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    Mountain Hardwear EV 3

    #1
    Kaufdatum: Dezember 2008
    Hersteller: Mountain Hardwear
    Modellbezeichnung: EV 3
    Modelljahr: 2008
    Unverbindliche Preisempfehlung: 750 USD (USA) / ca. 900 Euro (.DE)
    max. Personenanzahl: 3
    Zelttyp: Geodät
    Vorgesehener Einsatzbereich: Alpin / Winter / Expedition
    Ausstattung und besondere Details: Einwandzelt ohne Apsiden
    Material Aussenzelt: 40D High Tenacity Polyester Ripstop
    Material Boden: Superlight 2000 Nylon
    Material Gestänge: Atlas Scandium XL
    Material Häringe: Alu
    Gewicht min. (in kg): 3.09
    Gewicht normal (in kg): 3.5
    Packmaße (L x B x H in cm): 48 x 15 cm (Länge x Durchmesser)
    Anzahl Eingänge: 2
    Bewertung der Verarbeitungsqualität: sehr gut
    Bewertung des Komforts: sehr gut
    Handling (Aufbau, Abbau, Gebrauch): sehr gut
    Pro-Kauf-Argumente (Stärken):
    einfachster Aufbau auch mit Handschuhen, bei Wind und als Einzelperson.
    Zelt komplett abdichtbar, auch während des Aufbaus. Es kommt dann kein Schnee ins Innere.
    Platzangebot, ideal für 2 Personen mit Winterausrüstung, zur Not auch für 3 Personen geeignet.
    sehr hell.
    geringes Gewicht.
    Contra-Kauf-Argumente (Schwächen):
    schlechte Beschaffbarkeit in Europa.
    Alter Testperson: 31-40
    Körpergrösse Testperson (in cm): 183
    Körperstatur Testperson: schlank
    Geschlecht Testperson: männlich
    Outdoorerfahrung Testperson (1-wenig bis 7-hoch): 6

    Warum:
    Für meine Touren in den Alpen fehlte mir bislang ein Zelt, welches einige Kriterien erfüllen sollte. Vierjahrestauglich, Geodät und somit sturmtauglich, viel Platz im Innenraum für Material, dazu ein möglichst geringes Gewicht. Eingesetzt soll das Zelt z.B. bei Wintertouren oder beim Zelten im Hochgebirge sowie (wenn es wie geplant klappt) am Aconcagua und/oder anderen höheren Gipfeln.

    Nachdem ich mir einige andere Modelle angesehen hatte (z.B. Hilleberg Saivo, TNF VE25), entschied ich mich für das EV3 aus folgenden Gründen:
    - Gewicht (etwa 1 bis 1.5 kg weniger als die anderen Zelte)
    - Preis (ein Saivo kostet regulär etwa 1000 Euro)
    - Platzangebot
    - Einwandzelt, somit weniger Probleme beim Aufbau bei starkem Wind.


    Einkauf:
    Das EV3 konnte ich bei keinem Versand innerhalb von Europa finden. Lediglich das kleinere EV2 wurde in Deutschland (750 Euro) sowie in GB angeboten. Also musste ich das Zelt in den USA kaufen. Zum Glück gab es ein günstiges Angebot bei Ebay (Zelt + Footprint für 600 USD, regulärere Preis 750 USD ohne Footprint), und so lag schon nach 1 Woche nach dem Kauf das Zelt bei mir im Briefkasten. Die Gesamtkosten betrugen 840 CHF trotz des ungünstigen Wechselkurses von 1 USD <=> 1.20 CHF zum damaligen Zeitpunkt (zum Vergleich: derzeitig 1 USD <=> 1.09 CHF), also etwa 560 Euro.


    Lieferumfang:

    Zum Lieferumfang gehört das Aussen- bzw. Innenzelt (Einwandzelt, somit keine zwei Teile), 4 farblich markierte Gestängebögen, 12 Heringe mit Y-Profil, 8 Abspannleinen mit dazugehörigen Seilspannern und drei Packsäcke. Ich bekam zudem noch das Footprint dazu, welches normalerweise extra besorgt werden muss.

    Gewicht der Teile:
    Zelt: 2370 G
    Gestänge: 877 G
    Heringe: 181 G
    Abspannleinen 70 G
    Packsäcke 85 G
    Footprint 440 G

    Macht: 3583 G + 440 G für Footprint.

    Aufbau:
    Der Aufbau ist kinderleicht und kann auch bei starkem Wind und/oder mit dicken Handschuhen von einer Person erledigt werden. Das Innenzelt wird ausgelegt und (wenn notwendig) mit Heringen am Boden befestigt. Anschliessend werden die zwei Hauptgestängebögen eingehängt. Bis zu diesem Zeitpunkt liegt das gesamte Material flach am Boden und bietet dem Wind keine Angriffsfläche.
    Nun werden die Gestängebögen aufgerichtet und das Zelt rings herum in die Stangen eingehängt. An den Kreuzungspunkten sitzen hierzu Karabiner mit Drahtbügelschnapper, an allen anderen Punkten einfache Haken. Die Drahtbügelschnaper verriegeln der Karabiner und springen nur durch leichten Druck auf diesen in Längsrichtung wieder auf.
    Nun werden die hinteren und vorderen Gestängebögen eingehängt und wie die beiden anderen Stangen mit dem Zelt verbunden. Abschliessend wird der Eingangsbereich mit 2 Heringen abgespannt, dann steht das Zelt bzw. kann noch zusätzlich abgespannt werden.




    Bilder vom Aufbau:

    Zelt auslegen, und wenn notwendig am Boden festpinnen.



    Die beiden Hauptbögen werden in den Ösen gesteckt und auf den Boden gelegt.






    Hoch damit - das Zelt wird aufgerichtet, in den Zentralhaken oben eingehängt und rings herum und in die Clips ins Gestänge geklinkt







    Der hintere Bogen wird eingehängt:



    Der vordere Bogen wird eingehängt:





    Mit zwei Heringen die Front spannen - fertig.





    Funktionen / Details:
    Aussen:
    Das Zelt kann an 18 Punkten fixiert werden und steht dann wirklich stabil am Boden. Bei schwachem Wind reichen jedoch zwei Heringe beim Eingang aus. Diese beiden Schlaufen sind verstärkt und in der Länge verstellbar. Alle Abspannleinen sowie die Schlaufen am Zelt für die Leinen besitzen reflektierendes Material, so dass das Zelt auch bei Dunkelheit gut sichtbar ist. Die leuchtend orange Farbe tut ihr übriges, damit das Zelt nicht übersehen wird.

    Innen:
    Das Zelt besitzt über einen Innenraum, welcher knapp 3 m lang und 1.5 m breit ist, jedoch über keine Apsiden. In das Zelt gelangt man über zwei Eingänge, welche sich an der Stirnseite befinden. Die Reissverschlüsse der Eingänge sind wasserdicht sowie an den Endpunkten zusätzlich innen mit Stoff hinterlegt, so dass kein Flugschnee eindringen kann. Die Türen sind aussen auf der gesamten Länge mit Snowflaps abgeschirmt. Neben den Türen befinden an allen vier Seiten Lüftungsklappen sowie eine Klappe im Boden, durch die Schnee ins Innere geholt werden kann (bzw. die als Klo dienen kann, wie mir ein Kollege erzählte). Die Lüftungsklappen sind von innen bedienbar und mit Netzen hinterlegt. Diese Netze halten Schnee ab, der ansonsten mit Wind in das Zelt gelangen könnte. Alle Öffnungen können bei Bedarf verschlossen werden, so dass das Zelt komplett abkapselbar ist. Alle Zipper können mit Handschuhen benutzt werden und besitzen Schnüre mit reflektierendem Material, so dass man sie gut findet.
    Das EV3 besitzt im Inneren 6 Netztaschen für Kleinkram sowie drei Laschen zum Einspannen einer Reepschnur. Zudem verfügt es über zwei kleinere Fenster aus durchsichtiger Folie. Auch ohne die Gucklöcher ist das Zelt sehr hell, denn die Stoffbereiche entlang der Gestängebögen sind weiss und lassen viel Licht durch.

    Detailansichten:

    Selbstverriegelnder Karabiner mit Schnappverschluss.


    Gestängeführung


    Stirn des vorderen Bogens



    Einer der beiden Eingänge, von aussen und innen mit den Zippern, die in den Ecken abgedeckt sind.


    Schneeklappe bei den Eingängen


    Innenansicht - sehr hell, da speziell durch die weissen Flächen viel Licht fällt.


    Eines der 6 Netze für krimskrams sowie ein Fenster.


    Lüftung am Heck


    Seitliche Lüftung



    Zwei Mal Details der Schnapper. Rechts der extra verstärkte Haken am oberen Kreuzungspunkt. Deutlich erkennbar die Verstärkungen im Gewebe.


    Abspannpunkte seitlich und die verstärkten Schlaufen an der Frontseite.

    Fazit:
    Das EV3 ist ein Spezialist kein Zelt für den allgemeinen Gebrauch auf Trekkingtouren Dazu ist der Boden (2000 mm Wassersäule) nicht dicht genug, ausserdem fehlen die Apsiden. Für alpine Unternehmungen, wo bei Sturm und Schnee gezeltet werden muss, ist das Zelt jedoch genial.


    Modifikationen:
    1) Austausch der Abspannleinen
    - Die mitgelieferten Leinen wurden gegen Dyneemaleinen (Exped) mit reflektierenden Litzen ausgetauscht.
    - Für den Aufbau auf Schnee wurden 10 Schneeanker (Exped) sowie 10 Materialkarabiner (Edelried, Alu, 650kg Bruchlast) besorgt.


    Erkenntnisse aus den Tests (Details: siehe jeweiliges Posting in dem Thread):
    1) Erster Testaufbau bei mir im Garten.
    - Aufbau problemlos alleine durchführbar, auch ohne stundenlanges Studium der Anleitung.



    2) Flüelapass, Sa./So. 3./4.1.2009 - der erste Einsatz unter normalen Bedingungen.


    Bin Samstag nachts noch um 23 Uhr nach Davos und weiter den Flüelapass rauf bis zur Wintersperre. Der Aufbau erfolgte mit Taschenlampe und dicken Handschuhen bei -14°C im Schnee. Keine Probleme, auch nicht mit Handschuhen, lediglich für die beiden Heringe an der Eingangsseite benötige ich noch Schneeanker (schon bestellt). Die Aluheringe liessen sich im trockenen Pulverschnee nur sehr schlecht vergraben, einer hatte sich dann am nächsten Morgen durch den Wind gelöst. Nachts liess ich die beiden grossen Lüfter an den Seiten offen, was dazu führte, dass der leichte Wind sogar im Zelt spürbar war. Nachts dann Temp. zwischen -14°C und -7°C morgens, im Zelt weder Eis- noch Kondenswasserbildung. Auch der Schlafsack (WM Antelope) war komplett trocken.


    - Schneeanker notwendig für Wintereinsatz, der vordere Bereich flattert im Wind, wenn er nicht verankert oder innen beschwert wird (z.B. mit einem Rucksack).


    3) Schwarzwald Februar 09
    - Trotz der ungünstigen Bedingungen hielt sich die Kondenswasserbildung stark in Grenzen. Das Zelt war zwar innen feucht, aber bis auf ein paar wenige Tropfen kam nix runter. Die anderen Zelte (insb. das Nallo) bekamen da mehr ab.
    - Die Schneelast machte dem Zelt schlichtweg gar nichts aus. Das Nallo musste nachts immer wieder abgeklopft werden, da der Schnee es zusammendrückte.
    - Kondenswasser liess sich einfach mit Schnee binden (einfach Zelt innen ausreiben) und vor dem Abbau ausschütteln. Die Klappe im Zeltboden ist hier sehr hilfreich.
    - Trotz fehlender Apside kam kaum Schnee ins Innenzelt und das, was sich im Zelt einfand, konnte einfach wieder rausgeworfen werden.

    - Mit den Haken an der Aussenwand lässt sich das Zelt sehr einfach daheim trocknen. Man muss es nur an den Haken im Waschkeller aufhängen.



    4) Safiental März 09
    - Nix weltbewegendes, ausser dass Wildcampen mit dem orangen Brummer quasi unmöglich ist. Das Orange reflektiert auch im Taschenlampenlicht sehr gut.


    5) Faschinajoch März 09
    - Ideale Minimalabspannung: 2x Front am Boden, 2x Front mit Abspannleinen, beide Längsseiten, 1x Heck. So flattert nix, egal woher der Wind weht.
    - Das Zelt muss an ein paar Punkten an den Gestängeenden etwas beschwert werden. Ansonsten kann der Wind unter den Zeltboden gelangen und das Konstrukt aushebeln. Allerdings kann der Wind nicht die Zeltaussenwand zerfetzen, indem er diese entlang der Gestängebögen hochschiebt. Dies ist nur bei Zweiwandzelten möglich.
    - Mit der Minimalabspannung steht das Zelt auch bei Windstärke 6 quer zur Zeltaufbaurichtung stabil.


    6) Simplonpass April 09
    - Mit Minimalabspannung steht das Zelt bombenstabil, wenn der Wind von vorne kommt.
    - Schnee juckt das Zelt überhaupt nicht.
    - Der Abstandhalter des Hecklüfters ist tendetiell zu lang und muss vielleicht etwas gekürzt werden.
    - Die Befestigung der Schnur im Leinenspanner mittels verklemmten Knoten ist suboptimal. Die Schnur kann im entlasten Zustand aus der Verankerung hüpfen. Hier kann noch etwas optimiert werden


    Jetzt warte ich auf einen ordentlichen Fönsturm hier im Rheintal. Dann kommt der Windmesser endlich mal zum Einsatz.

    Alex
    Geändert von Becks (19.08.2014 um 10:57 Uhr)
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  2. Freak Moderator
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    AW: Mountain Hardwear EV 3

    #2
    Zitat Zitat von becks
    Alter Testperson: 31-40
    Puh, da passe ich noch so eben 'rein -- wenn Du noch einen Sherpa für das Zelt brauchst...

    Gruß, Martin *auf die Flüelapics wartend*

  3. Moderator
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    AW: Mountain Hardwear EV 3

    #3
    Zitat Zitat von Flachlandtiroler Beitrag anzeigen
    Puh, da passe ich noch so eben 'rein -- wenn Du noch einen Sherpa für das Zelt brauchst...

    Gruß, Martin *auf die Flüelapics wartend*
    So interessant sind die nicht (hab aber nun das vom Zelt eingefügt). Da solo unterwegs und Wetter nicht beeindruckend war, hab ich die Cam eher im Rucksack gelassen.

    Alex
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  4. Moderator
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    AW: Mountain Hardwear EV 3

    #4
    Miniupdate:
    Für den Aufbau im Schnee habe ich mir nun noch ein Set Schneeanker (Exped) besorgt. Die mitgelieferten Abspannleinen wurden zudem gegen Schnüre von Exped (Dynema, mit reflektierenden Fäden) ausgetauscht. Alleridings brauch noch eine Packung der Schnüre, denn mit 15m kommt man nicht weit (notwendig minimal 24m).

    Für einen Sturmtest hat es noch nicht gereicht. Immer, wenn tagsüber hier Starkwind herrschte, war er abends wieder weg.

    Alex
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  5. Forumswachhund Lebt im Forum
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    AW: Mountain Hardwear EV 3

    #5
    Die Exped Dyneema Leinen sind (genauso wie die von Lightwave, die wir haben) überteuert, hier gibt´s das Zeug billiger und als Meterware.

  6. Ewald
    Gast

    AW: Mountain Hardwear EV 3

    #6
    Exped Leinen teuer? Regelmäßig bekommt man die doch hinterhergeschmissen..Z.B.: Hier

  7. Forumswachhund Lebt im Forum
    Avatar von Corton
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    AW: Mountain Hardwear EV 3

    #7
    Das ist ein anderes Produkt. Die von Dir verlinkten Exped Leinen sind nicht aus Polyester-ummanteltem Dyneema (Polyethylen), sondern aus Polypropylen.

  8. Moderator
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    AW: Mountain Hardwear EV 3

    #8
    beide male knapp daneben. Die Dyneema kordeln auf extremtextil besitzen keine reflektierende Fäden, und das Zweite ist zwar reflektierend aber kein dyneema. Ausserdem müsste ich es aus .DE importieren (Frachtkosten). Da ist Baechli bergsport doch geeigneter, denn ich hab neben den leinen noch weitere Sachen geholt.

    Alex
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  9. Moderator
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    AW: Mountain Hardwear EV 3

    #9
    So,
    der erste kleinere Mehrtagestest ist nun rum

    Die Randbedingungen: knapp unter 0°C und fast 100% Luftfeuchtigkeit (grob an der Nebelgrenze). Nachts und tw. tagsüber dichter Schneefall, etwa 10-15 cm nasser Schnee pro Nacht. Zelt mit 2 Leuten belegt.

    Ergebnis:
    - Trotz der etwas ungünstigen Bedingungen hielt sich die Kondenswasserbildung stark in Grenzen. Das Zelt war zwar innen feucht, aber bis auf ein paar wenige Tropfen kam nix runter. Die anderen Zelte (insb. das Nallo) bekamen da mehr ab.
    - Das Kondenswasser liess sich einfach mit Schnee binden (einfach Zelt innen ausreiben) und vor dem Abbau ausschütteln.
    - Trotz fehlender Apside kam kaum Schnee ins Innenzelt. und das, was sich im Zelt einfand, konnte einfach wieder rausgeworfen werden.


    Bilder:

    Zeltaufbau im Schwarzwald mit Minimalverankerung (2x Schneeanker Front). Links dahinter steht ein Nallo 2, recht hinten ein Tatonka Sherpa Dome.


    Rückkehr nach der ersten Tagestour und einem Bierchen in einer Kneipe. Das Orange reflektiert ziemlich gut das Licht



    Nach der ersten Nacht. Jürgen, der im Nallo schlief, musste nach eigenen Angaben 4x nachts den Schnee wegklopfen, da das Zelt unter der Last zusammengedrückt wurde. Beim EV3 haben wir drauf verzichtet und lediglich vor dem raus Gehen eben alles von innen weggedrückt.


    Das Nallo im Vergleich

    Nach 2 Tagen gings dann weiter (zuerst Vogesen, dann Südschweiz). Das Zelt war in dem Zeitrauem nicht mehr in Benutzung. Vorm Zusammenfalten hab ich mit Schnee das Kondesnwasser im Zelt abgerieben und den Schnee kurzerhand durch die Bodenluke entsorgt.



    Da wir recht früh am Sa mittag unten waren hab ich das EV3 kurzerhand auf dem Parkplatz aufgestellt und eine Stunde weiter trocknen lassen.



    Der Vorteil von den Haken aussen - das Zelt kann einfach in der Waschküche an den eigenen Haken aufgehängt werden.


    Alex
    Geändert von Becks (18.08.2014 um 22:50 Uhr)
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  10. Moderator
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    AW: Mountain Hardwear EV 3

    #10
    Und der nächste kleinere Test

    Die Rahmenbedingungen: Safiental, 2 Nächte, solo im Zelt, gekocht wurde in der Eishhöhle meines Tunnelzelts. Wetter gemischt, in der ersten Nacht Schneefall sowie schwach windig, ansonsten gutes Wetter. Nachts in der ersten Nacht um die -5°C, in der zweiten Nacht so um die -12°C. Drei von vier Lüfter offen.




    Einer der Frontabspannungen, befestigt mit Exped Schneeankern und Alukarabinern. Die Verankerungsmethode funktioniert auf Schnee sehr gut, das Material wiegt zudem wenig.



    Samstag morgen, der meiste Schne wurde vom Zelt geblasen. Gewackelt hat in der Nacht nix.


    Zwar ein Suchbild, aber eins ist deutlich: für Wildcampen sollte man etwas anderes nehmen.


    Eisbildung Sa -> So im Innenzelt.


    Sonntag morgen - etwas Sonne und das Zelt ist wieder trocken.


    Eigentlich noch unnötig, aber mal ausprobiert - seitliche Abspannleinen, ebenfalls mit einem Schneeanker/Karabiner am Boden befestigt. Die Schnüre sind nicht orginal sondern Dyneemaleinen (2 mm, Exped, reflektierend). Die Befestigungsösen (Bild zwei) können mit den Gurten gelockert oder angezogen werden. Damit kann das Zelt nach dem entlang der verstärkten Zeltwandbereiche (die grauen Flächen mit den schwarzen Fasern drin) unter Zug gesetzt und das Zelt stabilisiert werden.


    Befestigungspunkte. Von links nach rechts: Kreuzungspunkt vorne, ein seitlicher befestigungshaken, zentraler Haken oben und mittlerer Haken am Heck.


    Zusammenfassung: immer noch kein Sturmwetter (leider), der rest wie gehabt. Aufbau mit dicken Handschuhen nachts kein Problem, mit den Zusatzbauteilen (Schneeanker) steht das Zelt auch auf weichem Tiefschnee bombenfest.

    Alex
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  11. Alter Hase
    Avatar von Stephan Kiste
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    AW: Mountain Hardwear EV 3

    #11
    Seit ca 2 Jahren hab ich das EV im Auge gehabt als das Top Zelt,
    das ich für den Winter haben wollte.
    2 Dinge haben mich abgeschreckt: Der Preis
    und das sehr "moderne" Aussehen.
    Nachdem Alex seinen Test veröffentlichte hat es an mir genagt,
    nachts um halb 2 gab es den zuschlag bei der Bucht.com.
    Nach 2 Wochen war das Packet beim Zoll und wurde mit
    ~30% Als Sonderstoff versteuert
    Ausprobiert hab ich es als Solozelt dann richtig im letzten Schwedenurlaub,
    in dem wir von Katterjäkk über Unna Alakas nach Abisko gelaufen sind.
    zT sehr windig, nachts so um die -5 bis -15°C.
    Zum Zelt: Ich kann mich Alex nur anschließen.
    Das EV 3 ist ein sehr durchdachtes Winter (!!!) Zelt.
    Aufbau geht ohne Nachdenken völlig problemlos und nicht wirklich lange.
    Als Variante hab ich nachdem die Stangen mit den Enden in eine Öse
    und den ersten Haken angesteckt.
    So bleiben die Stangen schon fast stehen.

    Aufgefallen ist mir:
    -das der Boden nicht als Wanne ausgebildet ist sondern
    Flach an die Seiten angenäht wurde.
    -Im Winter sinken die Stangenenden in den Schnee ein, im Sommer würde
    die Bodenplane dort angehoben werden.
    -Das der Bodenreißverschluß super zum Auskehren vom Schnee geeignet ist.
    Wie man da durchpinkeln könnte ist mir allerdings ein Rätsel.
    -Die Lüfter riesig sind und man durch diese auch nach allen Seiten ein
    wenig rausschauen kann.
    -Der Platz Anstelle der Abside im Zelt gut genutzt werden kann, das
    Raumangebot ist einfach super, die Wände steigen überall steil an.

    Eine Nacht gab es fette Böen von dem Berghang runter,
    weil er in der Nacht drehte und auffrischte.
    Die Abspannungen an den Reflektierenden Ösen waren in diesem Fall
    wichtig. Dort ist die größte Zeltfläche, die schlagen könnte.
    Ohne die Spanner an den Stangenenden angezogen zu haben
    verbog sich das Zelt nur sehr wenig.
    Es gab keinerlei Einschränkungen oder Probleme wegen der Einwandkonstruktion.
    An das Aussehen hab ich mich schon gewöhnt





    Das Insekt


    So sah das bei den Böen aus


    Mit den Haken kann man es auch bei einem Ikea Hochbett wunderbar zum trocknen aufhängen


    Fazit:
    Wer nicht weis, was einen im Winter erwartet kommt mit diesem Zelt natürlich auch zu zweit bestens klar, ohne sich irgendwie sorgen zu müssen.
    Nichts überflüssiges drann, aber alles was man braucht ist
    bestens für minusgrade ausgelegt.
    Ich bin sehr zufrieden und möchte Alex noch einmal
    für den Test danken.

  12. Moderator
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    Avatar von Becks
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    AW: Mountain Hardwear EV 3

    #12
    Moin,
    das moderne Aussehen rockt . Am Parkplatz von Al Aqua haben die Leute alle gebremst und das Ding beäugt, als ich es zum Lüften aufgebaut hab.

    Das mit der Bodenwanne ist mir noch nicht aufgefallen, aber laut Anleitung soll man die Nähte mit Nahtdichter einfach von innen abdichten, sollte man längere zeit in nasser Umgebung hausen.

    Deine Abspanntechnik (wo welche Strippen dran sind) muss ich mir mal begutachten. Bei mir hab ich für die seitlichen 4 Punkte in der Seitenwand 2 Seile verwendet. Die Enden jeder der Seile sind jeweils in der oberen und unteren Öse eingeknotet. Bei Dir dagegen ist die untere Öse ungenutzt und die Schnüre enden wohl am unteren, zentralen Punkt (siehe Bilder weiter oben).

    Haste schon mal mit den Gurtstraffern herumgespielt? Damit kann man sehr viel Zug auf die Zeltwand bzw. die weissen verstärkungsstreifen aufbauen. Wenn das Ding vorher schon gut stand, dann steht es nach dem Straffen wie eine Festung.

    Alex
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  13. Alter Hase
    Avatar von Stephan Kiste
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    AW: Mountain Hardwear EV 3

    #13
    Hi,

    an den Seiten hab ich nur die oberen 2 Schlaufen genommen und
    die unten an der Bodenwanne.
    Am losen Ende hab ich sie nicht verbunden, allerdings haben die Schneeheringeeinen Plastikkarabiner, in den ich die drei Bänder pro seite eingeklipst habe.
    Die unteren beiden Schlaufen fand ich erstmal nicht so wichtig.
    Lieber wären mir 3 Schlaufen auf der höhe der oberen, also eine
    noch mittig, da es bei den Böen schon mal ordenlich Druck auf die Seite gab.
    Trotz der "losen" Stangenspanner war im Gestänge nicht wirklich Bewegung,
    das hat mich schon sehr beeindruckt.


    Grüße Stephan

  14. Moderator
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    AW: Mountain Hardwear EV 3

    #14
    Moin,
    da sind noch mal die Abspannpunkte


    Was ist der Vorteil, unten die Fixierung anzubringen, den damit zieh ich das Zelt quasi in die Breite? Wäre es nicht geschickter, den unteren Punkt mittels Schneeanker an den Boden zu pinnen und so Zug auf die Seitenwand nach unten aufzubauen?

    Alex
    After much research, consideration, and experimentation, I have decided that adulthood is nothing for me. Thank you for the opportunity.

  15. Moderator
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    AW: Mountain Hardwear EV 3

    #15
    So,
    wieder n Satz Bilder. Entstanden heute am Faschinajoch, wo ich gestern abend noch zum Skifahren hin bin. Nachts ist das Wetter etwas gekippt, ab gegen 3 Uhr kam Wind (grob geschätzt 5, Böen eher 6) quer zur Aufbaurichtung des zelts auf. Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich keine Böcke, irgendwelche Abspannungen anzubringen, hab es dann aber doch gemacht (wegen dem flatternden Zeltstoff).



    Morgens, nachdem die Sonne rausgekommen ist.


    So gegen 14 Uhr - das Wetter ist schlechter geworden, der Wind kommt nun konstant mit ner 5 quer zum Zelt. das Bild rechts zeigt ein recht aufgeblähtes Zelt. Liegt dran, dass der Lüfter zur Windrichtung hin offen, der gegenüberliegende geschlossen war.


    Das Ganze dann von innen.




    Nach kleineren Umbaumassnahmen. Die seitlichen Schneeanker hab ich neu versenkt (waren rausgeschmolzen), die windzugewandten Gestängebögen wurden am Ende mit Schnee beschwert. Der Wind hatte nämlich in den 6 Stunden, die ich weg war, den Schnee weggetaut und das Zelt unterwandert. bei jeder Böe hoben die windzugewandetn beine 10 cm vom Boden ab. Die Abapsnnung war zwar nicht perfekt, hielt aber.


    Mit Abspannungen an der Front. Danach war Ruhe im Zelt, bei Böen bewegte sich das Ding nur noch 5 cm.

    Fazit: Zelt am Boden festpinnen hilft (generell), sonst hebt das Ding irgendwann ab. ich werd mir für solche Sachen noch weitere Schneeanker besorgen.
    Das zelt hält auch Seitenwind gut ab, muss dann aber abgespannt werden. Im abgespannten Zustand ist dann im Inneren Ruhe.

    Alex
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    AW: Mountain Hardwear EV 3

    #16
    Tja,
    so kanns gehen. Eigentlich war Simplon über Ostern angedacht, aber...

    Bin erst Urnerboden (Gemsfairenstock) und dann abends noch rüber bis rauf zum Simplonpaß. Das Wetter sah schon bei der Ankunft nicht so dolle aus und aus Süden pfiff ein ordentlicher Wind. Da der Paß recht ungünstig verbaut ist und ich nicht neben einem Hotel das Zelt aufschlagen kann, mußte ich es eben südlich von der Paßhöhe direkt im Wind aufbauen.

    Und so sahen Auto und Zelt am nächsten Tag aus:


    Kurz: erst die halbe Nacht lang ordentliche Böen, gepaart mit Schnee, dann nur noch Schnee. Böen 6, schräg von vorn. Zelt vorne mit 4 Schneeanker und links mit einem Anker befestigt. Das einzige, was dann einen nachts noch aufschrecken konnte, war der Schnee, der kratzend die Außenhaut runtergerutscht ist.

    Was noch etwas stört ist die Tatsache, dass der Hecklüfter nicht immer geöffnet werden kann. Das Stäbchen, mit dem die beiden Teile auseinandergedrückt und offen gehalten werden, ist einen tick zu lange. So kann das Schneefangnetz innen nicht mehr geschlossen werden. Muss mal noch nachsehn, unter welchen Bedingungen (schiefer Aufbau) das auftritt und zur not das Ding eben 5 mm kürzen.

    Ansonsten: Die Abdecklappen innen an den Türen verhindern wirkungsvoll, dass an den Schnittepunkten der Reißverschlüße Schnee eindringt.

    Randbemerkung: Wolkendecke heute morgen bei knapp 2100m, anhaltender Schneefall. Bin daher wieder zurück, hab die albert heim Hütte besucht und mach nun eben noch 2 tagestouren von hier.


    Alex
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  17. Freak Moderator
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    AW: Mountain Hardwear EV 3

    #17
    OT: Frohe Ostern, Alex!

    So langsam ist dieser Test und seine Fotosammlung wirklich beeindruckend. Ich hoffe mal stark, das Foto-"Sahnestückchen" vom Kondornest kommt dann auch noch dazu

    Gruß, Martin *daheimgeblieben*

  18. Moderator
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    AW: Mountain Hardwear EV 3

    #18
    Moin,
    da werden schon noch ein paar Bilder hinzu kommen (auch von SA, hoffe ich jedenfalls). Ich pack in der Zwischenzeit mal die einzelnen Details in das erste Posting, damit esübersichtlicher wird.


    Alex
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  19. AW: Mountain Hardwear EV 3

    #19
    Hast du auch schon Erfahrungen bei etwas wärmeren Nächten sammeln können in Punkto Kondens? Ganz edel wäre natürlich ein selbstaufopfernder Nachtschlaf im Hochsommer bei feucht-schwülem klima

    Wenn Kondens dann auch noch i.O. geht, wäre es wirklich interessant als 4-Saison Zelt

  20. Moderator
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    AW: Mountain Hardwear EV 3

    #20
    Moin,
    müsste eigentlich kein Problem sein. Die vier Lüfter oben im Dachbereich sind wirklich sehr effektiv. Liegt man mit geöffneten Klappen im Zelt kann man den Wind beim Liegen im Gesicht spüren.

    Bei knapp über Null Grad und annähernd 100% Luftfeuchtigkeit (Schwarzwald) hatten wir Kondens, als zwei leute drin gepennt haben. Undklar, das sammelt sich bei der geschlossenen Bauweise dann doch in Form von ein paar Tropfen auf dem Zeltboden. Aber mit etwas Schnee als "Saugmittel" beim Abbau blieb davon nicht viel übrig.

    Der Sommertest kommt noch. Allein schon um auf dem Campingplatz von Courmayeur zwischen den Wohnwagen und Familienzeltmonstern auch mal aufzufallen.

    Alex
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