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    [IE] Rundtour zu Fuß mit dem Bus und per Auto - Bericht

    #1
    Mitreisende: Melanie
    Land: Irland
    Region/Kontinent: Nordeuropa

    Hallo zusammen,

    vorgestellt habe ich mich noch nicht, das tue ich hiermit gleich mal mit einem Reisebericht.
    Ich laufe jetzt schon 25 Jahre auf diesem Planeten rum (ein zusätzliches Jahr wurde ich getragen oder bin gekrabbelt), arbeite als Biologin und wohne aktuell in Köln.
    Die letzten drei Wochen war ich in Irland unterwegs: von Dublin aus im Uhrzeigersinn mehr oder weniger die Küste entlang bis nach Achill Island im County Mayo und von da zurück nach Dublin. Losgezogen bin ich alleine, habe aber unterwegs immer wieder Menschen getroffen, die mich ein Stück begleitet haben.

    Wie es hier Sitte zu sein scheint mein Reisebericht in Stücken:
    Ach ja und noch eine Anmerkung: Bilder gibt's keine, ich hatte keine Kamera dabei!

    - Das Bus"system" in Dublin oder "Wieviel Wege führen nach Bray?" -

    Um 13:20 in Dublin angekommen (unglaublich wie lange ich gebraucht habe um zu kapieren, daß eine Stunde Hinflug und drei Stunden Rückflug schlicht und ergreifend auf die nicht existierende Sommerzeitumstellung in Irland zurückzuführen sind) hatte ich also den ersten Flug meines Lebens hinter mir. Das Fliegen als solches fand ich recht lustig, die Beschilderung am Flughafen mittels Piktogrammen nicht so sehr. Manchmal sagen Worte eben doch mehr als Bilder. Die Flughafenwaage sagte mir immerhin, daß ich 18kg Gepäck mit mir rumtrüge (bis dahin noch ohne Gas und Wasser und den ein oder anderen Kleinkram).

    In Dublin vor dem Flughafen fiel mir dann auf, daß alle Touris den nächsten Bus stürmten, während eher als "einheimisch" einzuordnende Menschen wartend stehen blieben. So habe ich gleich die erste Touri-Falle vermieden und bin statt für 5€ mit dem Express-Bus, für 1,65€ mit dem normalen Bus, der nur unwesentlich länger brauch in die Innenstadt gefahren.
    Dort angekommen habe ich mich erstmal mit Kartenmaterial (sowohl Land- als auch Post-) versorgt. Obwohl Sonntag war, waren viele Geschäfte auf und ich hatte den Eindruck, daß der Rest von Irland entvölkert sein müßte, da sich alle Iren in Dublin verabredet zu haben schienen - die Kölner Innenstadt ist vielleicht am Vorweihnachtssamstagen ähnlich voll.
    Um den Einstieg nicht ganz so harsch zu gestalten wollte ich dann erstmal zu einem Campingplatz südlich von Dublin fahren um mich dort mit Gas zu versorgen und mich dann am nächsten Tag über den Wicklow-Way über die Wicklow-Mountains nach Süden auf den Weg zu machen. Nachdem ich (mühsam genug) herausgefunden hatte welcher Bus denn da wohl hinfahren würde habe ich sage und schreibe 1,5 Stunden gebraucht um herauszufinden wo der denn wohl abfahren würde (ein Fall für "Wetten-daß": Ich wette, daß kein Dubliner Busfahrer in der Lage ist den Abfahrtsort von zehn zufällig ausgewählten Buslinien in der Innenstadt zu benennen).
    In dem Dorf, dessen Name ich verdrängt habe, angekommen das in der Nähe des Campingplatzes sein sollte musste ich dann feststellen, daß besagter Campingplatz schon seit zwei Jahren geschlossen ist (nicht unbedingt ein Gütesiegel für meinen Wicklow-Way-Führer, daß er besagten Platz überhaupt noch aufführt). Ich stand also ein wenig verloren in diesem Straßendorf und mußte mir wohl oder übel gleich einen Zeltplatz in der Wildnis suchen. Auf dem Weg aus dem Dorf raus kam ich an einem Kloster vorbei und dachte schon gewonnen zu haben. Aber leider schien die gute Frau an der Rezeption von christlicher Nächstenliebe noch nicht so viel gehört zu haben. Sie war zwar entsetzt, daß ich vorhatte alleine irgendwo zu zelten sah sich aber außerstande mich in einer Ecke des weitläufigen Klostergeländes unterschlüpfen zu lassen. Immerhin konnte ich Wasser mitnehmen.
    Eine Joggerin, die ich auf dem Weg weg von der Besiedelung antraf war ähnlich entsetzt, gab mir aber den Tip mich an einen bestimmten Hof zu wenden, dort würde man mich sicher zelten lassen. Auf dem Weg dorthin traf ich dann fünf Jungs, die schwer begeistert waren und von denen mich zwei gleich noch ein Stück begleiteten um mir den Weg zu einer Ruine zu zeigen, wo es gute Plätze gäbe, wo man ein Zelt hinstellen könne.
    Es war da schon ca. 19 Uhr und ich wußte, daß gegen 20:30 die Sonne untergehen würde. Zusätzlich zogen immer mehr Wolken auf und es begann tatsächlich auch zu regnen. Da ich kein Gas hatte wußte ich, daß ich mir nichts zum Aufwärmen machen konnte und zog es von daher vor mir an Ort und Stelle etwas zu suchen, bevor ich richtig naß werden würde. Der Haken war nur, daß an Ort und Stelle sehr viele Brombeeren und Ginsterbüsche wuchsen und der Boden mehr als nur ein bisschen uneben war. Nach einigen Versuchen habe ich aber dann doch eine Stelle gefunden, wo man eine halbwegs vernünftige Nacht verbringen konnte und beschloß da zu bleiben um am nächsten Tag einen etwas weniger hektischen Startversuch zu wagen oder evtl sogar zurück nach Dublin zu fahren und die Sache ruhiger angehen zu lassen.


    - Mit Gas und fernab von Landstraßen geht's in jeglicher Wortbedeutung besser -

    Nach einigem Zickzack habe ich die Landstraße Richtung Bray gefunden - meinem nächsten Ziel zum Einkaufen oder Zurückfahren nach Dublin, je nach Situation. Und gleich durfte ich die Erfahrung machen, daß man sich auf Irlands Landstraßen besser nicht unmotorisiert aufhält, zumindest solange man noch Pläne für die nächsten Tage hat. Zweimal rettete mich nur ein Sprung ins Gebüsch vor unangenehmer Bekanntschaft mit einem Außenspiegel oder schlimmerem. Man gewöhnt sich auch recht schnell an den Linksverkehr - es ist auch eigentlich egal ob man auf der linken oder rechten Straßenseite überfahren wird.
    In Old Connaught machte ich Rast unter einer imposanten Eiche. Ein alter Ire schien darüber recht empört und erst nach einigem Hin und Her zeigte sich, daß er Angst hatte um den Baum, weil wohl einige Dorfbewohner ihm gern zu Leibe rücken würden. Ich konnte ihn halbwegs überzeugen, daß meine Trekkingstöcke und mein Taschenmesser wohl kaum eine ernsthafte Gefahr für den Baum darstellen würden und ich sowieso bald weiter laufen würde.
    In Bray angekommen fand ich - oh Wunder - alles! Eine überaus freundliche Aufnahme im Tourist-Office, Gas im Hafen, ein Inet-Cafe (mit englischer Tastatur natürlich), Tee in rauen Mengen sowie ein Bus der mich in die Wicklow-Mountains bringen würde.
    Es zeigte sich, daß auch die Iren nie so genau wissen welcher Bus wohin fährt. Die Info aus dem Tourist-Office stimmte nicht so ganz. Aber am Bahnhof war ein sehr hilfsbereiter Angestellter der mir genau sagte mit welchem Bus ich fahren müsse, wieviel ich zu zahlen habe und wo ich aussteigen müsse. Daß er mich nicht in den Bus getragen hat war alles. So ausgerüstet und mit einem klaren Ziel fühlte ich mich schon deutlich wohler und fuhr also mit dem Bus (Doppeldecker) in atemberaubender Fahrt über Enniskerry nach Curtlestown von wo aus ich zum Hostel in Knockree laufen konnte. Wie der Bus den Berg rauf gekommen wäre, wenn er voll beladen gewesen wäre ist mir schleierhaft. Selbst mit nur drei Leuten drin sind wir im schneckentempo raufgekrochen. Runter geht's dafür umso schneller, ich glaube Bremsen kennen die Iren nicht. An der Endhaltestelle hätte ich dann beinahe meine Stöcke im Bus liegen gelassen. Das hatte einen kurzen Sprint samt Rucksack zur Folge und den Busfahrer vermutlich gründlich amüsiert.
    Im Knockree Hostel angekommen freute ich mich andere Backpacker zu treffen. Besonders zwei Deutsche, die den Weg in anderer Richtung gelaufen waren und die ich auszufragen gedachte. Typisch deutsch waren die beiden aber alles andere als mitteilsam und zogen es vor am Feuer sitzend zu lesen. Also habe ich mich mit dem Niederländer unterhalten und die Aussicht auf den Great Sugar Loaf, den Maulin und die beiden Tonduff's genossen.

    (Fortsetzung folgt)
    Geändert von November (06.11.2011 um 16:32 Uhr)

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    #2
    - Kennen Iren denn keine Serpentinen??? -

    Der erste wirklich richtige Wandertag. Und endlich weg von Asphalt! Lieber laufe ich 20km auf Naturboden als 1km auf Asphalt.
    Meine mit Vaseline versorgten Füße hatten auch keinerlei Einwände sich wieder auf den Weg zu machen und mein Rücken hatte sich auch recht gut mit den 20kg angefreundet. Das Wetter war genial, fast zu sonnig, jedenfalls aber trocken. Beste Voraussetzungen also für einen schönen Tag - und das sollte er auch werden.
    Am Glencree River entlang wurde mir dann auch schnell klar, warum in Irland die Gesetzeslage in Sachen Campen inzwischen strenger ist. Offenbar haben die meisten Backpacker keine bessere Idee als sich direkt neben dem Weg niederzulassen und natürlich jeder sein eigenes Feuerchen auf einem noch unberührten Stück Gras zu machen - von dem rumliegenden Müll mal ganz zu schweigen. Das Ergebnis sind dutzende von verbrannten Stellen an schönen Plätzen. Es gibt Dinge, die ich wohl nie verstehen werde...
    In den Wicklow-Mountains scheint (unterhalb von 400m) eine intensive Holzwirtschaft betrieben zu werden. Merkwürdigerweise holzen die Iren gleich immer hektarweise alles ab - wenn das keine großen Erosionsprobleme gibt. So bin ich also durch so einen Forst gelaufen an der Schulter des Maulin entlang und hatte kurz darauf einen wunderbaren Blick auf den Powerscourts Park samt Irlands höchstem Wasserfall über 121m (wobei ich später noch viele Wasserfälle gesehen habe, die mir deutlich höher erschienen, aber vielleicht sind das keine dauernden sondern nur nach intensiveren Regenfällen)
    Und dann ging's abwärts mit mir (bzw. dem Weg). Gradeaus den Berg runter zum Dargle, der den Wasserfall speist. Warum Iren prinzipiell nichts serpentinenmäßiges anlegen um den Auf- oder Abstieg zu erleichtern und vielleicht auch die Erosion ein wenig zu verringern wird mir ein Rätsel bleiben. So bin ich also den Weg runtergeklettert und war, nicht zum ersten Mal, heilfroh über meine Treckingstöcke! Am Dargle kam dann der Filter zum ersten Mal zum Einsatz und hat mich mit ausreichend Wasser für den bevorstehenden Anstieg zum Djouce Mountain versorgt. Passend dazu wurd's auch ein wenig wolkiger - sehr angenehm für die folgenden 400 Höhenmeter. Der Wicklow-Way als solcher führt an der Schulter des Djouce vorbei, aber ich konnte es mir bei der herrschenden Wetterlage natürlich nicht nehmen lassen auch noch die letzten 170m zum Gipfel zu erklettern. Auch hier wären Serpentinen sehr praktisch gewesen, aber auch hier ging der Weg gradeaus nach oben, besonders im letzten Teil steiler als einem rucksacktragenden Menschen gut tut. Aber das war am Gipfel oben vergessen: ZU genial war die Aussicht auf die Berge rundum und in der Ferne die Irische See. Oben traf ich einen Iren, der begeistert war, daß ich durch seine Heimat wandere und sich einige Zeit mit mir unterhalten hat.
    Der Abstieg über die südliche Flanke war dann netterweise weniger steil und die folgenden Kilometer über Stege (zum Schutz der Bog-Vegetation) angenehm zu laufen. Warum der White Hill diesen Namen trägt ist mir verborgen geblieben, es laufen zwar viele Schafe da oben herum, aber SO viele dann doch nicht. Von der Südwestschulter des White Hill hat man eine schöne Aussicht auf das Lough Tay. Ein See der wie aus dem gegenüberliegenden Berg (Luggala) ausgeschnitten zu sein scheint, so steil ist dessen Flanke.
    Langsam war mir dann auch nach einem Lagerplatz zumute, doch zuvor brauchte ich noch Wasser. Der Bog ist zwar ständig feucht aber ich habe nichts gefunden wo man fließendes Wasser hätte filtern können. An der Straße fand sich dann ein Mini-Bächlein. Nicht gut, aber besser als gar nichts. Und kurz nachdem ich von der Straße wieder in einen Waldweg eingebogen bin habe ich auch einen abzweigenden Waldweg eingeschlagen um abseits vom Hauptweg einen Lagerplatz zu suchen. Zwischen den recht dicht stehenden Fichten schimmerte es nach einigen hundert Metern grün durch und nachdem ich mich durch deckendes Gestrüpp gewühlt hatte fand sich ein topfebener, fichtennadel gepolsterter Lagerplatz mit Baumstamm-Sitzbank. Zu allem Überfluß hörte ich es dann auch noch plätschern und fand wenige Schritte weiter einen kleinen Bach mit klarem (wenn auch Bog-braunem) Wasser.
    Unangenehmerweise machte mein Kocher (immerhin ein Primus) Mucken und spielte abwechselnd Flammenwerfer oder Kerze. Nichtsdestoweniger reichtes es um Kuskus als Vorspeise und anschließend Pastaria mit Käse zu machen. Der alte Gouda hat übrigens tatsächlich mehr als zwei Wochen ohne Kühlung durchgehalten!
    Auch nach diesem ersten richtigen Wandertag gab's keine Blasen oder sonstigen nennenswerte Schwierigkeiten. Die blöde Mücke, die mich in Knockree am Knöchel erwischt hat muß fies gewesen sein: die vier Stiche waren drauf und dran sich zu entzünden. Aber das kannte ich ja schon, nichts wirklich beunruhigendes.


    - Glendalough, oder wie einfach Touri-Ströme zu durchschauen sind -


    Nach einer angenehm ruhigen Nacht bin ich morgens gegen 9 UHr wieder losgelaufen, mit einem Müsliriegel als Frühstück. Eine Zeit lang ging es an der Straße entlang. Da diese aber nicht so sehr befahren ist, machte das wenig Schwierigkeiten. Nach Oldbridge habe ich an einem B&B Haus Rast gemacht und um Wasser gebeten. Einige Zeit später führt der Weg mitten durch einen Hof. Ein Hund hütete da gerade 20-30 Schafe und hatte ein ernstes Problem als er mich kommen sah: einerseits war er natürlich neugierig, andererseits hatte er ja den Auftrag die Schafe zu hüten. Der Arme kam immer einige Schritte auf mich zu, drehte dann wieder um und kehrte zu den Schafen zurück usw. Ich sah zwar den Wegweiser auf der anderen Seite der Gatter, aber ich wollte weder Hund noch Schafe so sehr stören. Also bin ich ein paar Meter zurück gelaufen um nach einem Umweg Ausschau zu halten. Grade als ich eine Möglichkeit über eine Pferdekoppel entdeckt hatte hörte ich, daß offenbar der Schäfer zurück gekommen war. Also ging ich hin um ihn zu fragen, wie ich am besten drumherum kommen könnte. Es folgte eine spannende Unterhaltung: er sprach offenbar eine Mischung aus Gälisch und Englisch und ich schlechtes Englisch. Das Ergebnis war, daß wir uns nett unterhalten haben, ich aber sicher bin, daß keiner von uns beiden den anderen wirklich verstanden hat. Jedenfalls ließ er mich durch die Gatter und freute sich sichtlich.
    Es nieselte den Tag über ständig leicht. Während des Laufens kein Thema, aber sehr unangenehm, wenn man Pause machen will. So waren die Pausen meist eher kurz.
    Der Abstieg vom Paddock Hill war mal wieder typisch irisch: gradeaus den Berg runter, streckenweise so steil, daß bergrunterlaufen nicht weniger anstrengend war als bergrauf. Am Glenmacass River habe ich dann - endlich unten angekommen - ausgiebiger Rast gemacht. Zwar schon relativ nah an Glendalough, aber noch einige Höhenmeter rauf und runter zu bewältigen. Eine Truppe, die mir entgegen kam sagte, daß sie eine Stunde unterwegs gewesen wäre. Wohin sie wollten, weiß ich nicht, jedenfalls dürften sie sich über den kommenden Aufstieg gefreut haben. Besonders da es nun nebliger und feuchter wurde.
    Durch Forstwald und gerodete Waldgebiete kam ich dann an der Nordostflanke des Glendasan-Tals an und hatte einen schönen Blick über Glendalough und die alten Klosterbauten dort. Dummerweise war die Karte was die Lage des Hostels dort anging nicht sehr eindeutig, so daß ich prompt die falsche Seeseite erwischte. Da ich wenig Lust hatte auf den asphaltierten Wegen inmitten von Touri-Strömen 2km zurück zu laufen um auf der anderen Seite an der Straße entlang 2km zum Hostel zu laufen und das gleich am nächsten Tag zurück zu gehen, habe ich kurzentschlossen beschlossen auf der Südseite des Tals irgendwo zu zelten. Dummerweise ist das Tal sehr steil in den Berg eingeschnitten, so daß wenig Chancen abseits des Weges waren. Nach einigen anstrengenden aber erfolglosen Klettereien stieß ich dann auf einen Forstweg, der keine Wanderwegsbezeichnung trug. Und siehe da: kein Mensch war dort unterwegs. Also folgte ich ihm einige Meter und schlug mich dann abseits ins Gebüsch.
    Abends hörte ich dann, daß offenbar unten auf dem Asphaltweg jemand Streife fuhr um dämliche Touris einzusammeln, die an offensichlich beliebten Plätzen zu zelten versuchten.
    Es war noch zu hell um das Zelt gleich aufzustellen, also habe ich erstmal die inzwischen entzündeten Stiche mit Zwiebeln versorgt und Tagebuch geschrieben. Da es dann aber anfing stärker zu tröpfeln habe ich dann doch recht bald das Zelt aufgeschlagen und mir gemütlich Hirse mit Thunfisch gekocht. Die Nacht war ruhig mit fröhlichem Hintergrund-Wasserfall-Geplätscher und Eichhörnchen-Gequirl.
    Inzwischen kann ich auch Wegstreckendauer ganz gut abschätzen. Ich bin mit ca. 5km/h unterwegs, plus 2min pro 10 Höhenmeter Differenz (rauf oder runter ist bei den Wegführung völlig egal). Einen ersten Eindruck von den durchaus unangenehmen Wetterbedingungen in den Bergen hatte ich heute schon im Nieselregen. Wenn dazu noch Wind oder Nebel kommen, kann ich mir gut vorstellen, dass man ziemlich böse dastehen kann.

  3. Dauerbesucher
    Avatar von Melanie
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    #3
    [Der war ja doppelt drin, so ein Blödsinn]

  4. Erfahren
    Avatar von rover
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    #4
    schöner Bericht,
    deckt sich mit dem was ich in Wales erlebt habe.
    Wann gibt´s mehr?

  5. Dauerbesucher
    Avatar von papajoe
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    #5
    jop, schöner bericht, schade das du keine bilder gemacht hast.

    achso: willkommen im forum,
    ..:: if it keeps on rainin', levees goin' to break. ::..
    --->roll-the-rocks

  6. Dauerbesucher
    Avatar von Melanie
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    #6
    Mehr gibt's heute, nachdem ich die lästige "Zurcük-ins-Arbeitsleben-Akklimatisation" halbwegs überstanden habe ,-)

    Nein, Fotos gibt es keine. Ich sammele lieber Bilder in meinem Kopf als mich auf eine Kamera zu verlassen. Abgesehen davon sind meine fotografischen Fähigkeiten (schon allein mangels Übung) eher dürftig.

    Also, die nächsten Tage:

    - Die Kommunikationsunfähigkeit der Deutschen, oder: Ein Tag allein im Wald -

    Zur Abwechslung bin ich mal früh aus dem Schlafsack gekrochen und war schon um 8 Uhr unterwegs - ich wollte unangenehme Begegnungen mit frühaufstehenden Touris vermeiden. Bei bedecktem Wetter mit zeitweise Nieselregen ging es dann in einem langen Anstieg 400m hoch auf den 570m hoch gelegenen Sattel zwischen Lugduff und Mullacor. Oben pfiff der Wind schon ganz schön kalt über den Kamm, aber meine Kombination aus leichtem Wollpullover und dünner Fleecejacke hielt mich gut warm. Zum Laufen musste ich die Fleecejacke aber doch immer wieder ausziehen: es wurd einfach zu warm. Den Wollpullover dagegen - weil nicht winddicht - habe ich selten ausgezogen und er hat mich auch im leicht feuchten Zustand (Nieselregen) noch gut warm gehalten. Während des Aufstiegs geniale Sicht ins Glendalough-Tal und auf die dahinter liegenden Berge. Auf dem Sattel dann Richtung Südwesten ins Glenmalure-Tal rein, zum wolkenverhangenen Lugnaquillia rüber und Ausblick auf den Fraughan Rock Glen sowie Dutzende Wasserfälle auf der gegenüberliegenden Talseite. Der Abstieg über die Flanke des Mullacor ist mehr als abenteuerlich. Der Weg führt (wie immer geradeaus) über ein felsiges Stück, dessen Begehbarkeit ich schwer anzweifele, wenn es geregnet hat. Dann dürfte sich da ein Bach befinden. Auch so, in halbwegs trockenem Zustand, hat's mich hingelegt und ich hab mir den Daumen geprellt. Nichts wirklich schlimmes, aber wenn's der Knöchel gewesen wäre hätte es unangenehm werden können.
    An der Drumgoff Bridge angekommen habe ich dann im dortigen Pub ein Mittagessen in der Zivilisation zu mir genommen. Da ich draußen saß sah ich das Kennzeichen der nächsten Besucher und wußte also gleich, daß es Deutsche sein würden. Leider waren sie nur sehr wenig gesprächig, man könnte auch sagen: unkommunikativ.
    Nachdem ich ein Stück die gegenüberliegende Talseite hochgelaufen bin und einen Bach gefunden habe in dessen Nähe sich ein Zeltplatz fand, hatte ich nach 8 Stunden Lauferei dann auch genug für den Tag und habe ein recht früher Lager aufgeschlagen. Idiotischerweise hat es mich doch einiges an Überwindung gekostet mein Zelt und alles andere für ein paar Minuten des Wasser holens aus den Augen zu lassen - obwohl ich den lieben langen Tag keine Menschenseele auf dem Weg getroffen habe.


    - Wetterumschwung in den Bergen und eine lange Trampfahrt -

    Inmitten zwischen Fichten wurde es morgens nicht so richtig hell, so daß ich recht spät losgekommen bin. Zudem war das Wetter von morgens an recht diesig und wurde im Lauf des Tages immer schlechter. Nach einigen Kilometern bekam ich es dann mit dickem Nebel und fies kalten Fallwinden über den rechts von mir liegenden Bergrücken zu tun, so daß ich beschloß nicht über den nächsten Berg zu laufen wie vom Weg her vorgesehen, sondern entlang der Military Road auf die ich stoßen würde ins Tal zu laufen. An selbiger angekommen fing es dann auch noch an zu regnen und der Nebel wurde zusehends dicker was mich dazu veranlaßte meine Lampe herauszuholen und zu versuchen das nächste Auto anzuhalten um mich von diesem ins Tal mitnehmen zu lassen.
    Das ältere Ehepaar, das als nächstes des Wegs kam, war nicht überzeugt, daß ich vom nächsten Tal wieder wegkommen würde und fragte mich wo ich denn weiter hinwolle. Nachdem sie erfuhren, daß ich gen Westküste zu fahren gedachte nahmen sie mich bis Kilkenny mit!
    In Kilkenny habe ich dann fürstlich gespeist: Salat und "Penne pasta tossed with smoked chicken". Die Dusche im Hostel tat auch gut und ich habe in einer Pharmacy vorsichtshalber was antiseptisches wegen der Stiche gekauft. Betaisodona hatten sie leider nicht. Letztlich erwies es sich dann doch als überflüssig, die gute alte Zwiebel hat ihren Dienst gut verrichtet.
    Dann traf ich Filip, einen Tschechen, der quer durch ganz Europa trampt und wir haben stundenlang bei 'ner Flasche Wein gequatscht. Dummerweise draußen, das hätte teuer werden können...
    Kilkenny besteht zur Hälfte aus Kathedralen, Kirchen und Abbeys, zur anderen Hälfte aus dem Castle und der Rest sind dann Wohnhäuser und Touri-Shops.


    FAZIT bis hierher:
    Ich habe nichts wesentliches vergessen (außer Wachs für die Schuhe) und auch nichts wirklich überflüssiges dabei. Die psychologische Seite des Allein unterwegs seins habe ich aber deutlich unterschätzt. Ich habe noch mehr Respekt als ich vorher schon hatte vor allen Solo-Touren-Gängern. Trotz allem: es war eine gute Erfahrung, auf die ich aufbauen kann. Man fängt halt klein an - naja, oder ich zumindest tu das ,-)
    Irland ist landschaftlich total schön - besonders natürlich zu Zeiten wo man sich nicht gegenseitig auf die Füße tritt. Die Wetterwechsel sind aber nicht zu verachten und können einen tatsächlich auch auf "nur" 600m Höhe ziemlich in Bedrängnis bringen. Nicht umsonst gibt's in Irland eine Mountain Rescue.

  7. Dauerbesucher
    Avatar von Melanie
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    #7
    - Wo trifft man eigentlich keine Deutschen? -

    Den Vormittag über habe ich mir Kilkenny angeschaut und die phänomenal niedrigen Teepreise genossen (1,40 - 1,70 für Tea for one, eine kleine Kanne Tee, in der sich meist 2,5 - 3 Tassen fanden). Hier ist mir auch aufgefallen, dass meinen Schuhe neues Fett sicher gut täte (Meindl Vollleder-Schuhe). Wo ich mir den Muskelkater in den Waden hergeholt hab ist mir schleierhaft - vielleicht habe ich des Nachts versucht das zu kurze Bett (190cm bei einer eigenen Körperlänge von 183cm) zu erweitern? Am Nachmittag habe ich mich dann auf das Wagnis einer dreistündigen Überland-Busfahrt eingelassen und den katastrophalen Fehler begangen mich vorne hinzusetzen. Man braucht entweder Nerven aus Drahtseile oder einige Zeit "irische Busfahr-Erfahrung" um das unbeschadet zu überstehen. Der gute (durchaus nüchtern erscheinend) Busfahrer ignorierte sämtliche Tempobeschränkungen, selbst in Baustellen und bei Gegenverkehr. Durch manch eine 20-Meilen-Stelle (Ja, die Tempobezeichnungen sind noch in Meilen auch wenn alles andere inzwischen wieder auf km umgestellt ist, sinnvollerweise - ein Relikt aus der Englischen Besatzung) sind wir gut und gerne mit 40 Meilen pro Stunde gefahren. Da werden die hohen Autounfallopferzahlen dann gleich viel verständlicher. Besonders wenn man dann noch erfährt, dass in Irland eine Promillegrenze von 1,0 gilt und es angeblich überhaupt erst seit zwei Jahren entsprechende Kontrollen gibt. Und das bei des Iren Liebe zum Guiness (die ich übrigens nicht teilen kann)!
    In Cork stieg ich aus dem Bus und stand quasi direkt vor einem Outdoor-Laden - so wünscht man sich das! Der Gang zum Tourist-Office erwies sich als vergeblich. Meine Rechnung: 'Kilkenny ist eine relativ kleine Stadt und da hat das TO am Samstag bis 18 Uhr auf, also wird es in Cork wohl mindestens genauso lang auf haben' erwies sich als falsch: es hatte nur bis 17:30 auf und ich war um 17:45 da. Netterweise hing aber einiges an Reklame an diversen Infoständen, so daß ich immerhin die Adresse eines Hostels rausbekommen habe wo ich dann vorsichtshalber vorher mal anrief ob sie denn noch ein Bett frei haben würden. Sie hatten, also habe ich mich auf den Weg gemacht. Iren kennen nicht nur ihre Bushaltestellen nicht, Iren scheinen auch mit Straßennamen nur wenig anfangen zu können - kein Wunder, man entdeckt sie ja auch selten genug. Ich fragte drei Iren nach der York Street, keiner wußte wo sie wäre... eine Querstraße weiter wußte ich es dann selbst, denn das war sie.
    In Sheila's Hostel (übrigens eng und der reinste Taubenschlag) dann das übliche:
    "Hi!"
    "Hi! I'm Andre!"
    "I'm Melanie"
    "Where are you from?"
    "Cologne, Germany!"
    "Okay, dann lass und Deutsch weiter reden..."
    Es stellte sich raus, dass Andre ein Deutscher ist, der in Dublin arbeitet und einen weiteren Deutschen, der seit neustem in Cork arbeitet besuchen wollte. Abends wollten die zwei weg und Andre sich die Pubs zeigen lassen und er schlug mir vor doch einfach mitzukommen, was ich dann auch prompt tat.
    In irischen Pubs redet einfach jeder mit jedem. Sollte man auf die Idee kommen sich gemütlich für ein Glas allein in eine Ecke in ein Pub zu setzen, so ist das zum Scheitern verurteilt: binnen Minuten sprechen einen mindestens drei Leute an und man ist in ein Gespräch verwickelt.
    Es stellte sich dann heraus, dass Andre und Stefan am nächsten Tag nach Killarney fahren wollten. Da das mein nächstes Ziel auf dem Weg zur Westküste war habe ich mich dreist angeschlossen.
    Die Nacht war - laut Andre - ziemlich laut. Da ich aber so ziemlich überall schlafen kann hat mich das wenig gestört.


    - Linksverkehr mit deutschem Auto... äh... also... den auf der Straße... -

    Zwangsläufig sind wir bald aufgewacht und konnten in Ruhe ein Frühstück genießen bevor Stefan recht verschlafen auftauchte um uns einzusammeln. Und dann ging's über (zum Glück) recht brauchbar ausgebaute Straßen Richtung Killarney. Ja, man gewöhnt sich irgendwann auch dran regelmäßig dem eigenen Verderben ins Auge zu blicken - wenn man sich dazu gezwungen hat die Hände vom Gesicht zu nehmen.
    Der Nationalpark war (wie nicht anders zu erwarten an einem Sonntag) reichlich voll - aber er lohnt sicher einen Abstecher an weniger überfüllten Tagen vorausgesetzt man hat keine Pferdehaarallergie: tausenden von zweirädrigen, einspännigen Droschken (?) bringen allen fußfaulen Menschen den Nationalpark nahe. An so schöne Ecken wie die Felsenküste des Sees kommt man damit natürlich nicht ,-)
    "The Sugan" ist ein nettes kleines (im Wortsinn) Hostel in dem sonst doch recht touristisch ausstaffierten Killarney. (Was die wohl mit dem riesigen Einkaufscenter am Bahnhof im Winter machen???) Haltungsschäden bei längerem Aufenthalt sind zwar nicht ausgeschlossen (durchschnittliche Deckenhöhe geschätzt: 180cm) dafür ist der Wirt gut drauf und die hier übernachtenden Menschen gehören auch eher zum Typ "Unkompliziert".


    - Wie man sich so trifft oder Das Leben abseits der Haupt-Touriströme -

    Die obligatorische Ordnance Survey Karte im Gepäck (Discovery Series, 1:50.000, 7,50€ pro Stück) bin ich mit dem Bus auf die Dingle-Halbinsel gefahren. Unterwegs hätte ich jede Wette angenommen mich gerade irgendwo im Vorgebirge zu befinden und keinesfalls an der Atlantikküste. Praktischerweise war - trotz vollem Bus - niemand da, der mit mir wetten wollte: ich hätte verloren.
    Leider fährt der Bus vollbesetzt bis nach Dingle, was mich schon wieder ein volles Hostel erwarten ließ; wenn auch eins an dem man nach Auskunft der Mitbewohner im letzten Hostel campen könne.
    Um nicht in den ganz großen Trubel zu kommen und mir erstmal einen Überblick zu verschaffen habe ich an der Endhaltestelle dann erstmal ein wenig gewartet bis sich die erste große Gruppe verlaufen hatte. An einem Shuttle-Bus sah ich dann eine Frau stehen, die ganz offensichtlich auch mit Rucksack unterwegs war. Als ich sie ansprach stellte sich (mal wieder heraus), dass sie auch Deutsche war und sie zu dem Hostel nach Ventry wollte (etwa 6km außerhalb). Außerhalb klang gut und die Tatsache, dass sie die einzige war, die da hin wollte noch besser. Also fragte ich sie, ob sie nicht Lust hätte, wenn wir uns zusammen täten. Kurzer erstaunter Blick und ich hatte für die nächsten Tage eine Reisegefährtin gefunden.
    Das Hostel war ein Traum schlechthin: total ruhig, große Zimmer, große Essküche mit danebenliegendem Garten. Erst hatte ich überlegt doch lieber campen zu wollen, aber als ich auf der Hinfahrt sah, dass das Land doch größtenteils aus Weiden besteht und wenig geschützte Ecken existieren und nun noch das Hostel sah habe ich diese Pläne schnell aufgegeben.
    Im Hostel angekommen sind wir dann gleich für einen Abendspaziergang losgezogen aus dem (vor lauter Begeisterung) dann noch eine Wanderung und beinahe auch eine Nachtwanderung wurde. Pläneschmiedend kamen wir im Hostel wieder an, haben meine immer noch reichlichen Lebensmittel geplündert und den warmen Abend genossen.

  8. Dauerbesucher
    Avatar von Melanie
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    #8
    - Sonnenbrand im September in Irland, wenn mir DAS vorher jemand prophezeit hätte... -

    Ein wunderbarer Morgen mit strahlend blauem Himmel und einem frisch gepflückten Apfel aus dem Garten macht richtig Laune zu einer Tagestour mal ohne Gepäck.
    Da Iren ja, wie nun schon bekannt, keine Serpentinen kennen geht es auch zum Lough am Mount Eagle einfach nur geradeaus hoch. Schon da wurde uns klar, daß die Sonne uns noch in Bedrängnis bringen könnte, aber primär dachten wir dabei an die damit verbundenen Temperaturen. Allerdings sorgte der kräftige Wind für angenehme Abkühlung (und eine starke Erhöhung der Sonnenbrandgefahr).
    Der auf etwa halber Höhe liegende See versorgte uns mit frischem Wasser und offenbar auch mit einer kräftigen Portion Übermut: wir beschlossen nicht dem scheinbar um den "Hügel" herumführenden Weg zu nehmen sondern (ganz irisch) den direkten Weg zum Grat zu nehmen. Recht bald fanden wir uns auf allen Vieren wieder, die Kombination aus steilem Gelände, losen Steinen und langem nassem Gras erwies sich als härtere Nuss als wir gedacht hatten. Erschwerend kamen Tret- bzw. Greifmienen in Form von allgegenwärtigen Schafskötteln und Ginster hinzu. Wenigstens der Wind hatte ein Einsehen und blies uns in den Rücken.
    Oben angekommen fanden wir den Wind dann nicht mehr ganz so freundlich denn die gefühlte (oder tatsächliche) Windgeschwindigkeit nahm doch deutlich zu. Die klare Luft mit dem genialen Ausblick entschädigte aber auf der Stelle für alles.
    Dummerweise erwies sich auch diese Höhe als ausgesprochen nass. Wir standen beide mehrmals bis zum Knöchel unversehens im Wasser, mit dem Unterschied, dass meine Schuhe brav dicht gehalten haben während Heike schnell schwamm. Aber nasser als nass geht's auch nicht mehr und warm genug war es ja.
    Dann doch wieder den "regulären" Weg nehmend (der allerdings bald im Nichts endete) liefen wir weiter Richtung Gipfel im Süden von uns und an diesem vorbei über die langgezogene Schulter Richtung Dunmore Head und die dahinter sichtbaren Basket Islands zu. Nach einem spaßigen (und nassen) Abstieg und diverse Kletterei über Zäune (manchmal sind lange Beine wirklich von Vorteil) trafen wir dann auf die Küstenstraße und bald darauf auch auf eine wunderschöne, von Klippen umgebene Bucht mit Sandstrand. Zuerstmal noch nur von oben, weil wir vor einem längeren Aufenthalt an eben diesem diverse Körperhöhlen leeren bzw. füllen wollten. Nach kurzer Beobachtung der wie am Schnürchen durchfahrenden Busse (Halt auf dem Parkplatz, Viertelstunde Pause, Foto machen, Touri-Shop heimsuchen und weiter) sind wir ein paar Hundert Meter weiter in ein Cafe eingefallen, das ganz offensichtlich mal eine Wohnung war dessen Besitzer alle verfügbaren Tische und Stühle auf die Straße gestellt haben. Wir haben wunderbar leckere, hausgebackene Scones gegessen und eine riesige Kanne Tea for two erstanden!
    Dann ging's auf zum Strand - schon nicht mehr zum Sonnenbaden, weil wir beide schon unsere Haut merkten. Das Wasser war lausekalt, was einige hartgesottene Mitmenschen nicht davon abhielt trotzdem schwimmen zu gehen.
    Für den Rückweg entschlossen wir uns dem Dingle-Way rund um die Südseite des Mt.Eagle zu folgen. Über Schafsweiden kletternd und mit der Sonne im Rücken stapften wir entlang diverser unvermeidlicher Natursteinmauern dem Hostel entgegen. Spätestens nach der Hälfte des Weges war uns beiden klar, daß wir grandios verbrannt sein würden - nur zu ändern war jetzt nichts mehr. Das Timing stimmte mal wieder: kurz vor Einbruch der Dunkelheit waren wir im Hostel (zur Abwechslung mal ohne größere Umwege).


    - Wie heißt die irische Version von "Bepanthen"? -

    Angesichts der Tour über den "kleinen" Mt.Eagle und der nicht zu verachtenden Rötung sämtlicher ungeschützter Hautpartien (einschließlich der doch schon den ganzen Sommer über an Sonne gewöhnten Arme!) haben wir die ursprüngliche Idee eines "Ausflugs" auf den Mt.Brandon ganz schnell fallen gelassen.
    Ein gemütliches Frühstück im Garten und dann mit dem Shuttle-Bus nach Dingle um für ein feudales Abendessen einzukaufen sowie Bepanthen oder vergleichbares zu suchen.
    Ich fand zwei mehr oder minder vollständige Puzzle im Wohnraum vom Hostel und war damit für die nächsten Stunden erstmal glücklich.
    Im Verlauf der Kochorgie (Suppe vom Vortag als Vorspeise, Nudeln mit frischem Gemüse und Salat mit Thunfisch und Mais) kam uns der Gedanke, daß die Menge trotz großem Hunger viel zu viel sein würde. Kurzentschlossen wurden also die nächstbesten auftauchenden Hostel-Gäste (inzwischen waren noch welche angekommen) mit dazu eingeladen. Eine wilde Schlemmerei!
    Abends saß ich dann wieder puzzelnd in der Landschaft und fühlte mich rundum wohl.

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    #9
    Hi Melanie,

    vielen Dank für Deine langen Berichte, ich lese interessiert mit.
    Viele Grüße
    Rosi

    ---
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    Avatar von Melanie
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    #10
    - "Wo ist denn jetzt Doolin?" - "Du stehst mitten in Doolin!" -

    Und wieder eine lustige Busfahrt. Diesmal mit dem "Summer Scenic Service" von Tralee die Küste entlang über den Shannon und weiter die Küste entlang an den Cliffs of Moher vorbei nach Doolin.
    Wie sich das für einen richtigen Touri-Bus gehört machte er an den Cliffs auch 30 Minuten Pause. Ausreichend Zeit um sich einen ersten Überblick zu verschaffen und viele lebensmüde Menschen bei ihren Mutproben zu bewundern.
    Wir baten den Busfahrer uns am Aille River Hostel rauszulassen und er sagte zu das zu tun. Laut den Berichten unserer Mitgäste im letzten Hostel sollte es "ein Stück außerhalb von Doolin" liegen. Als wir dann am Hostel vorbei fuhren dachten wir, der Busfahrer hätte uns vergessen - aber nein, er hatte mitgedacht und ließ uns auf der Rückfahrt aus dem Ort raus, so daß wir sogar auf der richtigen Straßenseite aussteigen konnten! Da wir "im Ort" irgendwie auch nur ein Hostel gesehen hatten (naja, und zwei Häuser) stellte sich uns dann doch die Frage wo denn nun Doolin sei. Unseren Wirt befragt ergab: "Ihr seid in Doolin! Die Straße rechts runter kommt ihr zur Fischerseite, die Straße links runter zur Dorfseite von Doolin." Aaha! Na, das muß einem ja auch gesagt werden.
    Der einzige Laden in ganz Doolin (auf der Fischerseite) hatte entsprechende Preise. Und das einzige Fährunternehmen zu den Aran-Islands ließ sich nicht lumpen und machte frühlich mit beim "Touri-Abzocken". Dafür ist das Hostel nett. Am Fluss zwischen den beiden Doolin-Hälften gelegen und mit kleinem Garten zum Zelten nebendran bot es alles was ein Hostel braucht - nun ja, fast alles, irgendwann ging das Gas aus, aber wir hatten genug Camper die den allzuhungrigen Gästen, die nicht auf die Gaslieferung warten wollten ihren Kocher anbieten konnten, sowie ein Kaminfeuer samt Herd.
    Abends sind wir in die Fischerhälfte gelaufen und haben uns in einen Pub gesetzt. Ganz offenbar kamen die Leute da von weither um Musik zu hören, aber richtig schöne Pub-Stimmung wollte nicht aufkommen.
    Auf dem Rückweg zum Hostel war ich froh meine Tikka dabei zu haben. Iren fahren auch im Dunkeln schnell und nicht jede Begrenzungsmauer ist aus dem Stand heraus zu überspringen...


    - Die Cliffs oder wie man Kuhweiden überquert -

    Bedeckt und warm wie es war, war es mal wieder ein optimaler Tag für eine Wanderung. Also beschlossen wir an der Küste entlang auf einer "Green Road" zu den Cliffs zu laufen. Warum die "Green Roads" in einer aushängenden Karte auch als "Dirty Road" bezeichnet wurde, wurde uns schnell klar. Da es nachts aber nicht geregnet hatte, waren Heikes Schuhe dieses Mal nicht so extrem gefährdet.
    Immer schön an der Steilküste entlang begegneten uns natürlich auch mehrere Zäune bzw. Gatter und Mauern. Diese erwiesen sich aber als das weit geringere Hindernis als die Bewohner der Weiden für welche sie gedacht waren.
    Heike: "Das sind Kühe!"
    Melanie: "Ja!"
    Heike: "Wir müssen da mitten durch!"
    Melanie: "Ja!"
    Heike: "Ich mag Kühe nur hinter einem Zaun!"
    Melanie: "Sind sie doch!"
    Heike: "Aber auf der falschen Seite!"
    Melanie: "Keine bange, Kühe sind nur neugierig, aber nicht gefährlich. Sie dürfen sich nur nicht erschrecken, drum rede ich immer mit ihnen."
    Einige Meter weiter (inzwischen mitten in der Herde):
    Heike: "Und wenn da ein Bulle dabei ist?"
    Melanie: "Ist es doch."
    Heike: "WAS? Wo???"
    Melanie: "Der da drüben, der so neugierig rüber schaut und sich sicher gerade überlegt ob er losrennen soll!"
    Heike: "Sei bloß ruhig!"

    Zugegeben, es war gemein von mir, aber wir haben es heil über alle Weiden geschafft, obwohl Heike wohl manches Mal richtig flau war - sind ja auch massig genug die Viecher um nicht mit ihnen zusammenprallen zu wollen.
    Die Cliffs selbst waren natürlich wieder überlaufen. Dabei sind die 2km die sie da für Touris abgesperrt haben auch nicht so viel beeindruckender als 1km vorher oder nacher.
    Die Option mit dem Bus zurück zu fahren ließen wir dann angesichts des schönen Wetters (und trotz der Kuhweiden) sausen und liefen lieber wieder zu Fuß zurück zum Hostel. Kaum dort angekommen fing es auch an zu tröpfeln und später richtig zu regnen.
    Mit der kompletten Hostelbesatzung (plus Camper wie mich) im "Wohnraum" war's recht kuschelig. Aber zumindest hatte ich das stürmische Atlantik-Wetter, das ich mir gewünscht hatte (hoffentlich hat es niemand bemerkt, daß ich es war...).
    Ein abendlicher Besuch im Dorf-Doolin bescherte uns dann noch geniale Musik (wenn auch zu laut) und die nötige Bettschwere. Die Nacht war gemütlich aber laut. Mein "Zelt"nachbar hatte nur eine Plane (wirklich nur eine Plane, kein Tarp!) und selbige flatterte in dem Wind doch ganz gewaltig.
    Mein Zelt (Salewa Micra) hat den Sturm tapfer mit 4 Heringen abgewettert. Einige andere Zelte - Einmannbogenzelte und Tunnelzelte, aber durchaus auch bekanntere (und teurere) Marken - sahen am nächsten Morgen doch reichlich gezaust und ihre Bewohner eher unerfreut aus. Ein Geodät (und selbst wenn's nur ein Möchtegern-Geodät wie meins ist) ist halt doch stabiler. Und erzähle mir keiner was von "Man muss ein Tunnelzelt in Windrichtung aufstellen!", den möchte ich sehen, der Nachts dreimal sein Zelt umbaut weil der Wind dreht...

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    #11
    - Und ich hatte gedacht Dublin sei am Wochenende voll... -

    Morgens sind wir noch mal an die Küste gelaufen um das Meer auch mal so zu sehen wie es sich für den Atlantik gehört: stürmisch. Dabei konnten wir dann auch gleich das Ergebnis eines ungünstigen Zeltplatzes bewundern. Einige Menschen waren auf die kluge Idee gekommen ihr Zelt direkt an der Küste hinzustellen. Bei ruhigem Wetter sicher ein genialer und billiger (weil kostenloser) Platz. In diesem Fall aber vermutlich recht teuer: von dem Zelt waren nur noch Fetzen übrig.
    Da wir wenig Laune hatten in Doolin nur noch herumzusitzen um auf den späteren Bus zu warten (der direkt nach Galway fährt) sind wir eben mit dem früheren Bus gefahren - und waren letztlich auch nicht früher da. Aber das Geschaukel im warmen Bus war angenehm. Trotz einschlägiger Buserfahrung habe ich sogar ein bißchen vor mich hingedöst.
    Galway war total überlaufen. Menschenmassen soweit das Auge blickte und die ersten beiden Hostels, die wir ansteuerten waren auch komplett belegt. Es hat eben auch Nachteile, wenn man völlig ungeplant durch die Gegend zieht.
    Im dritten Versuch fand sich dann doch noch ein Platz für uns. Im Fall einer notwendigen Evakuation hätte sich zwar garantiert jeder in dem Ding verlaufen und für die Nutzung der Betten sollte man seefest sein - aber es war trocken und warm.
    Da wir beide keine große Lust verspürten uns ins Getümmel zu stürzen haben wir erstmal etwas gekocht und wollten dann ausführlich duschen. Das scheiterte an einem sich länger hinziehenden Gespräch mit einem Zimmermitbewohner (zwischen Tür und Angel, wie das so ist). Er war Israeli und natürlich konnte ich nicht widerstehen die Gelegenheit zu nutzen und ihn über seine Einschätzung der politischen Lage im Land auszuquetschen. Zu guter Letzt freute er sich ziemlich über mein hebräisches "Gute Nacht!" und ich habe mich doch noch der Ganzkörperreinigung gewidmet. Heike war mit ihren langen Haaren und angesichts des enormen Wasserdurchflusses ein wenig länger beschäftigt und mußte zugeben, daß kurze Haare durchaus auch praktische Seiten haben können.


    - Es gibt schlimmeres als strömenden Regen: strömenden, horizontalen Regen! -

    Für Heike kam das Frühstück im Hostel zu spät: sie hat sich schon recht früh Richtung Norden aufgemacht. Wir haben ganz zwanglos ausgemacht, dass wir versuchen uns in Dublin nochmal zu treffen, falls das den zeitlich hinhauen sollte.
    Als ich mich auf den Weg machte zum Bus (nach einem durchaus leckeren Frühstück) nieselte es mal wieder vor sich hin. Eingedenk der Tatsache, dass sich in Irland nichts schneller ändert als das Wetter hatte ich gute Hoffnung in strahlendem Sonnenschein in Oughterard (wehe, jemand fragt mich, wie man das ausspricht!) anzukommen. Offensichtlich konnte das Wetter aber nicht damit leben für unzuverlässig gehalten zu werden und bewies mir dann gleich mal, dass es auch anders kann: es regnete immer noch und gar nicht mal wenig, wie mir im Bus schien.
    Praktischerweise sind wir am Tourist Office vorbei gefahren, so dass ich gleich gesehen habe, dass ich mir den Weg sparen kann: geschlossen. Da ich aber doch noch gerne weitere Informationen von umliegenden Hostels haben wollte, entschloß ich mich das hiesige aufzusuchen. Laut Karte sollte das nur einige hundert Meter entfernt sein.
    Aus dem Bus ausgestiegen wurde mir auf der Stelle klar, daß Regen hinter einer Scheibe ganz anders aussieht als er sich dann in realo anfühlt: innerhalb weniger Meter war ich tropfnass (vorwiegend von rechts, aber bald auch von vorn, da ich abbiegen musste) und die besten wasserdichten Schuhe helfen einem wenig wenn das Wasser von oben rein läuft. Die Entscheidung ob ich die Regenhülle doch besser noch auf den Rucksack ziehen sollte oder nicht vertagte ich - wenn er den Regen nicht aushielt wäre es vermutlich eh zu spät gewesen. Unvermutet hielt ein Auto neben mir mit einem Insassen, der mir von der Bushaltestelle vage bekannt vorkam: "Ob ich zum Hostel wolle?" Aber klar! Es gibt Momente im Leben, da ist man sogar froh, wenn man 200m Auto fahren darf!
    Robert und Michael waren die einzigen Hostelgäste. Robert ein Schotte, der eigentlich nach Galway hatte fahren wollen, sich dann aber angesichts des Wetters umentschieden hatte und Michael, Amerikaner und mit einem Auto ausgestattet.
    Meinen ersten Notfallplan ein wenig trocken zu werden und mit dem nächsten Bus weiter Richtung Küste zu fahren ließ ich spontan fallen, da ich nach einer Stunde immer noch nass war und das Wetter kein bißchen Nachsicht zeigte. Zudem war das Hostel ganz offensichtlich ruhig und gemütlich, also konnte ich genausogut hierbleiben.
    Den Rest des Tages verbrachten wir dann Karten-spielend, Hurling-Finale Cork gegen Kilkenny guckend (merkwürdiges Spiel), Tee trinkend und kochend. Ein kurzer abendlicher Besuch im Pub (es regnete zwischenzeitlich mal nicht) und Nudeln mit Thunfisch-Tomatensoße rundeten den Tag ab.

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    #12
    - "This green stuff here at the side... it means: NO ROAD!" -

    Angesichts der Tatsache, daß es immer noch regnete bzw. aus Kübeln goß, viel die weitere Planung ein wenig schwer. Michael hatte hier auch laufen wollen war aber schuhtechnich deutlich schlechter ausgerüstet als ich und hatte auch nicht so arg viel Laune im Regen rumzulaufen.
    Aber er hatte ein Auto. Dieses, Michaels Reiseführer und Roberts begeisterter Bericht von einem Hostel in Westport brachte uns dann auf die Idee von Ougtherard im großen Bogen an der Küste entlang nach Westport zu fahren und wenn irgend möglich unterwegs eben Pause zu machen und ein bisschen rumzulaufen.
    Michael bestimmte mich spontan zum Navigator, nach einiger Zeit der Beobachtung machte ich ihn dann mit meiner Navigationslogik vertraut: "Ich navigiere mit der Sonne! Immer da lang wo grad ein bissel blauer Himmel ist. Bisher klappt es gut!" Warum er mir danach die Karte abnehmen wollte, habe ich nicht verstanden... Glücklicherweise hatte er aber genug mit "links-fahren" und schalten zu tun.
    Zum Glück war kein Englisch-Lehrer anwesend, selbiger hätte sich vermutlich auf der Stelle von der nächsterreichbaren Klippe gestürzt. Aber wir haben über Weltpolitik und Philosophie diskutiert (durchsetzt mit Warnungen wie "A BUS!" oder "You should drive on the LEFT!"), es kann also nicht so schlimm gewesen sein.
    In Ballyconneely war es dann gerade mal trocken und wir wollten eine Halbinsel raus laufen. Ein paar Meter vom Auto entfernt viel mir dann noch etwas wichtiges ein:
    "Würdest Du mir bitte die Autoschlüssel geben?"
    "Wieso das?"
    "Der Wind ist ziemlich stark..."
    "Eben! Die Schlüssel halten mich am Boden!"
    (Michael ist eher klein, man könnte auch sagen sehr klein...)
    Der Gegenwind war im Wortsinn atemberaubend aber ziemlich genial. Die Aussicht auf dem Rückweg zurück segeln zu können steigerte die Freude noch. Nach ca. 1,5 Stunden an der Landspitze angekommen fanden wir das erste Mal in Irland mehr als 5 Häuser versammelt und KEIN Pub in der Nähe. Naja, zugegeben, für eine echte Stadt fehlte auch die Kirche. (Wir hatten unterwegs definiert was eine Ansammlung von Häusern in Irland zu einer Stadt macht: mindestens zwei Wohnhäuser, eine Kirche und ein Pub - wobei ersteres auch mal wegfallen kann). So mussten wir uns also unaufgewärmt auf den Rückweg machen. Wobei unsere Schritte angesichts drohender Wolken zusehends länger wurden und sich die Augen immer sehnsuchtsvoller nach vorbeikommenden Autos umsahen. Dummerweise kam genau jetzt kein Auto - erst nachdem der Schauer uns gründlich durchnäßt hatte. Immerhin nahmen uns die beiden Belgier selbstverständlich mit, selbst nass wie wir waren.
    In Clifden haben wir dann etwas gegessen, ich habe mich von Heikes Käse verabschiedet, der deutlich weniger haltbar war als mein guter alter Gouda und Michael hat beschlossen, daß ich das Wort "Bus" nicht mehr in den Mund nehmen darf - fortan warnte ich ihn eben vor "TRUCK!", was ihn irgendwie auch nicht froher stimmte.
    Die Sky Road kurz nach Clifden war ein wunderbarer Abstecher. Der Ausblick auf die stürmische See war mehr als sehenswert und hat sogar Michael für seine permanente Angst es könne Gegenverkehr kommen entschädigt. Ein Foto zu machen erwies sich als schwieriger als gedacht: wir hatten Mühe die Türen vom Auto aufzubekommen.
    Der Connemara Nationalpark war natürlich schon geschlossen als wir dort ankamen, angesichts eines weiteren Schauers ärgerte uns das allerdings eher wenig. Entlang von Irland's "einzigem Fjord" fuhren wir dann auf Westport zu, bestaunten noch einen grandiosen Wasserfall und drehten in Westport dann noch ein oder zwei Ehrenrunden. Im Hostel ergatterten wir glücklich die letzten beiden Betten und fanden abends noch Pubs mit irischer Musik - zur Abwechslung sogar mal richtige, nicht für Touris aufgezogene, sondern einfach so aus Freude an der Musik.


    - Glück bzw. Hitchhiker muß der Mensch haben -

    Eigentlich hatte ich vorgehabt am Mittwoch abend nach Dublin zu fahren um Donnerstag Zeit zu haben mir die Stadt anzuschauen, demzufolge wollte ich mich heute nach Athlone mitten in Irland aufmachen.
    Diesen Plan verwarf ich dann wieder als ich hörte, dass das Hostel dort geschlossen sei und Michael mir die Beschreibung von Achill Island vorlas.
    Kurzerhand sind wir dorthin gefahren. Eine weitere Nacht im "Old Mill Hostel" erschien uns wenig erstrebenswert und auch der Connemara Nationalpark wird wohl nicht weglaufen.
    Auf Achill angekommen fuhren wir das Hostel an, dessen Beschreibung angenehm klang. Es lag auch sehr schön an der Küste, war nur leider geschlossen. Ein zweites, das wir erst nicht finden konnten, erwies sich auf Nachfrage als nicht mehr existent. Also machten wir uns auf dem Weg zum dritten, dessen Lage wir am ersten erfahren hatten: "Die Straße am Laden nach links und dann ist es irgendwann rechts." Stimmt soweit, wenn man ungefähr 10 weitere Abbiegevorgänge außer Acht läßt.
    Das fanden wir auch nur heraus, da wir vor einem Friedhof stehend eine einsame Gestalt sahen und diese ansprachen. Selbige erwies sich als David, ebenfalls (allerdings zu Fuß) auf dem Weg zu besagtem Hostel und mit einer (handgezeichneten) Karte ausgestattet. Er war froh nicht laufen zu müssen und wir waren froh den Weg zu finden.
    Das Hostel ist ein großes, altes Haus in dessen Garten ich mein Zelt angenehm windgeschützt aufstellen konnte. Michael zog dann (ohne Isomatte!) für eine Nacht mit ein.
    Nach einem Mittagessen und der Feststellung, daß mein guter, alter Gouda wohl in Westport geblieben ist - zogen wir los, die Küste zu erkunden.
    Zäune jeglicher Art lassen sich bei 183cm Körpergröße deutlich einfacher überwinden als mit 155cm - und nachträglich stellten wir dann fest, daß wir auch gemütlich (und ohne nasse Schuhe für Michael) über einen Weg hätten laufen können. An der Küste selbst: eine große Schafweide und viel Wind. Einige Meter weiter ein Sandstrand und über diesen ins Meer fließend ein Fluß. Ein ärgerlich tiefer, breiter und schnell strömender Fluß mit noch ärgerlicheren Wassertemperaturen. Die Suche nach einer Überquerungsmöglichkeit scheiterte und endete für mich beinahe in einem Ganzkörperbad.
    Dafür kam dann plötzlich von weit her ein Hund angerannt. Hunden, die auf einen zurennen kann man so schwer ansehen ob sie freundlich gesinnt sind oder nicht. Aber diesem merkte man gleich an, daß er/sie spielen wollte: kaum begrüßt buddelte er einen angeschwemmten Kanister aus und fortan hatten wir diesen Kanister zu werfen - vorzugsweise in Windrichtung, weil er einem sonst im Gesicht klebte. Intelligent wie diese Hütehunde sind konnten wir ihm auch ganz schnell beibringen den Kanister (bzw. später die Plastikflasche) nicht nur abzulegen sondern uns in die Hand zu geben. Als wir uns schon fragten, ob er uns jetzt wohl bis zum Hostel begleiten würde bog er plötzlich ab. Offenbar hatten wir seine Reviergrenze erreicht.
    Beim anschließenden Einkaufen mit David und Michael schlug ich vor doch gemeinsam etwas zu kochen. Also gab es Kartoffelpüree und kiloweise Champignons. So gestärkt spazierten wir dann nochmal zur Küste (diesmal zu dritt) und begegneten dem nächsten Hund, der dann dummerweise anfing die Schafe zu hetzen.
    Abends im hauseigenen Pub gab's dann am Kaminfeuer Musik. Jeder spielte, sang oder trommelte was ihm gerade Spaß machte und das Guiness floß in Strömen (zumindest für die meisten). Das war der Moment wo mir klar war, daß Dublin verloren hatte: ich würde eine weitere Nacht bleiben und erst Donnerstag zurück fahren.

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    #13
    - Irland's Berge und das Wetter oder warum man sie doch ernst nehmen sollte -

    Morgens trafen wir Conny und Jens beim Frühstück mit Überlegungen zu einem abgelegenen See in den Bergen zu laufen - da haben wir uns kurzentschlossen angeschlossen, was für die beiden recht praktisch war, da wir so mit dem Auto an das deserted Village fahren konnten und von da aus loslaufen konnten. Jens ist gerade hierher ausgewandert und kennt sich in den umliegenden Bergen gut aus.
    Der Anstieg zu einer Ruine eines Wachturms auf dem Berg war, wie üblich, nass. Das sollte sich im weiteren auch nicht wesentlich ändern, so dass uns oben über dem See stehend doch etwas Bedenken kamen ob wir den sehr steilen Abstieg wagen sollten. Wir entschlossen uns dann es zu versuchen und sobald es einem von uns vieren zu rutschig würde umzudrehen.
    Der See liegt von Bergen umgeben etwas oberhalb des Meeresspiegels und mit diesem unterirdisch verbunden (was mich dazu veranlasste auf dem Abstieg nochmal einen der vielen hangabwärts fließenden Bäche anzuzapfen). Die Barriere zwischen See und Meer ist nur vielleicht 50 oder 100 Meter breit und bröckelt langsam aber sicher weg. Auf dem Rückweg später an der Steinküste unterhalb dieser Barriere entlang sahen wir mehrere Stellen wo das Wasser durch das Gestein drückte - irgendwie doch eine beunruhigende Vorstellung.
    Auf der Barriere laufend sahen wir dann plötzlich im Wasser tatsächlich Seehunde, die uns ganz offenbar neugierig beäugten und im Wasser verfolgten. Da wir außerdem auch einen Rucksack unten am Strand liegen sahen entschlossen wir uns den Rückweg an der Küste entlang zu nehmen um nachzusehen ob da jemand vielleicht Hilfe brauchen würde.
    Entlang des Seeauflusses (durch das Erdreich!) kletterten wir also auf die Fels- und Steinküste herunter und hielten uns sowohl von Seehunden im Wasser als auch von der Steilküste soweit möglich fern. Das konnte jedoch nicht verhindern, daß mich plötzlich unvermutet ein Stein ganz böse anfauchte: es war kein Stein, es war ein Seehund-Junges im noch weißen Fell, das offenbar alles andere als begeistert von meinem Auftauchen war. Ich zog mich ein wenig zurück um es nicht zu sehr zu beunruhigen und Conny und Michael machten mehrere Fotos. Fortan war also auch noch auf weiße Steine zu achten und wir sahen noch zwei weitere Jungtiere zwischen den Felsen liegen.
    Tages- und sonstige Rundwanderungen haben den entschiedenen Nachteil, daß man alles was man herunter gekraxelt ist auch wieder rauf muß. Wobei auch das wieder so ein Fall war, wo bergauf deutlich angenehmer als bergab war. Der Wind legte an Stärke zu und der Himmel wurde dunkler was uns dazu veranlasste ebenfalls ein Schritt zuzulegen - im Nachhinein erwies sich das als sehr klug. Jens berichtete, daß er schon einmal das zweifelhafte Vergnügen hatte jemand mit einem gebrochenen Bein vom Berg herunter zu tragen, was mir auf der Stelle glaubhaft vor Augen geführt wurde als ich unvermutet statt dem erwarteten festen Grasbüschel in ein 20cm tiefes Loch trat (netterweise nur halb mit Wasser gefüllt).
    Wir waren gerade mit dem Auto ins Dorf gefahren um Lebensmittel einzukaufen, da fing es auch schon an zu regnen. Der kurze Abstecher ans Ende von Achill Island zeigte uns, daß es noch viele schöne Ecken zu entdecken gibt, wenn man ein wenig mehr Zeit mitbringt.
    Einem neuerlichen gemeinsamen Abendessen, während dessen Michael sich über meine verdrückten Portionen wunderte, folgte wieder ein gemütlicher Abend im Pub - allerdings deutlich ruhiger, da irgendwann die Nachricht die Runde machte, daß eine Deutsche auf dem Berg Slievemor (671m) festsäße und einige loszogen um vielleicht bei der Suche helfen zu können (oder wenigstens bei der Kommunikation). Ich fürchte, die Frau hat eine sehr unangenehme Nacht verbracht. Der Slievemore fällt zum Wasser hin extrem steil ab und im Dunkeln ohne Orientierung bewegt man sich dann besser nicht mehr. Aber auch am nächsten Tag konnte die Mountain Rescue erst gegen 16Uhr zu ihr vordringen und sie herunterholen. In der Diskussion im Pub über die "unvorsichtigen Touris" zeigte sich, daß wohl gerade bergerfahrene Menschen die "Hügel" gerne unterschätzen und dann in Shorts und Sandalen von den Bergen geholt werden müssen.
    Ich selbst hatte natürlich auch den Slievemore in Augenschein genommen und wäre gerne hoch gelaufen - angesichts dieser Entwicklung war ich froh das Ansinnen auf später verschoben zu haben: wenn das Wetter durch ein stabiles Hoch bestimmt wird, ich Flachlandbewohner ein paar mehr Erfahrungen gesammelt habe und außerdem mehr Zeit habe.
    Die letzte Nacht in Irland im Zelt (wieder alleine) war überaus angenehm: stürmisch, warm und trocken. Besseres Zelt-Wetter gibt es nicht.


    - Daher die Gemüsepreise, hier gibt's ja nichtmal Getreidefelder! -

    Conny wollte auch weiter und wir wollten gemeinsam den Bus Richtung Castlebar nehmen falls Michael sich nicht doch noch entschlösse weiter zu fahren. Als ich zum Frühstück ging war das Wetter so, daß ich annahm, daß Michael noch bleiben würde. Als ich mit dem Frühstück fertig war ärgerte ich mich darüber nicht zuerst das Zelt abgebaut zu haben: es goß mal wieder in Strömen.
    Also habe ich mal wieder Zeltakkrobatik betrieben und das angeblich nicht trocken auf- oder abzubauende Zelt zumindest mit einem trockenen Innenzelt verstaut. Zugegeben, man verrenkt sich dabei ein wenig, aber es geht. Michael wollte angesichts des Wetters dann doch weiter und nahm mich bis Castlebar mit. Da Conny in die selbe Richtung wollte wie Michael sind die beiden vermutlich zusammen noch einige weitere Tage unterwegs gewesen. Unseres Wirtes einziger Kommentar zu Michaels Kampf mit der Eingangstür auf die der Wind stand: "Du musst mal im Dezember wiederkommen, wenn's hier windig ist!"
    In Castlebar erwischte ich dann den Bus, der auch von Achill Island kam und dessen Fahrer sich sehr über meine Begeisterung über seine Insel freute. In Swinford hieß es dann umsteigen, was mich in den Genuß eines erstklassigen Mittagessen brachte. Und dann ging es Stunden über Stunden quer durch Irland nach Dublin - und ich habe auf der ganzen Fahrt sage und schreibe VIER Getreide-Felder gesehen und mir wurde schlagartig klar, warum Gemüse und ähnliches in Irland derart teuer ist.
    In Dublin angekommen fiel ich in das nächstbeste Hostel ein das mir über den Weg lief: Isaac's. Für eine Nacht okay aber länger wollte ich hier nicht bleiben. Da es schon 18 Uhr war, war mein Drang Dublin anzuschauen auch nur mäßig groß und ich beschloß es einfach bleiben zu lassen und mir irgendwann später mal Zeit dafür zu nehmen (oder auch nicht). Ein Treffen mit zwei Deutschen, die auch im Hostel waren brachte mir noch Spaghetti mit Tomatensoße als Abendessen ein und die Erkenntnis, daß man deutlich ungemütlicher unterwegs sein kann als mit 20kg Rucksack. Die zwei hatten sogar eigene Töpfe dabei und waren mit Reisetaschen unterwegs. Praktischerweise war ich müde genug um abends schnell einzuschlafen und mal wieder nichts von dem Lärm um mich herum mitzubekommen.


    - Sightseeingtour über Köln -

    Nachdem ich das Gas dem Hostel zum Weiterschenken überlassen habe und sonstige Lebensmittelreste verteilt habe bin ich recht früh zum Flughafen aufgebrochen. Das Taschenmesser hatte ich ungeschickterweise noch in der Tasche und selbiges natürlich erst gemerkt als der Rucksack schon eingecheckt war. Aber es gibt ja andere Backpacker die nach einem Einchecken und denen man das Messer anvertrauen kann.
    Die Wolkendecke war noch dicker als auf dem Hinflug und da ich direkt über dem Flügel saß war eh nicht so viel zu sehen. Aber daß wir auf dem Anflug auf Köln eine wahre Sightseeingtour vollzogen haben ist auch mir aufgefallen: so ein Rumgekurve, daß ich irgendwann gänzlich die Orientierung verlor und mich auf der falschen, äh, richtigen, na jedenfalls der anderen Rheinseite wähnte.
    Der Mentalitätsunterschied wurde gleich deutlich spürbar, so daß ich drauf und dran war den nächsten Flieger zurück zu nehmen.
    Aber auch in Köln soll's Irish Pubs geben - wenn auch ohne Raucher-Bann.

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    Und hier noch meine Packliste

    #14
    Falls es jemanden interessiert die Packliste und ein paar Kommentare dazu:

    Code:
    Rucksack                Vaude Terkum 65II       knapp aber machbar
                            ca. 3kg, denke ich      ein bisschen zu viel Schnickschnack
                                                    trotzdem zufrieden
    Zelt                    Salewa Micra            schönes, windstabiles, geräumiges Zelt
                            2,2kg                   meins hat einen Riß im Innenzelt am Reißverschluß
    Isomatte                Therm-A-Rest 51x183x2,5 die mit dem gelöcherten Schaum
    Schlafsack              Our Planet Inari        + Seideninlet ausreichend warm
                            1750g                   Komfort -8°C gilt nicht für mich!
    
    Topfset                 Alu, zwei Töpfe eine Pfanne
    Kocher                  Primus EasyFuel         nach anfänglichen Startproblem sehr brauchbar
    Becher, Besteck, Schwamm
    Wassersack              Ortlieb (4l)            passt netterweise auf den Wasserfilter
    Wasserfilter            MSR MiniWorks EX        sehr fix und einfach zu handhaben
    Gas                                             hätte ich beinahe vergessen
    
    Müsliriegel             Dutzende                wunderbare Tagsüber-Ernährung
    Müsli                   750g                    war zu wenig, musste ich nachkaufen
    Ovomaltine              500g                    ein bissel viel, kommt aber in Zukunft immer mit
    2-min-Reis              500g                    Luxus aber sehr lecker
    Asiat. Nudeln           500g                    praktisch, weil schnell
    Kartoffelpüree          200g                    mit Milch
    Käse                    350g                    viel zu viel, aber alter Gouda ist ideal, hält ewig
    Teebeutel                                       Tee nach Irland mitzunehmen... nun ja
    Trockenfrüchte/Nüsse				
    Tomatenmark                                     flog gleich wieder raus, weil's undicht war
    Kuskus                   500g                   genialer Tip! Passt immer und zu allem
    Hirse                    500g                   ähnlich wie Kuskus, nicht ganz so schnell
    Gewürze                                         überflüssig
    Gemüsebrühwürfel                                viel praktischer
    getrocknete Zwiebelwürfel                       gut zur Stichbehandlung, sonst überflüssig
    
    Blasenpflaster, Pflaster,                       Betaisodona wär noch gut gewesen, und Sonnencreme...
    Calendula, elastische Binde
    Waschzeug
    Handtuch                                        Microfleece, sehr praktisch
    
    zweite Hose                                     an Stelle einer Regenhose (wobei die auch gut gewesen wäre)
    (leichte Schuhe)                                sind aus Gewichts- und Kostengründen zuhause geblieben
    Socken                                          die einen waren besser als die anderen
    Wollpullover                                    ja, Wolle und ich war froh drum!
    Fleecejacke                                     gut gegen Wind aber nur mit der Wolle drunter warm genug
    Regenjacke               Tatonka                 begleitet mich seit Jahr und Tag ständig
    Wäsche
    T-Shirt                                         nur eins, zwei wären besser gewesen
    dünnes Langarm-Shirt                                   recht nützlich
    
    Taschenmesser
    Schnur                                          immer zu gebrauchen
    Feuerzeug                                       vergessen einzukaufen, dann eben Streichhölzer
    Handy                                           *seufz* Ja tatsächlich
    Papierkram + Geld
    Wanderstöcke            Leki Makalu             nie wieder ohne (leider geliehen)
    Lampe                   Petzl Zipka Plus        rettete mich vor dem Überfahren-werden
    Buch + Stift
    Flickzeug Isomatte
    Schuhfett                                       zugekauft
    
    Wanderschuhe            Meindl                  Modell weiß ich nicht mehr, halbhoch

  15. Gerne im Forum
    Avatar von Elch
    Dabei seit
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    bei Würzburg
    Beiträge
    83

    #15
    Hallo Melanie,

    besten Dank für Deinen schönen und interessanten Bericht.

    Elch

  16. #16
    Super Bericht! Ich will nächstes Jahr wahrscheinlich auch nach Irland, da kamen mir einige Sachen sehr gelegen...
    Merci!
    Anabelle
    It\'s better to remain silent and be thought a fool than to speak out and remove all doubts.
    Thomas Jefferson

  17. Erfahren
    Avatar von swift
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    Beiträge
    272

    #17
    War auch dieses jahr mal wieder in Irland. In der Gegend "Burren" ( WestIrland Galwaybay) ists aber nicht mehr so schön. Alles zugebaut, die haben die ganze Landschaft mit Häusern zugebaut. War schon mal schöner in Irland.

  18. Fuchs
    Avatar von Shirkan
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    1.053

    #18
    das mit den neuen Häusern nervt ja echt.

    OK, ich war in Touri-Kerry, aber wenn man an jeder Ecke Bauarbeiten an neuen Häusern und fertige Häusern mit Telefonnummern von Immobilienmaklern sieht, ist das nicht mehr schön

    Eine Finnin, die ich dort unterwegs traf und die dort seit mehreren Jahren lebt, meinte, dass die Iren heute anscheinend nur noch vom Häuserverkauf leben.

    Wie kann man nur???
    mfg
    Sebastian

    --
    Liebe das Leben. Lebe die Liebe.

  19. #19
    "..Eine Finnin, die ich dort unterwegs traf und die dort seit mehreren Jahren lebt, meinte, dass die Iren heute anscheinend nur noch vom Häuserverkauf leben. ..."

    Nicht unbedingt 'leben', dieser Bauboom (Aufblasen einer Hypotheken-Blase) wurde durch billiges Geld verursacht.

    Dürfte einigen vielleicht in Bälde ein böses Erwachen bereiten.

    Toller Bericht über Irland...

  20. #20
    War im August 2004 in Irland. Genauer bei Galway. Habe viele Ausflüge in die "Burren", Cliffs of Moher und Connemara gemacht. Das überall gebaut wird, kann ich nur bestätigen. Zum Teil mit Fördergelder der EU!
    Ich finde aber die Häuser haben noch etwas gemütliches, und nicht wie hier in Deutschland schuhschachtelähnliches Aussehen.
    Was mir an Irland überhaupt nicht gefallen hat, sind die vielen Wanderwege auf Asphaltstraßen. Ich weiß nicht ob es nur in dieser Gegend so schlimm ist, aber auf jeden Fall gab es einfach keine Wanderwege, die abseits der Straßen liefen. Auch Küstenwanderwege wie man sie in Fishguard zB findet gab es nicht. Ich wollte darauf hin querbeet mich durchschlagen, womit ich in Norwegen immer Erfolg habe. War hier so gut wie nicht möglich. Grund waren hunderte von Mauern und Zäunen. Außerdem scheint Irland noch feuchter zu sein wie Norwegen. Auf jeden Fall überall Moore. Als mir ein anderer Wanderer entgegenkam, der vom Schuh bis zur Brust im Schlamm steckte (war ebenfalls querbeet gelaufen, und dann eingesunken), reichte es mir entgültig.

    Bin darauf hin wieder nach Fishguard(GB) gefahren, und habe dort noch eine Woche lang schöne Wanderungen unternommen.

    Fazit: Irland ist ein landschaftlich wunderschönes Land, und dennoch fühlte ich mich irgendwie eingesperrt. Wie oben schon gesagt betrifft es die Gegend von Galway. Kann sein das ich einfach am falschen Ort war.

    Gruß Markus
    Das Leben ist wie ein Buch, und wer nicht reist, liest nur ein wenig davon!

    Aktueller Reiseblog: www.landschaftsfotografie-mohr.de

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