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  1. Erfahren

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    Wintertour in Lappland nach Herzinfarkt

    #1
    Hallo in die Runde , ich habe da mal ein medizinisches Problem das aber wohl hier trotzdem richtig plaziert ist .
    Ich bin in diesem Jahr mal den Marathon in Hamburg mitgelaufen.Es war mein erster Marathon und er ist gut gelaufen.Was nicht mehr so gut war ,ein Trombus mit 75 % Verschluss eines der Koronalgefäßes sprich Herzinfarkt so die offizielle Diagnose.Es wurde dann ein Stent gesetzt.Ein paar Tage danach meinte der Echokardiologe:das Ding schlägt wieder wie `ne Eins und ich hätte somit grooooßes Glück gehabt.Sonstige Gefäßverengungen habe ich nicht. Warum sich dann ein Trombus bildete konnte man mir auch noch nicht sagen.Die Ärzte schätzen mein zukünftiges Leistungsvermögen in etwa so ein:Marathon nicht unbedingt noch mal,Halbmarathon nach Untersuchung und vernünftiger Vorbereitung durchaus möglich,Joggen auf jeden Fall
    Nun aber zu meinem Anliegenurch das Ereignis sensibilisiert fand ich unter anderem heraus ,daß große Kälte nach einem Herzinfarkt durch Gefäßverengung zu ernsten Problemen führen kann.So sollte man schwere Arbeiten wie Schneeschieben bei zweistelligen Minusgraden unterlassen. Aber nun hat Ulv für 2013 in Lappland endlich mal wieder `ne Wintertour auf dem Plan.Es soll wieder eine reine Zelttour sein.
    Gibt es vielleicht jemanden im Forum der auch son`Pech hatte und dann auf Wintertour gegangen ist???Hat die Kälte da zu Problemen geführt?Gibt es vielleicht sogar einen Mediziner/Kardiologen der sich mit der Materie Aufenthalt in großer Kälte nach Herzinfarkt auskennt und ein paar unverbindliche Ratschläge geben kann?
    Viele Grüße von Ulv

  2. Erfahren
    Avatar von bodach
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    AW: Wintertour in Lappland nach Herzinfarkt

    #2
    Hej Ulv.

    Bin kein Mediziner. Aber es gibt ne statistik hier in schweden die besagt, dass mehr ältere Menschen an Herzinfarkten sterben im Winter im Hohen Norden.
    Belastungen im Winter während einer TOur kann ja nunmal schon sehr stark werden. und wenn man dann noch die kalte Luft nicht "richtig" aufwärmt und diese recht kuehl in die Lunge kommt... könnte das Herz in Mitleidenschaft gezogen werden.


    ansonsten google:

    "heart attack and cold weather"


    Kann nicht schaden mit dem behandelnden Arzt zu sprechen anstatt mit "uns" hier

    bodach

    gruss
    bodach

  3. Lebt im Forum
    Avatar von Sarekmaniac
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    AW: Wintertour in Lappland nach Herzinfarkt

    #3
    Die Risikobewertung und die Entscheidung kann dir letztendlich niemand abnehmen (auch kein Arzt). Generell würde ich sagen, man sollte seinen angeschlagenen Körper (habe auch so einen, wenn auch ein gesundes Herz) als besten Freund betrachten und ein bißchen achtsam und nachsichtig mit ihm sein. Was mir zu einer Wintertour an möglichen Parametern einfällt.

    • Spätwinter
    • Hüttentour mit entsprechend weniger Gepäck
    • Zelttour nur in der Gruppe und von anderen etwas entlasten lassen (gepäckmäßig)
    • Mitreisende sollten bescheid wissen und wissen, was sie im falle eines falles tun müssen
    • Gebiet mit Nottelefonen oder Handydeckung
    • bei deiner Art von erhöhtem Risiko (Infarkt) würde ich nicht allein fahren
    • PLB und Satphone mitnehmen
    • kein Gebiet, wo brutale Bedingungen (fiese Anstiege, ungesetzter Schnee) zu erwarten sind, also z.B. eher schwedische Seite mit Skooterwegen als norwegisches Nirgendwo, eher östliche Hardangervidda als Jotunheimen etc.
    • den kleinen inneren Leistungssklaven vor Abfahrt zuhause im Schrank einsperren


    Du hast ja, denke ich, noch ein paar Winter vor dir und musst nicht gleich in die vollen hauen. Langsam rantasten ist angesagt.

    Das Studium von krankheitsspezifischen Risiko-Statistiken führt einen IMO nicht wirklich weiter, wenn es um konkrete Entscheidungen, "soll ich dies oder das tun oder unterlassen" geht.
    Wir sind alle ein wenig beim Leben zu Gast
    Das Leben ist reine Gewohnheit
    (Anna Achmatowa)

  4. Erfahren

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    AW: Wintertour in Lappland nach Herzinfarkt

    #4
    Hej Bodach !
    Mir ist durchaus in den Sinn gekommen auch mit einem Arzt darüber zu sprechen ,loooogisch !!!Das Problem ist halt,daß meine Hausärztin so gar keine Ahnung von Wintertouren hat.Ist ja auch kein alltägliches Hobby.Sie wird mir sicher allgemeine Hinweise geben,mir zu- oder abraten aus Vorsicht.Möglicherweise bin ich dann aber genau so schlau wie vorher!Wo sonst finde ich so viele Wintertourenfans wie hier.Da wäre es doch möglich,daß jemand das Schicksal mit mir teilt.Vielleicht habe ich die Möglichkeit Infos bzw.Erfahrungen aus erster Hand zu bekommen.Der Faden hier soll nur als ein Mosaikstein für meine Tourplanung herhalten.Ich werde natürlich alle Möglichkeiten für weitere Infos`nutzen.
    Ich danke dir für deine Antwort ,auch wenn sie mir nicht wirklich hilft.
    Gruß Ulv

  5. AW: Wintertour in Lappland nach Herzinfarkt

    #5
    Zitat Zitat von Ulv Beitrag anzeigen
    Hallo in die Runde , ich habe da mal ein medizinisches Problem das aber wohl hier trotzdem richtig plaziert ist .
    Ich bin in diesem Jahr mal den Marathon in Hamburg mitgelaufen.Es war mein erster Marathon und er ist gut gelaufen.Was nicht mehr so gut war ,ein Trombus mit 75 % Verschluss eines der Koronalgefäßes sprich Herzinfarkt so die offizielle Diagnose.Es wurde dann ein Stent gesetzt.
    Also 1-Gefäß-KHK, oder kommt noch was? Das Herz ist noch ohne Einschränkungen (für Google: EF-Funktion, Rhythmusstörungen) funktionsfähig?

    Zitat Zitat von Ulv Beitrag anzeigen
    Ein paar Tage danach meinte der Echokardiologe:das Ding schlägt wieder wie `ne Eins und ich hätte somit grooooßes Glück gehabt.
    Standardantwort bei Patienten, deren Herz nach einem "Zwischenfall" stabil läuft. Habe ich 100 Mal gehört.

    Zitat Zitat von Ulv Beitrag anzeigen
    Nun aber zu meinem Anliegenurch das Ereignis sensibilisiert fand ich unter anderem heraus ,daß große Kälte nach einem Herzinfarkt durch Gefäßverengung zu ernsten Problemen führen kann.So sollte man schwere Arbeiten wie Schneeschieben bei zweistelligen Minusgraden unterlassen.
    ?...

    Die Fragen musst du einem Arzt stellen, vernünftigerweise dem Kardiologen, der dich und deine Pumpe kennt. Ein Forum ist der falsche Platz.

    Bei deinen Reisezielen solltest du nicht nur im Auge behalten ob es Nottelefon, Handyabdeckung usw. gibt, sondern auch, wie lange es dauern kann, bis die dich im Krankenhaus haben.

    Nochmal den Rat: Arzt, kein Forum. Und dann noch die Menschen, die dir nahe stehen.

    Zum Nachdenken und Aufmuntern: Marathonlauf bei Koronarer Herzkrankheit –Langzeitbeobachtungen aus der Praxis
    Geändert von Werner Hohn (08.02.2015 um 10:35 Uhr) Grund: Der Link zum pdf war futsch.
    .

  6. Erfahren
    Avatar von schlafsack
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    AW: Wintertour in Lappland nach Herzinfarkt

    #6
    Hiho,

    du hast es ja selbst schon ein wenig anklingen lassen: Körperliche Belastung bei niedrigen Außentemperaturen und einem Herzinfarkt in der Vorgeschichte ist keine allzu gute Idee. Da ist es deinem Herzen egal, ob du in deiner Einfahrt Schnee schippst oder auf Skiern durch Skandinavien rutschst. Das Prinzip ist jeweils das Gleiche: durch die Kälte ziehen sich die oberflächlichen Gefäße der Haut zusammen, um Wärmeverluste zu vermeiden. Die Hautgefäße sind eine Art Speicher für Blutvolumen, wird das Blut nun wegen der Kälte aus diesen Speichern zurück in große Gefäße gedrängt, fliest mehr Blut zum Herzen zurück und es muss entsprechend mehr arbeiten. Kommt dann noch körperliche Belastung in Form von Sport dazu, reicht die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels nicht mehr und Zellen gehen zugrunde.

    Werner hat das in dem Zusammenhang Entscheidende gesagt: wie lange brauchst du im Falle eines Falles, bis dir professionelle Hilfe angeboten werden kann? Die ersten Zellen nehmen dir die mangelnde Sauerstoffversorgung so ab 10min übel. In der "Zivilisation" ist das Ziel, einen Patienten mit Beschwerden, die auf einen Herzinfarkt hindeuten, innerhalb von 2h in einem Herzkatheterlabor zu haben, um zu retten, was noch zu retten ist. Das wird nach meiner Einschätzung draußen nicht zu schaffen sein. Ganz zu schweigen davon, das es absolut unmöglich ist, auftretende Komplikationen aus dem Sani-Päckchen zu managen.

    Je nachdem wie wichtig dir diese ganze Sache ist, kannst du also abwägen, ob du bereit bist, dieses Risiko einzugehen oder nicht. Wenn ich dein Arzt wäre, würde ich dir von der Unternehmung abraten - bin ich aber nicht, also frag deinen Kardiologen

    Schönen Abend,
    hannes
    Wir nehmen den längeren Weg, damit uns länger die Füße weh tun!

  7. Gerne im Forum
    Avatar von GrafCouch
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    AW: Wintertour in Lappland nach Herzinfarkt

    #7
    Hallo Ulv!

    Das Problem ist halt,daß meine Hausärztin so gar keine Ahnung von Wintertouren hat.Ist ja auch kein alltägliches Hobby.Sie wird mir sicher allgemeine Hinweise geben,mir zu- oder abraten aus Vorsicht.
    Dich scheint also die mangelnde Erfahrung norddeutscher Ärzte mit wintertourfreudigen Patienten zu stören, obwohl die IMHO für die Beantwortung Deiner Frage nicht zwingend notwendig ist. Schlafsack hat die Pathophysiologie ja bereits sehr schön erklärt, die gilt beim harten Schnee schaufeln an einem kalten Hamburger Wintertag genauso wie auf Wintertouren mit starker körperlicher Belastung.

    Wenn es Dich aber mehr beruhigen würde einen Kardiologen mit „Wintererfahrung“ zu Deinem speziellen Fall zu befragen kannst Du bei Deiner Krankenkasse mal nachhorchen, ob sie Dir eine sogenannte zweite Meinung bezahlt. Ist zwar mehr im onkologischen Bereich üblich aber fragen kostet ja nix.

    Dann besorgst Du Dir direkt im Krankenhaus bei Deinem behandelnden Assistenzarzt oder via Deiner Hausärztin den ausführlichen Koronarangiographie- und Echokardiographiebefund (im Entlassungsbrief steht meist nur die Kurzfassung) sowie ein EKG und gehst zu / sendest die Unterlagen einem Kardiologen (ggf. in Alpennähe) zu, der vielleicht auch noch Sportmediziner ist. Die werden sicherlich häufiger mit Fragen Deiner Art konfrontiert als Kardiologen in Hamburg bzw. Ärzte ohne sportmedizinische Erfahrung.

    Konkret kann ich Dir einen solchen Spezialisten nicht nennen aber da kann Dir Google sicherlich helfen.

    Ist ein recht umständlicher Weg, der Dir höchstwahrscheinlich dieselbe Beurteilung liefert wie sie Dir Dein Hamburger Kardiologe geben wird aber manchmal braucht der Kopf so etwas wohl einfach.

  8. Erfahren

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    AW: Wintertour in Lappland nach Herzinfarkt

    #8
    Ich möchte gerne noch einen ganz anderen Aspekt ergänzen:

    Möchtest Du derjenige sein, der dich auf einer solchen Tour begleitet?

    Also: Was heißt es für möglich Tourbegleiter (von Solotour wurde ja schon abgeraten), mit einem solchen "Risikokandidaten" unterwegs zu sein? Wie viel Verantwortung übernehmen die - bewußt oder unbewußt? Was unternehmen sie nicht, weil du dabei bist, was sonst möglich gewesen wäre? Wo belasten sie sich selbst über Gebühr, um dich zu schonen? Und wie geht es denen, wenn trotzdem "was passiert"?

    Wenn du Tourpartner hast, die sich genug abgrenzen können, mag das gut gehen. Ich z.B. wäre da völlig ungeeignet!

  9. Erfahren

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    AW: Wintertour in Lappland nach Herzinfarkt

    #9
    Hallo nochmal und Danke für die Antworten!
    Zunächst mal was Grundsätzliches:Ich möchte doch gar keinen Persilschein von euch;und daß der Kardiologe/Sportmediziner das entscheidende Wort sprechen wird, war schon immer für mich klar.
    Eine Nachuntersuchung mittels Herzkatheder liegt ja eh noch an.Belastungs-EKG kommt auch noch.Ein Kollege der regelmäßig Marathon läuft,hat mir auch schon seinen Sportmediziner empfohlen.Also das läuft schon alles parallel.Die Vorbereitung für den Hamburg-Marathon findet ja auch zum großen Teil im Winter statt.Es ist ja auch nicht so das ich die Kompetenz norddeutscher Ärzte in Frage stelle.
    Werner:also konkret war es eine Eingefäßerkrankung mit massiver Thrombenlast der medialen RKH wahrscheinlich durch eine Dissektion(kleiner Riss in der Arterie) ausgelöst.Die Gefäße sollen ansonsten sehr kräftig und o.k.sein.Rhytmusstörungen gibt es keine und über EF-Funktion ist nichts zu lesen.Alle anderen Funktionen sind auch unauffällig.
    Obwohl du mich ausdrücklich auf einen Arzt verwiesen hast,kam ein entscheidender Hinweis:2.Infarkt bei Kälte.............

    aber das wollte ich nicht hööööören.Hatte ich vergessen zu érwähnen daß nur positive Antworten zugelassen sind
    Sarekmaniakanke auch für deine Hinweise,aber die Tour wäre dann schon ziemlich weich gespült.Sicher ist es sehr vernünftig so und nicht anders zu verfahren und dann hat man ja immer noch das Risiko daß etwas schief geht.Ich habe deine Reiseberichte gelesen und Andreaskreuzwandern ist auch nicht soo dein Ding.Es würde schon was verloren gehen.
    Seufz..............
    Ich muß nachdenken Grüße von Ulv

  10. Fuchs
    Avatar von Serienchiller
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    AW: Wintertour in Lappland nach Herzinfarkt

    #10
    Aus medizinischer Sicht will ich hier nichts beitragen, das solltest du wirklich den Ärzten überlassen, die dich untersucht haben und deine Krankengeschichte kennen. Warte auf jeden Fall noch das Belastungs-EKG und den Herzkatheter ab.

    Aber eine ganz andere Frage, die du dir stellen solltest: Verdrängst du das Risiko, einen neuen Herzinfarkt zu bekommen und möglicherweise zu sterben, oder bist du tatsächlich bereit, es einzugehen? Darüber solltest du dir wirklich Gedanken machen. Es ist eine vollkommen natürliche Reaktion, dass man sagt "Alles halb so wild, der Arzt übertreibt, mir geht's doch gut.". Dagegen ist im Grunde auch nichts einzuwenden, aber wenn es darum geht, sich einem Risiko auszusetzen, sollte man vielleicht doch einen realistischen Blick auf den eigenen Gesundheitszustand werfen. Wenn du dann trotzdem sagst, dass du das Risiko eingehen willst und lieber im Schnee stirbst, bei dem was du am liebsten tust, als mit 85 in einem Pflegeheim am Brei zu ersticken, dann spricht nichts dagegen, dass du dich aufmachst. Solltest dann nur auch an deine Begleiter denken und auch mit ihnen drüber reden.

  11. Erfahren

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    AW: Wintertour in Lappland nach Herzinfarkt

    #11
    Hm,also ich glaube das Thema war klar formuliert.trotzdem eine Stellungnahme
    Walkingalone:für mich stellt sich die Frage so nicht,da ich nicht die Absicht habe mit Leuten loszuziehen die glauben mir eine Gnade zu erweisen, indem sie mich den "Risikokandidaten"mitnehmen und es mich dann unterschwellig spüren lassen daß sie wegen mir möglicherweise verzichten müssen .und ja ich würde mich mitnehmen,vorausgesetzt ich bin wieder fit und derArzt findet das auch.
    Ich möchte mich hier auch nicht weiter rechtfertigen weil ich trotzdem die Tour im Auge habe.Ich wollte Erfahrungen von Betroffenen als zusätzliche Hilfe für den noch lange nicht abgeschlossenen Entscheidungsprozess über das ob und wie.
    Mahner gibt es genug.Schon eine Solotour birgt genug Risiken...Bein gebrochen ,keine Handyabdeckung was dann?z.B.
    Ich muß mich derer schon genug erwehren.

  12. Vorstand
    Liebt das Forum
    Avatar von Torres
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    AW: Wintertour in Lappland nach Herzinfarkt

    #12
    Klingt jetzt allerdings langsam so, als wolltest Du von uns eine Bestätigung für etwas, was Du sowieso tun willst. Selbst wenn hier jemand Erfahrung damit hätte, wäre es seine Erfahrung, die auf Dich nicht übertragbar wäre.
    Also tu, was Du denkst. Es ist Dein Leben.
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

  13. AW: Wintertour in Lappland nach Herzinfarkt

    #13
    Zitat Zitat von Ulv Beitrag anzeigen
    ...
    Mahner gibt es genug.Schon eine Solotour birgt genug Risiken...Bein gebrochen ,keine Handyabdeckung was dann?z.B.
    Ich muß mich derer schon genug erwehren.
    [EDIT] Gesundheitszustand gelöscht. Mittlerweile gehen mir die Besserwisser/-innen, die mir vorschreiben wollen, was ich als chronisch Kranker tun und lassen soll, nur noch auf die Nerven! [/EDIT]

    Suche dir einen gescheiten Kardilogen, mach das Belastung-EKG, den Herzkatheter und lass dir alles vom Kardiolgen erklären (und wenn du ihn und seine Frau zum Essen einladen musst), besonders, ob dein Herz außer der KHK noch geschädigt ist. Infarktnarbe, verminderte Pumpleistung, usw, und erzähle ihm was du planst. Das heißt nicht, dass du danach 100 % Gewissheit hast, aber besser als Vermutungen ist das allemal.

    Werner
    Geändert von Werner Hohn (30.04.2015 um 13:47 Uhr)
    .

  14. Lebt im Forum
    Avatar von Sarekmaniac
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    AW: Wintertour in Lappland nach Herzinfarkt

    #14
    Ulv, Du brauchst dich für gar nichts zu rechtfertigen.

    Du musst ein realistisches Bild davon gewinnen, was Du dir selbst zumuten kannst und willst, und der Gedankenprozess bis dahin ist erstmal unausgegoren und widersprüchlich.

    Wenn man erkrankt, steht erstmal die Krankheit im Mittelpunkt, auch Todesangst etc. Man wird komplett aus den Angeln gehoben. Und wenn man langsam Land gewinnt, will man sein altes Leben zurück, aber 100%-ig bitteschön, nicht 60, oder 70%, oder 80%. Das ist eine ganz normale Trotzreaktion, die in gewisser Weise heilsam ist (auf jeden Fall heilsamer als ein defätistisches Mantra ala "ogottogottogott jetzt bin ich krank"). Nur gibt es halt Dinge, die kann man nicht durch Willenskraft verändern, die muss man akzeptieren.
    Wir sind alle ein wenig beim Leben zu Gast
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    (Anna Achmatowa)

  15. Erfahren

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    AW: Wintertour in Lappland nach Herzinfarkt

    #15
    Ein Hallo nochmals an alle!Ein paar Worte noch mal von mir.Auch wenn nicht unbedingt damit zu rechnen war, habe ich doch ein paar relevante Antworten erhalten.
    Wie werde ich also Verfahren?Übernächste Woche Belastungs EKG,war ohnehin geplant.In viereinhalb Monaten eine Herzkathederuntersuchung,ist auch fest geplant.Dort soll dann vor allem geklärt werden ob die Gefäße wirklich nicht verengt sind und natürlich ob der Stent noch "sauber" ist.Von beiden Untersuchungen erwarte ich dann Aufschluß inwieweit die Pumpe nun Schaden genommen hat.
    In spätestens drei Wochen geht es dann auch wieder zum Ausbeuter!
    Desweiteren will ich noch Aufbautraining betreiben.Problem: die richtige Dosis.Im Augenblick mach ich das gaanz vorsichtig.Radfahren mit Puls 100 und langsames Joggen mit Puls höchstens 120 fühlen sich wirklich erholsam an.Irgendwelche Zipperlein danach stellen sich auch nicht ein.Meine Ärztin akzeptiert das soweit auch.
    Ja wie macht man das nun mit der Kälteresistenz??Ich werde es wohl so machen wie in jedem Jahr.Wenn klares Wetter ist und dazu ein paar Minüsse,schlafe ich im Garten und zur Arbeit fahre ich mit dem Rad.Ich wäre dann im Schoß des Hamburger Rettungssystems.Das sollte dann schon mal ein besseres Bild von der künftigen Kälteresistzenz ergeben.Diese Aktion findet aber nur dann statt, wenn oben genannte Aktionen einschließlich der Untersuchungen im grünen und nicht im gelben Bereich verlaufen, wovon ich natürlich ausgehe
    Die Tourplanug bleibt erstmal außen vor.Geplant waren zehn Tage reine Zelttour auf einem zwar markierten Weg aber ohne Hütten bis zum Kungsleden (von Arosjakk nach Abisko).Angedacht ist die Tour nun von Abisko nach Nikkaluokta auf dem Scooterhighway mit meinen Söhnen.Hätte den Vorteil, daß man sich in Abisko für die Bengels Ausrüstung leihen könnte.Aber da sind noch viele Fragezeichen.
    Ich halte euch von Zeit zu Zeit auf dem Laufenden. Das füllt vielleicht auch das Sommerloch etwas.
    Grüsse von Ulv

  16. Gerne im Forum
    Avatar von GrafCouch
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    AW: Wintertour in Lappland nach Herzinfarkt

    #16
    Das klingt doch nach einem vernünftigen Konzept. Ich drücke Dir die Daumen!

  17. AW: Wintertour in Lappland nach Herzinfarkt

    #17
    Zitat Zitat von Ulv Beitrag anzeigen
    Angedacht ist die Tour nun von Abisko nach Nikkaluokta auf dem Scooterhighway
    Hä?
    Zwischen Abiskojaure und dem Abzweig nach Hukejaure zwischen Singi und Sälka ist es definitiv kein Scooterhighway, denn es herrscht Fahrverbot für Scooter. Es sind nur Transporte und Kontrollfahrten unterwegs, ausser ein paar Deppen die sich nicht ans Verbot halten .
    Die Scooterautobahn findet sich (an Wochenenden) zwischen Riksgränsen und Unna Allakas.

    Gruss
    Henning
    Es gibt kein schlechtes Wetter,
    nur unpassende Kleidung.

  18. Thomasy
    Gast

    AW: Wintertour in Lappland nach Herzinfarkt

    #18
    Hallo Ulv,

    habe nun mal hier alles gelesen und als Mensch der viele Einschränkungen hatte und keiner an mich und mein Potential glaubte kann ich Dir nun nur eine Antwort geben. Du musst es für Dich selber herausfinden. Die Antwort kennt keiner und Leben birgt immer und überall ein Risiko.

    Was Sarekmaniac beschreibt, trifft es auf den Kopft und Sie gibt dir sogar einen Leitfaden mit in die Hand.

    Sarekmaniac


    Die Risikobewertung und die Entscheidung kann dir letztendlich niemand abnehmen (auch kein Arzt). Generell würde ich sagen, man sollte seinen angeschlagenen Körper (habe auch so einen, wenn auch ein gesundes Herz) als besten Freund betrachten und ein bißchen achtsam und nachsichtig mit ihm sein. Was mir zu einer Wintertour an möglichen Parametern einfällt.
    •Spätwinter
    •Hüttentour mit entsprechend weniger Gepäck
    •Zelttour nur in der Gruppe und von anderen etwas entlasten lassen (gepäckmäßig)
    •Mitreisende sollten bescheid wissen und wissen, was sie im falle eines falles tun müssen
    •Gebiet mit Nottelefonen oder Handydeckung
    •bei deiner Art von erhöhtem Risiko (Infarkt) würde ich nicht allein fahren
    •PLB und Satphone mitnehmen
    •kein Gebiet, wo brutale Bedingungen (fiese Anstiege, ungesetzter Schnee) zu erwarten sind, also z.B. eher schwedische Seite mit Skooterwegen als norwegisches Nirgendwo, eher östliche Hardangervidda als Jotunheimen etc.
    •den kleinen inneren Leistungssklaven vor Abfahrt zuhause im Schrank einsperren


    Du hast ja, denke ich, noch ein paar Winter vor dir und musst nicht gleich in die vollen hauen. Langsam rantasten ist angesagt.

    Das Studium von krankheitsspezifischen Risiko-Statistiken führt einen IMO nicht wirklich weiter, wenn es um konkrete Entscheidungen, "soll ich dies oder das tun oder unterlassen" geht.
    Von meiner Seite kann ich Dir nur sagen:

    Achtsamkeit, das eigene Tempo für Bewegung finden und sich selber und seinen Körper in der eigenen Bewegung spüren können, sind meine schönsten Momente im Leben, die ich als Mensch haben kann.

    Für mich ist das heute ein wahnsinnig großer Schatz, den ich sehr schätze und gewisse Dinge, wie Wettkämpfe und mich mit anderen Menschen messen sind für mich heute Nebensache. Mir persönlich macht es mehr Spass, mich mit anderen Menschen zu treffen und sich dann aus Freude an der Bewegung, gemeinsam zu bewegen.

    Ich rate Dir gehe die Sache langsam an, plusgesteuertes Training ist sicherlich gut, aber das Gefühl für den Körper kann es nicht ersetzen. Das musst Du selber herausfinden und entwickeln und dann würde ich die Tour locker angehen, vielleicht nur Hüttentour oder wenn Zelttour dann mit Zugriff auf die Hütten. Du hast ja auch noch ein paar Jahre Zeit für die Dinge die Du erleben willst, oder?

    Ich lasse mir heute einfach mehr Zeit, habe mehr Nachsicht und Geduld, trainiere langsam, wenig und mit Gefühl und erlebe so die schönsten Momente in meinem Leben. Persönlich habe ich einfach meinen Körper über die richtige Art zu Bewegen und über Achtsamkeit gelernt. Ich weiß nicht ob der weg 100 % richtig ist, aber er fühlt sich verdammt gut an und ich spüre das es mir gut geht dabei.

    Werner gab Dir ja auch eine Menge Tipps und Ratschläge die ich gut fand. Im übrigen bin ich am Herzen schon von Geburt neben anderen Erkrankungen erkrankt, mein Kardiologe hat mich das letzte mal vor 10 Jahren gesehen. Seitdem gehe ich meinen Weg selbstständig, selbstbestimmt und entscheide selber was für mich gut ist.

    Heute kann ich einfach Bewegungen machen, die keiner für möglich hielt. So nun hast Du mal eine Meinung von einem Betroffenen und kann Dir nur sagen: "Höre auf deinen Körper, er signalisiert dir das und zeigt Dir auch, wo die Grenzen sind, lass Dir Zeit bei deiner Entwicklung und setze Dich nicht unter Druck, sondern habe Geduld mit Dir:" Für die Tour kann ich Dir nur den Tipp geben, höre auf dein Gefühl und handel nicht dagegen.

    LG

    Thomas
    Geändert von Thomasy (10.06.2012 um 13:29 Uhr)

  19. Gesperrt Anfänger im Forum

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    AW: Wintertour in Lappland nach Herzinfarkt

    #19
    Das ist alles ganz einfach.
    Statt hier Laien zu befragen solltest Du einen Arzt aufsuchen der Erfahrungen z.B. mit Expeditionen hat.
    Einen der weiss worum es geht. Der vielleicht selbst ähnliches unternimmt.
    Frag mal im Trekkingforum nach

  20. AW: Wintertour in Lappland nach Herzinfarkt

    #20
    Hej Ulv,
    darf ich fragen wie alt Du bist?

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