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  1. Alter Hase
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    Western Mountaineering Versalite

    #1
    Western Mountaineering Versalite

    Kaufdatum: 06.2013
    Hersteller: Western Mountaineering
    Modellbezeichnung: Versalite
    Modelljahr: 2013
    Unverbindliche Preisempfehlung: 440€
    Verarbeitungsqualität: sehr gut
    Einsatzbereich: 3 Jahreszeiten
    Temperaturbereich: -12°C
    Ausstattung: voller RV und Wärmekragen
    Außenmaterial: 100% Ripstop-Polyester
    Innenmaterial: Taffeta-Nylon
    Füllung-Daune: 850+ cuin
    Füllmenge:
    165 cm: 510 g
    180 cm: 565 g
    200 cm: 620 g
    Reißverschlüsse: #5 YKK (volle Länge)
    Gewicht inkl. Größenangaben: nachgewogen 995 Gramm (Größe Regular - 180cm)
    Packmaß: 20*38 cm (laut Hersteller)
    Passform: sehr gut
    Komfort: sehr gut
    Handling: sehr gut
    Körpergröße Testperson (in cm): 170cm
    Geschlecht Testperson: männlich
    Outdoorerfahrung Testperson (1-wenig bis 7-hoch): 4

    Vorwort:
    Gesucht wurde ein Schlafsack mit ca. 600g Füllung, um auch auf längeren Touren im Sommer/Herbst ausreichend Reserve für den Minusbereich und bei Loftverlust zu haben. Zudem sollte er etwas weiter geschnitten sein, um auch als Seitenschläfer bequem mal ein Bein anwinkeln zu dürfen, und nach Möglichkeit sollte er relativ leicht sein. Als dann noch kurzfristige Verfügbarkeit als Kriterium ins Spiel kam, wurden die Alternativen langsam dünn. Ein Cumulus Panyam 600 hätte die meisten Kriterien erfüllt, war aber nicht so kurzfristig lieferbar. Da WM schon bei meinem Antelope überzeugt hatte, wurde probeweise ein WM Apache geordert, bei dem aber schnell klar war, daß er eher der schmalen Fraktion ala Cumulus LiteLine zuzuordnen ist und somit für Seitenschläfer nur bedingt geeignet ist. Nach kurzer Recherche tauchte dann der Versalite auf. Die technischen Daten klangen gut - ok, auf GWS als Aussenstoff musste man verzichten, aber der Rest passte. Einen kurzer Anfruf bei S&P und obwohl auf der Website nicht angezeigt, war der Versalite in Wunschkonfiguration (RV rechts) lagernd.


    1. Erster Eindruck:
    Wie gewohnt wird der Versalite im großen Karton im Aufbewahrungssack geliefert und wurde noch nie komprimiert. Es wundert also nicht, daß der volle Loft gleich von Anfang an zur Verfügung steht. Die Verarbeitung ist einwandfrei, alle Nähte sind sauber und nirgends steht ein Faden ab. Im inneren fliegen keine losen Daune rum.


    Versalite

    2. Materialien:
    Hier wurde es interessant, immerhin zählt der Versalite zu WM's ExtremeLite Serie, was auch eine leichtere Aussenhülle mit sich bringt. Die verwendeten Materialien wechselten dabei über die Jahre, aktuell ist es ein nicht näher spezifiziertes 20D Ripstop-Polyester. In der Praxis merkt man ihm zwar den leichten Charakter an, dafür wirkt es aber erstaunlich robust. Ich hatte keine Bedenken z.b. beim stopfen in den Packsack. Es ist dünn aber blickdicht, so daß auch optisch die Daune nicht durchscheint. Das kenne ich von anderen Schlafsäcken auch anders.
    Bei der mir gelieferten aktuellen Version des Versalite besteht inzwischen die gesamte Aussenhülle aus dem gleichen grünen Material, damit unterscheidet er sich deutlich von älteren Versionen des Versalite, bei denen nur die Oberseite aus Ripstop, aber Unterseite und die Kapuze aus normalen Nylon (des Innenstoffes?) bestand. Meinem Verständnis nach handelt es sich hier um eine Verbesserung.

    Der Innenstoff ist das von WM gewohnte schwarze Tafeta-Nylon. Daunendicht und anschmiegsam.


    Aktuell verwendetes 20D Ripstop-Polyester. Auch die Nähte überzeugen.

    3. Kammern/Loft
    Der Versalite verfügt über umlaufende Kammern, so daß man nach Wunsch Daune nach oben oder unten verschieben/schütteln kann. Der Loft ist für die Daunenmenge von 565g erstaunlich gut. WM garantiert durchgehend einen Loft von mindestens 15cm. In der Praxis sieht das dann so aus:

    Oberste Kammer (Wärmekragen): 23cm
    Mittlere Kammern mindestens: 15cm
    Fussbox: 22cm

    Trotz dieser Loftwerte ist anscheinend noch genügend Daune übrig, so daß auch die Reißverschluss-Abdeckleiste, der Wärmekragen und die Kapuze sehr gut befüllt sind. Der Wärmekragen verdient seinen Namen und die Kapuze ist auch propper gefüllt.




    Gut gefüllter Wärmekragen

    4. Gewicht
    Laut Homepage sollte das Regular-Model 905g wiegen. Davon weicht mein Modell recht deutlich mit 995g ab. Wie andernorts nachzulesen scheint dies kein Einzelfall beim Versalite zu sein, da ich aber kein Grammjäger bin, bin ich über die möglicherweise zusätzliche Daune glücklich. Mit ca. 1kg Gesamtgewicht liegen wir beim gebotenen Temperatur-Range immer noch gut im Rennen.

    Schlafsack: 995g (regular)
    Packsack: 44g

    5. Platzverhältnisse
    WM gibt den Sack in Regular für Personen bis 180cm an, ich hatte mit 170cm keine Problem und immer noch Platz um ein paar Klamotten im Fussbereich zu deponieren. Die Platzverhältnisse im Schulter und Kniebereich sind komfortabel, auf der Seite Schlafen und ein Bein anwinkeln war gut möglich.
    Vom Schnitt soll der Versalite identischem zum WM Antelope sein. Folgerichtig etwas weiter als z.b. ein Cumulus Panyam.




    Vergleich WM Versalite zu WM Antelope - gleicher Schnitt


    6. Handling

    Der Schlafsack loftet nach dem Auspacken immer relativ schnell. Da auch der Versalite die bei WM gewohnten Rips-Bänder (Dacron® stiffening tape) als Einklemmschutz hat, läuft der Reißverschluss spielerisch leicht. Der Einklemmschutz funktioniert gut, schafft man es trotzdem mal, hat das Aussenmaterial bisher alles klaglos weggesteckt.
    In den gelieferten Packsack (Größe S) passt der Versalite relativ problemlos, aber viel kleiner dürfte er nicht sein. Das Packvolumen unterscheidet sich dabei aber deutlich z.b zu meinen Cumulus Liteline 450, obwohl eigentlich nur ca. 120g mehr Daune verbaut ist.


    Der Einklemmschutz

    7. Praxis-Test
    Der Schlafsack hat inzwischen ca. 20 Nächte hinter sich, davon 19 am Stück. Das meiste davon im Zelt. Dabei durfter er bisher Temperaturen bis knapp unter dem Gefrierpunkt, mehrtägigen Dauerregen mit Sturm und natürlich schönes Wetter erleben. Wie nicht anders zu erwarten, hat er alles gut weggesteckt. Bei 0 Grad kann man den Reißverschluss langsam vollständig schließen, Reserven nach unten sind natürlich noch vorhanden. Der Loftverlust bei Dauerregen war vernachlässigbar, der Aussenstoff kommt überraschend gut mit Kondensfeuchte bzw. kleineren Pfützen im Innenzelt zurecht. Ob die DWR über die Jahre abbaut wird sich zeigen.

    Es ist noch keine Abnutzung irgendwo erkennbar, den Daunenverlust konnte man an einer Hand abzählen. Der Loft ist ähnlich wie am ersten Tag.




  2. Liebt das Forum
    Avatar von Prachttaucher
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    AW: Western Mountaineering Versalite

    #2
    Ein Bericht zum Versalite, da dürfte es einige zufriedene Nutzer hier geben.

    Willst Du noch was zum Volumen des verwendeten Packsacks schreiben ?

    Ich verwende sehr schonende 13 Liter (reicht aber auch für den Antelope bestens), wo auch das Inlett noch reinkommt. Geht natürlich auch noch mit deutlich weniger.

    Eine kleine Schwachstelle sehe ich bei WM in den Klettverschlüssen für Wärmekragen/ Kapuze. Nach 3-4 Jahren ließen die immer mehr nach. Läßt sich aber leicht beheben - ich habe dort einfach kleine Druckknöpfe aufgenäht.

  3. Alter Hase
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    AW: Western Mountaineering Versalite

    #3
    Da der WM Packsack die Abmessung 20*42cm hat, sollte das Volumen auch bei ca. 13 Litern liegen. Da passt er rein, und wenn er einmal zugezogen ist, kann man nochmal ein bissl Luft durch Kompression rauskriegen. Der Cumulus LL 450 zum Vergleich passt immer anstandslos in einen STS Ultra-Sil Stuffsack 18*34 cm mit 9 Litern.

    Das mit dem Antelope ist ein guter Tip: mein Antelope hat eigentlich den nächst größeren Packsack, in dem er immer etwas verloren wirkt

  4. Lebt im Forum
    Avatar von Sarekmaniac
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    AW: Western Mountaineering Versalite

    #4
    Hi Rhodan, der sieht ja echt klasse aus.

    Das Vergleichsbild mit dem Antelope finde ich interessant, der hat ja etwa 150 g mehr Daune. Der Antelope ist die GWS Version, richtig? Das ganz dünne Material vom Versalite loftet natürlich besser, deswegen, schätze ich, sehen die so "gleich warm" aus. Was meinst Du?

    Reine Interessensfrage: die beiden, Antelope und Versalite, haben ja einen sehr ähnlichen Temperatur-/Anwendungsbereich. Was nimmst du da für welchen Zweck, bzw. überlappt sich das nicht stark?
    Wir sind alle ein wenig beim Leben zu Gast
    Das Leben ist reine Gewohnheit
    (Anna Achmatowa)

  5. Liebt das Forum
    Avatar von Prachttaucher
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    AW: Western Mountaineering Versalite

    #5
    Zitat Zitat von Sarekmaniac Beitrag anzeigen
    ...
    Reine Interessensfrage: die beiden, Antelope und Versalite, haben ja einen sehr ähnlichen Temperatur-/Anwendungsbereich. Was nimmst du da für welchen Zweck, bzw. überlappt sich das nicht stark?
    Ich bin mal so frei ebenfalls zu antworten. Das stimmt leider genau. Ich hatte erst nur den Antelope und dann kam der Versalite hinzu, der jetzt den Antelope zu großen Teilen ersetzt.

    Der Antelope ist bei mir für den deutschen Winter (wo ich ihn einsetze) bisher ausreichend wobei ich allerdings Daunenjacke und -Hose dabei habe. Sinnvoller wäre dafür aber vermutlich etwas in Richtung Lynx ? Falls ich mal Ende September/ Anfang Oktober ins Fjäll gehe würde der Antelope dann doch gut passen ? Beim Paddeln demnächst (Nachtemperaturen knapp über Null + feucht) werde ich den A. wohl auch nehmen - im Boot ist ja genug Platz.

  6. Alter Hase
    Avatar von Rhodan76
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    AW: Western Mountaineering Versalite

    #6
    Stimmt. Der Antelope ist die GWS Version, und ein Unterschied ist optisch kaum auszumachen. Dafür im Gewicht: ich glaube 400g weniger beim Versalite?

    Anwendungsbereich: den Versalite hab ich hauptsächlich für Touren in Skandinavien im September oder den dt. Spätherbst/Frühwinter geholt. Leicht, kann aber auch mal ordentlich Frost ab. Irgendwie war mir der Antelope für diesen Zweck einfach zu schwer.

    Den Antelope würde ich dann eher für den (deutschen) Mittelgebirgswinter nehmen, wenn ich mit "dauerhaft" Schnee und tieferen Temperaturen rechne und mit Rucksack unterwwegs bin. Da schätze ich Ihn durch sein mehr an Daune als "stabiler" im Loft ein, aber immer noch leichter als einen "richtiger" Winterschlafsack.

    Ich denke im Rahmen dieser beiden Einsatzgebiete hat jeder der beiden Säcke seine Berechtigung....wer natürlich schon einen richtigen Winterschlafsack hat, braucht sich keinen Antelope zulegen.

  7. Liebt das Forum
    Avatar von Prachttaucher
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    AW: Western Mountaineering Versalite

    #7
    Wenn beide in MF vorliegen, sind es nur 200 g Unterschied.

  8. Anfänger im Forum

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    AW: Western Mountaineering Versalite

    #8
    Vielen Dank für den Bericht :-) Sehr hilfreich

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