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  1. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    Transport Canadier auf Autodach

    #1
    Hallo,

    nachdem die Suchfunktion auf die Stichworte keine Treffer ergab, mal als neues Thema. Aus speziellem Anlaß.
    Ich weiß, daß darüber viel geschrieben wurde und habe speziell im open canoe journal mitgelesen.

    Ich habe ja jetzt einen Canadier zum Üben und bekomme ihn auch alleine auf mein hohes Autodach dank der stabilen Ekla- Ladehilfe.

    Da muß ich ihn verzurren.
    Ich verwende Spanngurte, weil ich sie für einfach, stabil und sicher halte.
    Das Verzurren mit Seilen kenne ich noch von früher, als es keine Spanngurte gab.

    Nun wird oft gegen Spanngurte vorgebracht, sie könnten bei zuviel Krafteinsatz das Boot beschädigen.
    Das glaube ich auch.
    Aber wäre nicht ein einfaches Mittel, dieses zu verhindern, auf den Krafteinsatz zu verzichten?

    Ich finde, man kann Spanngurte auch ganz sensibel bedienen, so wie Seile auch. Oder sehe ich das falsch?

    Weiteres Problem:

    Preßt man den Canadier mit Spanngurten auf die Reling, könnte das in Extremsituationen --grade bei vermindertem Krafteinsatz -- dazu führen, daß er durchrutscht nach vorne oder hinten.
    Ich halte es daher für richtig, ihn dagegen auch an Bug und Heck zu sichern. Viele machen das auch.

    Sie spannen ihn dann aber nach unten ab. Hinten klappt das meistens noch ganz gut.
    Was aber, wenn er vorne mitten über der Motorhaube endet? So wie bei mir ?

    Einige haben sich da einfallen lassen, im Motorraum Haken einzuschrauben und Gurtschlaufen am Rand der Haube nach außen zu führen. Sie beklagen dabei, daß aber die Schlaufen den Lack zerscheuern.

    Ich habe ihn jetzt hinten und vorne mit Spanngurten nicht nach unten gesichert, sondern jeweils Bug und Heck mit dem jeweiligen Querträger verbunden. Ich hoffe, es kommt auf dem Foto rüber.

    Nach meiner Vorstellung müßte auch das verhindern, daß es sich vorwärts oder rückwärts bewegen kann.

    Ich frage mich jedoch, warum das niemand macht, sondern den aufwändigen Weg mit dem Schlaufen durch die Motorhaube geht? Oder die Abspannungen nur nach unten benutzt ? Zumindest habe ich es noch nicht gesehen oder darüber gelesen.

    Oder macht es doch jemand? Und wenn nicht, warum nicht?

    Was spricht dagegen? Übersehe ich etwas?

    Ich denke, man könnte anführen, daß meine Art der Sicherung nicht hilft, wenn sich die Träger lösen?

    Aber was hilft, wenn sich die Träger lösen? Ich glaube, nichts mehr.

    PS: Meine rote Tafel ist der zähe rote Plastik-Aktendeckel eines alten Leitz-Ordners. Nicht ganz 30X30, sondern 32x29, müßte aber gehen.

    Gruß Ditschi

    Geändert von Ditschi (01.07.2012 um 22:51 Uhr)

  2. AW: Tranport Canadier auf Autodach

    #2
    Also deine Ratschengurte würde ich auch nicht verwenden, sondern 2,5cm Gurte mit Metallschnalle. EIn Bekannter hat mit Deiner Variante sein Carbonboot geknackt.

    http://www.globetrotter.de/de/shop/d...?mod_nr=137387

    http://www.sport-schroeer.de/pop_up/....jpg&mandant=1

    Vorne und hinten bei längeren Fahren per Reepseil an die Abschleppöse.

    Zudem wickel ich meistens ein Fahrradschloss um den Querholm des Canadiers und des Querträger des Trägers. Bei meinem Canadier kommt das genau hin, wenn er mittig positioniert wird. So kann das Boot auf keinen Fall nach vorne rutschen beim Bremsen.

  3. Gerne im Forum

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    AW: Tranport Canadier auf Autodach

    #3
    Hallo,

    bei allen Themen rund um Kanadier findet Du viel Hilfe und Tips unter http://www.canadierforum.de/
    Viele der Leser dort sind aber auch hier unterwegs und umgekehrt, dort wirst Du auch diverse Tips zum Canadiertransport finden.

    In der Kurzform mache ich es wie folgt:
    1. gute Spanngurte mit Metallschliesse (habe welche von Eckla), diese sind als Schutz beim Metallschloss durch Neppern unterlegt. Nachdem der Kandier fixiert ist, verspanne ich wie mein Vorposter auch den Träger mit dem Tragejoch gegen Bewegungen nach vorne.
    2. zwischen Träger und Kanadier immer eine Gummischiene oder Gummimatte legen, das erhöht die Reibung
    3. Ich verwende von Thule seitenbegrenzer, diese fixieren das Kanu gegen seitliches Verrutschen und erlauben dann auch ein geringeres Verzurren
    4. hinten spanne ich bei längeren / Autobahnfahrten an der Anhängerkupplung ab
    5. vorne spanne ich bei längeren / Autobahnfahrten an 2 Gurten, die ich links und rechts an der Motorhaube rauskommen lasse ab. Durch das Niederhalten vorne und hinten liegt der Kanadier extrem stabil auf dem Dach.



    Durch die seitlichen Begrenzer ist der Kanadier ruck zu auf dem Dach befestigt, da aus eigener Erfahrung ein Verrutschen zur Seite sehr schnell erfolgen kann.
    Das Abspannen am Heck dient vor allem gegen Seitenwind und im Falle eines Unfalls als zusätzlicher Schutz, da Dein Dachträger dann eh den Abflug machen wird.

    Das Niederhalten vorne klappt bei meiner Konstruktion super. Ich habe mir aus Spanngurt 2 10cm-Schlauchen geknotet und diese unter der Motorhaube am Kotflügel fixiert (durch 2 Schraublöcher gesteckt) und die Kante mit Fahrrad-Rahmenschutzfolie beklebt. Wenn ich dann abspannen will, mache ich einfach die Motorhaube auf und hole die Schauten raus und spanne die Kanadierspitze links und rechts ab.

    Für Rückfragen einfach kurz posten.

    Gruss Mark

  4. Erfahren
    Avatar von Griffon
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    AW: Tranport Canadier auf Autodach

    #4
    Moin Ditschi,
    wenn du nicht nach unten sichern magst, dann doch bitte lieber die roten Gurte an der Reling und nicht am Querträger befestigen – scheint mir stabiler!
    Gruß, Willi
    PS: und berichte bitte, ob und wie du mit deiner Methode angekommen bist

    Rot hintendran brauchst du erst ab 1m Überstand...

  5. Dauerbesucher
    Avatar von Beyond
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    AW: Tranport Canadier auf Autodach

    #5
    Hallo Ditschi,

    such Dir an Bug und Heck einen Befestigungspunkt für ein Seil, Gurt usw., schlaufe die Mitte doppelt ein und verspann die Befestigunsseile/-gurte zu den Enden Deiner Dachreling. Bei einer Bremsung/Unfall halten die Seile den Kanadier auf dem Dachträger in Längs- und Querrichtung, ohne dass er dabei verrutscht. Dann musst Du auch nicht die Spanngurte über den Kanadier so festknallen, dass sich das Bootsmaterial verformt. Außerdem schränkt kein störendes Seil den Sichtbereich des Fahrers ein.

    Deine vorgestellte Methode ist im Prinzip gleichwertig, nur dass Du Bug und Heck am Dachträger befestigt hast. Bei einer Vollbremsung oder Crash sind aber die vier Auflagepunkte des Querträgers auf der Dachreling schon extrem belastet.

    Alles weitere kannst Du ja aus meinem „Dachtransportposts“ im Seekajakingthread entnehmen, den Du ja bereits kennst. Habe da auch von meinem Kanadier-Transport mit einem „normalen“ Bootsträger geschrieben.

    Ein paar Bilder, von meinem Kanadier und der Bug- und Heckbefestigung



    Bild 1: Mein alter Kanadier, wie er in der Garage hängt. Am Tragring, den ich eingespleißt habe, ist das Spannseil eingeschlauft, die beiden seitlich aus dem Bild laufenden Enden werden an der Dachreling abgespannt. Nicht am Bootsträger fixieren, sondern direkt an der Dachreling, weil dann die vier Befestigungspunkte der Querträger bei einer Bremsung entlastet werden.



    Bild 2: Detailansicht meiner Trageschlaufen am Kanadier. Man kann den eingespleißten Stahlring gut erkennen. Diese Konstruktion hat seit über 40 Jahren Bestand und hat sich dabei bestens bewährt.



    Bild 3: Weiteres Bild der Trageschlaufe aus einer anderen Perspektive. Es wird auch bei Deinem Boot eine Möglichkeit geben, das Seil am Bug und Heck entsprechend mittig anzubringen. Notfalls musst Du am Sitz die Seile/Gurte fixieren. Allerdings hat das den Nachteil, dass das Seil im Extremfall verrutschen kann.

    Die physikalischen Ableitungen findest Du ebenfalls im Seekajaking-Thread. Geh einfach ins Inhaltsverzeichnis. Nur nebenbei: Der Einwand von Schoolmann, dass bei zu heftigem Verzurren, Carbonboote „geknackt“ werden, bestätigt nur meine „matetialschonende“ Variante des Dachtransports, die ich so vehement Anfang letzten Jahres verteidigt habe.

    Es folgt ein Sicherheits-Smiley „zwinkern“, damit sich keiner der konservativen Transportspezialisten auf den Schlips getreten fühlt.

    Edit: Ups, da ist mir Willi (Griffon) bereits zuvor gekommen! Ist aber gut so, bestätigt wenigstens auch er meine Darstellung.

    Viele Grüße
    Beyond
    Geändert von Beyond (30.06.2012 um 15:43 Uhr) Grund: Edit

  6. Moderator
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    Avatar von ronaldo
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    AW: Tranport Canadier auf Autodach

    #6
    Hi,

    Mark hat deine Frage eigentlich perfekt beantwortet:

    "4.hinten spanne ich bei längeren / Autobahnfahrten an der Anhängerkupplung ab
    5.vorne spanne ich bei längeren / Autobahnfahrten an 2 Gurten, die ich links und rechts an der Motorhaube rauskommen lasse ab. Durch das Niederhalten vorne und hinten liegt der Kanadier extrem stabil auf dem Dach."

    Man könnte noch verdeutlichend sagen: Das Abspannen vorn und hinten hat insbesondere dann Sinn, wenn die zwo Holme auf dem Dach deines Autos einen eher geringen Abstand haben - das ist leider bei vielen modernen Pkw der Fall, da ja die nach hinten abfallende Linie ach so schick ist...
    Durch vorsichtige Abspannung verhinderst du das "Wippen", was z.B. ein GFK-Boot im mittleren Bereich doch arg belasten kann, ohne dass man´s gleich sieht.

    Es versteht sich, dass man Gurte immer mit viel Gefühl spannt. Wie kann man sein Boot nur durch Gurtspannen ruinieren??

    Grüße, Ronald

  7. Erfahren

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    AW: Tranport Canadier auf Autodach

    #7
    Ladung muß richtig gesichert werden. Aber was ist richtig...

    In Fahrtrichtung muß 0,8 der Ladungsgewichtes und nach der Seite und hinten 0,5 des Ladungsgewichtes als Sicherungskraft aufgebracht werden. Am gebräuchlichsten ist das Niederzurren anzutreffen, obgleich dies bei schweren LAdungen zumeist die schlechteste und ineffektivste Sicherungsmethode darstellt. Besser ist stets das Direktzurren. was sich aber speziell bei Canadiern mitunter etwas schwierig gestaltet.

    Konzentrieren wir uns nun einfach mal auf das Niederzurren, weil dies die einfachere und hier wohl ausreichende Sicherungsmethode darstellt:

    Grundsätzlich muß man bei der LaSi die Materialpaarung der Gleitfläche kennen. Wir werden hier wahrscheinlich einen Dachträger mit Kunststoffummantelung und einen Kunststoffkanadier haben. Ich würde den Gleitreibungskoeffizienten hier mit 0,2 ansetzen. das würde nach der Faustfomel bedeuten, daß als Niederzurrkraft mindestens das dreifache des Eigengewichtes der Ladung benötigt wird. Bei einem Canadier mit zB 50kg wären also 150 daN Niederzurrkraft erforderlich. Dfür müsste bei einem gewöhnlichen 25mm-Gurt mit Ratsche (dessen maximale Niederzurrkraft zumeist bei 150 oder weniger daN liegt) mit einer Handkraft von 50daN an der Ratsche gezerrt werden. Hier ist eine Beschädigung des Canadiers zu erwarten.

    Als Lösung bietet sich hier an, die Reibung zwischen Dachträger und Canadier deutlich zu erhöhen. Der Einsatz einer Anti-Rutschmatte ( etwa 20€/qm) würde die Reibung hier auf 0,6 erhöhen. Dies bedeutet, daß nur noch 20% des Ladungsgewichtes als Sicherungskraft nach Vorne aufgewendet werden müssen. Für die Sicherung in Seitenrichtung reicht die Reibung dann bereits gegen einfaches Verrutschen aus. Da sich ein Fahrzeug jedoch nicht immer nur nach vorne bewegt, sondern auch leicht auf und ab bewegt (Vibrieren) muß zusätzlich gegen Vibrationswanderung und "Hüpfen" gesichert werden. Lagebedingt kann es auch zu Kippmomenten kommen, die ich hier jedoch vernachlässige. Um die Vibartionswanderung zu unterbinden, werden Zurrgurte eingesetzt, die jedoch nur "handfest" angezogen werden müssen und nicht "bis das Wasser rauskommt". Die Einschlägigen Vorschriften besagen, daß mindestens zwei Sicherungsmittel einzusetzen sind.

    Also: An die Stellen, an denen der Canadier auf dem Träger aufliegt ein Stück Antirutschmatte zwischen legen und am vorderen und hinteren Träger je einen vernünftigen Zurrgurt (mit Ratsche) einsetzen. Das hält nicht nur im Fahrbetrieb, sondern auch einer Ladungssicherungskontrolle stand.

    Als Antirutschmaterial gelten nicht alte Förderbandgummis, Rohrisolierungen, Styropor, Teppichreste, Alditüten oder all das Zeugs, was mir bei Kontrollen als Antirutschmaterial "verkauft" werden soll.

    ARM gibt es als Matten oder Rollenware in verschiedenen Stärken. Bei einem Canadier reicht auch eine mit 3mm (gibt es günstig bei e-bay). Man kann auch einen befreundeten Lkw-Fahrer fragen, ob er einem vier "Fetzen" abrtitt". Für den immer wiederkehrenden Gebrauch kann man sich auch überlegen, ob man do einen Streifen ARM dauerhaft um den Querträger Wickelt und irgend wie verbördelt. Nachteil: Der Kahn will beim Verladen nicht so recht rüberrutschen...

  8. Alter Hase
    Avatar von markrü
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    AW: Tranport Canadier auf Autodach

    #8
    Ich sichere meinen Canadier mit 2 Gurten, die ich doppelt führe - und zwar so, dass ich den Dachträger am Holm mitfestspanne(!). Zusätzlich spanne ich vorne und hinten außermittig an der Abschleppöse ab.

    Da beide Gurte jenseits der dicksten Stelle des Bootes verlaufen, kann es sich 'eigentlich nicht' in Längsrichtung bewegen.

    Noch eine Anmerkung zum Gurtschloß: Wenn es aus Druckguß ist, kann es mit dem nötigen Pech prinzipiell spontan brechen...


    Gruß,
    Markus
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  9. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Tranport Canadier auf Autodach

    #9
    Hallo,

    danke für alle Antworten.

    Bin übrigens grade mit Ehefrau zurück von einer schönen Canadiertour auf der traumhaften Treene, dem Fluß meiner Kindheit.

    In den Antworten waren gute Anregungen dabei.

    Nach unten abspannen möchte ich eigentlich nicht. Ich sehe keinen handfesten Vorteil, wohl aber Nachteile: Hinten geht dann der Kofferraum nicht mehr auf, vorne müßte ich umständlich eine Möglichkeit der Befestigung schaffen und hätte die Sichtbehinderung.

    Was mich aber überzeugt hat, ist, meine Art der Befestigung im Dreieck an der Reling anzubringungen, nicht mehr am Querträger. Das würde auch seitliches Verrutschen verhindern. Die Reling ist bei dem Geländewagen vom Werk eingearbeitet und sehr stabil. Das werde ich auf jeden Fall ändern. Danke für den Tipp.

    An die Seitenbegrenzer auf dem Thuleträger habe ich auch schon gedacht. Ich sehe aber das Problem, daß ich dann den Canadier da auch noch drüberheben muß. Zu Zweit sicher kein Problem, aber alleine könnte es schwierig werden.
    Dann müßte ich möglicherweise noch einen Tritt mitführen, um höher zu kommen. Jetzt geht es mit der Ladehilfe grade so.

    Ob diese Dornen- Klemmgurte wirklich besser halten als Ratschengurte ? Ich kenne die auch, bin aber mißtrauisch.

    Ansonsten sehe ich in den Ratschengurten eher kein Problem. Das Boot beschädigen? Man kann doch gut dosieren!

    Es muß nicht sein, daß man einen Ratschengurt strammer spannt als einen Klemmgurt oder ein Seil.

    Und ja, ich habe ja geschrieben, daß ich im Kanadierforum mitgelesen und mir die Bilder angeschaut habe.

    Nicht alles hat mich überzeugt, auch wenn jeder auf seine Methode schwört.

    Deswegen habe ich ja gefragt, was gegen meine Methode spricht, die ja die Nachteile des Abspannens nach unten vermeidet. Bei der werde ich bleiben, sie aber ( Reling!) verbessern.

    Gruß Ditschi


    I

  10. Fuchs

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    AW: Tranport Canadier auf Autodach

    #10
    @Hobbyholzmann

    danke für die sachliche und korrekte Darstellung der Ladungssicherung wie sie im Straßenverkehr Stand der Technik ist.

    @Ditschi

    Die Gurte mit Klemmbalken sind mit Vorsicht zu genießen, und wenn du sie verwendest unbedingt zusätzlich mit Knoten festzulegen. Ratschengurte sind bei Benutzung von rutschhemmendem Material (dazu waren die Ausführungen vom Hobbyholzmann klasse, ich spare mir also gerne die wiederholung) durchaus so zu verwenden daß man mit der Zurrkraft sicher nicht bis zum Cracken des Bootskörpers gehen muß.

    Was ich mich ganz allgemein frage ist jedoch, ob die Dachreling (bei Kombis oder Geländewagen) bei einem Unfall nicht womöglich samt Querträgern und Dachlast den Freiflug macht. Zumindest bei meinen Thule-Querträgern ist die Verbindung Querträger-Dachreling aus recht robustem Material, dem ich doch einiges zutraue. Insofern halte ich es für sehr wichtig, zumindest bei Verladung mehrerer Boote mal die Gewichte zu überprüfen und daran zu denken, daß auch die Querträger mit zur Dachlast zählen, die im Fall der Fälle auf die Verankerungspunkte der Reling wirkt.

  11. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Tranport Canadier auf Autodach

    #11
    Hallo,

    ja klar, habe ich vergessen. Antirutschmatte kommt drunter. Danke, Hobbyholzmann.

    Ratschengurte bleiben. Da habe ich mehr Vertrauen als bei Klemmgurten.

    Seile möchte ich nicht mehr verwenden. Klar geht das. Habe ich auch gemacht, als ich noch ein Telefon mit Wählscheibe hatte.
    Mit dem konnte man auch telefonieren. Nach Beidem sehne ich mich nicht zurück.

    Gruß Ditschi

  12. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Tranport Canadier auf Autodach

    #12
    Hallo @rumtreiberin,

    danke für Deinen Beitrag. Ich gedenke vorerst nicht, mehr als einen Canadier zu transportieren.

    Und der Thule-Träger ist kein no-name- Produkt. Das sollte schon klappen.

    Bei 5 Surfbrettern übereinander, wie sie zur Zeit an meinem Haus vorbeifahren auf dem Weg zum Speicherkoog Meldorf, nagen auch an mir Zweifel.

    Klar gibt es Unfälle, da macht der Träger einen Freiflug. Wenn du mit 80 Km/ h Überschuß ungebremst auf Deinen Vordermann bretterst, geht aber mehr kaputt als nur der Träger.

    Ich bin , hoffentlich, lernfähig, habe jedenfalls Antworten erhalten, die mir weiterhelfen mit Tipps, die ich umsetzen werde.

    Ich habe aber auch Antworten erhalten, die sich in den Argumenten erschöpfen:

    - Habe ich immer so gemacht.
    - Habe ich nie so gemacht.

    Wäre mir zu wenig.

    Aber vielleicht hat ja außer mir auch der eine oder andere überlegt, ob seine Methode nicht auch verbesserungsfähig ist?

    Gruß Ditschi

  13. Moderator
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    Avatar von ronaldo
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    AW: Tranport Canadier auf Autodach

    #13
    Zitat Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
    Aber vielleicht hat ja außer mir auch der eine oder andere überlegt, ob seine Methode nicht auch verbesserungsfähig ist?
    Hi,

    ja logisch, *jedes* System ist verbesserungsfähig.
    Z.B. fand ich die Ausführungen zur Antirutschmatte sinnvoll und nachvollziehbar und überleg mir, die Dachträger damit aufzurüsten.

    Grüße, Ronald

  14. Erfahren

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    AW: Tranport Canadier auf Autodach

    #14
    Noch ein kleiner Nachsatz zu den Zurrgurten:

    Ladung darf nur mit dafür zugelassenen Ladungssicherungsmitteln gesichert werden, u.A. weil nur damit Sicherung berechenbar ist.

    Das Verzurren auf dem Träger stellt eine Niederzurrung dar. Hierfür ist erforderlich, daß auf dem Anhängezettel des Gurtes eine Niederzurrkraft (S(TF)) angegeben ist. Diese Standard Tension Force gibt an, wie viel Zug das Ratschensystem bei einer Handkraft von 50 daN erreichen kann.

    Gurte mit Klemmschössern sind idR als Zurrmittel für die Niederzurrung ungeeignet. Sie können die Ladung in so einem Fall nur gegen "Wegfliegen nach oben" sichern. Ratschengurte sind hier immer vorzuziehen.

    Alte "Kälberstricke" mögen zwar seit 30 Jahren vorhanden und im Einsatz sein, aber...

    Übrigens: Saust das Boot bei einer Vollbremsung nach vorne weg und verkeilt sich im Heck des voraus fahrenden, so wird die Versicherung Zicken machen. Schäden am eigenen Fahrzeug zahlt die Kasko nicht, weil ein Bremsschaden kein Unfallschaden ist.

  15. Fuchs

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    AW: Tranport Canadier auf Autodach

    #15
    Das mit den geprüften und mit entsprechenden Labels versehenen Zurrgurten geht sogar so weit, daß Gurte oder auch Ratschenelemente bei denen dieser "Waschzettel" aus egal welchem Grund leider nicht mehr vorhanden ist, als ablegereif gelten, sprich sie gehören weggeschmissen. Also bitte nicht darauf kommen, man könnte ja den lästigen zettel abmachen weil er immer so blöd rumflattert.

    Bei den üblicherweise kleinen Ratschen die im PKW-Bereich zum Einsatz kommen liegt die STF - also die Vorspannkraft der Ratsche typischerweise nicht über 200 bis 300 DaN. Diese Zahl ist die für eine Niederzurrung einzig relevante, da es in diesem fall auf den Anpressdruck, den man mittels der Ratsche auf das Ladegut ausübt ankommt.

    Bitte nicht verwechseln mit der Lashing Capacity (LC), die die Haltekraft des Gurts im geraden Zug angibt und üblicherweise um ein mehrfaches höher ist als die STF. Diese ist nur relevant, wenn man eine Direktzurrung, Schrägzurrung oder Diagonalzurrung macht, was aber bei Booten eben meistens aufgrund der nicht vorhandenen Anschlagpunkte ausscheidet.

    Hier noch ein Link zur Vorspannkraft samt Label-Beispiel für Leute die es ganz genau wissen wollen

  16. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Tranport Canadier auf Autodach

    #16
    Oh,

    wir haben nicht nur einen Fachmann, sondern auch die Fachfrau für Transportsicherung im Forum.

    Soviel Kompetenz sollte man nutzen.

    Habe hobbyholzmann schon mit PN kontaktiert, und er war sehr hilfsbereit. Und kenntnisreich.

    @ Ronaldo, meine Antirutschmatte ist nach hobbyholzmanns Empfehlung bestellt. Für wenig Geld.

    Befestigen werden ich sie mit Kabelbinder.

    Habe wieder etwas dazugelernt.

    Gruß Ditsch

  17. Fuchs

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    AW: Tranport Canadier auf Autodach

    #17
    Danke für die Blumen *rotwerd*...für irgendwas muß es ja nützen daß ich beruflich damit zu tun hab.

    Wenn es interessiert grabe ich bei gelegenheit mal in der Gurtekiste und mache mal Fotos von Labels und zugehörigen Gurten um die Unterschiede aufzuzeigen.

  18. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Tranport Canadier auf Autodach

    #18
    Wenn es interessiert grabe ich bei gelegenheit mal in der Gurtekiste und mache mal Fotos von Labels und zugehörigen Gurten um die Unterschiede aufzuzeigen.
    Also mich interessiert das.

    Hobbyholzmann hat mich auch schon darauf hingewiesen, daß Spanngurt nicht gleich Spanngurt ist.

    ..und es geht ja um Viel ! Im Zweifel darum, ob Dein Canadier Deinen Vordermann aufspießt oder nicht.

    Und berufliches Fachwissen sollte man nicht verstecken, sondern möglichst einbringen. Davon profitieren alle.

    Gruß Ditschi

  19. Alter Hase
    Avatar von markrü
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    AW: Tranport Canadier auf Autodach

    #19
    Wobei es meines Wissens so ist, dass die Vorschriften bezüglich der Notwendigkeit der Zulassung von Gurten u.ä. für die professionelle Ladungssicherung gelten, nicht für private Transporte. Nichtsdestotrotz orientieren sich Versicherungen (und ggf. Gerichte) im Schadensfall wohl daran.
    Insofern dies nur ergänzend... Oder bin ich falsch informiert?

    Gruß,
    Markus
    Der Optimist glaubt, dass wir in der besten aller Welten leben.
    Der Pessimist fürchtet, dass das wahr ist...

  20. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Tranport Canadier auf Autodach

    #20
    Hallo markrü,

    interessante Frage.

    § 22 Abs 1 StVO lautet:

    § 22 Ladung
    (1) Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.

    Frage ist, was das bedeutet?

    Zur Ladungsicherung gilt als anerkannte Regel der Technik die VDI 2700. Die gilt nach ihrem Wortlaut in der Tat zunächst nur für LKW. Da sind auch die Zurrgurte beschrieben.

    Da OLG Koblenz hat ganz allgemein zu § 22 Abs 1 und zur VDI 2700 entschieden:

    http://www.klsk.info/urteile/ge6.htm

    Der Fall betraf aber auch einen LKW-Fahrer.

    Weiter bin ich noch nicht. Bleibt die Frage, ob das OLG Koblenz für alle Fahrzeuge entschieden hat, also auch für private PKW, oder unausgespochen nur für LKW?

    Vieleicht wissen unsere beiden Experten mehr. Ich versuch auch mal, was zu finden, wenn mir in der Dienstelle die Quellen zur Verfügung stehen.

    Gruß Ditschi

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