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  1. Moderator
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    Alpine Gefahren - Ausrüstungshinweise

    #1
    Hoi,
    gerade Leuten mit wenig Erfahrung im Gebirge ist es oftmals schwer vermittelbar, warum einige Dinge eigentlich immer in einen Rucksack gehören. Wozu sollen Handschuhe und eine Kappe im Hochsommer schon nützlich sein? Tagsüber herrschen 25°C und man bewegt sich doch nur auf 2000m. Ausserdem hat man das Handy dabei und die nächste Hütte liegt nur 2 Wegstunden weit weg...

    Ich habe daher mal meinen Bilderfundus durchgekramt und versucht, einige eindrückliche Beispiele zu sammeln. Wenn bekannt habe ich noch Höhe und Jahreszeit eingefügt.



    (Mitte Juli, 3900m) Wetterumschwung am Piz Palü: Der Gipfel ist zum Glück nur noch 50m entfernt, danach hiess es: schleungigst runter und weg vom Grat. Wer hier oben von einem Gewitter erwischt wird hat schlechte Karten.

    Die Geschichte zum Bild: wir sind Mitte Juli nach Pontresina gefahren um dort den Palü zu besteigen. Im Wetterbericht für den Tag war zunächst gutes Wetter mit Gewitter am Nachmittag angekündigt (Schlechtwetterfront aus Westen). Während des gesamten Aufstiegs konnten wir die Änderungen beobachten und somit grob einplanen, wie viel Zeit wir für den Rückzug benötigen würden. Kurz nach Ankunft am Zelt tobte sich dann in der Gegend ein ordentliches Gewitter mit Starkregen und Hagel aus. In die Liftanlage unter der wir eine Pause einlegte schlug der Blitz ein, dem Zelt passierte nichts (passend aufgebaut, weg vom Grat).



    (September, 1700m) Aufstieg zur Terrihütte: Nässe kann aus einem einfachen Bergpfad eine wahre Herausforderung machen. Aus einem gemütlichen Pfad durch eine Wiese wird dann schnell eine rutschige Schlammpiste. Beim Aufstieg kann man die Tour noch abbrechen, aber wenn man oben auf der Hütte sitzt, muss man runter. Nicht umsonst gehören stabiles Schuhwerk mit einer grobstolligen Sohle einfach an die Füsse. Nebel oder Wolken können auch bei gut ausgebauten Wegen dazu führen, dass man eine falsche Abzweigung erwischt.

    Die Geschichte: Für das WE war gemischtes Wetter mit Durchzug von etwas Regen und Wolken angekündigt, was in Anbetracht der gut markierten Strecke und der eindeutigen Wegführung kein technisches Problem darstellte. Rutschig wars trotzdem.

    Auf dem Weg ist übrigens dieses Jahr eine Person tödlich verunglückt (abgerutscht):
    Das Ehepaar stieg von Vrin im Val Lumnezia über die Greina-Ebene zur Terrihütte auf. Von dort wollte es weiter ins Val Sumvitg. Auf diesem Abstieg rutschte die Frau in steilem Gelände aus und stürzte rund 50 Meter einen steinigen Abhang hinunter. Ihr Ehemann wollte ihr zu Hilfe eilen und verletzte sich dabei leicht. Ein Bergführer, der zufällig in der Nähe war, hatte den Unfall beobachtet und alarmierte umgehend die Rega. Für die 32-jährige Frau kam jede Hilfe zu spät, sie zog sich beim Sturz tödliche Verletzungen zu.
    (polizeinews.ch)


    (September, 2500m) Wanderung bei Chamonix: Ist die Sonne weg, wird es in den Alpen sehr schnell sehr kalt, auch im Sommer. Mütze und Handschuhe gehören wirklich immer in den Rucksack, eine Windjacke ist auch auf kurzen Wanderungen ein Muss.

    Geschichte: Die Aufnahme entstand während eines Urlaubs bei Chamonix gegen Saisonende. An dem Tag waren lediglich ein paar Wolken unterwegs aber ein paar Schauer von den Vortagen haben dann doch ihre erste Winterspuren hinterlassen.





    (September 2000m) Wanderung im Aostatal: Wetterumschwünge bedeuten im Gebirge oftmals Schnee bis in tiefe Lagen, auch im Hochsommer. Solche Situationen können brenzlig werden. Neben der Kälte kommen Orientierungsproblem dazu wenn Neuschnee die Wegmarkierungen verdeckt, und wer hier kein ordentliches Schuhwerk trägt hat noch weitere Probleme.

    Die Geschichte drum herum: das Aostatal ist eigentlich dank seiner Lage niederschlagsarm und sehr warm. Wir hatten das Pech ausgerechnet dann dort Urlaub zu machen als eine längere Schlechtwetterperiode sich dort ausgetobt hat und für Schnee bis in tiefe Lage sorgte. Aufgrund einer solchen Front haben wir an der Grivola vor dem Einstieg in den Felsbereich umgedreht (dummes Gefühl in der Magengend), wurden wie hier bei einer leichten Bergtour ordentlich mit Schnee eingedeckt und mussten bei unserer Grand Paradiso-Überschreitung extra pingelig die Hänge begutachten da diese durchaus lawinengefärdet waren.







    (Sept. 3800m) Aletschhorn: Insbesondere an Graten und Kanten pfeift oftmals ein heftiger Wind. Auch hier benötigt man eine winddichte Jacke und oft auch Handschuhe und Mütze.

    Geschichte:
    EIn Klassiker in den Bergen. Windgeschützt aufsteigen und oben dann fast vom Grat gefegt werden. Am nächsten Morgen war dann die Schlechtwetterfront da und hat uns den Gletscher quasi runtergewaschen.




    (Juli 2600m) Aletschhorn: Gewitter in den Alpen sind faszinierend, solange man sie von einer Hütte aus beobachten kann. Aber wehe, man ist noch unterwegs, wenn es rund geht...

    Geschichte: Zweiter Anlauf am Aletschhorn, hier kommt eines der typischen Gweitterfronten herein welche sich im Hochsommer gerne einmal am Nachmittag bilden.




    (Juli, 2800m) ...dann sollte man einen gute Wetterschutz dabei haben (Königsspitze), denn der Wind und die Nässe entsorgen zuverlässig und nachhaltig jegliche Körperwärme.



    (Juli, 3400m) Kleidung in leuchtenen Farben dient hervorragend, um in Bilder Farbtupfer zu setzen... (Petit Mont Blanc)


    (Juli, 2700m) ... aber bei miesem Wetter (Ringelspitz)...


    (Ende Juni, 3000m)... hängt es von der Kleidung ab, ob man gesehen wird (Greina) ...



    (Ende Juni 2800m) ... oder nicht (Piz Terri, Greina). Nicht unterschätzen sollte man auch die psychologische Wirkung von solch einem Wetter. Kaum fliegen Wolkenfetzen, der Wind heult, die Nässe bildet die ersten Vereisungen, schon wirkt ein leichter Grat um ein Vielfaches bedrohlicher. Übrigens, im Bild eine Bildunterschrift weiteer oben sind nicht nur zwei sondern drei Personen abgeblichtet.


    (Juli, 2700m) Nebel und Nässe verwandeln auch leichte Kletterstellen in interssante Herausforderungen (Ringelspitz)...


    (Februar, 1500m) ... und die Orientierung wird ebenfalls spannend (Hoher Freschen)



    (Juli, 4000m) Eine weiteres Orientierungsspiel bei Nebel (Grandes Jorasses), hier haben wir uns mit zwei weiteren Gruppen zu einem Trupp zusammengeschlossen, um möglichst sicher von dem Berg runter zu kommen.



    (Juli, 3400m) Nach Schlechtwetter sind in höheren Lagen auch mal Felsen vereist. Einfache Felsriegel verwandeln sich dann in Mixed Routen, für die man Steigeisen und Eispickel benötigt (Blüemlisalp). Man sollte dran denken, dass solche Wassereistellen auch in tieferen Lagen sehr unangenehme Schichten bilden können, welche einem den Weg ins Tal vermiesen. In sonnengeschützten Bereichen halten sie sich besonders gut, und leider ist Wassereis auf einem Felsen oft nur schwer sichtbar.



    (Oktober, 4000m) Die liebe Navigation. Bei einem Whiteout (Kombination aus Nebel/Wolken und Schnee) sind Karten und Kompass unerlässlich und ein GPS hilfreich (Obergabelhorn, Oktober).



    (Juli, 3600m) Unverhofft kommt oft. Ein Regaheli kostet rund 60 CHF pro Minute, und ein Abtransport kann schneller notwendig werden, als man denkt. Hier muss mein Kollege wegen eines Nierensteins ausgeflogen werden (Piz Bernina). Daher sollte man es sich wirklich mehrfach überlegen, ob nicht der Eintritt im DAV (beinhaltet eine Versicherung für solche Fälle) lohnt, denn die eigene Krankenkasse übernimmt oftmals Rettungskosten im Ausland nicht.



    (Juli, 4000m) Wehe, die Ausrüstung ist zu dünn, dann wirds ungemütlich. Hier ist sie zu dünn und mich friert es wirklich erbärmlich (Wetterverschlechterung am Mont Blanc, beim ital. Früstücksplatz auf 4000m). In der gleichen Nacht gab es am Tacul Tote durch Lawinenabgänge und im Wallis wurde eine Seilschaft von einem Grat geblasen.


    Auch Martin ist schockgefrostet.


    (Januar, 3900m) Wird es noch kälter, hilft nur noch ein Ganzkörperpanzer (Klein Matterhorn, -25°C und Sturm)...


    (Januar, 3900m) ... sonst panzert einen Mutter Natur .


    Seil? Wer braucht schon ein Seil... Die Aufnahme entstand 300m von der Hütte (Zebru) entfernt auf einem flachen Gletscherbereich, keine 10 m nebem der Seitenmoräne. Eigentlich eine verhältnismässig sichere Stelle.


    ... war trotzdem ein Loch drin.


    (Bild hier aus einem anderen Thread geklaut, ich lösch es wenn das nicht erwünscht ist). Im Juli auf 2000m - Hochsommer, kurze Hosen, T-Shirt-Wetter - oder doch nicht.


    Zelten auf 2500m, wieder Juli und T-Shirt-Wetter


    Und zum Abschluss:

    Trotz oftmals miesem Wetter kann man auch ausserhalb der Saison auch noch etwas unternehmen, wenn das Wetter mitspielt. Am Gipfel des Lagginhorn (4000m), 1. November 2009.


    So,
    und nach dem Betrachten der Bilder sollte klar sein, warum Handschuhe, Kappe, Jacke, Schuhe mit ordentlichem Profil dabei sein sollten, und es nicht sehr vorteilhaft ist, wenn man in grau/schwarz unterwegs ist. Diese Farbkombi mag in der Stadt ihren modischen Sinn besitzen, kann aber im Gebirge schwerwiegende Folgen nach sich ziehen.


    Alex
    Geändert von Becks (03.09.2014 um 10:40 Uhr)
    After much research, consideration, and experimentation, I have decided that adulthood is nothing for me. Thank you for the opportunity.

  2. Fuchs
    Avatar von Atze1407
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    AW: Alpine Gefahren - Ausrüstungshinweise

    #2
    Danke Alex, für diese ausführliche Anschauung.

    Auch wenn es nicht mein Ding ist so hoch in den Bergen zu kraxeln, aber man weiß ja nie was einen so alles in den Kopf kommt.

    LG
    Atze 1407
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  3. Fuchs
    Avatar von blue0711
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    AW: Alpine Gefahren - Ausrüstungshinweise

    #3
    Hoch hinaus und kraxeln muss man garnicht und erheblich schlechtes Wetter brauchts auch nicht.


    Das hier war Ende August, NUR ein normaler Regentag auf 1700m
    Die Sicht reichte grade so bis zur jeweils nächsten Markierung

    Der Weg ist ein recht normaler alpiner Wanderweg, sind auch recht viele Tageswanderer unterwegs.

    Die komplette Woche davor durchgehend heisses Sommerwetter, T-Shirt auch über 2000m angesagt.
    Gruß kai

    Politik ist „Soziales Handeln, das auf Entscheidungen und Steuerungsmechanismen ausgerichtet ist, die allgemein verbindlich sind und das Zusammenleben von Menschen regeln“.

  4. Fuchs

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    AW: Alpine Gefahren - Ausrüstungshinweise

    #4
    Hier mein Beitrag zum Thema: Tarp hat nüscht in den Bergen verloren, Abstand zwischen den Bildern ist 12h und 8h, alle an gleicher Stelle geschossen.
    Zur weiteren Einschätzung:
    Das war im Ötztal wenige Tage nach Saisonschluss am 2 oder 3. Oktober auf ca. 2950m.
    Es war eine "kleine, moderate Kaltfront", da geht noch "viel nach oben" auf der "Krawallskala". Trotzdem wäre das gewiss mindestens sehr unangenehm mit "Tarp-Quilt" gewesen. So war es entspanntes Kaffeetrinken und Schoki-essen.

    Geändert von HUIHUI (30.07.2011 um 23:51 Uhr)

  5. Erfahren
    Avatar von petzi
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    AW: Alpine Gefahren - Ausrüstungshinweise

    #5
    Danke Alex, sehr schön zusammengestellt und vor allem superanschaulich - das Kondensierte hier hilft sicherlich so manchem deutlich mehr, als theoretisches Bücherwissen oder die "Sicherheit in Fels und Eis"-Reihe, die er im Zweifel nicht gelesen hat oder gar nicht kennt!

    Grüsse vom petzi

  6. AW: Alpine Gefahren - Ausrüstungshinweise

    #6
    Erstmal vielen Dank an Alex für diese Veranschaulichung.

    Ich fühle mich jetzt noch bestärkter in meiner Ausrüstungsplanung, denn jetzt können Leute die meinen Watzmann Thread gelesen haben vielleicht auch verstehen warum ich im Sommer immer wenigstens Mütze, Unterziehhandschuhe, langes Unterhemd und eine warme Softshell-Jacke dabei habe auch wenn ich mich meistens nur im Bereich von 2000m bis 2500m bewege.



    Zitat Zitat von HUIHUI Beitrag anzeigen
    Abstand zwischen den Bildern ist 12h und 8h, alle an gleicher Stelle geschossen.
    WOW, das ist extrem!!!
    „Also woran man nicht sparen sollte sind der Rucksack und die Stiefel. Alles andere wird man für den Anfang schon irgendwo aus seinen vorhandenen Sachen auftreiben.“

    ske-outdoor.jimdo.com - Tourenberichte, Bilder, Ausrüstung, Ideen

  7. Freak Moderator
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    Avatar von Flachlandtiroler
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    AW: Alpine Gefahren - Ausrüstungshinweise

    #7
    Zitat Zitat von Becks Beitrag anzeigen

    Trotz oftmals miesem Wetter kann man auch ausserhalb der Saison auch noch etwas unternehmen, wenn das Wetter mitspielt. Am Gipfel des Lagginhorn (4000m), 1. November 2009.
    Auch bei miesem Wetter mitten in der Saison kann man noch etwas unternehmen




    Gruß, Martin

  8. Dauerbesucher

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    AW: Alpine Gefahren - Ausrüstungshinweise

    #8
    Mal ne Frage:
    Welche Farben sieht man denn tatsächlich gut?
    Meine Eindrücke
    Blau (dunkel): schlecht
    Erdfarben (Braun, Schwarz, Grün (dunkel)): ganz schlecht
    blau (hell): mittelmäßig schlecht
    grün (hell): halbwegs
    gelb: ordentlich
    orange: sehr gut
    rot (hell): sehr gut
    rot (dunkel): etwas schlechter

    Lieg ich damit in jeder Situation richtig?

    Thomas (der sich wegen dieses Threads grade nen roten Rucksack zurücklegen lässt)

  9. Fuchs

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    AW: Alpine Gefahren - Ausrüstungshinweise

    #9
    Ich hab leider kein Bild aber spielt eh keine Rolle, es reicht ja sich ein einheitliches Weiss vorzustellen:

    Wer denkt ein GPS ist überflüssig den Lade ich ein sich auf die "größeren" Eisfelder(z.B. Glatzenmeer, Concoria, Gepatsch) im Whiteout zu begeben.
    Wer nicht grade notorischer Bonatti-Purist ist wird sich danach gewiss ein zuverlässiges und kompaktes GPS zulegen, es darf gewiss nicht die einzige Orientierungsmethode sein, es macht aber einiges viel einfacher.

  10. Dauerbesucher
    Avatar von Susanne
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    AW: Alpine Gefahren - Ausrüstungshinweise

    #10
    Vielen Dank für diesen Thread, Becks. Er erinnert mich daran, mir vor dem Norwegen-Urlaub noch einen Windsack zuzulegen. In Norwegen geht es zwar nicht so hoch hinaus... nichtsdestotrotz habe ich schon genug eklige, kalte Situationen erlebt, in der ich mir so ein Teil für die Pause gewünscht hätte.
    havet - Ölmalerei
    Blomstene på fjellet er formet som klokker og stjerner. Sagnet sier at det er fordi vidda ligger så nær himmelen. Pedder W. Cappelen

  11. Fuchs
    Avatar von konamann
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    AW: Alpine Gefahren - Ausrüstungshinweise

    #11
    muss mal heut Abend meine Bilder zum Thema durchsuchen, aber schonmal die Geschichte:

    2-3h Lustig-Sonntag-Nachmittag-Schneewanderung im Fichtelgebirge geplant, von Beginn an kräftiger Schneefall, nach den 3h hatten wir nichtmal die Hälfte der Tour und haben auch fast den Rückweg nicht mehr gefunden. Die 40cm Neuschnee hätten dann auch Schneeschuhe nicht so schlecht aussehen lassen...abgesehen davon dass dann wenig begangene, eh schon verschneite Wanderwege einfach verschwinden. Blöde Sache im offenen Wald in einem kleinen deutschen Mittelgebirge.
    Draußenkind!

  12. Fuchs
    Avatar von blue0711
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    AW: Alpine Gefahren - Ausrüstungshinweise

    #12
    Zitat Zitat von ThomasA Beitrag anzeigen
    Mal ne Frage:
    Welche Farben sieht man denn tatsächlich gut?
    ...
    Lieg ich damit in jeder Situation richtig?
    Grundsätzlich ja, wobei Neon-Farben noch besser sind.
    Und da nachts alle Katzen grau sind, sind auch Reflex-Flächen nicht zu verachten.
    Gruß kai

    Politik ist „Soziales Handeln, das auf Entscheidungen und Steuerungsmechanismen ausgerichtet ist, die allgemein verbindlich sind und das Zusammenleben von Menschen regeln“.

  13. Dauerbesucher

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    AW: Alpine Gefahren - Ausrüstungshinweise

    #13
    Achso, Becks, bitte pinn doch den Thread noch an, dass ihn neue Nutzer schnell sehen.
    Danke

  14. Neu im Forum

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    AW: Alpine Gefahren - Ausrüstungshinweise

    #14
    gut dass ich den Thread gefunden habe.. wollte nächste Woche bei gutem Wetter die Zugspitze über die Hölltallklamm machen, wollte eigentlich Softshellshirt +Primaloft Jacke und eine ultraleicht Jacke für den Notfall mitnehmen. Die ist aber nicht wasserdicht... wenn ich die Bilder im Nebel sehe, habe ich keine große Lust auf meine dunkelgraue 3Largen Jacke...

    Top Thread!

  15. Moderator
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    Avatar von Becks
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    AW: Alpine Gefahren - Ausrüstungshinweise

    #15
    Zitat Zitat von Pulsschlag Beitrag anzeigen
    gut dass ich den Thread gefunden habe.. wollte nächste Woche bei gutem Wetter die Zugspitze über die Hölltallklamm machen
    Jup,
    da gabs doch mal eine Geschichte:

    Dramatisches Ende eines Extrem-Berglaufes auf die Zugspitze: Bei dem Rennen knapp unter den Gipfel des 2962 Meter hohen Berges sind am Sonntag nach einem Wettersturz zwei Männer an Erschöpfung gestorben. Sechs Läufer kamen mit schweren Unterkühlungen und völlig erschöpft ins Klinikum Garmisch- Partenkirchen.

    Die Sportler waren gegen 9 Uhr auf 1.020 Meter im österreichischen Ehrwald bereits bei Regen gestartet. Bei zunehmender Höhe gingen die Niederschläge allmählich in Schnee über. Hinzukam ein eisiger Wind. Streckenweise liefen die Teilnehmer in kurzen Hosen und T-Shirts durch zehn Zentimeter Neuschnee. „Nach wenigen Minuten war alles weiß“, schilderte ein Bergwacht-Mitglied den Wetterumsturz.

    Für viele der Extremsportler wurde die Anstrengung zu groß: Sie brachen nach Angaben des BRK erschöpft zusammen. Von mehreren Hütten wurden die Rettungskräfte alarmiert. Nahe der Knorrhütte wurde vergeblich versucht, zwei der Sportler zu reanimieren. Sie starben in 2.800 und 2.700 Metern Höhe an Erschöpfung und Unterkühlung. Besonders tragisch sei gewesen, dass die beiden Kollabierten nur noch eine relativ kurze Strecke bis zum Ziel hätten laufen müssen, erklärte die Bergwacht. Einer der Läufer sei nur etwa zehn Minuten vom Ziel entfernt gewesen.

    In den Berghütten spielten sich nach Berichten von Augenzeugen dramatische Szenen ab. Zahlreiche Läufer mussten reanimiert werden. Andere waren stark unterkühlt. Bei einigen von ihnen soll die Kerntemperatur nur noch 33 Grad Celsius betragen haben.

    Der Großeinsatz der Rettungskräfte wurde von dem schlechten Wetter erschwert. Von vier angeforderten Hubschraubern konnten sich nur zwei einen Weg durch die dichten Wolken auf die Zugspitze bahnen und die Verletzten ins Tal fliegen. Insgesamt waren 80 Helfer von BRK und Bergwacht im Einsatz. Auch die alpine Einsatzgruppe der bayerischen Polizei war beteiligt.
    Quelle

    Ohne passende Ausrüstung los, der Wind und die Nässe entziehen einem die Kraft und da das Wetter schlecht ist können die Rettungskräfte nicht in jedem Fall Hilfe leisten. Und schon ist es passiert. Das Bild auf der verlinkten Seite spricht Bände.

    Alex
    After much research, consideration, and experimentation, I have decided that adulthood is nothing for me. Thank you for the opportunity.

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    Avatar von Torres
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    AW: Alpine Gefahren - Ausrüstungshinweise

    #16
    Super, herzlichen Dank. Das ist wirklich sehr aufschlussreich und bestärkt mich in meiner Vorsicht, immer ein Winterbackup dabei zu haben.
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org
    Mein neuer Reisebericht: Eine Reise in die Karibik. Nur mit Anmeldung lesbar.

  17. AW: Alpine Gefahren - Ausrüstungshinweise

    #17
    Super Thread! An sich sollte es ja jedem klar sein wie wichtig die Ausrüstung ist, aber na ja.........

  18. Dauerbesucher
    Avatar von theone
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    AW: Alpine Gefahren - Ausrüstungshinweise

    #18
    Ich würde zu der genannten Kleidung auf alle Fälle für Gebirgstouren einen (Not-) Biwacksack einpacken. Rettungsdecken sind nett und gut, helfen aber einem Verletzten schon bei wenig Wind nicht mehr viel.
    Wer für alles Offen ist, kann nicht ganz Dicht sein.
    Christian Wallner

  19. Fuchs
    Avatar von Tomscout
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    AW: Alpine Gefahren - Ausrüstungshinweise

    #19
    ...vielleicht sollte man eine "Immer-Dabei-Packliste" erstellen, an der / die geneigte Neuling(ine) sich orientieren kann? Und die halt zum Download als PDF irgendwo verlinken.
    Also nicht allzu spezielle Sachen, sondern nur die Basics (die aber entscheidend oder zumindest hilfreich sein können)

    Zum Beispiel:
    - Mütze
    - Handschuhe
    - Wasserdichte Jacke (in Signalfarbe / gut sichbare Farbe)
    - Signalpfeife
    - Stirnlampe
    - großes Knicklicht
    - (wenn nicht schon bekannt oder im Rucksack eingenäht: die Signalstellungen für Heli-Besatzungen, ich meine diese Y oder N-Geschichte)
    - etc ...??

    Edit: ah, Vorredner hat SO recht.
    - Rettungsdecke und / oder Biwaksack o.ä.

  20. Moderator
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    Avatar von Becks
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    AW: Alpine Gefahren - Ausrüstungshinweise

    #20
    Imo sinnvoll und nicht all zu schwer:

    - Handschuhe (Windstopper)
    - Kappe (Windstopper)
    - dünne Windschutzjacke
    Mountain Hardwear hat nun eine solche Jacke im Programm, die wiegt 80g. Es gibt auch für 1-2 Euro Plastikjacken. Hauptsache der Wind und die Nässe bleiben draussen.

    - Biwaksack (Tipp: es gibt Einwegbiwaksäcke, die wiegen gerade mal 100g)
    - kleine Stirnlampe
    - Handy.
    - Ist das Wetter nicht stabil, noch eine dünne Regenhose mit ins Gepäck nehmen. Gleiches Prinzip: Wind und Nässe blocken.
    - Auch sehr sinnvoll: 1-2 Energyriegel.

    Das ist eine Minimalausrüstung ohne Erste Hilfe Set, die eigentlich überall rein passt.

    Alex
    Geändert von Becks (21.07.2011 um 15:40 Uhr)
    After much research, consideration, and experimentation, I have decided that adulthood is nothing for me. Thank you for the opportunity.

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