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  1. Erfahren
    Avatar von Suomalee
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    Wo paddelt Ihr im Köln/Bonner Raum?

    #1
    Ein frohes Neues Euch allen...!

    Ick hab da ma ne Frage:

    Das Rheinland ist ja schon ein anderer Schnack als die Mecklenburgische Seenplatte.
    Aber vielleicht gibt es ja doch was zu paddeln außer den Flüssen und Flüsschen?
    Gern wüsste ich von den rheinländischen Kanuten wo sie aufs und nicht ins Wasser gehen.

    Hilfreich wär auch, mich gegebenenfalls weiter zu leiten an einen, der es weis.
    Dann erkundige ich mich über PN.
    Im Gegenzug verrate ich gern meine
    paddelreviere in MäcPom und um Berlin.

    kommt gut rein - in neue Jahr und ins Kajak natürlich auch.

    LEE
    Geändert von Suomalee (01.01.2014 um 15:43 Uhr)

  2. Fuchs

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    AW: Wo paddelt Ihr im Köln/Bonner Raum?

    #2
    @Lee

    Kommt ja auch ein bißchen auf dein Boot sowie deine Geschicklichkeit im Manövrieren bei kleineren Gewässern an...

    Der Rhein ist für jemanden mit Seekajak und Erfahrung auch wenns mal etwas windiger/welliger wird sicher eine Empfehlung. Wenn du Zeit für eine mehrtägige Tour hast evtl das komplette Weltkulturerbe Mittelrheintal ab Bingen bzw Mainz bis Koblenz (wo das Weltkulturerbe und je nach Definition auch der Mittelrhein "endet") über Unkel und Rolandseck (wo die letzten Ausläufer des Rheinischen Schiefergebirges das Rheintal noch begrenzen, dies ist das Ende des Mittelrheins nach der "anderen" Definition) über Bonn bis nach Köln, inklusive Fahrt durch die komplette Kölner Altstadt. Auch bei gemütlicher Fahrweise oder zwischendurch Pausen/sightseeing sind auf dem Rhein schon mit Tourenbooten die deutlich kürzer und behäbiger sind als Seekajaks Entfernungen im bereich zwischen 35 und 50km als tagesleistung gut machbar, die Strömungsgeschwindigkeit im Raum Köln liegt bei etwa 8km/h,im Bereich Loreley im Mittelrheintal habe ich in Bummeltempo mit mehr treiben lassen, klönen und gucken als tatsächlich ernsthaft Vortrieb machend innerhalb von kaum mehr als 2h Paddelzeit bei gutem Mittelwasser 36km zurückgelegt, teilweise hat das GPS schon beim treibenlassen Geschwindigkeiten über 20km/h angezeigt, wenn es möglich war ohne den berufsschiffern in die Quere zu kommen tatsächlich im Bereich des ausgetonnten Fahrwassers zu fahren.

    Kleinere Flüsse: Sieg je nach Pegel, Wasser lesen können und kleinere Schwälle sicher auch mit ggf Richtungskorrektur fahren sind da allerdings Voraussetzung, wenn du verhindern möchtest daß dein Boot die Bekanntschaft irgendwelcher Steine macht.

    Seen: Nett ist der Rursee im Nationalpark Eifel - wäre was für eine Kombination aus Wandern im NP, Standquartier auf einem Zeltplatz am See, aber eigentlich ist das mit den Seen im Raum Köln/Bonn, selbst wenn man mal alles mit dazurechnet was von da aus innerhalb etwa einer guten Stunde Autofahrt erreichbar ist eher überschaubar und allenfalls tagestourentauglich. Da der See Trinkwasserreservoir ist, muß man eine Vignette kaufen, die gilt eine Woche und kostet unter 10 Euro (müßte die genauen Preise nachsehen). Wupper-Talsperre: auch ein Vignettensystem, von der Tourdistanz auch etwas im Tagestourbereich. Beide haben Befahrungsverbote in der kalten Jahreszeit, käme also auch drauf an wann du da bist.

    Seensysteme die für Mehrtagestouren groß genug sind gibts nicht wirklich. Eventuell gibts was in den Niederlanden, zwischen Maas und Rhein gibt es ein Seensystem das allerdings eher als Seglerrevier bekannt ist, wo man sicher auch mit einem Kajak unterwegs sein könnte - da hab ich mich allerdings noch nicht schlau gemacht. Weiter nördlich (da sollte Khyal sich gut auskennen) gibts in NL auch noch das Ijsselmeer, das dürfte allerdings ab Köln mit nicht unter 2h Anfahrt verbunden sein.

    Flüsse: Kommt wie gesagt auf die Pegel an, der Köln/Bonner Stammtisch macht immer mal wieder auch Mehrtages-Touren an verlängerten Wochenenden, Aktionsradius dann bis zu gut 3h Auto-Anfahrt ab Köln, was die Logistik einer Flußfahrt mit Autos vorstellen oder nachholen natürlich erleichtert. Mittäter sind gern gesehen, wenn was geplant wird findet sich das im entsprechenden Stammtisch-Thread, Detailplanung dann per PN, Telefon oder Mail zwischen den Teilnehmern.

  3. Alter Hase
    Avatar von cane
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    AW: Wo paddelt Ihr im Köln/Bonner Raum?

    #3
    Seensysteme die für Mehrtagestouren groß genug sind gibts nicht wirklich.
    Interessehalber:
    Warum nicht der Biggesee, ist nur eine halbe Stunde von Köln entfernt?

    Mfg
    cane

  4. Fuchs

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    AW: Wo paddelt Ihr im Köln/Bonner Raum?

    #4
    @cane

    Mit einer Reisegeschwindigkeit die für Boote auf dem Dach sinnvoll ist wird das nix mit einer halben stunde. Je nach genauem Startort und -zeit in Köln sowie gewünschter Einsatzstelle am Biggesee kann man da mal ruhig eine bis anderthalb Stunden ansetzen. Allein das Stück Autobahn vom Kölner Ostkreuz bis Olpe sind etwa 60km, für die man mit Dachlast 30 bis 40 Minuten ansetzen sollte, dann noch mindestens 15 bis 20min Kölner Ring oder Kölner Stadtverkehr um zum Ostkreuz zu kommen, sowie die mindestens 15 bis 20 Minuten um an eine sinnvolle Einsatzstelle am see zu kommen... und schon bist du bei fast 3h "Motorsport" für eine Tagestour

    Ja, ich weiß, wenn man zum Rursee fährt ist es das gleiche in grün, nur liegt das Ziel dann eben westlich und nicht östlich von Köln. Und der NP Eifel hat im Umfeld des Rursees mehr zu bieten als das Sauerland, besonders wenn mans als Spontantour macht ohne sich jenseits des Paddelns vorher großartig mit den Möglichkeiten zu beschäftigen ist ein Besuch in einem der Nationalpark-Infozentren mit Tipps für Wandertouren, teilweise auch geführten Touren der NP-Verwaltung zum Tiere beobachten etc eine gute Chance sich vor Ort das auszusuchen was einen anspricht.

    Rein von der Größe ist der Biggesee wohl der einzige See an dem man neben dem Rursee überhaupt eine Chance für eine gewisse Strecke hat, bei 20km Länge kommt man bei einem Rundkurs über die komplette Seefläche (ich meine in erinnerung zu haben daß es an einem Ende einen für alle Freizeitsportler gesperrten Naturschutz- Bereich gibt, wo kein Wassertahrzeug oder Schwimmer hin darf) vermutlich auf etwa 30 bis 35km. Für ein Seekajak mit geübtem Paddler immer noch etwas das man unter Tagestour verbuchen kann, es sei denn man hat ausgesprochenes Pech mit Widrigkeiten wie Gegenwind. Da der See schmal ist, sieht man mehr oder weniger auf dem Hin- und Rückweg das gleiche.

    So, da ich mir mit dem Naturschutz nicht ganz sicher war hab ich grad mal nachgegraben: http://gewaesser.rudern.de/biggesee Die Ruderer haben hier wohl die übersichtlichste Info auch was die Entfernungen und Strecken angeht. Naturschutz war also die Listertalsperre, auf der Bigge ist es die trennung zwischen Vor- und Hauptbecken die entweder eine Umtragung oder ein Beschränken der Tour auf eins der beiden Teil-Gewässer überlegenswert macht. Ein Einzelpaddler hat also ohne Bootswagen die Wahl zwischen max. etwa 30km hin und zurück, oder nur die knapp 10km im Vorbecken, oder Bootswagen mitnehmen. Zu zweit mag die Umtrage auch ohne Bootswagen gehen, gerade wenns nur Tagesgepäck in den Booten ist.

    Die Frequentierung durch Ruderer und Segler ist stark, besonders bei letzteren auch ein hoher Anteil an Leuten die noch das Segeln lernen, ein Kajaker müßte beiden ausweichen - und die geschwindigkeiten die geübte Segler auf der Bigge erreichen, und dann oft recht überraschend "auftauchen" sind nicht ganz ohne. Durch die umliegenden Berge gibts deutliche Düseneffekte und andere Überraschungen was den Wind angeht - das macht den See für Segler attraktiv, für Paddler ist das nicht immer der Traum.

    Das Verhältnis Anfahrtsdauer zu möglicher Paddeldauer ist am Biggesee genau wie am Rursee allenfalls dann attraktiv wenn mans als Wochenendtour mit Standquartier auf einem der Zeltplätze macht, und sich neben dem Paddeln auch sowas wie wandern, Besuch der Attahöhle (große Tropfsteinhöhle, wirklich sehenswert, aber gnadenlos überlaufen zu Feiertagen/Ferien) etc vornimmt. Fürs wandern sollte man sich rund um den Biggesee allerdings besser wirklich vorab Infos im Internet fischen, die kriegt man vor Ort nicht ganz so "mundgerecht" serviert wie im NP Eifel.

    Und wer als Flachwasserpaddler einen Ausflug ins Wildwasser erwägt, hat mit der Oberen Rur ab Heimbach (Abfluß aus dem Rursee) eine der attraktivsten Wildwasserstrecken in NRW vor der Nase, sollte sich allerdings vorher über Spielregeln wie Bootskontingente, Mindestpegel und Sperrzeiten schlau machen (nur bei Vorkenntnissen, Mittätern sowie eigenem WW-tauglichem Boot) oder nach einem WW-Schnupperkurs bzw geleiteter Tour gucken, dafür gibts sowohl von kommerziellen Anbietern aus der Region Aachen-Köln-Düren was, teilweise auch über den DKV bzw KV NRW. Für Wasserratten ein nicht zu unterschätzendes Argument pro Rursee

  5. Alter Hase
    Avatar von cane
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    AW: Wo paddelt Ihr im Köln/Bonner Raum?

    #5
    Wow - Danke für das umfangreiche Statement!

    mfg
    cane

  6. Erfahren
    Avatar von Suomalee
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    AW: Wo paddelt Ihr im Köln/Bonner Raum?

    #6
    Aha, vielen Dank für Eure Mühe,

    es ist ganz ähnlich wie ich vermutet habe.
    Allerdings war mir die Bigge bisher gar kein Begriff?!
    Ich wohne wohl zu lange nicht mehr in der alten Heimat.
    Doch letztlich steht und fällt alles mit dem Ausprobieren und dass muss ich dann bei Gelegenheit erst mal tun.
    MäcPom ist wohl so gesehen ein sehr üppiges und vielfältiges Paddelrevier.
    Flüsschen und Flüsse gibt es ebenso wie Kanäle und Seen.

    Mein Boot ist ein Seekajak, weil das meine eigentliche Passion ist. Nur fährt man ja nicht jedes Mal zur See wenn man mal einen Tag oder ein Wochenende paddeln möchte...

    Ich freue mich über weitere Ergänzungen oder Specials...
    und grüße Euch herzlich,

    LEE

  7. Erfahren

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    AW: Wo paddelt Ihr im Köln/Bonner Raum?

    #7
    hmm, also, wenn man warum auch immer die Flüsse abzieht bleibt im Köln Bonner Raum sowas "tolles" wie der Otto-Maigler-See übrig , aber warum sollte man das tun?

    Also mit Seekajak fallen die kleinen Flüsse ja aus. Es sei denn es ist ein Plastikboot und das darf auch mal einen Stein treffen. Dann ginge je nach Pegel z.B. auch Agger und Sieg.

    Bleibt neben ein paar Kiesgruben und Tagebaupfützen der Rhein als vollständige Aufzählung. Wir setzen ganz gerne in Leutesdorf/Kirchstrasse an der Rampe ein (Parkplatz vorhanden, zur Not Bahnhof ein paar Minuten zu Fuss) und paddeln nach Bonn zum Bootshaus. Landschaftlich finde ich die Strecke übrigens jedes Mal wieder sehr schön.

    Wenn man bereit ist eine (gute) Stunde zu fahren kommen für das Seeekajak Dreifelder Weiher, Aggertalsperre, Biggesee, Rurstauseen, Mosel, Ruhr und Lahn dazu. Oje, wie verzweifelt muss man eigentlich sein um auch den Dreifelder Weiher zu nennen? Na egal, wir haben da schon nett am Wasser gezeltet und gegrillt, da musste natürlich auch das Boot mit auch wenn es sich eigentlich kaum lohnt.

    Auf der Lahn finde ich Gräveneck-Limburg noch erträglich vom Aufwand (Anfahrt per Auto und Umsetzen per Zug)

    Wenn es noch weiter sein darf (mir zu weit nur für eine Tagestour) ist die Lippe Paderborn ab Lippesee nach Lippstadt sehr schön.

    Viel Spass beim Paddeln :-)

  8. Erfahren
    Avatar von weisseruebe
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    AW: Wo paddelt Ihr im Köln/Bonner Raum?

    #8
    Das ist schon etwas älter - aber wird immer noch ganz oben bei Google gefunden, daher:

    Mein Favorit ist die Sieg, wenn sie >50cm Wasser in Eitorf führt. Dann komme ich mit dem K1 Faltboot ohne Berührung von Eitorf bis zur Mündung.
    Das ist eine schöne Tagestour, sehr viel Natur, sehr nettes Rauschewasser, eine Bootsrutsche in Siegburg (dass die für Faltboot nicht geeignet ist, habe ich danach gelesen. Meins hat es überstanden).
    Anreise total problemlos mit der Bahn.
    Man muss halt nur flexibel sein, weil sie selten den richtigen Pegel hat.

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