Seite 1 von 41 12311 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 20 von 813
  1. Fuchs
    Avatar von Macintechno
    Dabei seit
    21.08.2008
    Ort
    nähe Reutlingen
    Beiträge
    2.236

    Der Trailrunning-Thread

    #1

    Post als Moderator

    Guten Tag zusammen,

    hier führen wir mal einen Test durch - einige USer haben sich ein Unterforum für Trailrunning etc. gewünscht. Ich versuche mal dieses, noch recht kleine Thema, mit einem eigenen Thread zu strukturieren.

    Also bitte tobt euch hier aus zum Thema Trailrunning und in ein Paar Monaten gucken wir nochmal drüber.

    Solltet Ihr einen weiteren Thread brauchen meldet euch einfach.

    Liebe Grüße
    Daniel

    Bei Nachfragen bitte eine PN an den Moderator senden.  Dein Team der

  2. Fuchs
    Avatar von uli.g.
    Dabei seit
    16.02.2009
    Ort
    in und bei Freiburg
    Beiträge
    1.511

    AW: Der Trailrunning-Thread

    #2
    Mont Ventoux.

    Okay, ich hab´ das Thema angefangen, also füll´ich´s mal mit Leben - wenn auch mit einem älteren Beitrag - ist auch kein echter Trail, weil noch an der Strasse (dieses Jahr sieht das dann anders aus ... ....) aber ich reichere ihn durch ein paar Bilder an - die haben allerdings meine Mädels vom "Begleitauto aus geschossen" - hoffen wir, dass sich nochn paar andere Leute in dem Faden anschließen.....

    Vorab Danke! - an den Mac!

    Aaaalso:

    "Dienstag, 1.9., 5:20; pünktlich weckt mich meine innere Uhr; leise schleiche ich mich an´s Fenster; nachdem der Mistral die letzten drei Tage ziemlich geblasen hatte, war es gestern nachmittag abgeklungen; hoffentlich kein Wetterwechsel - draußen ist es noch stockdunkel, windstill und sternenklar; also ist heute der große Tag meiner “Erstbelaufung”.

    Ich wecke meine Marketenderinnenehefrau, setze Kaffee auf, packe die beiden Versorgungstüten für km 11 und km 16 (je 3 Bananen und eine Flasche Badoit), beschrifte sie in bestmöglichem französisch, dass es sich hier um Läuferversorgung und nicht um Umweltverschmutzung am Wegrand handelt; zusätzlich bindet meine inzwischen aufgestandene Tochter noch je zwei Luftballons dran; meine “Mädels” werden mit dem Wagen die Strecke vorfahren, die Tüten entsprechend deponieren und dann auf dem Wochenmarkt nach Vaison la Romaine (immer dienstags) shoppen um mich dann 3:45 bis 4 Stunden später auf dem Gipfel abzuholen.

    Trinkgurt, zusätzliches Langarmshirt und Windjacke sind gepackt, Pflaster (falls die Blase an der Ferse wieder aufplatzen sollte), Tempos, AOK-kärtchen und 30 Euros für die “Gipfelcrèpes”; I-Pod, Mütze und Sonnenbrille; Stirnlampe? Naja, nehmen wir sie zur Sicherheit mit.... Als ich die Laufsachen anziehe, erhebt sich Lenny von seiner Decke und schaut mich völlig verständnislos an, weil dies (a.) absolut keine Laufzeit ist und ich (b.) die Joggingleine nicht anziehe und er deshalb heute wohl nicht mit darf; ich versichere ihm, daß Jani sich vormittags um ihn kümmert und wir am frühen Nachmittag wieder zurück sind.

    Nach zwei weiteren Kaffee und einem Marmeladenbaguette fahren wir gegen 6:30 von St. Réstitut ab Richtung Malaucène. Es ist noch immer ziemlich duster und zu meinem großen Schrecken häufen sich Richtung Osten immer mehr Wolken an und es wird immer diesiger; hoffentlich jetzt kein Wetterwechsel und v.a. kein Regen! Ich war schon ein paar Mal in der Provence und weiß, was es bedeutet, wenn es hier regnet! Unter gar keinen Umständen sollte man hier bei einem Regenguß irgendwo mutterseelenallein auf einer Bergstraße in leichten Laufklamotten unterwegs sein!

    Bei der Abfahrt zeigte das Thermometer 20°C; jetzt pendelt es sich bei 18°C ein; langsam wird der Himmel im Osten heller und zart rosa; leider fahren wir eher südöstlich und dort ist es nach wie vor stockduster. Hinter Vaison la Romaine fahren wir in derart dichten Nebel, daß man keine 30 m weit mehr sieht. Kurz vor Malaucène überholen wir einen Rennradfahrer, der zusätzlich zum Blinklicht mit Warnweste unterwegs ist. Ich entscheide mich, auf jeden Fall die Stirnlampe im Blinkmodus am Handgelenk mitzunehmen.

    In Ortskern von Malaucène zweigt nach links die D 974 Richtung Mont Ventoux ab (Nichts Gutes verheisst der Wegstein: “Mt.-Ventoux, Alt 1900, Alt. 342, Deni. 1558 m, 21,5 km à 7,5 %”).

    Ein paar 100 m nach der Abzweigung setzen mich meine Mädels ab; wir verabreden uns “auf kurz nach 11 auf dem Gipfel”; dann bin ich allein im nebligen Halbdunkel und setze mich gemächlich in geschätztem 7´er Schnitt in Bewegung. Es ist 7 Uhr 18. Ich habe mir fest vorgenommen, nicht “gegen die Uhr” sondern ein “zurückgenommenes Wohlfühltempo” zu laufen.

    Nach ein paar Minuten zieht der Radfahrer mit der Warnweste von vorhin langsam an mir vorbei, ein kurzer Gruß, dann gewinnt er langsam Meter für Meter und ich bin vernünftig genug, das Tempo nicht anzuziehen.

    Es läuft sich herrlich an diesem frühen Morgen, die letzten Urlaubstage und das frühe Ins-Bett-Gehen gestern abend haben gut getan; die kühlfeuchte Luft ist vollgesogen vom Duft des Kiefern- und Pinienwaldes, durch den sich die Straße schlängelt. Allein die Blutblase an der linken Ferse zwickt und macht mir etwas Sorgen; hoffentlich reibt sie nicht auf.....

    Kurz nach Kilometerstein 3 (sehr komfortabel; jeder km wird angezeigt und zusätzlich die durchschnittliche Steigung!) überholt mich mit hoher Geschwindigkeit ein junger Mann auf dem Mountainbike; keine Funktionskleidung, kein Helm, keine Wasserflasche; Respekt! Wenn er in DEM Tempo bis hoch unterwegs ist!.... alle Achtung. Ein paar hundert Meter weiter allerdings steht er in einer Kurve und fingert vermeintlich hochkonzentriert an seinem Handy herum - naja, vielleicht ein Wald- und Streckenkontrolleur oder sonstwas famoses; ich ziehe gemächlich an ihm vorbei, grüße kurz und widme mich wieder der zauberhaften Waldumgebung und den langsam häufiger werdenden Ausblickmöglichkeiten in´s Tal.

    Kurz darauf überholt mich ein Wohnmobil mit belgischem Kennzeichen; was will der denn so früh morgens???; naja, egal, nach ein paar Minuten ist der Dieselgestank auch wieder verweht; allerdings hält der Camper ein paar hundert Meter später an und es entsteigt ihm ein älterer Herr mit Camcorder und beginnt mich zu filmen; eitel und selbstverliebt, wie ich nun mal bin, lasse ich ihn gerne gewähren und winke ihm auch kurz vor dem Vorbeilaufen freundlich in die Kamera - und werde in dem Moment wieder mit Wahnsinnstempo von dem Mountainbiker von vorhin überholt! - der aber just 100 m später wieder schwer atmend und mittlerweile mit nacktem Oberkörper am Strassenrand steht; Du liebe Zeit! Galt also der Camcorder gar nicht meiner läuferischen Großtat sondern: ich laufe diesem Schmalspur-Eddy-Mercks in seinem Amateurvideo ´rum!!!!!!! Na egal, ihn stört das sicher mehr als mich und so geht´s gemeinsam die nächsten paar Kilometer; erst überholt mich der Camper, dann kommt Eddy und sobald er am Photospot vorbei ist, überhole ich ihn wieder....

    Etwa bei km 7 kommen mir von oben meine Mädels entgegen; sie waren bis ganz oben gefahren; auf dem Gipfel hat es 13 °C und kräftigen Wind und die Sicht und Aussicht bezeichnet meine Tochter als “geilestmöglich”.

    Langsam beginnen die Momente, in welchen die aufgehende Sonne über das vor mir liegende Bergmassiv tritt, häufiger zu werden; die Vegetation wird merklich lichter und niedriger; an die Stelle dichter Kiefernhaine treten Buchs, Wacholder und Kräuter. Immer wieder zweigen markierte Wanderwege und Pfade von der Straße ab; dort, wo die Sonne auf die Hänge trifft, zeichnet sich der kräftige Kontrast zwischen dem satten Grün des Macchiagestrüpps und dem strahlenden Hellbeige des Kalkbodens ab; in den türkis-, graublauen Schattenlagen der Täler unten liegt noch immer der Nebel; endlose Hügelketten weit unter mir; hierher muß ich unbedingt mal ein paar Tage zum Wandern kommen; an so einem Morgen in der Macchia aus dem Schlafsack krabbeln und dann auf den Weg zum Gipfel; muß der Hammer sein; aber heute bin ich ja zum Laufen da; also verschwindet, ihr petrarca´schen Romantizismen! (Aber Wanderstiefel und dann “ab in´s Gelände” wär´ schon - wie meine Tochter es ausdrückt - “geilestmöglich” - obwohl; hier zu laufen ist mehr als dto,)

    Da mir die Sonne immer häufiger, länger und höher zublinzelt, verfalle ich auf den fixen Gedanken, sie täte dies zielgerichtet und hämisch und nach dem Motto: “wart´ nur, das dicke Ende kommt noch”; aber es bleibt zunächst halbschattig und kühl.

    Der Panoramablick bei km 8 ist der Hammer, irgendwie “unendlich” und nur durch eine liegende 8 zu umschreiben; (weshalb ich mich an ihn im nachhinein besonders gut erinnere..)..

    Pünktlich bei Km 11 winkt mir die “Intermarché-Plastiktüte” mit den beiden Luftballons und dem verlockenden Inhalt (1 Flasche Badoit und 2 Bananen) zu. Ich nehme tiefe Schlucke (was soll´s, wenn´s später rülpst und gluckert; ich lauf´ ja nicht “auf Zeit”!) und fülle mit dem Rest die Trinkflaschen am Gurt auf; die Banane: wir haben heut´ abend für ein 5-Gänge-Menü reserviert, aber DIESER Geschmack an DIESEM Ort und DER Aussicht!? - nicht zu toppen! Rund hundert Meter hinter mir sehe ich “meinen Eddy” im Schlagschatten einer Scheinzypresse(?) stehen; und er sieht nicht gut aus...... Hat mich sein Versorgungscamper schon überholt? ...ich habe nicht darauf geachtet; ich schnappe die Badoit-Flasche und die 2. Banane, laufe die 100 m zu ihm runter und biete sie ihm an; aber er zeigt mir irgendwelchen Astronautennahrungsfirlefanz in seiner Lenkertasche und weist darauf hin, dass der Camper ein wenig weiter oben auf ihn warten würde; na dann... ich bin ja nun nur sehr bedingt für den Unfug anderer Leute verantwortlich (obwohl ich “meinen Eddy” am liebsten mit “Chuck-Norris-round-house-kicks” den Berg hinunter geprügelt hätte!!!!....) also behalte ich mir meine “Zweitbanane” “für später” auf und laufe weiter (Um das Ganze nicht künstlich zum Spannungselement zu erheben: “Eddy” hab´ ich seit diesem Moment bis später am Gipfel nicht mehr gesehen, seinen “Versorgungscamper” noch 2 oder 3 mal: und: am Gipfel haben wir uns nochmal getroffen und ich glaube, ihm war´s eher peinlich..... ( so viele Auslassungspunkte gibt´s gar nicht !!!!).

    Wieder bin ich allein und zieh´ weiter meine Strecke den Berg hoch. Zwischendurch überholen mich einige Klein/Versorgungslaster, PKW´s und knatternde Motorräder; ein paar Touristenfahrzeuge tragen Rennräder “auf-dem-Dach”; was soll DAS denn???? Gibt´s da eine spezielle “downhill”-Sportart (auf Rennrädern????!!!!!), haben die Angst um ihr Fahrrad, wenn sie´s bei einem Ausflug zuhause lassen, wollen sie ihr Fahrrad mal Höhenluft riechen lassen oder lassen die sich einfach mir ihrem Bike auf dem Gipfel photographieren? (Keine Ahnung; Aber! (Um das Ergebnis vorweg zu nehmen): auf dem Gipfel waren MEHRERE PKW mit Fahrraddachträger aber KEINES(!) mit Fahrrad!)......

    Ein einsamer Rennradler im roten Shirt mit weißem Kreuz auf´m Buckel zieht gemächlich in mir vorbei; sein gequältes: “Boa Schua” beim Überholen beantworte ich mit einem donnernden: “Hopp-Schwyz - Servus”, was ihn 1. Vor Schreck fast über den Lenker absteigen und 2. „gruezi!“ rufen lässt - (so sin´ mir halt im Dreyeckland ...)

    Bei ca km 14,5 und hm 1445 öffnet sich das Gelände zu einer Art Alm; Mont Serein, Skistation und Chaletdörfchen; scharfe Rechtskurve, die Straße wird eng und es wird sehr steil; am Straßenrand die Schneehöhenmeßstangen; aber ich weiß ja, daß bei km 16 meine 2.Versorgungstüte steht, ich hau´ mir 2 der 3 Bananen rein, fülle die Trinkflaschen und trinke den Rest, esse die dritte Banane gemächlich im Gehen; diesmal war´s aber etwas viel Kohlensäure - es gluckert und rülpst schon gewaltig - das nächste Mal vielleicht besser “de l´eau plat”... (Leider ist die Plastiktüte und der Restmüll bei der späteren Rückfahrt spurlos verschwunden; ich hoffe, irgendwer hat sie mitgenommen - hab´ ja blöder Weise 31.8. statt 1.9. draufgeschrieben - ich hoffe, ich hab´ nicht eine windverwehte Umweltsauerei am MV begangen.....).

    Eigentlich kann es jetzt nicht mehr weit sein und noch immer laufe ich weitgehend verschattet im Wald; wann kommt denn die vielbeschriebene Geröllwüste der Gipfelregion? Ich mache mir Sorgen, weil langsam Waden, Oberschenkel und Hüftgelenke zu schmerzen beginnen; die Fersenblase hat sich glücklicher Weise nicht mehr gemeldet; etwa 3 km vor dem Gipfel endet die Vegetation und ich betrete eine völlig unwirkliche Stein- und Schotterwelt; ein paar - wilde? - Schafe am Wegrand zerren letzte Kräuterreste zwischen den Steinen hervor, sonst nichts, außer einem plötztlich aufkommenden Wind, der mich wie vor eine Wand laufen läßt. Aber das ist egal; ich kann den Gipfel förmlich riechen und empfinde die letzten 2 km eher als langweilig denn als anstrengend - was aber nichts mit dieser atemberaubenden Landschaft, sondern nur damit zu tun hat, dass ich jetzt einfach keine Lust mehr habe und “oben” sein will; der Turm auf dem Gipfel ständig über mir; die Radar(?)station etwas abseits; an der Abzweigung zur Radarstation steht der Belgiercamper und der Kameramann winkt mir fröhlich zu; von Eddy keine Spur.

    Noch eine Kehre - und dann ist plötzlich alles vorbei; ein Parkplatz, das Gipfelschild, die Typen mit den Würsten und Süßigkeiten bauen gerade ihre Stände auf; ein Kiosk - und das war´s dann; “Krampfaderngeschwader”; PKW´s, Motorrad - und jede Menge Fahrradfahrer; keine Spur von Crèpes oder einem Café - ein Restaurant befindet sich auf der anderen Seite etwas weiter unten, an der Straße Richtung Bédoin; ich verkneife mir hinunter zu laufen, denn (a.) zieht es “wie Hechtsuppe”, (b.) auf “wieder hochlaufen” hab´ich heut´ schon gar keinen Bock mehr und (c.) haben wir uns “auf dem Gipfel” verabredet und ich auf irgendwelche Suchaktionen am dem Gipfel schon gar keinen Nerv. À propos Uhrzeit: Ankunft auf dem Gipfel: 10:17; für mich unglaubliche, sensationelle 2:59!!!!!!! Ich kann es kaum fassen, obwohl die Zwischenzeiten schon gezeigt hatten, dass ich “ganz gut unterwegs” war! Kalkuliert hatte ich irgendwas zwischen 3:40 und 4:00; was mache ich nun bis kurz vor 11, wenn mich mein Versorgungstross abholt? Es windet mit mind. 5 bft. Und ich bin um meine zusätzlichen Klamotten sehr dankbar (Guter Tipp!!!!!)! Ich schaue mir das Warenangebot des Kiosk an; nichts, was ich wirklich brauchte und das M.-V.-finisher-shirt ist mir mit 50,- € denn doch zu teuer, v.a., weil es erkennbar ein Radfahrerhemd mit den typischen Lendentaschen ist (außerdem hab´ich eh´ nur 30,-€ dabei.....); Also wieder raus - “in den Windkanal” und: MICH LAUST DER AFFE! Vor dem Gipfelschild posiert Eddy mit seinem Mountain-Bike - und sein Kamera-Mann hält fleissig drauf - ; Wie ist der denn hier hoch gekommen?!?! Ich gehe auf ihn zu, begrüße ihn; er erkennt mich nicht gleich, läuft dann aber hochrot an (waren da doch ein paar km im Camper zwischengeschoben?.....) Und wir fabulieren darüber, dass die letzten km doch ziemlich heftig waren..... und wünschen uns weiterhin “schönen Urlaub”......

    Ansonsten ist man hier schon ein rechter „Exot“, wenn man nicht auf mindestens zwei Rädern hier hochgekommen ist; außer mir nur noch ein einsamer Trail-läufer mit Trinkrucksack und Stöcken; er sieht meinen Trinkgurt, lächelt; wir nicken uns - von „Radlosem zu Radlosen“ zu; dann studiert er weiter seine Wanderkarte und und verschwindet dann Richtung Radarstation. Auch mir wird es langsam etwas kalt und zugig und so entschließe ich mich, langsam wieder bergab zu laufen; bei km 17 kommen mir meine beiden Marketenderinnen entgegen – und so endet mein Ventouxlauf ziemlich unspektakulär – aber bequem! - auf dem Beifahrersitz unseres Wagens – und ich genieße die herrliche Aussicht und lasse den Lauf noch mal revue-passieren.

    Summa summarum: ein richtig tolles Lauferlebnis, das ich bei sich bietender Gelegenheit jederzeit wiederholen würde! Und um diese Jahres- und Uhrzeit auch keine Hitzeschlacht!

    P.S.: ein paar Tage später sind wir mit dem Auto nochmal von Bédoin aus hochgefahren; auch ganz schön, aber ne Menge Radfahrer und der Berg kommt von dieser Seite nicht so spektakulär vor; außerdem hatte ich den Eindruck, dass das Geröllfeld unter dem Gipfel hier erheblich weiter hinunter reicht; also besser über Malaucène!

    LGUli


















  3. Ehemaliger
    Gast

    AW: Der Trailrunning-Thread

    #3
    Ich mache inzwischen auch ab und zu leichte Trailruns im Taunus. Finde es trotz des anspruchsvolleren Geländes weniger anstrengend als im Flachen zu laufen. Liegt aber sicher nur daran, dass ich beim Trailrun langsamer unterwegs bin.

    EDIT: Habe jetzt erst richtig die MV Story gelesen. Das ist bestimmt sehr anstrengend.
    Geändert von Ehemaliger (08.07.2011 um 08:02 Uhr)

  4. Erfahren

    Dabei seit
    28.05.2009
    Beiträge
    254

    AW: Der Trailrunning-Thread

    #4
    haltet mich nicht für bekloppt, aber - welche Grödel passen auf die La Sportiva Cross Lite? Ich stelle mir leichte 6-Zacker vor, die schnell anzuziehen sind.
    Mir geht es um die Querung steiler Schneefelder.

  5. lortholstyggen
    Gast

    AW: Der Trailrunning-Thread

    #5
    Zitat Zitat von swe68 Beitrag anzeigen
    haltet mich nicht für bekloppt, aber - welche Grödel passen auf die La Sportiva Cross Lite? Ich stelle mir leichte 6-Zacker vor, die schnell anzuziehen sind.
    Mir geht es um die Querung steiler Schneefelder.
    Genau dafür verwende ich Kahtoola MICROspikes. Die hatte ich den ganzen Winter in den Alpen im Einsatz, krallen sich überall rein und sind in sekundenschnelle an-/ausgezogen.

  6. Dauerbesucher

    Dabei seit
    26.12.2008
    Beiträge
    939

    AW: Der Trailrunning-Thread

    #6

  7. Fuchs
    Avatar von uli.g.
    Dabei seit
    16.02.2009
    Ort
    in und bei Freiburg
    Beiträge
    1.511

    AW: Der Trailrunning-Thread

    #7
    Für die, die sich zum Thema informieren wollen..... Tip:

    http://www.trail-magazin.de/

    Ich hoffe, das verstößt nicht gegen das Werbeverbot! Ich denke aber eher nicht.

  8. Erfahren

    Dabei seit
    28.05.2009
    Beiträge
    254

    AW: Der Trailrunning-Thread

    #8
    danke für die Tipps!
    Die Steigeisen von Kahtoola sind genau das, was ich am liebsten hätte! Damit wird das Untergrund-Spektrum für mich und die Schuhe noch ein Stück erweitert.
    Ich bin letztes Jahr ziemlich viel gerannt, dieses Jahr bin ich mehr auf dem Fahrrad unterwegs. Aber eine Traumtour gab es auch dieses Jahr schon:In der Sierra Nevada/Andalusien von Hoya de Portillo auf die Puntal de la Caldera. Erst Weg, dann Schneefelder (die ich zum Teil über rutschigen Schutt umgehen musste, weil mir die Steigeisen fehlten), dann Schutt, dann Fels mit Hand anlegen. Zurück ging es schlitternd über weite Schneefelder am Rifugio Poqueira vorbei zurück zum Ausgangspunkt. Wunderbar! Wandernd wäre die Tour zu lang gewesen.

  9. Dauerbesucher

    Dabei seit
    26.12.2008
    Beiträge
    939

    AW: Der Trailrunning-Thread

    #9
    Um den Thread am Leben zu erhalten mal ein kurzer Bericht über den Ultra- Alpin- Marathon in Veitsch http://www.grenzstaffellauf.com

    Ultraalpinmarathon - Grenzstaffellauf Veitsch am 25.06.2011

    Seitdem ich regelmäßig das "Trailmagazin" (www.trail-magazin.de) studiere, war klar ein Ultralauf durchs Gelände solls sein. Meine Wahl fiel mehr zufällig auf den "Grenzstaffellauf Veitsch". 54 km und 2300 hm mit gerademal 3km Asphaltanteil und sehr großem Trailanteil wurde versprochen.

    An einem kühlen, wolkenverhangenen Samstag war es dann soweit - mein erster Ultra:-). Gespannt musterte ich die anderen Starter. Vom komplett komprimierten High- End -Gear-overequiptem Ultrarunner über verdächtig fit wirkende mitvierziger in klassischer Straßenlaufkleidung bis zur ungarischen Fraktion die auf Baumwollkleidung inklusive selbstgenähter Wadenstulpen setzte war alles vertreten.

    Nachdem ich vorsichtig einen ca. 50zigjährigen kompetent wirkenden Herren, der lediglich Shorts und ein Laufshirt trug, angesichts der zu erwartenden 0 Grad auf 2000 m Höhe fragte, was er alles so mitnehmen würde erwiderte dieser: " Oh, ich gehs heut flotter an, da frierts mich nicht und nach spätestens 4 1/2 h bin ich eh im Ziel". Ich schluckte tief, zog noch einmal die Riemen meines Rucksacks fest und überlegte ob 2Liter Getränke, eine Regenjacke, eine lauftight und eine Mütze sowie ein paar Riegel für vorsichtig geschätzte 7h Laufzeit ausreichend seien.

    Nun denn was solls, der Startschuß knallte und knapp 200 (Einzel und Staffel-) Läufer setzten sich in Bewegung. Mein Mantra "Tempo tötet" vor mich hinmurmelnd ließ ich mich ans Ende des Feldes zurückfallen und zuckelte mit 6:30 min/km los. Neben mir ein Engländer mit einem etwas steifen Bein, der mehr hüpfte als lief, sowie ein stark schnaufender Ungar mit taktisch platzierten Fettreserven über denen sich ein klassisches Feinrippunterhemd spannte.

    Nach 1,5 km Asphalt durch die Gemeinde Veitsch (664m) bogen wir auf einen Forstweg ab, der sich 4km weit in Serpentinen auf knapp 1000 m nach oben schraubte. Da ich definitiv besser bergauf wie gerade aus laufen kann, arbeitete ich mich im Feld schnell nach vorn, bis mir wieder mein Mantra " Tempo tötet" in den Sinn kam. Flugs hielt ich nach einem Gesprächspartner ausschau, der mich vom Tempobolzen abhielt. Der Herr neben mir stellte sich in breitem Burgenländer Dialekt als "Indi da Gletscherindianer" mit Vorliebe für Triathlons vor- aha! Für Gesprächsstoff war gesorgt, es wurde über Sport im allgemeinen, Training, Renneinteilung etc. philosphiert und kurz darauf kam auch schon die erste Labestelle in Sicht : Wasser, Isostar, Müsliriegel, Bananen, Dörrobst - lecker!

    Jetzt ging es richtig los, wir bogen von der Forststraße auf einen klassischen Waldtrail ab, der uns über viele Kilometer durch die schöne Landschaft führte. Der Gletscherindianer der mehr Straßenläufer als Trailrunner war, ließ es gemächlich angehen, ich ließ die Füße wieder aller Vernunft fliegen und schoß durch den Trail, über weichen Waldboden, Wurzeln kleine Anstiege hinauf und hinab, zwischendurch lichtete sich der Wald und man erhascht einen Blick auf das Panorama- herrlich wars. Nach einiger Zeit lief ich auf einen älteren Ungarn ( sofort erkennbar an den Baumwollwadenstulpen) auf der gemütlich durch den Wald joggte. Justament bogen wir von dem Trail wieder auf eine Forststraße ab, die diesmal bergabführte. Der Ungar verwandelte sein Joggen in einen gepflegten Sprint und meine GPS -Uhr meldete 4:30 min/km. Entsetzt ziehe ich die Notbremse und trabe gemütlich gehn Tal, quere eine Asphaltstraße gönne mir 2min Stehpause an der nächsten Labestelle und trabe gemütlich auf der nun ansteigenden Forststraße weiter. Bald ist auch wieder der Ungar in Sicht, der mir erklärt das Bergauflaufen sei heut fürchterlich anstrengend.

    Die Forststraße schraubt sich weiter nach oben und nach einer weiteren Labestelle und der ersten Wechselzone für die Staffelläufer biegen wir in einen Trail ab. Ein schmaler Pfad schlängelt sich zwischen hüfthohen Gräsern nach oben, das Gras weicht Bäumen und die Vegetation verwandelt sich in einen typischen alpinen Fichten- und Tannenwald. Der Pfad stößt auf einen zweispurigen Almweg und es beginnt leicht zu regnen. Inzwischen haben wir knapp 20 km gelaufen und die Temperaturen liegen bei deutlich unter 10 Grad. Zusammen mit dem aufkommenden Wind wird es etwas frisch, aber noch geht es mir gut und ich freue mich auf den Teufelssteig.

    Auf knapp 2km überwindet man hier auf einem schmalen Steig ca. 400 hm. Davor bewegt man sich über schöne Almwiesen über einen schmalen Weg. Hier verleg ich mich das erste mal aufs gehen, da man laufenderweise auch nicht schneller vorankommt. Hier treffe ich auf eine Wienerin die gerade zu einem weiträumigen Ausweichmanöver ansetzt, da eine kleine Kuhherde den Weg blockiert. Ich erkläre ihr dass die Kühe mit Namen angesprochen, gerne den Weg räumen. Nach einem kräftigen "Schleich die, Resi"! und einem "Geh zua, Lisal!" ist der Weg zum Teufelssteig frei. Wie an einer Perlenkette aufgefädelt seh ich die Läufer vor mir den Steig erklimmen.

    Inzwischen hat der Regen nachgelassen, aber über meine Mütze bin ich froh. Jetzt heißt es Hände auf die Oberschenkel und rauf den Steig. Im Steig überhole ich einige Läufer, lasse mich fotografieren




    und gelange aufs Hochplateu der hohen Veitsch. Hier wärs traumhaft schön, aber leider pfeift der Wind und es ist bitter kalt, auf der Verpflegungsstation ist der Tee alle, also zuzzle ich das kalte Getränk aus meinem Trinkrucksack und stolpere los. Der ausgetretene Weg besteht aus vielen großen Felsbrocken und ich gehe mehr als ich laufe, da ich Angst habe mich zu verletzen.

    Ich beschließe Jacke und Hose anzuziehen und es langsam angehen zu lassen. Das Gelände senkt sich langsam ab, wird wieder besser laufbar und es wird wieder wärmer, sogar einzelne Sonnenstrahlen lassen sich blicken. Der Zucker aus der Verpflegung tut auch seine Wirkung. Ich ziehe meine Jacke aus und laufe mit einem anderen Läufer wieder mit vollgas über einen herrlichen hochalpinen Trail. Wir überholen einige Läufer und meine Laune steigt wieder an. Wir landen wieder auf einer Forststraße und es geht steil bergab Richtung Labestation und zweiten Wechsel für die Staffelläufer.

    Hier gibts endlich Tee, ein Stück Müsliriegel und Banane. Meine Oberschenkel melden sich nach gut 30 km und am liebsten würde ich ein Schläfchen halten. Gemeinsam mit der Wienerin die mich an der Labestation eingeholt hat laufe ich weiter. Jetzt geht es durch ein Hochmoor über matschiges Geläuf erst mal bergab. Hier profitier ich wieder von meinen technischen Fähigkeiten und bin bald wieder allein unterwegs. Der Trail zieht sich wieder als Waldweg durch kupiertes Gelände, es duftet nach Harz, Pilzen und Wald. Aber ich merke das es mir immer schwerer fällt Anstiege zu laufen.

    Nach einem weiteren Forststraßendownhill und einer weiteren Labestation hab ich meinen Tiefpunkt erreicht. Den nun auf mich wartenden Forststraßenanstieg wandere ich im Seniorenschritt nach oben, die Wienerin und einige Läufer die ich im Teufelssteig überholt habe, ziehen an mir vorbei.

    Mal gehend, mal laufend kämpfe ich mich voran. Seltsamerweise kann ich in der Ebene und bergab noch ganz gut Tempo machen, aber auch flachste Anstiege kann ich nur noch gehen. Da das letzte Drittel der Strecke sehr viele dieser Anstiege hat, lasse ich hier ordentlich Zeit liegen. Die Forststraße wird wieder zu einem Wald- und Wiesentrail, es geht wieder mehr bergab und es läuft auch wieder etwas besser. Nach einigem Auf- und Ab komme ich zur letzten Labestation ab hier geht es gut 4km über eine Forststraße in Serpentinen bergab, tief unter mir kann ich schon das Ziel sehen. Ich lasse es noch mal krachen und schieße mit 5 min/km den Berg hinab unten spuckt mich die Forststraße auf den Asphalt aus und es heißt noch 1,5 km flach ins Ziel zu traben. Nach 7h 15 min überquere ich die Ziellinie und schmeiße mich erst mal auf den Boden und freue mich darüber mich nicht mehr bewegen zu müssen.

    Im Nachhinein hat es sehr viel Spaß gemacht, die Stimmung bei den Teilnehmern war toll und das Erlebnis "Ultratrail" hat sich tief eingebrannt. Die Veranstaltung in Veitsch ist sehr zu empfehlen, gute Orga, entspannt, familär und eine tolle Strecke!

    Im Nachhinein würde ich einiges anders machen, z.B. mit Stecken laufen, technisch schwierige Abschnitte gehend bewältigen und versuchen viel Energie für das letzte Drittel zu sparen.

  10. Erfahren
    Avatar von Flachzange
    Dabei seit
    03.03.2008
    Ort
    D'dorf
    Beiträge
    276

    AW: Der Trailrunning-Thread

    #10
    Feiner Thread und sehr schöne Berichte :-)

    Frage: ab wann ist es "Trailrunning" und wo hört "laufen" auf? Ausschließlich eine Frage des Geländes? Oder spielen noch andere Dinge mit?
    Ich laufe auch lieber quer durch den Wald als auf der Forstautobahn, doch wo ist die nominelle Grenze?
    Ab wann brauche ich z.B. spezielle Schuhe etc. etc. ...
    "Act like a horse. Be dumb. Just run."

  11. Fuchs
    Avatar von uli.g.
    Dabei seit
    16.02.2009
    Ort
    in und bei Freiburg
    Beiträge
    1.511

    AW: Der Trailrunning-Thread

    #11
    Zitat Zitat von Flachzange Beitrag anzeigen
    Feiner Thread und sehr schöne Berichte :-)

    Frage: ab wann ist es "Trailrunning" und wo hört "laufen" auf? Ausschließlich eine Frage des Geländes? Oder spielen noch andere Dinge mit?
    Ich laufe auch lieber quer durch den Wald als auf der Forstautobahn, doch wo ist die nominelle Grenze?
    Ab wann brauche ich z.B. spezielle Schuhe etc. etc. ...
    #1

    @FZ - gute Frage, die ich mir als Anfänger (der ich auch bleiben werde - die biologische Uhr tickt :bg: ) in diesem Bereich auch immer mal wieder gestellt habe; v.a., wenn ich ich irgendwelche Extremgeschichten aus Extremlandschaften lese, während ich bislang nur im Mittelgebirge bzw. im Hochgebirge nur bei gemäßigten Wetterbedingungen unterwegs bin :bg:....

    Für mich beginnt trailrunning ( was für ein bescheuerter Anglizismus! :roll: ) dort, wo das Laufen in der Natur wichtiger ist als die Zielzeit und ich möglichst wenig "befestigte Strasse" unter den Füßen habe.... wobei ich z.B. gerne auch mal auf´s Stilfzer Joch o.ä. laufen würde - völlig wurscht, ob das dann ein echter "trailrun" wäre..

    #2
    equipment:

    Ich hab mir inzwischen neben den normalen Laufschuhen etwas festere gekauft - saucony jazz 14 - sehr stabil, meinem Fuß passend und günstig - diesen Winter sind Spikes dran und Gamaschen.... ansonsten - in gemäßigten Regionen braucht´s kein zusätzliches equipment - wobei ich schon auch mal mit etwas anderen Bewegungsformen - mit Stöcken - kokketiert habe.... aber jetzt erst mal NUR laufen....

    #3

    @jocki:

    Schicker Initiationsritus:bg: - Sehr spannender Lauf!!!!

    Mein eigener Einstieg in dieses Thema ist ähnlich:

    (Ich hab den Bericht zwar schon vor kurzem schon mal eingestellt, aber aus gegebenem Anlass meinen Bericht von meinem ersten trailrun-Wettbewerb noch mal....)

    Black forest ultratrailrun/ Simonswald 2011



    "Soll ich oder soll ich nicht? "

    Es ist Samstag Morgen halb sechs; gestern abend noch mit Freunden Boule gespielt, nebenher bißchen Musik gemacht, danach gut gekocht und noch bis halbzwölf im Garten gesessen; noch “ä Viertele Spätburgunder” und “ä bissel Käs´” - Gute Voraussetzungen für ein gemütliches Ausschlafen und ein verschlendertes Wochenende - Gaaaaaaaaaanz schlechte Ausgangsposition zum Kampf gegen den inneren Schweinehund! Schützenhilfe - wieder einmal - von meiner Frau: “Wenn Du jetzt nicht gehst, jammerst Du mir hinterher ´s ganze Jahr die Ohren voll - ABER VIELLEICHT IST ES HALT DOCH ZU ANSTRENGEND”.....

    Das ist genau die Initialzündung! - halbe Stunde später sitz´ ich im Auto und um kurz nach halb sieben steh´ich auf dem Parkplatz vor der Säge in Simonswald; keine zehn Leute außer mir; ich tausche kurz die Photokamera mit dem Typen, der direkt von der Nachtschicht - mit seinem Smart - von hinter Frankfurt hierher gefahren ist; “eigentlich wäre ich lieber zum Rennsteig gefahren, aber ich hätte dann eine Stunde früher von der Schicht weggemußt” - na also, es gibt noch wahnsinnigere als mich.... Nachmeldung: Startnummer 177 - eingeschweißtes Infoblatt; Notrufnummern, Durchlaufzeiten, Streckenbeschrieb...

    Um 7:45 Streckenbriefing: Hans Maier, Initiator, Erfinder, Gründer und Mädchen für Alles weißt uns nochmal ein; das Mikrophon hat nen Wackelkontakt; egal, die knapp 100 Läufer/Innen hören ihn auch so; “und achtet immer auf die blauen Markierungen am Boden, an Bäumen, Felsen oder am Wegrand” - ich habe diesen Satz noch im Ohr, aber leider.........

    Punkt 8 geht´s los: kein Stress kein Abdrücken der Uhr auf der Matte, kein Chip - wir laufen einfach los.

    Bereits nach ein paar 100m der erste kurze Anstieg; wir verfallen in kollektives Wandern - nur kurz - und ab da erst mal lange Zeit gemächliches Berglaufen in einer Bilderbuchlandschaft bei dto. Wetter:

    Die erste Versorgungsstelle (V 1) bei 10,8 km; Richtzeit (RZ) 1:10; bei 1:08 trinke ich den ersten Schluck Cola - also voll im grünen Bereich.....

    Aaaaaaber dann: - wird´s steil: nächster Richtpunkt bei 14,8 km - Richtzeit 2:00. - Auch DAS hätte ich besser vorher gelesen - nicht erst jetzt beim Schreiben .... aber DAVON später.......

    An der Gustav-Beck-Hütte (1030m) geniessen wir die Aussicht; Fotoapparate und Handys werden ausgetauscht, bevor wir uns gemütlich Richtung V 2 (18,6 km RZ 2:35) aufmachen; es geht gemütlich bergab; an V 2 treffen wir uns alle wieder, “hesch mei´Nummer notiert? Nit dass se nochher ä Suchaktion wäge mit schtarte!” selbstbemachtes Gebäck, süß oder salzig, Bananen, Erdnüssle, Cola, “saure un süßä Schbrudel”, Wasser - die Verpflegung ist SUUUUUPER! - und es geht weiter - zunächst gemütlich - bergab.

    Mein erstes ECHTES Handycap: im Rucksack klingelt mein Telefon, das ich ausdrücklich nur für Notfälle dabei habe (Festnetztelefonierer); also aus dem Singletrail raus, Rucksack runter, Handy rausgekramt: “ Papa, kannst Du mich bitte in der Stadt abholen? Ich habe den Bus verpasst!” ???????? “”Ich bin irgend - keine Ahnung wo - im Schwarzwald am Laufen!!!!!! - Wart halt auf den nächsten!!!!!!” - meine pubertierende Tochter..... Also wieder alles verpacken und weiter geht´s - an der Ruine einer alten Wassermühle vorbei und

    - Rock ´n Roll -

    einem Wildbach entlang durch steiles, matschiges, verblocktes Gelände dem Bachlauf bergab runter - das ist wie Skifahren in der Buckelpiste - ohne Stöcke und - leider viel zu schnell vorbei ..........

    Hatte ich das schon geschrieben? - ich vermute: nein.
    V 2 war bei km 18,6 km; Rz: 2:35..... V 3 ist bei 31,8 km Rz: 4:00 - also 13,2 km und 1:25 später - und das zieht sich!!!! breiter Waldfahrweg stetig bergauf - ohne Ende!! So breit, dass man nicht merkt, wie steil er ist, weit nach vorne sieht und kein Ende in Sicht ist... ...... Irgendwann kommt linkerhand etwas unterhalb der Plattensee - wir sind wohl wieder auf etwa 1000m - und ich wünsch´mir nur noch die nächste Verpflegungsstelle herbei... ... die freundliche “Läuferin vom Bodensee”, die mich seit unserem Bergab-Rock ´n Roll begleitet, meint, die nächste Verpflegungsstation müsse nun bald kommen - und das würde “Kräfte wecken” - ich mag´s bald nimmer glauben! - Und wir sind noch lange nicht bei den 42 - und ich habe KEINE AHNUNG, was danach kommt - hab ich eigentlich schon gesagt, dass ich nach dem Freiburg-Marathon praktisch keine langen Läufe mehr gemacht und einen Wochenschnitt von 30 km habe? - Völlig bescheuert, damit so ´ne Nummer zu laufen!!!!!!

    Die Wolken ziehen sich immer mehr zusammen, es donnert und einige Tropfen fallen... Endlich V 3! Und ordentlich reingehauen und den Rucksack gefüllt - aber merkwürdig: die Läufer/Innen, die bei V1 und V2 noch ein “g´mütlich´s Schwätzle g´macht hän”, werden zusehends hecktischer; der Boxenstop wird auf 1min reduziert; also schnappe auch ich mir einen Apfel und ein paar Teilchen und gehe weiter und esse im Gehen.....

    Hier oben auf der Hochebene sind einige Spaziergänger unterwegs und es ist quälend, wie langsam ich an ihnen vorbeiziehe.... der Regen nimmt zu und es wird immer unheimlicher; die Donnerschläge sind verdammt nah; hoffentlich geht´s bald bergab! Und endlich biegt die Strasse, auf der der Trail mittlerweile läuft, nach rechts und steil bergab - endlich kann man´s in Ruhe laufen lassen - let it roll - endlich bergab...........

    Nach 1,5 km seh´ ich 2 Frauen in Laufklamotten und mit ´ner Startnummer auf´m T-Shirt an der Strasse stehen: Was machen die denn da? “Wann hast Du das letzte Mal den BLAUEN PUNKT gesehen?” - Oh verdammt!(“Achtet auf den blauen Punkt alle 100m”........) ... und wir machen uns gemeinsam an den Wiederaufstieg: “da oben laufen welche! Und sie laufen geradeaus in den Wald, wo wir bergab abgebogen sind!!!!!” - Endlich sind wir wieder oben und die blauen Punkte wieder da - ich lasse mich etwas zurückfallen, weil die beiden Mädels zwar sehr nett, aber auch ungeheuer kommunikativ sind und lasse es die nächsten km gemütlich bergab rollen oder halsbrecherisch stolpern! Es ist verdammt steil und verdammt nass und verdammt viel Vorjahreslaub über losem Gestein und es regnet immer heftiger; ein völliger Wahnsinn, hier auch noch zu RENNEN! (Außerdem: immer auf die blauen Punkte achten! So ein Sch... passiert mir NICHT NOCHMAL!)

    Endlich die V 4 bei 40,8 km. Als ich ankomme, wird gerade einer mit bereits durchgebluteten Verband um´s Sprunggelenk weggefahren; ich werde - sehr stilecht! - von einer Frau mit aircast-Schiene als “durchgelaufen” notiert und es geht weiter - natürlich wieder das Tal hoch - entlang einem Wildbach; alles sehr spektakulär - und frustran - weil es nach ca 2 km über eine Brücke und den ganzen Mist wieder bergab geht - AAAAAABER: very scenic! Unglaublich verblocktes, steiles und glitschiges Geläande! - und nach etwa 4 km komm ich gerade ein paar zig Meter von der V 4 wieder an - auch egal -laufen wir weiter...

    “Wir” ist gut... ich bin mittlerweile völlig allein im verregneten Wald auf diesem - selbstverständlich bergauf führenden Waldweg. Weit vor mir - geschätzt 50 - 80m sehe ich bei gerader Strecke zwei ebenfalls einsame Läufer - einer mit nem hellblauen Baumwollshirt (?), der andere weiter vorne - ich hatte es an V 4 gesehen - mit ´nem roten Leibchen mit “Triathlon irgendwas” auf´m Rücken; beide völlig uneinholbar weit weg; also versuch ich gar nicht erst, wenigstens den hellblauen noch einzuholen und schlepp´ mich weiter wieder bergauf; mittlerweile hat sich der Zufallsmodus meines i-pod aufgehängt und ich bekomme nur noch Toto auf die Ohren - ne Weile ja ganz nett, aber beim dritten, vierten Mal?

    Irgendwann hole ich den Hellblauen ein; irgendwie laufen wir plötzlich nebeneinander; er kommt aus dem Schwäbischen und ich kläre ihn erstmal auf, dass der Begriff des “Badensers” nur von Leuten verwendet wird, die nicht wissen, dass es “Badener” heißt und - wie alles im Badischen auf der ersten Silbe betont wird (Ausnahmen hab ich ihm erspart....) und so kommen wir “vom Hölzle zum Schtöckle” - von der Weltpolitik, den Startpreisen für Marathons bis zu Stuttgart 21 und dem Ausbauzustand der A 5 ab Offenburg, vom Verhältnis zwischen Badenern und Schwaben bis zu Al Quaida - und den Umstand, dass sein Freizeitleben seit der letzten Scheidung weitgehend aus Langstreckenläufen zu bestehen scheint - und wieder tauche ich ein in Erzählungen aus einer Welt, die sich um Distanzen ab 42 km aufwärts und jede Menge Höhenmeter dreht - und fühle mich mit meinen paar — und Berg- und BergM- erfahrungen ziemlich als Zaungast; aber was soll´s? Irgendwie quatschen wir uns Richtung V 5. Mein tapferer Schwabe erklärt gerade noch, wenn die am V-Stand irgendwas unter 50 km als gelaufene Distanz sagen würden, würde er jemanden erschlagen; ich weise ihn noch kurz darauf hin, dass eine derartige Handlung sicher gegen das Reglement wäre, bei der B-Note aber vielleicht positiv berücksichtigt würde, als der rettende Stand auftaucht - bei 49,8 km - und es wurde DOCH niemand erschlagen........ Wir geniessen das neuerlich hervorragende Catering; aber - worauf mich mein neuer Laufkollege besorgt hinweist: wenn - wie die freundlichen Caterer erzählen - bei km 55 NOCHMAL ein Versorgungsstand kommt, so verheisst das NICHTS GUTES! - bzw. Irgendeine Schweinerei ganz am Ende des Rennens - die These hat eine gewisse Logik in sich, v.a., weil die V-Stellen eh nicht soooo häufig waren..... Egal - wir schleppen uns irgendwie weiter Richtung Ziel - durch mittlerweile heiß dampfende und schwüle Talwiesen, auf die die Sonne nach dem Regenguss von vor 1, 2 Stunden gnadenlos draufbrettert....

    Mein wackerer Schwabe meint, ich solle doch endlich loslaufen, er könne doch sehen, dass da noch was geht; während ich mich nur noch müde fühle und froh und dankbar bin, hier nicht alleine mich Richtung Ziel schleppen zu müssen - und dann kommt plötzlich V 6 in Sicht; gemütlich im Schatten steht ein Sani-wagen, ein Sonnenschirm, ein Biertisch voller Getränke und Snacks - schöner kann eine Oase in der Wüste nicht sein!

    Und der Typ mit dem roten Tria-shirt kippt sich gerade ein Becher Wasser über den Kopf - und von hinten kommen noch ein paar Läufer, die wieder aufgeschlossen haben - und plötzlich und unvermittelt packt mich ein Adrenalinstoß: “Vergiss die paar Marathons, die Du gelaufen bist, vergiß Zermatt und den Kick am Riffelberg – seit weit über einer Stunde läufst Du in einem Bereich, wo Du noch nie warst!” - und der Schauer geht mir durch den ganzen Körper - und die Maschine setzt sich in Bewegung - langsam wie eine alte Diesellok, aber nicht mehr aufzuhalten und stetig, als hätt´s die letzten 56 km gar nicht gegeben; es sind noch 2,5 km, das sind - je nach Lauf - zwischen 10 und 15 min - und danach ist der Lauf vorbei und ich hab meinen ersten Ultra gefinished und die Zielzeit ist auch noch innerhalb des Classements und mein i-pod schaltet von Toto weg auf James Blunt - ich finde James Bunt nicht immer soooooo toll, aber in DEM Moment DER Groove: “my life is brilliant, my life is pure.....” Reiner Donner, während ich den singletrail den Berg hinunterstürze; - es KANN gar nichts passieren; es ist wie Skifahr´n in der Buckelpiste - Rock ´n Roll - und unten angekommen: Ich schwöre! Kein Fake, Keine Geschichte, nichts geplant: Im Kopfhörer der bekannte Harley-Klang:

    Vrooouuuummmmm, Vroooooooouuuuuummmmmmmm

    “The sirens are screaming and the fires are howling
    Way down in the valley tonight
    There's a man in the shadows with a gun in his eye
    And a blade shining oh so bright
    There's evil in the air and there's thunder in the sky
    ........................................ ................
    Like a bat out of hell
    I'll be gone when the morning comes
    When the night is over
    Like a bat out of hell I'll be gone gone gone
    Like a bat out of hell I'll be gone when the morning comes
    But when the day is done
    And the sun goes down!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!
    YouTube - ‪Meat Loaf - Bat Out Of Hell (From "Bat Out Of Hell - Original Tour")‬‏

    Und mit “Bat out of hell” jagt´s Richtung Ziel; einen überhol´ ich noch, aber was soll´s? Die Zeit ist für “echte Ultras” eh eher zum Belächeln; aber ich - für mich - hab´ hier heute eine Kiste abgeliefert, von der ich vor einigen Jahren noch nicht mal geträumt hätte!

    Und wir sitzen wenige Minuten später im Schatten im Ziel, feuern die anderen Finisher an, die nach und nach eintrudeln; einer hat - sehr clever - sein Ehegespons getimed, auf dass sie ihm ein alk.-freies Hefeweizen pünktlich zum Zieleinlauf parat hält......

    Was bleibt?:

    - Zermatt letztes Jahr war spektakulär und “very scenic”; aber mit dem, was hier am letzten Samstag gelaufen ist, nicht zu vergleichen!

    - ich bin zum ersten Mal in den Bereich jenseits der 42 gelaufen - und es fühlt sich dort gut an.......


    Und Simonswald kann ich nur ganz arg empfehlen! Super sympathische Veranstaltung, tolle Atmosphäre, nette Leute! Vielen Dank an Hans und seine Leute!
    Zum Schluss noch die – ich weiss nicht – gute oder schlechte Nachricht? Nächstes Jahr wird der Ultra um rund 3 km gekürzt, dafür kriegt er dann noch zusätzliche 250 HM.

    So long!

    Uli

    P.S.: den HM am Folgetag konnte ich dann leider nicht mehr mitmachen, weil mein Patenkind Konfirmation hatte - na ja; nächstes Mal.....


    und ein paar Bilder:
















    #4.


    P.S.: MATERIALFRAGE:

    Ich hab vor kurzem meine 2 ltr.- Deuter-Blase mit einem Aldi-Iso-Pulver und Wasser befüllt; danach hat sich das Plastik der Trinkblase völlig verfärbt; "kukident" hab ich schon versucht, bringt aber nichts; hat jemand noch Ideen? - sonst bleibt´s halt verfärbt.....

    LGUli

    P.S.P.S.: t.w.i.m.c.: c.u.@k78? :bg:
    Geändert von uli.g. (11.07.2011 um 08:25 Uhr)

  12. AW: Der Trailrunning-Thread

    #12

    Viele Grüße
    Ingmar

  13. Dauerbesucher
    Avatar von Pico
    Dabei seit
    03.09.2007
    Ort
    NRW
    Beiträge
    997

    AW: Der Trailrunning-Thread

    #13
    Hab den Faden jetzt erst gefunden... geile Idee etwas speziell fürs Tarilrunning zu machen!

    Zur Frage von oben: Wenn Du das Gefühl hast Deine normalen Laufschuhe sind viel zu rutschig, dann brauchste Trailrunner...

    Die Mikrospikes von Katholaa hab ich auch, sind sau geil, auch für Läufe im Schnee!

  14. Anfänger im Forum

    Dabei seit
    05.04.2009
    Ort
    Österreich
    Beiträge
    24

    AW: Der Trailrunning-Thread

    #14
    Die Zeitschrift TRAIL gibts übrigens gratis online. Echt ein Superprodukt!!:
    http://web.mac.com/trailmagazin/TRAI..._download.html

  15. Dauerbesucher
    Avatar von Pico
    Dabei seit
    03.09.2007
    Ort
    NRW
    Beiträge
    997

    AW: Der Trailrunning-Thread

    #15
    DU meinst die aus Post Nr. 7?

  16. Fuchs
    Avatar von uli.g.
    Dabei seit
    16.02.2009
    Ort
    in und bei Freiburg
    Beiträge
    1.511

    AW: Der Trailrunning-Thread

    #16
    Da mir der Faden sehr am Herzen liegt (warum wohl? ) .....

    Noch ´ne Möglichkeit: "Lieblingslaufstrecken"

    vor kurzem hab ich einer lieben Freundin für ihren Aufenthalt in Freiburg meine Lieblings-Abendstrecke beschrieben; bin sie heut´abend - wie so oft - gelaufen; falls jemand von euch mal zum Urlaubmachen hier in der Regio ist - und nicht nur dröge an der Dreisam entlangrennen will - ist zwar kein echter trail, aber eine sehr schöne Strecke:

    BITTESCHÖN:

    Schönbergrunde (ca 11 - 14 km 300 bis 450 hm)

    Thema und Variationen......

    Der Schönberg ist ein dem Schwarzwald vorgelagerter Berg, der im Zuge der Absenkung des Oberrheingrabens entstanden und stehen geblieben ist und sowohl geologisch als auch biologisch entsprechend vielfältig und “spannend” ist. Bei der Runde kann man ab und zu noch auf Reste der Eisenerzförderung stoßen (Schachteingänge, Reste der Förderseilbahn, Steinbrüche etc.) , die von den Nazis für ihre Kriegsmaschinerie betrieben und erst Anfang der 50er des letzten Jhrd´s mangels Ergiebigkeit eingestellt wurde.

    Zum Nachschauen bietet es sich an, auf Google earth “Merzhausen” einzugeben und dann den Schönberg -westlich von M. In die Mitte zu ziehen

    Ihr startet am besten am Jesuitenschloss, einem Ausflugslokal (derzeit bis Anfang April wg. Umbaus geschlossen) westlich oberhalb von Merzhausen. Merzhausen schließt direkt an Freiburg an; kurz nach dem Ortseingangsschild geht es rechts ab zum Jesuitenschloss (ausgeschildert und allg. bekannt - im Zweifel Eingeborene fragen.

    Ihr stellt das Auto auf dem Parkplatz des J-schlosses ab direkt neben dem Parkplatz geht rechts am Ökonomietrakt des Schlosses ein breiter Feldweg nach Süden in die Wiesen (gelbe Raute Richtung Au) - (bei G. Sehr gut zu sehen!). Bis auf eine kurze Links-Rechts-Schikane gehts straight nach Süden, bis der Weg auf ein West-Ost-Weg stößt und endet. Jetzt wird´s kurz mühsam, weil ihr rechts hoch Richtung Schönberg müßt. Nach etwa 200m biegt der Weg nach links und wird wieder eben; aber nur kurz, denn nun bei der nächsten Möglichkeit gehts wieder rechts und in einer weiten geschwungenen Rechtskurve (gepflasterter Fahrweg) in Richtung Wald.

    Sobald ihr im Wald seid, stoßt ihr nach etwa 50m auf einen Wanderweg und folgt diesem nach links leicht bergan. Nach ein paar 100m geht´s rechts ab Richtung “Steinbruchwegle” (Holzschild) und links Richtung Wittnau. Ihr nehmt bitte weder das eine noch das andere sondern lauft geradeaus weiter.

    Nach weiteren 50m geht ein Weg rechts ab bergauf (Holzschild “Ebringen”) Den nehmt ihr und stoßt nach weiteren 20m auf eine Weggabelung - links ab blaues Schild “Panoramaweg”. Der heißt nicht umsonst so, weshalb ihr den auch nehmt! Der P.-weg geht nun in einer etwa 1,5 km weiten geschwungenen Rechtskurve um den Schönberg. Er ist sehr schmal und teilweise nur als Trampelpfad zu erkennen und führt ständig am Waldrand entlang. Da es keine Abzweigungen gibt könnt ihr euch völlig dem Panorama Blick in´s Hexental und rüber auf den Schwarzwald Schauinsland (Windräder und Turm), Belchen (großer steiler Brocken mit einer Art Mönchstonsur auf´m Gipfel), Hochblauen (Funkturm) widmen. Vor euch liegen die Berghauser Matten und der Hohfirst (der 2. “Gipfel” am Schönberg).

    Kurz bevor ihr dann wieder auf einen kreuzenden Fahrweg stoßt gabelt sich der Singletrail - ihr könnt beide nehmen, besser ist aber der linke, denn:

    Ihr stoßt jetzt - Schranke - auf eine - kreuzende - Fahrstrasse oberhalb der Berghauser Kapelle (links unten) und habt zum ersten Mal einen traumhaften Blick in die Rheinebene und rüber auf die Vogesen. Unterhalb liegt das Weindorf Ebringen (ehem. Staatsgebiet des Kloster St.Gallen und seit einigen Jahren unsere Heimat).

    Ihr folgt nun der Fahrstrasse rechts bergauf (“gelbe Raute” Schönberger Hof, Ruine Schneeburg u.a.) Richtung und hinein in den Wald.

    Nach ca. 300 m kommt der Moment der Entscheidung. Entweder ihr folgt weiter der Waldstrasse Richtung Schönberger Hof oder ihr nehmt den “kleinen Umweg” über den Schönberggipfel - Ihr macht natürlich letzteres!, also nehmt ihr den Waldweg, der rechts von der Fahrstrasse abbiegt (Schranke). Diesem Weg folgt ihr in einem weit geschwungenen Linksbogen. Solange es bergauf geht, könnt ihr euch völlig der Hf widmen.... sobald aber die Steigung aufhört und es wieder eben wird, müßt ihr aufpassen, den jetzt geht es gleich ziemlich steil einen Singletrail hoch (Schild “Schönberggipfel” ist etwas “bemoost”. Wenn ihr versehentlich dran vorbeilauft - nicht schlimm, denn 50m weiter geht nochmal ne Abzweigung - und da sind dann ein paar Schilder mehr......

    Ihr folgt dem Singletrail schnurgerade den Berg hoch - es gibt keine Abzweigungen, bis ihr nach etwa 1km aus dem Wald heraus kommt und linkerhand sich eine große Weide auftut. Hier biegt ihr links ab - wieder am Waldrand entlang.

    Nun könnt ihr wieder wählen; entweder ihr lauft das Weglein geradeaus weiter bis ihr auf die Fahrstrasse stoßt, die ihr schon sehen könnt und die euch dann bergab führen wird oder - wozu ihr euch natürlich entscheidet! Wenn man schon einmal da ist! - ihr biegt nach 30 m nochmal kurz rechts ab - hoch auf den “Gipfel” . Hier sind nun mehrere Trampelpfade steil bis sehr steil durch´s Unterholz den Berg hoch - egal für welchen ihr euch entscheidet - ein paar Minuten später seid ihr auf dem Gipfel und könnt noch mal ein ziemlich geiles Panorama und den großen Rundumblick geniessen, bevor ihr euch links haltend bergab wendet und rechts am Funkmast vorbei auf die Strasse kommt, die euch in weitem Bogen nun wieder bergab führt. Die Strasse führt am “Oberen Schönberghof” vorbei (keine Angst, kein keifender Hofhund unterwegs!) Und stoßt am Ende dann auf die Fahrstrasse, die ihr vor etwa 20m verlassen hattet.

    Jetzt gehts rechts ab Richtung Gasthaus Schönberger Hof (Ruhetag Montag!, sehr schöne Gartenwirtschaft, sehr mittelmäßiges Essen). Ihr lauft bergab dem Weg folgend rechts am Schönberger Hof vorbei (es sei, ihr kehrt kurz ein?) und biegt dann links auf den Weg ab, der in weitem Bogen über die Wiese Richtung Wald leicht bergab führt.

    Diesen Weg immer geradeaus weiter fortsetzen, gibt eigentlich auch keine wesentlichen Abzweigung; nur ein Mal biegt ein größerer Waldweg links ab bergauf; den nehmt ihr natürlich NICHT!, denn ihr wollt ja nicht wieder nach oben!

    Nach etwa 1,5 km kommt ihr aus dem Wald (Schranke) und oberhalb der Weinberge des “Sommerbergs” heraus, ihr folgt weiter dem jetzt asphaltierten Weg und biegt -schon zwischen den Reben - an der ersten Möglichkeit rechts ab - wieder Richtung Wald.
    Ihr folgt diesem Waldweg weiter; nach einem knappen biegt der Weg nach links bergab ab und ihr stoßt auf einen Querweg (oberhalb eines Schrebergartens mit Hütte), dem ihr nun nach rechts abbiegend folgt und der wieder am Waldrand und oberhalb von Reben und Streuobstwiesen euch jetzt wieder Richtung St. Georgen (Ortsteil von Frbg.) und das J.-Schloss führt. Ihr bleibt auf diesem breiten, bequemen und eben bis leicht bergab führenden Weg, bis er irgendwann auf einen einen kreuzenden Weg stößt; jetzt nehmt ihr diesen nach links weiter bergab abbiegend und folgt ihm bis in die ersten Wohnhäuser hinein; sobald ihr zwischen den ersten Häusern seid, nehmt ihr die erste Möglichkeit rechts ab und befindet euch jetzt auf den letzten paar hundert Meter leider nochmal wieder steil bergauf Richtung Jesuitenschloß, das ihr schon bald oberhalb liegen seht.

    Viel Spaß!



    Ich hab für die Strecke selbstverständlich noch ein google xxx.kmz Streckenbild, bin aber leider zu blöd, das in den Beitrag einzubinden..... - wenn jemand Interesse hat - oder eine Idee - bin für Ideen offen

    P.S.: heute auf der Strecke wieder vier Mountainbiker bergauf demoralisiert ich gestehe, ich hab´manchmal an den Niederungen der menschlichen Gefühlswelten auch meinen Spass

    Ich bereue!!!!

  17. chrischian
    Gast

    AW: Der Trailrunning-Thread

    #17
    Zitat Zitat von uli.g. Beitrag anzeigen
    Ich hab für die Strecke selbstverständlich noch ein google xxx.kmz Streckenbild, bin aber leider zu blöd, das in den Beitrag einzubinden..... - wenn jemand Interesse hat - oder eine Idee - bin für Ideen offen
    Wenn Du Dein Streckenbild in eine GPX-Datei umwandelst, kannst Du sie an den Beitrag anhängen. Z.B. mit http://www.gpsies.com/convert.do.

  18. Fuchs
    Avatar von uli.g.
    Dabei seit
    16.02.2009
    Ort
    in und bei Freiburg
    Beiträge
    1.511

    AW: Der Trailrunning-Thread

    #18
    Danke Christian! Mal schau´n, was jetzt passiert:

    Schönbergrunde-kon.kmzschönbergrunde.kmz

    P.S.: Hey, Teufelswerk!!! Es funktioniert!!! habemus papam!

    Danke!

  19. Erfahren

    Dabei seit
    22.01.2009
    Ort
    OL
    Beiträge
    390

    AW: Der Trailrunning-Thread

    #19
    Zitat Zitat von uli.g. Beitrag anzeigen
    Danke Christian! Mal schau´n, was jetzt passiert:
    Schönbergrunde-kon.kmzschönbergrunde.kmz
    P.S.: Hey, Teufelswerk!!! Es funktioniert!!! habemus papam! :bg
    Was funktioniert? Der Anhang? Zum anschauen muss ichs aber erst woanders einbinden, oder? schöne Bergrunde zum Beispiel..
    Oli
    .

  20. chrischian
    Gast

    AW: Der Trailrunning-Thread

    #20
    Zitat Zitat von uli.g. Beitrag anzeigen
    Danke Christian! Mal schau´n, was jetzt passiert:

    Schönbergrunde-kon.kmzschönbergrunde.kmz
    So nicht! Erst in das GPX-Format konvertieren. Dann anhängen und im Beitrag plazieren. Das sieht dann wie bei einem meiner Reiseberichte aus.

Seite 1 von 41 12311 ... LetzteLetzte

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)