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    1 - Grundsätzliche Technik- und Gestaltungstipps

    #1
    ODS Fotoworkshop, Grundlagen zur Bildgestaltung

    Hoi und willkommen zum ODS Workshop "Fotografie". Das Ganze hier befindet sich noch im Aufbau. Ich ergänze die Beiträge, sobald ich Zeit und neue Ideen habe. Im ersten Teil dreht sich alles um die Platzieung des Motivs im Bild. Teil zwei und drei sind für ein paar technische Grundlagen reserviert. Abschliessend gibt es im vierten Teil dann noch eine kurze Auflistung der beliebtesetn Fehlerquellen und wie man sie vermeiden kann.




    Changelog:
    31.12.2010 - erste Version
    11.01.2011 - es wird farbig, Text umgestaltet im Bereich Teil 1 - Schnittmuster
    12.01.2011 - Teil 2 (Brennweite, Blende,...) eingefügt
    13.01.2011 - Teil 3 (technischer Krimskrams) angefangen
    17.01.2011 - Teil 3 bekommt Gestalt und ein paar zusätzliche Punkte
    19.01.2011 - Teil 4 kommt ins Spiel
    24.01.2011 - Überarbeitung der Texte





    Teil 1 - Schnittmuster, Objektplatzierung
    Eine der wichtigsten Grundregeln bei der Bildgestaltung lautet simpel: "raus aus der Mitte". Oder ausführlicher: Ein Bild, bei dem das Hauptmotiv zentral angeordnet ist, wirkt meistens langweilig, während ein dezentral untergebrachtes Motiv Spannung und Aufmerksamkeit erzeugt. Die mittige Positionierung ist ein typischer Anfängerfehler, bei dem das "Objekt der Begierde" im Sucher der Kamera anvisiert und dann sofort ein Bild erstellt wird, ohne den Bildausschnitt zu verändern.
    Für die Abschätzung der Position existieren mehrere Ansätze, wo ein Motiv am günstigsten platziert werden sollte, Diese werden hier einmal vorgestellt.


    1. Goldener Schnitt
    Eine der ältesten Methoden beruht auf dem goldenen Schnitt. Hinter der Bezeichnung steckt im Grunde eine simple mathematische Formel, anhand der eine Strecke in zwei Teilstücke im Verhätltnis 1 : 1.6180 zerlegt wird. Wendet man diese Teilungsmethode auf die Achsen einer Bildfläche an, erhält man folgendes Muster:
    Die Theorie besagt nun, das Bildelemente, welche in der Nähe eines der Schnittpunkte (z.B. ein Gegenstand) oder entlang der Schnittachsen (z.B. ein Horizont) positioniert werden, besonders hervorstechen und Aufmerksamkeit erzeugen. Daher sollte das Hauptmotiv dort im Bild auftauchen.



    2. Drittelregel

    Bei der Drittelregel handelt es sich um eine Vereinfachung des goldenen Schnitts. Hierbei wird jede Bildachse im Verhältnis 1:2 aufgeteilt. Es ergibt sich so ein Muster ähnlich eines Tic Tac Toe-Spiels.
    Auch hier sollte das Hauptmotiv antlang eine der Schnittachsen bzw. in der Nähe der Schnittpunkte gelegt werden, um das Bild spannend zu gestalten.



    3. Fünftelregel

    Wie bei der Drittelregel handelt es sich um eine Variation des goldenen Schnitts. Der Bildbereich wird hierbeio in 5 Teile unterteilt. Die wichtigsten Motive sollten in der Nähe der mittleren Schnittpunkte (im Bild mit roten Kreisen markiert) bzw. deren Achsen positioniert liegen. Das Teilungsverhältnis, welches man hierdurch erhält (2:3), entspricht eher den Teilungsregeln des goldenen Schnitts als die der Drittelregel (1:2). Daher finden man auch des öfteren im Sucher von Kameras ein solches Netz, oder kann es sich in der Preview auf dem Display einblenden lassen.


    Beispiele:


    Wegweiser. Einmal zentriert, einmal dezentral abgelichtet. Um das Motiv hervorzuheben wurde zusätzlich der Hintergrund unscharf abgelichtet.


    Das Ganze noch einmal, diesesmal mit eingeblendetem Bildraster.






    Sonnenuntergang in zwei Varianten. Links wurde der Horizont in die Bildmitte gelegt, rechts dieser aus der Mitte heraus verschoben. Das rechte Bild wirkt dadurch interessanter.



    Kein besonders interessantes Bild, aber an ihm lässt sich sehr gut die Wirkung demonstrieren, welche von Objekten ausgeht, die nicht zentral in einem Bild angeordnet sind. Einfach auf das Bild klicken, so dass eine grössere Ansicht gezeigt wird. Das Auge wird automatisch zunächst von der Wolke links oben im Bild angezogen.



    Auch bei Aufnahmen, bei denen das Motiv welche (fast) bildfüllend abgebildet ist, kann durch eine geschickte Positionierung der wichtigsten Teile (hier Kopf und Schnauze) die Bildwirkung beeinflusst werden.



    4.Ausnahmen
    Auch in der Fotografie gilt: Keine Regeln ohne Ausnahme. Dann wenn ein Motiv eine Symmetrie aufweist (z.B. eine gerade verlaufende Strasse mit beidseitig gepflanzeten Bäumen. Ein Steg an einem Weiher) kann dies durch das gezielte Platzieren in der Bildmitte betont werden.




    5.Zusammenfassung, Tipps
    - Positioniert das Hauptmotiv nicht zentral, sondern schiebt es in Richtung einer der Ecken.
    - Legt horizontale/vertikale Linien so, dass sie sich in der Nähe der Schnittachsen der Teilungsregeln befinden (gilt insb. für Horizonte)
    - Wenn möglich, blendet in der Kamera die Hilfslinien im Sucher oder auf dem Display ein. Mit deren Hilfe ist eine Positionierung sowie Ausrichtung viel einfacher als ohne.
    Geändert von Becks (14.06.2012 um 13:45 Uhr)
    After much research, consideration, and experimentation, I have decided that adulthood is nothing for me. Thank you for the opportunity.

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    AW: 1 - Grundsätzliche Gestaltungstipps

    #2
    Teil 2 - Blende, Tiefenschärfe und Brennweite

    Grau ist alle Theorie, aber ohne ein paar grundlegende technische Aspekte kommt man leider nicht weiter. Dann legen wir mal los


    1.Blende

    Einfach ausgedrückt ist die Blende ein Mass dafür, wie gross das Loch ist, durch das das Licht bei der Aufnahme durch das Objektiv ins Kamerainnere gelangt. Dabei gilt, dass eine kleine (Blenden)zahl für eine grosse Öffung steht, während man dann beim sogenannten "Abblenden", zu grösseren Blendenzahlen übergeht und dann mit einer kleineren Öffnung arbeitet.
    Aus der Grösse der Öffnung ergibt zunächst einmal ein direkter Zusammenhang mit der Belichtungszeit. Verdoppelt man Lichtöffnung, gelangt auch doppelt soviel Licht pro Zeiteinheit auf den Kamerasensor. Der Fotoapparat benötigt dann nur eine halb soviel Zeit, um ein Bild zu belichten.
    Neben der Auswirkung auf die Belichtungszeit beeinflusst zudem die sogenannte Schärfentiefe (Details siehe dort). Eine grosse Öffnung (kleine Blendenzahl) bewirkt eine geringe, eine kleine Öffnung (grosse Blendenzahl) eine grosse Schärfentiefe.
    Zu guter letzt spielen dann noch ein paar physikalische Effekte mit in die Bildqualität hinein. Bei einer grossen Öffnung treten Streueffekte des Lichts auf. Diese bewirken, dass das Bild dann insgesamt weicher und unscharfer ist. Ein zweiter Effekt (Randbeugung) bewirkt, dass auch bei sehr kleiner Öffnung ein Bild insgesamt unscharf wird. In welchem Blendenbereich nun eine Kamera ihre optimale Leistung erzielt, ist somit abhängig vom verwendeten Objektiv. je nach Qualität der Linsen können diese Streueffekte bis zu einem gewissen Grad unterbunden werden.


    2.Schärfentiefe

    Als Schärfentiefe bezeichnet man den räumlichen Bereich vor der Kamera, welcher bei einem Photo scharf abgebildet wird. Objekte, welche sich ausserhalb des Bereichs befinden, werden unscharf abgebildet. Ohne im Detail auf den mathematischen Hintergrund einzugehen, haben folgende Einstellungen einen Einfluss auf die Grösse des Bereichs. Entscheidend ist zunächst einmal der Abstand zwischen Linse und Objekt. Je weiter das Objekt von der Linse entfernt ist, desto grösser ist auch der Bereich rund um das anvisierte Objekt, welcher ebenfalls scharf abgebildet wird. Umgekehrt wird der Bereich immer kleiner, je näher man an das Objekt herangeht.
    Auch die Blende besitzt einen Einfluss auf die Schärfentiefe. Je kleiner die Öffnung für das Licht ist (grosse Blendenzahlen), destos grösser ist der Bereich, indem Objekte scharf abgebildet werden.


    Drei Aufnahmen eines Lineals. Abhängig von der Blendenzahl (3.3, 11 und 25) zeigen sich deutliche Unterschiede, welcher Bereich vor und hinter dem fokusierten Punkt (die Null-Markierung) scharf dargestellt wird.


    3.Brennweite

    Die Brennweite ist ein Mass für die Vergrösserungsleistung eines Objektivs. Je grösser die Brennweite, desto stärker ist der Vergrösserungseffekt bzw. desto kleiner ein Bildausschnitt aus der Umgebung, der letztendlich abgebildet wird.

    Schematische Darstellung einer Aufnahme mit zwei unterschiedlichen Brennweiten. Die graue Linien kennzeichnen den Rand des Strahlengang des Lichts, also die äusseren Kanten des Bilds. Die blaue Linie symbolisiert den Sensor in der Kamera, grün zeigt den Bereich, welcher abhängig von der gewählten Brennweite des Objektivs (rot) dann aus der Umgebung dann abgebildet wird.

    Hier mal eine Bilderserie zur Veranschaulichung.



    Landschaftsaufnahme mit folgenden Brennweiten: 24mm, 52mm, 75mm, 105mm, 150mm, 300mm, 450mm

    Neben dem rein technischen Aspekt der Vergrösserungsleistung hat die Brennweite auch Einfluss auf die Bildwirkung. So beeinflusst sie, wie plastisch ein Gegenstand im Bild wirkt.




    Möchte man ein Motiv (im Schema grün eingezeichnet) abbilden, kann man das Bild bei verschiedenen Brennweiten (rot) erzeugen. Soll das Motiv dabei formatfüllend abgelichtet werden, muß man daher den Abstand zwischen Kamera und dem Objekt entsprechend anpassen.
    Da die meisten Motive jetzt nicht eine Ebene parallel zum Sensor darstellen (außer z.B. eine Wand oder ein Gemälde), sind einzelne Teile des Motivs mehr oder weniger weit von der Kamera entfernt (im Schema als brauner Strich gekennzeichnet). Je nach gewählter Brennweite ist das Verhältnis Kameraabstand zum Motiv zu Eigenwölbung des Motivs unterschiedlich, was im endgültigen Bild dann eine unterschiedliche Wirkung erzeugt.


    Schnauzenbild zur Veranschaulichung. Links mit 24mm Brennweite, rechts mit 105mm Brennweite. Die Schnauze des Stoffelchs erscheint mehr oder weniger plastisch und füllt Teile des Bilds aus. Die Stauch- oder Zerrwirkung kann zur künstlerischen Gestaltung beitragen, aber auch ein Bild zerstören, wenn z.B. bei einem Portrait mit zu kleiner Brennweite gearbeitet wird und dann Körperteile wie die Nase unproportional groß erscheinen.


    Nasenbild (24mm).



    Eine weitere Wirkung wird als "Freistelleffekt" bezeichnet. Je nach Brennweite wird mehr oder weniger Umgebung aus dem Hintergrund mit in das Bild einbeozogen. Bei einer kleinen Brennweite werden aufgrund des grossen Blickwinkels sehr viel Gegenstände mit abgebildet, bei einer grossen Brennweite nur sehr wenige. Je grösser die Brennweite, desto mehr wird das eigentliche Motiv freigestellt, also aus seiner Umgebung herausgelöst abgebildet.



    Bei kleiner Brennweite (links) werden mehr Details aus dem Hintergrund (gelbe Kreise) mit abgebildet als bei grosser Brennweite (rechts).




    Statuenkopf (300mm Brennweite) - von der Häuserwand im Hintergrund ist fast nichts zu sehen, das Motiv ist freigestellt und beherrscht das Bild.


    neugieriger Hund (24mm Brennweite). Obwohl ebenfalls fast bildfüllend abgelichtet ist im Hintergrund noch sehr viel erkennbar.


    Ein dritter Effekt bezieht sich auf den Übergang von scharfen zu unscharfen Bereichen. Bei kleiner Brennweite erfolgt der Übergang fliessend, während bei grosser Brennweite ein scharfer Übergang vorherrscht. Zudem ist bei kleiner Brennweite oftmals der gesamte abgebildete Bereich scharf abgelichtet, während dies bei grosser Brennweite nicht der Fall ist.



    Weitwinkelaufnahme (24 mm, f/11) - der gesamte Bildbereich ist scharf abgebildet.


    Tele (375mm f/9) - lediglich das Motiv ist scharf abgebildet, Voder- und Hintergrund sind unscharf.




    Der letzte, nicht zu vernachlässigende Effekt besteht aus der Motivbetonung. Bei kleiner Brennweite werden Objekte im Vordergrund stark betont, während bei grosser Brennweite kein solcher betonender Effekt existiert.



    Aufnahme mit 24mm Brennweite - die Betonung liegt im Vordergrund.






    4.Belichtungszeit

    Hinter dem Wert verbirgt sich die Zeitspanne, welche die Kamera Licht durch das Objektiv auf den Bildsensor fallen lässt. Die Kamera ist nur in der Lage, einen gewissen Helligkeitsbereich abzubilden. Werte ausserhalb werden entweder schwarze oder weisse Bereiche dargestellt, deren Details durch anschlissende Korrektur am Rechner nicht wiederhergestellt werden können.
    Die Belichtungszeit hat zudem einen direkten Einfluss darauf, wie hoch die Chance ist, dass ein Bild unscharf und unbrauchbar ist, da während der Aufnahmezeit die Kamera verschoben wurde und das Bild somit verwackelt erscheint. Als grober Anhaltspunkt gilt, dass der Wert 1 geteilt durch die Brennweite des Objektivs in Sekunden noch unverwackelt freihändig geschossen werden kann. Bei 300mm Brennweite bedeutet dies also 1/300 Sekunde, bei 18mm Brennweite 1/18 Sekunde.


    Eingefrorene Bewegung, Schnee im Flug - 1/640 Sekunde Belichtungszeit.



    Nachtaufnahme, nur möglich mit Stativ - 180 Sekunden Belichtungszeit.



    Langzeitaufnahme (2 Sekunden) mit Stativ bei Dunkelheit.


    5.Auswirkungen auf die Praxis

    Über das Zusammenspiel von Blende, Schärfentiefe und Brennweite kann ein Bild gestaltunsgtechnisch sehr stark beeinflusst werden. Über die Brennweite bzw. dem Abstand zwischen Fotograf und Objekt ergibt zunächst einmal, welcher Bildausschnitt auf das Bild gelangt. Über diese Werte ergibt sich zudem, welche Teile des Bild scharf bzw. unscharf sind. Bilder mit hoher Schärfentiefe sind vor allem im Bereich der Landschaftsfotografie interessant, wenn man versucht, möglichst viel aus der Umgebung detailiert abzubilden. Indem man unwichtige Bildbereich gezielt unscharf abbildet, kann man dagegen die Aufmerksamkeit des Betrachters gezielt auf das Hauptmotiv lenken. Dies ist insbesondere in der Portraitfotografie ein beliebter Gestaltungstrick.
    Die Belichtungszeit letztendlich kann dazu genutzt werden, bewegte Objekte entweder präzise "in der Bewegung einzufrieren" und somit scharf abzubilden, oder diese weichzuzeichnen. Insbesondere in der Sportfotografie wird mit kurzen Belichtungszeiten gearbeitet, während man in der Landschaftsfotografie bei Wasseraufnahmen auch gerne einmal durch lange Belichtungszeiten den Weichzeichner anlegen kann.

    Alex
    Geändert von Becks (22.03.2011 um 12:02 Uhr)
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    AW: 1 - Grundsätzliche Gestaltungstipps

    #3
    Teil 3 - Technischer Krimskrams an der Kamera

    Im dritten Teil sollen ein paar grundlegende technische Aspekte von Kameras angesprochen werden.


    1.Histogramm
    Jede mir bekannte Digitalkamera ist in der Lage, während oder nach der Aufnahme das Histogramm eines Bildes zu zeigen. Dahinter versteckt sich ein recht simples Schaubild, bei dem die Helligkeitsverteilung im Bild dargestellt wird.


    Dunkle Werte befinden sich dabei links in dem Schaubild, helle Werte rechts (rote Achse im Bild). Der linke Rand kennzeichnet schwarz, der rechte Rand weiss als Helligkeit Je mehr Pixel im Bild einem Helligkeitswert entsprecheen, desto grösser ist der Balken, welcher in der Grafik eingezeichnet wird. Im Gesamten ergibt sich so eine Fläche (im Bild schwarz gezeichnet), welche die Helligkeitsverteilung zeigt.
    Anhand dieser Fläche kann gut abgeschätzt werden, ob das Bild zu hell oder zu dunkel aufgenommen wurde. Erkennbar ist dies, wenn die Fläche zu weit links (zu dunkel) bzw zu weit rechts (zu hell) in der Grafik erscheint.

    Dies ist oftmals sogar besser möglich als durch Betrachtung des Bilds am Display selbst, da hierbei dunkle bzw. helle Farbtöne sehr schlecht beurteilbar sind.


    Vier Aufnahmen des gleichen Motivs mit unterschiedlichen Belichtungszeiten sowie die Histogramme des jeweiligen Bilds. Klar erkennbar ist, dass 1/15 Sekunde völlig falsch gewählt wurde (Bild links oben). Der Himmel ist völlig überbelichtet, die Details in diesem Bereich sind unrettbar verloren. Das Histogramm zeigt dies ebenfalls deutlich. Man findet fast keine Werte für dunklere Bildbereiche, dafür ein sehr starkes Signal für weiss.
    Im Gegensatz dazu ist das Bild mit 1/1000 Sekunden vergleichsweise gut. Die Aufnahme ist zwar zu dunkel, aber kein Bildbereich ist wirklich schwarz. Somit können Details noch herausgearbeitet werden, wenn auch mit etwas Aufwand.




    2.Programme einer Kamera
    Über Programme wird das Verhalten der Kamera gesteuert bzw. die Präferenzen (bevorzugte Blende etc.) an die Anforderungen für ein gewähltes Motiv angepasst (Personen, Sport, Nachtaufnahme etc.). Über sogenannte Motivprogramme soll es Anfängern einfacher gemacht werden, Bilder in speziellen Situationen richtig abzulichten, ohne sich vorher all zu sehr mit der Theorie beschäftigen zu müssen. Über ein solches Motivprogramm lässt sich die Kamera zudem sehr schnell und ohne zeitaufwendigen Check der Einstellungen auf eine Situation einrichten, weswegen sie auch für spontane Schnappschüsse geeignet sind.
    Im Vollautomatikmodus regelt die Kamera schlichtweg alles selbst. Die Blende, Belichtungszeit wird gewählt, wenn zu wenig Licht vorhanden ist wird der Blitz zugeschaltet. Im Portrait-Programm versucht die Kamera, die Blende möglichst gross zu halten, damit der Hintergrund unscharf gezeichnet und der Fokus auf die abgelichtete Person gelegt wird. Zudem greifen einige Farbkorrekturen, um Hauttöne in warmen Farben darzustellen. Dem gegenüber steht das Landschaftsprogramm. Der Blitz bleibt aus, über eine kleine Blende wird das Augenmerk auf eine möglichst hohe Tiefenschärfe gelegt. Letztendlich betonen Farbkorrekturen eher Blau-/Grüntöne, welche in der Umgebung vermehrt vorkommen.
    Mit etwas Einarbeitung dagegen arbeitet man eigentlich fast nur noch im P-, S-, A- bzw. M-Modus, welche hier kurz erläutert werden

    P-Modus
    Hierbei handelt es sich um einen leicht erweiterten Vollautomatikmodus. Die Kamera berechnet aus der Helligkeit eine passende Kombination an Blende und Belichtungszeit. Der Benutzer kann dann die ihm geeignetste Kombination aus Blende/Belichtungszeit wählen, die Kamera "shiftet" diese Werte, sprich: verkleinert man die Blende um einen Schritt wird im Gegenzug automatisch von der Marea eine längere Belichtungszeit eingeregelt.

    S-Modus
    Im S-Modus wird an der Kamera die Belichtungszeit (Shutter) fest eingestellt. Die Kamera berechnet hierzu die notwendige Belichtungszeit und stellt diese dann je nach Helligkeit ein. Fixe Belichtungszeiten sind z.B. im Sportbereich notwendig, um über kurze Verschlusszeiten schnelle Bewegungen abbilden zu können.


    A-Modus
    Im A-Modus wird an der Kamera die Blende (A) fixiert, die Kamera stellt anhand der Umgebungshelligkeit die notwendige Belichtungszeit ein. Wichtig ist dies bei Portrait- und Landschaftsaufnahmen, da man hier entweder eine geringe bzw. hohe Tiefenschärfe erreichen möchte.


    M-Modus
    Freie Wahl ist die Devise beim Manuellen Modus. Der Benutzer kann frei entscheiden, welche Blenden-/Belichtungszeitkombination er möchte. Über diesen Modus können Bilder in schwierigen Situationen erstellt werden (starke Hell-/Dunkelkontraste), welche die Belichtunsgmessung der Kamera überfordern.




    4.Weissabgleich, Weisspunkt, Bildtemperatur
    Der menschliche Sehapparat ist eine verflixt komplizierte Angelegenheit. Optische Eindrücke wie Helligkeitswerte werden nicht nur einfach "gesehen", sondern auch noch im Unterbewusssein interpretiert. Zur Demonstration muss man nur einmal folgendes Bild betrachten. Die Flächen A und B besitzen identische Helligkeitswerte.

    Dieser Effekt führt auch dazu, dass unser Gehirn Dingen unabhängig von der Beleuchtung einer Farbe zuordnen kann. Schnee erscheint uns auch bei Dämmerlicht "weiss", weil unser Gehirn nicht nur Dinge sieht, sondern sie mit Erfahrungen verknüpft und so das Gesehene modifiziert, bis es zu unseren Erinnerungen passt.
    Für eine Kamera nun hat Schnee im Dämmerlicht eine andere Farbe als Schnee bei Tageslicht oder beim Sonnenauf- bzw. untergang. Damit nun ein Bild unser Farbempfinden trifft, muss die Kamera Korrekturen vornehmen, den sogenannten Weissabgleich. Hierbei werden mögliche weisse Flächen im Bild identifiziert und die Farbtemperatur an die Verhältnisse angepasst. Gemessen wird dieser Wert in Kelvin, je energiereicher das Umgebungslicht ist, desto höher ist dieser Wert (Kerze 1500K, 40Watt Glühbirne 2200K, Tageslicht 5500K). Liegt die Kamera bei ihrer Einschätzung daneben, bekommt das Bild einen Farbstich, den man nachträglich korrigieren muss.

    Beispiel:
    Hinterhof, aufgenommen bei Regenwetter. Die Kamera interpretierte Mauer als "neutralgrau" und stellte 4300K ein (linkes Bild). Nach Korrektur auf 5900K wirkt das Bild viel wärmer (Mitte), vielleicht sogar etwas zu warm. 5500K (rechts) trifft wohl recht gut, aber das ist letztendlich dann persönliche Geschmackssache.



    Abendessen, fotografiert bei Glühlampenbeleuchtung. Bei 2000K (links) ist das Bild zu blaustichig, da die Glühbirne zu energiereich ist. Bei 2700K ist das Weiss des Keramiktopfs neutral, während bei 5500K (rechts, Tageslicht) das komplette Bild orangestichig ist.




    5.ISO-Wert klassisch und digital
    Der ISO-Wert stammt aus der klassischen Analogzeit und war bzw. ist ein Mass für die Lichtempfindlichkeit des Filmmaterials bzw. Sensors. Beim Film wurde die Empfindlichkeit über die Korngrösse der Substanz im Film geregelt, welche auf das einfallende Licht reagiert. Das Ganze lässt sich am einfachsten anhand eines Schaubilds verständlich machen.
    Trifft Licht (rote Pfeile) auf eine lichtempfindliche Substanz (1a), so reagiert diese (schwarz gefüllte Kreise, 2a). Vergrössert man nun die reaktiven Partikel (1b), so ändern sich zwei Werte. Die Chance, dass ein solcher Partikel reagiert ist höher, da bei gleichbleibender Lichtstärke die Chance grösser ist, dass der Partikel von einem Lichtstrahl getroffen wird. In anderen Worten: die Empfindlichkeit nimmt zu. Gleichzeitig jedoch nimmt die Anzahl der Partikel in der Filmfläche ab, das so entstandene Bild ist quasi gröber gemalt bzw. besitzt eine niedrigere Auflösung (2b).
    Die ISO-Zahl war also eine Aussage darüber, wie fein- bzw. grobkörnig das Filmaterial war. Hohe ISO-Zahlen entsprachen grobekörnigen, empfindlichen Filmen, niedrige ISO-Zahlen feinkörnigen, unempfindlichen Filmen.

    Bei digitalen Kameras nun findet keine Veränderung der Pixelzahl im Sensor statt, wenn der ISO-Wert in den Einstellungen geändert wird. Dafür verschiebt man den Schwellenwert, ab dem die Elektronik entscheidet ob ein Pixel als belichtet gilt. Am einfachsten kann man sich den Effekt über "Farbkübel" vorstellen. Ein Farbkübel entspricht dabei einem Pixel auf dem Sensor. Je mehr Licht nun auf einen solchen Kübel fällt, desto höher dessen Füllstand. Der ISO-Wert gibt nun an, ab welchem Füllstand die Kamera entscheidet, dass der Kübel als gefüllt angesehen wird.
    Im Schaubild sind die Schwellen für zwei ISO-Werte eingezeichnet (blaue bzw. grüne gestrichelete Linie). Während beim hohen ISO-Wert (entspricht einer niedrigen Schwelle -> grüne Linie) zwei Pixel als belichtet angesehen werden, betrachtet die Kamera beim niedrigen IOS-wert (blaue Linie) nur einen der Pixel als belichtet.
    Erhöht man die Empfindlichkeit der Kamera, tritt jedoch ein zweiter, unerwünschter Effekt auf. Jeder Sensor besitzt technisch bedingt auch ein Grundrauschen oder im Sinne des Bildes eine mehr oder weniger starker zufälliger Füllgrad der Farbeimer. Je niedriger also der Schwellenwert gesetzt wird, ab dem ein Pixel als belichtet gilt, desto eher wird auch dieses Rauschen mit in das Bild übernommen. Insbesondere bei dunklen, gleichmässig gefärbten Flächen fällt dieser Effekt im Bild auf.




    6.Dateiformate
    Technisch gesehen entsteht ein digitales Bild dadurch, dass Licht für eine gewisse Dauer durch eine Öffnung auf eine lichtempfindliche Oberfläche (Bildsensor) geschickt wird. Die so erhaltenen elektrischen Informationen werden von der Kamera ausgelesen und anschliessend auf der Speicherkarte gespeichert. Bei der Übertragung der Sensorinformationen bereitet die Kamera die Daten auf. Neben unveränderlichen Dingen, wie z.B. einer internen Fehlerkorrektur kommen weitere Filter und Berechnungen hinzu (z.B. der Weissabgleich), welche einen Einfluss auf das fertige Bild haben.
    Zur Speicherung bieten sich nun (sofern von der Kamera unterstützt) zwei Bildformate an, JPG bzw. im RAW-Format. Der Hauptunterschied besteht darin, dass beim JPG die Kamera alle Entwicklungsschritte auf die Bilddaten anwendet und dann das Ergebnis auf der Speicherkarte ablegt, während sie beim RAW-Format die Rohdaten vom Sensor sowie eine Anleitung der Berechnungsschritte, welche sie auf diese Daten ausführen würde, speichert.
    Hieraus ergeben sich grundlegende Konsquenzen. Das fertig bearbeitete Bild (JPG) kann ohne weiteren Arbeitsaufwand genutzt werden, während man beim RAW-Format zunächst mit einem geeigneten Programm quasi aus dem Bildnegativ einen Abzug erstellen muss. Dafür bietet das RAW-Format den unschlagbaren Vorteil, nachträglich Änderungen vorzunehmen, welche beim JPG nicht bzw. nur mit entsprechendem Aufwand möglich sind. Einige Kameras bieten die Möglichkeit, beide Datenformate parallel abzuspeichern. Hierbei umgeht man die Probleme, erhält aber dafür eine fast doppelt so grosse Datenmenge.


    http://www.outdoorseiten.net/forum/s...-mit-Lightroom
    Geändert von Becks (14.06.2012 um 13:52 Uhr)
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  4. Moderator
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    #4
    Teil 4 - How to avoid...

    Teil 4 dreht sich um beliebte Anfängerfehler und wie man sie vermeidet.


    1. Positionierung des Hauptmotivs

    Der beliebtester Anfängerfehler besteht darin, das Hauptmotiv zentral zu positionieren. Dies geschieht automatisch, denn beim Fokusieren/Anpeilen rückt man das wichtigste Objekt in die Mitte. Abhilfe dazu findet sich unter goldener Schnitt/ Drittelregel.





    2. Horizontale und vertikale Linien

    Schiesst man ein Bild aus einer ungüsntigen Position heraus (verdrehter Körper) oder lässt sich das Auge beim Fokusieren von irgendwelchen Bilddetails täuschen (schief stehender Laternenmast), werden Übergänge wie der Verlauf des Horizonts gekippt abgebildet.



    Die Umgebung ist nicht abschüssig oder hügelig, der Horizont sollte im hier waagerecht sein.

    Nachträglich hilft hier nur ein Bildbearbeitungsprogramm, mit dem das Foto gedreht und zugeschnitten wird. Während man Bilder schiesst, sollte man als Hilfsmittel das Gitternetz im Sucher bzw. Display einblenden. Einige Kameras bieten zudem eine integrierte Wasserwaage, anhand der das Bild ausgerichtet werden kann.



    3. Fehlfokus

    Ein Fehler, der passiert, wenn die Kamera das falsche Motiv anvisiert.



    Eigentlich müsste der Fokus auf dem Bergsteiger im Vordergrund liegen. Die Detailaufnahme zeigt aber, dass dieser eher unscharf, während der Hintergrund scharf abgebildet ist

    Bei kritischen Motiven mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eines falsch gesetzten Fokuspunkts (z.B. Nahaufnahmen) helfen nur Bilderserien, ganz vermeiden lässt sich das Problem jedoch nicht.


    4. Blitzlicht im Freien

    Einer meiner persönlichen Lieblinge ist der klägliche Versuch, mit dem kameraeigenen Blitzlicht die Umgebung auszuleuchten. Kaum beginnt die Dämmerung, fängt das Blitzlichtgewitter an, egal ob nun der Sonnenuntergang oder ein Bauwerk abgelichtet werden soll.


    Nachtaufnahme im Hochgebirge

    Schaltet den automatischen Blitz einfach ab, er bringt selbst auf wenigen Metern kaum etwas. Ganze Gebäude lassen sich damit auf keinen Fall erleuchten.
    Geändert von Becks (19.01.2011 um 16:47 Uhr)
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  5. Fuchs
    Avatar von Libertist
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    AW: 1 - Grundsätzliche Technik- und Gestaltungstipps

    #5
    Danke auch für diesen Workshop!

    Ich habe gerade mal ein paar theoretische Überlegungen dazu angestellt, welcher Modus (P, S, A, M) sich für die meisten Bilder als Standardmodus eignen würde. Dafür erscheint mir "M" (manueller Modus) zu aufwendig: den könnte man sich wohl für besondere Lichtsituationen aufheben. Für die Landschaftsfotografie eignet sich der S-Modus wahrscheinlich auch weniger, da man ja gerade durch die Variation des Blendenwerts kreativ sein kann (Alex, hier hast du einmal die Blende mit der Belichtungszeit verwechselt, glaube ich: "Im S-Modus wird an der Kamera die Belichtungszeit (Shutter) fest eingestellt. Die Kamera berechnet hierzu die notwendige Belichtungszeit und stellt diese dann je nach Helligkeit ein.").
    Bleiben also A- und P-Modus. In beiden Modi kann man die Blende selbst einstellen, allerdings bekommt man im P-Modus von der Kamera bereits einen geeigneten Blendenwert vorgeschlagen. Könnte man das als Vorteil gegenüber dem A-Modus bezeichnen (korrigieren kann man die Blende ja immer noch genauso gut) und somit "P" als eine Art Standardeinstellung für die meisten Situationen bezeichnen? Vorraussetzung wäre dafür natürlich, dass man nicht zu faul ist, die Blende trotz des vorgeschlagenen Wertes bei Bedarf anzupassen!

    Oder anderes gefragt: In welchem Modus macht ihr die meisten Bilder und warum?

  6. Moderator
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    AW: 1 - Grundsätzliche Technik- und Gestaltungstipps

    #6
    Moin
    da ich am ehesten Landschaft fotografiere nutze ich eine Blende mit möglichst grosser Tiefenschärfe, ohne dass ich das Lichtbeugungsproblem reinrenne. Standardmässig hab ich daher tagsüber Modus A mit Blende 11 voreingestellt. Mit Modus A machet grob 95-98% meiner Bilder, der Rest mit M.

    Alex
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  7. shorst
    Gast

    AW: 1 - Grundsätzliche Technik- und Gestaltungstipps

    #7
    Bei mir ists eindeutig die Zeitautomatik mit ca. 95% der Rest ist manuell beim Blitzen.
    Bei mir steht meist ne 4 oder 5,6 als Standardwert eingestellt, und bevor ich in den Manuellmodus gewechselt bin hab ich viel schneller ne Belichtungskorrektur mitm Daumenrad gemacht.

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    Avatar von Prachttaucher
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    AW: 1 - Grundsätzliche Technik- und Gestaltungstipps

    #8
    A-Modus mit Blende 8 - Tiefenschärfe ist für mein Empfinden für die Weitwinkel-Landschaftsbilder ausreichend. In der Dämmerung dann entsprechend größere Blende/ höherer Iso-Wert. Freistellen bringt bei dem Objektiv nicht so viel...

  9. Moderator
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    AW: 1 - Grundsätzliche Technik- und Gestaltungstipps

    #9
    *Schubs*
    Abteilung "Brennweite und die Effekte" geändert...
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  10. Administrator
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    AW: 1 - Grundsätzliche Technik- und Gestaltungstipps

    #10
    Sicher das Goldener schnitt und Deine 5tel Regel kompatibel sind, bzw die Richtigen Schnittpunkte markiert sind? Irgendwie sehe ich da relativ große Unterschiede...
    Ansonsten - tolle Sache!
    Meine Fotos ziehen um: http://500px.com/baryt/sets

  11. Fuchs
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    AW: 1 - Grundsätzliche Technik- und Gestaltungstipps

    #11
    Zitat Zitat von willo Beitrag anzeigen
    Sicher das Goldener schnitt und Deine 5tel Regel kompatibel sind, bzw die Richtigen Schnittpunkte markiert sind? Irgendwie sehe ich da relativ große Unterschiede...
    Bei einem ist das Verhältnis 1:1,6, beim anderen 1:1,5. Rein mathematisch sind sie also nicht kompatibel. Aber ob das in der Praxis was ausmacht? Kann man den Unterschied ohne Gitter überhaupt erkennen?


    @Becks: Coole Sache! Vielen Dank!
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    AW: 1 - Grundsätzliche Technik- und Gestaltungstipps

    #12
    Jepp, ich habe mich von den Hilfslinien in Becks Goldener-Schnitt Bild irritieren lassen.
    Meine Fotos ziehen um: http://500px.com/baryt/sets

  13. Vorstand
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    AW: 1 - Grundsätzliche Technik- und Gestaltungstipps

    #13
    @Ixylon: Das ist wie beim 12-Minuten-Ei, "das hat man im Gefühl"

    Bzgl. Blitz: bei Aufsteckblitzen kann man anhand der Leitzahl abschätzen, wie weit der Blitz die Umgebung ausleuchtet. Manchmal ist das Aufhellen eines nahen Gegenstandes ganz praktisch, viel zu häufig werden Gegenstände aber "totgeblitzt", d.h. sie sehen unnatürlich aus. Deswegen fotografieren viele mit dem vorhandenen Licht, stülpen, wenn doch geblitzt werden soll, semi-opake Becher über den Blitz und/oder schalten in Räumen z.B. noch alle vorhandenen Beleuchtungsquellen ein, damit das Licht auf dem Foto möglichst natürlich rüberkommt. Natürlich kann man auch noch indirekt, d.h. mit weiteren angebrachten "entfesselten" Blitzen und Reflektor-Folien (eine Rettungsdecke funktioniert hier ganz gut) fotografieren, das muss man aber alles mitschleppen und vorausplanen.

  14. Moderator
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    AW: 1 - Grundsätzliche Technik- und Gestaltungstipps

    #14
    Zitat Zitat von willo Beitrag anzeigen
    Sicher das Goldener schnitt und Deine 5tel Regel kompatibel sind, bzw die Richtigen Schnittpunkte markiert sind? Irgendwie sehe ich da relativ große Unterschiede...
    Der Grundsatz lautet zunächst einmal: raus aus der Mitte mit dem Motiv. Der goldene Schnitt ist die klassische Form, lässt sich aber nur etwas umständlich konstruieren und abschätzen. Die Drittelregel geht schnell, ist aber weit weg vom klassischen Muster. Die Fünftelregel geht fast ebenso schnell, liegt aber näher am Original.

    Ich hatte aber auch schon Bilder, da musste dann ein Teil des Motivs wie ein i-Tpfelchen versteckt in eine Ecke oder an den Rand. um Wirkung zu erzeugen.

    Alex
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    AW: 1 - Grundsätzliche Technik- und Gestaltungstipps

    #15
    Zitat Zitat von Becks Beitrag anzeigen
    Ich hatte aber auch schon Bilder, da musste dann ein Teil des Motivs wie ein i-Tpfelchen versteckt in eine Ecke oder an den Rand. um Wirkung zu erzeugen.
    Ja, das liegt dann z.B. an der Hell-Dunkel-Verteilung im Bild und deren Schwerpunkt-Bildung bzw. an den Linien, die das Auge durch das Bild führen.

    Hast Du gerade ein paar Beispiele parat?

  16. Administrator
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    AW: 1 - Grundsätzliche Technik- und Gestaltungstipps

    #16
    Ja, das kenne ich. Mir ging es nur um die beiden Grafiken, da sieht das goldene Schnitt Bild bei mir wegen der Hilfslinien die Du eingezeichnet hast halt etwas merkwürdig aus. Zumindest in der kleinen Form im Thread.

    Mir sind nach goldenem Schnitt auch Motive oft noch zu mittig und ich versuche die Aussenkante des Motivs auf den Schnitt zu legen.
    Meine Fotos ziehen um: http://500px.com/baryt/sets

  17. Vorstand
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    #17
    Richtig spannend wird es bei Schwarzweiß-Fotos, da schaut man nach ganz anderen Motiven bzw. deren Verteilung.

  18. Moderator
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    #18
    Nun,
    dann schreibt mal einen Workshop dazu
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  19. Vorstand
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    #19
    ... hab's ja irgendwie geahnt, dass das kommt ....

    Muss mal überlegen, ob das ein ganzes Workshop-Thema hergibt. Und eigentlich auch mal wieder auf Schwarzweiß-Modus schalten beim Fotografieren (und die gute alte Nikon rauskramen, analog fotografieren und dann in der Dunkelkammer Bilder baden gehen *träum*).

    Poste doch inzwischen mal ein paar Bilder mit dem Motiv außerhalb des Goldenen Schnitts?

  20. Moderator
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    #20
    Nu komm, das gibt sicher auch ein ganzes Thema. Muss ja nicht alles auf einmal abgehandelt sein, manche Details/Kommentare ergeben sich erst im Laufe der Zeit.

    Vielleicht schreibt auch sonst mal noch jemand etwas. Bis jetzt ist das Unterforum hier immer noch meine persönliche Spielwiese.

    Alex
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