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  1. Gerne im Forum
    Avatar von Sinister
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    AW: [MA] Von Agadir bis Zagora - Mit dem Rad durch Marokko

    #21
    Mitreisende: sejoko
    ich freue mich auf die Fortsetzung und beneide euch ein wenig um die Erfahrung... tolle Sache!

  2. Erfahren
    Avatar von sejoko
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    AW: [MA] Von Agadir bis Zagora - Mit dem Rad durch Marokko

    #22
    18.02.2011 - 7. Etappe

    Der Wecker klingelt pünktlich um 6 Uhr. Im Laufe der Nacht hat sich der Wind gelegt und so konnten wir in Ruhe schlafen. Bevor wir das Zelt verlassen packen wir wie üblich wieder alles nicht Benötigte zusammen, aber diesmal nicht ohne alles vorher ein wenig vom Sand zu befreien. Als ich aus dem Zelt komme bietet sich mir ein beeindruckendes Bild. Die Landschaft ist in tiefes Blau getaucht und hinter den in der ferne liegenden Bergen geht gerade der Mond unter. Zum Frühstück geniessen wir erneut das Farbenspiel der schon bald darauf aufgehenden Sonne. Das Panorama ist überwältigend. Nur leider beginnt auch pünktlich zum Sonnenaufgang der Wind wieder einzusetzen, natürlich Ostwind. Wir ahnen es bereits; ein Tag mit Gegenwind.



    Wir packen schliesslich ein und versuchen noch unsere Sachen so gut es geht vom Sand zu befreien. Quer durch die Steinwüste geht es zunächst zurück zur Strasse. Auf die Fahrräder, fertig, los. Der Strassenverlauf lädt eigentlich zum flotten fahren ein, doch wie erwartet macht uns der kräftige Gegenwind mal wieder einen Strich durch die Rechnung. Die Landschaft wird zunehmend “afrikanischer”. Die Farbe des Gesteins wandelt sich in Ocker- und Erdtöne; wunderschön anzuschauen.



    Wir durchqueren eine weite, in Norden und Süden durch Bergkämme eingebettete und zum Teil stark versandete Landschaft. Nach einiger Zeit erreichen wir mitten im Nichts eine kleine Oase. Kinder stehen am Strassenrand und wollen uns Wasser verkaufen, aber unsere Vorräte sollten noch locker bis Tissint reichen. Wir versuchen schnell voran zu kommen, um einen schönen Mittag/ Nachmittag an einer Badegumpe mitten in der Wüste zu verbringen. Die Koordinaten der Badegumpe hatte ich im Vorfeld der Reise recherchiert. Hin und wieder werden wir von französischen Wohnwagen Kolonnen überholt, teilweise zählen wir bis zu 10 Wagen. Das sind wohl die Horden, die mit ihren Wohnwagen gestern Tata belagert hatten. Wir hoffen sie so bald nicht wieder sehen zu müssen.



    Vor Tissint wird es immer diesiger. Es macht auf uns den Anschein als herrscht in der benachbarten Sahara gerade ein Sandsturm. Feinster Sand liegt überall in der Luft, erschwert das Atmen und macht uns durstig. Die Sonne knallt mittlerweile fast senkrecht vom Himmel und der Gegenwind gibt uns den Rest. Von der Landschaft bekommen wir aufgrund der schlechten Sicht kaum noch etwas mit.

    Wir sind heilfroh als wir endlich in Tissint ankommen und steuern das einzige um die Mittagszeit geöffnete Kiosk/ Restaurant an. Die Strassen sind menschenleer. Bei einem Tee mit viel Zucker und einem Brot lassen wir unsere Köpfe abkühlen. Von unserem schattigen Platz aus haben wir einen tollen Ausblick auf den Hausberg von Tissint. Nur wenige Meter neben der Strasse erhebt sich eine schräge Felsfläche aus dem Sand, die durch die ebene Oberfläche und den Sonnenschein fast wie poliert wirkt. Ein fast unwirkliches Bild. Wir bleiben noch eine Weile sitzen, ruhen uns aus und langsam wird die Strasse immer belebter. Bevor wir die letzten Kilometer zur Badegumpe in Angriff nehmen kaufen wir noch ordentlich Wasser und Süßigkeiten ein.

    Es geht weiter durch die immer noch diesige Landschaft. Wir lassen die Oase von Tissint hinter uns und durchqueren eine karge Ebene. Laut GPS nähern wir uns der Badegumpe, doch von Wasser nicht das geringste zu sehen. Wir beginnen an den Koordinaten zu zweifeln, doch schliesslich erreichen wir eine kleine, unscheinbare Piste, die links von der Strasse abzweigt. Und tatsächlich, die Piste führt uns geradewegs auf eine Schlucht zu, an deren Grund im Sonnenlicht glitzernder Bach verläuft. Wasser in der Wüste; es ist wunderschön und wir freuen uns nach einer Woche Wasserabstinenz auf das kühle Nass. Wir schauen uns zunächst ein wenig um und suchen nach einer schönen Stelle für unser Zelt. Schon bald finden wir einen kleinen Strand direkt an einem etwas größeren Wasserbecken. Einfach perfekt. Aber erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Also bauen wir schnell unser Zelt auf und dann nichts wie ab in das salzige Nass. Es handelt sich tatsächlich um Salzwasser und es fühlt sich gut an. Wir geniessen das Baden.





    Den Rest das Tages erklären wir zum “Urlaubstag” und lassen es uns am Abend mit Chilli con Carne und Bannock gut gehen. Wir liegen noch lange in der warmen Nacht vor dem Zelt und bewundern den Sternenhimmel.

    - Tageskilometer: 71km
    - Durchschnittsgeschwindigkeit: 15,2 km/h
    - Anstieg gesamt: 440m
    - Fahrzeit: 4 h 40 min
    - Übernachtung auf 460m
    - Tiefsttemperatur: 8 °C

    Weitere Bilder zum Bericht findet ihr unter: Mit dem Rad durch Marokko - 7. Etappe

    Gruß
    Sebastian
    Geändert von sejoko (01.04.2011 um 12:15 Uhr)
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  3. Erfahren
    Avatar von sejoko
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    AW: [MA] Von Agadir bis Zagora - Mit dem Rad durch Marokko

    #23
    19.02.2011 - 8. Etappe

    6 Uhr. Der Wecker klingelt und wir sind sofort hellwach. Unser Tag-Nachtrythmus hat sich auf erstaunlich konstante Uhrzeiten eingestellt. Die Nacht war wunderbar ruhig und dementsprechend hervorragend haben wir geschlafen. Noch bevor die Sonne am Horizont zu erahnen ist, kommen wir aus dem Zelt und bereiten das Frühstück vor. Wir lassen den Tag ganz locker angehen. Die Ruhe hier draussen in der Wüste färbt irgendwie auf uns ab und so sitzen wir noch eine ganze Weile bei leckeren Schokopfannkuchen am Flusslauf und geniessen den Sonnenaufgang. Hoch über unseren Köpfen ziehen die Störche zurück in den Norden.





    Nach einer ausgiebigen Wäsche am Fluss beginnen wir alles zusammenzupacken und die Fahrräder zu beladen. Gegen 10 Uhr haben wir die Strasse wieder erreicht und starten in den heutigen Tag. Zuerst überraschenderweise mit Rückenwind, aber die Freude währt nicht lange. Der Wind lässt zunächst ganz nach und wendet sich dann doch gegen uns. Die Aussicht bleibt diesig und der Himmel ist mit Schleierwolken verhangen, was das Fahrrad fahren aber sehr angenehm macht. Nach etwa 15 km erstrecken sich immer wieder ausgedehnte Dünenlandschaften rechts neben der Strasse. Wir fahren noch eine Stunde weiter und machen schliesslich Halt um eine Pause in den Dünen einzulegen. Die Schleierwolken ziehen sich nach und nach immer weiter zurück und machen Platz für die Sonne. Wir suchen uns daher ein schattiges Plätzchen und futtern unsere letzten Reserven an Süßigkeiten. Die Sonne knallt, dennoch erkunden wir bevor es weiter geht noch ein wenig die Dünen. Der heiße Sand verbrennt uns fast die Füße.





    Nach der Pause fahren wir zügig weiter und erreichen bereits gegen 14 Uhr die Stadt Foum-Zguid. Es ist mittlerweile wieder so heiß, dass wir heilfroh sind die Stadt erreicht zu haben und uns im kühlenden Schatten eines Strassencafé einen Tee und ein Brot gönnen. Wir überlegen wie es heute weiter gehen soll. Fahren wir noch ein Stück oder bleiben wir hier? Das Städtchen gefällt uns und es reizt uns auch mal einen Abend unter Menschen zu verbringen, also beschliessen wir die Nacht hier in Foum-Zguid zu bleiben. Bei der Fahrt entlang der Hauptstrasse haben wir bereits bei unserer Ankunft einen hübschen Zeltplatz mit vielen Schatten spendenden Palmen gesehen. Wir fahren das kleine Stück zum Zeltplatz zurück und quartieren uns für 30 Dirham pro Person für eine Nacht ein.

    Wir bauen unser Zelt auf und gönnen uns noch ein spätes Mittagessen unter Palmen. Was wir für einen Hunger haben ist echt unglaublich. Nach dem Essen ziehen wir im Schein der Abendsonne bei wunderbar milden Temperaturen durch die Stadt. Zu Fuß. Es fühlt sich gut an mal wieder ein paar Meter zu laufen. Wir erkunden die Stadt abseits der Hauptstrassen, entdecken halb zerfallene Lehmbauten und die Oasengärten ausserhalb der Stadt. Eine fantastische Atmosphäre. Bei Einbruch der Dunkelheit und bei Beginn des Gesangs des Muezzin’s kehren wir noch einmal im Strassencafé ein, trinken einen Tee und beobachten entspannt das Leben auf den Strassen der Stadt.



    Auf dem Weg zurück zum Zeltplatz hält neben uns plötzlich ein Jeep an. Der Fahrer sagt er wir können einsteigen, er nehme uns mit zum Zeltplatz. Da wir gerade noch Wasser gekauft und somit einiges zu schleppen haben, nehmen wir das Angebot gerne an. Im Auto duftet es köstlich nach Brot. Der Mann hat eine Ladung frischer, von seiner Frau gebackene, Brote dabei. Wir kaufen natürlich gleich zwei Stück. Die Brote sind eigentlich für den Verkauf am nächsten Morgen gedacht, das heisst so frisch wie jetzt bekommen wir sie nie wieder. Am Zelt angekommen und machen wir uns noch eine Portion Couscous und probieren natürlich auch gleich noch ein Brot. Es schmeckt köstlich, mit einem Hauch von Anis.

    Die Nacht ist mild. Als wir im Zelt liegen hören wir noch den Trubel auf der Strasse. In der Ferne spiet ein Marokkaner Gitarre und direkt neben dem Zeltplatz bellen die Hunde. Nach der Ruhe der letzten Nächte eine ungewohnte Situation.

    - Tageskilometer: 60km
    - Durchschnittsgeschwindigkeit: 18 km/h
    - Anstieg gesamt: 320m
    - Fahrzeit: 3 h 20 min
    - Übernachtung auf 580m
    - Tiefsttemperatur: 7 °C

    Weitere Bilder zum Bericht findet ihr unter: Mit dem Rad durch Marokko - 8. Etappe

    Gruß
    Sebastian
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    Avatar von zahl
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    AW: [MA] Von Agadir bis Zagora - Mit dem Rad durch Marokko

    #24
    Hallo Sebastian, eindrucksvolle Bilder, großes Kino!
    Der Strassenbelag sieht sehr grob-steinig auf dem einen Bild aus, wie fuhr sich das und welche Reifen hattet ihr drauf?
    "Es liegt da ganz einsam am Strand, ein kleiner, dunkler Fleck, ein Nichts ohne mich, und indem ich mich gegen das Boot setze, denke ich, auch ich wäre nichts ohne Boot." Dr. Hannes Lindemann, Allein über den Ozean, 1957

  5. Erfahren

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    AW: [MA] Von Agadir bis Zagora - Mit dem Rad durch Marokko

    #25
    Sehr schöner Bericht.
    Toll geschrieben und erst die Bilder.
    Weiter so.

    Hawk

  6. Erfahren
    Avatar von sejoko
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    AW: [MA] Von Agadir bis Zagora - Mit dem Rad durch Marokko

    #26
    Zitat Zitat von zahl Beitrag anzeigen
    Hallo Sebastian, eindrucksvolle Bilder, großes Kino!
    Der Strassenbelag sieht sehr grob-steinig auf dem einen Bild aus, wie fuhr sich das und welche Reifen hattet ihr drauf?
    Hallo

    Ja, das hast du richtig erkannt. Der Strassenbelag ist sehr grob, meist gibt es auch noch 'ne Menge Schlaglöcher. Im Prinzip besteht der Belag nur aus fest betonierten Kieselsteinen und da ist der Kraftaufwand schon etwas höher als auf unseren glatten Strassen.

    Reifen waren die Schwalbe Marathon Plus Tour.

    Gruß
    Sebastian
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  7. Fuchs
    Avatar von Antracis
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    AW: [MA] Von Agadir bis Zagora - Mit dem Rad durch Marokko

    #27
    Lieber Sebastian,

    Top-Tour erstmal (Traumhafte Umgebung) und dann ein großartiger Bericht, vor allem auch mit den ausführlichen Ausgaben in Deinem Blog.

    Und die Bilder sind der Hammer.
    Hab mir gerade geschworen, mir erst eine DSLR zu kaufen, wenn meine Bildgestaltungsskills besser geworden sind...vielleicht übt das ja Druck aus.

    Einziger Wermutstropfen: Biken ist nicht so unser Ding, und per Pedes ist wohl in der Gegend nicht so der Hit, oder ?

    Gruß
    Sascha

  8. Erfahren
    Avatar von sejoko
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    AW: [MA] Von Agadir bis Zagora - Mit dem Rad durch Marokko

    #28
    Hallo

    Der Vorteil an Radreisen ist sicherlich die Möglichkeit in relativ kurzer Zeit einen schönen Überblick über ein Land zu bekommen. Insbesondere den Wechsel aus Bergwelt und Wüstenregion fanden wir sehr spannend. Zu Fuß müsste man sich halt auf eine kleinere Region konzentrieren, beispielsweise eine Trekkingtour durch eine schöne Ecke im Hohen Atlas.

    Gruß
    Sebastian
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  9. Erfahren
    Avatar von sejoko
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    AW: [MA] Von Agadir bis Zagora - Mit dem Rad durch Marokko

    #29
    20.02.2011 - 9. Etappe

    Gegen 6 Uhr kriechen wir aus dem Zelt. Wir sind die ersten auf dem Platz die wach sind. Alle Wohnwagen noch verriegelt, kein Franzose in Sicht und so frühstücken wir in aller Ruhe unser Müsli und vernichten die Brotreste vom Vorabend. Das fließende Wasser, welch Luxus, nutzen wir aus, um uns und unser Kochequipment mal richtig ordentlich zu waschen. Wir packen schliesslich zusammen und machen uns bereit für den Weg nach Agdz, den wir in den kommenden zwei Tagen schaffen wollen. Langsam erwacht der Campingplatz und auch unser deutscher Campingnachbar, der mit seinem uralten Bully und Hund von Deutschland nach Marokko gefahren ist, ist schon wieder zu einem Plausch vorbeigekommen. Wir unterhalten uns noch eine Weile und verabschieden uns schliesslich. In der Ortsmitte von Foum-Zguid decken wir uns noch mit einer nicht unerheblichen Menge an Süßigkeiten ein. Unsere Benzinreserven nähern sich langsam aber sicher auch ihrem Ende und so halten wir noch Ausschau nach einer Tankstelle. Am Ortsausgang werden wir schliesslich fündig, nur den Tankwart vermissen wir. Nach einer Weile schaut schliesslich jemand vorbei. Er bedauert, es gäbe kein Benzin. Wie bitte? Kein Benzin? Sicher? Irgendwie fällt es mir schwer ihm zu glauben. Ich frage nochmals nach, zeige auf unsere kleine Brennstoffflasche und sage ihm das wir nur wenig brauchen. Aber nein, es scheint kein Benzin zu geben. Er vertröstet uns schliesslich und meint, dass es im nächsten Dorf in drei Kilometer Entfernung noch eine Tankstelle gäbe. Na gut, damit können wir leben.



    Die Strasse folgt zunächst einem weiten, ausgetrockneten Flussbett, immer wieder gesäumt von kleineren Palmenoasen. Die drei Kilometer zum nächsten Dorf sind schnell gefahren und schon wieder suchen wir nach einer Tankstelle. Vergeblich. Wir finden einen kleinen Polizeiposten an der Strasse. Ich frage den anwesenden, äusserst höflichen Polizisten nach der Tankstelle. Tankstelle? Hier? Nein, gibt hier es keine Tankstelle. Die nächste Tankstelle sei in Tazenakht. Noch über 70 Kilometer entfernt und der Ort liegt noch nicht mal auf unserem Weg. Wir geben die Hoffnung auf vor Agdz noch eine Tankstelle zu finden. Wenn wir sparsam kochen und etwas Glück haben reicht das Benzin vielleicht bis dahin. Wir fahren weiter. Die Strasse mündet schliesslich in eine weite, trockene Ebene. In der Ferne vor uns liegen wieder die Berge. Am Fuße der Berge erreichen wir ein hübsches Dorf inmitten einer Oase. Ein kurzer aber steiler Anstieg ist zu bewältigen, belohnt uns aber mit einem schönen Ausblick über die zurückgelegte Strecke.



    Die Landschaft ist fortan wieder sehr schön, die Strasse leider oft um so schlechter. Immer im Tal zwischen zwei Bergketten, dem Verlauf des zunächst noch ausgetrockneten Flusses folgend, führt uns die Strasse Richtung Norden. Es ist wieder ein sehr warmer Tag heute. Als wir zur Mittagszeit ein kleines Dorf erreichen nutzen wir die Gelegenheit natürlich für eine Teepause. Mit jedem Kilometer den wir immer leicht bergan weiter durch die Berge fahren, füllt sich der Fluss langsam mit Wasser. Die zunächst nur kleinen Pfützen werden nach und nach zu immer größeren Wasserbecken. An einem dieser Wasserbecken treffen wir sogar Marokkaner die hier Angeln und ein Picknick veranstalten. Die Frauen sitzen im Schatten, die Männer sitzen mit ihren Söhnen am Wasser und Angeln. Wir unterhalten uns ein wenig mit ihnen und fahren schliesslich weiter.



    Am frühen Nachmittag beginnen wir uns nach einem schönen Schlafplatz umzusehen. Nach einigen Kilometer finden wir am Strassenrand ein ausgedehnte Oase, die sich weit entlang eines ausgetrockneten Flussbeets erstreckt. Eine Piste zweigt von der Strasse ab und führt uns entlang des Flussbeets zu einer herrlichen Stelle am Rande der Oase. Wir bauen unser Zelt auf und verbringen noch einige schöne Stunden in der warmen Nachmittagssonne. Wir spielen Karten und kochen und als die Sonne schon lange hinter den Bergen untergegangen ist, sitzen wir immer noch draussen und geniessen den warmen Abend. Die Temperaturen sind wunderbar mild und der Himmel voller Sterne.



    - Tageskilometer: 60km
    - Durchschnittsgeschwindigkeit: 14,5 km/h
    - Anstieg gesamt: 800m
    - Fahrzeit: 4 h 8 min
    - Übernachtung auf 980m

    Weitere Bilder zum Bericht findet ihr unter: Mit dem Rad durch Marokko - 9. Etappe

    Gruß
    Sebastian
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  10. Erfahren

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    AW: [MA] Von Agadir bis Zagora - Mit dem Rad durch Marokko

    #30
    Schön, weiter so.
    Hat das Benzin gereicht oder konntet ihr doch noch was nachtanken?

    Hawk

  11. Erfahren
    Avatar von sejoko
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    AW: [MA] Von Agadir bis Zagora - Mit dem Rad durch Marokko

    #31
    Die Antwort kommt jetzt...

    21.02.2011 - 10. Etappe

    Um heute ein etwas längere Pause zur Mittagszeit machen zu können und so der größten Hitze zu entgehen, haben wir den Wecker heute noch etwas früher gestellt. Zum Frühstück gibt es Bannock und Müsli; noch reicht das Benzin. Auf unseren morgendlichen Kaffee müssen wir aufgrund von Wassermangel aber leider verzichten. Zügig packen wir unsere Sachen zusammen und sitzen bereits um 8:30 Uhr auf den Rädern. An einem Friedhof vorbei geht es weiter Richtung Norden; weiter in die Berge.



    Wir kommen gut voran und gönnen uns daher an der Kreuzung nach Agdz an einem Campingplatz im Schatten eines Beduinenzelts ein zweites Frühstück. Minztee, hausgemachtes Brot und Datteln. Endlich gibt es mal Datteln. Wir pausieren noch etwas im Schatten des Zeltes und starten schliesslich den Aufstieg in die Berge. Unser Weg führt nun in östlicher Richtung steil bergauf und das auch noch auf der schlechtesten Strasse der bisherigen Reise. Der Asphalt ist sehr rau und mit einer endlosen Anzahl von Schlaglöchern durchsetzt. Bis auf 1400m geht es hinauf. Doch haben solche Strapazen auch immer etwas gutes und so werden wir mit einem tollen Ausblick auf die immer noch schneebedeckten Gipfel Hohen Atlas belohnt.



    Hier oben finden wir schliesslich auch den Grund für den schlechten Strassenzustand. Mitten in den Bergen befindet sich eine riesige Kobaltmine, die von zahlreichen LKW’s angefahren wird und denen wir im weiteren Verlauf der katastrophalen einspurigen Strasse immer wieder ausweichen müssen.

    Wir kommen schliesslich an eine Abzweigung. Die rechte Strasse führt direkt nach Zagora, ist jedoch nur auf der Hälfte des Weges asphaltiert. Die linke Strasse führt zunächst nach Agdz und dann durch das Draa-Tal ebenfalls weiter nach Zagora. Wir biegen links an in Richtung Agdz und welch’ ein Segen; ein komplett neu asphaltierte Strasse führt uns von nun an immer leicht bergab in Richtung Agdz. Und auch die Vegetation ändert sich schlagartig. Waren die Hänge zuvor karg und nur von Felsen bedeckt, so ist die Strasse nun auf vielen Kilometer von herrlich blühenden Frühlingsblumen gesäumt. Jetzt passt wirklich alles. Die Strasse ist in einem ausgezeichneten Zustand, es geht bergab, die Luft duftet nach Blumen und wir können mit all’ unseren Sinnen die Landschaft geniessen. Nur leider machen uns unsere Wasservorräte schon bald einen Strich durch die Rechnung, sie sind nämlich so gut wie aufgebracht. Ich schaue auf die Karte. Der nächste Ort ist Tasla. Wir hoffen dort Wasser zu bekommen. Nach einigen Kilometern nähern wir uns schliesslich dem kleinen Ort. Die Strasse selbst führt jedoch am Ort vorbei. Wir zweigen daher an einer kleinen Seitenstrasse von der Hauptstrasse ab und fahren in den, auf einem kleinen Hügel gelegenen Ort. Lange fahren wir durch den Ort, er wirkt fast wie ausgestorben. Erst nach einer Weile finden wir ein winziges Lädchen, müssen jedoch mit entsetzen feststellen, dass es kein Wasser gibt. Wir suchen weiter. Vergeblich.

    Im ganzen Ort ist kein Wasser aufzutreiben, aber wir haben keine andere Wahl, wir müssen weiter und so fahren wir zurück zur Hauptstrasse. Doch plötzlich haben wir doch noch Glück. Bereits ein kleines Stück hinter Tasla finden wir direkt an der Strasse einen Campingplatz. “Wenn wir hier jetzt Wasser bekommen, hätten wir uns die ganze Suchaktion in Tasla sparen können” denken wir uns. Auf dem Platz werden wir direkt von einem sehr netten älteren Mann willkommen geheißen. Auf unsere Frage, ob es hier Wasser zu kaufen gäbe, zeigt er nur auf einen Wasserhahn. “Na ja, nicht gerade optimal”. Doch er überlegt kurz und sagt wir sollen ihm folgen. In einem Lagerraum am Rande des Platzes findet er tatsächlich noch eine Flasche Wasser, die er uns verkauft. Lange wird das nicht reichen und so kommt unser Wasserfilter endlich mal zum Einsatz. Wir bestellen uns zunächst noch etwas zu essen und filtern in der Zwischenzeit noch mehrere Liter des Leitungswassers. Der Mann leistet uns Gesellschaft und zeigt sich sehr interessiert an unserer Reise und natürlich auch an unserem Wasserfilter.

    Gestärkt, erholt und mit ausreichend Wasser geht es zurück auf die Strasse.

    Die größte Hitze des Tages ist vorbei und wir radeln genüsslich dem Ende des Tages entgegen.



    Von der Strasse aus sehen wir in der Ferne eine winzige, aus nur ein paar Palmen bestehende, Oase inmitten eines ausgetrockneten Flussbeets und denken uns: “Da wollen wir übernachten”. Wir verlassen die Strasse und sieben unsere Räder durch Sand und über Steine zu den Palmen. Was aus der Ferne bereits gut aussah, ist aus der Nähe betrachtet noch viel besser. Ein begehbares Palmenhaus.



    Wir bauen unser Zelt auf und kochen uns eine letze Mahlzeit. Es ist zum Glück nicht mehr weit nach Agdz, wo wir morgen hoffentlich unser Benzin nachfüllen können. Zum Sonnenuntergang erkunden wir noch ein wenig die Umgebung und steigen auf die umliegenden Berge.


    Die Nacht ist ruhig, sternenklar und frisch…


    -Tageskilometer: 68km
    -Durchschnittsgeschwindigkeit: 15 km/h
    -Anstieg gesamt: 990m
    -Fahrzeit: 4 h 34 min
    -Übernachtung auf 940m
    -Tiefsttemperatur: 4 °C

    Weitere Bilder zum Bericht findet ihr unter: Mit dem Rad durch Marokko - 10. Etappe

    Gruß
    Sebastian
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  12. AW: [MA] Von Agadir bis Zagora - Mit dem Rad durch Marokko

    #32
    Hammer Bericht. Traumhafte Fotos - da wird der ods-Benchmark ja schon fast nach oben verschoben!

    Besten Dank!

    Grüße,
    Nam
    JanBo Photography - janbophotography.com

  13. Erfahren
    Avatar von sejoko
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    AW: [MA] Von Agadir bis Zagora - Mit dem Rad durch Marokko

    #33
    22.02.2011 - 11.Etappe

    Nach einer ruhigen Nacht stehen wir etwas verspätet gegen 6:30 auf. Wir gehen den Tag gemütlich an, das heisst ich nutze das wunderbare Licht des Morgens und gehe erst einmal eine Runde fotografieren, Anja wärmt sich in den ersten Sonnenstrahlen. Zum Frühstück treffen wir uns wieder in unserem Palmenhaus. Wirklich ein fantastisches Plätzchen.





    Routinemäßig packen wir unser Zelt zusammen und verabschieden uns von unsrem tollen Schlafplatz. Der Wetter ist herrlich und die Temperaturen bereits zu dieser frühen Stunde angenehm warm.

    Zunächst geht es entlang des ausgetrockneten Flussbetts zurück auf die Strasse. Von hier aus sind es noch 23 km bis nach Agdz, wo wir hoffentlich endlich unsere Benzinflasche auffüllen können. Die Strasse führt entlang der Bergketten meist leicht bergab und so erreichen wir schon bald die ersten Häuser der Stadt. An der ersten Tankstelle lassen wir unsere Flasche für 3 Dirham mit Benzin auffüllen und werden auch prompt von einem Teppichhändler angequatscht, der uns zu einem Tee in seinen Teppichladen einlädt. Wir probieren im klar zu machen, dass wir mit dem Fahrrad unterwegs sind und unsre Möglichkeiten einen Teppich zu transportieren eher begrenzt sind, aber er lässt nicht locker. Zuerst fahren wir mit ihm, er ist auch mit dem Rad unterwegs, noch ein Stück weiter, können in dann aber, als wir uns für ein zweites Frühstück in ein Restaurant am zentralen Platz der Stadt setzen, endlich abwimmeln. Wir essen Käsebrot und trinken einen Tee.

    Wir sind erstaunt wie groß die Stadt ist, beziehungsweise wie groß sie uns vorkommt. Nach Tagen der Ruhe und Einsamkeit sind wir von den vollen Strassen regelrecht erschlagen. Uns sind die kleinen Dörfer wesentlich lieber als die Städte, die Atmosphäre entspannter, die Menschen herzlicher und weit und breit keine aufdringlichen Teppichhändler, die einen anquatschen und ihr Zeug loswerden wollen. Wir beschliessen daher auch recht bald wieder weiter zu fahren, raus aus der Stadt. Am CTM-Büro auf der anderen Seite des Platzes erfrage ich noch schnell die Busverbindungen von Zagora nach Tarroudant. Die Verbindungen scheinen reibungslos zu funktionieren und so steht unsere Entscheidung fest, durch das Draa-Tal weiter nach Zagora zu fahren, aber nicht ohne vorher noch Wasser, Süßigkeiten sowie Datteln auf dem Markt zu kaufen.

    Gerade als wir losfahren, kommt der Teppichhändler von vorhin wild gestikulierend auf uns zu gerannt, ruft etwas von “Tee, Einladung und Gastfreundschaft”, aber wir kümmern uns nicht weiter um ihn, treten kräftig in die Pedale und lassen den Trubel der Stadt hinter uns.



    Die Strasse führt uns nun weiter Richtung Süden. Das Tal links und rechts des des Draa Flusses ist eine einzige, riesige Oase und dementsprechend dicht besiedelt. Immer wieder gibt es kleinere Anstiege zu überwinden, die uns mit fantastischen Blicken auf die ausgedehnten Oasen inmitten dieser kargen Berg- und Wüstenlandschaft belohnen.

    Am frühen Nachmittag finden wir eine Gelegenheit einen Tee zu genießen. Im Schatten eines schönen Beduinenzeltes machen wir Rast und entgehen so der heissen Mittagssonne. Ein neugieriger Hahn und seine zwei Hennen leisten uns Gesellschaft.



    Bevor es weiter geht nutzen wir noch die Waschgelegenheiten, die wir hinter dem Beduinenzelt; fließendes Wasser, welch’ ein Luxus. So erfrischt geht es voller Elan weiter durch das Tal: Oase reiht sich an Oase, Dorf reiht sich an Dorf. Das Draa-Tal ist mit Abstand die am dichtesten besiedelte Region unserer bisherigen Reise.

    Plötzlich tauchen hinter einer Kurve zwei Radfahrer auf. “Die kennen wir doch”, denken wir uns. Tatsächlich, es sind die beiden Holländer, die wir bereits am ersten Tag der Reise getroffen haben. Wir unterhalten uns eine Weile an der Strasse und tauschen Erlebtes aus. Die beiden haben eine ähnliche Route hinter sich, sind jedoch nicht wie wir in Foum-Zguid nach Norden abgebogen, sondern über die Wüstenpiste nach M’hamid gefahren. Drei harte Tage wie die beiden zu berichten wissen.

    Gegen Nachmittag sind immer mehr Menschen entlang der Strasse unterwegs. Ein völlig ungewohntes Gefühl inmitten so vieler Menschen zu sein. Die Männer sitzen in Gruppen im Schatten der Häuser, die Frauen sind größtenteils mit Wäsche waschen beschäftigt oder erledigen Arbeiten in den Oasen, die Kinder, die nun Schulfrei haben, spielen am Strassenrand, winken uns zu und haben ihren Spass daran uns hinterher zu laufen.

    Als die Sonne schon lange Schatten wirft beginnen wir Ausschau nach einem Zeltplatz zu halten. Inmitten dieses dicht besiedelten Tals keine leichte Aufgabe. Eigentlich würden wir gerne wieder in einer Oase übernachten, diese sind hier hier aber so intensiv bewirtschaftet, so dass wir die Strasse stattdessen rechter Hand verlassen, die Oasen und die Dörfer hinter uns lassen und etwas raus in die Wüste fahren. Wir folgen zunächst einen kleinen Trampelpfad und lassen den Trubel schnell hinter uns. Einzig ein Nomadenzelt steht hier draussen in der weiten Ebene, aber auch das lassen wir noch links liegen und erspähen schliesslich in einiger Entfernung einen einsamen Baum mitten im Nichts. Hier lassen wir uns nieder und bauen unser Zelt auf.



    Gerade als unser Zelt steht kommt noch ein Hirte mit seiner Herde Ziegen vorbei. Er grüßt uns nett und läuft weiter zum Nomadenzelt. Einen netten Nachbarn haben wir also auch.

    Pünktlich zum Sonnenuntergang beginnen wir mit dem Kochen. Wir experimentieren ein wenig und bereichern unser Bannock heute mit Datteln. Wow, wie das schmeckt!

    Bald schon ist die Sonne hinter den Bergen verschwindet und die Dunkelheit breitet sich aus. Wir liegen noch lange in der warmen Nacht vor dem Zelt, bewundern den unglaublichen Sternenhimmel und zählen die Sternschuppen.

    - Tageskilometer: 75km
    - Durchschnittsgeschwindigkeit: 17 km/h
    - Anstieg gesamt: 620m
    - Fahrzeit: 4 h 20 min
    - Übernachtung auf 760m

    Weitere Bilder zum Bericht findet ihr unter: Mit dem Rad durch Marokko - 11. Etappe

    Gruß
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    AW: [MA] Von Agadir bis Zagora - Mit dem Rad durch Marokko

    #34
    23.02.2011 - 12. Etappe

    So mild wie die Nacht war beginnt auch der frühe Morgen. Noch vor Sonnenaufgang, mittlerweile etwa 20 Minuten früher als noch zu Beginn unserer Reise, wachen wir auf. Wir frühstücken zunächst in aller Ruhe mit Kaffee und Schokopfannkuchen, um anschliessend ebenso entspannt und routiniert unsere Sachen zu packen. Kaum sind wir fertig, kommt uns der nette Hirte vom Vorabend mit seiner Herde entgegen. Wir grüßen uns gegenseitig und rollen mit unseren Rädern zurück zur Strasse.



    Heute morgen ist es viel ruhiger und weitaus weniger hektisch auf der Strasse, auch der Verkehr hält sich im angenehmen Rahmen. Und das allerbeste, wir haben Rückenwind und kommen so ziemlich flott voran. Leider finden wir auf der gesamten Strecke nach Zagora kein Café mehr. Das heiß ersehnte zweite Frühstück fällt daher erstmal aus. Kurz vor Zagora erreichen wir eine Anhöhe, die uns einen Wahnsinnsblick über die Oase beschert. Wir verweilen noch einen Moment und rollen schliesslich den Toren der Stadt entgegen, die uns, wie fast jede Stadt, mit jeder Menge Müll am Strassenrand empfängt. Über breite und glatte Strassen fahren wir weiter in’s Zentrum und setzen uns in das erstbeste, leider sehr entäuschende, Café. Wir bekommen ein winziges Brot serviert, Tee aus schicken Gläsern, nicht wie sonst aus den üblichen Kännchen und Zucker aus abgepackten Tüten; das alles natürlich zu völlig überteuerten Preisen. “Nix wie weg von hier” denken wir uns. Der Trubel auf den Strassen erschlägt uns. Ständig werden wir angequatscht, ob wir einen Teppich kaufen oder in ein Hotel mitfahren wollen. Ich habe es ja bereits erwähnt, uns sind die kleinen Dörfer eindeutig lieber als diese aufdringlichen, touristischen Zentren und so treten wir in die Pedale, durchqueren die Stadt und suchen uns etwas ausserhalb einen Campingplatz. Am Rande einer Oase werden wir fündig. Der Platz ist wunderschön, ruhig gelegen und wird von netten jungen Kerlen geführt, die uns sehr nett bewirten und uns sogar einen Tisch und zwei Stühle organisieren.

    Wir bauen schnell unser Zelt auf und springen unter die eiskalte Dusche, um dann erfrischt und entspannt im Schatten der Dattelpalmen die Mittagshitze zu ertragen. Wir wundern uns über Franzosen, die ihre Wäsche in der eigens mitgebrachten Waschmaschine waschen, dösen ein wenig und kochen uns noch ein kleines Mittagessen.

    Am späten Nachmittag setzen wir uns noch einmal auf die Räder. Etwas ausserhalb der Stadt soll, es ein paar schöne Dünen geben, denen wir noch einen Besuch abstatten wollen. Aber zuvor gibt es noch zwei Dinge zu erledigen. Tee trinken, diesmal in einem vernünftigen Café ausserhalb der Stadt, und im CTM-Büro die Bustickets für die morgige Fahrt nach Taroudannt besorgen. Mit den Tickets in der Tasche fahren wir raus zu den Dünen und geniessen das Ende des Tages, der sich mit einem perfekten Sonnenuntergang von uns verabschiedet.



    Mit einsetzender Dunkelheit fahren wir zurück an den Rand der Stadt. Unser Hunger treibt uns in’s “Chez Ali”, wo wir in einem tollen Ambiente draussen im Garten zwei brutzelnde Tajine serviert bekommen. Als Vorspeise verdrücken wir noch jede Menge Oliven, 2 Brote und köstlichen, süssen Tee.



    Wieder zurück auf dem Campingplatz schaffen wir es tatsächlich noch unsere letzten Vorräte an Schokopfannkuchen zu verdrücken und fallen gegen 22 Uhr in’s Zelt. Morgen früh geht es in einer fast 10-stündigen Busfahrt nach Taroudannt.

    Uns erwartet die mit Abstand heißeste Nacht der Reise. Das Einschlafen fällt angesichts der Temperaturen nicht leicht. Wie heiß ist es hier wohl erst im Sommer?

    - Tageskilometer: 62km
    - Durchschnittsgeschwindigkeit: 17 km/h
    - Fahrzeit: 3 h 40 min

    Weitere Bilder zum Bericht findet ihr unter: Mit dem Rad durch Marokko - 12. Etappe

    Gruß
    Sebastian
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  15. Erfahren
    Avatar von Dogeared
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    AW: [MA] Von Agadir bis Zagora - Mit dem Rad durch Marokko

    #35
    Wow!


    Der Bericht ist super und die Photos erst - ich habe spontan eine Marokko-Radreise auf meine "To Do"-Liste gesetzt obwohl ich doch so ungern Rad fahre ;)

    Wie viel "Training" hattet Ihr vorher? Ich habe irgendwo weiter oben gelesen, dass es Eure erste Tour mit dem Rad war?

    Wie hat es mit der Verständigung geklappt? Konntet Ihr Arabisch / Französisch?

    Grüße und von mir!

    Charlotte

  16. Erfahren
    Avatar von sejoko
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    AW: [MA] Von Agadir bis Zagora - Mit dem Rad durch Marokko

    #36
    Hallo Charlotte,

    freut mich, wenn dir der Bericht gefällt und natürlich auch die Bilder, die sind meine besondere Leidenschaft.

    Eine Radreise durch Marokko ist definitiv empfehlenswert. Wenn du wirklich auch mal mit dem Rad nach Marokko aufbrechen willst und noch Fragen haben solltest, zögere nicht mich anzuschreiben.

    Was das Training betrifft: Meine Freundin und ich fahren auch im Alltag jede Menge Fahrrad und waren daher vor der Reise schon halbwegs fit. Es ist jedoch schon etwas anderes, ob man auf den Rädern noch Gepäck transportieren muss.

    Mit den Resten meiner Schulfranzösisch-Kenntnisse sind eigentlich ganz gut zurecht gekommen.

    Gruß
    Sebastian
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  17. Erfahren
    Avatar von Dogeared
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    AW: [MA] Von Agadir bis Zagora - Mit dem Rad durch Marokko

    #37
    Hej!

    Danke für die Infos! Ich komme gern auf das Angebot zurück!
    Ich fürchte aber, dass ich vorher dann erst einmal "Rad fahren" üben muss ;)

    Grüße

  18. Gerne im Forum
    Avatar von Wookasch
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    AW: [MA] Von Agadir bis Zagora - Mit dem Rad durch Marokko

    #38
    Unglaubliche Fotos! Und super Bericht.

    Danke für die Mühe!

  19. Erfahren
    Avatar von der_Kai
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    AW: [MA] Von Agadir bis Zagora - Mit dem Rad durch Marokko

    #39
    Hallo Sejoko,
    wir werden am 19-ten Dez. nach Marrakesch fliegen und eine 3-wöchige Tour machen. Strecke haben wir schon herausgesucht und auch dank' eures Reiseberichtes einige Tipps vorgemerkt.
    Was uns brennend interessiert: mit welcher Fluggesellschaft seid ihr geflogen ? Wie musstet ihr oder habt ihr Eure Räder verpackt und mit welchem Material habt ihr die Räder dann wieder für die Rückreise einigermaßen sicher eingewickelt ?

    Gruß, der_Kai
    "Dialog ist, wenn nicht jeder alles besser weiß"

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  20. Erfahren
    Avatar von sejoko
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    AW: [MA] Von Agadir bis Zagora - Mit dem Rad durch Marokko

    #40
    Hallo Kai

    Erstmal muss ich dir sagen, dass ich verdammt neidisch bin. Ich will auch wieder nach Marokko. Es war eine unserer schönsten Reisen bisher.

    Wird sind mit RyanAir geflogen. Auf dem Hinflug haben wir uns etwas mehr mühe gemacht die Räder zu verpacken, da wir das alles in Ruhe zu Hause machen konnten. Zuerst haben wir alle kritischen Teile (Schaltung, Bremsen, etc...) mit Karton abgeklebt und anschliessend noch das ganze Rad in Luftpolsterfolie eingewickelt, allerdings so, dass die Räder immer noch geschoben werden konnten. Habe oft gelesen, dass es oftmals besser ist wenn die Räder noch geschoben werden können. Es erleichtert den Flughafenpersonal den Transport des Rades. Ansonsten wird es wohl einfach mal durch die Gegend "geschmissen".

    Vor dem Rückflug haben wir uns in Tarroundant endlose Meter an Frischhaltefolie gekauft und die Räder dann darin eingewickelt. Hat eigentlich alles ganz gut geklappt und die Räder kamen, von ein paar Kratzern abgesehen sicher wieder an.

    Hoffe ich konnte dir helfen.

    Wünsche eine schöne Zeit in Marokko.

    Gruß
    Sebastian
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