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  1. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird

    #21
    Mitreisende: Wafer
    Hallo Wafer,
    schön dass du nun die Strecke von Passau nach Wien gefahren bist. Ich habe einiges von meiner Radtour vor zwei Jahren wieder erkannt.
    Während ich in meinem Reisebericht mehr die Probleme behandelt habe, stellst du die Schönheiten des Weges in den Vordergrund. Jeder erlebt den Weg eben anders.
    Bin gespannt wann du den Donauradweg fortsetzt. Als ferner Plan spukt die Fortsetzung auch in unseren Köpfen herum.
    Dieses Jahr machen wir jedoch erst mal das uns fehlende Stück von Donaueschingen nach Regensburg.
    Geändert von blauloke (18.06.2017 um 16:35 Uhr)
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  2. AW:[DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird?

    #22
    Zitat Zitat von derMac Beitrag anzeigen
    Schöner Bericht, der bei mir einige Erinnerungen weckt. Ich bin aber nicht bis ans Meer gekommen.

    Mac
    Hallo Mac.

    Schön, dass der Bericht gefällt und vielen Dank für die Blumen! Und genau deswegen macht man so was ja: Erinnerung und Anregung! Auch für Andere!

    Bei mir ist auch noch ein Fragezeichen im Titel dabei. Ich bin also auch noch nicht angekommen. Ich bin mal gespannt, was die Zukunft noch so bringt.

    Gruß Wafer


    Zitat Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
    Hallo Wafer,
    schön dass du nun die Strecke von Passau nach Wien gefahren bist. Ich habe einiges von meiner Radtour vor zwei Jahren wieder erkannt.
    Während ich in meinem Reisebericht mehr die Probleme behandelt habe, stellst du die Schönheiten des Weges in den Vordergrund. Jeder erlebt den Weg eben anders.
    Bin gespannt wann du den Donauradweg fortsetzt. Als ferner Plan spukt die Fortsetzung auch in unseren Köpfen herum.
    Dieses Jahr machen wir jedoch erst mal das uns fehlende Stück von Donaueschingen nach Regensburg.
    Hallo Blauloke.

    Nun, ich hatte aber auch ein tolles Wetter und für diesen Radweg wenig Verkehr. Und meine Etappen haben sich großteils so ergeben, dass ich Abends immer noch absolute Highlights hatte. Es gab aber auch welche wo es nicht ganz so rund lief. Du wirst sehen! Bin aber noch nicht so weit. Kommt noch!
    Zudem bin ich immer ein Mensch, der sich an den schönen Dingen erfreut und über die weniger schönen auch hinwegzusehen gelernt hat. Z.B. wollen alle immer mit dem Auto überall hin kommen. Wenn sie aber outdoor unterwegs sind maulen sie über Straßen. Klar gab es viele Straßen und Industriegebiete und ... Aber ich bin auch froh, dass es auch noch Natur und Kultur gibt. Und das muss man sich dann ansehen. Eine gute Mischung ist gefragt. Und die passt an der Strecke in meinen Augen aber auch wirklich gut! Und wo es absehbar ist, dass es nicht so ist, da gehe ich meist nicht hin.

    Gruß Wafer
    Geändert von Wafer (13.06.2017 um 20:40 Uhr)

  3. [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird?

    #23
    18. Tag: Von Wien nach Dunakiliti
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    Donnerstag, 18. Mai 2017
    Strecke: 108 Km
    Strecke Etappe: 465 Km
    Gesamtstrecke: 1.234 Km
    Höhenmeter: ↑ 200 m, ↓ 250 m
    Fahrzeit: 11 h (mit Pausen)

    Nachdem die letzten Frühstücke nicht so der Bringer waren hatte ich bei der Hotelsuche auf ein anständiges Frühstück Wert gelegt. Das und vermutlich die späte Heimkehr haben dazu geführt, dass ich erst gegen 9 Uhr im Sattel sitze. Also eines muss ich Wien ja lassen: Die Radwege sind wirklich gut!


    Zurück zum Wiener Donauradweg

    Zuerst muss ich zum Donaukanal zurück. Hier beginnt laut meinem Bikeline-Radführer der Donauradweg nach Budapest. Von dort geht es zum Prater. Das ist sehr aufmerksam von dem Radweg denn dann sehe ich den Prater auch mal bei Tag!


    Das Riesenrad am Prater am Tag

    Und da ist heute Morgen schon einiges los. Allerdings auch in den Schluckhallen. Vom Prater geht es völlig Autofrei und total im Grünen über die Prater Hauptallee. Grandios – so eine Allee nur für Radler und Fußgänger! Welche Hauptstadt leistet sich sowas sonst? Überhaupt hat mir Wien wieder sehr gut gefallen. Selten so viele Sehenswürdigkeiten so dicht bei einander gesehen.
    Irgendwann muss man von der Prater Hauptallee aber runter. Der Park ginge aber noch weiter. Über eine Brücke geht es auf die Donauinsel – eines der großen Naherholungsgebiete direkt vor den Toren Wiens.


    Die Donaubrücken sind hier fast alle Radlertauglich

    Hier ist im Gegensatz zum Prater heute Morgen noch gar nichts los. Bis auf ein paar scheue Tiere unserer Heimat!


    Wenig scheue Wildtiere

    Leider geht es schon nach wenigen Metern von der Insel wieder runter und auf die linke, nördliche Donauseite. Die Donau fließt hier in einem künstlich angelegten Flussbett. So gerade baut die Natur normalerweise nicht!


    Die schnurgerade Donau hinter Wien

    Und wenn da das Tanklager nicht käme, dann hätten die Wiener mit Sicherheit eine der grünsten Stadtausfahrten aus einer Millionenstadt! Nach dem Lager führt der Radweg dann auf dem Deich entlang: schnurgerade, ohne Schatten und total im Wind. Und es ist wohl klar, dass der heute genau aus Süd-Osten, also von vorne kommt, oder?
    Man sieht dann auch gut um was es hier so dicht hinter Wien hauptsächlich geht: Um Landwirtschaft und Naturschutzgebiete. Sehr schön eigentlich – wenn heute nicht der Wind wäre und der Planet so stechen würde. Ich lege sicherheitshalber nochmal eine Schicht 50er Sonnencreme auf.


    Donauradwegimpressionen hinter Wien

    Ein paar Kilometer hinter Orth weißt ein Wegweiser in den schattigen Wald und verspricht ein Schloss im nächsten Ort. Also biege ich ab. Endlich Schatten! Der Weg ist zwar nicht mehr geteert aber trotzdem ganz gut zu fahren. Das Schloss in Eckertsau ist eine echte Perle!


    Schloss Eckartsau

    Im Garten stolziert ein stolzer Storch durch die Gegend. Auf dem Dach schaut sein Nachwuchs neidisch zu – er brütet schließlich auch in der prallen Sonne. Ich drehe eine Runde durch das Schloss. Eine Führung verschiebe ich auf dann, wenn meine Frau auch mal mit nach Wien kommt.


    Sehenswertes Jagdschloss Eckartsau

    In der prallen Sonne radle ich weiter auf dem Damm entlang durch den Nationalpark Donauauen.


    Im Nationalpark Donauauen

    Diesen verlasse ich über eine Brücke auf der ich die Donau wieder queren muss. Auf der Brücke bläst einem der Wind aber mal richtig ins Gesicht! Ich komme kaum vorwärts! Wenn das so weiter geht komme ich heute nicht sehr weit!


    Es geht auf Hainburg an der Donau mit seiner Heimenburg zu

    Nach der Brücke führt mich der Radweg auf Hainburg zu. Direkt an der Donau stehen Tische. Das dazugehörige Restaurant liegt hinter dem Bahndamm. Aber hier wird bedient! Ich lasse mich im Schatten nieder und esse zu Mittag. Eigentlich wollte ich das heute erst in Bratislava, dem ehemaligen Pressburg, machen. Aber zum Einen bin ich heute etwas langsam unterwegs und zum Andere ist es hier im Schatten nicht so heiß.


    Mittagspause in Hainburg direkt an der Donau

    Tolle Aussicht hier! Von hier aus kann man schon in die Slowakei sehen.
    Irgendwann raffe ich mich auf und ziehe noch hinauf in die Altstadt. Schmuckes Städtchen, dieses Hainburg!


    Fischertor und Stadtpfarrkirche in Hainburg an der Donau

    Weiter geht es dann etwas aufwärts zum letzten österreichischen Ort vor der slowakischen Grenze: Wolfsthal.


    Bratislava bzw. Pressburg taucht am Horizont auf

    Von dort ist es nur noch ein Katzensprung zur slowakischen Grenze.


    Der letzte Meter von Österreich

    Direkt an der Grenze steht aber erstmal ein Spielkasino. Aber der Grenze führt mich der Weg dann nach Norden direkt auf die Plattenbauten eines Vorortes von Bratislava zu. Und wie gut das plötzlich läuft! Klar: Der Wind kommt endlich mal von hinten! Ich bin fast doppelt so schnell unterwegs wie heute Vormittag. Raz-Faz stehe ich vor den Toren der nächsten Hauptstadt auf dieser Reise: Bratislava.


    Die Pressburg

    Ich fahre über die Hängebrücke Novy Most. Die wackelt bei dem LKW gewaltig! Links liegt die Burg, die den slowakischen Nationalrat beheimatet. Rechts liegt die Altstadt – und für die hat sich der Weg auf jeden Fall gelohnt. Denn der offizielle Donauradweg führt gar nicht in die Stadt hinein. Der Dom steht leider direkt an einer 4-spurigen Straße mit sehr viel Verkehr. Aber schick ist er!


    Dom und Innenstadt von Bratislava

    Ich drehe eine Runde durch die Altstadt und vermeide die heißesten Stunden des Tages durch Pausen auf schattigen Terrassen kleiner Kneipen. Und davon gibt es hier reichlich. Irgendwann breche ich dann aber auch wieder auf. So groß ist die Altstadt auch nicht und dahinter geht es sehr schnell in Plattenbauten über.


    Das alte Rathaus am Hauptplatz

    Ich wechsle wieder auf die Südseite der Donau und fahre weiter gen Süden – also wieder gegen den Wind. Mein Gott, ist das mühsam! Ich komme wieder kaum vorwärts. Zum Glück gibt es hier recht viele Möglichkeiten die verlorene Flüssigkeit wieder nach zu füllen. Auf dem Donaudamm geht es auf geteerten Wegen weiter gen Süden. Irgendwann wechsle ich auf eine Straße, die für den Autoverkehr wohl gesperrt ist. Sie ist gut bevölkert und hat ab und zu auch mal Schatten.


    Der Donauradweg in der Slowakei ist gut ausgebaut

    So geht es gemütlich auf Cunovo zu. Die Slowakei bietet hier direkt am Weg viele Imbisse und Gastgärten an – aber keine Übernachtungsmöglichkeiten. Laut Führer soll das so bleiben. Also wechsle ich nach Ungarn hinüber. Das ist dann heute das dritte Land, das ich heute bereise.


    Ungarn ist erreicht

    Im ersten Dorf Rajka sieht es immer noch so aus wie ich Ungarn vor 25 Jahren mal kennen gelernt habe. Und fast jedes Schild ist auch ins Deutsche übersetzt. Sogar die Ortsnamen! Aber außer einer alten Frau scheint keiner der deutschen Sprache mächtig zu sein. Die schickt mich dann noch einen Ort weiter – nach Dunakiliti. Dort gäbe es ein Hotel.
    Ich bunkere noch Forint an einem Automat und fahre in den nächsten Ort. Die Straßen hier sind nicht so gut wie die in Österreich oder der Slowakei. Sie schlängeln sich durch die Landschaft. In Dunakiliti finde ich das Hotel dann nicht gleich. Aber gegen 18 Uhr stehe ich dann endlich an der Rezeption. Und sie haben auch ein Bett für mich. Das Hotel ist übrigens überraschend groß!


    Das einzige Hotel in Dunakiliti

    Beim Abendessen versuche ich mein Ungarisch wieder auf zu frischen. Ist aber gar nicht so einfach. Die Sprache ist eigentlich nur mit dem Finnischen verwandt und ich finde sie nicht sehr eingängig.
    Nach einer Runde im Pool bin ich dann recht schnell im Bett. Das war ein anstrengender Tag: Ich war heute in drei Ländern und in zwei europäischen Hauptstädten!
    Geändert von Wafer (13.06.2017 um 20:40 Uhr)

  4. [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird?

    #24
    19. Tag: Von Dunakiliti nach Komarom
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    Freitag, 19. Mai 2017
    Strecke: 106 Km
    Strecke Etappe: 571 Km
    Gesamtstrecke: 1.340 Km
    Höhenmeter: ↑ 175 m, ↓ 200 m
    Fahrzeit: 9 h (mit Pausen)

    Wie ich heute Morgen höre regnet es bei uns zu Hause seit Tagen. Da war die Kurzfristentscheidung für den Donauradweg genau richtig!
    Heute ist das Frühstück auch genau richtig: Genug, nicht überladen, gutes Brot, Müsli, Obst, ... So komme ich gegen 8 Uhr 30 weg. Schön war es hier! Direkt auf einer wenig befahrenen Straße geht es am Morgen weiter.


    Ungarn zwischen Grenze und Győr

    Bei der topfebenen Landschaft wir klar von was die Bevölkerung hier hauptsächlich lebt: Von der Landwirtschaft. Irgendwie sieht hier ein Ort wie der andere aus: Dunakiliti, Doborgasziget, Dunasziget, Cikolasziget, ...


    Der Ortsausgang von Dunakiliti

    Und worauf man achten sollte: Wenn im Bikeline-Führer eine Strecke nur gestrichelt ist, dann sind das ungeteerte Feldwege. Mal geschottert, mal einfache Erde – mal festgefahren aber mal auch tiefer Sand. Mit viel Gepäck am Hinterrad macht das wenig Spaß!


    An der schönen kleinen Donau in Dunasziget

    Hier wird deutlich, dass in Ungarn auf dem Land die Infrastruktur für den Donauradweg noch nicht wirklich so ausgebildet ist, wie in Deutschland oder Österreich. Dafür sind die Orte aber auch noch sehr naturbelassen.



    Naturbelassen sieht die kleine Donau so aus

    Und man sollte auch peinlichst genau auf die kleinen Schilderchen achten. Hier hat man sich ganz schnell verfranst. Ich stehe auf einem Feldweg, der an einem kleinen Bach endet. Auf der anderen Seite kann ich zwar eine Straße sehen aber ich komme nicht ohne weiteres über den Bach.


    Das ist nicht mehr der Donauradweg

    Also zurück und dem Schotterweg auf dem Deich gefolgt.


    Aber das ist der Donauradweg dann wieder

    Als ich Püskin erreiche habe ich genug von gestrichelten Radwegen und bleibe auf der Straße. Über Dunaremete und Lipot fahre ich nach Hédevár.


    Szent Kelemen templom - Die St. Clemenskirche von Lipot

    Ab hier komme ich wieder auf die hoch offizielle Route des Donauradweges. Auch wenn die von mir gefahrene Variante ausgeschildert war, so ließ doch die Qualität des Radweges etwas zu wünschen übrig. Diese Variante war zwar näher an der Donau aber gesehen habe ich sie eigentlich gar nicht.


    Typische Radwege der Region

    Ab hier gibt es dann deutlich häufiger auch wieder echte Radwege – auch wenn die teilweise schon etwas zugewachsen sind. Über Ásványráró geht es weiter nach Dunaszeg wo ich auf einen Tankstopp einkehre. Bei den heutigen Temperaturen ist mein Wasserverbrauch enorm!


    Alte Lorenbahn am Ortseingang von Dunaszeg

    Obwohl so nah bei der Industriestadt Győr haben die Orte das typische ungarische Straßenbild: zwischen den Straßen und den Häusern zieht sich ein Grünstreifen entlang, der – je nach Hausbewohner – mal besser und mal schlechter gepflegt ist. Und für die fliegenden Einwohner gibt es auch genug Wohnungen.


    Störche gibt es in Ungarn reichlich

    Nun geht es auf Győr zu. Man merkt es daran, dass alle Ortsnamen mit Győr anfangen: Győrladamér, Győrzámoly oder Győrújfalu.


    Ankunft in Győr – Raab und kleine Donau

    Über eine Brücke kommt man nach Győr hinein. Die Altstadt mit seinen alten Bauten ist absolut sehenswert!


    Frigyláda-szobor und Püspöki Székesegyház in Győr

    Mit dem Rad lässt sich so eine Stadt dieser Größe hervorragend erkunden!


    Rathaus und Széchenyi tér von Győr

    Am Marktplatz mache ich Pause und esse was zu Mittag. Einen Gulasch natürlich! Mit Blick auf die St. Ignatius-Kirche speist man sehr gut! Man sieht der Stadt aber auch an, dass es ihr wirtschaftlich gut geht!


    Theologische Hochschule und Diözesenamt

    Nach dem Essen drehe ich noch eine Runde durch die Altstadt. Einfach toll hier! An einer Apotheke in der Gegend vom Rathaus steht 32°C dran. Fast schon zu warm! Der Donauradweg hat die Altstadt wieder nur kurz gestreift und das Rathaus oder die Theologische Hochschule ganz ausgelassen.
    Auf dem weiteren Weg aus Győr hinaus sieht man dann warum die Altstadt so gut hergerichtet ist: Győrs Industrie hat eine überregionale Bedeutung. Also schweigen wir hier mal über die nächsten Kilometer.


    Von Győr nach Nagyszentjános

    Hinter Győr macht der Donauradweg eigentlich einen Bogen nach Süden über Böny nach Nagyszentjános. Ich habe mir das während der Mittagspause genau angesehen. Auch Satellitenbilder und Google-Earth. Ich riskiere es eine eigene Route über Feldwege zu nehmen. So sieht der Ortsausgang, an dem ich Győr verlasse nicht gerade nach einer Großstadt aus. Dann folgt ein Festgefahrener Feldweg – sehr gut zu fahren. Leider bis auf 500 Meter, die ich schieben muss, weil der Weg sehr sandig und tief ist.
    Kurz vor Nagyszentjános treffe ich wieder auf die Beschilderung des Donauradweges – die mich dann direkt auf einen Friedhof führt. Hier mache ich mit einem anderen Radler aus dem Ruhrpott, den ich hier treffe, Rätselpause: Wo geht der Weg weiter? Es muss wohl wirklich dieser recht wilde Feldweg sein, der kurz vorher abgezweigt ist. Und er ist es dann auch. Und er ist wieder zu Recht gestrichelt im Führer!


    Wilde Radwege von Nagyszentjános nach Komárom

    Der Wind bläst immer noch aus Süd-Ost und hält und die Schlechtwetterfront aus Österreich vom Leib. Aber hält uns auch entsprechend auf. So brauchen wir etwas bis wir nach Acs kommen. Viel besser als mein Feldweg vorhin war der Weg jetzt aber nicht!
    Ab hier geht es dann durch einen Vorort nach Komarom hinein. Der andere Radler ist heute erst in Győr gestartet und will, obwohl es schon nach 17 Uhr ist, heute noch nach Esztergom fahren - das sind noch 53 Km. Er hat Stunden beim Suchen des richtigen Weges in der Region um Győr zugebracht. Ich mache hier aber für heute Schluss. Ich suche mir eine kleine Pension und checke ein.


    Komárno – der Slowakische Teil von Komárom

    Bevor die Sonne untergeht drehe ich mit dem Rad noch eine Runde durch den Ort. Dabei fahre ich auch nach Komárno in der Slowakei hinüber. Hier teilt wiedermal eine Grenze eine alte Stadt. Der alten Stadtkern liegt in der Slowakei. Der ungarische Teil – Komarom – hat kein historisches Zentrum.


    Das Rathaus von Komárno

    Von der Brücke über die Donau kann man die Berge rund um das Donauknie schon sehen. Endlich lockern Hügel wieder die Landschaft auf!
    Ich kehre zur Pension zurück und setze mich zum Abendessen. Die Rennradler, die ich in Österreich zu Hauf auf dem Donauradweg getroffen habe, wären von dem heutigen Weg sicher nicht begeistert! Die sollten vermutlich über die Slowakei fahren. Da sollen die Radwege besser sein. Das will ich morgen dann auch ausprobieren und werde auf der Slowakischen Seite weiterfahren.
    Als der Wirt meinen Ausweis für die Anmeldung sehen will fällt mir auf, dass ich den im letzten Hotel am Morgen nicht abgeholt habe. Die hatten den über Nach behalten wollen. Na Super! Und jetzt? Zum Glück wusste ich das noch nicht, als ich in die Slowakei rüber gefahren bin! Da wäre ich vermutlich nicht so locker an der Grenze und an Polizisten vorbeigefahren!
    Ich telefoniere mit dem Hotel von letzter Nacht. Im Notfall würden sie den Ausweis mit der Post nach Hause schicken und mir einen Scann mailen. Plan B steht also. Aber wie sieht Plan A aus?


    Auf der Grenze zwischen Ungarn und der Slowakei - zwischen Komárno und Komárom

    Na, da werde ich mir wohl heute Nacht noch was überlegen müssen! Das kann ja heiter werden!
    Geändert von Wafer (16.06.2017 um 21:07 Uhr)

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    AW: [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird

    #25
    Hmmm, diese Sorte gestrichelten Wege sind genau die, bei denen ich anfange, die Straßenverhältnisse langsam besser zu finden – ich muss da wohl mal hin

  6. AW:[DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird?

    #26
    Hallo Lina.

    Zitat Zitat von lina Beitrag anzeigen
    Hmmm, diese Sorte gestrichelten Wege sind genau die, bei denen ich anfange, die Straßenverhältnisse langsam besser zu finden ...
    Nun, die Rennradwege in DE und AT sind nicht nur vom Beleg her gut gepflegt sondern auch von der Infrastruktur in Sachen Versorgung und Übernachtung. Wenn man da nicht so wählerisch ist und man auch ein Rad hat, mit dem man Offroad unterwegs sein kann, dann ist der Donauradweg weiter unten sicher eine gute Idee! Das Rad, das ich hier dabei hatte ist weniger Offroadtauglich . Wenn ich über ein anderes Rad nachdenke um den Weg weiter zu fahren dann habe ich das ideale Rad noch nicht gefunden: Klappbar sollte es sein, damit man in jeden Zug und jeden Flieger ohne viel Diskussion rein kann aber trotzdem über große Räder verfügen um stabil geradeaus zu fahren, offroadtauglich sollte es sein, Gepäcktransport sollte ausreichend möglich sein, nicht zu extravagant damit es nicht geklaut wird, ... Ein einfaches Mountainbike in Klappradausführung mit 24"-Rädern (oder größer) also. Diese Kombi ist mir leider noch nicht begegnet.

    Zitat Zitat von lina Beitrag anzeigen
    ... ich muss da wohl mal hin
    Ich kann den Weg ab Wien wärmstens empfehlen! Landschaftlich sehr abwechslungsreich, reich an kulturellen und sehenswerten Dingen, noch recht ursprüngliche Dörfer aber auch interessante Großstädte, ... eine für mich sehr anziehende Kombination! Ich würde also sage: Ja, da solltest du unbedingt mal hin!

    Gruß Wafer
    Geändert von Wafer (16.06.2017 um 08:59 Uhr)

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    AW: [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird

    #27
    Zitat Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
    Wenn ich über ein anderes Rad nachdenke um den Weg weiter zu fahren dann habe ich das ideale Rad noch nicht gefunden: Klappbar sollte es sein, damit man in jeden Zug und jeden Flieger ohne viel Diskussion rein kann aber trotzdem über große Räder verfügen um stabil geradeaus zu fahren, offroadtauglich sollte es sein, Gepäcktransport sollte ausreichend möglich sein, nicht zu extravagant damit es nicht geklaut wird, ... Ein einfaches Mountainbike in Klappradausführung mit 24"-Rädern (oder größer) also. Diese Kombi ist mir leider noch nicht begegnet.
    Tern Joe wäre passend für deine Anforderungen, ohne dass ich das jetzt direkt empfehlen will, ich hab da keine Erfahrung mit. Kleine Räder fähren übrigens genauso stabil geradeaus wie große. Auf schlechten Wegen sind sie allerdings im Nachteil, das stimmt.

    Mac

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    AW: [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird

    #28
    Hallo Wafer, vielen Dank :-)
    Klapprad wird evtl. schwierig, aber Offroad ... an meinem Rad sind momentan eigentlich Stadtreifen (Marathon Plus), alles bis auf tiefer Zuckersand geht aber trotzdem, auch wenn’s hügelig wird.

  9. [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird?

    #29
    20. Tag: Von Komarom nach Nagymaros
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    Samstag, 20. Mai 2017
    Strecke: 87 Km
    Strecke Etappe: 658 Km
    Gesamtstrecke: 1.427 Km
    Höhenmeter: ↑ 200 m, ↓ 200 m
    Fahrzeit: 9 h (mit Pausen)

    In der Nacht habe ich Fahr- und Netzpläne von Bussen und Bahnen gewälzt. Und heute am frühen Morgen dann wieder mit dem Hotel telefoniert. Und ich habe Glück: Eine Mitarbeiterin der Nachtschicht hat gleich Dienstschluss und wohnt in Mosonmagyaróvár. Da ist ein IC-Bahnhof. So frühstücke ich hastig und erwische um 8 Uhr einen IC nach Győr. Mit Umsteigen bin ich gegen 9 Uhr in Mosonmagyaróvár. Dort steht die Dame und überreicht mir meinen Ausweis. Hier ist es zwischenzeitlich bewölkt und recht kalt.


    Unnötige Bahnfahrt von Komarom nach Mosonmagyaróvár zum Ausweis holen

    Nach einer ¾ h Pause geht es auf dem gleichen Weg wieder zurück. So hat mich die Aktion am Ende nur 3 Stunden Reiserei, ca. 10 € und eine aufregende Nacht gekostet.
    So komme ich dann gegen 11 Uhr auf den Weg in Richtung Slowakische Grenze. Den Weg kenne ich ja schon von Gestern. Zumindest bis zur Altstadt. Weiter geht es dann auf sehr guten Radwegen auf Donaudeichen entlang.


    Slowakischer Donauradweg zwischen Komarno und Sturovo

    Und so sieht der Radweg hier überall aus. Auch da wo er im Führer noch gestrichelt ist. Da hat sich in letzter Zeit wohl schwer was getan. Und der Weg führt meist direkt am Wasser der Donau entlang. Und heute ist auch Rückenwind! Der Süd-Ost-Wind, der das schlechte Wetter in Österreich festgehalten hat ist zusammengebrochen und jetzt kommt die Front nach Ungarn - behauptet der Wetterbericht. In Mosonmagyaróvár war sie ja schon da. Aber hier noch nicht!


    Ehemaliges Römerlager Kelamantia - Kastell Iža-Leányvár

    Der Radweg führt auch direkt an den römischen Ruinen von Kelamantia vorbei, die hier ausgegraben wurden. Mit Rückenwind geht es heute sehr schnell weiter nach Iža.


    Glockenspiel bei Iža

    Wenn die Ungarn nicht einen großen Teil der Radwanderer an die Slowakei verlieren wollen sollten sie etwas an ihren Radwegen tun. Die meisten Räder, die ich sehe sind für die etwas abgenutzte Infrastruktur oder die Offroadpisten nicht wirklich gut geeignet. Meines leider auch nicht!
    Ich gebe Gas denn ich will mich eigentlich nicht von der Kaltfront einholen lassen. Es geht ein paar Km auf einer Straße entlang bis bei Moca wieder ein Radweg abzweigt. An der Abzweigung liegt aber auch gleich ein toller Gastgarten.


    Mittagspause in einem Gastgarten bei Moca

    Das Essen ist sehr gut. So ist es dann etwas mühsamer wieder auf Touren zu kommen. Aber die Radwege bleiben zum Glück gut und der Rückenwind unterstützt von hinten.


    Am Donauradweg bei Moca

    Hinter Kravany geht es wieder auf die Straße. Den Radweg nach Obid habe ich irgendwie nicht gefunden. Stand aber schon im Führer, dass der schwierig zu finden sei. Aber auf der Straße ist wenig Verkehr. Und so komme ich über Muzla nach Stúrovo. Auf der anderen Seite liegt Esztergom. Hier war ich vor 25 Jahren auch schon mal. Aber da gab es die Maria-Valeria-Brücke noch nicht, bzw. nur Ruinen. Die Brücke wurde in beiden Weltkriegen zerstört und nach dem Zweiten Weltkrieg erst 2001 wieder aufgebaut. Das war wohl eine Auflage beim EU-Beitritt.
    Über sie komme ich nach Esztergom hinüber.


    Ankunft in Esztergom

    Esztergom war viele Jahre auch Hauptstadt von Ungarn. Daher kommen diese gewaltigen Prunkbauten auf dem Hügel an der Donau. Das muss ich mir natürlich ansehen!


    Der Dom von Esztergom - Die Sankt-Adalbert-Kathedrale

    Ich radle über kleine Straßen hinauf zum Dom von Esztergom. Alleine schon der Blick hinunter auf die Donau und die heute zurückgelegte Strecke lohnt schon die Höhenmeter zu erklimmen.


    Blick von der Esztergomer Basilika auf die Donau

    Von hier oben hat man rundum eigentlich eine tolle Sicht. Neben der Basilika stehen hier auch noch Reste einer Burg. So wird die Besichtigungsrunde recht ausführlich.


    Esztergom

    Leider treiben sich hier aber auch ein paar Busladungen Touristen herum – schwerpunktmäßig aus Asien. So halte ich meinen Aufenthalt in der Kirche heute eher etwas kürzer.


    Der Dom zu Esztergom von innen

    Eigentlich wollte ich heute hier bleiben. Da es aber hierher recht schnell ging und die Touristen mich nicht wirklich anziehen beschließe ich heute doch noch ein paar Meter weiter zu fahren. Zudem waren das bisher auch erst ca. 60 Km. Also fahre ich durch die Altstadt in Richtung Radweg. Denn der war wiedermal an der Donau geblieben.
    Was mich überrascht: Hier gibt es sogar mal Gegenverkehr!


    Gegenverkehr auf dem Donauradweg bei Esztergom

    So richtig viele Radler habe ich in letzter Zeit nicht gesehen. Aber die wenigen, die ich getroffen habe sind meist schon länger unterwegs. Oder es sind sportlich ambitionierte Radrennfahrer. Obwohl mich das bei der sehr gemischten Qualität der Radwege etwas wundert.
    Jetzt, wo sich die Donau wieder zwischen zwei Gebirgen hindurchschlängelt und der Radweg fast immer direkt am Wasser entlanggeführt wird gefällt es mir hier wieder ausgesprochen gut.


    Tolles Donautal zwischen Slowakei und Ungarn

    Der Radweg hat in Esztergom wieder sehr gut ausgesehen. Irgendwann endet der Radweg aber und wird auf einer Straße entlang geführt. Hier ist aber recht viel Verkehr. So nehme ich einen kleinen Weg, der neben der Straße herführt.


    Alternativer Donauradweg anstelle der Straße

    Sobald die Slowakische Grenze nach Norden abbiegt geht es mit einer Fähre hinüber nach Szob.


    Auf der Fähre nach Szob

    Was mir aufgefallen ist: Die Fahrradhelmträger nehmen hier in der Region wieder zu. Eine Zeit lang bin ich mir als einziger mit Helm etwas komisch vorgekommen.
    Von Szob geht es unter den teils felsigen Berghängen immer an der Donau entlang auf das Donauknie zu.


    Es geht auf das Donauknie zu

    So komme ich dann nach Zebegény. Bei der Lage von dem Ort haben die noch den ganzen Abend die Sonne.
    Daher beginne ich hier mit der Quartiersuche. Das gestaltet sich überraschend schwierig. Das Donauknie ist eben doch nach dem Balaton das beliebteste Erholungs- und Ausflugsziel in Ungarn.


    Schloss von Zebegény

    Also fahre ich noch einen Ort weiter – nach Nagymaros. Der Weg dorthin ist wunderbar geführt - auf eigenen Radwegen und meist direkt an der Donau entlang - und die Abendsonne sorgt für eine tollen Tagesabschluss!


    Abendstimmung am Donauknie

    In Nagymaros finde ich ein schönes Zimmer in einer kleinen Pension. Am Hafen gibt es auch ein kleines Restaurant mit einer Terrasse und lokalen Speisen.


    Ungarische Abendkost - Wels mit Tomatenpaprika und Beilage

    Auf der anderen Donauseite liegt Visegrad mit seinen Burgen in der Abendsonne. So kann ich beobachten, wie die Sonne immer tiefer sinkt und am Ende nur noch die obere Burg beleuchtet.


    Blick beim Abendessen auf Visegrad mit Burg

    Vielleicht sollte ich morgen mal mit der Fähre nach Visegrad hinüberfahren und die Burg besichtigen? Na, wir werden sehen.
    So sind es dann heute doch noch 87 Kilometer geworden. Und für morgen stehen dann nur noch ca. 50 Km bis Budapest an. Da bleibt gut Zeit für die Stadt. Zwar nicht ausreichend aber gut. Aber das werde ich ja dann morgen sehen! Bis dahin ziehe ich mich in die Pension zurück und liege bald im Bett.
    Geändert von Wafer (21.06.2017 um 07:34 Uhr)

  10. AW: [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird

    #30
    21. Tag: Von Nagymaros nach Budapest
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    Sonntag, 21. Mai 2017
    Strecke: 84 Km
    Strecke Etappe: 742 Km
    Gesamtstrecke: 1.511 Km
    Höhenmeter: ↑ 525 m, ↓ 500 m
    Fahrzeit: 10 h (mit Pausen)

    Nach dem Aufwachen geht der besorgte Blick zuerst aus dem Fenster: Die Sonne scheint! Die Schlechtwetterfront ist also noch nicht bis hierhergekommen. Also raus aus den Federn und Frühstücken. Kurz vor 8 Uhr komme ich weg und steuere den Hafen an. Um 8 geht eine Fähre hinüber nach Visegrád. Die erwische ich gerade noch so eben.


    Auf der Fähre nach Visegrád

    Ich fahre durch den Ort und dahinter in die Berge. Es geht stetig aufwärts denn die Straße schlängelt sich den Hang hinauf. Oben angekommen ist hier noch niemand da. Zum Glück kommt man trotzdem schon rein. Die Kassen und Souvenirläden sehen so aus als wäre das ein ganz schöner Touristenhotspot.


    Auf dem Weg zur Oberen Burg von Visegrád

    Der Blick von hier oben auf die Donau hat alleine schon den Weg hier rauf gelohnt!


    Grandioser Donaublick von der Visegráder Burg aus

    Den Großteil der Burg kann ich besichtigen.


    Die Obere Burg von Visegrád lohnt einen Besuch

    Von hier oben kann man das Donauknie überblicken und hat auch einen tollen Blick in das dahinterliegende Gebirge.


    Das Gebirge nördlich der Donau

    Das alte Burgtor ist offen und man sieht die Visegráder Berge.


    Das Burgtor mit Visegráder Bergen

    So langsam muss ich mich sputen. Ich möchte die nächste Fähre nicht verpassen. Die fährt nur jede Stunde. Am Aus- bzw. Eingang ist nun schon alles für den Ansturm vorbereitet und ich käme jetzt schon nicht mehr ohne Eintritt hier rein. Geöffnet wird aber erst in einer Stunde. Glück gehabt!
    Zügig geht es die Höhenmeter wieder runter nach Visegrád. Hier muss ich dann sogar noch auf die Fähre warten. Der Donauradweg führt mich dann wieder über gute Radwege über Veröce nach Vác.


    Vác

    Schon bei der Einfahrt in den Ort sehe ich, dass der Ort größer und Geschichtsträchtig ist. Ein Besuch lohnt sich! Und da ich heute nicht mehr so weit will habe ich auch Zeit. So ziehe ich eine Runde durch den Ort.


    Die Katholische Kirche am Platz zum 15. März in Vác

    Ich stromere auch etwas abseits der üblichen Touristenströme. Hier sehen die Straßen dann nicht mehr so geleckt aus sondern eher so wie ich es von Ungarn her kenne.


    Typische ungarische Straße - Diese liegt in Vác

    Auf einem Markt versorge ich mich mit frischem Obst. So komme ich von hinten an die Kathedrale heran. Von hinten ist sie gar nicht so imposant. Aber von vorne und von innen lohnt sich ein zweiter Blick absolut!


    Die Kathedrale von Vác

    Also Vác gefällt mir! Richtig viel ist hier zum Glück noch nicht los. Aber auch hier erkennt man, dass die hier mit mehr Touristen zurechtkommen als heute hier sind.


    Dreifaltigkeitssäule und der Eingang zur St. Anna-Kirche gegenüber

    In der Fußgängerzone versorge ich mich mit Softeis, das es bei uns angeblich aus hygienischen Gründen gar nicht mehr gibt. Als ich zur Fähre komme will die gerade ablegen. Also schnell noch ein Ticket gekauft und drauf.


    Auf der Fähre zum Szendendrei-Sziget

    Sie bringt mich auf diese Insel, die von der Donau durch zwei Arme gebildet wird. Von dort gelange ich über kleine kopfsteingepflasterte Straßen nach Tahitótfalu. Erst folgt eine schnöde Straße aber dann geht es wieder auf eigene Radwege. Immer entlang des kleinen Donauarms geht es nach Szentendre. Die Sonne steht schon wieder hoch am Himmel. Als ich an einem Freibad vorbeikomme ist dieses ausgerechnet heute wegen eines Wasserballturniers für die Allgemeinheit geschlossen. Ich fahre zum Hafen wo ich eine Möglichkeit zum Mittagessen finde.


    Mittagspause an der autofreien Promenade von Szentendre

    Ich merke, dass ich mich wieder einem Urbanen Bereich nähere: Die Orte rücken wieder näher zusammen und werden auch größer. Und an so einem schönen Sonntag sind natürlich auch viele Ausflügler unterwegs. Der Radweg ist hier wieder sehr unterschiedlich geführt: mal gepflastert, mal geteert und mal auch nur auf Schotter geht es durch die Vororte von Budapest.


    Ausflugsverkehr auf wechselnden Radwegqualitäten

    Teilweise wird es dermaßen voll, dass ich besser absteige und schiebe! Aber zum Glück nur an wenigen Stellen. Je näher ich der Budapester Innenstadt komme umso besser sind die Radwege. Teilweise dann sogar schon mit eigenen Ampeln.


    Budapester Wassertürme

    Und dann taucht so langsam das berühmte Parlamentsgebäude von Budapest am Horizont auf. Ein imposanter Bau auf der anderen Donauseite!


    Das Ungarische Parlamentsgebäude in Budapest

    Bei bestem Wetter komme ich damit in der dritten europäischen Hauptstadt auf dieser Radreise an. In aller Ruhe drehe ich eine erste Runde durch die Stadt. Zu sehen gibt es mehr als genug! Eine Kirche nach der anderen.


    Kirchen gibt es in Budapest reichlich – Hier die St. Anna- und die Kalvinisten Kirche

    Über die Kettenbrücke wechsle ich von Buda (westlich der Donau) nach Pest (östlich der Donau) hinüber.


    Die Ketten-Brücke

    Ich suche mir eine Unterkunft und setze die Stadtbesichtigung zu Fuß fort. Ich finde Budapest hat ein wenig den Flair von Paris – nur eben alles etwas kleiner.


    Budapest - Klein Paris in Ungarn

    Natürlich besuche ich auch die St.-Stephans-Basilika, die größte Kirche von Budapest und Sitz des römisch-katholischen Erzbistums Esztergom-Budapest.


    St.-Stephans-Basilika

    Hier wird eine Tribüne vor der Kirche aufgebaut. Hier ist heute Abend irgendein Live-Konzert. Ich komme an der Oper vorbei, am Heldenplatz, ... Ich könnte hier noch etliche Bilder einstellen. Aber das schaut ihr euch besser im Netz an. Zu sehen gibt es in dieser Stadt wirklich genug!
    Irgendwann werden die Füße etwas müde und der Magen knurrt. So suche ich mir was zum Abendessen – die Preise sind hier fast so wie in Paris! - und dann wird es auch schon dunkel. Auf der Dachterrasse des Hotels hat man einen grandiosen Blick auf das abendliche Budapest.


    Budapester Parlamentsgebäude (hinten) und die ungarische Staatskasse (vorne) bei Nacht

    Bei einem gemütlichen Bier lasse ich den Abend zu Ende gehen. Gegen 22 Uhr 30 bin ich dann recht müde im Bett. Gute Nacht!

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