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  1. Dauerbesucher
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    [FR] Radtour 2012 Atlantik_Baskenland

    #1
    Mitreisende: rockhopper
    Radtour 2012 Baskenland_17.06. bis 0 9.07._ km 850_Solotour 3

    Prolog:
    Seit Monaten versuche ich meinen Tourbericht zu schreiben, da ich auch in diesem Forum etwas dazu beitragen möchte,
    nicht nur Lesen und Genießen. Jetzt habe ich meine Anfangsschreibblockade überwunden.
    Leider sind meine Aufzeichnungen etwas rudimentär und ich muss einiges aus der Erinnerung schreiben.
    Seit 2010 unternehme ich Solo_Radtouren, überwiegend in Frankreich.
    Mein Fahrrad, ein Centourion Accordo GT, gekauft 1993, neu aufgebaut mit XT-Schaltung.
    Etwas in die Jahre gekommen...wie ich auch.
    Nach meiner ersten Tour habe ich mein erstes neu gekaufte Zelt, ein Tadpole von The North Face
    durch ein HB Unna ersetzt, und bin seither super zufrieden damit.
    My tent is my castle.
    Da ich ja keine Weltreise mache, gibt es ausrüstungsmäßig nichts besonders spannendes zu erzählen.
    Ich nehme nur das Notwendigste mit. Bisher ohne Kocher und Navi. Dafür jedes Mal bis zu 7 IGN Karten 1:100 000. Eine Packtasche für Zelt, Schlafsack, Matte, Ortlieb Faltschüssel, die Andere für Klamotten und sonstiges.
    Einen kleinen Rucksack 12l für Kamera, Geld, Proviant usw.

    Hier noch eine kleine Übersichtskarte:

    Copyright: rockhopper


    1. Tag 17.06._Anreise

    Nach mehrmonatiger Vorfreude und Planung war der Tag des Losfahrens endlich gekommen.
    Da ich schon vor 3 Monaten meine Fahrkarte gebucht hatte , konnte ich ganz entspannt
    zum Bahnhof, dem Stuttgarter, noch oberirdisch, einfach genial zum Einsteigen und Umsteigen, radeln.
    Dieses Mal ohne Regen.
    Der TGV nach Strasbourg stand schon am Bahnsteig, schnell die Packtaschen und das Rad im Zug verstaut, und der Radurlaub konnte beginnen.
    Es standen glücklicherweise nur 2 Fahrräder im Abteil, so konnte ich meines noch gut dazustellen. Bei der maximalen Zulassung von 4 Rädern, ist das Durchkommen zu den vorderen Fahrgastsitzen dann nicht ganz komfortabel.
    Dieses Mal waren im Abteil noch 2 weitere Radler mit den Zielen Barcelona und Paris.
    Die Fahrt nach Strasbourg verlief kurzweilig, da wir uns über unsere Routen unterhielten.
    Hier musste ich in den nächsten TGV nach Bordeaux umsteigen. Mit fahrradfreundlichem Aufzug.
    Nach etwa 7 Stunden Bahnfahrt bin ich in Bordeaux angekommen.
    Der Bahnhof in Bordeaux hat wohl einen Lift, in diesen passen aber keine Fahrräder.
    Also wieder mal Packtaschen vom Rad, und alles einzeln die Treppe hinunter tragen, und wieder hoch....da tauchte plötzlich ein freundlicher SNCF Mitarbeiter auf, der mir anbot, er trage mein Rad mit dem Gepäck die Treppe zum Bahnsteig hoch. Klasse, denke ich, und frage, ob ich ihm dabei helfen soll. Kein Problem!...meinte er. Da hatte er das komplette Gewicht des Rads doch etwas unterschätzt, denn er quälte sich mit dem "Paket" die Treppe hoch, dass er mir schon leid tat. Auf jeden Fall war ich über die spontane Hilfe dankbar. Ich kaufte mir noch ein Ticket für den TER nach Arcachon um zum eigentlichen
    Startpunkt meiner Reise zu kommen.
    Der Zug war proppenvoll, und ich war die Einzige mit Rad und ausladend breiten Packtaschen, und stand dem entspechend im Weg. Was soll’s, denke ich mir, ich bin im Urlaub und in bester Laune.
    Bei sonnigem Wetter in Arcachon angekommen, machte ich mich auf die Suche nach dem Campingplatz, der wie es sich herausstellte, oben auf dem Berg liegt.
    Somit kann ich gleich mein neues bergtaugliches Ritzel am Hügel (gefühlte 10 %Steigung) ausprobieren. Dachte ich.....
    Beim herunter schalten, sprang mir die Kette herunter, super!!!!....und Anfahren bei dieser Steigung, mit Packtaschen, vergiss es.
    So war Schieben angesagt, das war mir schon peinlich, kaum einen Kilometer gefahren!




    2./3. Tag_18./19.06. Arcachon_Düne von Pilat


    Am nächsten Morgen fuhr ich, nachdem alles wieder gepackt war, zum Frühstücken in den Ort hinunter. Gut gestärkt mit einem Grand Crème und einem überteuerten buttrigen Mini-Croissant ging es am Rande des Beckens von Arcachon bis zur Düne von Pilat, meinem ersten Ziel, nach etwa 15 km..



    Die Düne wollte ich eigentlich bei meiner letzten Tour als Endziel besuchen.
    Auf Grund der großen Hitze, bis zu 42 Grad, riet man mir an der Rezeption eines Campingplatzes
    vor Bordeaux, die Düne besser nicht zu besteigen.
    War mir auch recht, da bei Temperaturen über 35 Grad das Unterwegssein doch anstrengend ist.



    Der Campingplatz La Forêt, mit direktem Aufstieg auf die Düne.

    Da ich noch in der Vorsaison unterwegs war, hielten sich die Menschenmassen auf dem
    Campingplatz in Grenzen, kann mir aber auf Grund der vielen Mobilhomes vorstellen, was da zur Hauptsaison für ein Betrieb auf dem Platz ist.
    Die Düne ist ein Ereignis. Nach einem etwas mühsamen Aufstieg, hat man oben eine fantastische Aussicht.
    Vor Begeisterung bin ich 2 Tage auf dem Campingplatz geblieben, und bin auch 2 Mal oben auf der Düne gewesen. Trotz des üppigen Tagespreises von 16€.....ohne Quittung..))



    Auf dem Foto ist meine Abstiegsspur zu sehen, ganz rechts im Bild eine Steighilfe mittels einer liegenden Aluleiter.
    Das letzte Drittel muss man allerdings mehr oder weniger auf allen „Vieren“ bewältigen.
    Das ist schönes Kino für die Leute die den Aufstieg an dieser Stelle schon geschafft haben
    und nun den Anderen beim „Aufstieg“ zusehen.
    Es gibt etwa 1,5 km weiter nördlich den offiziellen Zugang zur Düne, der ziemlich touristisch angelegt ist, mit riesigen Parkplätzen, Buden und einer Kunststofftreppe.





    Die Düne ist etwa 2,7 km lang, 500m breit und 110m hoch.
    Geändert von rockhopper (07.02.2015 um 15:49 Uhr) Grund: Copyright eingefügt

  2. Fuchs
    Avatar von hosentreger
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    AW: FR__ Radtour 2012 Atlantik_Baskenland

    #2
    Schön, dass Du angefangen hast!
    Klingt nach mehr. Mach weiter, ich bin schon gespannt...

    Hosentreger, jüngeres Rad,
    Aber älterer Besitzer.
    Neues Motto: Der Teufel ist ein Eichhörnchen...

  3. AW: FR__ Radtour 2012 Atlantik_Baskenland

    #3
    Zitat Zitat von hosentreger Beitrag anzeigen
    Mach weiter...
    Tja, la dune du pilat!
    Da war ich auch mal. Da macht man dann nicht mehr weiter......

    (höchstens bis Mimizan und zurück)

  4. Dauerbesucher
    Avatar von grenzenlos
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    AW: FR__ Radtour 2012 Atlantik_Baskenland

    #4
    Hallo Rockhopper,

    freue mich auf die nächsten Folgen. Schöne Bilder, gut geschrieben. Geht halt auch so eine Tour mit einem etwas älteren Drahtesel. Schon komisch, dass man für viel Sand bezahlen muss

    Gruß Wi grenzenlos
    Unsere Webseite: http://www.grenzenlosabenteuer.de

    Gruß, Wi grenzenlos

  5. Alter Hase

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    AW: FR__ Radtour 2012 Atlantik_Baskenland

    #5
    Anstelle der IGN-Karten benutzen wir nur noch aus einem Straßenatlas ausgerissene Seiten. Dazu fertige ich vorab ein Roadbook an, aus dem man entnehmen kann, wo man auf welcher Straße fährt. Die französischen Straßen sind perfekt durchnummeriert und beschildert.

  6. Vorstand
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    Avatar von lina
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    AW: FR__ Radtour 2012 Atlantik_Baskenland

    #6
    Freu mich auch auf mehr :-)

  7. Dauerbesucher
    Avatar von rockhopper
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    AW: FR__ Radtour 2012 Atlantik_Baskenland

    #7
    Vielen Dank für das Feed Back! Freut mich.
    @enja
    Da ich mich auf meinen Touren immer mehrmals sauber verfahren habe, habe ich mir letztes Jahr,
    nach meiner Tour, ein eTrex30 zugelegt. Ich hatte schon Situationen, da stand ich ziemlich orientierungslos in der Landschaft...wo bin ich denn...gut, ich bin nicht in der Wüste Gobi,und so haben sich diese Situationen meistens bald entschärft. Außerdem bin ich ein Kartenfetischist...ich liebe Karten!...egal ob analog oder digital.
    Wenn frau etwas abseits fährt, kann es schon vorkommen, dass mal nix dasteht, dann fahre ich intuitv in eine Richtung bis wieder etwas zur Orientierung kommt. Sonst hast Du Recht, die franz.Straßen sind gut bezeichnet.

  8. Fuchs
    Avatar von hosentreger
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    AW: FR__ Radtour 2012 Atlantik_Baskenland

    #8
    Ich sehe schon: Du warst bei deiner Gepäckzusammenstellung etwas minimalistischer als ich.
    Da habe ich noch Verbesserungsbedarf.

    Ist doch richtig: Du hattest lediglich die beiden hinteren Radtaschen. Keine Zeltrolle oder so. Wo hattest Du das Unna drin?
    Und: Gibt es schon Pläne für 2014???

    hosentreger
    Neues Motto: Der Teufel ist ein Eichhörnchen...

  9. Dauerbesucher
    Avatar von rockhopper
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    AW: FR__ Radtour 2012 Atlantik_Baskenland

    #9
    4. Tag 20.06._ weiter bis zum CP Mimizan

    Nachdem am 2. Abend das Palaver in der Nachbarschaft endlich aufhörte, konnte ich die restliche Nacht in Ruhe verbringen.
    Am nächsten Tag ist die Etappe bis zum Campingplatz Mimizan angesagt. Tagestemperatur bis 35 Grad.
    In Biscarosse Ville habe ich mich wieder verfahren, da es auch den Ort Biscarosse Plage gibt, da wollte ich eigentlich garnicht hin. Bei Gluthitze habe ich mich in einem kleinen Restaurant/Bar, im Innenbereich niedergelassen und einen kühlenden
    Bananensplit genossen. Das Herausfinden aus dem Ort war eine ziemliches Fahrerei, bis ich wieder auf dem super Radweg
    war. Unterwegs ist mir niemand begegnet, bis dann plötzlich ein Soldat an der Straße stand und wartete..kurze Zeit später
    klärte sich das, als mir eine Gruppe joggender Soldaten auf dem Radweg begegnete und jemand rief: Attention vélo!



    Die Arbeiter waren gerade auf dem Weg zur Mittagspause als ich an diese Stelle kam.
    Da mir aber keiner mit nur einem Wort signalisierte, dass weiter fahren nicht gestattet sei,
    bin ich davon ausgegangen, dass das möglich ist.
    Nun ist radeln auf frisch geteertem Weg ja nicht soo optimal, und ich überlegte, ob ich umdrehen sollte
    oder weiter fahren.
    Deshalb genehmigte ich mir mit einer Quiche eine kleine Pause der Überlegung.
    Mittlerweile gesellte sich noch ein Radlerpaar
    aus Freiburg dazu. Nach dem wir getestet hatten, ob eine Weiterfahrt überhaupt möglich ist,
    haben wir erstmal etliche Meter auf dem noch klebrigen Asphalt geschoben.
    Danach hatte mein Rad wieder wunderbare schwarze Reifen.

    ..die Freiburger sind schneller unterwegs als ich...


    ...wieder mal verfahren...


    Den Weg links weiter zu fahren habe ich mich mit meinen Reifen nicht getraut,
    mit dem MTB und einem Navi eher. Außerdem wusste ich nicht wohin der Weg führt, womöglich weg von der Küste in die Landes, einem riesiges Waldgebiet. Also wieder zurück.
    Ich radelte dann auf einem Radweg etwa 4 km parallel zu dem direktem Rad-Wanderweg an der Küste.
    Von dem Küstenradweg riet man mir auf Grund meiner Bereifung ab.
    Es gibt hier viele bezeichnete gute Radwege, in alle möglichen Richtungen, da ist es hilfreich eine genaue Karte zu haben, oder ein GPS. Ich habe auch Radwegeschilder gesehen welche zum gleichen Ort in gegensätzlicher Richtung zeigten. „Wunder“ Glücklicherweise waren in dieser Gegend einige Menschen unterwegs, die ich fragen konnte.



    Irgendwann bin ich auf dem CP Mimizan gelandet, da ich den ursprünglich ausgesuchten, nicht gefunden habe.
    Ziemlich verwaist in der Vorsaison.



    5. Tag _ CP-Mimizan bis Urt am Adour

    Irgendwie sind meine Aufzeichnungen etwas durcheinander, mmh, ein Tag hat sich aufgelöst...
    Ich lasse jetzt das Datum weg, das führt nur zu Irritationen.
    Egal, in meinem Roadbook steht, dass es in der Nacht geregnet hatte und dass mir kalt war.
    Am Morgen bin ich auch später aufgestanden, habe gemütlich gepackt und bin bei 20° losgefahren.
    Nach einer Kaffee Pause in St.-Vincent-de-Tyrosse bin ich die restlichen Kilometer bis Urt gefahren.


    Brücke über den Adour bei Urt

    Hier gestaltete sich die Campingplatzsuche auch nicht ganz einfach, letztendlich bin ich auf einem eigentlich noch
    nicht geöffnetem Platz gelandet, dessen Besitzer aber sehr freundlich und zuvorkommend war.
    Der CP liegt natürlich oben am Berg.
    An diesem Abend wurde ein WM Spiel Deutschland gegen......hab‘s vergessen, übertragen, und ich wollte das unbedingt ansehen. Habe zwar keine Ahnung vom Fussball, schaue aber trotzdem gern.
    Auf meine Frage, ob es eine Möglichkeit gäbe das Spiel auf dem Platz anzusehen, verneinte er, da es keine Bar gäbe.
    Aber er bot mir an, das Mobilhome gegenüber von meinem Zeltplatz aufzuschließen, da stände ein Fernseher drin, der funktioniert. So war ich an diesem Abend im Fussballglück, D hat glaube ich, verloren.
    Außerdem konnte ich zum ersten Mal den Charme eines Mobilehomes erfahren.
    Ich war doch froh, so ein schnuckeliges kleines Zelt zu haben.


    Rechtes Foto: Blick aus meinem Unna hinüber zu dem Mobilehome.
    Dann habe ich noch praktischer Weise meine Wäsche dort zum Trocknen aufgehängt.
    Geändert von rockhopper (02.02.2014 um 11:36 Uhr)

  10. Dauerbesucher
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    AW: FR__ Radtour 2012 Atlantik_Baskenland

    #10
    @ hosentreger
    Ich bin bisher mit 2 Karrimor-Packtaschen (sind auch schon älter, gibt es nicht mehr im Programm) und einem 10-12 Liter Rucksack unterwegs gewesen.
    Das Unna, die Thermarest Woman (kurz) und die Ortlieb Faltschuessel plus Kartenmaterial kommen in eine Packtasche.
    In die Andere kommen Klamotten, Pflegesachen, Besteck, Geschirrtuch, Regenkleidung und weitere Kleinigkeiten.
    Auf dem Gepäckträger klemmt in der Regel das Zeltgestänge, eine zweite 1,5 l Wasserflasche, ein Baguette und die aktuelle Karte. Ein Buch zum Lesen lohnt sich nicht mitzunehmen, da ich wenn ich im Zelt liege, bald einschlafe.
    Im Rucksack sind meine Kamera, Geld und ein wenig Tagesproviant verstaut.
    Meinen Ministuhl von VauDe lasse ich mittlerweile auch zuhause, da er kaum zum Einsatz kommt.
    Meine Pläne für 2014 sind mit dem TGV nach Rennes zu fahren und von dort eine kleine Runde in der Bretagne
    zu drehen, und wenn ich es zeitliche schaffe, auf dem Eurovelo 6 von Nantes zurück nach Strasbourg.
    Ein Stück auf dem Canal de Nantes à Brest möcht ich auch noch radeln.
    Mit der Option auch mal den Zug zu nehmen.
    VG rockhopper
    Geändert von rockhopper (10.02.2014 um 07:20 Uhr)

  11. Alter Hase

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    AW: FR__ Radtour 2012 Atlantik_Baskenland

    #11
    Auf dem CP in Mimizan arbeitet unser früheres Au Pair-Mädchen. Und den Radweg habe ich auch schon benutzt.

  12. Vorstand
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    Avatar von lina
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    AW: FR__ Radtour 2012 Atlantik_Baskenland

    #12
    Wir waren vor langer Zeit mal in dieser Gegend mit dem Auto unterwegs, da habe ich noch gar nicht an die Möglichkeit einer Radreise gedacht, auch wenn wir Zelte dabei hatten. Schön, dieses besondere Licht mal wieder auf Bildern zu sehen Gab es gar keine Mücken? Wir hatten davon Unmengen, es war aber, wenn ich mich richtig erinnere, später im Jahr.

  13. Erfahren
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    AW: FR__ Radtour 2012 Atlantik_Baskenland

    #13
    Freue mich auch auf die Fortsetzungen - Toulouse , da kenn ich mich aus !


    Liebe Grüße

    Franky
    Bemerke, höre, schweige. Urteile wenig, frage viel.

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    AW: FR__ Radtour 2012 Atlantik_Baskenland

    #14
    Zitat Zitat von lina Beitrag anzeigen
    Wir waren vor langer Zeit mal in dieser Gegend mit dem Auto unterwegs, da habe ich noch gar nicht an die Möglichkeit einer Radreise gedacht, auch wenn wir Zelte dabei hatten. Schön, dieses besondere Licht mal wieder auf Bildern zu sehen Gab es gar keine Mücken? Wir hatten davon Unmengen, es war aber, wenn ich mich richtig erinnere, später im Jahr.
    Nein, glücklicherweise kaum, und wenn überhaupt, max. 2, welche mich auch gestochen haben.
    Stechmücken lieben mich!
    Geändert von rockhopper (04.02.2014 um 10:19 Uhr)

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    AW: FR__ Radtour 2012 Atlantik_Baskenland

    #15
    7. Tag _ CP-Urt bis St.-Jean-Pied-de-Port und Pausentag

    Nachdem ich eine super ruhige Nacht verbracht hatte und gut geschlafen, packte ich meine Sachen zusammen
    und fuhr los bis zur nächsten Bar, um einen Crème zu trinken und ein Croissant zu essen.
    Auf der Karte sieht der Streckenverlauf ziemlich flach aus, das stellte sich als Irrtum heraus, denn schließlich bin ich jetzt
    im Baskenland angekommen, das bekannter Weise hügelig ist.
    Bis zu meinem Ziel heute ging es achterbahnmäßig die Hügel hoch und runter. Mit dem kleinsten Kettenblatt, im Schneckentempo arbeitete ich mich den Berg hoch, um dann mit ca. 40 km/h den Hügel runter zu brettern, dafür wurde ich für die Anstrengung durch landschaftlichen Hochgenuß entschädigt.
    In Irissary gab es endlich wieder eine Bar um eine Kaffepause zu machen. Offensichtlich halten hier wenig Radler an
    um eine Pause zu machen, denn der Hund des Hauses, Putschi, auch ziemlich älteres Semester, wie sein Besitzer, sah mich als
    Eindringling an und empfing mich mit großem Gebell. Nach dieser Anstrengung legte er sich wieder hin.
    Ach ja, das Wetter, ich hatte die meiste Zeit Glück und hatte viel Sonne und blauen Himmel.
    Die Problematik mit Hunden hielt sich auch in Grenzen.


    Im Baskenland


    Hügel rauf und Runter
    Putschi

    Am späten Nachmittag erreichte ich St.-J.P.d.P, mit entsprechend vielen Touristen aller Art,
    überwiegend natürlich Jakobspilger, welche von hier aus starten.
    Der CP liegt zentrumsnah, ist entsprechend gut besucht und relativ einfach.





    Meine Nachbarn auf dem CP.
    Der Wohnanhänger ist ja schon außergewöhnlich in der Optik, und so habe ich den Besitzer angesprochen.
    Wir hatten einen sehr unterhaltsamen Abend bei Wein und Käse, an dem er mir seine Geschichte erzählte.
    Wie es sich heraus stellte kommt er ursprünglich aus Leonberg bei Stuttgart. Ein Schwabe
    Vor etwa 20 (?) Jahren ist er mit einem Traktor und einem umgebautem Bauwagen zur Rulotte, nach Südfrankreich ausgewandert und lebt dort auf einem Bauernhof.
    Heute ist Pausentag, ich schaue mir den Ort an und lasse es mir gut gehen.



    Der Campingplatz ist auf dem linken Bild links von der Brücke zu sehen.
    Das rechte Bild ist oben auf der Burg entstanden.


    Noch ein paar Impressionen aus Saint-Jean PdP

    9. Tag _ CP- St.-Jean-Pied-de-Port_Col d‘Osquich_CP Mauleon Licharre

    Am Morgen gemütlich gepackt, und weiter ging es. Der Col d‘Osquich stand heute auf dem Programm, über den ich schon einiges gelesen hatte,
    wie toll er zu fahren sei. Wahrscheinlich besonders für Rennradler, ohne Gepäck.
    Davor hatte ich mich noch verfahren, weil ich die Nationalstraße vermeiden wollte und somit einen zusätzlichen Abstecher mit knackigen Steigungen absolvierte. Irgendwann stand ich an der Abzweigung Richtung Col d‘Osquich.
    Ich dachte mir, die 4 Kilometer bei etwa 5-6% auf 500 Hm schaffe ich einigermaßen locker, wo ich doch schon andere Steigungen bewältigt hatte. An diesem Tag zeigte mein Radcomputer 38° an, und ich hatte in diesem Moment gar keine Lust mehr, da in der prallen Hitze hoch zu treten. Aufgeben und die Tour ändern schien mir auch irgendwie blöd, und so dauerte es eine Weile, bis ich mich entschieden hatte.
    Da außer mir sowieso kaum jemand unterwegs war, hatte ich mir überlegt, dass ich zum "Radwandern" für die 4 km etwa 1,5 Stunden brauchen werde. So wanderte ich mit meinem Rad in aller Ruhe den Pass hoch, und konnte entspannt die Landschaft genießen. Einen Versuch doch zu fahren gönnte ich mir doch. Hatte es aber bald aufgegeben.
    Unterwegs überholte mich eine Gruppe keuchender im Wiegetritt fahrender Rennradler. Die harmlosen Höhenmeter haben es in sich.
    Oben angekommen hatte ich eine schöne Fernsicht. Die lange Abfahrt auch mit Fernsicht, konnte ich leider nicht so genießen,
    da ich nicht schwindelfrei bin. Wieder unten angekommen ging es moderat bis zum CP in Mauléon-Licharre.




    10./11. Tag _CP Mauleon Licharre_Arette_Lourdes

    Weiter geht die Tour vom CP Uhaitza, über Tardets Sorholus, Arette, Arudy nach Lourdes.
    Die Temperatur bewegt sich wieder auf die 35° zu. Ich beschließe in Tardets Sorholus eine Mittaspause zu machen und gönne mir ein
    Tagesessen, was ich anschließend etwas bereute, da mit vollem Magen Berge zu fahren ziemlich anstrengend ist



    Vorher rettete ich noch eine kleine Kröte, die sich auf dem gepflasteren Platz verirrt hatte. In praller Sonne versuchte sie den Platz zu queren, um wahrscheinlich zu dem kleinen Bach dahinter zu gelangen. Als mein Radcomputer 39° anzeigte, beschloß ich nach nur 35 km auf den CP Pont de l‘Arrou zu bleiben. Außer mir war nur noch ein Radler aus GB auf dem Platz, der über einige Pässe auch nach Lourdes wollte.
    Am nächsten Tag hatte ich wieder bei Gluthitze etwa 70 km zu fahren. In Arudy gab es in einer Bar wieder eine Cola Pause. Die Dame
    an der Bar meinte, die Strecke sei agréable, also nicht so hügelig zum Radeln.....mit dem voiture vieleicht. Mit einigen Stops um eine kalte Cola zu trinken, erreichte ich bei Gluthitze endlich Lestelle-Betharram. Zum Besichtigen hatte ich bei den Temperaturen gar keine Ambitionen, ich wollte einfach nur weiter um Lourdes zu erreichen.
    In der Touristen Information riet man mir auf der rechten Seite des Gave de Pau zu fahren, da sei weniger Verkehr.
    Dort habe ich mich wieder verfahren und bin auf einem ziemlich holprigen Weg gelandet, auf dem vorher eine Planierraupe gefahren sein muss.
    Richtungsmäßig habe ich mich am Fluss orientiert, der etliche Meter unter mir gurgelte. Irgendwann ging die Piste wieder in einen normalen Waldweg über. Keine Menschenseele unterwegs, das gefällt mir, eigentlich.
    Dann stand unvermittelt ein Wagen mitten im Wald am Weg. Prima, dachte ich, da kannst du Fragen wie weit es noch ist.
    Hinter dem Auto saß ein älteres Paar beim Picknick, das sprachlos war, dass da noch jemand im Wald unterwegs ist.
    Auf meine wiederholte Frage, bekam ich dann zur Antwort: Sie sind mit dem Fahrrad unterwegs? ...(sieht man doch).
    Ich: oui, je suis en tour en vélo...nach wiederholtem Fragen meinerseits bekam ich dann endlich die Auskunft, dass es nach Lourdes geradeaus geht. Nach einigen Kilometern erreichte ich den ausgesuchten CP du Loup, der etwa 1,5 km vom Zentrum entfernt liegt.
    Ich vermute mal, dass die Beiden wegen der Hitze in den Wald geflohen waren.


    Linkes Foto, im Wald vor Lourdes, rechtes Foto, CP du Loup

    Ursprünglich wollte ich mir "das" mal ansehen, wenn ich schon in der Gegend bin, im vorbei fahren mitnehmen.
    Letztendlich bin ich 3 Tage geblieben, um Lourdes auf mich wirken zu lassen.
    Was mich beeindruckt hat, ist das entspannte Miteinander oder Nebeneinander von Religion, Kommerz und Tourismus.
    Großes Kino...mit Respekt betrachtet.



    Mein Lieblings-Frühstücksplatz, hier habe ich ordentlich ein‘s geschmiert bekommen...
    Ich staunte nicht schlecht, als ich meine Bestellung entgegen nahm, so liebevoll zubereitete Baguettes.
    Mengenmäßig war mir das viel zuviel....



    Rechts, der bewachte Haupteingang des "heiligen Bereichs". Hier wurde ich von einer freundlichen Dame des Wachpersonals
    aufgefordert, mein Fahrrad woanders anzuschließen,...es könnte hier gestohlen werden..
    Allerdings wurden mir danach tatsächlich die Batterien meines Rad-Rücklichts durch 2 Ausgelaufene ersetzt. Schon frech, und ich musste mir für 5 € Ersatz kaufen. Das war kein Problem, die Geschäfte haben bis 21 Uhr auf.
    An dem Abend hatte ich mir wieder ein WM-Spiel D gegen Italien in einer Kneipe angesehen, die Franzosen hat das wohl nicht so interessiert. Wir waren mit Personal 5 Leute, und ich die einzige Touristin. Die Stimmung im Lokal war gleich Null.
    D hat verloren, und die Italiener sind anschließend hupend durch den Ort gefahren.

    Morgen werde ich, um die mir fehlenden Radltage auszugleichen, den Zug bis nach Labarthe-Inard nehmen. Inklusiv eines unnötig hektischen Umstiegs in Montrejeau.
    Geändert von rockhopper (10.02.2014 um 20:18 Uhr)

  16. Dauerbesucher
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    AW: [FR] Radtour 2012 Atlantik_Baskenland

    #16
    12. Tag _ Bis zur Grotte Mas d‘Azil

    Mein Zug von Lourdes aus hatte Verspätung, und ich die Sorge, dass ich meinen Anschlußzug dadurch verpasse.
    Beim Aussteigen in Montrejeau sah ich schon den anderen Zug ein paar Gleise weiter, ohne eine Menschenseele am Bahnsteig, stehen.
    Super! Was mach‘ ich jetzt....dann sah ich eine Zugbegleiterin und winkte ihr heftig zu um ihr zu signalisieren, dass ich nicht so schnell
    über die Bahngleise komme, und mit fahren will. Ich sah auch keine Treppen oder einen Übergang.
    Sie hatte mein Problem erkannt und signalisierte mir, ich solle weiter nach vorne fahren, da gibt es einen Übergang über die Gleise.
    Das Problem für mich war, dass ich die ersten Meter gar keinen Übergang sah. So hetzte ich mit meinem Rad am Bahnsteig entlang bis besagter Übergang endlich auftauchte. Völlig außer Atem wuchtete ich mein Rad und das Gepäck in das Abteil, und dachte, dass der Zug nun sofort losfahren würde. Minuten vergingen, es passierte nichts, außer mir keine weiteren Reisenden im Abteil. Irgendwann kam die Zugbegleiterin wieder, und sagte mir, dass sie noch auf einen anderen Zug warten würden, und mit einem Lächeln: Am Ende wird alles gut. So hatte ich noch 15 Minuten
    Zeit meinen Puls wieder herunter zu fahren.

    Labarthe-Inard ist ein halb stillgelegter Bahnhof mit noch geschotterten Bahnsteigen. Ab hier fuhr ich durch wunderschöne Landschaft bis zur Grotte Mas d‘Azil, über Saint Lizier, einem Ort, welcher mir wieder eine knackige Steigung bescherte.
    Danach hatte ich bis zur Grotte eine wunderbare 10 Kilometer lange Abfahrt, und überhaupt nicht steil, genau richtig für mich.









    Im Tal des Salat



    Saint Lizier


    Die Grotte Mas d‘Azil


    Der kleine "Eingang" rechts im BIld mit den Verkehrszeichen, ist die D119, welche auf etwa 450 Meter durch die Grotte führt.
    Wegen meiner Tunnelphobie, habe ich mich zuerst auf dem Fußweg unten am Fluss ein wenig mit der Situation da "drinnen" vertraut gemacht.
    Der Weg geht nur ein paar Meter am Fluss entlang, um dann oben an der Straße auf einem schmalen Gehweg, eine Durchquerung auch zu Fuss möglich zu machen. Besonders beleuchtet ist der Tunnel ja nicht, und so bin ich mit Warnweste und extra Blinklicht am Rad mit 15 km/h
    durch den Tunnel geeiert, immer mit der Hoffnung, dass hinter mir kein Auto kommt. Besonders wohl habe ich mich nicht gefühlt und ich war
    froh, am Ende des Tunnels wieder Tageslicht zu sehen.
    Der Tunnel Eingang mit seinen 51m Höhe und 48 m Breite ist schon sehr beeindruckend! Die Tunnel Grotte ist Europas einzige Höhle, durch
    die eine Autostraße hindurch führt. Es gibt auch ein Museum und Führungen.



    Einige Kilometer nach dem Ort Le Mas d‘Azil liegt der CP Le Petit Pyreneean, den ich mir schon bei der Tourenplanung ausgesucht hatte.
    Nachdem das Unna aufgebaut war und ich geduscht hatte, wurde der Himmel dunkelblau und eine Gewitterfront zog über den Platz.
    Ich war froh, dass mich das Gewitter mit dem Wolkenbruch nicht unterwegs erwischt hatte. So gönnte ich mir in der Bar das Tagesessen, eine
    Plat de la Resistance, bestehend aus 3 Merguez mit einem Berg hausgemachter Ratatouille und einem französischen Radler aus der Dose.
    Nicht zu vergleichen mit einem frisch gemischten Radler.



    Es regnete auch am nächsten Tag noch ziemlich heftig, und so beschloss ich einen zusätzlichen Pausentag einzulegen. Der Campingplatz wird
    sehr freundlich geführt und das Betreiber Paar hatte mich die beiden Tage bestens versorgt. Ich war die Einzige auf dem Platz, die mit Rad und Zelt unerwegs war.
    Geändert von rockhopper (13.02.2014 um 18:18 Uhr)

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    #17

    In der Nähe des Lac Mondély

    Noch zwei Pässe, die etwas höher waren als der Col d‘Osquich, aber gut fahrbar. Beide Pässe um die 500 Meter hoch.




    Unterwegs, ich liebe diese Art von Werbung, welche direkt auf die Hauswand gemalt ist.


    Wieder ein heißer Tag mit einer stillen Kaffeepause.


    Blick zurück auf die Pyrenäen


    Voie Verte

    Dieser Voie Verte führt von Sainte-Colombe-sur-l‘Hers nach Mirepoix. Es gibt auch einen schönen Hochglanzprospekt dazu, der aber
    eine völlig andere Wegequalität assoziert. Ich hatte mir vorgenommen diese stillgelegte Bahntrasse zu fahren, schön im Grünen, ohne Autoverkehr. Nach einiger Sucherei habe ich dann einen Einstieg bei dem Ort gefunden. Dann kam der erste Tunnel, und ich sah schon von weitem das schwarze dunkle Loch. Das war es wohl, dachte ich, und wollte schon wieder zur Straße zurück radeln. Wie schon erwähnt, habe ich eine Tunnelphobie. Eine kleine Chance gab ich mir, denn ich könnte ja mal
    erst zu Fuß nachsehen, ob der Tunnel tatsächlich so dunkel ist, wenn man direkt davor steht. Und tatsächlich sah ich am anderen Ende etwas Licht, außerdem war der Tunnel etwas beleuchtet. Mutig, mit leicht mulmigem Gefühl, passierte ich die paar hundert Meter, außerdem war es da drinnen feucht und kalt.
    Danach war die Strecke ziemlich zugewachsen und eher noch für MTB‘s ohne Gepäck zu fahren. Also beschloß ich doch wieder zu Straße zurück zu kehren. In Chalabre fuhr ich auf den dortigen Municipal, am Sportplatz gelegen, der bis auf ein Paar mit Wohnwagen, nur noch mit mir belegt war. Ein sehr einfacher Platz.
    Am nächsten Tag erreichte ich um die Mittagszeit Mirepoix. Hier schaute ich mir die wunderschöne Altstadt an und aß dort unter den Arkaden einen Salat Nicoise, der mir garnicht schmeckte, obwohl er gut aussah.




    Mirepoix

    Von hier aus fuhr ich wieder ziemlich hügelig, Richtung Canal du Midi. Trotz Blick auf die Karte war ich mir nicht sicher, ob ich wirklich auf der von mir ausgesuchten Straße unterwegs war, die Richtung stimmte schon, nur die Ortsnamen stimmten nicht überein... sehr merkwürdig .
    Es kamen auch viel mehr Kilometer zusammen als ausgerechnet, und das Ganze wieder bei brütender Hitze.
    Um meinen Zeitverlust wieder einzuholen, fuhr ich dann auf einer ziemlich befahrene Straße, welche 15 Km, wie mit dem Lineal gezogen, geradeaus ging. Vielleicht waren es auch 20 Km. Auf jeden Fall bereute ich das, denn es war total öde und heiß auf dieser Strecke.
    Bei Labastide d‘Anjou erreichte ich etwas fertig den Canal du Midi, und ich war glücklich, wieder von dem Autoverkehr wegzukommen.





    Ich hatte mir einige Kilometer nach Labastide d‘Anjou einen CP am Canal ausgesucht, den wollte ich erreichen. Das Problem war, dass ich ihn nicht gefunden hatte, und der der nächste Cp nicht in Aussicht war.
    Also war meine Idee, ein Zimmer in dem Ort gegenüber des Canals zu nehmen, ausnahmsweise. Nach einigem Nachfragen fand ich auch das Chambre d‘Hôte, leider war die Besitzerin in Urlaub. Meine Stimmung fuhr radikal auf den Nullpunkt und etwas verzweifelt fragte ich eine Frau, die unterwegs war, ob sie denn irgend etwas zum Übernachten wüßte. Sie meinte, unten an der Hauptstraße sei ein Restaurant, da solle ich mal fragen, die hätten Zimmer. Das Restaurant war bald gefunden und enpuppte sich als Motel mit Restaurant, allerdings nicht so günstig.
    An Rezeption bekam ich einen Schlüssel mit dem Hinweis, ich müßte hinten über den Platz, da würde ich es schon sehen, ich hätte die Nummer 8. Dann sah ich lauter kleine Häuschen mit Parkplatz. Mein Häuschen war übrigens das Einzige bei dem ein Fahrrad statt eines Auto stand.
    Das Haus hat einen fünfeckigen Grundriß. Das fand ich auch interessant. Ich möchte jetzt nicht schreiben, welche Assoziation ich hatte, als ich
    meinen Übernachtungsort sah.
    Ich hatte dort eine super gute Nacht verbracht, und bin dann nach einem kleinen Frühstück für 7€ zurück zum Radweg am Canal.

    Geändert von rockhopper (06.05.2014 um 19:23 Uhr)

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    #18

    Am Canal du Midi





    Linkes Bild: Im TER von Toulouse nach Agen. Das Rad nehmen meinem, ist ein selbst gebautes Liegerad.
    Rechtes Bild: In Toulouse in der Nähe des Bahnhofs.


    Agen bei Regen

    Weiter ginge es am Canal entlang bis zum nächsten CP, unter niederländischer Führung.
    Mein Frühstück dort war optisch eine Herauforderung. Wäre noch ein anderer Tisch ohne diese Tischdecke zur Verfügung gestanden, hätte ich mich umgesetzt.
    Auf den Tischdecken war überall dieses Motiv zu sehen. Ich mag Mohnblumen, eigentlich. Wie schon geschrieben, es ist noch Vorsaison und somit ziemlich ruhig auf dem Platz. Am nächsten Tag ging es weiter, immer einsam am Canal entlang bis ich den Campingplatz gegenüber von La Réole an der Garonne ansteuerte.



    La Réole an der Garonne
    Das ist ein sterbender Ort, das habe ich bei meinem Spaziergang dort , auf der Suche nach etwas essbarem, empfunden.
    Viele Geschäfte waren geschlossen und zum Verkauf angeboten. Ich muss dazusagen, dass mir so ein maroder Charme sehr gut gefällt.
    Ein Freund sagte zu mir einmal, als ich ihm meine Fotos aus Dresden und vom Oder-Neiße-Radweg zeigte, oh, da gibt es noch viel zu renovieren. Genau solche Gebäude fotografiere ich mit Vorliebe.
    Wenn dann noch Werbung auf die Fassade gemalt ist kommen die Glückshormone zum Einsatz!





    Am nächsten Morgen regnete es Bindfäden, und ich durfte freundlicherweise im Büro_Wohnwagen des Platz Betreibers auf einem Sofa warten, bis der Regen nachließ. Das letzte Stück nach Bordeaux wollte ich sowieso mit dem Zug überbrücken, da ich mir die Fahrt ins Zentrum über die Vororte ersparen wollte.
    Geändert von rockhopper (12.02.2014 um 06:49 Uhr)

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    #19
    Zitat Zitat von Enja Beitrag anzeigen
    Auf dem CP in Mimizan arbeitet unser früheres Au Pair-Mädchen. Und den Radweg habe ich auch schon benutzt.
    ...da hätte ich Grüße ausrichten können....
    Geändert von rockhopper (10.02.2014 um 17:32 Uhr)

  20. Alter Hase

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    AW: [FR] Radtour 2012 Atlantik_Baskenland

    #20
    Warst du in La Reole auf dem CP?

    Wir sind da auf dem Jakobsweg durch. Am Pfingstsamstag. Da platzte der Ort vor Leben aus allen Knopflöchern. Wahrscheinlich macht auch das Wetter viel aus.

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