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    Allysitz selbst gebaut

    #1
    Hi,

    der Bastelvirus schlug wieder mal zu, diesmal wollte ich einen stabilen, bequemen Sitz für mein Ally Tramp bauen, da ich bislang die optimale Lösung noch nicht gefunden hatte. Würde mich freuen, wenn der eine oder andere ein paar sinnvolle Anregungen rausziehen kann - denn ehrlich, die Ally-Standardsitze sind halt nicht jedermanns Sache, gerade für längere Touren.

    Neulich über den Flohmarkt schlendernd, fiel mir das da ins Auge:



    Eckla? Eher bekannt für ordentliche Bootswagen, wusste gar nicht, dass die auch Fahrradheckträger bauen. Aber das eloxierte Alu gefiel mir, auch der Klappmechanismus:





    Das bastelgeschulte Auge erkennt sofort die Möglichkeiten, die in dem Ding stecken. Also für ein paar Euro erstanden, und daheim gleich drangemacht, einen Sitz fürs Faltboot draus zu bauen.
    Nach ausführlichem Check in Keller und Garage fanden sich noch



    ein Bambushocker, der nie verwendet wird, und



    eine Rückenlehne für schlittenfahrende Kinder, irgendwann mal aus dem Sperrmüll gefischt, kann man bestimmt mal brauchen...

    Die mit Schlaufen befestigte Sitzfläche des Bambushockers war fix auf das neukreierte Sitzgestell montiert. Vorn wurde dieses wegen der Stabilität aber erst noch durch einen Alubügel (ehemals: Rucksackgestell; auf dem Schlittenlehnenbild zu sehen) geschlossen. Von der Rückenlehne verwendete ich nur die zwei blauen Kunststoffbänder samt EVA-Polster, sie wurden passend gekürzt und mit Metallschrauben an die nach der korrekten Klappung nun senkrecht aufragenden ehemaligen Fahrradhalter des Trägers gepinnt.
    So weit, so gut. Wie befestige ich nun das Teil im Boot?
    Auch solopaddelnd sitze ich im Ally gern hinten, v.a. weil ich das Paddel dann einfacher senkrecht einstechen und leichter die Seiten wechseln kann. Klar, dass dann vorne für zusätzliches Gewicht gesorgt werden muss. Der Sitz sollte also zwischen 6. und 7. Spant (beim Tramp der vorletzte und letzte) angebracht werden. Der vordere Sitzbügel wurde gepolstert (mit Rohrisolierungen) und einfach fest an den 6. Spant gebunden, nämlich so:



    Ja, das sieht noch nicht gut aus, muss mal gscheite passende Stücke aus einer neuen Rohrisolierung schneiden.

    Die hintere Fixierung geschah über zwei der originalen Haltegurte des ehemaligen Fahrradträgers. Die gummierten Metallhaken, die sonst in die Auto-Heckklappe greifen, umfassen jetzt das Alurohr des 7. Spants, links und rechts, werden festgezogen und nochmal abgespannt. Hält besser, als es aussieht. Auch hinten legte ich provisorisch ein Stück Rohrisolierung unter. So sieht das jetzt aus:



    Und nochmal von oben:



    Das wars auch schon. Und hier der komplette Sitz in seiner Position im Ally-Heck:



    Natürlich will man dann nicht ewig auf den Praxistest warten, also heute trotz leichtem Niesel an den Baggerweiher gefahren und eine kleine Testrunde gedreht. Spannend war das auch, weil mein Hund Laika das erste Mal im Kanu mitfuhr.
    Es zeigt sich, dass ich das Boot samt Sitz auf dem Auto transportieren kann, die Sitzlehne hängt dann hinter dem Heckfenster. Perfekt. Nur die zusätzlichen ca. 3,5 kg gefallen mir beim Hochstemmen nicht so arg, aber solange es unter 20 kg bleibt, ist es in Ordnung.

    Der erste Eindruck:
    Das Ding ist solide! Kein Rumgewackel mehr, toll. Anlehnen, wenns gemütlich läuft, vorrutschen oder auf die Knie gehen, wenn Konzentration gefordert ist. Ungewohnt die relativ hohe Sitzposition, ohne Gegengewicht vorn wird mir das zu kipplig, und Geradeausfahren beim sowieso drehfreudigen Tramp noch schwieriger. Bei tourenmäßiger Beladung wird das aber schon passen.
    Ganz prima ist der leicht federnde Sitz aus Bambusstäben, auch die Rückenstütze taugt mir sehr.

    Alles in allem bin ich ganz zufrieden mit der Neuerung. Ein paar kleine technische und optische Verbesserungen sind nach einem mehrtägigen Einsatz bestimmt noch vorzunehmen, aber ich denke, der Sitz kommt in die Standardausrüstung zum Ally (zumal ich ihn abends auch ans Lagerfeuer stellen kann).
    Vielleicht probier ich mal, eine optionale, abnehmbare Achse mit Rädern quer durch die Rückenlehne zu bohren, dann dreh ich das Boot an Land einfach auf die Räder und brauch keinen extra Bootswagen. Mal sehen. Nach der Bastelei ist vor der Bastelei...

    Grüße, Ronald

    PS: Ach so, wie Laika die Bootsfahrt fand? Seht selbst:

    Geändert von ronaldo (15.09.2013 um 16:03 Uhr)

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