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  1. Gesperrt Anfänger im Forum

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    Wie wurdet Ihr unterwegs wahrgenommen?

    #1
    Meine erste lange Reise mit dem Rucksack steht bald an, und mich Interessiert wie die Leute der verschiedenen Länder auf einen Mitteleuropäer mit großem Rucksack auf dem Rücken reagieren. Schauen euch die Leute in den Städten / Dörfern die ganze Zeit an, oder werdet Ihr einfach ignoriert ? Was hattet Ihr da schon für Erfahrungen gesammelt ?

    LG

  2. AW: Wie wurdet Ihr Untwerwegs Wahrgenommen ?

    #2
    Wie du in den Wald rufst so schallt es heraus -- das ist jedenfalls meine Erfahrung. Ich bin noch nie doof angeguckt worden, auch wenn es natürlich so ist dass man je nachdem wo man ist auffällt.

    In Städten in denen viele Rucksacktouristen unterwegs sind wird man meist wenig beachtet, wo weniger sich tummenl wird man schon mal angesprochen. Aber auch da, bisher keinerlei negative Erfahrung. Wenn man außerhalb unterwegs ist -- naja kommt drauf an wo. Auf trails auf denen auch viele Tagesausflügler oder Spaziergänger unterwegs sind (also eher zivilisationsnah) wird man schonmal ausgefragt, aber auch da immer nett, interessiert, ich bekomme schon mal zu hören: "So ne kleine Frau mit so nem großen Rucksack..." in der Regel gehen die dann irgendwann ihrer Wege, wünschen einem viel Glück und empfehlen einem ggf. noch eine Unterkunft/Stelle um das Zelt aufzustellen. Wenn man weiter weg ist von der Zivilisation sind es ja eher Leute die selbst mit entsprechend großem Gepäck unterwegs sind... Aber auch mit denen entwickelt sich häufig ein nettes Gespräch.

    Also lange Rede, kurzer Sinn: ich habe nur gute Erfahrungen gemacht bisher....
    Uuuups... ;-)

  3. AW: Wie wurdet Ihr Untwerwegs Wahrgenommen ?

    #3
    Nunja, es kommt natürlich auch drauf an, in welchem Land du bist.
    Ist das Land generell ärmer (bzw. die Menschen dort) bist du gleich der reiche Touri, bei dem gibts bestimmt was zu holen, vielleicht kann man ihn auch besch****en wenn nicht genug informiert oder naiv usw.

    In Nepal fragte mich mal ein Porter (allerdings einer von ner anderen Gruppe) wie eingebildet ich eigentlich sei...ihn zu fragen ob er es auch so gigantisch findet, die Berge, die Landschaften, die Traditionen...seine Familie nage ständig am Hungertuch und er ist nur auf Tour. Und wenn nicht muß er harte Bauernarbeit verrichten.
    Den Einwand hab ich auch irgendwo nachvollziehen können.

    In Indien wurden wir ganz schön abgezogen am Bahnhof, da ist halt auch das Militär korrupt, der hatte das Verhalten unterschwellig unterstützt (bzw. er war recht kühl, keines Blickes gewürdigt, hat und zwar Fragen zum Zug beantwortet, die Antworten kannten wir allerdings schon und fragten was anderes, aber auf die Abzocke ging er überhaupt nicht ein und sagte immer den gleichen Satz (wie ein Zombie ): Sie müßen aufs Gleis 2, dort fährt gleich ihr Zug ab").

    Natürlich habe ich auch meist Positives erlebt, Negatives gehört aber auch zu meinem Erfahrungsschatz (egal wie nett, lieb und Positiv ich auch aufgetreten bin, ich achte sehr auf Respekt, passe mich an und dergleichen).

    Also, ich finde immer, es kommt auch drauf an WO man unterwegs ist und WIE (Individual, Gruppe, packe ich mein Gartentischen aus und lasse mir alles hertragen und mich bedienen, allein mit Fahrrad, Minimalistisch uswusw.)

  4. Dauerbesucher
    Avatar von Leitwolf
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    AW: Wie wurdet Ihr Untwerwegs Wahrgenommen ?

    #4
    Moin! Ich habe schon die erfahrung gemacht das Wenn man sich vonder masse abhebt schon Komisch angesehen zu werden.
    Wenn Wir mal mit Pfadfinder Kluft unterwegs waren habe ich schon manches mal angst gehabt weil Autofahrer ihr Blick auf Uns Fixieren statt auf die Straße zu gucken.
    Auf ner Radtour Kommentierten uns mal mal zwei Mädels las Cowboy ( Erster Tag War Hieß da war der Hut Gut gegen Sonne an dem zweiten tag ließen wir sie wegen des Regens auf - das Kommentar ham wir halt unter Humor abgespeichert.
    Manchmal bekommt man auch eien Kommentar Richtung Nazi oder so- aber das liegt halt eher an der Kluft die sich die HJ abgeguckt hatte - das braucht man als normaler Wanderer nicht zu befürchten. Ansonsten entstehen eher nette und interessierte Gespräche, und Häufig wird dann auch gern geholfen. Schon oft erlebt das man nur nach nem Plätzchen zum Zeltaufbau gefragt hat, udn dann gleich Kaffe/Tee Frühstückseier oder gar nen Frühstücksbusfett dabei raus sprang.

    Noch zwei Anekdoten:
    Auf dem Gruppenleitergrundkurs Wurden wir mit dem Auto (mit verbundenen Augen!) von Haus Weggefahren und mussten dann innerhalb von 2 Tagen zurück wandern.
    Dort Wo wir raus gelassen wurden gab es nix markantes was man auf der Karte hätte finden können, und da wir keinen blasen Schimmer hatten in Welche Richtung wir überhaupt gebracht wurden und nicht erstmal in die falsche Richtung wollten bis wir was markantes finden (denn es war stetig am regnen) ham wir einfach irgend wo geklingelt. das 5 Jährige Kind halt blöd geguckt als wir ihm erzählt haben er dürfe keinen Fremden Öffnen wenn die Eltern nicht zuhaue sind. Die Ältere Dame Kurz drauf hat das mit dem "Moin! Wir sind Pfadfinder machen unseren Gruppenleiter Kurs in Hüde und wurden hier Ausgesetzt und sollen nun den weg zurück finden, können sie uns evtl. sagen wo wir hier sind?" wohl nicht so richtig verstanden uns statt nach zu fragen wurde sie ganz aufgeregt:
    "Wie Ausgesetzt- oh mein Gott Ausgestezt .... soll ich die Polizeirufen ...ausgetszte!!"
    Wir sind ihr dann isn Wortgefallen und haben die Sache klargestellt. Sie hat dann Ihren Sohn gerufen der Uns dann auf der Karte zeigen konnte wo wir sind..

    Zudem Zeitpunkt freuten wir uns drauf zu dritt in nem zugehängten Bushaltestellenhäuschen Marke xs zu Pennen beim Pinkeln den Wind und regen zu Spühren, auf dem Trangia zu kochen, und keine Klamotten Trocknen zu können.
    Tatsächlich hatten wir abends ein Pfarrheim mit Ceranfeld, Sanitäranlagen und Fußbodenheizung - Wir sidn Einfach nur isn Dorf und haben vor der Kirche die erste Beste Person gefragt wo man Pennen kann (mit Zelt zur Not). 2 Minuten Später Standen wir vor der Tür der Frau und ne Halbe Stunde und etlich Telefonate Später Stand die Pastorin vor uns öffnete uns die Tür zum Gemeindehaus und meinte nur wir sollen Morgens kurz fegen und einfach die Tür zuziehen , an Tee Kaffee etc könnten wir uns bedienen. Den anderen Gruppen ging es ähnlich - die Schleifen im Feuerwehrhaus und bekamen imho sogar Rührei zum Frühstück.

    Also Du siehst meist sind die Leute wirklich nett! Das habe ich auch auf meiner Reise Durch die Galaxis so erlebt. Die meisten Menschen sind es nur nhicht mehr gewohnt das man sich tatsächlich mit dem Rucksack auch autark bewegen kann.


    Neulich Wurde ich (kurioserweise im Waschraum) angesprochen seit Wann Indiana Jones aus Dänemark Kommt. Hintergrund War wieder der Hut (Warum ist ein Hut auf dem Kopf eines knapp 25 Jährigen so ungewöhnlich? ) in Verbindung mit einen Dänemark auf näher. Das Eis war gebrochen und man hat sich nett unterhalten.

    Witziger weise hatte ich das schön öfter das ich grade im Waschraum oder Klo (oder beim warten vor dem Dixi) angesprochen wurde - immer nette Gespräche.
    Wir sind blinde Passagiere unter einem Sternenzelt.Wir sind Koenige und Bettler auf der Suche nach uns selbst. Sind die Herrscher des Planeten, bis sie auseinander fällt.
    Und nur zu Nur zu Gast auf dieser Welt.

  5. Fuchs
    Avatar von krupp
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    AW: Wie wurdet Ihr Untwerwegs Wahrgenommen ?

    #5
    sehr schönes thema.


    ich glaub in deutschland wirst du am negativsten wahrgenommen...
    darauf beschränkt sich leider auch schon meine persönliche erfahrung
    da ich aus europa nie rausgekommen bin.
    aber auch zb im ostblock mitte der 90er wo wir vergleichsweisse wohlhabend ausgesehen haben müssen waren die leute extrem freundlich, neugierig und offen.
    ich denke das ist weltweit so. also wenn du dich in armen entwicklungsländern
    bewegst werden die normalen einwohner vermutlich freundlicher sein als
    du es aus deiner heimat gewohnt bist.

  6. Fuchs
    Avatar von Randonneur
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    AW: Wie wurdet Ihr Untwerwegs Wahrgenommen ?

    #6
    Wo soll es denn hingehen?

    Wie man wahrgenommen wird haengt stark von dem eigenen Verhalten ab und davon wie touristisch erschlossen die Region ist. Komisch angesehen wird man oft, das darf einem nichts ausmachen. Aber es gibt freundlich komisch und unfreundlich komisch. Wenn man in die Kategorie "seltsamer Fremder aber irgendwie wohl ein nuetzliches Mitglied der Gesellschaft" faellt hat man meist keine Probleme sonder viele nette Erlebnisse. Ausnahmen gibt es aber immer.

  7. Fuchs
    Avatar von fraizeyt
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    AW: Wie wurdet Ihr Untwerwegs Wahrgenommen ?

    #7
    Zitat Zitat von krupp Beitrag anzeigen
    ich glaub in deutschland wirst du am negativsten wahrgenommen...
    Hier hatte ich noch nie Probleme beispielsweise meine Wasserflasche aufgefüllt zu bekommen. Gab sogar mal 'n Apfel für Vitaminversorung dazu.

    Die Leute sind selbst an Fernwanderwegen überrascht, wenn sie mitbekommen, das Zelt, Isomatte und Schlafsack, Kocher und Proviant im Rucksack sind. Standart sind eher die Wanderer, die Hütten oder Pensionen aufsuchen.

    Meine Erfahrungen sind durchweg positiv.
    Die Qualität unseres Lebens ist das Resultat unserer Gedanken.

  8. Fuchs
    Avatar von krupp
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    AW: Wie wurdet Ihr Untwerwegs Wahrgenommen ?

    #8
    an fernwanderwegen sind sie es ja vermutlich gewohnt
    ich werde (meiner meinung nach) recht oft misstrauisch beäugt in deutschland.
    wobei ich eig nicht grundsätzlich ein negatives bild auf die deutschen eigebohrenen
    werfen wollte... aber ich bin schon merfach weitergezogen, nicht weil ich angst habe,
    einfach weils mir irgendwie zu doof und unsympatisch war.
    natürlich darf man es nicht verallgemeinern aber ich denke halt das
    der deutsche spiesbürger kritischer schaut als zb ein masai irgendwo in afrika....

  9. Fuchs
    Avatar von hosentreger
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    AW: Wie wurdet Ihr Untwerwegs Wahrgenommen ?

    #9
    Zitat Zitat von Randonneur Beitrag anzeigen
    ...Wie man wahrgenommen wird haengt stark von dem eigenen Verhalten ab... Ausnahmen gibt es aber immer.
    Würde ich unterstreichen!

    Ich habe mir angewöhnt, zu grüßen, zu lächeln, freundlich zu schauen und ein paar Worte in der Landessprache zu können: guten Tag, Danke, Bitte - viel mehr ist nicht nötig, um eine positive Stimmung zu erzeugen. Nicht den reichen Chef rauskehren, hinter sich saubermachen, niemanden anmachen, sich auch ggf. nicht zu sehr mit der Kleidung abheben.

    hosentreger
    Neues Motto: Der Teufel ist ein Eichhörnchen...

  10. Administrator
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    Avatar von willo
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    AW: Wie wurdet Ihr Untwerwegs Wahrgenommen ?

    #10
    Zitat Zitat von krupp Beitrag anzeigen
    ich glaub in deutschland wirst du am negativsten wahrgenommen...
    darauf beschränkt sich leider auch schon meine persönliche erfahrung
    da ich aus europa nie rausgekommen bin.
    aber auch zb im ostblock mitte der 90er wo wir vergleichsweisse wohlhabend ausgesehen haben müssen waren die leute extrem freundlich, neugierig und offen.
    ich denke das ist weltweit so.
    2010 in Sibirien war es genau andersherum. Einmal wurden wir als Ausländer wahrgenommen und deshalb von 50% der Leute sehr unfreundlich behandelt und einmal wurden wir mit unseren Rucksäcken als arme Leute wahrgenommen, wir durften in jedem Hotel nur die unterste Kategorie buchen obwohl die oberste wollten und alle Zimmer frei waren.
    Schön wars trotzdem!
    Meine Fotos ziehen um: http://500px.com/baryt/sets

  11. Erfahren
    Avatar von Moosmann
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    AW: Wie wurdet Ihr Untwerwegs Wahrgenommen ?

    #11
    ...in der Tat, sehr unterschiedlich.

    In China habe ich in manchen Städten erlebt, dass die Kinder ihre Eltern auf die Straße gezerrt haben, um mich denen zu zeigen. Oder man geht auf einen Wochenmarkt und es drehen sich 300 Leute um - da holt man dann keine Kamera mehr raus...
    Aber die waren fast alle freundlich.

    Die unangenehmsten Erfahrungen hab ich im Hinterland von Thüringen gemacht (so nach dem Motto "Warum treibst du dich hier draußen rum, hast du kein eigenes Bett?") und in Österreich - da war ich als Tramper unterwegs nach Kroatien und während sogar die Bayern durchaus hilfsbereit waren (Lagerplatz etc.) und weiter unten die Italiener auch, haben zahlreiche Autofahrer in Österreich gedroht, geschimpft oder mir den Stinkefinger gezeigt, als ob es unanständig sei, mitgenommen werden zu wollen.

    In den meisten anderen Ländern hatte ich den Eindruck, daß freundliches Unverständnis, ehrliche Freundlichkeit oder Ignoranz seitens der Einheimischen in unterschiedlichen Konstellationen überwiegt, während es vor allem die Pauschaltouristen aus der eigenen Heimat oder angrenzenden Ländern sind, welche einen skeptisch, abfällig oder spöttisch betrachten.

  12. Fuchs
    Avatar von hosentreger
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    AW: Wie wurdet Ihr Untwerwegs Wahrgenommen ?

    #12
    Zitat Zitat von Moosmann Beitrag anzeigen
    ...während es vor allem die Pauschaltouristen aus der eigenen Heimat oder angrenzenden Ländern sind, welche einen skeptisch, abfällig oder spöttisch betrachten.
    Also wenn ich mir selbst gegenüber mal ganz ehrlich bin: Genau das ist in einigen Fällen auch meine innere Haltung gegenüber meinen pauschalturistischen Landsleuten.
    Dafür gibt es wohl den neudeutschen Ausdruck "Fremdschämen"...
    Neues Motto: Der Teufel ist ein Eichhörnchen...

  13. Erfahren
    Avatar von Moosmann
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    AW: Wie wurdet Ihr Untwerwegs Wahrgenommen ?

    #13
    Zitat Zitat von hosentreger Beitrag anzeigen
    Also wenn ich mir selbst gegenüber mal ganz ehrlich bin: Genau das ist in einigen Fällen auch meine innere Haltung gegenüber meinen pauschalturistischen Landsleuten.
    Dafür gibt es wohl den neudeutschen Ausdruck "Fremdschämen"...
    ...absolut. Beruht wohl öfter auf Gegenseitigkeit. Wir haben mal in Italien in einer kleinen Bucht gecampt, die schwer zugänglich war, wo entsprechend nur noch ein paar Einheimische waren - da ist dann so ein Touriboot voll mit deutschen Pauschaltouristen gekommen und hat die da für den Nachmittag abgeladen (solche á la "Got Trabi go"...). Wir haben für die nächsten 4 Stunden nur noch englisch gesprochen...

  14. AW: Wie wurdet Ihr Untwerwegs Wahrgenommen ?

    #14
    Zitat Zitat von krupp Beitrag anzeigen
    an fernwanderwegen sind sie es ja vermutlich gewohnt
    ich werde (meiner meinung nach) recht oft misstrauisch beäugt in deutschland.
    wobei ich eig nicht grundsätzlich ein negatives bild auf die deutschen eigebohrenen
    werfen wollte... aber ich bin schon merfach weitergezogen, nicht weil ich angst habe,
    einfach weils mir irgendwie zu doof und unsympatisch war.
    natürlich darf man es nicht verallgemeinern aber ich denke halt das
    der deutsche spiesbürger kritischer schaut als zb ein masai irgendwo in afrika....
    Nee, das hat nix mit Fernwanderwegen zu tun. Ich habe ganz ähnliche Erfahrungen gemacht wie Leitwolf zu meinen eigenen Pfadfinderzeiten, und das ab von Fernwanderwegen. Und wir sind mit vielen komischen Bitten bei den Leuten gegangen "Hallo, wir sind von den Pfadfindern und Machen gerade Hike, eine unserer Aufgaben ist es ein hart gekochtes Ei zu besorgen. Wären Sie so nett uns eins zu machen?" (wir haben eins bekommen und durften außerdem Kakao trinken in der Küche bis es fertig war und die Toilette benutzen) oder "Wir sollen einen kleinen Gegenstand in einen größeren tauschen. Wir haben einen Kuli, würden Sie den wohl tauschen?" usw. Geschlafen haben wir auch nie draußen, oder im Zweifel im Garten von jemandem und wurden aufs Dorffest eingeladen und mit Frühstück versorgt...
    Uuuups... ;-)

  15. Anfänger im Forum
    Avatar von DeSasch
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    AW: Wie wurdet Ihr Untwerwegs Wahrgenommen ?

    #15
    Hi,

    cooles Thema....

    also schief angeguckt werd ich überall erstmal. Liegt wohl daran, daß ich 1,90m groß bin lange Haare und ´nen Bart habe. Ich falle also nicht ins Klischee "netter Typ von nebenan". Trotzdem scheint es die die Leute neugierig zu machen, ich werde oft angesprochen (immer nett) und hatte noch nie negative Erlebnisse.

    Gruß
    DeSasch

  16. Gesperrt Anfänger im Forum

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    AW: Wie wurdet Ihr Untwerwegs Wahrgenommen ?

    #16
    Endlich mal ein Forum was auch aktiv ist, kann ich von einem anderen nicht sagen

    Ich habe vor 2012 zu Fuß in die Türkei zureisen. Mit Rucksack und einer menge an Zeit.
    Nur die genaue Route steht noch nicht ganz fest.

    Ich habe an Deutschland - Tschechien - Slowakei - Ungarn - ??? - Bulgarien und Türkei gedacht. Dort werde ich dann meine Schwester und Ihre Familie besuchen, und dort einige Wochen bleiben. Dann werde ich wieder zurück fliegen.

    Was meint Ihr, welches Land sollte man eher bereisen ?
    Rumänien oder Serbien ?

    Ich glaube Rumänien ähnelt Ungarn und die Slowakei zu sehr, so dass Serbien Interessanter wäre ...

    Was meint Ihr ?

    LG

  17. Fuchs
    Avatar von krupp
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    AW: Wie wurdet Ihr Untwerwegs Wahrgenommen ?

    #17
    jau

    hab ich wohl zu pauschal klischeehaft formuliert.
    es kann einem überall alles mögliche passieren...
    ich werd wohl doof oder neugierig angeklotzt weil ich idr mit tarnklamottenzeug rumlaufe... das ist den meissten deutschen ( eig aus gutem grunde) unheimlich.

    dennoch denke ich, und das wäre dann topic,
    das man in wohlhabenden regionen eher skeptisch beäugt wird.
    immerhin haben die was zu verlieren.

    aber eig ist das wichtigste, was die anderen hier schreiben, nämlich wie man auf die leute zugeht...
    (ich wollte halt nur meinen allg frust über engstirnige deutsche mitbürger loswerden sry)

  18. Fuchs
    Avatar von krupp
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    AW: Wie wurdet Ihr Untwerwegs Wahrgenommen ?

    #18
    oh naja also wie muslimisch siehst du denn aus?
    ich wäre an deiner stelle vorsichtig, man kann immer pech haben.

    ich kenne zwar nur die situation der ausländer (oder die danach aussahen) nach der
    wende bei uns... und wir hatten keinen bürgerkrieg, aber das war schon heftig.
    in den ländlichen regionen von ostdeutschland gibts bis heute eine latente
    fremdenfeindlichkeit. man wird sicherlich net gleich umgebracht, aber naja.
    ich denke jugoslawien könnte aus dieser perspektive betrachtet anstrengend sein.

    das passt ja eig auch gut zu dem thema... man muss eben immr guggen wie die leute
    da ticken wo man rumstapft...

  19. Erfahren
    Avatar von Moosmann
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    AW: Wie wurdet Ihr Untwerwegs Wahrgenommen ?

    #19
    Zitat Zitat von krupp Beitrag anzeigen
    jau


    ich werd wohl doof oder neugierig angeklotzt weil ich idr mit tarnklamottenzeug rumlaufe... das ist den meissten deutschen ( eig aus gutem grunde) unheimlich.
    ...naja, in einigen Regionen Deutschlands ist das doch Dresscode oder

    (jedenfalls, so hab ich den Eindruck, eher akzeptiert als so ein langhaariger Zottel wie ich, der mit dem VW-Bus in der Walachei steht und den Jägern das Wild scheu macht... Einer von den ostdeutschen Jagdgenossen hat mal morgens früh im waidmännischen Jähzorn versucht meine Schiebetür aufzureißen. Dabei stand ich ganz legal auf einem Parkplatz...)

  20. Gesperrt Fuchs

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    AW: Wie wurdet Ihr Untwerwegs Wahrgenommen ?

    #20
    In Deutschland schaut man dich schnell an, als ob du ein Obdachloser wärst.

    In Skandinavien, vor allem in den großen Städten, Malmö. Stockholm, Göteborg, Oslo, Helsinki, hatte ich manchmal das Gefühl, dass viele dachten: "Man hat der das gut, der kann für ein paar Wochen mal wieder raus.

    In Irland wurden wir (wir waren zu acht), in einem kleinem Dorf im Westen, Mayo oder Connemara), von einem Bauern, der greade dabei war sein Feld mit einer Sense zu mähen, an seinen Zaun gepfiffen. Seine erste Frage, ziemich unhöfflich war: "Tramper oder Wanderer." Als wir ihm antworteten Wanderer, hatte er auf einmal viel Zeit zum Quatschen (Tramper sind Schnorrer, Wanderer haben Sportsgeist). Irgendwann fragten wir, ob er nicht sein Feld zu ende mähen wollte, worauf er uns lang und breit erklärte, dass sein Feld keine Beine hätte, und somit auch noch morgen da sein würde. Wir zelteten dann in der Nähe des nächsten Dorfes. Abend gingen wir in den Dorfpub und trafen den Bauern wieder. Es wurde eine lange Nacht. Ich weiß nicht wie die Iren heute sind, aber vor 30 Jahren waren sie so.

    Auch so 30 Jahre her, auch in Irland, vielleicht sogar die gleiche Wanderung wie in der Vorgeschichte. Wir wanderten bereits den ganzen Tag im strömenden Regen. Nichts war mehr trocken. Endlich fanden wir ein einsames kleines Haus, und klopften an die Tür. Ein alter Mann öffnete uns. Wir fragten, ob er wüsste wo wir unterkommen könnten, da wir wirklich keine Lust hatten, unser Zelt bei den Wetter aufzuschlagen. Wir wollten was trockenes. Obwohl aller Regen von Irland an uns herunter lief, bat er uns in sein Haus, in die gute (und einzige) Stube des Hauses. Dort saß seine Frau vor dem offenen Kamin. Auch wenn wir unsere Rucksäcke draußen gelassen hatten, bildete sich schnell Pfützen auf dem Holzfußboden. Es war eine sehr armes Bauernehempaar. Die Frau machte Platz am Kamin, so dass wir uns durchwärmen konnte, kochte heißen Tee, brachte uns selbstbegackenes Brot. Die Verständigung war recht schwierig, da keiner von uns gälisch konnte, aber trotzdem konnten wir unser Problem erklären. Die beiden hatten wirklch kein Platz, aber ca. 20 Minuten die Straße weiter, sollte die alte Schule sein. Es waren Ferien, also war die Schule leer. Ein Fenster im Erdgeschoss war kaputt, so das man den unteren Teil nach oben ziehen konnte, und in die Schule klettern konnte. Dort, meinten sie, könnten wir übernachten. Also machten wir uns auf den Weg, nachdem wir zum Dank noch eine Flasche von unseren Getränkevorräten (Sherry) dort ließen,zur Schule.

    Die Schule war ein einsames Gebäude mit zwei Klassenräumen. Hinter den Klassenräumen war ein Flur mit Waschstätten. Das war das ganze Haus. Auf dem Schulhof, der mit einer hüfthohen Mauer umgeben war, gab ein Plumsklo. Weit und breit war kein anderes Haus. Das Fenster war wie beschrieben kaputt, und wir machten uns in einem Klassenraum, über dessen Tafel ein großes Poster von den Helden des Osteraufstandes 1916 hing, gemütlich.

    Irgendwann abends, ich und ein Kumpel waren draußen um eine Stange Wasser in die Ecke stellen, hörten wir plötzlich Rufe aus dem Dunkel. Ein Bauer, aus dem Pub vom Dorf kommend, auf dem Weg nach Hause noch mal nach seinen Schafen schauend, hatte in der einsam gelegenen Schule Licht gesehen und wollte schauen was da los ist. Wir dachten, dass es jetzt Ärger gibt. Aber weit gefehlt. Der Bauer kam - durch das Fenster - mit in den Klassenraum und prüfte eingehend mit uns den Inhalt von einer weiteren Sherryflasche, und seine Frau zu Hause musste diese Nacht viel länger warten, bis ihr Mann aus dem Pub nach Hause kam.

    Am nächsten Morgen, wir wollten noch einen Tag Pause machen, um durch zu trocknen, gingen drei von uns in das Dorf, dass ungefähr weitere zwei Kilometer von uns entfernt lag, zum einkaufen, da unsere Lebensmittel, inklusive der Sherry, doch langsam zu neige gingen. Wir kauften reichlich Sherry, da wir es uns am abend noch in dem trocknen Klassenzimmer, unter den Augen von Thomas J. Clarke, Sean MacDiarmada, Thomas MacDonagh, Patrick Pearse, Eammont Ceannt, James Connolly und Joseph Plunkett, gutgehen lassen wollten. Es war auch gut, dass wir uns reichlich eingedeckt hatten. Nachdem der Pub geschlossen hatten, mussten wir vier Bauern bewirten.


    Ein oder zwei Jahre vorher, also auch so Mitte - Ende der 70ér, klopften wir mal in Schottland an einem hochherrschaftlichen Herrenhaus, um zu fragen wo wir zelten könnten. Auch damals waren wir so eine Horde von ca. 8 Leuten. Als die Tür sich öffnete, stand ein Herr, so um die 60 vor uns, in bester englischer oder schottischer Country Landtracht, und eine Zigarre in der Hand, die wohl teurer war als mein gesamter damaliger Zigarettenvorrat (damals rauchte ich noch). Wir fragten, ob er wüsste, wo wir unsere Zelte aufschlagen konnten, und er antwortete uns, ob wir nicht erst einmal auf eine Tasse Tee hinein kommen wollten, was wir aber, auf unsere dreckigen Klamotten zeigten, ablehnten. Durch die offene Tür konnte man sehen, dass wir, so wie wir aussahen, einigen Schaden an den edlen Möbeln und Teppichen hinterlassen hätten. Aber wenn wir wollten, könnten wir selbstverständlich hinten auf dem Grundstück zelten. Dort war auch eine Feuerstelle und Brennholz, so dass wir auch ein Lagerfeur machen konnten. Abends gesellte sich dann noch der Chef des Hauses, wie sich herausgestellte hatte, ein Industrieboss aus, ich glaube es war Edinburg, und sein "Gutsverwalter" zu uns. Das Haus war für den Industrieboss so etwas was wir als "Wochenendhütte" bezeichnen würden. An dem Abend brauchten wir keinen billigen Sherry am Lagerfeuer trinken.

    Ein paar Tage später kamen wir in einen kleinen Ort, wo wir dringend einkaufen wollten. Wir fragten eine Familie, die vor ihrem Haus gerade in ihr Autos steigen wollten, wo der nächste Laden wäre. So etwas gab es in dem Ort nicht. Das Ehepaar wolte gerade in den nächsten Ort, um dort selbst einzukaufen. Sie hatten einen großen Wagen, so was wie einen VW-Transporter. Sie boten uns an, zwei von uns zum Einkaufen mitzunehmen. Der Rest könnte sich ja so lange im Vorgarten breit machen. Die Leute fuhren zum Einkaufen und hatten nicht einmal ihr Haus abgeschlossen, während wir im Vorgarten warteten.

    Ob das alles allerdings auch heute noch so möglich wäre, weiß ich nicht. Wie sagten doch schon die alten Opas aus "Urmel aus dem Eis": "Früher war alles besser."


    Gruss Erny
    Geändert von Erny (26.06.2011 um 11:10 Uhr)

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