, dass ich ein Zimmer für 70 € incl. Frühstück nehme. Die Dame erzählt mir noch wie schön das Hotel sei, ganz modern. Mein Zimmer ist im ersten Stock, der Gang riecht total muffig und in dem designten Zimmer fühle ich mich nicht wohl. Mir fehlt mein Unna...
    Am nächsten Morgen meldet sich die Sonne wieder und ich frühstücke auf der Terasse.
    Es ist Pfingstmontag und mein Ziel für heute ist der CP in Sully-sur-Loire.



    Tag 13/15_Briare_ Sully-sur -Loire_Orléans_Beaugency

    Ich trödle weiter auf dem Loiretal-Radweg und verpasse beinahe die Pont du Briare, erbaut von Gustave Eiffel. Dieses beeindruckende Bauwerk will ich mir unbedingt ansehen. Dazu muss ich aber vom Radweg weg und zu dem Ort Briare hochfahren, um die ganze Schönheit dieser Brücke zu sehen. Vom Radweg unten sieht es ganz gewöhnlich aus.





    An Gien vorbei komme ich nach Sully-sur Loire. Hier bleibe ich auf dem CP, einem einfachen 3 Sterne Platz. Zum Frühstück bestelle ich an der Rezeption Croissants vom Bäcker und einen Kaffee, der sich mir als 1/2 Liter löslichen Kaffee in einer Megatasse präsentiert.



    In Orléans angekommen, möchte ich wenigstens einen kurzen Abstecher hoch zur Kathedrale machen und mir die mittelalterlichen Altstadt ansehen. Die Kathedrale ist leider von einem großen Bauzaun umgeben. So mache ich hier nur eine kleine Kaffepause und wechsle über die
    Europabrücke radelnd zur anderen Seite der Loire. Auf der Brücke läßt es sich super auf einer eigenen Spur fahren. Architektonisch gefällt mir diese Brückenkonsruktion sehr gut.



    Weiter geht es an großen Feldern mit Mohn/Weizen und Kornblumen, ich kann davon nicht genug bekommen und mache etliche Fotos.
    Habe heute mein rotes Shirt an, und ein großes Heupferd, mindestens 10 cm lang muss mich angesprungen haben. Nach einiger Zeit springt es auf meinen Fahrradlenker, erst da entdecke ich es.

    Geändert von rockhopper (17.01.2015 um 15:34 Uhr) Grund: Textkorrektur

  8. Gerne im Forum

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    AW: [FR] Radtour 2011 Von Strasbourg nach Bordeaux, über den Eurovelo 6

    #8
    Der Bericht weckt Erinnerungen. Bin letztes Jahr die Euro Velo 6 gefahren in Gegenrichtung vom Atlantik bis nach Basel.
    Die Basilika hab ich etliche Male umkreist, so eindrucksvoll fand ich sie.
    Freue mich schon auf mehr Fotos.

    Anne

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    AW: [FR] Radtour 2011 Von Strasbourg nach Bordeaux, über den Eurovelo 6

    #9
    Tag 16/17_Beaugency _Condé-sur-Bevron


    Blick vom Campingplatz auf die älteste Loirebrücke.
    Der Donjon, ein 36m hoher Wehr- und Wohnturm aus dem 11. Jahrhundert beeindruckt durch seine Größe und beherrscht, mittlerweile auch ohne Dach und Innenleben, das Stadtbild.

    Ich fahre den Cp in Beaugency, der gegenüber des Stadtzentrums liegt, an. Der Platz ist noch wenig belegt. Ich suche mir eine schöne Stelle für mein Unna aus, mit Blick zur Loirebrücke. Meine entfernten Nachbarn sind Franzosen
    mit einem Wohnmobil und Katze, später bekomme ich Nachbarschaft von einem Japaner, der sein Hubba Hubba in gelb, aufbaut. Davor stellt er akkurat seine 4 Radtaschen, auch in gelb. Sein Radbekleidung ist schwarz-gelb. Wir unterhalten uns kurz über das Woher und Wohin. Gegen Abend bekomme ich noch auf dem Platz hinter meinem Zelt eine fröhliche Gesellschaft, 2 englische Paare in fortgeschrittenem Alter mit Wohnwagen, die bis spät abends palavern und singen. Sehr nette Leute, die mich am nächsten Morgen freundlich begrüßen.
    Ein Paar aus Kalifornien, auf 5-monatiger Europareise mit einem Hightech Falt-Tandem, ist auch noch auf dem Platz eingetroffen.


    Weiter geht‘s an der Loire entlang. In Candé-sur-Bevron bin ich schon auf dem nächsten CP. Der Platz ist ganz nett.
    Am frühen Vormittag, werde ich durch die Aktivitäten meiner Nachbarn wach. Als ich aus dem Unna spähe, habe ich bestes Loriot-Kino.
    2 Franzosen versuchen mit viel Bedacht und Überlegung ihr riesiges Wurfzelt, das wie eine dicke Raupe aussieht, zusammenzufalten.
    Das Zelt ist für mindestens 3 Personen, hat Stehhöhe und sieht sehr designmäßig aus. Mir gefällt‘s. Die Aktion dauert etwa 20 Minuten, da sind sie schon fast fertig mit zusammenlegen......, da läßt einer der Männer aus Versehen das Zelt los, und Zack, steht die Hütte wieder.
    Das überzeugt. Da kann ich es mir doch nicht verkneifen zu der Frau, die mit dabei war, hin zugehen und zu sagen: Das ist wohl schwierig....
    Sie nehmen es gelassen, und fangen wieder von vorne an. Es jetzt geht nun etwas schneller, sie haben ja Übung.



    Vor meiner Abreise hatte ich mir vorgenommen, welche Schlösser ich mir ansehen möchte. Dazu gehört auch das Chateau Chambord. Da wollen alle hin...ich auch, wenigstens mal von außen ansehen.
    Die Beschilderung zum Schloss ist mangelhaft, finde ich, denn ich muss um zu dem Ort des Begehrens zu gelangen, viel zu viele Kilometer fahren Ich frage mal wieder ein nettes Radlpaar, Franzosen, die in München leben und hier Urlaub machen. Während der Fahrt dahin unterhalten wir uns, und ich erfahre, dass ich das Schloss innen nicht unbedingt besichtigen muss. Die Menschenmassen, die sich an diesem Ort aufhalten sind mir zuviel! Ich drehe eine halbe Runde um das Chateau, mache ein paar Fotos und suche das Weite. Wegen der Hitze halten sich die vielen Menschen in den Schattenbereichen auf, deshalb ist das Foto relativ menschenleer.


    An Blois vorbei...das Wetter wird schlechter

    Tag 18_Amboise Regentag

    Hier möchte ich mir unbedingt Das Chateau du Clos Luce - Parc Leonardo da Vinci ansehen. In Amboise verbrachte Leonardo da Vinci seine letzten Lebensjahre. Er bekam dieses Schloss von Franz I. geschenkt. Im Erdgeschoß befinden sich einige Nachbaumodelle und Zeichnungen von Leonardo Da Vinci. In dem sehr schön angelegten Park stehen auch einige Modelle. Leider regnet es.
    In Amboise treffe ich das Tandempaar aus Kalifornien wieder die auf der Loireinsel Ille d‘Or auf dem CP zelten. Auf Grund des schlechten Wetters beschließe ich dort zu bleiben.



    Der Zeltaufbau gestaltet sich schwierig, ich stelle das Unna zum ersten Mal bei heftigem Wind auf, und stelle mich
    dementsprechend ungeschickt an. Als erstes fliegt meine Thermarestmatte durch die Luft und landet 2 Plätze weiter bei einem Paar mit Motorrad aus Balingen. (liegt südlich von Stuttgart). Sie bringen mir das Teil wieder zurück und helfen mir das Unna festzuhalten, bis die Häringe gesetzt sind. Großes Danke! Mittlerweile artet der Wind zum Sturm aus, und ich liege in Fluchtmontur auf meiner Matte und beobachte
    wie der Wind das Zelt verbiegt. Ab und zu schaue ich durch einen Spalt nach draußen, ob bei den anderen Zelten irgendeine Hektik ausbricht.
    Ich sehe niemanden und alle Zelte stehen noch Irgendwann schlafe ich ein. Am nächsten Morgen sehe ich beim Verlassen des Platzes, dass der Sturm doch nicht soo harmlos war. Zum Glück ist die Stelle an der der Baum umgestürzt ist, nicht belegt.



    Bei bestem Wetter verlasse ich die Ille d‘Or und kehre zum Loiretal Radweg zurück. Tours durchfahre ich an der Hauptachse auf dem Gehweg oder Radweg, mit einem Schlenker an der Kathedrale vorbei. Es erschließt sich mir nicht wirklich auf welcher Spur ich nun radle. Außerdem ist Baustellen- und Ampelparcours angesagt.
    Auf jeden Fall bin ich nach einigen Kilometer wieder raus aus dem Trubel.

    Geändert von rockhopper (28.02.2014 um 14:24 Uhr)

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    AW: [FR] Radtour 2011 Von Strasbourg nach Bordeaux, über den Eurovelo 6

    #10
    Tag 19/20_Savonniere_Montsoreau

    Unterwegs sehe ich die beiden Motorroller (?) auf einer Sandbank in der Loire liegen. Eine merkwürdige Situation, kein Mensch ist weit und breit zu sehen.



    Heute steht das Schloss Villandry auf meiner Liste und ich möchte mir vor allem die Gartenanlage ansehen, die Kombination von Salat und Kohl mit Blumenbeeten und Buchseinfassungen finde ich grandios. Da bin ich gespannt wie das aussieht. Auf eine Schlossbesichtigung verzichte ich aus Zeit- und Kostengründen. Die Gartenanlage ist eine Augenweide und ich verfalle in einen Fotografier-Rausch. Das Highlight ist zum Schluß der Sonnengarten, indem üppigst Blumen und Stauden zu sehen sind.



    Heute ist ein so starker Gegenwind, dass ich mich mit nur 12 km/h voran kämpfe. Meine Stimmung sinkt. Irgendwann schaffe ich es am Schloss Ussé anzukommen. Ein Schloss möchte ich wenigstens von innen gesehen haben, und so genehmige ich mir eine Eintrittskarte für 13 €.
    Ich streife ausgiebig durch das Gemäuer, vom Eingang bis hoch zum Dachgebälk. Der Dachboden ist teilweise auch für Besucher zugänglich. Ich bestehe auch eine
    kleine Mutprobe, indem ich mich dazu überwinde, eine enge Wendeltreppe nach oben zu steigen, ohne zu wissen, ob ich diese wieder herunter gehen muss. Meine Höhenangst, Treppenproblem meldet sich wieder. Das ist nicht irgendeine "Macke" die ich habe, ich muss mich
    immer wieder mal damit auseinander setzen, dass ich nicht räumlich sehen kann. Auf meinem Streifzug durch das Schloss begegne ich kaum jemand, und leichte Zweifel beschleichen mich, ob ich noch legal unterwegs bin. Ich bin ja Spezialistin dafür. Außerdem gefällt mir das Gefühl, alleine im Schloss unterwegs zu sein.



    Am späten Nachmittag verlasse ich dieses Märchenschloss um zu dem CP in Montsoreau zu radeln. Die Strecke ist landschaftlich nicht so spannend, der Campingplatz leider auch nicht, obwohl er direkt an der Loire liegt. Ein riesiger Platz zu 95% mit Wohnmobilen und Wohnwagen belegt. Ich finde ganz am Ende des Platzes eine Grasfläche, an deren einen Seite 5 Weinreben stehen. Hier baue ich mein Unna auf.
    Gegen später gesellen sich auf der gegenüber liegenden Seite noch ein paar Radler mit Begleitfahrzeug dazu. Die Nacht ist erstaunlich ruhig.


    Der Campingplatz mit Blick zum Chateau de Montsoreau
    Geändert von rockhopper (03.03.2014 um 06:40 Uhr)

  11. Dauerbesucher
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    AW: [FR] Radtour 2011 Von Strasbourg nach Bordeaux, über den Eurovelo 6

    #11
    Tag 21_bis zum CP Les Ponts-de-Cé

    Heute ist Sommeranfang, das Wetter soll besser werden, so steht es im Lokalblatt.
    Nach einer ruhigen Nacht, packe ich mein Zelt zusammen. Heute möchte Angers erreichen. Unterwegs mache ich noch einen kurzen
    Kaffee und Croissants Stop in einer Bar an der Straße. Das Wetter ist entgegengesetzt der Vorhersage trübe. Als ich vor der "Durchfahrt" durch diese Ansammlung von Höhlenwohnungen stehe, bin ich mir nicht sicher, ob ich noch auf dem Loiretal-Radweg bin. Ein entgegenkommender Franzose bestätigt mir, dass ich noch auf dem Eurovelo 6 bin. Dann ist ja alles gut, denke ich, und schiebe sicherheitshalber mal....ich weiß ja nicht was mich da erwartet.
    Ganz interessant zu sehen wie hier früher gewohnt wurde. Als ich auf der anderen Seite der Höhlenwohnungen wieder herauskomme, gießt es in Strömen und ich suche Zuflucht unter einem überstehenden Kalkfelsen.



    Mit leicht gedrückter Stimmung setze ich meine Tour fort. Irgendwie scheint bei mir das Orientierungs-Gen zu fehlen, denn als ich hier entlang fahre, bin ich mir fast sicher, dass das der falsche Weg ist. Außerdem regnet es schon wieder. Ich habe irgendwie immer Glück, denn genau zum richtigen Zeitpunkt kommt mir ein Paar entgegen, das ich fragen kann. Die Richtung stimmt. Ob es der Eurovelo ist, ist mir in diesem Moment völlig egal.



    Das Wetter wird nicht besser, eher schlechter. In Saumur ist meine Laune auf dem Nullpunkt, zuviel Verkehr, Regen. Ich will einfach nur weg von hier.



    Wegen des schlechten Wetters, Gegenwind und Verfahren komme ich nur bis Les Ponts-de-Cé und gehe dort auf den Campingplatz, der kaum belegt ist. Es regnet, mein Unna macht gar keine keine gute Figur, und ich habe keine Lust nachzuspannen. Stimmung gleich Null.
    Der Kiosk auf dem Platz hat auch nicht wirklich auf.
    Ich freue mich auf eine ruhige Nacht, ist ja eh kein Mensch da. Da liege ich falsch, denn meine Nachbarn tauchen auf, 2 Männer, wahrscheinlich 2 Arbeiter die nun Feierabend haben und zu ihrem Zelt zurückkehren. Dann wird bis spät in die Nacht gekocht, gescheppert und gequasselt was das Zeug hält. Ich vermute, die beiden haben nicht mitbekommen, das sie Nachbarschaft bekommen haben.

    Geändert von rockhopper (01.03.2014 um 15:53 Uhr)

  12. Neu im Forum

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    AW: [FR] Radtour 2011 Von Strasbourg nach Bordeaux, über den Eurovelo 6

    #12
    Wow! Was eine schöne Reise. Ich bin mir noch nicht so sicher, wie mein Urlaub im Sommer genau aussehen wird, allerdings ist das hier schon sehr die Richtung, wie ich es mir auch vorstellen könnte. Vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Besonders die Bilder machen direkt Spaß auf mehr!

  13. AW: [FR] Radtour 2011 Von Strasbourg nach Bordeaux, über den Eurovelo 6

    #13
    Hallo rockhopper,

    es würde zwar einem Sechser im Lotto gleichkommen, doch kann es sein, dass wir im Abstand von 2 Jahren denselben Mann getroffen haben? Alter Mann mit schwarzem Fahrrad von Trek? Meiner hatte ebenfalls ein gelbes Hubba Hubba, und seine Packtaschen standen nach Größe aufgereiht vor dem Zelt.

    Zitat Zitat von rockhopper Beitrag anzeigen
    Tag 16/17_Beaugency _Condé-sur-Bevron

    ... später bekomme ich Nachbarschaft von einem Japaner, der sein Hubba Hubba in gelb, aufbaut. Davor stellt er akkurat seine 4 Radtaschen, auch in gelb. Sein Radbekleidung ist schwarz-gelb.
    Zitat Zitat von Werner Hohn
    ... Später kommt ein alter Japaner mit Reiserad auf den Platz. Kaum steht sein Zelt, sitzen wir zusammen. Er wird im Herbst siebzig. Es ist seine achte Radtour in Europa.

    ...

    Wir reden über Packtaschen. Seine sind von Ortlieb. Einmal das Komplettprogramm rund ums Fahrrad. Alles in Ortlieb-Gelb-Schwarz.
    Er hat eine Mail von mir, ob er 2011 dort unterwegs gewesen ist. Erfahrungsgemäß dauert es, bis er antwortet.

    Nachtrag: Bild in der Galerie. Leider unscharf, weil ziemliche Ausschnittvergrößerung.
    Geändert von Werner Hohn (28.02.2014 um 19:49 Uhr)
    .

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    AW: [FR] Radtour 2011 Von Strasbourg nach Bordeaux, über den Eurovelo 6

    #14
    Zitat Zitat von Werner Hohn Beitrag anzeigen
    Hallo rockhopper,

    es würde zwar einem Sechser im Lotto gleichkommen, doch kann es sein, dass wir im Abstand von 2 Jahren denselben Mann getroffen haben? Alter Mann mit schwarzem Fahrrad von Trek? Meiner hatte ebenfalls ein Hubba Hubba, und seine Packtaschen standen nach Größe aufgereiht vor dem Zelt.

    Er hat eine Mail von mir, ob er 2011 dort unterwegs gewesen ist. Erfahrungsgemäß dauert es, bis er antwortet.
    Hallo Werner,
    den Japaner den ich getroffen habe, schätze ich zwischen 50 bis 60 Jahre alt. Aber man kann sich da täuschen. Wir haben nur ein paar Worte gewechselt. Er erzählte mir, dass er mal für eine gewisse Zeit in Frankfurt (?) gearbeitet hat und jetzt auf Europa Tour ist. Er war äußerst höflich und freundlich, und relativ groß. An die Fahrradmarke kann ich mich nicht erinnern, ich war einfach erstaunt, wie gut gestylt dieser Mensch unterwegs war. Perfekt, wie für einen Werbefilm.
    Bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht!
    VG rockhopper

  15. AW: [FR] Radtour 2011 Von Strasbourg nach Bordeaux, über den Eurovelo 6

    #15
    Zitat Zitat von rockhopper Beitrag anzeigen
    Hallo Werner,
    den Japaner den ich getroffen habe, schätze ich zwischen 50 bis 60 Jahre alt. Aber man kann sich da täuschen. Wir haben nur ein paar Worte gewechselt. Er erzählte mir, dass er mal für eine gewisse Zeit in Frankfurt (?) gearbeitet hat und jetzt auf Europa Tour ist. Er war äußerst höflich und freundlich, und relativ groß. An die Fahrradmarke kann ich mich nicht erinnern, ich war einfach erstaunt, wie gut gestylt dieser Mensch unterwegs war. Perfekt, wie für einen Werbefilm.
    Bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht!
    VG rockhopper
    Das Alter passt, Frankfurt oder Darmstadt(?) passt, und gestylt wie aus dem Radsportkatalog (Abteilung Klammotten), das ist er! Die Antwort-Mail brauche ich nicht abzuwarten. Das gibt es nicht. Wir sollten Lotto spielen.

    Falls du es übersehen hast, ich habe einen Link mit einem Foto oben nachträglich eingefügt.
    .

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    AW: [FR] Radtour 2011 Von Strasbourg nach Bordeaux, über den Eurovelo 6

    #16
    Hallo Werner,

    ich habe mir das Foto angesehen. Ja, so sah sein gepacktes Rad aus. Ich habe absichtlich nicht von den Ortliebtaschen geschrieben,
    weil die Firma ja sehr präsent auf dem Markt ist. Aber "mein" Japaner hatte selbige.
    So, wer spielt jetzt Lotto?
    Gibt es diesbezüglich einen Reisebericht von Dir?
    Grüße rockhopper

  17. AW: [FR] Radtour 2011 Von Strasbourg nach Bordeaux, über den Eurovelo 6

    #17
    Tippgemeinschaft?

    Klar, gibt es einen Reisebericht von mir. Unseren Japaner findest du erst auf der Rückreise in Beitrag Nr. 58. Ein paar Kilometer der Hinfahrt wirst du wiedererkennen.
    .

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    AW: [FR] Radtour 2011 Von Strasbourg nach Bordeaux, über den Eurovelo 6

    #18
    Tippgemeinschaft?
    Ich habe heute Lotto gespielt, wenn die Millionen kommen sollten, organisiere ich ein kleines Treffen mit ein paar ODS Usern.

    Ich habe Dir im letzten post Deines Reiseberichts DE_FR_CH_ES geantwortet.

    Gruß_rockhopper
    Geändert von rockhopper (01.03.2014 um 13:25 Uhr)

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    AW: [FR] Radtour 2011 Von Strasbourg nach Bordeaux, über den Eurovelo 6

    #19
    Tag 24_Les Ponts-de-Cé _ Montjean-sur-Loire

    Es wird gesagt, dass das Wetter heute besser werden soll Um 11 Uhr regnet es noch immer ziemlich heftig. Um 12 Uhr läßt der Regen endlich nach und ich kann mein Zelt abbauen. Die Damen beim Service am Kiosk sind nicht besonders motiviert ihren Dienst zu tun. Trotzdem
    bekomme ich für sensationelle 5€ 1 Croissant, 1 Pain au chocolat und einen Plastikbecher mit löslichem Kaffee. Merke: Mach‘ dich nicht abhängig von solchen Orten. Meine nächste Anschaffung wird ein Trangia Kocher sein. Ich fahre weiter, die Strecke an der Loire ist ganz schön.
    In la Pointe, es ist gerade Mittagszeit, die Sonne scheint, lasse ich mich zu einem super leckeren Plat du Jour für 12 € verführen. Eigentlich will ich nur einen Créme trinken. Ich bereue es nicht, sondern genieße in der Sonne das Menue auf der Terrasse, mit Blick auf die Loire.
    Zufrieden radle ich weiter an der Loire entlang, bis sich der Himmel wieder zuzieht.



    Die Gegenwindstärke nimmt zu, und ich komme nur langsam voran. Mein Reiseführer preist das Kultur-Café Lenin auf der Insel Chalonnes an, und das möchte ich auf keinen Fall verpassen. Die Fahrt über die Insel zieht sich ewig in die Länge, dass ich schon der Meinung bin, daran vorbei gefahren zu sein. Endlich taucht das ersehnte Café Lenin auf, und ich freue mich schon auf eine Kaffee Pause! Als ich ankomme ist es erstaunlich ruhig dort. Ich rüttle an der Tür, die ist zu. So setze ich mich leicht frustriert unter die schöne Laube und sitze einfach da und warte.
    Dann erscheint der Besitzer des Cafes und sagt mir, Donnerstags habe das Cafe geschlossen. Aha, also ist heute Donnerstag. Mit dieser Erkenntnis radle ich ohne Kaffee weiter.



    Unterwegs treffe ich zwei ältere Radlerinnen aus Lille. Wir kommen ins Gespräch und sie überzeugen mich, dass ich unbedingt die kleine Wallfahrtskirche, auf der kleinen Insel Béhonard (?) welche dort auf einem Fels erbaut wurde, gesehen haben muss. Ein hübscher Ort! Die beiden Damen wollen noch die Insel umrunden, ich kehre lieber wieder zum Radweg zurück. Der Wind bläst ordentlich!
    In Montjean-sur-Loire habe ich keine Lust mehr zum fahren und gehe auf den dortigen Cp für 6,50€.
    Die Dame an der Rezeption ist sehr freundlich und bietet mir für den nächsten Morgen ein Frühstück für 4,50 an, das ich gerne annehme.
    Der Campingplatz liegt direkt an der Straße, der Wind übertönt die Autogeräusche.

    Tag 23_Montjean-sur-Loire_CP Belle Rivière vor Nantes

    Ich erwache früh am Morgen und höre Vogelgezwitscher, das ist ein gutes Zeichen! Weniger gut finde ich die Ameisen, die mein Zelt bevölkern. In einer etwas hektischen Aktion befördere ich die Viecher aus dem Unna. Kaum zur Ruhe gekommen, besucht mich ein Marienkäfer im Zelt. Um ihn nicht platt zu liegen setze ich ihn vor die "Tür". Nachdem Frühstück packe ich alles zusammen und ziehe weiter. Die Sonne ist wieder da.

    Impressionen von Unterwegs.

    Links: Da will ich wohnen! Rechts: Wieviele Radler sind da wohl schon in der Loire gelandet?
    Es geht tatsächlich links direkt am Wasser weiter.

    Bild oben: Das muss nicht jedem gefallen. Links: ohne Kommentar. Rechts: Wer sein Rad liebt, der schiebt.

    Beim weiter Radeln, bleibe ich auf dem super freundlich geführten CP Belle Rivière, etwa 10 Kilometer vor Nantes hängen. Ein kleines Hinweischild macht mich neugierig, ich fahre über einen kleinen Trampelpfad zum Hintereingang des Platzes, der für Radfahrer geöffnet ist. Welch netter Empfang! Ich bekomme am Abend mit anderen Radlern zusammen einen Gratis-Spezial-Willkommenstrunk. Dann sitzen wir noch gemütlich beisammen und reden noch über alles Mögliche. Zum Schluß macht die Betreiberin noch ein Gruppenfoto von uns allen.
    Auf der Zeltwiese befinden sich mittlerweile 4 Nationen. Ein großer, junger Australier mit Rennrad und Hundehütte auf Europatour. Als er mein Unna sieht, überlegt er sich hier in Europa ein neues Zelt zu kaufen. Ich vermute, dass er nur zusammengefaltet im Zelt liegen kann. Ein Paar aus GB auf Rückreise von einer 1-jährigen Rad Tour durch diverse Kontinente. 2 Franzosen und ich.


    Rechtes Bild: Das ausralische Zelt. Man beachte die Rahmehöhe des Fahrrads im Verhältnis zu dem Igluzelt. Leider habe ich nicht sehen können, wie er die "Packtasche" am Rad befestigt.
    In der Nacht schlafe ich nicht gut, ich werde immer wieder wach

    Tag 24/25_Nantes _ Royan_CP Hourtin Plage

    Am nächsten Morgen trinke ich an der Rezeption einen Grand Créme und esse 1 Croissant und ein Pain au Chocolat. Danach fühle ich mich besser, und es scheint die Sonne. Ich will heute ab Nantes den Zug nach Royan nehmen. Nachdem alles wieder verstaut ist, fahre ich die restlichen 10 Kilometer nach Nantes zum Bahnhof. Um 14 Uhr fährt mein Zug und so brauche ich mich nicht zu beeilen. Den Bahnhof finde ich recht gut, allerdings ist ein ziemlicher Verkehr hier. Die Temperatur erreicht wieder die 30 Grad Marke. Der Zug ist voll und ich finde im Eingangsbereich mit meinem Rad gerade so Platz. Im Zug ist es stickig und heiß und durch die Fahrgeräusche des Zuges laut. Mittlerweile sitze ich ziemlich fertig am Boden. Es gesellen sich noch 2 Typen dazu, sie quatschen in einer Tour.
    Die Fahrt wird anstrengend. Irgendwann erreiche ich mit Umsteigen in Saintes, Royan. Froh, wieder an der frischen Luft zu sein suche ich die Touristeninfo auf und frage nach einem Campingplatz. Ich lande auf dem CP La Triloterie und darf für einen super Komfort 12 € bezahlen.
    Eigentlich brauche ich morgens um 7 Uhr keine musikalische Beschallung. Der Platz ist sehr freundlich geführt.
    Um 10:30 Uhr geht die Fähre über die Gironde nach Verdon, ich fahre früh los. Der Fähranleger ist eine riesen Anlage, hunderte von Autos stehen schon in der Warteschlange, da bin ich froh mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Irgendwann blicke ich es, wo sich die Radler zu positionieren haben. Ich stehe nämlich zuerst mutterseelen allein auf einem Behindertenplatz, neben mir wahnsinnig viele Motorräder aller Art. Für solchen Situationen ist es gut genügend Zeitpuffer zu haben. Ich schiebe mein Rad zu den anderen Radler hinüber, ich bin die Einzige mit Gepäck. Die Überfahrt auf der knallvollen Fähre dauert 30 Minuten. In Verdon angekommen hänge ich mich an eine Gruppe von Radlern und gelange so problemlos zur Piste cyclable. Mit dieser Ausflugsgruppe fahre ich bis Soulac-sur-Mer. Hier gönne ich mir erstmal eine große Kaffeepause. Das Wetter ist super! Ich bin am Atlantik angekommen!



    Die Radwege Pisten sind bestens ausgeschildert. Ich radle, bei ziemlicher Hitze weiter. Ich möchte nicht wissen, was hier für ein Betrieb in der Hauptsaison herrscht.



    Leider sind die Pisten oft kilometerlang schnurgerade angelegt, das ziemlich eintönig zum radeln ist. Ich glaube aus dem Grund gibt es alle 1-2 Kilometer eine "Beule" zu fahren um für Abwechslung zu sorgen.



    Irgendwann komme ich auf den CP Hourtin Plage, wo ich eigentlich nicht hin wollte. Ein 4 Sterne Platz mit vollem Touri-Programm, und man spricht Deutsch. Das ganze für stolze 21 €. Wegen der Hitze bleibe ich. Der Platz liegt schön in einem Pinienwald.



    Um 24 Uhr hört das Animationsgedöns auf, und ich kann endlich schlafen.

    Tag 26/27_Lac Lacanau CP Le Tedey

    Nachdem ich in der Nacht gut geschlafen habe, frühstücke ich als Einzige und erster Gast in der Bar des Restaurants am Platz.
    Die Ameisen lieben mein Unna! Die Ameisen müssen hier bleiben, ich packe das Zelt ohne sie ein. Die Temperatur steigt weiter auf die 40° Marke zu und ich weiß nicht, wie weit ich heute kommen werde.





    Landschaftlich ist es wunderschön hier, wenn es nicht so heiß wäre.
    Die Küstenorte sind ganz auf den Tourismus eingestellt und so ist die Versorgung prima. Mein Radcomputer zeigt mittlerweile 45 Grad an und ich erreiche mit Mühe und Kopfweh den CP Le Tedey am Lac Lacanau.
    Ich entgehe gerade so einem Sonnenstich.



    Ich installiere mich und lege mich erstmal völlig K.O. ins Unna. Als ich so vor mich hin döse, erschrecke ich fast zu Tode, irgendetwas großes donnert auf das Zeltdach. Ich krieche nach draußen um nachzusehen, was das war. Hier wachsen Mega-Kiefernzapfen auf den Bäumen und einer davon ist auf das Unna gefallen. Aus Sorge dass das Zelt beschädigt werden könnte lege ich sicherheitshalber mein Handtuch auf das Zeltdach. Wegen der Hitze lege ich noch einen Pausentag ein.


    Der Lac Lacanau ist in der Vorsaison noch verwaist. Die Hitze macht mich ganz schlapp und ich habe keine Lust mehr zum weiterradeln.
    Ich schleppe mich mit deutschen Zeitungen lesend und viel Ruhe über den Tag. Glücklicher Weise gibt es auf dem Platz einige Shops und man ist hier somit gut versorgt. An der Rezeption des Campingplatzes erzähle ich, dass ich zur Düne von Pilat weiterfahren will. Davon wird mir bei den Temperaturen dringlichst abgeraten. So beschließe ich meine Tour in Bordeaux zu beenden.
    Geändert von rockhopper (04.03.2014 um 14:12 Uhr)

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    AW: [FR] Radtour 2011 Von Strasbourg nach Bordeaux, über den Eurovelo 6

    #20
    Tag 28/29/30 Becken von Arcachon_Bordeaux

    Nach 2 Pausentagen, fahre ich weiter Richtung Bordeaux. Die Temperatur ist wieder moderat. Ursprünglich wollte ich ja am Atlantik entlang
    radeln, bei Le Cap Ferret mit der Fähre nach Arcachon übersetzen. Von da aus direkt zur Düne. Ich ändere meine Route und fahre über Le Porge, dann wohl auf einer Bahntrasse am stillgelegten Bahnhof von Ares vorbei, nach Andernos. Ich trödle einsam und kilomerlang auf geradem Radweg und schönem Wald entlang.


    Hier hätte wahrscheinlich Monet seine Staffelei aufgestellt um zu Malen.



    Hin und wieder gehen kleine Fußwege seitlich in den Wald, und weil es hier so schön und stimmungsvoll ist, habe ich die Idee einen kurzen Abstecher in den Wald zu machen. Ich komme ein paar Meter, dann stecke ich im Sand fest, siehe rechtes Foto Das wäre zu schön gewesen, so freue ich mich an Ort und Stelle über die meterhohen Farne und den ursprünglichen Wald. Zum Glück ist keine Menschenseele unterwegs und ich kann so die Peinlichkeit gut wegstecken. Also schiebe ich mein Rad wieder zurück auf den Radweg und radle in Demut weiter auf dem Flüsterasphalt. Irgendwann erreiche ich Andernos-les-Bains. Hier möchte ich ans Wasser und das Becken von Arcachon sehen. Der Himmel ist bedeckt was mir nicht unrecht ist, hatte ich doch die letzten Tage viel Sonne zu ertragen. Es ist immer noch Vorsaison und der Ort befindet sich noch im Winterschlaf. Ich finde den Weg zum Becken, leider ohne Wasser, da Ebbe.
    In Andernos halte ich mich nicht lange auf, kein inspirierender Ort, nicht mal für eine Kaffeepause.



    Ich kehre zum Radweg zurück der nördlich um das Becken führt. Entlang an endlosen Feriensiedlungen erreiche ich schließlich Biganos.
    Meine Idee ist, den Zug nach Bordeaux zu nehmen um mir das Fahren durch die endlosen Vororte zu ersparen. Unterwegs komme ich mit 2 netten älteren Damen auf Rädern ins Gespräch. Nach den üblichen Fragen nach dem - Woher und Wohin - ach, ganz allein unterwegs? - und haben sie denn keine Angst?, geben sie mir nach etlichen Komplimenten einen super Tipp für meine Rückreise. Die Rückfahrt mit dem TGV ab Bordeaux hatte ich mit Umsteigen in Paris angedacht. Jetzt gibt es eine neue Direktverbindung Bordeaux_Strasbourg in etwa 7 Stunden.
    Super! Das werde ich machen! In dem kleinen Bahnhof bei Biganos, Le Facture, ist der Schalter offen und die Fahrkarten-Verkäuferin hat nichts zu tun, bis ich komme Ganz entspannt suchen wir eine Verbindung nach der Anderen. Am Ende habe ich etliche Fahrscheine in der Hand und meine Rückfahrt im TGV ist bis Stuttgart gebucht. Total happy, nehme ich den TER nach Bordeaux, denn ich möchte hier 2 Tage bleiben um die Stadt anzusehen. Es ist mein allererster Besuch hier, und ich suche erstmal die Touristen-Information um ein Hotel zu finden.
    Ich suche eine ganze Weile bis ich sie endlich finde. Kein Wunder, am Bahnhof wird gebaut und die Touri-Info ist in einem Baucontainer untergebracht. Von einer leicht gestressten Mitarbeiterin bekomme ich ein Zimmer in einem 2 Sterne Hotel in relativer Nähe zum Bahnhof
    vorgeschlagen. Ich bin relativ früh dran, und habe Glück, das Zimmer ist noch frei. Mein Fahrrad kann nach Nachfrage auch untergebracht werden. Im Hotel angekommen, trägt mir der Herr vom Empfang mein Rad in den ersten Stock hoch und stellt es in eine abschließbare Wäschekammer. Na gut, denke ich, Hauptsache abgeschlossen. Dann bekomme ich den Zimmerschlüssel ausgehändigt. Als ich aufschließe, glaube ich mich in der Türe geirrt zu haben, denn das Bett ist nicht gemacht. Also gehe ich wieder an die Rezeption und sage, etwas unglücklich, dass das Zimmer nicht in Ordnung ist. Ich bekomme ein Anderes. Ich richte mich ein und entsorge als erstes die Thermarestmatte an der Rezeption. Sie passt ja nicht in den kleinen Mülleimer auf dem Zimmer Anschließend gehe ich auf Erkundungs-Tour, ich habe jetzt noch 1 1/2 Tage Zeit dafür.


    Mein Lieblingsmuseum in Bordeaux: Das Museum für zeitgenössische Kunst, ein alter Gedreidespeicher. Zu sehen die Installation von Michel Majerus.



    Durch die Luftverschmutzung sind sehr viele Häuser schwarz geworden. Wer es sich leisten kann, läßt sein Haus säubern. Je nachdem wieviel Geld zur Verfügung steht, man kann auch Kirchen die nur zur Hälfte wieder im alten Glanz erstrahlen sehen.



    Bei meinen Spaziergängen in den beiden Tagen mache ich jede Menge Fotos. Ich habe mich in diese Stadt verliebt und möchte bei meiner nächsten Radtour unbedingt wieder kommen.

    Nachwort
    Der Eurovelo ist relativ gut ausgeschildert, auch wenn es hin und wieder Radwege Sperrungen gab. Von der Oberflächenbeschaffenheit war von
    frisch asphaltiert bis zur Schotter- Schlagloch- Sandpiste alles vertreten. Natürlich gab es auch über weite Strecken nicht so spannende Abschnitte, wenn es zum Beispiel durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet geht. Campingplätze gibt es unterwegs genügend. Die Versorgungslage ist nicht immer optimal, da es in einigen Dörfern keine Bäcker oder Lebensmittelläden mehr gibt. Ich bin die Strecke von Ost nach West geradelt und hatte entsprechend viel Gegenwind.
    Ich stelle hier noch einen Text ein in dem man lesen kann, worum es mir bei meinen Radtouren geht. Eine Kollegin hat ihn nach meinen Vorgaben formuliert.

    Unterwegssein
    Jedes Leben hat eine Struktur.
    Unterwegssein heißt, dem Leben enthoben zu sein und ihm doch näher zu kommen als je zuvor.
    Keine Bahnen sind gewohnt, jeder Meter heißt Erleben.
    Das Leise, das Sanfte spüren, die Natur weckt die Sinne und mich selbst.

    Verpflegung
    das Einfache genießen, wenig brauchen, wenn der Körper gesättigt ist mit Eindrücken.
    Nahrung finden, Gesellschaft haben, die Kultur erfahren.
    Die Einfachheit zelebrieren, wenig wollen, weil mit mir selbst im Reinen.

    Schlafen
    Verwaiste Campingplätze in der Vorsaison.
    Nur das Wichtigste im Gepäck, was ist denn wichtig? Eigentlich?
    Der richtige Zeltplatz, die Mitbewohner.
    Sitzen und das Glück kaum fassen können.
    Menschen treffen, kurz verweilen, lachen, weiterziehen.
    Geschichten erleben, im eigenen Kosmos bewegen, vom Wetter in ein Zimmer vertrieben werden,
    das Wetter überhaupt wahrnehmen, ihm ausgesetzt sein.
    Zu Hause sein. Bei mir.
    Geändert von rockhopper (07.03.2014 um 17:16 Uhr)

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