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    AW: [UA/RO] Bordertrekking II Rumänischer Teil

    #21
    Mitreisende: Abt
    Zitat Zitat von volx-wolf Beitrag anzeigen
    OT: Tja, die hat er leider immer nach einer gewissen Zeit gelöscht.
    OT: ...das habe ich mir schon gedacht. Finde es nur Schade...erhöht natürlich für den Leser den Druck, die aktuellen Sachen schnell zu erfassen... Nach dem Motto - willst Du gelten, mach dich selten... oder gibt es andere Gründe für die Löschung?

  2. Alter Hase
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    AW: [UA/RO] Bordertrekking II Rumänischer Teil

    #22
    Rückfahrt Kosice, Slovakei
    Ich schwelge dort am Bahnhof zwischen Sandwitsch, Bier und nehme den InDeroder€uroSiddi, ist mir alles schnuppe wie man diesen Zug nennen mag der dann mit einer Stunde-und-Verspätung in Prag eintrifft. Inzwischen hat sich draußen ein Wetterumschwung bemerkbar gemacht. Die angekündigte Regenfront ist da.


    Jedenfalls ist eine Weiterfahrt nach Dresden nicht mehr in Sichtweite. Das Geflackere und die Kaugummiversion des Englischen gehen mir wieder auf den Nerv. Die Verbindung nach Usti und weiter nach Decin schaffe ich in allerletzter Minute noch. Vor Usti bleibt der Zug dann wegen irgeneines Defektes plötzlich stehen, ich denke , jetzt fällt der Groschen.. aber eine Schaffnerin zückt das Handi, der Anschlusszug nach Decin wartet. Ich haste über den Bahnsteig, springe hinein und los geht es.
    In Decin- der Touristenzug nach Dresden ist erst schonmal g.w. wie ganz weg. Aber der nach Dolni Zleb geht 22.40 Uhr. Und den nehme ich. In der Konzum- Kneipe in Dolni Zleb brennt dann dort noch Licht und es dröhnen Stimmen heraus, also die rechte Zeit auf ein Bier um die Wartezeit bis früh in Schöna etwas zu versüßen nehme ich auch noch paar Rum'smit hinein. Der Wirt und sein Bruder wetteifern im Gitarrensaitenspannen und Spielversuchen. Aber sie bringen immerhin ein...zwei Lieder zusammen und es erfolgt ein orkanartiger Beifall, schließlich wollen die aber auch mal dicht machen und ich trolle mich. In Richtung Hotel.
    Da hat man aber gar nicht mehr die Absicht noch solche Trunkenbolde wie mich aufzunehmen, und so suche ich die nächste private Gastlichkeit dort auf. Die ist in einem Kellergewölbe wo Folk-Rock gespielt wird.Also wieder Handmaking mit Gitarre und Gesang. Die Kellner sind wie Vampirfledermäuse gekleidet und umschwirren die angeleerten Gläser der Gäste um sofort nachzufüllen. Nur die Preise, die Preise sind alles andere als volkstümlich. Wenn das Bier über drei Euro kostet schmeckt es mir nicht mehr so recht. Und so packe ich bald mein Bündel. Die Rum's wirken und ich habe die erforderliche Bettschwere. Es regnet unterwegs. Mit leichten Gleichgewichtsstörungen wanke ich über die letzte Grenze irgendwann gegen zweie in der Nacht.
    Ich übersehe dann noch das Auto eines Wanderkumpels, das da unter einem der Überführungsbögen der Eisenbahn steht.
    In Schöna ist die Bank überdacht, auf die ich mich dann ausbreite. Zwischendurch treibt mich die Kälte paar mal hoch. Der Schlafsack ist ganz unten im Rucksack, den will ich für die zwei-drei Stunden nicht erst rauskramen und so friere ich eben etwas bis früh.Dann wache ich auf, als der Zug schon dasteht - ich habe nur eine 50,-€ Note aus der Kneipe gerettet. Und einen Fahrabschnitt. Wenigstens den entwerte ich. Die 50,-€-Note nimmt der Automat einfach nicht. Ach du lieber Himmel. Dann kommt der Schaffner, ich melde mich, werde etwa zehn Minuten lang belehrt und zugetextet… dass der Automat kein Geldwechseautomat sei und ich ja zu Ihm hätte sofort kommen müssen...und und und. Er wechselt mir dann den Fünfzig€uroSchein , zieht mir den reellen Fahrpreis ab, versucht seinem Handgerät eine Fahrkarte zu entlocken...verzieht sich kleinlaut. Am Papier schien's nicht zu liegen,denn das war alle... und lässt mich ohne Fahrschein fahren. Ich habe mich auf dem Nachhauseweg halb kaputt gelacht. So ein Schlitzohr, und das in Deutschland! Aber was ist dieses eine blöde Erlebnis gegen all die wunderbaren Erfahrungen, die ich unterwegs erleben durfte?
    Geändert von Abt (03.10.2018 um 17:05 Uhr)

  3. Alter Hase
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    AW: [UA/RO] Bordertrekking II Rumänischer Teil

    #23
    Einige Zeit ist seit meiner Rückkehr vergangen, als ich die ersten Zeilen zu dieser Geschichte niederschrieb. Bei der Hin-und Rückfahrt empfehle ich die An-und-Abreise mit der internationalen Buslinie von Prag - Rachiv, die mehrmals in der Woche existiert. Die Variante mit dem Zug, die ich gewählt habe, ist doch etwas umständlich und kommt letztendlich teurer. Die Geschichte soll vielleicht andere zu ähnlichen Reisen inspirieren.
    Die HauptWanderwege im Swidowetz und im Cernahora-Gebirge sind erstklassisch markiert. Stand 2011.
    Der Grenzübergang bei Uzgorod ->Slovakei ist für Fußgänger nicht passierbar. (Eigene Erfahrung)
    In Prag mittags oder abends starten, preiswert reisen um am nächsten Tag vor Ort in den Wald-Karpaten zu sein. Ohne Firlefanz und viele Mäuseklicks erfahrt ihr das hier, wie das geht. Erforderlich für die Einreise in die Ukraine ist lediglich ein noch sechsmonate gültiger Reisepass.
    Transport mit Regabus von Prag-Florenz bis Rahiv(UA) kostet etwa 50,- pro Fahrt. Die Möglichkeit in Solotvino auszusteigen besteht, um da über die Theiß nach Rumänien rüber zu gehen,-man kommt in Sighet Marmati an.
    www.regabus.cz/ru/route

    (Die hier früher eingestellten Links waren unbrauchbar und wurden von mir entfernt)

    Karten der ukrainischen Waldkarpaten
    könnt ihr auch hier bei http://www.polenkarten.de/ukraine/ka...ion/index.html bestellen.

    Oder auch hier:
    http://www.rewasz.com.pl/php/strony/...ielczoscY=1024

    Aus tschechischen Verlagen:
    http://translate.google.de/translate...80%26bih%3D863
    Bitte mal da zu den Karten klicken und nachsehen ---> ISBN: 978-80-86774-50-3

    Euch einen schönen Trekking&AbenteuerUrlaub in diesem Gebiet.

    Also, bis denne, unterwegs,- oder wo auch immer.
    Geändert von Abt (24.05.2016 um 22:55 Uhr)

  4. Fuchs

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    AW: [UA/RO] Bordertrekking II Rumänischer Teil

    #24
    Sehr interessanter Bericht und tolle Reiseregion. Danke.

    Grüsse,
    Peter
    "A man who is a man goes on till he can do no more and then goes twice as far."

    Norwegian saying

  5. Erfahren

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    AW: [UA/RO] Bordertrekking II Rumänischer Teil

    #25
    ein super Bericht! Es hat Freude gemacht ihn zu lesen und deine tollen Erlebnisse zu hören
    Die Bilder von der Landschaft, den Menschen und den alten Häusern gefallen mir total!
    Liebe Grüße, Max

  6. Dauerbesucher

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    AW: [UA/RO] Bordertrekking II Rumänischer Teil

    #26
    Mit welchen Verkehrsunternehmen bist du denn nun genau nach Ust-Tschorna gekommen, die Bahnleine existiert wohl seit 1998 nicht mehr, falls sie laut Wiki überhaupt mal regelmäßig bestanden hat.
    Ich suche eine Verbindung ab Deutschland aus auch ohne Auto, hab aber bisher nur die nächsten Flughäfen oder größeren Bahnhöfe auskundschaften können
    und eine Anfahrt 30h mit der Bahn wollte ich vermeiden, auch wenn es sicherlich sehr interessant ist.
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  7. Alter Hase
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    AW: [UA/RO] Bordertrekking II Rumänischer Teil

    #27
    Zitat Zitat von Killer Beitrag anzeigen
    Mit welchen Verkehrsunternehmen bist du denn nun genau nach Ust-Tschorna gekommen, die Bahnleine existiert wohl seit 1998 nicht mehr, falls sie laut Wiki überhaupt mal regelmäßig bestanden hat.
    Ich suche eine Verbindung ab Deutschland aus auch ohne Auto, hab aber bisher nur die nächsten Flughäfen oder größeren Bahnhöfe auskundschaften können
    und eine Anfahrt 30h mit der Bahn wollte ich vermeiden, auch wenn es sicherlich sehr interessant ist.
    Die Bahn befindet sich in keinem guten Zustand, und ich habe dieses Fahren mal für miese Tage aufgespart. Vom Norden kommt man über Jasinia bis Rachiv. Die Fahrzeit habe ich bisher nicht recherchiert.
    Kurzum, innerhalb des Landes bin ich meist getrampt. Jung und alt stehen an der Piste. Die Bahnlinien entlang der Theiß, das ist der Grenzfluss, von der rumänischen Grenze nach Rachiv wird nicht mehr betrieben.
    Ist auch teilweise weggespült, genauso wie die Abzweige von Tatchiv nach Ust-Chorna (dem früheren Königsfeld)
    Irgend ein Bus fährt auch ab dem Abzweig Tatchiv zweimal am Tage, aber das ist meist verplemperte Zeit.
    Von oben aus Ust-Chorna kommend, würde sich empfehlen, einen der Holztransporter in der Kneipe neben dem Sportplatz anzusprechen. Hinter der Kneipe befindet sich auch eine Pension.
    Alle Ortsschilder sind zweischriftig auch für uns lesbar, man ist auf Europa orientiert. Die Markierungen sowohl im Swidowetz als auch im Cherna Hora sind super und gehen auf tschechisches Vorbild zurück.
    Die Verkehrsverbindungen mit Bus habe ich am Ende des Textes noch mal als Link beigefügt.
    Karten gibt es vor Ort, ansonsten auch bei Mapfox oder Mountainmaps, (Gorgany/Svidowetz und East-Carpati 1:50 000) Die Straße sind allgemein im räudigen Zustand, nehmt das als Teil des Abenteuers an)
    Geändert von Abt (04.12.2013 um 08:18 Uhr)

  8. Alter Hase

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    AW: [UA/RO] Bordertrekking II Rumänischer Teil

    #28
    Bahnfahren in der Ukraine ist schon ein bißchen Hardcore. Aber machbar und sehr preiswert. Die Busverbindungen sind teurer. In kleinere Orte fährt man Marschrutka. Irgendwas geht immer.

  9. Dauerbesucher

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    AW: [UA/RO] Bordertrekking II Rumänischer Teil

    #29
    hmm also trampen hätte ich jetzt keine Probleme bloß die Verständigung macht mir sorgen und das nichts Fahrplanmäßig fährt.
    Gibt es denn eine Busverbindung nach Ust-Tshorna oder in die Nähe, wenn ja welche?
    Tatchiv oder den Link zu den Busanbindungen finde ich nicht.
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  10. Alter Hase
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    AW: [UA/RO] Bordertrekking II Rumänischer Teil

    #30
    Ich grabe mal in den Tiefen meines Fotoarchives und setze es an diese Stelle hier.
    Aber glaube mir, von Prag bis Rachiv mit Bus (durchgehend) da gibt es kein Problem.
    In Rachiv pennst du in der abgebildeten Unterkunft und früh gehst du los, gehst zwei km in Richtung am jiddischen Friedhof vorbei. dann bergan. Alles ist super gekennzeichnet auch mit Wintermarkierungen, blaues Band. von Rachiv aus den Fahrweg nach oben, bis die letzten Hütten zurückbleiben und du den Fernsehsender erreichst. Leicher Abstieg des Weges zur Turbasa. (Am örtlichen Fernsehsender vorbei der rechts seitig liegen bleibt). Bis zur Turbasa Perelisok sind es ca 18 km
    Dann auf dem breitem flachem Kamm weiter. Hier sind mal 5 km nicht gekennzeichnet, aber immer der Fahrspur nach. Dann geht es zuletzt als Steilanstieg über die Blisnitza (1880m). Abstieg nach Dragobat (U Stefana) 2011 war da ein unfertiger Touristenkomplex wo es auch Hotels gibt. Aber du kannst dort auch überall zelten.
    Von Dragobat sind es noch ca 36 km bist Ust-Chorna. Der Weg ist mit Stangen erstklassig wintertauglich gekennzeichnet. je nach den Winterwegverhältnissen. Wäre auch ein Pulka-Tip. Auf diesen 36 km gibt es keine Unterkunft!
    In Ust Chorna kommst du unten direkt an der Bar heraus, wo es neben der erwähnten Bar drei anderen Übernachtungsstellen gibt. Das ist alles überschaubar, die Preise sind volkstümlich, Stand Okt. 2011.
    Ich habe nun hier alles noch mal in die richtige Reihenfolge von Rachiv kommend geschrieben.
    Wenn du noch Zeit hast, gehst du noch weiter von Rachiv aus über den Poilana Krasna 36km nach Kolochawa, das ist die Hauptstadt der Huzulen (Uzulen). Auch da gibt es jede Menge Übernachtungsmöglichkeiten - Fahrpläne wälze ich aber erst morgen!


    Gruß

    http://railway.lviv.ua/fileadmin/med...xema-4-150.jpg
    Geändert von Abt (16.12.2013 um 12:54 Uhr)

  11. Dauerbesucher

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    AW: [UA/RO] Bordertrekking II Rumänischer Teil

    #31
    Klasse vielen Dank! http://www.regabus.cz/ fährt wohl bis nach Rachiv.
    Das würde mir schon langen zelten und wandern wollte ich ja eh.
    Hier habe ich noch eine Interessante PDF Datei zu dem Gebiet gefunden, da MUSS ich einfach hin!
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  12. Alter Hase
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    AW: [UA/RO] Bordertrekking II Rumänischer Teil

    #32
    Habe leider keine Info mehr fotodokumentiert gefunden, aber die Abfahrt von UstChorna nach Tiachiv war am Morgen etwa sieben Uhr mit dem Schulbus.
    Gruß Abt

    Habe gerad mal wieder festgestellt, dass mehrere Abfahrts-Links nicht funktionieren zwecks Anreise aus Prag
    Hier noch einmal ein aktueller (Stand März 2016)
    https://translate.google.de/translat...ru&prev=search

    Ukraine-Krim-Konflikt Russland.
    Die Zeit eilt voran und andere Themen sind brisant und aktuell.
    Wichtig, um etwas ausgewogen zu beurteilen sind dabei interne Kenntnisse der Geschichte eines Gebietes und der jeweils beteiligten Konfliktparteien der Länder. Einen Artikel dazu fand ich hier.
    https://www.welt.de/geschichte/artic...r-Ukraine.html
    Geändert von Abt (22.05.2018 um 10:23 Uhr)

  13. Dauerbesucher

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    AW: [UA/RO] Bordertrekking II Rumänischer Teil

    #33
    Na ich werde einfach mal vor Ort schauen wenn ich da bin, das langt schon. Vielen Dank für die Anhaltspunkte!

    Ach und hier noch der Link zu der PDF Datei (eigentlich aber nur viel Text um nichts, könnte eher irgendwelche Geologen interessieren)
    http://www.wsl.ch/dienstleistungen/p...n/pdf/5586.pdf
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  14. Dauerbesucher

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    AW: [UA/RO] Bordertrekking II Rumänischer Teil

    #34
    Vielen Dank nochmal für die Links zu den Wanderkarten! Mapfox hat einen echt guten Service!!! Im Gegensatz zu unserem hiesigen „extra Landkarten Geschäft“ dort meinten sie, es ist unmöglich Topo-Karten von einem derartigen Gebiet zu bekommen und ich soll die suche gleich aufgeben. So etwas hör ich viel zu oft…
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  15. Alter Hase
    Avatar von Abt
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    AW: [UA/RO] Bordertrekking II Rumänischer Teil

    #35
    2012, ich maloche unsinnigerweise in einer Firma für Wasser- und Heizkostenerfassung bis spät in den September hinein anstatt längst unterwegs zu sein. So ist das wenn man nach jedem Euro greifen muss.
    Einen wesentlichen Kostenfaktor meines jämmerlichen Urlaubbudgets nehmen die Fahrkosten ein, und so bin ich auf der Suche nach günstig erscheinenden Anreisemöglichkeiten in die Ukraine.
    Diesmal wollte ich die im Vorjahr entdeckte Busverbindung von Prag nach Rachiv, das liegt in der Ukraine nutzen, wo es mich schon immer hinzieht. Ich will dann meinen Weg vom Vorjahr fortsetzen, vom Oktober 2011. Erst Anfahrt in die Ukraine, dann über die Brücke der Theiß bei Sighet. Ein freundlicher Taxifahrer aus Sighetu Marmartie sammelt mich schon zwei Kilometer vor der Brücke nach Sighet ein und nimmt mich mit vom nördlichen Flussufer der Theiß aus der Ukraine hinüber auf das südliche, Ufer, was schon in Rumänien liegt . Er hat extra zwei Griven bereitgelegt und führt mir vor, wie er das wohlwollen der Ukrainischen Zollbeamten absegnet.
    Bei den rumänischen Staatsangestellten versucht er das nicht, da habe es gerad mal wieder wegen der eingeschliffenen Unbestechlichkeit nen
    Personaltausch gegeben.


    So erwische ich in Sigheth Marmatie mit seiner Hilfe gerade noch den Bus, der abfahrbereit da steht und mich etwa dreihundert Kilometer weiter in die Bukowina bringt. An dem Sonntag ist er abenteuerlich überfüllt, so dass auch Stehplätze rar werden, wo man auf zwei Füßen den Boden berührt und nicht bei Ömi in der Tasche steht . Ein Mann verzichtet auf seinen Sitzplatz zu meinen Gunsten. Vier Stunden Fahrt auf einem Bein durch eine Bilderbuchlandschaft kann ich gegen einen Sitzplatz eintauschen. Danke. Von einem zu gestiegenem Zigeunerkind geht ein geradezu aggressiver Gestank nach Knoblauch aus, Es schläft. Schließlich kotzt es. Alles stinkt, Der Bus leer sich. die Mutter ist sehr bemüht, alles schnell aufzuwischen, bevor es Ärger gibt. Eigentlich hatte ich ja vor, weiter zu fahren. um diesmal von Kloster Putna aus loszugehen, nach Süden. Der Bus ist unbenutzbar und ich fasse Plan B, steige in Gura Homorului aus. Ende September wird es hier etwas früher dunkel und die Weiterfahrt hätte jetzt in dem Fall noch den halben nächsten Tag gekostet.
    Das Wetter ist wolkenverhangen und ungemütlich, ich suche einen Geldautomaten sortiere mein Gepäck und laufe zunächst unten am Bach bis zum Kloster, oder besser dem, was davon noch steht. Das ist die Klosterkirche Gura Homorului. Geselle mich in einem Kneipchen an den einen Tisch zu den anderen, die da schon sitzen. September dämmert es nicht all zu spät und ich suche mir ein Quartier in einem Bauernstübchen Ich handle etwas den Preis herunter da nicht geheizt werden kann. Nachts regnet es leicht und es ist kalt.
    Der nächste Tag ist genauso nieselpriemig, ich wandere nach Poiana Micului, Buchenhain, einem historisch von polnischen Ansiedlern geprägtem Ort. Nach einer genauen Karte zu fragen, die es angeblich hier geben soll, dazu komme ich nicht, denn ein Auto hält von selbst und nimmt mich bis zu Ortsausgang mit.

    Ein handgemaltes Wanderschild trägt nicht gerad zur Wegerklärung bei.
    Ich gehe den vermeintlich neuen und gut markierten Wanderweg nach und werde nach einem reichlichem Kilometer von den Markierungen oben auf dem Kamm im Stich gelassen.Erst wechselt er plötzlich die Farbe, dann… Es ist nun das reinste Glücksspiel, mal tauchen die Wegzeichen an Stellen auf, wo ich sie nicht vermute, meist sind sie ganz weg. Ich gestehe mir ein, dass ich mich trotz Karte total verlaufen hab. Nachmittags komme ich an einem neuem Waldweg raus, der auf meiner Karte natürlich nicht eingezeichnet ist, es dunkelt und der Himmel sieht auch nicht aus wie ein Arsch voller Geigen. Sonnenschein ade. Das Wegzeichen taucht noch mal kurz auf, ich hab die Schnauze voll und gehe ab hier einer neueren Forststraße nach, die ja irgendwann auch irgend wo herauskommen müsste. Ich laufe so die nächsten vier Kilometer, nochmal die nächsten vier…es wird dunkel, und es gibt nirgendwo ein bewohntes Haus, keine geeignete trockene Wiese. Es ist stockdunkel. Nach zehn oder zwölf Kilometern sehe ich endlich das erste beleuchtete Haus. Ich bin in Crit herausgekommen, wo ich nie und nimmer hin wollte. Ich muss irgendwo übernachten, denn mein mitgeführtes Chinazelt ist eine Attrappe, die nicht regendicht ist. Auch wenn ich schon schöne Touren damit gemacht habe.
    Die Hausbewohner sind hilfsbereit, der Mann fährt mich zehn Kilometer durch die Nacht bis zum Ort Suchevitza zu einer Pension wo ich bleibe und duschen kann….Da gehen die zwanzig Euro voll in Ordnung. Ich lasse am nächsten Morgen Zeit und mein Gepäck im Haus und mache mich erst mal nur mit Foto auf den Weg zum Kloster.
    Nachmittags laufe ich paar Kilometer durch den Ort , dann nimmt mich ein Dacia mit, mit dessen Fahrer ich mich gut in Russisch unterhalten kann.






    2015
    Den Rucksack hatte ich gepackt, auf Kocher und Topf diesmal verzichtet, um auf ein tragbares Packmaß und Gewicht zu kommen.
    Erst konnte ich nicht so recht entscheiden, wohin diesmal, dann wollte ich flexibel sein. Etwas bequemer bin ich mittlerweile auch geworden und das bestimmt auch etwas den Charakter der Tour,- wollte endlich auf der Route von 2011 weitergehen, durch die Bukowina zu Fuß. So wie es immer schon mein Traum war...

    Zwei Zugübernachtungen hatte ich hinter mir, als ich endlich früh in Suceava völlig übermüdet aus dem Zug steige und dem Menschenstrom folge, der in die Busse vor dem Gara Nord zwängeln. Der Bahnbahnhof befindet sich seit altersher etwa 3km vor der Großstadt. So geht es zunächst darum, vom Bahnhof in die drei Kilometer entfernte Innenstadt mit der richtigen Buslinie zu kommen und in einen der Busse zu zwängen. Während der Bahnhof im Tal liegt, liegt die Bushaltestelle auf dem Berg in der Stadtmitte. Nichts geht hier ohne Fragen, denn so klein ist Suceava gerade auch nicht. Und so gibt es denn auch den Nebenbusbahnhof mit der Linie nach Radauti. Und in Radauti, kein Mensch ist hier auf dem Busbahnhof, gibt es wieder noch zwei andere Busbahnhöfe, von wo nur ganz spezielle Busse in Richtung Putna abfahren. Und der Mensch, der nicht fragen kann, steht dann dumm da. Aber...

    Endlich eine freundliche Einladung zum Kaffee vom Chef und auch deutsch wird verstanden, den Rest ersetzt mein rumänisch.
    Den Rucksack lasse ich erst mal dal in der Ecke stehen, und machte mich auf die Suche nach der alten Eisenbahnstrecke die einst nach Gura Putnei führte. Mit der ich früher nie gefahren bin, als da noch Züge fuhren. Aber die war schon vor 1992 eingestellt worden und gibt es heute nicht mehr.

    Ein Liebhaberstück-an den Signalen nagt der Rost
    Aber! Es geschehen wohl noch Wunder!https://translate.google.de/translat...a/&prev=search


    Das ist eine sehr alte Strecke, die hier entlang führte und heute in Nisipitsu endet.


    Ich soll im Bus vorne Platz nehmen, neben dem Fahrer. Der Fahrer erinnerte sich noch an seinen Fahrgast von 2011! Mich!





    Putna, so hieß der Umkehrpunkt Anfang Oktober 2011.
    Irgendwo da, wo Rumänien im Norden an die Ukraine grenzt. 2011 - das war das Jahr, mit dem unendlich anhaltend scheinendem Schönwetterhoch. Drei Jahre hatte ich nun schon versucht , an diese Wanderung anzuknüpfen, diese fortzusetzen, 2012 hatte mich ein Regenguss nach dem anderen bald wieder verjagt, 2013 war ich mit dem Orangemaler als Ghide in Siebenbürgen unterwegs.

    2015 war es soweit. Es konnte weitergehen


    Kloster Putna, da wo sich meine Wege von einst verlieren, vielleich mit denen Stefan cel Mares kreuzten, dem legendären Fürsten der Moldau. So wird er zumindest heute dargestestellt. Der Bau mit seiner unbemalten Außenfassade macht einen schlichten aber gediegenen Eindruck auf mich. Es ist Sonntag, ich nehme mir Zeit für einen Besuch einer der Gastlichkeiten, wo sich die Dorfgeneration von gestern und heute treffen. Bald sind wir im Gespräch über das heute und das gestern.

    Ich suche die Kreuzung, an der dieser Weg mit blauem Kreuz abgeht. 5-6 stunden stehen für 18 km nach Kloster Sucevita an.
    All die schönen Holzzäune meiner Wanderung mit meinem alten Wanderkumpel Gunther sind nicht mehr da, die damals, 1980 auf uns Eindruck machten und die Besitztümer abgrenzten. Heute sieht man geschmacklose Metallstreckkonstruktionen aus Baumärkten, wer sich das leisten kann hat diese noch mit chinesischen Zementlöwen verziert. Wenn schon teuer, dann wenigstens geschmacklos.
    Die Häuser sind soweit ordentlich geputzt, einige wenige noch mit dem hübschen bunten Holzprofilen verkleidet, die damals die Gegend so schmuck machten.

    Ich wollte nochmal den Weg gehen und erkunden, ob dieser ausgebaut ist und etwas weiter im Wald über den Kamm führt. ob der nun auch als Radweg machbar ist und empfohlen werden kann. Aber der Asphalt hört bald hinter dem letzten Haus auf und geht in einen Waldweg über, der am Bach im Tal entlangführt.Der Bach hat immer wieder Gipsführende Tonschichten angeschnitten, die ihn eine natürliche Trübung geben.
    Das blaue Kreuz ist unübersehbar und führt die ganze Strecke sicher auch als der Weg schließlich in den Wald abzweigt und am Berg ansteigt. Überall sind die Wanderwege als Quadwege kekennzeichnet. Vorher zelte ich auf einer kleinen Anhöhe in kaum fünfzig Meter Entfernung vom Weg, aber unsichtbar für andere auf der kleinen Anhöhe.



    Am nächsten Morgen bin ich halb neun bin ich startklar und beginne mit dem Aufstieg durch den Wald, ohne dass ich nach der Markierung suchen muss. Indes der mit blauem Kreuz markierte Weg ist hier nicht für gepackte Räder machbar, da er in einen steilen Anstieg übergeht. Auch im Winter ist das zu Fuss zu bewältigen. So hoch war der Pass nicht. Der Abstieg war auch nicht so sonderlich schwer. Und irgendwann tauchten auf der anderen Talseite dann schon die ersten Hausdächer von Sucevita auf. Zunächst verfallene Hütten und ein abseits gelegener Touristenkomplex im Seitental. Verschwunden waren all die schönen Holzhäuser von ehemals.

    Halt, da steht noch eins




    Alte Leute auf ihrer Bank


    Erst nach einigem Suchen werde ich noch findig. Ein typisches Haus von früher


    Wiesenwachtelweizen


    Am Kloster Suchevitza werden ganze Busladungen von Touristen angekarrt und ausgekippt, Klosterführung.Versorgung, einsteigen,-und weiter. Nächstes Kloster... all das brauch ich nicht.Und genieße meine Zeit.



    Stationen meines Weges durch die Bukowina:


    Kammweg zwischen Suchevitza und Moldovita





    Wanderweg Kloster Sucevitza-Kloster Moldovitza (Markierung abschnittsweise Rotes Band)
    Direkt am Ciumirna-Pass komme ich heraus


    Dorfszene in Moldovitza,


    Das Wegeschild in Moldovita deutet auf einen alten Wanderweg direkt zum Kloster Puntne hin. 11 Weg-Stunden klingt schon impossant

    Zwischen Moldovitza, der Cabana der Trei Movile(Drei Hügel)mund dem Ort Sadova:



    Curmatura Boului 1040m Obcina Ferredului
    Die frühere Cabana Trei Movile an dieser Stelle war abgebrannt und eingestürtzt



    Nach dem Pass Trei Movile in Sadova


    Wegen der vielen Regentage mit intensiven Niederschlagsmengen wird das Gras auf diese Reiter zum besseren trocknen gelegt.





    Touristen-Bahn Mocanitza Bukovina

    Die nostalgische, wieder ins Leben gerufene Eisenbahnlinie Mocanitza der CFF Caile Ferate Forestiere fährt heute für Touristen die 8 km zwischen Moldovtza (oberhalb)und Vatra Moldovitzei(unterhalb) hin und her im Tal der Moldovitza.


    Laut Information wurden die Lokomotiven immer mal da und mal dort eingestzt, bevor sie nun entgültig hierher kamen.

    Auf der kurzen Strecke gab es laufend Haltepunkte und am Ende der Strecke war natürlich ein kleiner Service mit lokalen Köstlichkeiten aufgebaut. Man hat dem Sinn für das Nostalgische erfasst und versucht dies nun in klingende Münze zu verwandeln.Die Nebenkosten sind auch nicht ganz von Pappe. Na ja. Die früheren Fahrten mit der Vasertal-Bahn in Betrieb waren nicht so sauber, und mit 5-6Stunden zu lang.
    Obwohl die Fahrt an sich relativ langweilig für mich ist, lerne ich einen anderen Reisenden aus Iasi kennen, der zu einer Ausflugstour hierher gekommen ist kennen, der sich als sehr nett und hilfsbereit erweist. Nach der Eisenbahnfahrt fragt er mich, ob ich noch wo hin will. Und wir fahren noch einmal dahin und dorthin, wo ich bisher einfach kein Wetterglück hatte. An dem Sonntag ist Traumwetter, wir fahren mit seinem Auto hinauf zum Ciumirna-Pass, machen unterhalb Halt am alten Steinbruch, wo die Steinmetze Steine für Grabsteine brechen, dann zu Bohului und den Trei Movile (Hügeln), wo einige der schönen Bilder oben nachhinein entstanden. Es ist kein Wanderwegesystem vorhanden, und auf Asphalt läuft es sich nicht so gut. Ich sage danke Dragos und hoffe, das er irgendwann diesen Beitrag lesen kann. Zum Schluss lade ich ihn wenigstens noch zum Caffee ein, denn Geld hat er nicht genommen. Nur aus Freude, er kennt sich genauso gut oder schlecht hier um Moldovita aus. Die Bahnfahrt selber ist nicht so der Bringer,die Strecke ist doch zu kurz. Aber ja, doch -selber urteilen



    Hier noch einmal die Lok beim Umrangieren.

    Aktuelle neue Information 2018
    Die alte Eisenbahnlinie von Dorneti -Radauti - Putna wird in Betrieb genommen. Sie war 2012 stillgelegt worden.
    https://vivafm.ro/2018/04/26/linia-f...-in-folosinta/
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnst...2%80%93Brodina


    Hier gibt es Bildmaterial über die Geschichte der Rumänischen Bahnen
    https://www.google.de/search?q=Caile...i2zNtK_kJYqMM:
    Über die
    Geändert von Abt (06.11.2018 um 13:30 Uhr)

  16. Moderator
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    AW: [UA/RO] Bordertrekking II Rumänischer Teil

    #36
    Endlich hab ich deinen Bericht gelesen.
    Ali schreibt, wie er spricht: manchmal etwas verworren, aber gerade deshalb köstlich - unterhaltsam und wehmutsvoll zugleich.

    Gerade die Ukrainische Seite hat es mir jetzt natürlich angetan. Welch vertraute Namen und Bilder.
    Hab vielen Dank!
    Klar ist überhaupt nichts - aber das dafür umso deutlicher.

  17. Alter Hase

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    AW: [UA/RO] Bordertrekking II Rumänischer Teil

    #37
    Bin gestern aus Rumänien zurückgekommen.

    Und ja, wäre man vor 10 Jahren da hingefahren, hätte man mehr Holzhäuser gesehen. Sie sind doch jetzt schon recht knapp geworden. Dafür gibt es Freilichtmuseen, in denen sie konserviert werden. Und auch die Holzkirchen sind zum großen Teil vorbildlich restauriert.

    Der mit toten Hunden garnierte Müllwall die Straßen entlang, den wir vor fünf Jahren noch erlebt haben, ist verschwunden. Der Müll wird aufwändig getrennt. Die Papierkörbe, die es überall gibt, werden fleißig genutzt. Die Hunde sind nun wohlgenährt und überwiegend auch ordentlich erzogen, aber nach wie vor in Rudeln ziemlich unabhängig unterwegs, was sehr nett anzusehen ist. Die Pferdewagen sind nach wie vor unterwegs. Jetzt mit Heu beladen. Bzw. in der Maramuresch auch häufig mit Baumstämmen.

    Die Menschen sind einfach großartig. So entgegenkommend und gastfreundlich haben wir das bisher noch selten angetroffen. Viele sprechen deutsch, speziell in Siebenbürgen. Aber irgendwie kann man sich eigentlich immer verständigen.

    Dazu kam ich mir in Rumänien häufiger wie in Island vor. Was den wachsenden Umfang des Tourismus betrifft. Menschenmengen, die aus Autos mit ausländischen Kennzeichen steigen, überfluten die Sehenswürdigkeiten und bevölkern die Landschaft. Und die Rumänen schließen sich da offensichtlich an. Wobei viele der Leute mit deutschen Kennzeichen anscheinend Rumäniendeutsche sind. Wir wurden ständig gefragt, wo genau wir denn in Rumänien her seien, da man bei uns den fehlenden rumänischen Zungenschlag feststellte. Jedenfalls waren wir überall herzlich willkommen.

  18. Alter Hase
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    AW: [UA/RO] Bordertrekking II Rumänischer Teil

    #38
    Bin auch gerad zurück von meiner Tour, die ich abgebrochen hab, ohne meine Ziele alle zu erreichen.
    Schlechtwetter und Wintereinbruch.

    Verworren. Ich lasse das gelten.
    Mitunter denke ich, ich bin zu nah am Thema.

    Bei Enja glaub ich, sie war gar nicht in dem Rumänien, welches ich kenne. Aber in Punkto Gastfreundschaft gebe ich ihr vollkommen Recht.

    In Rumänien wird für uns Touris das völlig Unmögliche möglich gemacht. Und hier ist es eben genau anders herum.

    Aber auch das ist Realität:
    Am ersten Tag meiner Ankunft 2018 liegt ein großer schöner Schäferhund tod am Straßenrand. Überfahren. Armes Tier.
    Am nächsten Tag ist er weg. Ich hoffe er ist im Hundehimmel.
    An der Stelle daneben liegt ein anderer Hund tod auf der Straße. Überfahren.

    Im Vorjahr hab ich einen Hund auf zwei Beinen laufen gesehen.
    Diese Bilder erspar ich euch.

    Und ja, wunderschöne neugebaute Kirchen und Klöster hats es da. Für jeden Mönch eine/s.

    Gruß Abt

  19. Alter Hase
    Avatar von Abt
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    AW: [UA/RO] Bordertrekking II Rumänischer Teil

    #39
    Muntii Rarau Giumalau September 2015
    Zu dem höchsten Berg der Bukowina


    Bahnstation Mestecanis ist der Ausgangspunkt für eine Wanderung ins Giumalau-Gebirge.

    Der Bahnhof liegt isoliert am Bergpass neben einem Dorf Pojorata, daher wundere ich mich anfangs über die sanitären Einrichtungen und die anderen großzügigen Nebengelasse, diese gehen wohl auf die Bauphase zurück, als hier die Erschließungsarbeiten getätigt wurden




    Das Zeichen deutet nicht auf eine Hutboutique hin und auch nicht auf einen Damenfrisör. Es ist ein Abort. Ich wage eine Blick hinein, nachdem mich bei den Herren der Ekel zurückwarf...auch hier.



    Tunnel der Hauptstrecke bei Mestecanis 1647m Länge, noch unter der Österreichern Herrschaft gebaut, verbindet die Strecke heute Siebenbürgen und die Moldau führt dabei durch die Bukowina und die Ostkarpaten. Früher führte auch eine Behelfsstrecke über den Tihuta-Pass. Der Bahnverkehr auf dieser Strecke wurde jedoch wieder eingestellt. Am Berg dahinter ist eine völlig intakte HolzHütte im alten Baustil mit Krüppelwalmdach mit Holzschinteldeckung.




    Leider ist das Haus unbewohnt und dem Verfall so preisgegeben und ein kulturelles Erbe geht kaputt




    Oben an der Pass-Straße befindet sich die alte Schutzhütte Mestecanis, dahinter ein paar Bungalows mit sehr übersichlichem Charm. Hier beginnt die Wanderung auf einem Seitenkamm des Giumalau,


    Öffentliche Wanderkarte an der Hütte Mestecanis: Der Öffentlichkeit (im Sinne Panoramafreiheit) gewidmet.


    Blick vom Höhenweg zum Vf Ousor im Suhard


    Kurz vor der ersten Pause. Bis hier herauf führt das Rote Band als Wegmarkierung entlang eines Fahrweges


    An der Wanderroute liegen das Kloster Man. Sf. Pantelimon (Kloster Hl. Pantelimon) heißt das etwas unterhalb gelegene Kloster


    Man. Inaltarea Domnului (in etwa Auferstehung des herren, Himmelfahrt des Herrn) heißt das etwas oberhalb gelegene Kloster am Wanderweg mit rotem Band



    Hunde sind meine Freunde unterwegs solange sie mir nichts tun, tue ich ihnen auch nichts.

    Mein Ziel an diesem Tage ist die Cabana Giumalau, in der ich übernachten will. Ich hab bei dieser 3-Tagestour auf mein Zelt verzichtet. Ganz einfach gibt es normalerweise genügend Unterkünfte am Wege. davon bin ich ausgegangen. Aber, falsch gedacht! Der Cabanier ist ein Träumer, angeblich sind 28 Personen für den Abend angemeldet. Ich habe die Cabana innen gesehen: voller altem privatem Mobilar. Da passen allerhöchstens noch 5-6 Leute rein. Sollte man solche wichtigen Berghütten privatisieren?



    Private Cabana Giumalau --> Keine Übernachtung!


    Schafherde neben der Cabana Giumalau


    Sennhütte am Vf.Gijumalau , da sie nicht verschlossen war, diente sie mir dann notgedrungen als Übernachtungsstätte. Neu gebaut, unverdreckt, nahezu perfekt! Außer Wasser


    Früh muss ich da hinauf, das sind etwa 300 Höhenmeter. Die Spurrinnen am Hang haben die Quads hinterlassen. Die meisten Kunden kommen aus dem westlichen Ausland oder sind rumänische Urlauber, die sich hier austoben und im Westen arbeiten. In der EU würden sie erheblichen Ärger bekommen, hier denkt man man darf so etwas im NP ungestraft tun.


    Der Vf. Giumalau 1859m sei der höchste Berg in der Bukovina. Das habe ich einmal gelesen.


    Gipfelfoto, Im Hintergrund das Bistritza-Gebirge


    Kreuz der Kriegshelden auf der benachbarten Höhe.

    Vom Gipfel genieße ich die Aussicht rings herum. Erkenne gegenüber die Berge des Bistritza-Gebirges, links davon ein Nebelmeer, da, wo die Bistritza entlang fließt. Ich bin allein hier oben und hoffe, dass an diesem Tage die Quad-Fahrer, die gestern mit ihren Motorgefährten einen Heidenlärm machten, heute nicht hier erscheinen und meine Ruhe stören. Ich frühstücke etwas, schaue mir mal die Wegstrecke hinüber zum Rarau von oben an, wie das Wegeprofiel ist, erkenne aber, dass der Weg erst einmal kräftig durch Latschenkiefer-Gestrüpp führen wird.

    danach beginne ich langsam mit dem Abstieg zum Bergsattel Saua Colbului auf dem Wanderweg mit Roten Band. Weit unten sehe ich das Kloster Sf. Jacob Corateni.



    Ich stoße auf die ausgebaute Passstraße, die links oben zum Rarau-Hotel (Cabana) Rarau führt. Ab hier auf dem Asphalt zu gehen ist ermüdent, und so ist mein Ziel das Hotel und ein Platz im Schatten.

    Die Felsform der Pietrele Doamenei sind weithin zu erkennen. Mein Ziel endlich erreicht.
    Neuer rumänischer Verlag für regionale, wasserfeste Wanderkarten: https://www.zenithmaps.com/ stand 2018
    Geändert von Abt (16.11.2018 um 12:03 Uhr)

  20. Alter Hase

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    AW: [UA/RO] Bordertrekking II Rumänischer Teil

    #40
    Bei Enja glaub ich, sie war gar nicht in dem Rumänien, welches ich kenne.
    Da wir in der Gegend, von der du berichtest, auch waren, kann ich das nicht bestätigen. Ich habe so einiges gut wiedererkannt. Obwohl zeitlich 7 Jahre und - wie ich schrieb - allerhand Veränderungen dazwischen liegen.

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