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  1. Fuchs
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    [ES, FR] Tourenbuch "Pyrenäen"

    #1
    Mitreisende: Nita
    EDIT: Das war es erstmal. Die Frage ist aber sicher nicht, ob es wieder in die Pyrenäen geht, sondern viel mehr "wann". Bis dann!

    Interessante Links:

    Spanische Bahn www.renfe.com
    Überlandbus www.alsa.es
    Bus in die (spanischen) Pyrenäen www.alosa.es
    Bergwetter: http://www.aemet.es/es/eltiempo/pred...ana?w=1&p=arn1
    Webcams: http://www.alberguesyrefugiosdearagon.com/webcams.php
    Hütten im Aragón: http://www.alberguesyrefugiosdearagon.com/tablap.php
    Meteo France (u.a. Lawinenlagebericht): http://france.meteofrance.com/france...neige%2FDEPT65
    Gutes Wetterblog (Spanisch, aber es gibt ja den google-Übersetzer ) :
    http://lameteoqueviene.blogspot.com/
    Federación Aragonesa de Montañismo: www.fam.es
    Karten habe ich vor Ort gekauft.
    Onlinekarten: www.geopyrenees.net/
    Ein sehr guter Forum (Spanisch) mit vielen Routenbeschreibungen: www.pirineos3000.com



    Plan:
    - Pico de Aneto (3404m), Ende September
    - Tageswanderung im Parque Natural Sierra y Cañones de Guara, September (Post 7)
    - kleine WE-Runde durch den Parque National Ordesa y Monte Perdido, November (Post 8)
    - nächste Runde im NP Ordesa y Monte Perdido, diesmal mit Gipfelglück, Dezember (Post 24)

    - Aneto im Winter, zwei Versuche, Post 32
    - Sallent-Torla, Mai, Post 33



    ------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Hallo zusammen,

    hier ein Sammelthread für meine vergangenen und künftigen Unternehmungen in den Pyrenäen. Und da die Suchfunktion behauptet, ich wäre die erste gewesen, die auf dem Pico de Aneto war, fang ich mal damit an


    Benasque-Pico de Aneto (3404m)


    Pico de Aneto ist mit 3404m der höchste Berg der Pyrenäen. Er ist gut zugänglich und für die Pyrenäen recht erschlossen, zieht Massen an Touristen an und ist gut mit anderen Touren sowie Strand- und Kultururlaub kombinierbar. Informationen im deutschsprachigen Netz unterscheiden sich jedoch sehr: Die einen beschreiben einen Wandergipfel, die anderen warnen davor, diesen Berg aufgrund der südlicheren Lage zu leicht zu schätzen. Fakt ist, dass der, an sich einfacher, Aneto wie jeder anderer bekannter Gipfel viele unerfahrene und schlecht ausgerüstete Touristen anlockt und ihnen dann unter Umständen zum Verhängnis wird.

    Anreise
    Wer auf den Aneto will, muss an Benasque (s. unten) vorbei. Dahin fährt man mit dem Bus der Gesellschaft ALOSA www.alosa.es aus Huesca (nächstgrößerer Ort), Barcelona oder Saragossa (beides über Huesca, von dort ca. 3h und 12 Euro). Der Bus verkehrt zweimal täglich, ca. um 10 und 15:30 Uhr hin und 06:30 und 15 Uhr zurück. Für Fernreisebusse (z.B. Barcelona-Saragossa oder nach/von Madrid) siehe www.alsa.es

    Benasque
    Der kleine Wintersport- und Touristenort im Benás-Tal bietet Infrastruktur, die man aus den Alpen gewohnt ist. In Sportläden kann man für je 3-4 Euro/Tag Steigeisen (Crampones) und Pickel (Piolet) ausleihen, Karten und Souvenire bekommen. Es werden Ski-, Kanyoning-, Kletter-, Rafting- und alle anderen möglichen Touren angeboten, man spricht sogar manchmal Englisch. Im Sommer (Mitte Juni-Mitte September) ist das höhere Benás-Tal für den Autoverkehr geschlossen, es fährt aber ein Shuttlebus in 30min-Takt (von 6 bis 19 Uhr bzw. 18 Uhr im September).
    Dieser bringt einen zum auf 1900m liegenden Hospital de Benasque, von wo man zum auf 2150m liegenden Refugio aufsteigt (reservieren!), das als Startpunkt für die Normalroute gilt. Für die Ruta por Coronas (siehe unten) steigt man am Camping Pllan de Senarta oder in der Nähe aus. Unterwegs gibt es übrigens mehrere schöne Campingplätze. Falls der Bus nicht fährt (wie bei mir Ende September), kann man versuchen zu trampen oder geht zu Fuß.

    Routen
    Die Normalroute startet am Refugio de la Renclusa auf 2140m. Sie ist mit F+ bewertet und beinhaltet eine längere Gletschertraverse. Höhenunterschied – 1268m (ca. 5h). Zum Schluss ein paar Meter I°+ (s.u.)

    Für den Aufstieg vom Süden (Ruta por Coronas) übernachtet man idealerweise im Refugio Coronas auf 1970m, das aus dem Tal über die 8km und 600hm lange Schotterpiste erreichbar ist. Achtung, nur eine Biwakhütte! Vorhanden sind zwei Liegeflächen á ca. 6 Personen (keine Matratzen), Ofen, Tisch, Bänke und Satellitentelefon. Wenn das Tal befahren werden darf, kann man (mit eigenem Wagen) auch zum Refugio hochfahren. Höhenunterschied zum Gipfel – 1450m (ca. 5h). Die letzten 200hm verlaufen beide Wege zusammen. Auch F+, im Winter AD.

    Und der Bericht selbst

    Am frühen Nachmittag kam ich in Benasque an und da es keinen Bus mehr höher ins Tal gab (September), lief zu Fuß los. Der Weg beginnt direkt hinter dem Ort und ist nicht zu verfehlen. Ca. 1,5 Stunden später ist man am Fahrweg ins Vall de Vallibierna und kann rechts den Pfad in den Wald nehmen. Dieser ist schön und ursprünglich und führt immer stärker ansteigend zurück zur Schotterpiste, über die man (irgendwann fluchend, da zieht sich) das Refugio de Coronas auf 1970m erreicht.




    Dies war schon mein erster Tag, wobei ich diese etwa 16-17km mit 850hm (3`45h) bei der Hitze durchaus ausreichend fand. Die Gegend unterscheidet sich wenig von den Alpen, nur eine andere herrschende Kiefernart lässt ahnen, dass man woanders ist.


    unterwegs zum Rif. Coronas




    Schotterweg zum Rif. Coronas: lang und flach

    Unterwegs kamen mir mehrere Autos entgegen und vorm Refugio standen noch 10 (!). Und das obwohl es Herbst ist und unter der Woche!!! Den Rest des Tages wurde gechillt ;) Für Fotobegeisterete gibt es einige wunderschöne Bäche, dessen Wasser von den Einheimischen allerdings nicht getrunken wird (mir passierte nichts, hatte keine Wahl weil zu heiß).



    am Rifugio



    Und hier der Abend. Wie wird es wohl? Werde ich im Refugio/morgen beim Aufstieg alleine bleiben? Wie sind die Verhältnisse oben? Die Sonne versteckte sich hinter den Bergen, es wurde rasch frisch und ich verzog mich in die leere Hütte. In der Nacht wartete ich auf Ratten/Mäuse, die sich auf die Suche nach meinem Essen machen würden. Es waren aber nur noch zwei Wanderer, die mich besuchten und sich leise schlafen legten.

    Um 7 Uhr in der Früh, gefühlt mitten in der Nacht, machte ich mich auf den Weg. Mond beleuchtete den Weg… Sterne funkelten. Ich ging langsam meditierend rauf und… verstieg mich im Dunkeln. (Der Weg ist nur mit Steinmännchen markiert und stellenweise leicht zu verfehlen. Von der Hütte lieber den linken Pfad nehmen). Kletterte mühsam einen Geröll- und Blockfeld hoch und querte dann zum richtigen Pfad, schon ziemlich ausgepowert. Sobald man aber die drei Seen erreicht (inferior, medius, superior auf ca. 2800m), bekommt man eine Auszeit zum verschnaufen - es ist fast flach.


    Der mittlere See

    Hier frühstückte ich und beobachtete zwei Jungs, die in Richtung eines anderen Gipfels aufstiegen, aber plötzlich zu mir umkehrten. Da ich mich gerade schon wieder etwas verstieg (=Höhenmeter!) und mich ärgerte, wollte ich zumindest die beiden warnen und zeigte in die richtige Richtung. Antwort – keine. Wir stiegen mehr oder weniger zusammen weiter, bis die beiden plötzlich verschwanden.


    der obere See

    Etwas später habe ich sie in einem steinschlag- und absturzgefährlichen Steilhang über mir entdeckt – Kinder, was macht ihr dort? Nach vielen Versuchen, uns durch Rufe zu verständigen (schwierig, wenn man die Sprache eh nicht kann ), stieg einer etwas ab und ich zu ihm auf. Karte gelesen, gemeinsam ein Stück abgestiegen. Aber das Eis war gebrochen, weiter (nun richtig) ging es ohne Absprache zusammen Die Morene links vom kleinen Gletscher scheint schier endlos zu sein, doch oben wird man mit der bis jetzt besten Aussicht belohnt. Generell fand ich den Weg aber relativ langweilig und fast unschön.


    im Geröll auf ca. 3000m

    Ab der Scharte (Collado de Coronas, 3208m) geht man auf dem Normalweg weiter. Wir legten Steigeisen an und freuten uns auf den Gletscher, waren aber überrascht, schon nach einem hundert Meter zu einer längeren Felspassage zu kommen.


    erste Gletscherpassage

    Dachten schon, das wäre es, verstauten Steigeisen… Und sahen gleich danach blankes Eis vor uns. Der Gletscher wird weit oben gequert, Spur war vorhanden, keine Probleme.




    Anetogletscher, oben sieht man die Spur des Normalweges

    Noch ein Blockfeld (wo bleibt die Luft?) und wir sind vor dem Paso de Mahoma. Das ist ein kurzes Gratstück, vor dem Spanier viel Respekt haben und sogar ohne ihn sich den Gipfel anrechnen; einige seilen sich an. Mehr als 30m etwas luftiger, aber leichter Kraxelei (I°+) sind es aber nicht. Gipfel!!! Und T-Shirt-Wetter auf 3400m, wenn das nicht schön ist! Ich habe zur kompletten (und benötigten) Biwakausrüstung noch ordentliche warme Sachen, EH-Set usw. geschleppt, was bei manchen mit 20l-Rucksäcken ankommenden für Staunen sorgt. Naja, genauso wie bei mir ihre 20l…


    3404m


    Gipfelaussicht


    Paso de Mahoma im Abstieg

    Auf dem Rückweg kletterten wir noch zur Gletscherhöhle kurz vor der Scharte runter, bevor der unendlich lange Abstieg im Geröll begann.





    Die beiden schienen allen physikalischen Gesetzen zum Trotz runter zu fliegen, während ich mich richtig beeilen musste um einigermaßen mitzuhalten. Wir stiegen über die Morene zu den drei Seen (wo sie wieder versucht haben, ein paar extra Meter zu machen) und weiter zum Ibon de Coronas, einem weiteren See, ab.


    der Abstieg ist lang und steinig


    irgendwo hier muss ich mich am morgen verstiegen haben

    Hier endete endlich das Geröll und es ging auf einem wunderschönen Waldpfad weiter. Geschätzt gegen 18 Uhr waren wir am Rif. de Coronas…


    noch 20-30min zum Rif. Coronas

    Und während andere in ihre Wagen stiegen, hatten wir noch die ganze Schotterstrasse vor uns. Noch mal 8km-600hm. Macht mindestens 2100hm im Abstieg und Dank des Verlaufens ca. 1700hm im Aufstieg. Dabei sind die beiden heute früh nicht am Rifugio, sondern im Tal gestartet und entsprechend mehr Höhenmeter gemacht! Sie hatten einen ähnlichen Plan auch für den nächsten Tag, das Ganze als Vorbereitung für den Mont Blanc nächste Woche. Viel Glück!!!

    Netterweise wurde ich zu meinem Camping mit dem Auto gebracht, was mir weitere 4-5km Fußmarsch ersparte. Dort unter die Dusche und ab in den Schlafsack unter dem sternbedeckten Himmel; fertig und glücklich. Um halb sechs Uhr morgens noch ein 45min-Spaziergang zurück nach Benasque und von dort Bus nach Hause. Und mittags, geheimnisvoll lächelnd, wieder zur Uni...


    Benasque früh morgens

    Fazit
    Pico de Aneto ist kein besonders schöner, aber aufgrund einiger Faktoren (Höhe, Kult, eins der wenigen Gletscher in den Pyrenäen) für viele interessant. Ich kann mir vorstellen, dass eine Besteigung im Winter oder Frühjahr deutlich schöner ist als im Sommer, wo man außer einem großen Geröllhaufen nicht viel sieht. In der Gegend um Benasque gibt es übrigens eine Menge Dreitausender (in den Pyrenäen insgesamt über 200); für mehrere von denen ist Rif. de Coronas der perfekte Startpunkt.

    PS: Zur Schwierigkeit

    Aneto ist bei guten Bedingungen für jeden geübten Bergwanderer geeignet, sollte aber trotzdem nicht unterschätzt werden. Hier mögliche Problemenquellen:

    - Gletscher: Steigeisen+Pickel für jede Route rund ums Jahr mitnehmen & nutzen (können)
    - Orientierung: Markierung (=Steinmännchen) ist sehr sparsam, man versteigt sich leicht, was aber meist kein Problem ist, weil das Ziel eindeutig sichtbar -> im weglosen Gelände steigen können
    - Wetter: die ganze alpine Palette ist möglich
    - Höhe/Länge: Kondition für mindestens 1500m rauf und runter, bei Abstieg ins Tal noch deutlich länger. Ich habe für Rifugio->Berg->Tal ca. 13h gebraucht, die beiden Spanier für Tal>Berg->Tal 14h (hätten also auf meiner Route bis zu einer Stunde weniger). Haben aber viele Pausen und Abstecher gemacht, also eigentlich ein paar Meter mehr als unbedingt notwendig.
    - Trittsicherheit&Schwindelfreiheit: Paso de Mahoma ist kurz, aber mit Jubigrat vergleichbar, auch der Rest erfordert etwas Konzentration. Falls unsicher vor dem Paso Schluss machen (schon 3400m)
    Geändert von Nita (06.06.2012 um 01:45 Uhr)

  2. Fuchs

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    AW: Tourenbuch "Pyrenäen"

    #2
    Schön, noch ein Pyrenäen Fan.
    Bin gespannt auf die folgenden Berichte.

    Gruß Folko
    www.mitrucksack.de
    Ganz viel Pyrenäen ( HRP- Haute Randonnée Pyrénéenne - komplett) und ein bisschen La Gomera

  3. Erfahren
    Avatar von ThorstenSchneider80
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    AW: Tourenbuch "Pyrenäen"

    #3
    Leider ist es mir im Moment nicht möglich dich zu unterstützen. Bleibst du eigentlich Weihnachten und Silvester unten? Dann könnte ich Schneeschuhe mitbringen...

  4. Fuchs
    Avatar von Nita
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    AW: Tourenbuch "Pyrenäen"

    #4
    OT: Weiß noch nicht genau, würde aber gern hier bleiben. Sage dir auf jeden Fall Bescheid!

    Wie sieht es bei dir eigentlich mit Frühjahr/Ostern aus?

  5. chrischian
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    AW: Tourenbuch "Pyrenäen"

    #5
    Zitat Zitat von Nita Beitrag anzeigen
    hier ein Sammelthread für meine vergangenen und künftigen Unternehmungen in den Pyrenäen.
    Sehr schön, ein Pyrenäen-Sammelthread. Wir waren vor 19 Jahren dort. Man, ist das lange her.

    Zitat Zitat von Nita Beitrag anzeigen
    , die auf dem Pico de Aneto war, fang ich mal damit an
    Statt des Pico de Aneto waren wir auf einem der 3300er. Ich kann mich leider nicht mehr erinnern. Über den Gletscher sind wir damals zurück und ich habe ihn größer in Erinnerung.

  6. Erfahren
    Avatar von ThorstenSchneider80
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    AW: Tourenbuch "Pyrenäen"

    #6
    Kann ich absolut noch gar nicht sagen, leider.

  7. Fuchs
    Avatar von Nita
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    AW: [ES, FR] Tourenbuch "Pyrenäen"

    #7
    Sierra y Cañones de Guara

    Naturpark Sierra y Cañones de Guara, zu Deutsch Gebirgskette und Schluchten der Guara, gehört zu den spanischen Vorpyrenäen und weist Gipfel bis zu 2077m Höhe auf. Man unterscheidet zwischen dem trockenen (und wie!) südlichen und bewaldeten nördlichen Teil. Anreise erfolgt wie üblich über Huesca in Richtung Jaca, idealerweise kommt man aber mit dem Auto an. Die Gegend (ich war im Süden, Ausgangspunkt Nueno) eignet sich gut für kleine Ausflüge, wahrscheinlich auch im Winter, beeindruckend ist vor allem die Aussicht Richtung Flachland. Mich begleitete außerdem ein mehr als beeindruckender Wind, wegen welchem ich mich mehrmals hinsetzten musste (!) und an exponierteren Stellen eher gekrochen als gegangen bin.
    -------------------------------------
    Die Anreise klappte ohne Probleme und gegen 11 Uhr machte der Fahrer mir Zeichen „Aussteigen“. Ich folgte und stand auf einmal auf der Autobahn nahe einer Ortsausfahrt… Dass man hier etwas mehr Orientierungssinn braucht als in Deutschland, wusste ich. Dass es allerdings wirklich nur sehr wenige markierte Wanderwege gibt, war mir nicht bewusst. Nach einigem hin und her fand ich endlich den in der Karte eingezeichneten Pfad und fing an, aufzusteigen (feste Schuhe und lange Hose!!!)

    Die Wanderung gestaltete sich eher nach dem Prinzip „ich sehe es, es gefällt mir, ich gehe hin“. Meist gab es dann auch irgendeinen Pfad, der dahin führte. Wer allerdings auf Nummer sicher gehen möchte, nimmt am Besten Schotterstraßen, die aber auf ihre Durchgängigkeit genau überprüft werden müssen (Karte lesen!). Ansonsten bewegt man sich auf freilich selten begangenen Pfaden, wo es keine Pflanze ohne Dornen gibt.


    Blümchen-1


    Blümchen-2

    Generell sind die Landschaft und die Natur am ehesten einer Wüste ähnlich. Die wenigen Pflanzenarten, die in dieser Gegend überleben, sind klein und trocken, an Fauna sind die hier beheimateten Bartgeier bemerkenswert. Mit bis zu drei Metern Spannweite schweben sie zu mehreren im Himmel und flößen einem zumindest Respekt ein. Es gibt auch andere bedeutende Greifvögelarten, sowie Stationen ihrer Beobachtung.


    Wenn man in Richtung des Flachlands schaut, sieht man nichts außer ausgetrockneter rötlicher Erde


    Von hier bin ich beinahe runter geblasen worden, konnte aber nicht darauf verzichten, oben zu Mittag zu essen

    Nach etwa sieben Stunden und einem 1400m-Gipfel stieg ich zu einem kleinen Dorf ab und fragte mich, an welcher Autobahnstelle ich jetzt wohl auf den Bus warten muss. In diesem Augenblick fuhr Bauer, unter dessen Baum ich mich hingesetzt habe, nach Hause und bot mir an, mich nach Huesca zu bringen. Das ließ ich mir nicht entgehen und erlebte deutlich mehr, als eine 30min-Autofahrt. Der Mann erzählte von seinem Land, seiner Arbeit auf eigenen Feldern und wie seine Frau gestorben und Kinder in die Stadt gezogen sind. Man hörte Stolz auf alles spanische, aber auch Traurigkeit des Lebens in dieser verlassenen 50-Mann-Siedlung in den Bergen (nach Huesca fuhr er nur meinetwegen). Ich verstand allerdings herzlich wenig, versprach dann eine Karte zu schreiben und ihn irgendwann – ob mit Familie oder Freunden – besuchen kommen.


    Schöne Ecken gibt es hier auf jeden Fall


    Querfeldein zur Peña de San Miguel, Achtung Dornen!


    alles ganz trocken... aber hat schon was
    Geändert von Nita (21.11.2011 um 18:15 Uhr)

  8. Fuchs
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    AW: [ES, FR] Tourenbuch "Pyrenäen"

    #8
    Herbstlich-winterliches Wochenende in Ordesa


    Circo de Cotatuero von unten

    Park Ordesa y Monte Perdido (auf Deutsch „verlorener Berg“) wurde noch 1918 zum Nationalpark erklärt, seit 1997 zählt das ganze spanisch-französische Bergmassiv zur UNESCO-Welterbe. Auf der spanischen Seite begrenzen tiefe Täler/Schluchten Ordesa, Añisclo, Pineta und Escuain den Park, nach ihnen wird er auch in Sektoren (s.u.) eingeteilt (plus zusätzlich Sektore Monte Perdido und Valle Bujaruelo).

    Für die Anreise mit ÖVM ist vor allem die Ortschaft Torla interessant, die man mit dem Bus der Gesellschaft Alosa www.alosa.es erreicht. Der Bus fährt jedoch nur 1-2 Mal pro Tag. Im Sommer und zu Osterzeit gibt es außerdem einen Shuttlebus (Autoverkehr ist während der Hauptsaison ab Torla verboten!) zur Pradera de Ordesa, dem perfekten Startpunkt sowohl für eine kleine Wasserfallbesichtigung als auch für viele alpine Routen. Die tägliche Touristenzahl ist allerdings begrenzt, was mithilfe dieses Shuttlebuses reguliert werden soll. Ab Mitte/Ende September kann man Pradera de Ordesa mit dem Auto anfahren (großer Parkplatz), bzw. muss von Torla zu Fuß laufen (ca.7 km und 300hm).

    Auf www.ordesa.net kann man vieles über den Park nachlesen. Die deutsche Variante ist aber nur eine automatische Übersetzung und ziemlich ungenießbar. Hier noch mal die wichtigsten Regeln:

    Übernachten ist unter folgenden Aspekten erlaubt:
    - ohne oder mit einem kleinen (bis 130cm Höhe) Zelt
    - nicht in Reservezonen
    - für eine Nacht (Abend- bis Morgendämmerung)
    - Sektor Ordesa: oberhalb von 2100 m
    - Sektoren Añisclo und Escuain: oberhalb von 1800 m
    - Sector Pineta: oberhalb von 2500 m

    Verboten ist u.a. das Feuermachen, Seifenbenutzung und Baden in den Flüssen, jegliche Störung der Tiere und Pflanzen, Drachenfliegen u.ä., Wettkämpfe aller Art.

    An Aktivitäten gestattet sind nur Wandern, Bergsteigen, Klettern, Skitouren, Höhlenforschung.

    ___________________________________________________________________________

    Ich kam in Torla (1030m) gegen 10 Uhr morgens an. Letzte Stunde verbrachte ich alleine im Kleinbus, dessen Fahrer sich offensichtlich freute, überhaupt einen Passagier zu haben. Während der Fahrt verschlug es mir mehrmals den Atem von den Aussichten (der „Abstieg“ von den Vorpyrenäen in Richtung Hauptkamm ist einmalig!), das linderte aber kaum das quälende Gefühl innen wie außen grün zu sein. Dem Fahrer schien es aber richtig Spaß zu machen, über engste Kurven kunstvoll zu rasen, und wir kamen sogar rund 20 Minuten früher als gedacht an.


    Ausblick von Sierra y Cañones de Guara in Richtung Hauptkamm


    die ganze Zeit so, nichts für ´nen schwachen Magen

    In Torla sah ich keine Seele, wechselte die Flussseite und ging auf einem Fußweg in Richtung Pradera de Ordesa. Herbstliche Farben, türkisblaues Wasser von Arazas und überzuckerte Berge luden immer wieder zu kleinen Pausen und Abstechern zu den Wasserfällen ein, Zeit verging. Ich traf niemanden bis ich nach knapp drei Stunden am ca. 7km und 300hm entfernten Pradera-Parkplatz (ca. 1300m) eintraf und plötzlich mitten im Touristenstrom war.


    Torla im Morgenlicht


    und noch eine Fotopause...


    breiter Weg kurz vor Pradera de Ordesa

    Nun stellte sich die Frage, ob ich die Wander- endgültig in eine Fototour umbenenne , schließlich war der Tag schon fortgeschritten und vermutlich auch das letzte WE an dem man die gelben Blätter bewundern kann.





    Das hätte fast funktioniert, doch ich wollte nicht im Tal schlafen (und ist eh verboten). Stieg also wie ursprünglich geplant zum Circo de Cotatuero (s. Foto ganz oben) hoch, die ganze Zeit unweit eines Flusses. Auf ca. 1700m kamen mir zwei Wanderer entgegen, die berichteten, dass auf der Faja de las Flores, einem sehr schönen Band-Pfad, zu viel Schnee liegt uns sie umgekehrt sind. Fragten mich nach Erfahrung mit Klettersteigen und meinten quasi gleichzeitig einer„facil“ und der andere „miedo“ (Angst). Sie rieten mir abzusteigen, weil man oben eh nichts machen kann, ich wollte mir aber zumindest die Clavijas (=Stifte) anschauen und ging deshalb weiter.


    Unterwegs zum Circo, ich komme vom Tal, das nach links abgeht

    Clavijas de Cotatuero sind zwei mit Stiften entschärfte Passagen, eine vertikale und eine horizontale. Die erste ist ein kurzer, aber sehr nasser Kamin, die zweite mit lockerem Stahlseil gesicherte, an einer Stelle recht luftige Querung. Dann war es das schon, wobei es zwischendurch noch ein paar ganz einfache Kletterstellen gab.


    Clavijas, die Querung, weiter in der Ecke wird es etwas schwieriger

    Oben angekommen, konnte ich die Schönheit der Landschaft nicht genug genießen. Absolute Ruhe, nur die mich ohne eine Bewegung beobachtende Gämsen. Sich über die Stufen stürzende Fluss, gestärkt von der Schneeschmelze. Weiße Berge und Wolkenformationen im Hintergrund – der Tag, nein, das Wochenende ist gelungen!!! Mittlerweile war es aber gut 15 Uhr und klar, dass ich niemals mein „non plus ultra“-Ziel (Rif. Goriz -> Abstieg auf ca. 2100m) im Hellen erreichen werde.


    theoretisch müsste ich links um den weißen Berg herum

    Durch das Hochtal stieg ich immer weiter auf. Zum ersten Hindernis wurde der Fluss, den es zu queren galt – Schuhe ausziehen in den Alpen musste ich noch nie und suchte stur nach einer passenden Watstelle. Den zweiten „Hindernis“ fand ich unter den Füßen: Edelweiße! Hunderte, Tausende, Zehntausende!!! Fasziniert, erklärte ich die Gegend zu „meinem“ Edelweißtal und stieg nur ungern weiter, nun über den Schnee. Dieser war aber größtenteils trittfest und sehr angenehm zu gehen.


    Edelweiße im November


    "mein" Edelweißtal

    Das Tal zog sich, die Orientierung war nicht ideal (die für die Pyrenäen typischen Steinmännchen waren verschneit) und ich zunehmend müde. Die Situation erinnerte sehr an unsere Brentatour im Juni dieses Jahres, als wir den Einstieg in den Sentiero Benini unter ähnlichen Bedingungen nicht gefunden haben. Genauso wie damals war es aber sehr sehr schön, was ich natürlich nicht ohne Dokumentation lassen konnte.




    keine Orientierungshilfen zu sehen

    Im Theorieunterricht habe ich wohl schlecht aufgepasst und stieg zu weit auf. Der „Hals“ (Cuello), durch den ich gehen wollte, läge auf ca. 2450m, ich war geschätzt auf 2600m.



    Die Querung wurde steiler und ungemütlicher, es war aber auch nicht mehr weit bis auf den Kamm und von dort ginge es lockerer runter. 10-20hm unterhalb des Kammes legte ich aber eine Rutschpartie ein, bei der es mir schlagartig einfiel, dass ich ja Stöcke und Steigeisen im Gepäck habe . Dass man die Leihsteigeisen anpassen muss, weiß ich nun auch… Es kam wie es kommen musste: Während ich unbequem stehend mit kalten Fingern an diesen Teilen bastelte, brannten die letzten Sonnenstrahlen ab, es wurde dunkel und kalt. Was wollte ich hier noch mal?


    die Antwort

    Es trat also das Szenario ein, das ich vermeiden wollte – übernachten zu hoch (hatte nur einen +5°C-Schlafsack mit). Varianten gab es zwei – weiter durch den „Hals“ und hoffen, dass die Orientierung dort wie erwartet leicht ist oder zurück auf dem gleichen Weg. Ich wählte das letztere und stieg gemütlich(Nachtläufer lässt grüßen) den eigenen Spuren folgend zurück ins Edelweißtal. Oberhalb der Clavijas (ca. 2100m) machte ich dann Schluss und genoss den restlichen Abend aus dem Schlafsack.

    Der Tag war lang (frühes Aufstehen wegen der Anreise) und erlebnisreich, die Nacht ziemlich warm und ruhig, so dass ich bis 10 Uhr schlief . Damit war klar, dass es keinen Sinn macht, noch einmal zum „Hals“ aufzusteigen – ich würde den Bus verpassen.




    hier würd ich wohnen bleiben

    Deswegen ging es über die Clavijas auf die Faja (Band) de Canarellos, über die ich ins Ordesa-Tal abstieg.


    Ordesatal von der Faja


    Abstieg ins Tal

    Dort wieder viele Touristen, die Schönheit der Arazas-Wasserfälle bei der guten Zugängigkeit würde aber auch ich mir nicht entgehen lassen.





    Den Rest des Tages bewunderte ich das grandiose Naturschauspiel, das dieses Tal zu bieten hat. Keine der mir bekannten noch so „wildromantischen“ Schluchten der Alpen hält einen Vergleich mit Ordesa-Tal aus.

    Außerdem standen noch ca. 15km zurück nach Torla auf dem Programm, bevor ich um 17:30 die Straße sah. Und den Bus!!! , der eigentlich um 18 Uhr fahren wollte.


    Herbst

    Ich sprang wortwörtlich davor, doch der Fahrer machte irgendwelche Zeichen, die ich als „warte“ interpretierte. Um 18 Uhr kam nichts… Die Einheimischen schauten mich wie eine Attraktion an, ich wurde mehrmals gefragt, ob ich irgendwo oben war und die Autos fuhren langsamer, offenbar erwartend, dass ich trampe. Eine Frau hielt sogar an und fragte wo ich hin will, musste aber leider in eine komplett andere Richtung. Um 18:20 war es dunkel und es fuhr nichts mehr. Die Hoffnung, dass der Bus doch noch kommt, bestand nicht mehr – die sind hier immer (!) pünktlich. Ich überlegte, in welchen Busch ich mich für die Nacht schlagen kann und bereute, schon alles aufgegessen zu haben Als der Bus doch kam. Er holte eine Jugendgruppe ab und war deswegen zu spät.

    Der Fahrer verkaufte mir das Ticket und rief die Zentrale an, damit mir ein Platz im (vollen) Anschlussbus reserviert wird. Ein Jugendlicher bevorzugte seine Freundin als Sitznachbarin und machte mir zwei Plätze frei… Und ich machte die Augen zu und plante wie ich hierher für länger komme…


    Arazas-Wasserfälle


    ein Bächlein unterwegs


    ruhiger Teil der/des Arazas


    ein letzter Wasserfall kurz vor Torla
    Geändert von Nita (21.11.2011 um 18:31 Uhr)

  9. Fuchs

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    AW: [ES, FR] Tourenbuch "Pyrenäen"

    #9
    Ja... Ordesa ist wirklich eine grandiose Landschaft.
    Leider latschen die meisten "nur" durchs das Tal auf dem GR 11 und sind dann wegen der vielen Tageswanderer oft nicht so begeistert. Wobei auch dieser Weg durch die vielen Wasserfälle des Rio Arazas und der Felswände des Canyons absolut lohnt.

    Gruß FS
    www.mitrucksack.de
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  10. Fuchs

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    AW: [ES, FR] Tourenbuch "Pyrenäen"

    #10
    Die Ordesa-Tour weckt Erinnerungen. Es war zwar Hochsommer, und den von dir gewählten Auifstieg haben wir uns damals wegen der beschriebenen "Schlüsselstelle" (und den nachmittäglichen Gewittern) nicht getraut - aber die Bilder vom Valle de Ordesa lassen mein Herz trotzdem wieder höher schlagen!

  11. Anfänger im Forum
    Avatar von Liliensteiner
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    AW: [ES, FR] Tourenbuch "Pyrenäen"

    #11
    Pyrenäen,wunderbar....und HERRLICH,Aragon !

    Wir waren im September/Oktober im Matarana-Gebirge,u.a. im parc naturals d.p..
    Selbst auf "kindertauglichen" Touren waren wir ohne Publikumsverkehr unterwegs.Die Kraxelei tagsüber,und fast jeden Abend(in 3 Wochen 2x schlechtes/stürmisches Wetter) ´nen opulenten Sternenhimmel...


    Weiterhin viel Spaß,ich les aufmerkam und wissbegierig mit .....

    Gruß Liliensteiner

  12. Erfahren
    Avatar von ThorstenSchneider80
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    #12
    Ich weiß jetzt immerhin so viel, Rosenmontag ist frei. Kann Flüge aber erst im Dezember buchen.
    Der Weg ist das Ziel!

  13. Erfahren
    Avatar von Wildniswanderer
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    #13
    Ein toller Reisebericht mit schönen Bildern. Obwohl ich erst letztes Jahr da war, würde ich am Liebsten sofort wieder hinfahren...
    Mit was für einer Kamera hast du denn fotografiert?

  14. Fuchs
    Avatar von Nita
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    AW: [ES, FR] Tourenbuch "Pyrenäen"

    #14
    Danke sehr. Ja, gerade das kaum bekannte Gefühl, dass sonst niemand unterwegs ist trotz der schönen Natur macht die Gegend zu etwas Besonderem.

    Ich habe eine Olympus E-420, eine Einsteiger-DSLR. Würde sie aber (außer was Größe angeht) nicht empfehlen ;)

    Bin gerade wieder zurück und finde Pyrenäen immer interessanter. Sie reichen sicherlich für mehrere Urlaube!

    @Thorsten: freu mich!

  15. Ehemaliger
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    #15
    Das sieht auf dem einen Foto so aus, als hättest Du Dich ganz knapp vor dem Abgrund (in der Nähe der Faja del Flores) hingelegt ...

    Schade, dass die Faja del Flores offenbar mit Schnee zugeweht war. (Davon hätte ich gerne Fotos gesehen, da ich ja selbst im Mai dort Nebel hatte.) Aber Du hast ja auch so viele tolle Stellen gesehen.

  16. Fuchs
    Avatar von berniehh
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    AW: [ES, FR] Tourenbuch "Pyrenäen"

    #16
    Zitat Zitat von Nita Beitrag anzeigen
    Ich habe eine Olympus E-420, eine Einsteiger-DSLR. Würde sie aber (außer was Größe angeht) nicht empfehlen ;)
    Wieso würdest du die Kamera denn nicht empfehlen? Ich finde die Fotos jedenfalls absolut genial

  17. Fuchs

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    #17
    Ich habe eine Olympus E-420, eine Einsteiger-DSLR. Würde sie aber (außer was Größe angeht) nicht empfehlen ;)
    Die Fotos sind doch super..... ich finde du hast ein gutes Auge.
    Mit einer anderen kamera würden die Bilder sicherlich nicht besser..

    Gruß Folko
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  18. Fuchs
    Avatar von Nita
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    AW: [ES, FR] Tourenbuch "Pyrenäen"

    #18
    Vielen vielen Dank. Aber da geht deutlich mehr, vor allem meinerseits, aber auch was die Technik angeht.

    Das sieht auf dem einen Foto so aus, als hättest Du Dich ganz knapp vor dem Abgrund (in der Nähe der Faja del Flores) hingelegt ...
    Hätt ich gern gemacht ;) aber in Wirklichkeit war es nicht soo knapp. Faja de las Flores wird nicht vergessen; wie schade, dass Du nichts sehen konntest!!!

    Zitat Zitat von berniehh Beitrag anzeigen
    Wieso würdest du die Kamera denn nicht empfehlen?
    E-420 und ich kennen uns seit 3,5 Jahren und streiten uns öfter mal, vor allem was das Rauschverhalten angeht. Mit ISO über 250 werden die Bilder ungenießbar, und im Dunkeln, bei Langzeitbelichtung, wird es richtig extrem (soweit ich weiß können viele Kameras dieses Rauschen "rausrechnen". Apropos "dunkel": Ein Bildstabilisator wäre nicht schlecht... Dazu ein recht kleiner Akku (ein zweiter "offizieller" kostet 60 Euro). Die Automatik ist viel schlechter als bei meiner alten Kompakten und ohne einiger anderer Voreinstellung wird es auch kaum etwas (Beispiel: Bei der Standardeinstellung zeichnet die Kamera etwas weich).

    Positives gibt es aber natürlich auch Sie ist immer noch die kleinste und leichteste DSLR, relativ günstig und hat einen guten Kit-Objektiv. Über die Bildqualität bei ausreichend Licht kann ich mich nicht beklagen. Sie kann intuitiv bedient werden und verfügt über automatische Sensorreinigung. Verarbeitung und Robustheit lassen keine Wünsche offen; meine ging schon schwimmen - und überlebte es unbeschadet, schlug auf die Felsen, lag mehrere Stunden in einer Tasche voll Schnee (hat mich das Objektiv gekostet) und fiel mehrmals von einer Höhe bis zu 1,5m.

    Ach ja, noch ein Nachteil. Etwa 90% derjeniger, den ich darum bitte, von mir ein Bild zu schließen, verwackeln es. Etwa die Hälfte kriegt es auch mit etwas Übung nicht hin. Kann doch nicht sein!!!

  19. Fuchs

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    AW: [ES, FR] Tourenbuch "Pyrenäen"

    #19
    OT
    Mit ISO über 250 werden die Bilder ungenießbar,
    Dann bist du aber sehr kritisch. Und so schlecht ist das Rauschverhaltren des FT Systems nun auch nicht- ungenießbar bei 250- das wäre ja ein Verhalten einer Kompakt Kamera mit Minisensor.

    und im Dunkeln, bei Langzeitbelichtung, wird es richtig extrem (soweit ich weiß können viele Kameras dieses Rauschen "rausrechnen
    Dieses Verhalten hat jede Digitale bei langen Belichtungszeiten, hast du die "Rauschminderung" auf Auto..

    recht kleiner Akku (ein zweiter "offizieller" kostet 60 Euro
    Orginal Akus sind immer teuer.... zum Glück gibt es preiswertere

    Zum Rest der Kritik- da sind die Ursachen eher hinter der Kamera zu suchen- nicht bei der Kamera

    FT hat Vor und Nachteile gegenüber KB und APS- wer die Vorteile sich Wünscht muss mit den Nachteilen leben.

    So Schluss mit OT


    Ich freue mich auf mehr Pyrenäen Berichte und Fotos

    Gruß Folko
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  20. Fuchs
    Avatar von Nita
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    AW: [ES, FR] Tourenbuch "Pyrenäen"

    #20
    Zitat Zitat von Nicki Beitrag anzeigen
    FT hat Vor und Nachteile gegenüber KB und APS- wer die Vorteile sich Wünscht muss mit den Nachteilen leben.
    OT: Damit bin ich einverstanden, wie auch mit dem, dass die Technik meist vollendeter ist als der Bediener (=habe wirklich wenig Ahnung von Fotografie ;)). Was aber Probleme mit Rauschen angeht, muss ich widersprechen (die "Rauschminderung" ist immer auf "ein"). Haben es extra mit Freunden auf dem Weihnachtsmarkt ausprobiert - bei gleichen sonstigen Einstellungen schnitt meine Olympus bei ISO 400 und höher leider am schlechtesten ab. Im Dunkeln macht sie zwar wohl eine Referenzaufnahme (braucht eeewig, aber ok), aber man hat dann trotzdem einen bunten "Sternhimmel" in allen dunklen Bereichen. Und wenn die meisten es nicht hinkriegen, ohne Übung eine verwacklungsfreie Aufnahme zu machen, dann ist die Bedingung wohl doch nicht ganz einfach.

    Trotzdem war und bleibt (hoffentlich noch lange) sie mir ein treuer Begleiter. Nur würde ich jetzt 100-200g Gewicht mehr in Kauf nehmen und mich anders (u.a. für einen Bildstabilisator) entscheiden.

    Was Dein Post aber bewirkt hat: Ich hab mir mal die Bedienungsanleitung runtergeladen und schaue sie gleich noch mal durch Gibt es bestimmt noch was Neues.


    Jetzt begeb ich mich aber erstmal auf Deine Seite, da mich HRP interessiert ;) Und damit es nicht beim OT bleibt (letztes WE):


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