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  1. Fuchs
    Avatar von Libertist
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    [US] Alaska 2012 (3/4): Östliche Alaska Range

    #1
    Mitreisende: Libertist
    Zum Video ein bisschen nach unten scrollen.



    Diese sechstägige Trekking- und Packrafting-Tour hätte eigentlich ein längeres und auch recht spannendes Abenteuer werden sollen, leider musste ich aufgrund meiner eigenen Dummheit etwas verfrüht abbrechen.

    Startpunkt meiner Tour war „Maclaren Summit“ am Denali Highway in Alaska. Von meinem „Base Camp“ in Palmer aus waren es 400 km bis dahin – sechs Stunden brauchte ich, um die Strecke zu trampen. Da es in diesem Bericht sonst nicht allzu viel zu erzählen gibt, möchte ich mal ein paar Gedanken zum Trampen loswerden, die auch gerne hinterfragt und diskutiert werden dürfen.

    Ich war ehrlich gesagt schon ein bisschen empört darüber, als Nicki und Max sich in ihrem Island-Bericht plötzlich dafür rechtfertigen „mussten“, mit dem Daumen unterwegs zu sein. Auf meinen Nordamerika-Reisen mache ich das nun seit Jahren schon so - ich bin in Kanada und den USA sicher schon über 12.000 Kilometer getrampt, vielleicht sogar 15.000. Warum?

    1. Ich spare dadurch eine Menge Geld. Öffentliche Verkehrsmittel sind (insbesondere in Alaska) quasi nicht vorhanden und würde ich mir jeden Sommer vor Ort ein Auto mieten müssen, könnte ich meine Reisen nicht finanzieren. Mal davon abgesehen, dass es extrem unpraktisch wäre, schließlich enden meine Touren selten da, wo sie begonnen haben – ich müsste also sowieso trampen, zumindest zurück zum Mietwagen.

    2. Ich komme mit Leuten ins Gespräch. Und Leute kommen mit mir ins Gespräch. Daraus sind im Laufe der Jahre schon wirklich gute Freundschaften entstanden - ich treffe unterwegs auf sehr inspirierende Persönlichkeiten und habe beim Trampen schon eine Menge gelernt. Als kleiner Nebeneffekt sei hier auch erwähnt, dass dabei immer wieder meine „sozialen Fähigkeiten“ auf den Prüfstand gestellt werden, schließlich muss ich irgendwie mit jedem klarkommen, der mich mitnimmt. Da gäbe es viele lustige und spannende Geschichten zu erzählen: von Mittel- und Heimatlosen, die mich nur mitnehmen, weil sie sich eine Spende für die nächste Tankfüllung erhoffen; von einem kriminellen 17-Jährigen, der den Kofferraum voller Waffen hat; von einem todkranken Rentner, der mich mitnimmt, damit er nicht fahren muss; von reichen Geschäftsführern, die ihre Erfolgsgeschichte mit mir teilen; von religiösen Fundamentalisten, die mich am liebsten sofort vors Taufbecken ziehen würden; von weltfremden Träumern auf der Suche nach der letzten Goldgrube Alaskas; von schönen Frauen; willigen Mädchen; rauen Männern; Hippies; Drogensüchtigen, Abenteurern und Weltverbesserern. Und auch von ganz normalen Menschen und solchen, die kein Wort mit mir reden.

    3. Es ist sehr ökonomisch und, gemessen an der Alternative „Mietauto“, umweltfreundlich. Und das bemerken auch immer mehr Leute, die mich mitnehmen. So viele Autofahrer sitzen allein in ihrem Wagen – selbst Amerikaner merken manchmal, dass das irgendwie nicht sein muss.

    Wenn ich mit dem eigenen Auto unterwegs bin, nehme ich selbstverständlich auch Tramper mit – das kam bisher zweimal vor, habe den Wagen ja auch nur etwa drei Wochen lang besessen (LINK)! :-p Aber, mit nochmaligem Bezug auf den Kommentar im Island-Bericht: trampen sollte immer legitim sein; auch, wenn man im Gegenzug selbst niemanden mitnehmen kann.


    Okay, genug davon. Nun zur eigentlichen Tour.

    Mein Startpunkt, „MacLaren Summit“, ist nichts weiter als ein kleiner Hügel am Denali Highway, der Schotterpiste, welche die Orte Paxson und Cantwell verbindet. Als ich am Abend des 1. Septembers dort ankam, regnete es natürlich. Überhaupt regnete es die ganze Zeit, aber daran war ich ja schon gewohnt. Das Ziel der Reise war die Robertson River Bridge am Alaska Highway, zwischen Delta Junction und Tok. Vor mir lagen etwa 300 Kilometer, die ich in 12 Tagen zu Fuß und mit dem Packraft, das ich im Rucksack hatte, zurücklegen wollte. Neben den Flussabschnitten, die ich zu raften hatte und dem weglosen Gelände lagen die Schwierigkeiten vor allem in einem zugeschneiten Pass und einem dahinter liegendem Gletscher, den ich zu überqueren hatte. Doch dazu kam es nie.

    Vom MacLaren Summit führt ein bald endender Pfad nach Norden in Richtung der Alaska Range, wo Mount Hayes in den tiefliegenden Wolken verschwunden war. Ich folgte dem Pfad für etwa eine Stunde bis zu dessen Ende und schlug mein erstes Lager auf.










    Der zweite Tag verlief ereignislos. Im Regen marschierte ich durch die weglose Tundra, die sich mir zwar in den herrlichsten Herbstfarben präsentierte, aber so richtig genießen konnte ich das nicht. Zu nass, zu kalt, das Gelände zu mühsam. Ich ließ den Sevenmile Lake zu meiner Rechten liegen und ging weiter nach Norden, geradewegs auf den Eureka Glacier zu, wo ich am dritten Tag meiner Reise ankam.

    Da oben sammelten sich die Caribous. Ich fand’s ja ziemlich lustig, weil ich zuvor, am Denali Highway, enorm viele Jäger getroffen habe, die nach genau diesen Tieren Ausschau hielten. Diese Jäger sitzen dann auf den gut gepolsterten Sitzen ihrer ATVs, brausen durch die Landschaft und wundern sich trotz all des Lärms, warum sie keine Tiere vors Visier bekommen. Es war gerade Jagdsaison. Das bedeutet, dass sich die Tiere vorzugsweise dort aufhalten, wo man nur zu Fuß hinkommt.














    Caribou-Party am Eureka Glacier.





    Am Nachmittag des 3. Septembers kam ich am Eureka Creek an und setzte mein Boot ins Wasser. Anfangs war der Fluss einfach zu raften. Keine großen Schwierigkeiten, aber auch nicht langweilig – es gab immer was zu tun. Und nach der anstrengenden Wanderung durch die nasse Tundra war mir der Rafting-Abschnitt im höchsten Maße willkommen.

    Die Nacht verbrachte ich am Eintritt des Flusses in einem Canyon und wollte am nächsten Morgen entscheiden, ob ich den Canyon rafte oder lieber umtrage und 5 Kilometer weiter wieder einsetze. Als es so weit war, entschied ich mich dafür, weiter zu raften.

    Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich sogar ungefähr ahnen konnte, was auf mich zukam. Am Tag vor meiner Abreise hatte ich den Eureka Creek noch kurz gegoogelt und fand dabei heraus, dass der schon hin und wieder mal mit Packrafts befahren wurde – allerdings wurde der Canyon dabei immer gemieden und das Boot umgetragen. „Class V“ heißt es da in den Foren, „beyond packrafting level“ - für Packrafts also nicht machbar. Wirklich nicht? dachte ich. Woher wollen die das denn wissen, wenn sie aus 100 Metern Höhe auf einen Fluss hinab schauen? Und: Kann man überhaupt in den Canyon schauen, wenn man ihn, Wildpfaden folgend, umgeht? Vielleicht ist es ja machbar und es hat sich bisher bloß noch keine getraut!? Wer weiß das schon? Mit anderen Worten: ich hatte keine Angst und wollte es einfach machen! Wenn es zu schwierig wird, kann ich ja immer noch abbrechen und aus dem Canyon klettern… dachte ich mir.

    Und das war dumm, anders kann man es nicht sagen. Wie dumm genau konnte ich noch nicht wissen, aber folgendes war mir bereits vorher klar:

    1. Ich war allein. Eigentlich sollte man nie allein ins Wildwasser.
    2. Ich kannte den Fluss nicht. Es gab noch nicht mal Erfahrungsberichte zu lesen, wahrscheinlich ist noch niemand diesen Canyon geraftet.
    3. Erfahrene Packrafter haben diesen Canyon ausgelassen, sogar in der Gruppe, wo man sich gegenseitig hätte sichern können.
    4. Ich hatte meine gesamte Ausrüstung am Raft festgeschnallt, das Zeug wiegt eine Menge und macht das Boot vergleichsweise unflexibel. Ohne das Gewicht, das beim Kentern übrigens wirklich zum Problem werden kann, könnte man ja ein bisschen im Wasser plantschen, so wie wir das erst kurz vor dem Sommer auf der Salza gemacht hatten.

    Es ist schon wahr, dass ich die Herausforderung mag und meine Reisen (zumindest solo, also wenn ich nur für mich selbst verantwortlich bin) grundsätzlich mit einer gewissen Risikobereitschaft antrete. Gleichzeitig bin ich auch immer um eine adäquate Einschätzung bemüht, so dass ich wenigstens weiß, worauf ich mich da gerade einlasse. Es gibt nämlich einen Punkt, an dem Risikobereitschaft in Dummheit überschlägt – und diese Grenze habe ich diesmal überschritten, zum ersten Mal auf meinen Reisen. Freunde, die schon mit mir unterwegs waren, wissen genau, dass ich auf Tour eigentlich immer reflektierte, wohl durchdachte Entscheidungen treffe. Aber diesmal war ich dumm.

    Zu Beginn des Canyons machte das Raften noch Spaß. Die Schwierigkeiten nahmen zu, aber es war alles machbar. Der Akku meiner GoPro gab dann schon bald den Geist auf und ich war in dem Moment zu faul, einen Ersatzakku einzulegen, also gibt es von dem „interessanten“ Teil des Eureka Creeks noch nicht mal Aufnahmen bei voller Fahrt.

    Nach einer scharfen Rechtskurve ist es dann passiert. Der Fluss verengte sich zu einer Breite von etwa drei Metern; es war eine Schlucht, die zu beiden Seiten durch steil nach oben ragende Felswände begrenzt wurde – ein Aussteigen war jetzt unmöglich. Ich raste durch die Stromschnellen, durch die erste, die zweite… die dritte schaffte ich nicht. Zu heftiges Wildwasser; weitaus heftiger, als ich es jemals zuvor geraftet bin. In Sekundenschnelle wurde mein Boot umgeworfen, ich war unter Wasser.

    Nun ist es nicht so, dass ich einfach ans Ufer schwimmen konnte. Ich war unter Wasser und wusste nicht, wo oben und unten war. Aus dem Boot hatte ich mich schnell befreit, dann war es auch schon weg, ich hatte nur noch das Paddel in der Hand und war in einer Walze festgehalten die mich wie ein kleines Spielzeug durchs Wasser wirbelte. Nach ein paar Sekunden kam ich los, tauchte kurz auf, holte Luft und sah gerade noch rechtzeitig, dass ich gerade in die nächste Walze hineinfalle. Ich befand mich in einer Serie von Stromschnellen, der Fluss hatte hier ein Gefälle von etwa 20%. Es gab kein Entkommen; ich konnte mich ja noch nicht mal orientieren, weil ich mit nur kurzen Unterbrechungen von Walze zu Walze geschleudert und dort jeweils für mehrere Sekunden festgehalten und wie in der Trommel einer Waschmaschine durchgerüttelt wurde.

    Ich wusste nicht, ob sich mein Boot vor oder hinter mir befand. Mein Paddel ließ ich auch los; ich dachte, zwei freie Hände könnten mir im entscheidenden Moment helfen, mich irgendwo an einem Felsen festzuhalten. Daraus wurde leider nichts, viel zu schnell war der Fluss und zu glatt die Felsen – außerdem hatte ich ja nach wie vor keine Orientierung, die meiste Zeit verbrachte ich unter Wasser. Da merkte ich auch zum ersten Mal, wie furchtbar gefährlich dieses „Whitewater“ ist: durch die viele Luft im Wasser (weiße Luftbläschen überall) fand ich keinen Halt: der Versuch, durch Armkraft an die Wasseroberfläche zu tauchen, war vergebens – es fühlte sich so an, als würde ich in die Luft schlagen, ich spürte keinen Widerstand. Mir ging die Luft aus und ich schluckte Wasser.

    Nur nicht sterben, dachte ich mir. Du musst das überleben, du musst das irgendwie schaffen, du musst hier raus – das ist der einzige Gedanke, an den ich mich im Nachhinein erinnere. Keine Gebete oder Ähnliches… nur bloß nicht sterben!

    Ich schätze, das Trauerspiel dauerte etwa 40 Sekunden, 120 Meter trieb ich den Fluss hinunter. Ohne jegliches Zutun meinerseits wurde ich in einen kleinen Pool gespült, der sich auf der rechten Seite des Flusses gebildet hatte. Dort konnte ich zwar nicht stehen, aber das Wasser war ruhiger; ich wurde nicht fortgetrieben. Ich tauchte auf und stellte in Sekundenschnelle fest: ich war vorerst in Sicherheit.

    Im Wasser schwimmend drehte ich mich um und blickte auf den Hauptstrom, der an mir vorbeirauschte. In genau diesem Moment sah ich mein Boot, es muss scheinbar direkt hinter mir gewesen sein. Mir blieb keine Zeit zum Überlegen: reflexartig holte ich aus und warf mich ein Stück weit zurück in die Fluten. Nicht zu weit, aber so weit, dass ich mein Boot zu fassen bekam. Irgendwie ist es mir gelungen, das Raft in den kleinen Pool zu ziehen. Im Wasser schwimmend drehte ich das Teil, sodass mein festgeschnallter Rucksack wieder oben war und das Wasser heraus lief. Das Boot einschließlich Rucksack an einer Hand hinter mir her ziehend kletterte ich auf ein kleines Felsplateau und atmete durch.

    Alles, was ich verloren hatte, war mein Paddel und die Crocs. Hätte genauso gut mein Leben sein können. Dass ich nicht nur mich, sondern auch fast meine gesamte Ausrüstung habe retten können, war ein extremer Glücksfall. Manche Walzen können einen menschlichen Körper minutenlang unter Wasser halten und ihn dort begraben.

    Zunächst einmal pellte ich mich aus dem nassen Drysuit und zog mir lange Hose und Jacke an, mir war kalt. Ich bewegte alle meine Gelenke und betrachtete meinen Körper: keine ernsten Verletzungen, nur blaue Flecke und Schmerzen überall – ich muss unter Wasser an eine Menge Felsen geschleudert worden sein, die Stromschnellen hinterließen einige drohende Spuren. Der Schmerz war mir nun gerade so egal, ich war am Leben! Schnell wurden ein paar Fotos gemacht – ich fühlte mich schon etwas besser! – alles zusammengepackt und dann wurde die nächste Hürde in Angriff genommen: ich musste aus dem Canyon klettern.

    Mit dem schweren Rucksack auf dem Rücken kletterte ich die steilen Felsen und das Geröll hinauf. Es waren etwa 100 Höhenmeter, ich brauchte 2 ½ Stunden. Jeder Schritt war ein Risiko, manchmal ließ ich mir mehrere Minuten Zeit, um mit der Schuhspitze eine „Stufe“ in den losen Fels zu hämmern. Es war die gefährlichste Kletterei meines bisherigen Lebens, mit Abstand.

    Als ich oben angekommen war, trank ich fast den gesamten Mini-Bach aus, der aus einer kleinen Senke in den Canyon floss. Danach setzte ich mich in die Wiese, machte Pause, dachte nach und resümierte, was gerade geschehen ist. Zwei dominierende Gefühle verspürte ich. Zum einen fühlte ich mich unglaublich glücklich, im Wortsinn, also vom Glück geküsst und in die Arme genommen. Diese ungemein brenzlige Situation ging so glimpflich aus; ich kann gar nicht sagen, wie viel Glück ich gehabt haben muss! Ich musste tatsächlich lachend den Kopf schütteln und konnte es kaum fassen.
    Zum anderen fühlte ich mich wie ein kleiner dummer Junge, der mal wieder nicht hören wollte. War doch klar, war doch so sonnenklar, dachte ich mir, wie dumm bin ich eigentlich!? Unglaublich dumm fühlte ich mich. Hab die Schwierigkeiten wohl ein wenig unterschätzt. So viel zum Thema Erfahrung, Reife, Erwachsensein, Verantwortung, na klar…














    Der kleine Pool, aus dem ich mich retten konnte.









    Beim Klettern nach unten fotografiert.

    Im Video, gegen Ende, sieht man den Canyon mal in Action.


    (INFO: Bitte kein Bildmaterial einfügen, das die Rechte Dritter verletzt. d.h. i.d.R. keine Musikvideos, TV-Serien etc. )

    Der Rest der Reise verlief vergleichsweise unspannend. Ohne Paddel war die Tour nicht machbar; dass ich zurück musste, stand außer Frage. Beim Gehen stellte ich mir vor, wie es wohl gewesen wäre, wenn ich da in letzter Sekunde mein Boot nicht mehr zu fassen bekommen hätte. Meine Ausrüstung wäre vielleicht irgendwo an einem Felsen mitten im Canyon hängen geblieben, schwer oder gar nicht zu finden. Oder sie wäre weiter gekommen, der Eureka Creek fließt dann schon bald in den Delta River, der wiederum in den Tanana River mündet – das wäre eine lustige Suche geworden. Und ich hätte meine Ausrüstung wahrscheinlich nie aufgegeben, mein gesamtes Kamera-Equipment war darin untergebracht. Zunächst jedoch hätte ich ohne Schuhe und ohne Essen zurück zum Highway laufen müssen, das waren 40 km.

    Nachts, als ich längst in meinem warmen Schlafsack lag, sah ich mich immer wieder in den Stromschnellen festhängen und malte mir aus, was alles hätte passieren können. Und was dieser Tag, hätte ich ihn nicht überlebt, für meine Familie bedeutet hätte…

    Am nächsten Morgen war ich trotzdem guter Dinge und gab mein Bestes, um es bis zum Abend zurück zum Denali Highway zu schaffen. Am Nachmittag klarte es kurz auf, dann versank alles wieder in tief hängenden Regenwolken.


































    Am Abend des 6. Septembers war ich schon wieder in Palmer und machte mich tags darauf auf nach Anchorage, um ein neues Karbon-Paddel zu kaufen. Es ist ja nicht so, dass ich jetzt Angst vor Wasser gehabt hätte, oder vorm Raften. Nein, es ging natürlich weiter – die nächste Packrafting-Tour war schon anvisiert, am 10. September sollte es losgehen.

    Ein Risiko dieser Größenordnung werde ich jedenfalls nicht mehr eingehen. Naja, zumindest nicht mit dem Packraft. Zumindest nicht allein. Zumindest nicht, wenn ich meine gesamte Ausrüstung dabei hab … Also, zumindest nicht, wenn… ach, ich hab’s diesmal halt ein wenig übertrieben. Wird mir eine Lehre sein.


    Bericht zur Tour im Alaska Dispatch (Ohne mein Wissen geschrieben und veröffentlicht.)

    Und hier geht's weiter.
    Geändert von Libertist (16.11.2012 um 17:07 Uhr)
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  2. Erfahren
    Avatar von Fliehender
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    AW: [US] Alaska 2012 (3/4): Östliche Alaska Range

    #2
    Zitat Zitat von Libertist Beitrag anzeigen
    … ach, ich hab’s diesmal halt ein wenig übertrieben. Wird mir eine Lehre sein.
    OT: ..."ein wenig?"

    Schöner Bericht, tolle Fotos, schön, dass du noch lebst und mit uns diese Erfahrung teilst

  3. Dauerbesucher
    Avatar von MatthiasK
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    AW: [US] Alaska 2012 (3/4): Östliche Alaska Range

    #3
    JA bist du des Wahnsinns, diese Stromschnellen sind....du solltest diesen Tag als 2ten Geburtstag feiern. Das war haarscharf mein Freund.

    Ist gut das du das so offen und ehrlich hier preisgeben kannst, sowas könnte sonst durchaus traumatisierende folgen haben.

  4. winnetoux
    Gast

    AW: [US] Alaska 2012 (3/4): Östliche Alaska Range

    #4
    Danke. Der Wille war groß, die Solo-Tour auch, Alaska ist größer?! Aber du packst das. Dummer Junge! !
    Du packst es ja auch, der Wille ist groß. Mehr fällt mir nicht ein. Schöne Herbstfarben. Wir könnten das Trampen diskutieren.

  5. Bergtroll
    Gast

    AW: [US] Alaska 2012 (3/4): Östliche Alaska Range

    #5
    Interessant. Dir ist ungefähr genau das worst case Szenario widerfahren, dass ich mir vorher überlegt hatte. Ich bin deshalb mit Wanderschuhen geraftet (die Crocs hatte ich schon beim Wildwassertraining geschrottet) und meine Personal Locator Beacon habe ich in der Schwimmweste getragen. Schön, dass Du dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen bist und Deine Ausrüstung fast vollständig wiedereinfangen konntest.

    Beinahe hätte ich dieses Jahr einen ganz ähnlichen Fehler gemacht und wäre den Tasnuna Canyon (der auch als "lethally unraftable" gilt) geraftet. Ich wollte nach tagelangem Horrorbushwhacking mit Innenbandriss und Erkältung und zerschundenen Schienenbeinen, hunderten von Mückenstichen usw. usw. endlich in den Fluss und das Ganze hinter mir lassen. Hatte bereits den Beginn des Tasnuna-Canyons (der mit einem kleinen Wasserfall startet) ausgekundschaftet und mir dabei immer gesagt: "Das geht schon, wird schon irgendwie klappen, der kleine Wasserfall und danach wird es bestimmt besser usw." Irgendwie habe ich mich dann aber - zum Glück - doch für noch einen weiteren Tag Bushwhacking entschieden. Vielleicht, weil ich weiss, wie schlecht ich packrafte ;)

    Wenn wir das Trampen diskutieren wollen, dann bitte insbesondere diesen Part: "Da gäbe es viele lustige und spannende Geschichten zu erzählen: von ... schönen Frauen; willigen Mädchen"

  6. Fuchs

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    AW: [US] Alaska 2012 (3/4): Östliche Alaska Range

    #6
    Herzlichen Glückwunsch zum zweiten Geburtstag!

    und vor allem danke für deine Alaska-Tourberichte die ich fasziniert von den tollen Fotos verschlungen habe.

    Was mich bei den Packrafts immer wieder erstaunt: Wie gut ist da eigentlich die Sicht nach vorne auf Hindernisse etc? - gerade in deinem Video aus Paddlerperspektive scheint mir dieser Gepäckberg vorne doch ziemlich unüberschaubar zu sein, so daß es wohl nicht einfach ist leicht überspülte Hindernisse im Stromzug auszumachen.

    Mich fasziniert einerseits so ein winzigst verpackbares Boot das man eigentlich überall hin mitnehmen könnte, andererseits kann ich es mir nur schwer vorstellen aus meiner Kajakerfahrung heraus - es wirkt so als wäre es nicht unbedingt einfach es punktgenau dahin zu lenken wo man hin möchte - und Dinge wie Kehrwasser fahren stelle ich mir damit doch als eine ziemliche Herausforderung vor. In deinem Video macht es eher den Eindruck von "Rein in die Strömung, ein paar Korrekturschläge und ansonsten eben auf den wohl recht guten Auftrieb vertrauen" - auch schon vor dem canyon waren ein paar Löcher dabei an denen man mit einem Wildwasserboot wohl schon ordentlich U-Boot hätte spielen können, die das Teil aber offenbar recht gutmütig genommen hat.

  7. Lebt im Forum
    Avatar von Sarekmaniac
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    AW: [US] Alaska 2012 (3/4): Östliche Alaska Range

    #7
    Ich finde es wirklich gut, dass Du so einen krassen Fehler so offen dokumentierst, fällt ja tatsächlich nicht in die Kategorie "unvermeidliches Restrisiko" sondern war ein Leichtsinns- und Planungsfehler.

    Aus deinem mit lustiger Country-Musik unterlegten Youtube-Video geht aber keineswegs hervor, dass der Eureka River unraftbar und absolut lebensgefährlich ist, und was dir da zugestoßen ist. Ob das eine gute Idee ist, sowas ins Web einzustellen?

    OT: So einen der persönlichen Dummheit geschuldetetn zweiten Geburtstagstermin habe ich auch, sogar noch einen dritten. Liegen beide im Winter.
    Wir sind alle ein wenig beim Leben zu Gast
    Das Leben ist reine Gewohnheit
    (Anna Achmatowa)

  8. Fuchs

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    AW: [US] Alaska 2012 (3/4): Östliche Alaska Range

    #8
    Zitat Zitat von MatthiasK Beitrag anzeigen
    Ist gut das du das so offen und ehrlich hier preisgeben kannst, sowas könnte sonst durchaus traumatisierende folgen haben.
    Ich war genau einmal auf der Tara raften und da bin ich an einer eigentlich unspektakulären Stelle über Bord gegangen. Dann durfte ich ordentlich die Luft anhalten, bin ordentlich an die Steine geschleudert worden. Seitdem habe ich absolut keine Lust auf Raften mehr.

  9. AW: [US] Alaska 2012 (3/4): Östliche Alaska Range

    #9
    So schnell hab ich nicht damit gerechnet, super! Erstmal lesen jetzt!

    EDIT: Meine Herren, mach keinen Scheiss, das hätt anscheinend echt gut ins Auge gehen können. Ich dachte, deinen bisherigen Berichten zu urteilen, dass du solchen Gefahren durch ein wenig Erfahrung automatisch aus dem Weg gehen würdest, aber Fehler und Überschätzungen können wohl bei allen auftreten, gut zu wissen! Feier den Tag!
    Geändert von HammelHugo (02.11.2012 um 00:45 Uhr)
    Neuseeland, Hiking & Fotografie hier.

  10. Fuchs
    Avatar von fjellstorm
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    AW: [US] Alaska 2012 (3/4): Östliche Alaska Range

    #10

    Holy shit...Ich kenn mich zwar mit Packraften nicht aus, aber ich denke du hast da mehr als Glück gehabt, nicht selten bezahlt man solche Aktionen mit dem Leben...!

    Gut, dass zu diesen Fehler so offen als Dummheit (was es wohl auch war) charakterisierst, und nicht als einer dieser unvermeidlichen Restrisiken, wie es Sarekmaniac treffend formulierte.
    Vielleicht in Zukunft ein wenig kürzer treten ?

    ... Youtube-Video geht aber keineswegs hervor, dass der Eureka River unraftbar und absolut lebensgefährlich ist, und was dir da zugestoßen ist. Ob das eine gute Idee ist, sowas ins Web einzustellen?
    Unraftbar?-im Bericht steht ja,dass der Fluss bisweilen schon geraftet wird-nur nicht dieser spezielle Canyom..aber ja, erwähnen könnte man das schon im Video, vielleicht in Hinblick als künftiger Guide und damit verbundene Verantwortung

    Ansonsten:Schöne Fotos mit der verfärbten Tundra, stehen schön im Kontrast zu den Grau/grün dominierten der Brooks..

    Zum thema trampen: Sehe ich wie du, warum man sich darüber empören kann, kann ich mir eigentlich nicht erklären-oder doch- man kann alles und nichts zum Thema machen
    Geändert von fjellstorm (02.11.2012 um 01:23 Uhr) Grund: Inhalt

  11. Gerne im Forum

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    AW: [US] Alaska 2012 (3/4): Östliche Alaska Range

    #11
    Schöner ehrlicher Bericht, wie auch dein letzter!
    Naja du wirst weitermachen, du wirst weiter Risiken eingehen und steigern, und vielleicht hast du mal kein Glück mehr. Aber zumindest hast du gelebt

  12. Fuchs
    Avatar von fjellstorm
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    AW: [US] Alaska 2012 (3/4): Östliche Alaska Range

    #12
    Zitat Zitat von mhim Beitrag anzeigen
    du wirst weiter Risiken eingehen und steigern, und vielleicht hast du mal kein Glück mehr. Aber zumindest hast du gelebt
    Auf solch Weißheiten antworte ich für gewöhnlich:
    Was nützt dem toten Hund ein Beafsteak?

  13. AW: [US] Alaska 2012 (3/4): Östliche Alaska Range

    #13
    Und wieder ein grandioser Bericht und tolle Bilder. Irgendwie bin ich froh, daß du so schlechtes Wetter hattest, da ich sonst von der Masse der grandiosen Bilder wohl erschlagen worden wäre.
    Auch von mir nochmal vielen Dank, dafür, daß du so offen mit den Risiken bzw. Fehlern umgehst.

    Eine Frage zu den Elchen: Wie nah warst du an denen dran? Sieht mir so nach 50 m aus, wieso sind die nicht auf und davon?

  14. Fuchs
    Avatar von Rattus
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    AW: [US] Alaska 2012 (3/4): Östliche Alaska Range

    #14
    Danke für den Bericht und schön, dass du's überlebt hast Die Fotos sind wieder mal toll. Besonders gefällt mir das Stachelschwein - ich musste erst mal googeln und stieß dann auf den Urson. Sieht ziemlich genervt aus
    Das Leben ist schön. Von einfach war nie die Rede.

  15. Alter Hase
    Avatar von volx-wolf
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    AW: [US] Alaska 2012 (3/4): Östliche Alaska Range

    #15
    In Abwandlung eines bekannten Sprichwortes:
    "Tu Dummes und rede darüber!"

    …aber vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen bei späteren Entscheidungsfindungen, doch lieber die sicherere aber aufwändigere Fortkommensweise als bessere Alternative zu sehen.

    Jedenfalls (wie immer von Dir) klasse Fotos und gut geschriebener Bericht.

    Eine Bitte hätte ich noch:
    Magst Du in Deinem Bericht eine kurze englische Zusammenfassung einstellen, damit diejenigen, die weniger gut Deutsch können, aber Deine Berichte hier betrachten, von Deinem Erlebnis wissen und gewarnt sind.
    Eventuell auch irgendwo am/beim/im Video? Oder zumindest Deine englische Version hier verlinken?

    Moralische Kultur hat ihren höchsten Stand erreicht, wenn wir erkennen,
    daß wir unsere Gedanken kontrollieren können. (C.R. Darwin)

  16. Alter Hase
    Avatar von Der Foerster
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    AW: [US] Alaska 2012 (3/4): Östliche Alaska Range

    #16
    Sehr schöner Bericht, noch schönere Fotos und eine krasse Tour - Glückwunsch!

    Ich finde schon spannend wie Du hier für die Offenlegung eines gefährlichen Fehlers mit moralisch erhobenen Zeigefinger gelobt wirst... Es steht einem Außenstehenden (der Dich in den meisten Fällen noch nicht einmal kennt) nur bedingt zu. Aber das ist nur meine Meinung.

    Was mich fast mehr interessiert ist, ob es normal ist, dass das Baumstachelschwein/Urson als Baumbewohner in einer Gegend vorkommt in der es so gut wie keine Bäume gibt (jedenfalls keine wo man als Baumstachler in sichere Höhe reinklettern kann). War das eine Einzelbegegnung, oder kam es öfters vor?

    Ich finde ja Deine Ernährungsgewohnheiten auf Tour bewundernswert und nachvollziehbar - aber für mich wäre das nichts
    Kennst Du den Film bzw. das Buch The Hunter von Julia Leigh? Der Hauptdarsteller hat (vor allem im Buch) sehr ähnliche Ernährungsgewohnheiten wie Du (Tasmanien wäre doch für Dich auch ein schönes Reiseziel )

    Was übrigens auch gut geht, ist unter der Hardshell-Jacke ein Shirt von Brynje zu tragen. Dies Netzzeug trocknet sehr gut und schnell.
    Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst. Voltaire.

  17. Alter Hase
    Avatar von Der Foerster
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    AW: [US] Alaska 2012 (3/4): Östliche Alaska Range

    #17
    Mein letzter Satz bezieht sich natürlich nicht auf das Rafting sondern auf die Tour davor.

    Der Canyon hat doch sicherlich WW4 - 4+ oder?
    Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst. Voltaire.

  18. Fuchs
    Avatar von fjellstorm
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    AW: [US] Alaska 2012 (3/4): Östliche Alaska Range

    #18
    Zitat Zitat von Der Foerster Beitrag anzeigen
    Ich finde schon spannend wie Du hier für die Offenlegung eines gefährlichen Fehlers mit moralisch erhobenen Zeigefinger gelobt wirst... Es steht einem Außenstehenden (der Dich in den meisten Fällen noch nicht einmal kennt) nur bedingt zu. Aber das ist nur meine Meinung.
    Den Fehler hat er selber als Dummheit eingesehen [und dies auch rational begründet]-ich seh da nichts moralisches, wenn man ihm diese Offenheit und Ehrlichkeit in der Darstellung zu gute hält, vor allem wenn man es selber so sieht-egal ob man Libertist jetzt persönlich kennt oder nicht. Und zumindest macht sich der ein oder andere mal Gedanken drüber anstatt der üblichen 5 sterne Einzeiler.
    Geändert von fjellstorm (02.11.2012 um 13:24 Uhr)

  19. Alter Hase
    Avatar von Der Foerster
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    AW: [US] Alaska 2012 (3/4): Östliche Alaska Range

    #19
    Das sollte auch keine Kritik an seinem Bericht sein, ich finde es nur ein wenig befremdlich, wenn daraufhin ihm fast alle sagen: "Was für ein großer Leichtsinn. Mach das ja nie nie wieder. Und bitte nicht nachmachen".

    Inhaltlich stimme ich dem ganzen ja zu, es ging mir nur um die Form. Ich möchte aber der Diskussion darum nun bitte keinen neuen Auftrieb verleihen (habe ich wahrscheinlich schon).

    Die meisten werden eh nicht in so eine Situation kommen und die die es tun werden sich entweder mit dem Thema auseinandersetzen oder leichtsinnig sein. Egal ob hier geschrieben wird, dass das wohl nicht so fachmännisch war

    Was keiner schreibt (ich hoffe ich habe es nur nicht überlesen) ist, wie man sich bei so etwas richtig verhält. Alle schreiben nur, das es "leichtsinnig" ist und eine "Dummheit" und das er "kürzer treten sollte".

    Eine inhaltliche Diskussion wäre, wenn wir schreiben würden, dass man in unbekanntem Gelände immer vor jeder Kurve aussteigen sollte und scouten muss. Auch wenn das nervt und ewig aufhält. Schließlich kann der selbe Fluss bei unterschiedlichen Wasserständen zwischen leicht und unmöglich schwanken. Deshalb nützen auch Erfahrungsberichte wenig. Auf viel befahrenen Wildwasserstrecken ist die natürlich anders, dort gibt es aber auch definierte Pegelstände.
    Wenn man beim Scouten feststellt, dass das WW die Stufe 1 (1+) überschreitet würde ich den Teil nicht im Alleingang fahren, schon gar nicht in so einer einsamen Gegend, wo ich meine Ausrüstung einfach nicht verlieren darf.
    Da scouten so aufhält und lästig ist, denkt man sich oft, dass man es sich sparen kann. Ich denke aber, dies ist bei einer Wildnissflusstour das A und O um wirklich Sicherheit zu gewährleisten.
    Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst. Voltaire.

  20. Bergtroll
    Gast

    AW: [US] Alaska 2012 (3/4): Östliche Alaska Range

    #20
    Die für mich interessante Frage ist, warum ein vermutlich überdurchschnittlich intelligenter Mensch diese hinrissige Entscheidung getroffen hat (und auch ich fast eine ebenso schlechte Entscheidung getroffen hätte). Und warum bereits so viele Menschen in ähnlichen Situation ihren Leben verloren haben.

    Meiner Meinung nach gibt es bestimmte Situationen in der Natur, die deutlich weniger gefährlich wirken, als sie sind. Dazu gehören insbesondere Schneehänge (Lawinengefahr) und Wildwasser. Ich glaube, dass hier der natürliche Instinkt nicht richtig funktioniert und man nicht genug Angst hat. In anderen Situationen (steiler Abgrund usw.) funktioniert der Instinkt besser.

    Ich habe auch den Eindruck, dass man während eines anstrengenden Outdoortrips oft weniger rational handelt als am Schreibtisch.

    Vielleicht hilft es, sich das klar zu machen, um später die Wahrscheinlichkeit konservativer Entscheidungen zu erhöhen.

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