Ergebnis 1 bis 4 von 4
  1. Neu im Forum

    Dabei seit
    03.07.2011
    Ort
    Freiburg im Breisgau
    Beiträge
    6

    Backcountry 65

    #1
    Kaufpreis: 250
    Einsatzart: Trekking

    2011 ist für die Tüftler der Schweizer Firma Exped ein richtig produktives Jahr, in dem sie viele neue Produkte vorgestellt haben. Besonders die neuen Ultraleicht-Produkte und neue wetterfeste Trekkingrucksäcke.

    Ich habe von Exped einen Backcountry 65 zum Testen bekommen, der größte Vertreter der neuen Backcountry-Serie. Die Backcountry Rucksäcke gibt es in Größen zwischen 45 und 65 Liter und decken damit ein breites Spektrum von kürzeren Mehrtagestouren oder Alpintouren bis zu längeren Trekkingtouren ab.

    Vom Design her orientiert sich der Backcountry an den Mountain Pro Rucksäcken, das Design ist Exped-typisch vollkommen schnörkellos, es gibt keine überflüssigen Gimmicks, die Rucksäcke sind auf das Wesentliche reduziert. Es handelt sich um Einkammer-Rucksäcke, ein abgetrenntes Bodenfach sucht man also vergebens. Auf der Vorderseite laufen zwei Daisy Chains über die komplette Länge des Rucksacks, so dass sich viele Möglichkeiten ergeben, Ausrüstung auch außen zu befestigen. Ich habe eine elastische 3mm Kordel durch die Daisy Chains gefädelt und oben mit einem Tanka versehen, so dass ich z.B. meine Regenjacke einfach dort einklemmen konnte.

    [caption id="attachment_27" align="aligncenter" width="199" caption="Exped Backcountry 65"]<a href="http://outdoorschwarz.files.wordpress.com/2011/06/exped_001_klein.jpg"><img class="size-medium wp-image-27" title="exped_001_klein" src="http://outdoorschwarz.files.wordpress.com/2011/06/exped_001_klein.jpg?w=199" alt="Exped Backcountry 65" width="199" height="300" /></a>[/caption]

    Die Rucksäcke der Backcountry-Serie sind wasserdicht verarbeitet. Alle Nähte sind getapt und hochfrequenzverschweißt. Die Hauptöffnung ist mit einem Rollverschluß ausgestattet und auch das Deckelfach ist komplett vertapt und somit wasserdicht.

    Ins Wasser sollte man den Backcountry allerdings nicht werfen, denn er hat einen Front Access, man kann die Vorderseite also komplett öffnen, um leicht an den Inhalt des Rucksackes zu kommen.

    Dadurch ist der Backcountry also nicht komplett wasserdicht, sondern wetterfest, denn die Öffnung der Front ist mit wasserfesten YKK AquaGuard Reißverschlüssen ausgestattet. Die Reißverschlüsse selbst sind komplett abgedeckt und die Abdeckungen werden durch die seitlichen Kompressionsriemen fest an den Rucksack gedrückt, so dass der Front Access tatsächlich sehr gut vor Regen geschützt ist.

    Das Tragesystem besteht aus einem vorgebogenem Leichtalurahmen, den man auch herausnehmen kann.

    Soweit die wichtigsten Fakten.

    Wie sieht es nun in der Praxis aus?

    Was zuerst auffällt, wenn man den Rucksack in die Hand nimmt, ist das Gewicht. Der Backcountry ist sehr leicht, er wiegt gerade mal 1500g, was für einen Rucksack dieser Größe wirklich wenig ist.

    Wenn man nicht allzu viel Gepäck hat, bietet es sich an, den Backcountry über die große Frontöffnung zu beladen, das geht schnell und ist komfortabel. Wenn wirklich viel rein soll, ist es besser, ihn ganz normal über die obere Öffnung zu beladen, dann kann man das Packvolumen am besten ausnutzen.

    Auffällig ist das Fehlen von herkömmlichen Schnallen. Exped benutzt anstelle von Schnallen sogenannte „Rapid Hooks“, das sind Haken aus bruchsicherem Aluminium, die einfach in die entsprechenden Ösen eingehängt werden. Am Anfang ist es etwas ungewohnt, aber nach kürzester Zeit hat man sich daran gewöhnt. Ich habe die Rapid Hooks testweise auch mit dickeren Handschuhen bedient und auch das funktioniert problemlos. Alle Gurtbänder sind mit kleinen Klettverschlüssen ausgestattet, die an den Enden der Gurtbänder befestigt sind. So kann man die losen Enden einfach per Klett fixieren und das überstehende Band einrollen. Praktisch wenn man den Rucksack am Flughafen aufgibt oder wenn es auf Tour kräftig windet.

    Ich bin nun mit dem Backcountry auf eine 5-Tages-Tour nach Norwegen gegangen und konnte den Rucksack gründlich antesten.

    Der Rucksack sitzt mit knapp 18 Kilo beladen schön kompakt am Rücken, das Gewicht lässt sich gut auf den Hüftgurt übertragen. Das Material des Rückenpolsters ist sehr fest, in Kombination mit dem Alurahmen sitzt der Rucksack extrem angenehm. Die Hüftflossen sind relativ flexibel, doch bei dem Gewicht des Rucksacks sind sie auf keinen Fall zu weich. Sie passen sich schön der Hüfte an und wenn man die Schnalle geschlossen hat engt nichts ein.

    Auch die Schultergurte sind gut und ergonomisch geschnitten, schnüren nicht ein und bilden keine Druckstellen.

    Leider hat es in Norwegen nicht geregnet, so dass ich die Wetterfestigkeit des Rucksackes nicht beurteilen konnte. Das musste dann eben wieder zuhause im Schwarzwald nachgeholt werden. Eine Woche nach meiner Rückkehr war es dann soweit, ein richtig schöner komplett verregneter Tag war genau richtig für eine Tour über die Gfällmatte Richtung Feldberg.

    Also den Rucksack wieder richtig schön voll machen und sicherheitshalber alles in wasserdichte Packsäcke verstaut. Aber der Backcountry hält, was er verspricht: Nach 4 Stunden durch strömenden und teilweise wirklich heftigen Regen hielt er immer noch dicht, kein Wasser hatte sich durch die langen AquaGuard-Reißverschlüsse der Frontöffnung geschlichen. Sehr respektabel!

    Und ich habe meine komplette Ausrüstung für Solotouren in den Rucksack packen können. Ein-Personen-Zelt, Isomatte, Kocher, Bekleidung, Essen und Trinken – wirklich Top!

    Insgesamt überzeugt mich der Backcountry 65. Er lässt sich sehr gut kontrollieren, das Gewicht wird sehr gut auf die Hüfte und den Rücken übertragen und die Schultern bleiben weitgehend frei von Belastungen. Vom Gewicht würde ich dem Backcountry 65 noch ein paar Kilo mehr zumuten, da das Tragesystem jedoch sicher nicht auf extrem schwere Lasten ausgelegt ist sollte man sich mit 20 Kilo begnügen. Die Bedienung ist tadellos. Der Rollverschluss der Hauptöffnung ist etwas gewöhnungsbedürftig, dafür kann man aber sicher sein, dass nichts nass wird und man benötigt keine separate Regenhülle.

    Die Größe von 65 Litern reicht aus, um eine Woche unterwegs zu sein, wenn man noch Zelt, Schlafsack etc. mitnimmt kann es allerdings eng werden. Dann muss man auf jeden Fall eine Lösung finden, um Teile der Ausrüstung außen am Rucksack zu befestigen, aber das ist durch die beiden Daisy Chains eigentlich kein Problem. Auch unter den seitlichen Kompressionsriemen kann noch Ausrüstung verstaut werden, in Norwegen hatte ich beispielsweise unser 3-Personen-Zelt unter den Kompressionsriemen befestigt.
    Mein Fazit: Exped ist mit dem neuen Backcountry mal wieder ein richtig guter Wurf gelungen. Das Tragesystem stimmt, die Bedienung ist gut und vor allem ist der Rucksack absolut wetterfest und sehr leicht. Kein überflüssiger Schnick-Schnack, Reduktion auf das Wesentliche. Damit ist er für Trekkingtouren, die nicht zu lang sind oder mit sehr leichter Ausrüstung durchgeführt werden bestens geeignet, aber auch für längere Unternehmungen in den Alpen. Auch als Reiserucksack ist er sehr gut geeignet, da man über die große Frontöffnung leicht an das komplette Gepäck kommt.

    Fazit

    Sehr gelungener leichter Trekkingrucksack, bis knapp über 20 Kilo sehr gutes Tragesystem, extrem wetterfest
    Geändert von Werner Hohn (18.09.2013 um 20:46 Uhr) Grund: GearList-Text entfernt

  2. Dauerbesucher
    Avatar von theone
    Dabei seit
    15.03.2006
    Beiträge
    955

    AW: Backcountry 65

    #2
    Gibts inzwischen weitere Erfahrungen mit dem Rucksack? Wie viel Gewicht ist gut tragbar? Bewährt sich die wasserfeste Konstruktion oder sind Packsäcke bzw. Regenhülle trotzdem Pflicht?
    Wer für alles Offen ist, kann nicht ganz Dicht sein.
    Christian Wallner

  3. Fuchs
    Avatar von Benzodiazepin
    Dabei seit
    12.03.2012
    Ort
    Bern, Schweiz
    Beiträge
    1.109

    AW: Backcountry 65

    #3
    ich hatte einen backcountry 50. damit habe ich immer mal wieder gepäck bis ca. 20kg getragen. ich würd mal sagen bis 15kg ist es noch sehr angenehm, bei 20kg wirds langsam limit. ist aber natürlich auch immer vom träger abhängig.

    der rucksack war dicht. da kam kein tropfen wasser rein, solange er geschlossen war.

    ich hab ihn vor kurzem entsorgt, weil er durchgenutzt war (löcher im boden, kaputter deckelfach-reissverschluss). es war sehr schade um den rucksack, ich bin noch nicht sicher ob ich wieder einen backcountry oder doch einen mountain pro kaufe. auf jeden fall wird es wieder ein wasserdichter exped.
    experience is simply the name we give to our mistakes

    meine reiseberichte

  4. Gerne im Forum
    Avatar von cebewee
    Dabei seit
    17.05.2009
    Ort
    München
    Beiträge
    97

    AW: Backcountry 65

    #4
    Wie intensiv hast du den Rucksack genutzt? Wenn ich mir mir die Rucksäcke anschaue, die bei mir in regelmäßigem Einsatz sind, haben die nach drei Jahren höchstens optische Mängel.

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)