Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 20 von 25
  1. [IE] – Wicklow Mountains – Wenn der Wicklow Way nicht ausreicht… (06/2011)

    #1
    Mitreisende: JeeWo

    Vorgeplänkel

    An dieser Stelle möchte ich euch einen Einblick in unsere kleine Tour durch die Wicklow Mountains geben, die ich zusammen mit Sven, einem guten Freund, vom 10.06. bis zum 20.06. unternommen habe. Die Reise ist nun schon einige Zeit her, jedoch habe ich erst jetzt die Zeit gefunden (bzw. habe ich sie mir einfach genommen) die zahlreichen Fotos zu selektieren und zu bearbeiten.

    Fotos, darum ging es auch bei der Tour. Unsere Motivation zu solch einem Trip und zum Trekking allgemein ergibt sich durch unsere Leidenschaft zur Fotografie, speziell zur Landschafts- und Naturfotografie. Dies will bei der Planung bedacht werden. Es handelte sich um unsere erste richtige Trekking-Reise, weswegen wir uns dieses leicht zugängliche Gebiet mit nicht allzu hohem Schwierigkeitsgrad ausgesucht haben. Neben schönen Fotos ging es uns also vornehmlich darum, uns selbst und unsere Ausrüstung (z.T. noch recht jungfräulich und wenig bis gar nicht benutzt – also die Ausrüstung ) auf den Prüfstand zu stellen und die Tauglichkeit für spätere Touren zu überprüfen.
    Ums kurz zu machen – Test bestanden!
    Jedoch zeigte sich bei uns auch oftmals die scheinbare Unvereinbarkeit vom Anspruch, viel unterwegs zu sein und sich auf die Natur und das wandern zu konzentrieren und dem Plan sich sehr viel Zeit fürs Fotografieren zu nehmen und intensiv dem geliebten Hobby nachzugehen. Obwohl wir mit unserer (Tages-)Routenplanung nicht zu optimistisch waren und sich die Tageskilometer in Grenzen hielten, fehlte nach Ankunft am prädestinierten Lager nur allzu oft die Motivation, noch das schwere Fotozeuch auszupacken und sich auf die Jagd nach Motiven zu begeben. Genauso verhielt es sich (wer hätte das gedacht…) mit dem frühen Aufstehen, um die Goldene Stunde, also die Zeit unmittelbar nach Sonnenaufgang und damit das schönste Licht des Tages, einzufangen. Das heißt jedoch in keinem Fall, dass wir es auf den kommenden Touren nicht wieder versuchen werden – die Kamera muss mit!

    Ich fange jetzt erstmal an mit dem Bericht und werde ihn dann nach und nach vervollständigen...

    Route

    Maximize
    Minimize
    GPX-Track
    Für mehr Informationen, fahre mit der Maus über das Höhenprofil.
    Download GPX

    Wir haben uns aufgrund einiger Berichte hier im Forum und der leichten und finanziell erschwinglichen Anreise für eine Tour durch die Wicklow Mountains in Irland entschieden. Bei den Wicklow Mountains handelt es sich um einen Gebirgszug, der sich unmittelbar südlich von Dublin auf einer Fläche von ca. 500km2 erstreckt. Im Zentrum des Gebirges befindet sich der Wicklow Mountains National Park, durch den mit dem Wicklow Way (WW) der älteste Fernwanderweg der grünen Insel verläuft. Wir hielten uns bei der Planung grob an den WW, beschlossen aufgrund einiger Meinungen, die den südlichen Teil des Weges als weniger reizvoll beschrieben, nur den nördlichen Teil und diesen in der eher ungewöhnlichen Süd-Nord Richtung zu laufen. Da bei der Tour wie schon erwähnt die Fotografie eine bedeutende Rolle spielen sollte, suchten wir mithilfe der Karte und der Hilfe von Google Earth nach geeigneten Motiven und schicken Gipfeln/Tälern/Seen in der Umgebung des WW. So kam es, dass wir den eigentlichen WW nur an wenigen Stellen benutzen und die meiste Zeit auf anderen Straßen/Wegen/querfeldein unterwegs und somit auch um einiges flexibler waren. Die Route führte uns auf knapp 100km ausgehend von den Klosterruinen in Glendalough über Umwege und Abstecher schließlich zum Marlay Park nach Dublin, dem Start- oder Endpunkt des eigentlichen Wicklow Ways.


    Gepäck


    nicht im Bild:Zelt, Schlafsack, Isomatte. Ein Großteil der Verpflegung trug Sven, ich dafür das Zelt

    Für die 10tägige Tour kamen Sven und ich auf ein Rucksackgewicht von (für uns) beachtlichen 25kg + x pro Person. Mein Rucksack wog wohl zu Beginn der Tour insgesamt ca. 27kg, UL geht anders… Ohne die gesamte Packliste jetzt aufschlüsseln zu wollen (wenn unbedingt Bedarf besteht kann ich diese später noch posten)lassen sich für das Gewicht 2 Hauptgründe ausfindig machen: zum Einen die Fotoausrüstung, die mit Wechselobjektiven, Backup-Body, Stativ und Kleinkram mit gut 6kg zu Buche schlägt (bei Sven war es ähnlich), zum Anderen die Tatsache, dass wir komplett auf Selbstverpflegung gesetzt haben und somit die Nahrungsmittel für 10 Tage Vollverpflegung schon zu Beginn der Tour auf unseren Schultern lasteten. Vorteil: der Rucksack wird im Verlauf der Tour immer leichter und man entkommt den irischen Lebensmittelpreisen. Außerdem waren Möglichkeiten zum Nachkaufen zwar nicht unerreichbar, aber doch nur einige Kilometer abseits unserer Route gegeben. Wir verbrachten jede Nacht im Zelt, das neu erworbene Hubba Hubba mit MYOG-Footprint leistet sehr gute Dienste, auch wenn der Platz für 2 Personen + Rucksäcke schon arg knapp ist. Weitere kurze Erkenntnisse zur Ausrüstung & Verpflegung: Kartenspiel ist unnötig, Taschenmesser auch (auch wenn ichs für den „Fall der Fälle“ immer wieder mitnehmen würde), die selbstgemacht Trailsnack-Nuss-Mischung mag noch so lecker sein, zur Abwechslung muss auch mal eine Tafel Schokolade her, gute Regenhose ist Pflicht, dichte Schuhe ebenso.

    Wer den Reisebericht gerne aus der Sicht von Sven lesen möchte:
    www.laemplein.de
    (gibt auch noch viele Bilder da)
    Geändert von JeeWo (07.10.2015 um 23:39 Uhr)

  2. AW: IE – Wicklow Mountains – Wenn der Wicklow Way nicht ausreicht… (06/2011)

    #2
    Tag 01 – Freitag, 10.06.2011 – Anreise - 4,2km


    noch hilft ein Zug beim Vorwärts kommen...

    Die Reise begann um 5:30 in Potsdam. Gestern war ich von Dresden hierher gefahren und habe mein Nachtlager bei einer guten Freundin aufgeschlagen. Eine letzte Nacht bequem und mit viel Komfort, um die kommenden Aufgaben entspannt und ausgeschlafen anzugehen. Gut, mit dem Ausschlafen wurde es nichts, Marie verreiste ebenfalls heute am frühen Morgen, so hieß es also zu unmenschlicher Zeit raus aus den Federn, gemeinsam frühstücken und sich verabschieden – sie verließ noch ne gute Stunde vor mir die Wohnung. Nach eine ausgiebigen Dusche bediente ich mich noch fix ihres Schuh-Imprägniersprays (was sich als überaus gute Idee erweisen sollte), schulterte den Rucksack und verließ gegen kurz nach 8 das Haus. Der RE zum Flughafen (SFX) sollte um 8:17 fahren, ich unterschätze den Weg zum Bahnhof etwas und kam gerade noch rechtzeitig an. Sven erreichte das Ziel ungefähr zeitgleich (er war ebenfalls schon gestern aus Greifswald angereist) und so hatten wir nach ausgiebiger Begrüßung reichlich Zeit, um bei strahlendem Sonnenschein vorm Terminal unsere Rucksäcke umzupacken und zugleich flugzeugsicher zu verpacken.

    das Gepäck wird "flugsicher" gemacht

    Ich setzte hierbei auf meine Regenhülle, die alle überhängenden Schnallen und Gurte geschickt verbergen sollte, Sven verzichtete furchtlos auf alle weiteren Hilfsmittel und ignorierte die zahlreichen Berichte von schrecklichen Rucksack-Flugzeug-Unfällen. Letztendlich kam unser Gepäck sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückflug komplett und unbeschadet wieder am Boden an. Trotz peniblem Wiegen und Umpacken zeigte die Waage am der Gepäckabgabe knapp 22kg, also fast 2kg mehr als das von Air Lingus erlaubte Höchstgewicht, an. Wo auch immer diese 2 Kilo herkamen, die nette Dame am Schalter drückte ein Auge zu und so konnte dem Abflug nichts mehr im Wege stehen. Unsere teure Kameraausrüstung stilecht als Handgepäck im dm-Stoffbeutel verpackt ging es weiter Richtung Abflughalle. Bei der Kontrolle des Handgepäcks zeigten die Beamten überaus großes Interesse (gepaart mit Unwissenheit?) an unseren Kameras und so durften wir in einem Hinterzimmer nochmal alles auspacken und die Schnüffelnasen hielten ihren Drogentest an Kamera und Kleinzeug. Als klar war, dass wir nicht versuchten, im Batterie- und Speicherkartenfach Drogen oder Sprengstoff zu schmuggeln durften wir endlich weiter, zum Glück hatten wir ausreichend Zeit für solche Späße einkalkuliert. Als am Gate kurz vor 11 das Boarding beginnt wollen wir gerade Richtung Flugzeug schlendern, als ich in einer der allgegenwärtigen Nuschel-Durchsagen meinen Nachnamen vernehme. Was is denn jetzt schon wieder? Also zurück zur Gepäckabgabe am anderen Ende des Flughafens gespurtet und mal wieder vor interessiert dreinblickenden blauen Männchen mein Gepäck geöffnet. Es war wider Erwarten nicht das Kilo Milchpulver (welches beim ungeübten Betrachter aufgrund von Farbe und Konsistenz durchaus den Eindruck eines Rauschmittels erwecken kann), was den Alarm ausgelöst hatte, sondern der gute Trangia, mit dem die Beamten nichts anfangen konnten. Nachdem ich hier ein wenig Aufklärungsarbeit geleistet hatte ging es im Spurt zurück zum Gate, nicht ohne vorher nochmal an der Personenkontrolle anstehen zu müssen. Endlich im Flugzeug (wir waren die Letzten) sollte ab jetzt Alles besser werden. Der Flug verlief unspektakulär, auch das Auschecken war nicht der Rede wert. Dublin erwartete uns mit frisch-windigem, leicht bis stark bewölktem Wetter, also kein Regen – super! Während wir auf den Airport-Shuttlebus warten grinst uns vom Boden ein allein gelassener 10€-Schein an, welchen wir dankend entgegennehmen und der uns die Fahrt bis in die Stadt spendiert. Der Bus fährt uns bis zum College Green und wir finden im Outdoorshop in der Chatham Street, Nähe Grafton Street auch sofort den erhofften Spiritus und decken uns mit 3x500ml ein. Es war gerade einmal 14:00, wir hatten also noch eine Menge Zeit bis uns der Bus von der Hauptstadt in die Pampa bringen sollte. Diese verbrachten wir zum großen Teil im St. Stephens Green Park, holten uns noch einen kleinen Snack sowie 2 Wasserflaschen im Londis (hierbei verrechnete sich der Verkäufer um 3€ zu unseren Gunsten – das Glück schien uns in Irland hold), genossen eine kurze gratis Shakespeare-Performance von Jugendlichen im Park, packten unsere Sachen um – die Rucksäcke waren nun im Wander-Modus – und machten noch ein Selbstportrait zum Beginn der Tour. Ein klein wenig Verwirrung wegen der Zeitverschiebung „bescherte“ uns noch eine weitere Stunde im Park.

    viel Zeit im St. Stephens Green - ein letzter Check der Ausrüstung


    das obligatorische Start-Foto

    Um 18:00 ging es dann endlich mit den St. Kevins Bus nach Glendalough, dem Ausgangspunkt unserer Tour. Dort angekommen stiefelten wir gleich los – unser Ziel war es noch heute das Tal westlich der beiden Seen zu verlassen. Das sehr schöne Wetter, die Tatsache endlich im Grünen zu sein und das überraschend gute Vorwärtskommen waren unserer Stimmung überaus zuträglich.

    die ersten Meter im Grünen - endlich gehts los

    Der erste Teil der Strecke weckte Erinnerungen bei mir, da ich hier schon 3 Jahre zuvor auf meinem ersten Irland-Trip unterwegs war. Damals war am Ende des Upper Lake, am Miners Village Schluss, diesmal sollte es deutlich weiter gehen. Zwischen Upper und Lower Lake machten wir eine erste kleine Fotopause um dann dem Wanderweg, zuerst noch auf befestigter Straße, an der Nordseite des Upper Lake vorbei zu folgen. Hier füllten wir unsere Wasservorräte an einem kleinen Bach auf und zogen optimistisch weiter Richtung Westen. Unser Optimismus wich nach einiger Zeit allerdings Resignation, da sich das Wetter verschlechterte, der Wind zunahm und es zu regnen begann. Wir beschlossen die Etappe für heute abzubrechen - die aufkommende Erschöpfung des Anreisetages tat sein Übriges - und verkrochen uns ohne Abendbrot ins Zelt.


    Glendalough Upper Lake, Ostufer
    Geändert von JeeWo (07.10.2015 um 23:54 Uhr)

  3. AW: IE – Wicklow Mountains – Wenn der Wicklow Way nicht ausreicht… (06/2011)

    #3
    Tag 2 – Samstag, 11.06.2011 – Glendalough – Fluss bei Laragh – 18km

    Unser Schlaf endet abrupt – der Wecker klingelt um 4:00 morgens. Kurz vor Sonnenaufgang, also Zeit aufzustehen und sich an die Arbeit zu machen... Unsere „Hoffnungen“, dass es wie am gestrigen Abend regnerisch oder zumindest bewölkt sein würde (was aufs Weiterschlafen hinausgelaufen wäre – in diesem Dilemma werden wir uns auf der Tour noch öfter wiederfinden), erwiesen sich als falsch – ein wunderschöner Morgen strahlte uns entgegen. Da half auch die größte Müdigkeit und die morgendliche Kälte nichts – also rein in die wärmsten Klamotten und mit Handschuhen und dicker Mütze raus ausm Zelt. Nach einer kurzen Jogging- und Klettereinlage war die erste Kälte verschwunden und wir realisierten, an was für einem großartigen Ort wir uns da eigentlich befanden. Unsere Stimmung war dementsprechend gut, viele Fotos wurden gemacht und als schließlich die Sonne ins Tal zog und damit den Motiven den besonderen Glanz nahm, packten wir unsere Sachen zusammen und nahmen ein ausgiebiges Frühstück (warmer Pudding mit Müsli) zu uns. Da es mit der Zeit immer wärmer wurde und die Sonne direkt im Tal stand hatten wir keine Mühe, das Zelt vom gestrigen Regenschauer zu trocknen.

    Frühstück im Sonnenschein

    Ich kletterte noch ein bisschen in den Felsen, während Sven sich schon auf den Abmarsch vorbereitete. Da ich also noch etwas nachzuholen hatte und darüber hinaus eine kleine Katzenwäsche im Fluss unternehmen wollte, ging Sven schonmal vor, den Aufstieg aus dem Tal vor sich. An einem Wasserfall auf etwa halber Höhe des Aufstiegs füllte er Wasser nach und wartete er auf mich Wir machten eine kleine Pause, genossen die Aussicht und schossen ein paar Fotos.

    Pause auf halber Höhe des Aufstiegs - Zeit für ein paar fotografische Albernheiten

    Nachdem auch der zweite Teil des Aufstiegs geschafft war, brauchten wir wieder eine Pause. Man merkte, dass wir diesen „Sport“ nicht regelmäßig machen, die 350hm zerrten schon ganz schön an den Kräften und das Gewicht des Rucksacks machte sich negativ bemerkbar. Wir waren eindeutig noch nicht eingelaufen…

    der Aufstieg erwies sich als anstrengender als gedacht...

    Wir folgten dem Wanderweg, der den Glenealo River über eine Holzbrücke quert, weiter über Holzplanken im Bogen am südlichen Kamm (genannt „the Spink“) des Tals entlang. Hierbei waren wieder einige Höhenmeter zu überwinden. Zu diesem Zeitpunkt trafen wir noch auf relativ viele Tagesausflügler. Klar – es war Samstag und die Sonne schien!

    die Kräfte lassen nach...

    Am höchsten Punkt machten wir die üblichen Bilder und folgten dem Weg bis an eine Abzweigung, an der es zum einen geradeaus wieder zurück Richtung Besucherzentrum und Parkplatz ging, zum anderen machte der Weg fast eine 180° Kurve und führte am Rand eines kleinen Waldstücks weiter Richtung Süd-Westen zum Tal Glenmalure. Dies sollte eigentlich unser Ziel für den heutigen Tag sein und so bogen wir ab. Unsere Kräfte sanken zusehends und mit dem einsetzenden Nieselregen sank auch unsere Stimmung auf einen kleinen Tiefpunkt. Den Aufstieg nahe an den Gipfel des Lugduff vor Augen, brauchten wir erstmal eine Pause und eine ordentliche Portion Trailsnack.


    ...und sind weg! Pause vor dem Aufstieg zum Lugduff

    Während wir also am Wegesrand mehr liegen als sitzen kommen in lockerem Tempo 2 Tagesausflügler an uns vorbei und sind schnellen Schrittes innerhalb kürzester Zeit schon fast wieder außer Sichtweite. Ein neidischer Blick auf deren Mini-Daypack-Rucksäcke lässt uns erahnen, warum sie so schnell vorwärts kommen, während wir uns mittlerweile ordentlich quälen müssen. Aber so eine Pause und eine Handvoll Nüsse wirken Wunder, wir raffen uns auf, „erstürmen“ den Berg bis auf eine Höhe von etwa 600m. Ab hier kommen wir auf dem Weg wieder sehr gut voran. Nachdem es den Tag heute bislang fast ausschließlich bergauf ging ist es schön, mal wieder auf einer Linie zu laufen. Langsam öffnet sich der Blick ins Glenmalure-Tal, welcher jedoch alles andere als spektakulär ist. Nachdem der Weg kurz Richtung Mullacor abzweigt befürchten wir schon, wir müssen da auch noch hoch.

    Blick Richtung Glenmalure. Links ist der Weg an der Flanke des Mullacor zu erkennen

    Zu unserer Begeisterung führt der Weg aber an der Flanke des Berges entlang in einen Wald und von da aus bergab ins Tal. Schon nach kurzer Zeit geht uns das Wandern im Wald ziemlich auf die Nerven, alles ziemlich öde und das Gewicht der Rucksäcke auf den Schultern meldet sich immer deutlicher zu Wort und will beachtet werden. Darüber hinaus knallt uns mittlerweile die Sonne ordentlich ins Gesicht und ich hole mir nen dicken Sonnenbrand. Sonnencreme hatten wir natürlich nicht dabei – wer konnte auch ahnen, dass in Irland so soft die Sonne schein? Der letzte Wetterbericht vor Abreise sah auch noch ganz anders aus…
    Nach einer schier endlosen Strecke langweiligen Waldweg erreichten wir gegen 17:00 die Military Road im Tal und machten erstmal eine ordentliche Pause. Wir kochten uns Nudeln mit Pesto – selten hat eine so einfache Mahlzeit so gut geschmeckt.

    wohlverdiente Pause an der Military Road. Die Nähe zum Anti-Dumper Schild in Verbindung mit unserem ausgebreiteten Hab und Gut brachte uns einige merkwürdige Blicke von Autofahrern ein...

    Unser eigentliches Tagesziel war erreicht, aufgrund mangelnder Zeltmöglichkeiten und der Tatsache, dass es noch recht früh war, entschieden wir uns nach ca. 1h, der Straße in Richtung der kleinen Ortschaft Laragh noch ein paar Kilometer weiter zu folgen und währenddessen abseits des Weges nach potenziellen Schlafplätzen Ausschau zu halten. Dies erwies sich als leichter gesagt als getan. Auf dem seichte Anstieg und anschließenden Weg über eine Bergkuppe wieder ein paar Höhenmeter hinab kamen wir zwar sehr gut voran, unser Zelt konnten wir aber nirgends aufschlagen. So langsam näherte sich der Abend und wir waren mit unseren Kräften am Ende. Nachträglich zeigt sich dies auch und vor allem darin, dass wir auf dem letzten Streckenabschnitt kaum Fotos gemacht haben. Und dies obwohl uns der schöne Blick von der Straße aus nach Osten über Weiden und Berge bis schließlich hin zum Meer ein bisschen vertröstet hat. Eine anhaltende Autofahrerin kann nur noch mitleidig gucken, als wir ihr Angebot uns bis nach Laragh mitzunehmen ausschlagen, da wir uns doch hier in der Umgebung einen Zeltplatz suchen wollen.
    Schließlich wurden wir aber doch noch fündig – in der Nähe einer Haarnadelkurve kreuzt die Straße einen Fluss, und ein wenig abseits der Straße konnten wir uns Richtung Flussbett durchschlagen. Zwar kein optimales Nachtlager, da recht abschüssig, aber das war uns zu diesem Zeitpunkt egal. Mit ein wenig Angst vor den zu erwartenden Verspannungen und Schulterschmerzen des nächsten Tages ging es auch an diesem Abend wieder ohne warmes Abendbrot ins Bett. Ich versuchte vorher am Fluss noch ein wenig verzweifelt durch ein paar Lockerungsübungen und viel frisches Wasser im Gesicht, den Tag einigermaßen schmerzfrei ausklingen zu lassen.

    Statt der eigentlich veranschlagten 11km waren wir an diesem Tag also 18km gelaufen. Es sollte die längste Etappe unserer Tour bleiben.


    Geändert von JeeWo (07.10.2015 um 23:58 Uhr)

  4. AW: IE – Wicklow Mountains – Wenn der Wicklow Way nicht ausreicht… (06/2011)

    #4
    Tag 3 – Sonntag, 12.06.2011 – bei Laragh – Glenmacnass Waterfall – 12,5km

    Maximize
    Minimize
    GPX-Track
    Für mehr Informationen, fahre mit der Maus über das Höhenprofil.
    Download GPX

    Pünktlich um 4:30 klingelte der Wecker und nach kurzer Absprache verschoben wir das Aufstehen um ein paar Stunden. Unser Gefühl sagte uns einfach: „Aufstehen ist jetzt keine gute Idee“! Nach dem gestrigen Tag kein Wunder…
    Etwa gegen 6 Uhr fing es dann an zu regnen. Obwohl wir unser Zelt unter ein paar Bäumen recht geschützt aufgebaut hatten, hörte sich das Prasseln der Regentropfen sehr „bedrohlich“ an - so wurde erstmal weitergeschlafen. Nach einiger Zeit machte sich dann aber der nicht optimale Schlafplatz bei mir bemerkbar, ich konnte nicht wirklich gerade liegen, rutschte dauernd von der Isomatte nach unten, alles in Allem also kein erholsamer Schlaf. Sven hingegen war das egal, er kann auch unter widrigsten Bedingungen zur Ruhe kommen, wofür ich ihn auf der Tour so einiges Mal beneidet habe.
    Da der Regen nicht nachließ und auch nach einer kurzen Inspektion des Himmels keine Besserung in Sicht war beschlossen wir gegen halb 11 unsere Regenklamotten einzuweihen. Nach kurzem Müslifrühstück im Zelt wurde also der feine Zwirn angelegt und alles mehr oder weniger wasserdicht verstaut (das Footprint erwies sich zum ersten Mal als nicht optimal – der Rucksack wurde über Nacht etwas feucht). Der Abbau des Zeltes im Regen ging etwas schief, das Innenzelt bekam etwas Regen ab, aber erstmal war uns das egal, alles wurde im Rucksack verstaut und los ging es. Auf den ersten Metern waren wir sehr froh zu merken, dass der letzte Tag bis auf ein paar Verspannungen im Nacken keine Spuren in Form von Muskelkater oder ähnlichen Bosheiten hinterlassen hatte. So kamen wir recht flott voran und folgten der Straße Richtung Laragh. Auf dem Weg gerieten wir noch mitten in ein großes Radrennen. Wir hatten die entsprechenden Markierungen auf der Fahrbahn schon gestern gesehen und fanden uns nun inmitten von gehetzten und pitschnassen Rennradlern wieder – die hatten sich das Wetter sicherlich auch anders vorgestellt.
    Unfallfrei kamen wir schon nach kurzer Zeit in Laragh an und wurden dort erstmal von einer Vielzahl von Hostels und Rastmöglichkeiten überrascht – der Ort lag am Wicklow Way und hatte sich darauf entsprechend eingestellt. An einer Tankstelle war es uns möglich, Seife (die ich im Potsdam vergessen hatte) nachzukaufen, außerdem konnte ich es nicht lassen und gönnte mir ein Päckchen mit frischem Obst, von dem ich noch den ganzen Tag zehrte. Weiter ging es dann im anhaltenden Regen über den Glenmacnass-River und dahinter parallel zum Fluss der Straße entlang. Diese sollte uns durch das Tal bis hinauf zum Glenmacness-Wasserfall bringen – unser heutiges Etappenziel.
    Da es allerdings öde ist auf der Straße zu laufen und man recht wenig von der Landschaft sieht beschlossen wir, die sich bietende Gelegenheit zu nutzen und einem Wanderweg zu folgen, der den Fluss wieder kreuzte und unserem Kartenstudium zufolge auf der Ostseite des Flusses ebenfalls Richtung Wasserfall führen sollte. Tja denkste, so einfach ist das nich und so mussten wir einige unnötige (Höhen)meter sowie eine ungeplante Flussquerung in Kauf nehmen…
    Zuerst führte der Weg durch einen schönen, nicht allzu dichten Laubwald, entfernte sich jedoch merkwürdigerweise immer weiter vom Fluss. Nach einigen nicht in der Karte verzeichneten Abzweigungen hatten wir Zweifel, noch auf dem richtigen Weg zu sein. Dieser führte nun bergauf, auf Serpentinen dem Brockagh Mountain entgegen und brachte uns unserem nächsten Wegpunkt nicht wirklich weiter. Vorbei ging es an ein paar Schafweiden, an denen uns ein Schild darauf hinwies, dass es hier verboten sei auf die Lämmer zu schießen – hm so mussten wir uns nun auch noch Gedanken über ein alternatives Abendessen machen Kurz bevor der Weg in einen dichten Nadelwald führte machten wir eine Pause an ein paar verfallenen Häusern, nahmen einen kleinen Snack zu uns und planten unsere weiteren Schritte. Unsere Karte half uns hier nicht groß weiter, wie es schien hatten wir uns verlaufen. Allerdings waren die Wege hier sehr gut ausgebaut und die frisch gefällten Bäume wiesen auf einen recht regelmäßigen forstwirtschaftlichen Verkehr hin. Uns war klar, dass wir wieder zur Straße auf der anderen Flussseite mussten und so beschlossen wird dem Waldweg weiter in Richtung Fluss zu folgen. Entweder sollte uns unten eine nicht eingezeichnete Brücke erwarten, im Inneren planten wir aber schon mit einer etwas feuchteren Methode den Fluss zu überqueren. Unten am Wasser war dann klar – wir müssen waten.


    niht gerade die optimale wat-haltung...

    Im Regen war dies natürlich nicht angenehm und es fiel schwer, am anderen Ufer wieder in die nassen Klamotten und hierbei vor allem die nassen Schuhe zu schlüpfen, aber da mussten wir jetzt durch. Drüben konnten wir die Straße nun sehr nahe hören, mussten aber zuerst noch durch mannshohe Farne, immer dem Geräusch ab und zu vorbeikommender Autos folgend. Schließlich trennte uns und die Straße ein recht hoher Stacheldrahtzaun, der aber an einer Stelle durch einen umgeknickten Baum niedergedrückt und somit passierbar war. Es war mittlerweile 16:30 und laut Navi trennten uns vom Wasserfall noch 4 ½ km. Also ging es weiter die Straße entlang, welche mit der Zeit immer mehr Steigung bekam und an Höhe gewann. Dann kam auch der Wasserfall in Sicht und man hatte endlich mal wieder ein Ziel, auf das man draufzugehen konnte. Uns wurde allerdings auch klar, dass es nicht möglich war, an den Fuß des Wasserfalls zu kommen – alles eingezäunt und in privater Hand. Also ging es weiter bergauf… Nach einer knappen Stunden, nur wenige hundert Meter vom Ziel entfern, machten wir eine Pause um unser Wasser an einem Kleinen Bach aufzufüllen. Zu diesem Zeitpunkt war noch kein möglicher Zeltplatz in Sich, zu beiden Seiten geht es seht steil auf bzw. ab und Zäune verhindern ein weiterkommen.


    Pause kurz vorm Ziel - 10 Minuten später schien die Sonne!

    Dafür hörte in just diesem Moment der Regen auf und innerhalb von 10 Minuten schien die Sonne auf unsere nun grinsenden Gesichter. So dehnten wir die Pause noch ein bisschen aus und schossen ein paar Fotos. Mit der Sonne wurden wir aber gleichzeitig von einer wilden Horde Midges überfallen, kleine Beißfliegen, die, wie sich später herausstellte nach dem Regen besonders aktiv sind. Diese kleinen Biester sollten uns von nun an auf unserer gesamten Tour begleiten und so manches Abendessen zur Hölle machen. An ruhiges Fotografieren war nicht mehr zu denken und so gingen wir schnell weiter Richtung Parkplatz hinter dem Wasserfall, immer in einem Tempo, in dem die Midges keine Chance hatten, uns zu verfolgen.


    Flucht vor den Midges - dafür SONNE!!

    Nach diesem kurzen Endspurt fanden wir oben hinter dem Parkplatz eine wunderbare Zeltstelle am Fluss. Ruhig gelegen, trocken und einfach idyllisch mit blick über die sich an den Wasserfall anschließende Hochebene. Wir bauten schnell unser Zelt auf, um es im letzten Tageslicht noch etwas durchzutrocknen und stellten uns auf einen gemütlichen Abend ein. Leider zog von Nord-Westen eine sehr dunkle Wolkenfront auf und wir deponierten unsere Sachen erstmal sicher im Zelt. Die gute Stimmung ging sofort etwas runter, dafür waren die Midges aber vorerst weg. Nach ein paar Fotos von der bedrohlichen Lichtstimmung fiel uns auf, dass sich die Wolken in keinster Weise näherten und, trotz Wind, am Horizont zu verharren schienen.


    kommt sie oder kommt sie nicht? vergebliches warten auf schlechtes wettter...

    Mit dieser Erkenntnis kamen auch die Midges wieder in Schwärmen und machten unsere Abendbrotspläne vorerst zunichte. Wir flüchteten vor den Viechern ins Zelt und hofften, der Regen würde sich doch noch nähern und die Biester vertreiben. Da diese Hoffnungen aber unbegründet waren und der Hunger langsam bedrohliche Züge annahm, erklärte Sven sich gegen 21:00 aufopferungsvoll bereit, sich der Armee der Fliegen zu stellen und draußen zu kochen, währen ich im schützenden Zelt ausharren sollte.


    fertig machen zum Kochen - Wer würde bei dem Blick vermuten, dass in Kürze eine Menge Fliegen in heißem Teig ihr Leben verlieren werden?

    So kam es dann auch, verhüllt vom Fliegengitter wurden leckere Eierkuchen gekocht, allerdings brachen wir mit unserer vegetarischen Tourverpflegung, da die Midges scheinbar eine Schwäche für den Teig hatten und sich todesmutig in die Pfanne stürzten und qualvoll eingebacken wurden… Naja selbst Schuld und wir aßen also Eierkuchen mit eingebauter Fleischbeilage. Dazu Zimt/Zucker und etwas Marmelade – lecker!! Nach dem Essen gehe ich noch fix raus, mache ein paar Fotos vom Zelt im Dunkeln und schlafe schließlich zufrieden gegen 23:30 ein.

    Zum Glück bescherte uns das Wetter einen trockenen Abend und eine trockenen Nacht, der Tag nahm doch noch ein gutes Ende und der schöne Zeltplatz entschädigte uns für so manchen Rückschlaf des Tages.

    Geändert von JeeWo (10.10.2015 um 19:35 Uhr)

  5. AW: IE – Wicklow Mountains – Wenn der Wicklow Way nicht ausreicht… (06/2011)

    #5
    Tag 4 – Montag, 13.06.2011 – Glenmacnass Waterfall – Lough Dan – 6,8km

    Maximize
    Minimize
    GPX-Track
    Für mehr Informationen, fahre mit der Maus über das Höhenprofil.
    Download GPX

    04:30 – Das gleiche Spiel wie jeden Tag, doch „zum Glück“ war es an diesem Morgen windig und bewölkt, so blieben wir entspannt im Zelt liegen und genossen den im Vergleich zum Vortag super entspannenden Schlaf bis gegen 09:00. Mittlerweile hatten sich auch die Wolken zum Teil verzogen und wir traten gut ausgeschlafen den nächsten Tag unserer Reise an. Dieser begann standesgemäß mit Müsli-Pampe vorm Zelt und einer ausgedehnten Fototour in der näheren Umgebung.


    Müslipampe macht müde Männer munter

    Anschließend packten wir langsam unser Zeug zusammen und bekamen Besuch von einem freundlichen Franzosen, der mit dem Auto angereist war und sich nach bei uns nach den Fischvorkommen am Wasserfall und der merkwürdig braunen Farbe des Flusswassers erkundigte. Wie auch immer, die Stimmung war super, die Sonne kam immer mal wieder durch und heute sollte es endlich mal abseits bekannter Wege und Straßen über Stock und Stein gehen. Die nächste positive Überraschung nach dem Aufsetzen der Rucksäcke – sie kamen uns im Vergleich zu den letzten Tagen überaus leicht vor. Sei es nun die mittlerweile weniger gewordene Verpflegung oder dass sich unsere Körper endlich an das Gewicht gewöhnt hatten (wahrscheinlich beides), es ging uns jedenfalls auf der Tour selten besser.


    auf gehts! endlich mal ein Stück abseits beschriebener Wege.

    Unser Plan war es, nach ein paar hundert Metern die Straße Richtung Osten zu verlassen und einen Pass zu überqueren, um anschließend am Hang des Scar den Lough Dan an der Südseite zu umrunden und an der Ostseite des Sees runter zum Wasser zu gehen. Der Weg nördlich des Sees sollte uns nach unserer Recherche durch einen steilen Hang versperrt sein. Schon nach kurzer Zeit beglückte uns der Weg durch eine wunderbare Aussicht ins Tal des Inchavore River, wir stiegen auf ca. 400m auf und hielten in etwa die Höhe an der Flanke des Scar. Nach einiger Zeit gestaltete sich das Vorwärtskommen allerdings ein wenig schwierig, hohes braunes Heidegestrüpp setzte uns ordentlich zu und (Tier)pfade waren nur sehr selten zu finden. Uns wurde klar, warum der Berg auch „Brown Mountain“ genannt wird…


    aah ja - "brown mountain"...

    Da sich der Weg immer weiter hinzog und uns der Blick auf den See durch immer neue Bergkuppen verwehrt blieb, sank unsere Motivation ein wenig. Vielleicht hing dies auch damit zusammen, dass das Kraut mittlerweile von Schienbein- auf Hüfthöhe angewachsen war. Wir machten einige kleine Fotopausen und freuten uns auf den baldigen Blick auf den See. Nachdem das braune Gestrüpp abgestorbenen Artgenossen und einer Vielzahl von Felsen gewichen war, konnten wir endlich einen Blick ins Tal und auf den See erhaschen. Verdutzt stellen wir fest, dass die Nordseite des Sees keineswegs blockiert ist und dort sogar ein Pfad entlang führt – ein am falschen Ort verlinktes Foto auf Google Earth hatte uns hinters Licht geführt. Tja so kanns gehen…
    Da wir das braune Zeug leid waren beschlossen wir, ordentlich Zeit und Weg zu sparen und einfach den sehr steilen Weg in Luftlinie hinab zum Tal zu nehmen und den See doch von Norden zu umrunden. SCHLECHTE ENTSCHEIDUNG! Ab jetzt beginnt der wahrscheinlich abenteuerlichste Teil unserer Tour…
    Also ging es los, Sven voran, immer der Nase nach Richtung Tal. Aus einem steilen Abstieg wurde ein sehr steiler Abstieg, aus abgestorbenem braunem Kraut wurde lebendiges, hüfthohes und schließlich brusthohes Kraut, der Untergrund wich einer Felslandschaft mit vielen tiefen Löchern zwischen den Steinen. Schlicht – man sah nicht wo man hintritt und musste jeden Schritt genau planen - es machte keinen Spaß.


    immer der Nase nach Richtung Tal - nicht immer eine gute Idee!!

    Nachdem jeder von uns vielleicht 3- oder 4-mal gestürzt war und Sven sich seinen Daumennagel sowie einen seiner Trekkingstöcker stark beschädigt (er konnte ihn aber wieder gerade biegen) hatte, brachen wir den direkten Abstieg ab. Wir blieben auf der Höhe und liegen ein Stück in die Richtung, aus der wir gekommen waren, da dort in kurzer Entfernung am Hang ein Waldstück begann, in dem wir uns einen weniger schwierigen Abstieg erhofften. Das Stück bis zum Wald war noch einmal sehr tricky und am Waldrand angekommen brauchten wir erstmal eine Verschnaufpause. Hurra, wir leben noch!
    Also hinein in den Wald, doch auch die beste Motivation (Sven: „Ich glaube ich sehe die Lichtung da hinten schon!“) half nichts, der Weg wurde nicht besser. Das braue Kraut und die schroffen Steine wichen einem feuchten, moosbewachsenen Steinfeld, die Steigung blieb. Die mit Moos und Klee bewachsenen Steine sahen zwar schick aus, trotzdem war der Abstieg nicht ungefährlich.


    nächste Prüfung - nasse, bewachsene Steine

    Als ob uns jemand prüfen wollte schloss sich an die Steine ein dichter Nadelwald mit einem Dickicht bis zum Boden an – keine Vorwärtskommen. Teilweise mussten wir – mit und ohne Rucksack – auf allen Vieren kriechen um den Ästen zu entkommen. An die Bäume schloss sich noch ein kleines Moor an und als wir endlich draußen, raus aus dem Wald und als wir uns auf einer ebenen, frisch gemähten Wiese wiederfanden, schmissen wir erstmal unsere Rucksäcke von uns, legten uns auf den Boden und machten eine Pause. An dieser Stelle begannen meine schon seit ein paar Jahre ruhenden Rückenschmerzen wieder real zu werden und den Rest des Tages konnte ich nur unter Schmerzen laufen. Zum Glück ließ sich dieses Problem durch regelmäßige Pausen in den Griff bekommen und in den darauf folgenden Tagen sollte der Rücken kein Problem mehr sein.
    Nach der Pause (ich ging die nächsten Meter mit meinen Campschuhen weiter, der Weg erlaubte es) suchten wir einen Weg über den sich im Tal schlängelnden Fluss, fanden schließlich nach kurzem Umweg eine seichte Stelle mit einer Art Brücke – wir kamen trockenen Fußes rüber.


    "Brücke" über den Inchavore River

    Von hier folgten wir mehreren kleinen ausgetretenen Pfaden und uns wurde klar, dass man wohl auch auf eine andere, weniger haarsträubende Weise ins Tal hätte kommen können. Es werden ja nicht alle Wanderer die von mir beschriebene Tortur mitmachen…
    Also ging es weiter, am wunderschönen Ufer des Sees (Strand!) vorbei und dann nördlich entlang. Nach kurzer Zeit konnten wir an einem Bach unsere Wasservorräte auffüllen. Dies war auch unbedingt notwendig, schon seit dem Abstieg ins Tal saßen wir komplett auf dem Trockenen. Am nördlichsten Punkt des Sees stießen wir auf ein altes Steinhaus (laut openstreetmap „Le Bas’s House“)und den Cloghodge River. Die Umgebung des Hauses und des Seeufers waren derart idyllisch, dass wir beschlossen unsere Tour für heute abzubrechen und hier am Seeufer zu übernachten. Wir hatten an dem Tag trotz geringer Kilometerzahl schon genug durchgemacht und ich war auch dank meines Rückens sehr froh über die recht frühe Ruhe. Direkt am Ufer des Sees fanden wir einen perfekten Platz für unser Zelt, bauten es auf und erkundeten ein wenig die Umgebung.


    Haus am See...

    Natürlich wurde eine Vielzahl von Fotos gemacht und das warme Licht und die Voraussicht auf einen schönen Sonnenuntergang über dem See (mittlerweile war der Himmel fast wolkenlos) steigerten die Vorfreude auf ein ausgiebiges Abendbrot. Vorher wollte ich noch ein erfrischendes Bad im See nehmen, die beachtliche Kälte schreckt mich aber zu sehr ab und so bleibt es bei der üblichen Katzenwäsche.
    Zum Abendbrot gab es lecker Bannock und Rührei mit Röstzwiebeln und Schnittlauch (wer sagt, dass Eipulver nicht gut schmeckt???), die Midges hielten sich die meiste Zeit über auf ein erträgliches Maß zurück. Vollkommen satt wurden dann noch ein paar Fotos vor, während und nach dem Sonnenuntergang gemacht und sich schließlich gegen 23:15 ins Zelt verzogen.
    Auch wenn wir heute nicht viele Kilometer gelaufen sind, so war es doch eine sehr abwechslungsreiche und aufregende Etappe, der Zeltplatz war für mich der Schönste der ganzen Tour!

    Geändert von JeeWo (10.10.2015 um 19:42 Uhr)

  6. AW: IE – Wicklow Mountains – Wenn der Wicklow Way nicht ausreicht… (06/2011)

    #6
    Tag 5 – Dienstag, 14.06.2011 – Lough Dan – Brücke über den Dargle – 12km

    Maximize
    Minimize
    GPX-Track
    Für mehr Informationen, fahre mit der Maus über das Höhenprofil.
    Download GPX


    Um 4:30 grüßte uns wie üblich der Wecker und im Gegensatz zu Sven, den es sofort aus dem Zelt trieb, blieb ich noch eine Weile liegen, da ich der Meinung war, meine Motive schon „im Kasten“ zu haben. Knapp zwei Stunden später begab ich mich dann ebenfalls ins Freie, machte doch noch ein paar Fotos und genoss das wunderbare Wetter. Nachdem wir das Zelt vom gröbsten Tau befreit und das Oberzelt zum Trocknen aufgehängt hatten, holte uns das letzte Abendessen wieder ein und es ging ans Abwaschen. Hierbei schworen wir uns in Zukunft nur noch auf die beschichtete Variante der Trangia-Pfanne zu vertrauen – die unbeschichtete Variante verband eine enge Freundschaft mit angebrannten Bannock-Resten und ließ sich nur unter sehr großer Anstrengung reinigen… Nachdem auch diese Hürde genommen war, gab es leckeren Vanillepudding zum Frühstück, allerdings „to go“, da uns so früh die Midges schon einen Besuch abstatteten und wir immer in Bewegung bleiben mussten, um unser Essen und uns selbst zu retten.


    Blick aus dem Zelt - da macht das Aufstehen doch gleich doppelt Spaß!

    Gegen 10 Uhr bauten wir das Zelt ab, ich holte noch einmal an der Stelle von gestern Wasser und wir machten uns auf den Weg entlang einer alten Mauer in Richtung Lough Tay. Unser Plan für heute war es außerhalb des Tals wieder auf den Wicklow Way zu treffen und diesem über den White Hill in Richtung Nord-Osten zu folgen. Auch heute machte uns (bzw. besonders mir) der starke Sonnenschein zu schaffen und ich tat mein Bestes mich zu vermummen und meine eh schon rotes Gesicht vor den Sonnenstrahlen zu schützen. Dafür war aber perfektes T-Shirt-Wetter
    Der erste Teil der Strecke glich einem Besuch im Wildtiergehege, zu beiden Seites des Weges jenseits der flachen Steinmauern tummelten sich eine Vielzahl von Rehen und Schafen und wir kamen gut voran. Durch einen kleinen Wald landeten wir in einer kleinen Siedlung, in der wir eine Pause machten und uns einige Tages-Ausflügler in Richtung „unseres“ Lough Dan begegneten.


    Blick Rückwärts zum "Eingang" zum Lough Dan

    Wir folgten der Straße steil hinauf aus dem Tal. Anstatt den Serpentinen zu folgen hätte auch noch die Möglichkeit bestanden, querfeldein einem Trampelpfad dem Berg steil in Luftlinie hinauf zu erklimmen, was wir aber in Erinnerung unser gestrigen Erfahrung mit Abkürzungen dankend ablehnten. An der Landstraße angekommen folgten wir dieser etwa einen halben Kilometer zu einem Aussichtspunkt auf den Lough Tay. Wir machten ein paar Fotos, fühlten uns aber aufgrund der großen Anzahl an Touristen und Ausflüglern vor Ort ein wenig unwohl und wollten so schnell wie möglich weiter. Beim Blick hinunter auf den Lough Tay bemerkten wir dann, dass es ein Foto eben dieses Sees war, welches uns gestern auf die falsche Fährte lockte, da es in Google Earth als ein Bild des Lough Dan beschrieben war und ein Umrunden des Sees am nördlichen Ufer als unmöglich erschienen ließ. Egal, wir liefen zurück die Straße entlang und nach kurzer Zeit dem Wicklow Way folgend in ein Waldstück hinein. Einen weiteren Aussichtspunkt auf den Lough Tay ließen wir links liegen, da man schon von weitem den vollen Parkplatz und einige Reisebusse erkennen konnte, die dort ihre Ladung ausspuckten. Der WW erwies sich als sehr gut ausgebaut, breit und leicht zu gehen. Nach kurzer Zeit führte er allerdings steil aufwärts zum Gipfel des White Hill. Der Aufstieg belohnte uns mit einer grandiosen Aussicht nach Westen zum Lough Tay, Lough Dan und andere Teile der Wicklow Mountains. An einem Denkmal für J. B. Malone (Begründer des Wicklow Way) machten wir eine kleine Pause samt Gruppenfoto.


    am J.B.Malone Denkmal

    Hier trafen wir auch zum ersten Mal auf unserer Tour auf ein paar Deutsche, versuchten aber solange wie möglich „undercover“ zu bleiben und uns nicht zu erkennen zu geben. Passenderweise kamen pünktlich mit den Deutschen auch ein paar Panzer und einige Militärfahrzeuge die Straße unter uns entlanggefahren…
    Da es am Denkmal aber recht kühl und windig war gingen wir dann auch rasch weiter bis wir auf 630m den Gipfel des White Hill und damit den höchsten Punkt der Tour erreiche sollten.


    auf dem WW Richtung White Hill

    Der Wicklow Way war an dieser Stelle stark frequentiert, allerdings dem Gepäck der Wanderer nach zu urteilen lediglich von Tagesausflüglern. Menschen mit ähnlich großen Rucksäcken wie unseren suchten wir vergebens. Hinter dem Gipfel ging es langsam bergab, an der Ostflanke des Djouce Mountain (777m) entlang weiter Richtung Nord-Osten. Die Kilometer verpflogen und so langsam schwanden trotz der noch frühen Tageszeit unsere Kräfte, der kalte Wind tat sein Übriges.


    an der Flanke des Djouce

    Nach einer Weggabelung folgten wir dem Weg noch einen guten Kilometer bis zum Fluss Dargle, den der Wicklow Way über eine Holzbrücke kreuzt. Hier fanden wir einen scheinbar oft genutzten Zeltplatz, der zwar mit niedrigem Gras, gradem Untergrund und schöner Lage punkten konnte, allerdings aufgrund der häufigen Nutzung mit vielen Feuerstellen, etwas Müll und umfangreichen Klopapierhügeln den Eindruck der natürlichen Umgebung verzerrte. Naja dies uns zu diesem Zeitpunkt egal, wir brauchten eine Pause (es war ca. 16:30) und beschlossen den Tag hier ausklingen zu lassen und ein paar Kräfte zu sparen. Zum Glück blieben wir in dieser Nacht die einzigen Besucher der Zeltwiese… Da wir nun viel Zeit hatten, entspannten wir uns erstmal, lagen einige Minuten einfach nur rum und dösten und nahmen einen kleinen Snack zu uns.


    Pause am Dargle - sie war nötig!!

    Wir probierten die fertige Couscous-Mischung mit Pilz-Knoblauch-Geschmack ausm Rewe aus. Fazit: Naja kann mensch essen…macht satt, ist allerdings als Hauptmahlzeit nicht wirklich zu empfehlen. Als Beilage aber allemal. Nach langsamen Zeltaufbau machten wir noch ein paar Fotos, ich wusch ein paar Klamotten im Fluss und beschäftigte mich mit der Pflege meiner Kameraausrüstung. Das Wetter zog sich allmählich zu, es wurde kühler und ein paar Regenwolken zeigten sich am Himmel, die sich aber zum Glück wieder verzogen oder an den Bergen um uns herum hängen blieben.


    Zeltplatz, von der "weißen Wüste" mit den Klopapierbergen aus gesehen

    Gegen 20:00 gab es dann Abendbrot (Milchreis mit Zimt/Zucker) und weitere dunkle Wolken zwangen uns dazu, unsern Zeltplatz und die Apside regensicher zu machen. Ich blieb daraufhin gleich im Zelt liegen, fühlte mich nicht so wohl, fror etwas und war schließlich froh, im warmen Schlafsack bleiben zu können. Sven machte nach Sonnenuntergang noch ein paar Fotos, war dann aber auch recht fix im Zelt, als es leicht zu regnen anfing und eine nächtliche Foto-Session zunichtemachte. Gegen 22:00 war der Tag für uns beide beendet.

    Geändert von JeeWo (10.10.2015 um 19:47 Uhr)

  7. AW: IE – Wicklow Mountains – Wenn der Wicklow Way nicht ausreicht… (06/2011)

    #7
    Tag 6 – Mittwoch, 15.06.2011 – Brücke über Dargle – Cloon – 10km

    Maximize
    Minimize
    GPX-Track
    Für mehr Informationen, fahre mit der Maus über das Höhenprofil.
    Download GPX


    Heute Nacht stellten wir uns keinen Wecker und blieben etwas länger im Zelt liegen. Da wir bisher auf unserer Tour gut voran kamen und unserer Planung voraus waren, konnten wir die letzten Tage ruhig angehen lassen. Somit war selbst um halb 9 im Zelt noch Zeit für ein weiteres Nickerchen bzw. für ein bischen Musik aus dem mp3-Player. Das Wetter zeigte sich recht bewölkt, allerdings regenfrei und so machten wir nach dem Aufstehen noch ein paar Bilder und aßen eine große Schale Müsli, bevor wir uns Gedanken übers Aufbrechen machten. Ich nutzte die Zeit und wusch meine Haare im Fluss – welch eine Erfrischung! Jetzt konnte es losgehen! Es war mittlerweile 12:00 und wir machten uns auf den Weg über die Brücke und ein Stückchen am Hang den Berg Maulin empor. Wir folgten dem leicht abschüssigen und sehr angenehm zu gehenden Weg und konnten einen schönen Blick auf den Powersourt Wasserfall erhaschen. Nachdem wir den Maulin quasi umrundet hatten konnten wir in das dahinter liegende Tal des Glencree River bis hin zum Knockree und dem Prince Williams Seat werfen.


    auf dem WW Richtung Glencree - im Hintergrund ist das Meer zu erkennen

    Hinter dieser letzten Bergkette sollte schon Dublin und damit das Ende der Wicklow Mountains liegen – uns wurde bewusst, dass sich unsere Reise langsam dem Ende näherte.
    Eine Vielzahl der uns nun mittlerweile gut bekannten Orchideenart säumte den Nordhang des Maulin, wir machten eine Pause und hielten die Aussicht fotografisch fest. Daraufhin folgten wir dem Weg, welcher uns an dieser Stelle schon ein wenig zu breit und gut ausgebaut war, weiter ins Tal. Dieser glich eher einer Schotterstraße und so wirklich kam hier kein „Natur-Gefühl“ auf.


    Selbstbild im Spiegel

    Nachdem wir eine Straße passiert hatten, kamen wir schließlich zur Brücke über den Glencree River, machten auf der anderen Seite eine ausgiebige (Foto-)Pause und aßen eine Kleinigkeit.


    Pause am Glencree River

    Ein Stückchen weiter den Weg entlang (hier war dieser von einer Menge ausgetretener Zelt- und Feuerstellen gesäumt) trafen wir auf ein älteres Pärchen, welches sich darüber stritt, ob die braune Färbung des Flusses vom Boden oder vom Wasser an sich herrührte. Schließlich schlossen sie eine Wette ab und füllten eine ihrer Trinkflaschen mit dem Flusswasser – der Mann gewann die Wette! Nachdem wir eine kurze Zeit dem Flussverlauf gefolgt waren ging es steil bergauf wieder aus dem Tal heraus. Die Sonne kam heraus und brachte uns ordentlich zum Schwitzen. An der nächsten Straße verließen wir nun endgültig den Wicklow Way (welcher an dieser Stelle nach Osten abbog) und folgten der Straße nach Westen. Unser Plan war es nicht dem klassischen WW über den Prince Williams Seat zu folgen, sondern in einem Bogen das Glensamole Reservat (hier sollte es nach unserer Recherche eine Vielzahl von fotogenen Orchideenarten geben) anzusteuern und von da aus über den Hellfire Club nach Dublin zu wandern. So folgten wir der Straße bis diese in eine etwas größere Landstraße überging. Gut, „groß“ ist hier sehr relativ – selbst auf der in unserer Karte schon ordentlich dick eingezeichneten Landstraße hätten nur schwerlich und an wenigen Stellen zwei Autos nebeneinander Platz gehabt.


    Vermummungs-Taktik gegen die Sonne - Luxusprobleme...

    Da wir sehr schnell voran kamen und noch ganze 4 Wandertage für das letzte kurze Stück zur Verfügung hatten beschlossen wir auch hier wieder schon recht zeitig am Nachmittag nach einem Zeltplatz in der Nähe der Straße Ausschau zu halten. Fündig wurden wir in der Nähe eines Parkplatzes an einer Stelle des Curtlestown Wood, der in unserer Karte mit „Cloon“ bezeichnet war. Der Parkplatz bot eine nette Aussicht zurück nach Süden ins Glencree Tal und von der Straße führte ein Wanderweg in den Wald, der sehr stark verwildert war und nach wenigen Metern vor einem verschlossenen Tor endete. Hier war seit Ewigkeiten niemand mehr vorbei gekommen und so beschlossen wir, unser Zelt auf dem Weg vor dem verschlossenen Tor aufzubauen. Diese Stelle war der mit Abstand unidyllischste Zeltplatz der gesamten Tour – teilweise lagen auf dem Weg große Müllberge und anderes Gerümpel. Auch der alte zerrissene Schlafsack, aus dem einige Pflanzen wuchsen und im schlimmsten Fall eine Leiche beinhaltete trug nicht gerade zum Charme der Ecke bei.


    es muss ja nicht immer ein Schlafplatz mit Seeblick sein...

    Naja uns sollte es egal sein, wir wollten heute nicht noch weiter gehen und wenigstens hatten wir hier unsere Ruhe. Aufgrund des recht hohen Midges-Vorkommens beschlossen wir erst mal das Zelt aufzubauen, wobei mir ein ordentliches Malheur passierte: Beim Absetzen des Rucksacks blieb mein Stativ, welches außen am Rucksack befestigt war, mit einem Bein an einem Holzgeländer hängen, ich hörte nur den Aluguss platzen und die Beinwinkelverstellung war dahin…das schöne teure Feisol.
    Dementsprechend war meine Stimmung für den Rest des Tages auch ziemlich im Eimer, wir packten unser Zeug ins Zelt und warten aufs Abendbrot. Währenddessen sammelte sich eine Vielzahl von Fliegen zwischen Innen- und Außenzelt. Ein bisschen gruselig, aber sie blieben zum Glück draußen!


    Fliegen-Orgie zwischen Innen- und Außenzelt. Hat da jemand die Party auf Facebook angekündigt?

    Gegen 18:30 machte sich Sven auf die Suche nach Wasser und wurde auch nach kurzer Zeit fündig. Darüber hinaus entdeckte er noch einen ganz passablen neue Zeltplatz, da dies aber bereits aufgebaut war und sich unsere Motivation zum Umziehen in Grenzen hielt, blieben wir in unsere schaurig-schönen Ecke. Zum Abendbrot essen ging es hinunter zum Parkplatz – es gab eine riesen Portion Nudeln mit Tüten-Tomatensuppe. Rischtisch Lecka!
    Während des Essens bekamen wir Gesellschaft von einem jungen Pärchen, welches uns erzählte, dass sie kürzlich in die Gegend gezogen seien und jetzt bei gutem Wetter abends mit ihrem VW-Bus durch die Gegend fuhren, um es sich an einer schönen Stelle gemütlich zu machen und sich den Sonnenuntergang anzugucken. Die machens richtig! Wir kamen ins Gespräch und schließlich klärten sie uns über die „Viecher“, also die kleinen fliegenden, allgegenwertigen Biester auf, die einem das Campen hier vermiesen können. Ab jetzt hatte das Übel einen Namen – die „Midges“! Auf die Frage nach einem Schutzmittel konnten sie uns aber auch nicht so wirklich weiterhelfen. Normales Mückenmittel sei für diese Viecher viel zu schwach – wenn es bei Mücken 4h wirken würde, wäre es bei den Midges höchstens eine halbe Stunde…
    Nun gut, eine halbe Stunde Ruhe ist besser als gar keine und so wollten sie uns zuerst auch etwas von ihrem Mückenmittel geben, konnten es dann aber in ihrem Bus nicht finden. Als Trost schenkten sie uns dafür aber je einen Twix Später machten wir dann den Abwasch, Sven zog es in den Wald zum Fotografieren, ich erkundete allein ein bisschen die Gegend und kletterte über den Zaun hinter unserem Zelt, allerdings ohne irgendwas Tolles zu entdecken. Gegen 22:00 fanden wir uns dann wieder im Zelt ein und gingen schlafen, vorher aßen wir aber noch genüsslich unsere Trost-Riegel.

    Geändert von JeeWo (10.10.2015 um 20:11 Uhr)

  8. AW: IE – Wicklow Mountains – Wenn der Wicklow Way nicht ausreicht… (06/2011)

    #8
    Tag 7 – Donnerstag, 16.06.2011 – Cloon – Upper Lough Bray – 6,5km

    Maximize
    Minimize
    GPX-Track
    Für mehr Informationen, fahre mit der Maus über das Höhenprofil.
    Download GPX


    Der Tag beginnt mit einem kleinen Ständchen meinerseits – Sven hat heute Geburtstag und was gibt’s schöneres als von meiner sirenengleichen Stimme geweckt zu werden...naja zumindest hat es die Midges verscheucht! Also nach dem Austausch der Glückwünsche ging es gegen halb 9 hoch und hinaus, wieder runter zum Parkplatz zum Frühstück. Das von mir vorbereitete Special-Bio-Schoko-Müsli war leider in den letzten Tagen etwas feucht und damit nicht mehr knusprig sondern pappig geworden, aber egal, der Gedanke zählt und Sven verschlang die riesen Portion auf der Stelle. Nach dem Abwaschen holten wir noch Wasser an einem nahegelegenen Bach, machten ein paar Fotos und zogen etwa gegen 11:30 los, der Straße weiter nach Westen folgend. Wir waren unserer Routenplanung in etwa einen Tag voraus und so hatten wir uns vorgenommen auf dem Weg nach Glensamole noch einen Zwischenstopp am Lough Bay zu machen. Auf dem Weg dorthin waren wir auf einmal verwundert, am Straßenrand ein Schild mit deutscher Beschriftung zu sehen – wir standen vor dem „Glencree German War Cemetery“. Erst die Panzer auf der Straße in der Nähe des Lough Dan und nun das…
    Wir sahen uns kurz um, machten eine kleine Pause und als dunkle Wolken aufzogen flüchteten wir in einen sich auf dem Friedhof befindende künstliche Höhle (oder sowas in der Art). So überstanden wir den einsetzenden Hagel- und Regenschauer kartenspielend und trocken – sind deutsche Soldaten also doch zu was gut…
    Mit dem Bewusstsein, dass unsere heutige Tagesroute alles andere als lang wird ließen wir uns Zeit und kamen erst wieder aus unserem Versteck hervor, als sich die Wolken komplett verzogen hatten und auch schon wieder blauer Himmel zu sehen war. Wir folgten der Straße weiter, nach einer Haarnadelkurve am Ende des Tals, ging es etwas aufwärts, vorbei am “Glencree Centre for Peace and Reconcillation“ bis wir schließllich an der Kreuzung ankamen, an der zum einen die Straße nach Glensamole und zum anderen der Weg zum Lough Bray abzweigte.


    kurz vor der Abzweigung zum Lough Bray

    Wir schlugen also den Weg Richtung See ein und nach kurzer Zeit erreichten wir ein Haus, neben dem der auf unserer Karte eingezeichnete Weg zum Lower Lough Bray abzweigte. Dieser war allerdings über und über mir „Privatgelände“ und „Betreten verboten!“ Schildern überhäuft, so ließen wir es an dieser Stelle sein und folgten der Straße noch ein Stück weiter am Haus vorbei, um dort einige Trampelpfade in Richtung See zu finden. Auch hier standen neben den schon gut ausgetrampelten Pfaden wieder eine Menge Schilder, die nicht gerade auf gastfreundliche Besitzer/Pächter/wasauchimmer schließen ließen. Es schien uns als sei der ganze See in privater Hand und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, die Pfade führten allesamt im Bogen um den Lower Lake herum in Richtung des Upper Lake. Gut, also versuchten wir es einmal in dieser Richtung. Nach kurzer Steigung konnten wir einen Blick auf den Lower Lake werfen und am Nord-West-Ufer ein sehr großes Anwesen, ähnlich einem Schloss, samt eigenem Strand und Bootssteg ausmachen. Dort führte also die nicht zugängliche Straße hin. Hier hatte sich jemand ein verdammt schönes Plätzchen ausgesucht, nur schade, dass dadurch alle anderen Menschen von der Schönheit des Sees ausgeschlossen wurden.


    Das Haus am See gab ein gutes Motiv ab - Paparazzi bei der Arbeit

    Unser weiterer Weg zum Upper Lough Bray wurde immer wieder durch ein paar kurze Regenschauer unterbrochen und der Wind pfiff stark und kühl. Zu unserer Erleichterung war der zweite See zugänglich und scheinbar nicht in privater Hand. Am Süd-West-Ufer fiel die Landschaft steil zum See ab, der östliche Uferbereich lag ebenfalls einige Meter über dem Seespiegel und war fast komplett mit braunem Gestrüpp bewachsen – nicht gerade die besten Voraussetzungen einen Zeltplatz zu finden…
    An einer „einigermaßen“ ebenen Fläche bauten wir das Zelt auf, welches letztendlich doch ziemlich schräg und hügelig stand. Einen besseren Platz fanden wir aber trotz intensiver Suche nicht und so stellte ich mich schon einmal auf eine sehr unbequeme Nacht ein.



    Zeltplatz am Upper Lough Bray

    Mittlerweile war es ca. 14:30 und wir nahmen uns die Zeit uns ein wenig umzuschauen um zu realisieren, dass es uns hier an ein verdammt schönes Plätzchen verschlagen hat. Gerade als wir aber (u.a. noch einmal zum Lower Lake) losziehen und Fotos machen wollten kam der nächste Regenschauer. Wir flüchteten also ins Zelt und harrten aus. Dieses Spiel sollte von nun an den gesamten Nachmittag so weiter gehen. Aufgrund der steilen Felswand an der Westseite des Sees konnten wir nur sehr wenig von dem Wetter sehen, was auf uns zu kam und die nächsten Stunden wechselten sich immer wieder Schauer und Sonnenschein ab, sodass wir immer nur kurz und in hohem Tempo das Zelt verließen, schnell einige Fotos machten um dann wieder im Laufschritt zurück zum Zelt zu flüchten.


    Warten auf die nächste Regenpause

    Mit der Zeit schien es sich aber einzuregnen, die Regenpausen wurden immer kürzer – naja, dafür gab es an diesem Abend keine Midges! Nach dem Abendessen (Eierkuchen mit Marmelade, als Nachtisch Vanillepudding) verschoben wir den Abwasch aus Faulheit auf den nächsten Morgen. Was sich nicht so einfach verschieben ließ war aber das Chaos im Zelt, also galt es erstmal aufzuräumen und die Kojen herzurichten. Die Lage des Zeltes machte hierbei allerdings normales Sitzen und Sachen und Rucksack packen so gut wie unmöglich. Vor dem Schlafengehen tauschten Sven und Ich noch einmal die Seiten im Zelt. Wie schon erwähnt bin ich deutlich empfindlicher was den Schlafplatz angeht und so nahm ich in der dem See zugewandten Seite des Zeltes Platz. Wir hatten uns aufgrund des starken Windes dazu entschieden, das Zelt in den Wind zu stellen, sodass keine Positionierung gemäß Kopf-ans-obere-Ende-der-Steigung möglich war. Mein Schlafplatz glich so mehr oder weniger einer Hängematte, ich hing teilweise schon sehr weit in den Seitenwänden des Zeltes. Sven ging es aber auch nicht besser, er rutschte ständig in meine Richtung und so lagen wir schließlich so eng aufeinander, dass auf der 1,30m Liegefläche des Hubba Hubba noch eine dritte Person Platz gefunden hätte. So lagen wir also, ich schlief glücklicherweise sehr schnell ein und wurde gegen 23:15 schließlich noch einmal von Sven geweckt, der sich noch einmal auf den Weg machte und Fotos vom Zelt machen wollte, welches ich dabei beleuchten sollte. Außerdem zeigte sich zeitweise sogar der angekündigte Vollmond.


    schiefes Zelt bei Vollmond

    Nachdem auch das erledigt war, kamen wir endgültig zur Ruhe. Allerdings wurde ich nachts immer wieder wach, da das Wetter immer stürmischer und regnerischer wurde und der Wind ordentlich am Zelt und an meiner „Hängematte“ zerrte…


    Geändert von JeeWo (10.10.2015 um 20:18 Uhr)

  9. AW: IE – Wicklow Mountains – Wenn der Wicklow Way nicht ausreicht… (06/2011)

    #9
    Tag 8 – Freitag, 17.06.2011 – Upper Lough Bray – Glenasmole Reservoir – 12,5km

    Maximize
    Minimize
    GPX-Track
    Für mehr Informationen, fahre mit der Maus über das Höhenprofil.
    Download GPX


    04:30 – es regnete, also wurde weitergeschlafen! Schwieriger gesagt als getan… Da ich mein Ohr direkt an der Zeltwand hatte, glichen die Regentropfen beim Aufprall explodierenden Sylvesterraketen und der Wind drückte die Zeltwände immer wieder immer dichter an mich heran. Länger als eine halbe Stunde Schlaf am Stück war nicht drin und so verbrachte ich den Morgen abwechselnd mit Lesen, Musik hören und dem Versuch zu schlafen in der Hoffnung, der Regen und/oder der Wind würden sich mal legen. Wir warteten vergeblich, beratschlagten uns und hatten schließlich zu Mittag die Schnauze voll vom Zelt. Für ein ausgiebiges Müslifrühstück fehlte uns das Wasser (keiner wollte jetzt rausgehen und welches holen) und so stopften wir uns mit Nüssen und Schokolade voll.
    Gegen 13:30 packten wir dann zusammen, schmissen uns in die Regenklamotten und wollten schon aufbrechen, als wir uns an den nicht erledigten Abwasch vom Vorabend erinnerten. Tja da musste ich jetzt durch, aber schön war es nicht… Der anschließende Zeltabbau gestaltete sich auch nicht gerade als optimal, das Innenzelt wird ordentlich nass und wir hätten beinahe einen Hering und meinen mp3-Player (welchen ich beim Einpacken im Zelt vergessen hatte) im Gras verloren und vergessen. Ordentlich demotiviert ging es dann endlich gegen den Wind und mit Sprühregen von allen erdenklichen Seiten Richtung Straße. Die Pfade waren durch den Regen inzwischen ordentlich matschig und schwer zu gehen und wir kämpften uns in Süd-Ost-Richtung auf kürzestem Weg zur Straße vor. Nachdem dies geschafft war füllten wir schnell unsere Flaschen mit mehr oder weniger sauberem Wasser auf und liefen schnellen Schrittes die Straße weiter nach Norden, vorbei an der Kreuzung von gestern und bergauf schnurstracks zum Glenasmole Trinkwasser-Reservoir.

    Das Wetter wurde nicht besser und nachdem wir eine Hochebene erreicht hatten, kam auch noch starker Nebel hinzu. Also Regen, so gut wie keine Sicht, wenigstens der Sturm hatte etwas nachgelassen. Die kahle Hochebene hatte bei diesen Verhältnissen etwas Unwirkliches und eine sehr eindringliche Atmosphäre. Leider gibt es von diesem Streckenabschnitt keinerlei Fotos, dies ließ unsere Stimmung und die Sorge um die Wasserdichtigkeit der Technik nicht zu. Außerdem könnte man das Erlebte dort auch nicht angemessen auf Bildern festhalten.
    Gegen 16:30 erreichten wir „The Featherbeds“ und die Abzweigung ins Tal Richtung Saint Ann‘s Well und Castlekelly.


    ein Männlein steht im Regen... Abzweig nach Glensamole

    Nach nur wenigen Metern riss der Himmel am Horizont auf und gab den Blick Richtung Tal frei. Innerhalb kurzer Zeit verschwand ein Großteil des Nebels auch um uns herum und schließlich hörte es sogar auf zu Regnen - wir standen plötzlich im Trockenen dar! Ein besseres Timing hätte es kaum geben können.



    über dem Tal klart es auf - wir sind sichtlich begeistert!

    So setzten wir unseren Weg ins Tal deutlich besser gelaunt fort und malten uns schon aus, wie wir unten am See einen perfekten Zeltplatz finden würden um unsere Sachen zu trocknen. Obwohl wir weiter einer Straße folgten und die Landschaft sehr übersichtlich war fiel es uns kurzzeitig schwer den kürzesten Weg zum Wasser zu finden, da unsere Karte durch den Regen ordentlich durchnässt und nur noch schwer zu entziffern war. Schließlich fanden wir hinter der Siedlung Cunnard den von uns gesuchten Wanderweg, der hier fast senkrecht zur Straße in direkter Linie zum See führen sollte. Der Wegverlauf war allerdings überaus kurios und sorgte trotz umfangreicher Beschilderung für eine Menge Verwunderung. So fanden wir uns schon nach kurzer Zeit mitten auf einer Schafweide wieder, gelangten so zu ein paar Streicheleinheiten und den erhofften Weitwinkel-Aufnahmen der Tierchen.


    ein paar Streicheleinheiten - schwer zu sagen wer von Beiden gerade mehr Spaß hat...

    Nach Überquerung der Weide standen wir nun vor einem geschlossenen Friedhofstor und auch hier ging es mitten hindurch. Die Beschilderung setzte sich sogar zwischen den Gräbern fort.


    der weg führte wirklich über den Friedhof

    Unten am See angekommen hielten wir gespannt nach den versprochenen Orchideen-Arten Ausschau, wurden aber bitter enttäuscht. Lediglich eine andere (unspektakuläre) Art ließ sich während unseres ganzen Aufenthalts im Reservoir neben der hier schon oft gezeigten und uns die ganze Tour begleiteten Abart finden.
    Wir folgten dem Weg nach Norden um den See über einen Staudamm zu überqueren und konnten auf der anderen Seeseite schon einige richtig gute Zeltstellen erkennen. Mittlerweile kam sogar die Sonne raus und in der Tat fanden wir eine große, gemähte und vor allem ebene Fläche für unsere Unterkunft. Neben dem Zelt befand sich sogar eine Bank-Tisch-Kombination, ob gedacht für Camper oder Tagesausflügler konnten wir nicht sagen, aber es war purer Luxus.


    Zeltplatz ohne Schnörkel

    Wir bauten sofort das Zelt auf, versuchten die Pfützen aus dem Innenzelt zu kriegen und stellten es ohne Außenzelt zum Trocknen auf. Daneben legten wir unsere Wanderkarte. Ich begab mich auf eine kleine Erkundungstour entlang am Ufer des Sees und hielt nach möglichen Wasserquellen Ausschau. Unsere Vorräte gingen zu neige, leider war der Zufluss zum See so gut wie nicht vorhanden und auch sonst ließen sich die in der Karte eingezeichneten Bäche nicht finden… Sven blieb währenddessen beim Zelt und machte vor Ort ein paar Fotos. Außerdem bereitete er schon das Abendessen vor und als ich wieder am Zelt war gab es leckeren Kartoffelbrei speciale und eine große Portion Rührei (wir hatten noch sehr viel Eipulver über).
    Nach dem Essen vergaben wir unserem Zelt zufrieden das Prädikat „trocken“, räumten es entgültig ein und warfen das Überzelt drüber. Während sich Sven am See mit dem Abwasch beschäftigte wollte ich noch einmal die Nordseite des Sees nach möglichen Zuflüssen und Wasserquellen absuchen (auf der Karte waren hier ebenfalls einige Bäche eingezeichnet), musste die Suche aber schon nach kurzer Zeit abbrechen, da sich ein weiterer Schauer ankündigte und ich mich an die noch zum Trocknen ausgebreitete Karte erinnerte. Also schnell zurück und das gute Stück sichern. Der Schauer erwies sich als Farce, allerdings fielen nun die Midges über uns her. Den Tag über hatte es geregnet und nun hatte es aufgehört, dazu war es fast windstill – wir hätten es wissen müssen! So machten wir fix noch ein paar Fotos vor Ort, ich konnte wenige Meter entfernt an einer Weide trotz fehlendem Tele ein paar schöne Schaffotos im Abendlicht machen.
    Schließlich verkroch sich Sven ins Zelt, ich begab mich nochmal auf eine intensive, aber leider auch erfolglose Wassersuche bis es zu dunkel wurde und ich wieder zurück zum Zelt trottete.
    Die Freude im Schlafsack war groß, auch wenn die Landschaft um uns herum alles andere als naturbelassen war, war besonders ich über den an Komfort im Vergleich zum Vorabend kaum zu überbietenden Zeltplatz dankbar. Wir ließen den Abend mit unserer letzten Tafel Schokolade ausklingen – es war der vorletzte Abend in der „Wildnis“ und schon bald sollte uns die Zivilisation wieder haben.

    Geändert von JeeWo (10.10.2015 um 20:24 Uhr)

  10. AW: IE – Wicklow Mountains – Wenn der Wicklow Way nicht ausreicht… (06/2011)

    #10
    Tag 9 – Samstag, 18.06.2011 – Glenasmole Reservoirs – Hellfire Club - 8km

    Maximize
    Minimize
    GPX-Track
    Für mehr Informationen, fahre mit der Maus über das Höhenprofil.
    Download GPX


    Obwohl der Wecker heute erst um 5:00 klingelte wurde er bewusst überhört. Wie sich etwa gegen 9 herausstellte zu Recht – es war stark bewölkt, von Regen blieben wir aber vorerst verschont. Aufgrund unseres akuten Wassermangels bedienten wir uns am See und kochten das Wasser gründlich ab – es gab also warme Müslipampe. Während Sven von der Kombination begeistert war, kriegte ich es gerade so runter – da prallen zwei verschiedene Müsli-Esskulturen aufeinander! Nach dem Essen packten wir ganz entspannt unsere Sachen, versuchten noch ein paar letzte Überbleibsel des gestrigen Regens zu trocknen und machten uns gegen 11:30 auf den Weg zum sogenannten „Hellfire Club“.

    Dies von William Conolly im 18. Jahrhundert erbaute Jagdhaus galt nach dessen Tod als Treffpunkt des „Hellfire Club“, einer elitären Adelsvereinigung, die für ihre ausschweifenden Orgien und ihre Nähe zum Satanismus bekannt war. Uns reizten an diesem Ort aber weniger die Geschichten von okkulten Ritualen und schwarzen Messen oder die Gerüchte über die Geister schwarzer Katzen, die nachts durch das Gebäude ziehen als vielmehr die Lage des Clubs auf dem Montpelier Hill mit dessen grandioser Aussicht über Dublin. Hier wollten wir unser letztes Lager auf dem Weg zurück in die irische Hauptstadt aufschlagen.
    Kaum waren wir aber 5 Minuten in diese Richtung gegangen begann der erste Regenschauer des Tages - und es sollte nicht der Letzte sein. Immer wieder zeigte sich das Wetter typisch irisch-wechselhaft mit Schauern und ein paar Sonnenstrahlen dazwischen. Jedenfalls machte uns der Regen mittlerweile nichts mehr aus, wir umrundeten den See in Glensamole im Osten und folgten der Straße weiter nach Nord-Westen.


    keine Gefangenen...

    Irgendwo müssen wir hier den vorgesehenen Wanderweg verpasst haben, der von uns gegangene Umweg hielt sich aber in Grenzen. Wir folgten der Straße weiter, vorbei an der Stelle, an der wir gestern zum See abgebogen waren und kamen schließlich zu einer kleinen Abzweigung, nach Karte eigentlich ein ausgeschriebener Wanderweg, ohne Kennzeichnung, mehr eine Mischung aus Fußweg und Straße, der wir schließlich folgten. Der Weg verlief nun langsam etwas steiler aus dem Tal heraus.
    Da der nächste Schauer ein wenig heftiger ausfiel stellten wir uns kurz an einer stark von dichten Bäumen überwachsenen Stelle der Straße unter und warteten auf die nächste Regenpause. In dieser ging es weiter zum Piperstown Stream, an dem wir endlich unsere Wasservorräte auffüllen konnten – wir knallten unsere Flaschen alle bis oben hin voll, da dies die letzte Möglichkeit zum Nachtanken vor dem Wasserhahn im Hostel in Dublin sein sollte.


    endlich gibts wieder wasser!

    Gut befüllt kamen wir nach ein paar weiteren Metern mit einem Anwohner ins Gespräch, der uns noch einmal den Weg zum Hellfire Club (allerdings anders als wir ihn gehen wollten) beschrieb und noch erwähnte, dass es um diese Jahreszeit nachts schon sehr lange nicht mehr so kalt war wie dieses Jahr – dies deckte sich mit unserem Kälteempfinden und mit der späteren Recherche der meteorologischen Daten. Darüber hinaus wies er uns darauf hin, dass der Hellfire Club immer wieder von Jugendlichen zu Partys und sinnlosen Besäufnissen aufgesucht wird. Und es war Samstag – na dann Prost Mahlzeit…



    Wir folgten dem auf der Karte eingezeichneten Weg noch ein paar Meter weiter um dann ein Stückchen querfeldein über Stachel- und Elektrodraht auf einen anderen Wanderweg auf dem Montpelier Hill zu stoßen. Oben angekommen machten wir erstmal eine Pause, genossen bei einem Snack die kurzfristig regenfreie Zeit und den Blick zurück ins Tal. Wir warfen noch einen letzten Blick nach Süden auf die sich abzeichnenden Wicklow Mountains, welche kurze Zeit später für immer hinter dem Wald auf dem Montpelier Hill verschwunden waren. Der letzte Kilometer verlief über einen breiten Schotterweg durch lichten Wald bis wir schließlich gegen 15:00 am Hellfire Club ankamen. Dort erwarteten neben dem schönen Ausblick auf Dublin eine Vielzahl von Menschen – gut es war wie schon erwähnt Samstag, das Wetter nicht so schlimm und der Ort hier scheinbar ein beliebtes Ausflugsziel.


    Ankunft am Hellfire Club

    Auf die abschreckende Wirkung unseres Körpergeruchs hoffend machten wir uns im Erdgeschoss, der ehemaligen Küche des Gebäudes, breit und richteten uns häuslich ein. Hier drin schlafen wollten wir zwar nicht (zu miefig), wollten aber mit dem Zeltaufbau noch warten, bis es hier oben ein wenig leerer geworden war. Nebenbei machten wir auch immer wieder ein paar Fotos von Stadt und Club, zogen uns dann allerdings mit dem nächsten heftigen Regenschauer vorerst entgültig in unsere Küche zurück. So kochten wir uns zuerst einmal eine ordentliche Portion Milchreis und warteten auf besseres Licht und weniger Menschen.


    "papa, was machen die da?" "nichts, komm junge, geh schnell weiter..."

    Sven nutzte die Zeit währenddessen, seine von den letzten Tagen noch nassen Schuhe über dem Trangia zu trocknen – schließlich hatten wir noch reichlich Spiritus über. Zwischenzeitlich besetzte wie befürchtet eine Gruppe Jugendlicher den Raum neben uns, sie blieben aber friedlich und rauchten Shisha. Irgendwann kamen dazu noch ein paar Motorradfahrer und machten sich einen Spaß daraus, mit einem Höllenlärm gefühlt stundenlang immer nur im Kreis um das Gebäude herum zu fahren. Dazwischen durchstreiften ein paar Kinder sämtliche Räume und beschossen sich im Geiste mit ihren Plastik-Gewehren - und mitten drin wir mit unserem Milchreis – eine skurrile Situation!
    Zwischendurch wagten wir immer mal wieder einen Blick hinaus und konnten die Unbeständigkeit des Wetters anhand des Panoramablicks über Dublin herrlich nachvollziehen: Während im Westteil der Stadt starker Regen niederging, schien im Zentrum die Sonne, im Osten am Hafen regnete es hingegen wieder.


    bei der Arbeit #1

    Irgendwann zogen dann sowohl die Motorradfahrer, die früh das Töten übenden Kinder als auch die rauchenden Jugendlichen wieder ab und wir hofften, dass aufgrund des wechselhaften Wetters niemand mehr den Aufstrieg zum Club antreten würde und wir ab jetzt unsere Ruhe haben würden. So bauten wir gegen halb 7 unser Zelt im Windschatten des Gebäudes auf und nahmen daraufhin ein umfangreiches Abendbrot zu uns. Es gab einen riesigen Haufen Bannock und Rührei – die letzte Verpflegung musste weg!
    Pünktlich zum Sonnenuntergang kam noch einmal kurz die Sonne raus und wir bekamen Besuch von einem jungen Pärchen, welches sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen wollte.


    bei der Arbeit #2

    Nach einer ganzen Menge Fotos räumten wir unsere Sachen ins Zelt und trafen eine weise Entscheidung den Abwasch und unsere Wasservorräte betreffend: entweder es sollte über Nacht regnen und uns die Arbeit abnehmen oder wir würden das Zeug schmutzig mit ins Hostel nehmen und dort abwaschen. Nach einem letzten Panorama von Dublin bei Nacht verzog sich zuerst Sven und dann, aufgrund der Tatsache, dass es nun auf dem Berg sehr kalt und windig ist, auch ich ins Zelt.


    von okkulten Messen und schwarzen Katzen keine Spur

    Gegen 23:00 schliefen wir in unser vorerst letzten Nacht im Zelt mit Vorfreude auf den 4:30-Wecker ein.


    Geändert von JeeWo (10.10.2015 um 20:32 Uhr)

  11. AW: IE – Wicklow Mountains – Wenn der Wicklow Way nicht ausreicht… (06/2011)

    #11
    Tag 10 – Sonntag, 19.06.2011 – Hellfire Club – Dublin - 6km

    Maximize
    Minimize
    GPX-Track
    Für mehr Informationen, fahre mit der Maus über das Höhenprofil.
    Download GPX


    Wir erwachten pünktlich kurz vor Sonnenaufgang durch unseren allseits geliebten Wecker. Das Wetter zeigte sich bewölkt, verdammt kalt und windig. Am Horizont, genau dort wo in Kürze die Sonne aufgehen sollte, war allerdings ein Stückchen Himmel zu sehen und so schmiss ich mich in alle Klamotten die ich hatte, Mütze und Handschuhe inklusive, und traute mich aus dem Zelt. Sven blieb im Schlafsack liegen und bediente sich einer anderen, entspannteren Methode – er baute im Liegen sein Stativ über sich auf, machte die Apsis auf und konnte so aus dem Zelt heraus Richtung Sonne fotografieren.


    fauler gehts nicht...

    Ich flüchtete mich hingegen zuerst in den Schutz des Hellfire Club, der Wind blies hier oben wirklich durch jede Ritze. Als es dann soweit war und der Sonnenaufgang anstand hatte sich der Himmel komplett zugezogen, auch am Horizont, und die Sonne war nicht zu erblicken – na toll. Und deswegen hatte ich mich jetzt aus dem Zelt gequält…
    Ich harrte noch ein wenig in der lebensfeindlichen Umgebung aus und sollte nicht enttäuscht werden: nach einiger Zeit lichtete sich die Wolken- und Nebelschicht etwas. Zwar nicht so sehr, dass die Sonne zu sehen war, jedoch soweit, dass sie diffus durch den Dunst hindurch strahlen konnte und so die gesamte Umgebung in ein unglaublich warmes, orange-gelbes Licht tauchte. Ich versuchte dies bestmöglich fotografisch festzuhalten und verzog mich gegen 6:00 noch einmal für 2 Stunden ins Zelt und in den warmen Schlafsack.


    die sonne gewann immer mehr die Oberhand - symptomatisch für unsere gesamte tour

    Gegen etwa 8 ließ es sich dann viel angenehmer zum zweiten Mal in den Tag starten. Es war deutlich wärmer, die Wolken hatten sich verzogen und die Sonne „knallte“ aufs Zelt. Trotzdem hielten wir uns nicht lange an Ort und Stelle auf, wir befürchteten eine Vielzahl von Tagesausflüglern. Es gab also weder etwas Warmes zum Frühstück, nur trockenes Müsli und Fotos machten wir auch keine mehr. „Leider“ hatte es über Nacht nicht geregnet und so wurde das schmutzige Geschirr kurzerhand eingepackt und sollte dann im Hostel wieder zum Vorschein kommen. Gegen 9:20 liefen wir los, recht unspektakulär, aber sehr gut zu gehen. Zuerst den Berg herunter, am Parkplatz vorbei, ein Stück durch den Massey Wood und schließlich entlang einiger Landstraßen in Richtung Stadtzentrum und Autobahn.


    "exit", mal wieder symptomatisch, aber diesmal für das bevorstehende Ende unserer Tour

    Dieser Weg war gespickt mit einer Vielzahl von riesigen Villen und vom hohen Mauern umgebenen Luxus-Anwesen und wir führten eine anregende Diskussion, ob es wirklich unser oder irgendeines Lebensziel sein sollte, einmal so zu leben.
    Nach etwa einer Stunde Weg erreichten wir schließlich einen Kreisverkehr in Sicht- und Hörweite der Autobahn, an dem sich unser Weg mit dem aus Süd-Süd-West kommenden Wicklow Way vereinigte. Das letzte Stück Richtung Marlay Park führte entlang der Autobahn, also nicht gerade schön und nach 10 Tagen in der Pampa der komplette Zivilisationsshock auf einmal. Dann doch lieber rauschende Bäche als das allgegenwärtige Motorenrauschen…


    an der wunderschönen Autobahn treffen wir auf den WW

    Schließlich standen wir vorm Eingang zum Marlay Park, einem schönen Fleckchen Erde samt Golfplatz und Anbindung an den ÖPNV. Um diesen zu erreichen mussten wir noch einmal den gesamten Park durchqueren und ernteten mit unserem großen Gepäck von den ganzen Joggern und Hundebesitzern einige merkwürdige Blicke. Wir hätten eigentlich gedacht, dass die Strecke stärker durch Trekker frequentiert sei und die Leute dementsprechend an den Anblick gewöhnt wären.
    Etwa in der Mitte des Park machten wir eine kleine Pause und guckten uns ein paar Minuten eine Partei Gaelic Football an. Diese merkwürdige Mischung aus Fußball und Football/Rugby in Verbindung mit unserer Unwissenheit der Regeln sorgte für ein kurzweiliges Vergnügen. Nun gut, zumindest bei mir. Bei Sven überwog dann doch das herausragende Desinteresse an jeglicher Ballsportart und so ging es schon recht fix weiter zum Eingang und Besucherzentrum des Parks.
    Auf dem Parkplatz trafen wir auf zwei andere Deutsche, welche den gesamten Wicklow Way gelaufen waren und nun ebenfalls in Dublin auf dem Weg ins Hostel waren. Sven und ich machten noch das obligatorische Abschiedsfoto vor dem Startpunkt des WW und folgten dann den beiden Anderen zur Bushaltestelle. Den ersten Bus verpassten wir, da wir scheinbar nicht intensiv genug auf uns aufmerksam machten und der Bus einfach an uns vorbei fuhr ohne an der Haltestelle anzuhalten. Diesen Fehler vermieden wir eine halbe Stunde später durch frühzeitiges Aufspringen und hektisches Auf-der-Stelle-Treten in der Nähe der Fahrbahn. Wir fuhren eine ganze Weile bis zur O’Connel Street und stiegen nahe dem Monument Of Light aus. Durch die Touristenmassen kämpften wir uns zu Fuß weiter zu unserem Hostel, erreichten es gegen 13:15.
    Bevor wir endlich unsere langersehnte Dusche genießen konnten, mussten wir uns beim Einchecken noch mit dem ziemlich demotivierten Personal rumärgern. Schade, ich hatte diese Unterkunft aufgrund früherer besserer Erfahrungen mit diesem Hostel ausgesucht, aber entweder hatten die Mitarbeiter heute nen schlechten Tag erwischt oder der Service hat allgemein abgenommen.
    Schließlich bezogen wir unser 8er-Zimmer, räumten kurz unsere Sachen um und verzogen uns schnellstmöglich in die Duschräume. Erfrischt und blitzeblank geputzt gab es dann noch eine positive Überraschung – einen kostenlosen Airport-Shuttle vom Hostel zum Flughafen – 6€ p.P gespart! Der erste dieser Art fährt um 5 Uhr morgens, also genau richtig, um unseren frühen Flug am nächsten Tag zu erwischen.
    Nach kurzer Eingewöhnung trieb es uns raus in die Stadt, mit kleinem Gepäck (Kamera+Wechselobjektiv) und Heißhunger! Ich kannte mich noch ein wenig vom letzten Besuch aus, Sven trottete neben- bzw. hinterher – er ist überhaupt nicht der Stadtmensch und folgte mir eher widerwillig nach Temple Bar und co. Nach einem kleinen Snack bestehend aus frischem Gebäck und Cola machten wir am Liffey eine kleine Pause und ich genoss ein kühles Bier. Sven nahm mit dem restlichen Knäckebrot unseres Proviants Vorlieb. Auch wenn wir es vermieden, die übliche Touristen-Runde zu drehen, schlenderten wir doch ein wenig durch die Innenstadt und sahen uns in der Gallery of Photography eine Ausstellung der Abschlussarbeiten von Fotografie-Studenten an. Schließlich trieb es uns doch noch einmal zum Dublin Castle und zur St. Patricks Cathedral.


    im Dublin Castle

    Einem Besuch im Naturhistorischen Museum standen die kurzen Öffnungszeiten im Weg. Am Ende waren wir wieder ein ordentliches Stückchen gelaufen (wenn auch ohne großes Gewicht) und der Hunger machte sich breit. So machten wir uns auf die Suche nach den vor der Reise recherchierten Veggie-Restaurants, wurden das ein ums andere Mal von den hohen Preisen abgeschreckt und landeten schließlich im „Cornucopia“ – einem Traum von einem Restaurant! Super leckeres Essen in gemütlicher Athmosphäre.


    ESSEN!!!!

    Hätte das hauseigene Kochbuch nicht 50€ gekostet, hätte ich es auch noch mitgenommen! Nach dem Essen führte uns ein abschließender Verdauungsspaziergang nochmal zum Hafen, wo wir unsere Tour Revue passieren ließen, Vor- und Nachteile unserer Ausrüstung analysierten und notwendige Veränderungen und Neuanschaffungen für die nächste Tour planten.


    auf dem Liffey, Blick Richtung Hafen

    Schließlich war klar – im Sommer geht es wieder los – und zwar nach Schweden!
    Zurück im Hostel trank ich noch kurz eine Cola und suchte mittels des Internets wieder Anschluss an das globale tagseaktuelle Geschehen. Während Sven sich daraufhin schon ins Bett verkroch gönnte ich mir noch eine weitere Dusche und fand dann gegen 23:30 auch den Weg auf die Matratze (die auch nicht unbedingt bequemer als die Isomatte war).


    Tag 11 – Montag, 20.06.2011 – Dublin – Berlin

    Die Nacht sollte ja eh schon recht kurz werden, zusätzlich verkürzt wurde sie aber noch durch eine Horde unserer Zimmergenossen, die gegen etwa 2:30 morgens ins Zimmer torkelten und sich lautstark auf einer uns unbekannten, aber vermutlich skandinavischen Sprache unterhielten. Einer von ihnen hielt uns zusätzlich mit einem ausgiebigen Lachflash auf Trab. Egal, wir konnten weiter schlafen und standen dann pünktlich um halb 5 auf der Matte, um mit dem Shuttlebus zum Flughafen gebracht zu werden. Wir waren zu unserer Überraschung nicht die einzigen, die es zu solch einer unmenschlichen Zeit aus dem Lande trieb – sowohl der Bus als auch schließlich das Air Lingus Terminal am Flughafen waren gut gefüllt. Von nun an umgaben uns wieder eine Vielzahl von deutschen Stimmen – schade…
    Für eine typisch irische Spirituose aus dem Duty Free Shop reichte mein Geld leider nicht mehr, wir warteten noch kurz in der Abflughalle und starteten um 7:30 mit dem Flieger Richtung Heimat.
    In Schönefeld angekommen nahmen wir unsre Rucksäcke (zum Glück am Stück) in Empfang und verbrachten schließlich noch eine ganze Weile am S-Bahnhof. Die mehr als 2 Stunden Wartezeit vergingen aber recht zügig, da ich mehr als eine davon brauchte, mir eine einfache Fahrkarte zurück nach Dresden zu besorgen (Automat wollte meine Bahncard nicht anerkennen + es war nur ein Schalter mit langer Schlange geöffnet). Um endgültig wieder in Deutschland anzukommen aßen wir am heruntergekommenen Imbiss am Bahnhof noch einen Döner bzw. Sven eine Pizza. Da auch der Zug üblicherweise ordentlich Verspätung hatte, fühlten wir uns gleich wieder wie zu Hause. Gegen 13:45 trennten sich dann schließlich unsere Wege – ich stieg in den Zug nach Dresden, Sven sollte sich wenig später auf dem Weg zurück nach Greifswald befinden….

    Geändert von JeeWo (10.10.2015 um 20:39 Uhr)

  12. AW: [IE] – Wicklow Mountains – Wenn der Wicklow Way nicht ausreicht… (06/2011)

    #12
    so das wars, mein erster Reisebericht ist endlich komplett.

    hoffe ihr habt Spaß am Lesen, würde mich über Kommentare freuen

    noch ne kleine Bemerkung: habe zwischenzeitlich mal an nem nicht kalibierten Monitor gearbeitet und erschrocken festgestellt, wie anders die Bilder dort aussahen. vor allem die Fotos des letzten Morgens am Hellfire Club waren viel zu hell und kontrastarm. Ich hoffe mal bei euch passt es einigermaßen!

  13. Anfänger im Forum

    Dabei seit
    06.04.2011
    Beiträge
    32

    AW: [IE] – Wicklow Mountains – Wenn der Wicklow Way nicht ausreicht… (06/2011)

    #13
    Super Bericht.

    Hat Spaß gemacht ihn zu lesen.

    Gruß
    Joachim

  14. Fuchs
    Avatar von Atze1407
    Dabei seit
    02.07.2009
    Ort
    Da wo die Berge am schönsten sind, in Sachsen.
    Beiträge
    2.003

    AW: [IE] – Wicklow Mountains – Wenn der Wicklow Way nicht ausreicht… (06/2011)

    #14
    Kann mich nur anschließen, super Bericht und Fotos.

    Danke.
    LG
    Atze1407
    Wenn du den Charakter eines Menschen kennenlernen willst, gib ihm Macht.
    Abraham Lincoln

  15. Erfahren
    Avatar von wuschl25
    Dabei seit
    08.02.2011
    Ort
    Österreich
    Beiträge
    275

    AW: [IE] – Wicklow Mountains – Wenn der Wicklow Way nicht ausreicht… (06/2011)

    #15
    wie ich am ersten foto schon die dslr sah wusst ich schon: ok bei dem set kommen ein paar gute fotos! und sie kamen! toller bericht und sehr schöne fotos!

    grüße

  16. Anfänger im Forum
    Avatar von BleiStift
    Dabei seit
    04.10.2011
    Ort
    Ruhrpott
    Beiträge
    41

    AW: [IE] – Wicklow Mountains – Wenn der Wicklow Way nicht ausreicht… (06/2011)

    #16
    WOW! Klasse Bericht!!! und dazu die vielen tollen fotos!
    hab mit nem fruend sowas ähnliches nächstes jahr nach dem abi vor
    ... nur werden wir uns den wecker ganzbestimmt nicht auf 4.30 stellen
    Da will man sich direkt selbst auf die socken machen und losstapfen
    ... nochmal alle daumen hoch und danke (war bestimmt ne menge arbeit) für den tollen bericht!!!
    Geändert von BleiStift (14.10.2011 um 14:02 Uhr)

  17. Dauerbesucher
    Avatar von Lotta
    Dabei seit
    17.12.2007
    Beiträge
    799

    AW: [IE] – Wicklow Mountains – Wenn der Wicklow Way nicht ausreicht… (06/2011)

    #17
    Ihr ward im Cornucopia - mein Neid ist euch sicher!! Die kochen nämlich nicht nur vegetarische sondern auch viele gleichzeitig glutenfreie Gerichte. Ein Paradies für die kleine Lotta
    Das Kochbuch ist jedenfalls auf amazon.co.uk gerade im Angebot

    Jetzt zum Bericht: toll geschrieben und sehr sehr schöne Fotos!! 6kg Fotoausrüstung ist allerdings eine Hausnummer.

  18. AW: [IE] – Wicklow Mountains – Wenn der Wicklow Way nicht ausreicht… (06/2011)

    #18
    Zitat Zitat von JeeWo Beitrag anzeigen
    so das wars, mein erster Reisebericht ist endlich komplett.
    so, jetzt bin ich auch endlich durch! ist wirklich toll zu lesen so wie du schreibst, da sprudeln die erinnerungen nur so hoch

    von mir gibts auch mindestens 5 sterne für den bericht, super!

    ich freue mich uach endlich alle bilder sehen zu können. vor allem bild 4652 ist mir sehr positiv augfefallnen, find ich richtig stark!

    dann kanns ja jetzt mit dem nächsten projekt los gehen...


    lg
    sven

  19. Anfänger im Forum
    Avatar von kristofer
    Dabei seit
    19.10.2011
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    14

    AW: [IE] – Wicklow Mountains – Wenn der Wicklow Way nicht ausreicht… (06/2011)

    #19
    Lieber Jens, vielen Dank für den tollen Bericht mit extrem schönen Bildern. Magst Du mir verraten, wir Ihr die GPS-Logs erstellt habt? Ich suche noch zum Geotaggen meiner Bilder einen tauglichen Logger, der nicht nur einen Tag durchhält und bezahlbar ist....

  20. AW: [IE] – Wicklow Mountains – Wenn der Wicklow Way nicht ausreicht… (06/2011)

    #20
    Zitat Zitat von kristofer Beitrag anzeigen
    Lieber Jens, vielen Dank für den tollen Bericht mit extrem schönen Bildern. Magst Du mir verraten, wir Ihr die GPS-Logs erstellt habt? Ich suche noch zum Geotaggen meiner Bilder einen tauglichen Logger, der nicht nur einen Tag durchhält und bezahlbar ist....
    hallo kristofer,

    ich nehme mich der frage einmal an: ich habe ein hand-gps gerät ("Garmiin GPS 60"), welchen wir nur angemacht haben während wir gewandert sind. eine akkuladung soll 26h reichen, wir konnten etwa 3 bis 4 tage wandern bevor wir die akkus wechseln mussten.
    der entscheidende vorteil gegenüber einem bloßen "logger" ist, dass man damit eben auch navigieren konnte (was wir oft und viel gemacht haben, gerade auf der 2. tour in schweden). da das gerät keinen [stromfressenden] schnickschnack hat (farbdisplay, kartendarstellung ect.) ist es rel. günsitg. leider 2 große nachteile:
    1.empfänger aus der vorletzten generstion (rel. unempfindlich), in wäldern kann man das teil so gut wie abschreiben
    2. auslaufmodell, gibts aber in der bucht gebraucht recht oft und günstig

    wenn du einen tick akkuleistung verschmerzen kannst wirf einen blick auf die "etrex"- serie, die haben diese beiden probleme nicht


    lg
    sven

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)