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    AW: Seekajaking: Küstentörn und Inselsprung - Tipps & Tricks

    Hallo „fourty-niner“ (49kajak),

    zu Deiner Frage nach dem günstigen Zeitpunkt, eine Kornaten-Tour zu unternehmen, klicke mal bitte auf “hier“. Da habe ich unter dem Titel: „Das Wetter in der Adria, an der dalmatinischen Küste und deren Inseln“ im Post #413 etwas über das Wetter aus dem „Hafen- und Ankerplatz-Atlas“ von Karl-H. Beständig zitiert.

    Ich persönlich bin meist in dieser Region im Juni, Juli unterwegs gewesen und habe, bis auf meine erste Fahrt, da hat es Gewitter und jeden Menge Wind (Bora, Jugo) gegeben, relativ ruhiges Wetter vorgefunden.

    Das beständigste Wetter herrscht angeblich in den Monaten Juli und August, mit den wenigsten Niederschlägen und dann meist nur in der nördlichen Region (Velebit, Krk, Rab, Pag) und den geringsten Winden. Außer dem Maestral, dem Schönwetterwind mit bis zu 5 Beaufort an den Außeninseln – gerade richtig für einen Seekajak! Na ja, auch mit einem „Kodiak“ bin ich da noch recht gut zurecht gekommen.

    Allerdings fällt in diese Zeit die Urlaubssaison, und es ist mit belebten Stränden in den Touristenzentren und erheblichen „Charterverkehr“ zu rechnen, insbesondere in den Kornaten. Da kann es schon vorkommen, dass so ein protzender „Möchtegern-Skipper“ aus reiner Neugier mit seiner vollen PS-Leistung uns Paddlern einmal zu nahe kommt.

    Ich persönlich würde da eine Paddeltour eher ab Anfang Juli empfehlen.

    Ob in den Kornaten und an der Südseite von Dugi Otok auch für Paddelboote eine Besuchergebühr verlangt wird, entzieht sich meiner Kenntnis. Als Soumoalee und ich 2011 die Mala Proversa (Durchgang zwischen Dugi Otok und der Kornatinsel, genauer Insel Katina) gepaddelt sind, ist das Kontrollboot an uns vorbeigefahren und hat nicht kassiert.

    Viele Grüße
    Beyond

    PS: Der Vergleich mit dem „alten Wein“ finde auch ich sehr zutreffend – Gruß auch an Frau Gemahlin und Sohn.

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    AW: Seekajaking: Küstentörn und Inselsprung - Tipps & Tricks

    Hej Outdoor-Gemeinde, Seekajak-Freaks,

    dieser Aufsatz stellt praktisch eine Ergänzung zu meinen Ausführungen im Post #705 „Ultraleicht-Kochsets für Spiritus-Dosenkocher“ dar (siehe “hier“). Ich möchte eine neue Variante meiner kleinen Spiritus-Dosenkocher vorstellen, dieses Mal mit erhöhten Sicherheitsansprüchen, einer längeren Brenndauer und mit einfachster Bedienung, ähnlich meinem Creme-Dosenkocher, der nur zum Erwärmen von kleinen Mengen vorgesehen ist, aber nicht zum Kochen.

    Warum einen Dosenkocher mit erhöhter Sicherheit? Mir kippte einmal ein offener Dosenkocher (Super-Cat-Stove ohne Topfständer) auf einem unebenen Steinboden um und der brennende Spiritus lief aus. Zum Glück ist das in der freier Natur passiert und ich habe das Feuer durch Ausschlagen mit dem Geschirrtuch schnell löschen können.

    Um das Problem der Auslaufsicherheit zu lösen, erinnerte ich mich dann an meine alte Petroleumlampe (Feuerhand Baby), die meine Frau und ich auf unseren Donau-Touren im Kanadier, Anfang der 1970er Jahre, mitgeführt hatten, um am Abend genügend Licht zu haben. Rittlinger lässt dabei grüßen!

    Nur so nebenbei: Wir haben uns damals über den Kanadier ein Zelt gebaut, ähnlich einem Planwagen, noch aus Baumwollzeltstoff und einem Drahtgestänge (5 mm Durchmesser!). Es wird wie eine Spritzdecke in den Süllrand eingehängt und an Bug und Heck abgespannt. Unter diesem Zelt können wir uns im Kanadier mückenfrei und regengeschützt aufhalten, schlafen und kochen. Es ist nach über 40 Jahren immer noch einsatzfähig und im Gebrauch, wenn auch nur mehr sehr selten!

    Die Petroleumlampe war keineswegs dicht, und wir mussten sie anfangs zwangsweise stehend transportieren. Damit das Petroleum nicht herausrinnen konnte, stopfte ich Watte in den Tank, die das Petroleum aufsaugte, genauso wie bei den alten Benzinfeuerzeugen. Dadurch erhielt ich eine absolut auslaufsichere Petroleumlampe und ich konnte sie im Kanadier, im Kajak und später auch in unserem ersten Campingbus liegend transportieren. Nachteil war allerdings, die kürzere Leuchtdauer der Lampe, weil sich das Tankvolumen durch die Watte verringert hatte, beziehungsweise ich den nicht gänzlich aufgesaugten Brennstoff wieder in den Behälter zurückschütten musste, um den Vorteil der Sicherheit nutzen zu können. Einige Tage hielt sie bei mäßigem Gebrauch aber spielend durch.

    Dasselbe Prinzip wende ich auch bei meinem „Sicherheitskocher“ an! Der Unterschied besteht lediglich darin, dass die Verbrennung nicht über einen Docht erfolgt, sondern direkt. Das heißt, ich muss anstelle der Watte ein feuerfestes Material verwenden. Dazu verfiel ich auf Steinwolle, die mir von Isolierarbeiten am Haus übrig geblieben ist. Sie ist billig und in jedem Baumarkt erhältlich. Eventuell bekommt man ein Stück Abfall auf einer Baustelle umsonst. Nach einigen Brennversuchen hat sich gezeigt, dass Steinwolle, aber auch Glaswolle und dergleichen, der Hitze standgehalten hat und als „Saugmittel“ sehr gut geeignet ist. Auf das teure Material aus Amerika, das zur Zeit in den „Myog-Foren“ diskutiert wird, kann ich dabei getrost verzichten. In meinem kleinen Creme-Dosenkocher habe ich dieses einfache, billige Prinzip zum ersten Mal verwirklicht und dabei Erfahrungen gesammelt. Allerdings fehlt bei diesem Mikro-Kocher aus Gewichtsgründen das Haltegitter; er sollte ja „ultraleicht“ werden. Dafür besitzt er einen Transport-Deckel. Vorgestellt habe ich den Mikro-Kocher und das Prinzip in meinem Post #705 (siehe „da“).



    Bild 1: Meine für diesen kleinen Sicherheits-Dosenkocher vorgesehenen Kochutensilien von links nach rechts: große Topfschüssel (1,0 l) - Drahtgitter-Topfständer, massiv - darin der „Transportklotz“ aus Holz als Hitzeschutz für die Finger, der zugleich auch als Ständer für den Dosenkocher zum Einsatz kommt, um den Abstand zum Topf zu verringern - Tasse mit Klapphenkel (0,5 l) - Selbstbau-Griffzange - kleine Topfschüssel (0,5 l) - Draht-Topfständer, ultraleicht - darunter der neue Dosenkocher. Alle Speisebehälter bestehen aus Edelstahl. Natürlich kann man auch alle anderen Behältnisse und Materialien verwenden, die gerade auf dem Outdoormarkt so en vogue sind.



    Bild 2: Flammbild des Dosenkochers ohne Topf - Es sieht wie eine große Kerzenflamme aus. Dadurch konzentriert sich die Hitze auf einen relativ engen Bereich. Diesen Umstand nütze ich für meine hier verwendeten Topfschüsseln und Tasse, die in der Mitte eine leichte Erhebung aufweisen. Im Prinzip brennen durch die konzentrierte Hitze nur in diesem mittleren Bereich Nahrungsmittel an und kaum am Rand, der mit einem Kochlöffel schlecht zu erreichen ist. Auf dieser geraden Fläche lässt sich aber ein stärkeres Anbrennen durch „Schaben“ leichter vermeiden, wie bei Bild 8 ausführlich beschrieben ist.



    Bild 3: „Ultraleicht-Topfständer“, Höhe 80 mm, Auflage-Durchmesser 105 mm, für den Rucksack, hier mit 1,0-l-Schüssel und Dosenkocher - Durch das minimale Gewicht von nur 23 g geht natürlich etwas von der Stabilität verloren. Wenn man die Fragilität des Topfständers beim Umrühren aber im Auge behält, ist er zum Kochen durchaus geeignet (siehe dazu die Erklärungen zu Bild 8). Von mir persönlich wird diese Art von Topfständer überwiegend zum Erhitzen von Wasser bevorzugt, weil das notwendige Umrühren beim Kochen entfällt.

    Will man auf Rucksackwanderungen allerdings nur Wasser für Tütenfutter, Tee oder Kaffee kochen, empfehle ich einen Drahttopfständer mit nur einer Höhe von 45 mm zu biegen und den Durchmesser genau auf den verwendeten Topf abzustimmen. Meist reicht dazu die Edelstahl-, Alu-oder Titantasse mit 0,5 l Inhalt vollkommen aus. Dann beträgt der „Flammenweg“ nur 21 mm (ähnlich wie in der Abbildung 6). Mit nur 13 g des Ständers und 37 g für den Dosenkocher schleppt man in Rucksack ein Gewicht von insgesamt 50 g mit sich herum. Allerdings kommt dazu noch der Brennstoff (Spiritus) einschließlich des Transportbehälters. Der halbe Liter Wasser kocht mit 20 ml Spiritus (ein Schnapsglas voll mit 2 cl) unter Laborbedingungen dann in etwas 10 Minuten.



    Bild 4: Flammbild mit „Ultraleicht-Topfständer“ mit einer Höhe von 80 mm, Flammenweg 56 mm - Die Flamme trifft genau die Mitte des Topfes, Windstille vorausgesetzt.



    Bild 5: Massiver Drahtgitterständer, Höhe 80 mm, Auflage-Durchmesser 110 mm, schlägt mit satten 58 g zu Buche und ist hauptsächlich für den Transport in fahrbaren Untersätzen (Fahrrad, Pilgerwagen, Boot usw.) geeignet, bei denen das Gewicht eine nicht so große Rolle spielt, hier mit zwei Drahtstangen als Unterlage für den Dosenkocher, das können auch Stöckchen sein, die man vor Ort findet, Zeltnägel oder dergleichen. Hierbei wird der Flammenweg auf 27 mm reduziert. Wie im Bild zu sehen ist, passt auf den Ständer auch meine schmale Edelstahl-Tasse mit einem Durchmesser von 90 mm. Dieser Ständer wird von mir wegen seiner Robustheit und seines sicheren Standes bevorzugt, wenn ich einmal einen Kocher auf meinen Solo-Paddelreisen mitnehme.



    Bild 6: Flammbild mit Drahtgitterständer und Transportklotz (35 mm Höhe) als Kocherunterlage. Dadurch verringert sich der Flammenweg auf 21 mm. Die Flamme breitet sich langsam von der Deckelöffnung mit 47 mm Durchmesser über die gesamte Dose auf einer Flächen mit einer Breite von ca. 70 mm aus. Dies wird erreicht durch die große Auflagefläche der 1-Liter-Schüssel mit (140 mm Boden-Durchmesser). Der Dosenkocher wird dadurch heißer und begünstigt deshalb die größere Flamme. Diese Konfiguration ist besonders geeignet, um Wasser zum Kochen zu bringen. Ein Liter Wasser kocht zugedeckt mit 40 ml Spiritus (zwei Schnapsgläser voll) unter Laborbedingungen in etwa 15 Minuten, ohne Deckel mit 60 ml Spiritus (drei „Doppelte“) in rund 23 Minuten.



    Bild 7: Der Dosenkocher mit dem Drahtgitter-Topfständer - Maße des Kochers: 76 mm Durchmesser insgesamt, 24 mm Innen- und 25 mm Außen-Höhe, 47 mm Deckelöffnung, maximale „Brennflächenbreite“ 70 mm, mit Steinwolle als Auslaufschutz gefüllt und mit einem Streckmetallgitter versehen, 37 g Gewicht. Ungefähr 70 ml Fassungsvermögen - bei drei gefüllten Schnapsgläsern mit 2 cl läuft beim Kippen dabei noch kein Brennstoff aus - Brenndauer (Heizphase) etwa 40 min, 45 min bis zum Erlöschen der Flamme. Die Standsicherheit des Dosenkochers wird auch dadurch gesteigert, weil die Dose dreimal so breit wie hoch ist - im Gegensatz zu den Deo-Dosenkochern mit dem Super-Cat-Stove-Prinzip.

    Der Kocher kann auch maximal mit 70 ml Spiritus gefüllt werden, bis sich das Vlies gänzlich vollgesogen hat. Der überflüssige Spiritus wird dann wieder zurück in den Brennstoffbehälter geschüttet - Brenndauer (Heizphase) etwas über 45 min, 50 min bis zum Erlöschen der Flamme.



    Bild 8: Selbstgebaute einfache Topfzange speziell angefertigt zum Halten der verwendeten Schüsseln mit breitem Rand und Wulst während des „Umrührens“. Dabei ist darauf zu achten, dass man nur von und in Richtung der Griffzange das Kochgut umwendet oder rührt, besser eigentlich nur schabt, sonst besteht die Gefahr, dass der Topf vom Ständer rutscht, insbesondere beim Ultraligt-Drahtständer. Alternativ kann man natürlich auch ein entsprechend passendes „Hightech-Industrieprodukt“ erwerben.

    Weil bei meinen Schüsseln in der Mitte eine erhöhte gerade Fläche vorhanden ist, kann bei einer sehr konzentrierten Flamme nur dort etwas anbrennen. Diese ebene Fläche lässt sich aber mit einem flachen Schaber aus Holz sehr leicht bearbeiten, beziehungsweise das Angelegte abkratzen, indem man wie oben beschrieben den Schaber nur in die Richtung der Topfzange hin- und herschiebt. In diese Richtung kann dann schon kräftiger Druck ausgeübt werden, ohne dass sich der Topf auf dem Ständer bewegt. Dies gilt vor allem, wenn man fettarm kochen will.

    Es ist von Vorteil, die Lage des Topfes zur Flamme immer wieder zu kontrollieren, damit sie auch in der Mitte des Topfes auftrifft. Beim Zurechtrücken des Topfes auf dem Kocher verwende ich mit der andern Hand den „Transportklotz“ aus Holz (Topfrand in Kerbe des Klotzes). Die Topfzange ist nicht geeignet, den sehr dünnwandigen Topf mit einer Hand zu heben oder zu transportieren ...



    Bild 9: ... Dazu drehe ich die „Holzzange“ um, damit man den Rand des Topfes auf einer größeren Fläche greifen kann. Zusätzlich ist aber immer noch der „Transportklotz“ auf der anderen Seite zu verwenden, weil sich der Rand des vollen schweren Topfes sonst verbiegen würde. Diese praktische Anordnung ist leider nicht zum Umrühren geeignet, weil die Hand zu nahe an der Brennstelle liegt. Bei etwas Wind oder Verrutschen des Topfes kann es dabei ziemlich warm werden. Deshalb verwende ich beim Rühren, mehr beim Schaben, die Topfzange, wie bei Bild 8 beschrieben.

    Als Fausformel kann man von folgenden Zahlen ausgehen:
    - Für je 0,5 l Kochwasser benötigt man mit diesem Kocher 20 ml Spiritus oder einen „Doppelten“ - unter „Laborbedingungen“. Will man im Gelände auf der sicheren Seite stehen, sollte man lieber mit 25 - 30 ml Spiritus rechnen (ein Schnapsglas mit 2 cl, aber randvoll), damit es auch wirklich kocht. Ein Windschutz (z.B. Rucksack, Boot, Zelt, Tarp, eigene Körper usw.) und ein Deckel (z.B. Teller, Keksdosen-Deckel, Alufolie, Schneidbrettchen usw.) verringern natürlich die Kochzeit.
    - Jeweils 20 ml Spiritus brennen in diesem Kocher rund 15 min lang, bei 60 ml sind das gemessen etwa 45 min. Allerdings fällt die Leistung in den letzten 5 min stark ab, sodass man mit einer geringeren effektiven Heizleistung rechnen muss (Quell- und Warmhaltephase). Die ungefähre wirksame Heizdauer mit maximaler Hitze beträgt: bei 20 ml = 10 min, bei 40 ml = 25 min, bei 60 ml = 40 min, bei maximal 70 ml = 45 min.

    Hinweis:
    Die Höhe meiner vorgestellten Topfständer von 80 mm sind genau auf meine Topfschüsseln zum Kochen abgestimmt, damit ich eine konzentrierte Flamme in der Mitte des Topfes erhalte. Die Begründung dazu, siehe Beschreibung zu Bild 8, Absatz zwei (Vermeidung des Anbrennens der Speisen durch ständiges Umrühren/Schaben nur auf der ebenen Fläche des Topfbodens!). Bei der Verwendung von Töpfen mit generell flachem, glatten Boden, bei solchen mit Antihaftbeschichtung oder wenn man mit Fett und Öl nicht sparen muss oder will (Wegen der notwendigen Kalorienzufuhr ist das beim Outdoorleben eigentlich überhaupt kein Thema.), kann die Höhe auf 45 mm reduziert werden, wie in der Beschreibung oben zu Bild 3, Absatz zwei angeführt ist. Dadurch verbessert sich die Hitzeverteilung, verringert sich die Kochzeit und der Topfständer kann in Volumen und Gewicht optimiert werden.

    Dies gilt insbesondere auch für den Drahtgitterständer, so wie er in Bild 5 erklärt ist. Hier kann der untere Gitterring vollkommen entfallen; die Höhe des Ständers reduziert sich dabei auf 53 mm, die Flammenhöhe auf 29 mm. Bei einer Version des Drahtgitterständers mit einem Durchmesser von rund 90 mm, damit der Ständer genau in die Bodenvertiefung der 1-Liter-Schüssel passt, liegt das Gewicht dann bei 39 g, Das gesamte Gewicht des stabilen Topfständers und Sicherheitsdosenkochers erreicht 76 g, aus meiner Sicht ein guter Kompromiss. Spezielle Konstruktionen, wie Kocherunterlagen mit Klötzen oder Stäben sind nicht mehr erforderlich. Siehe dazu auch den Drahtgitterständer im Post #450 (Bild 14) - bei Interesse, klicke “hier“.

    Fazit

    Mit diesem sehr kleinen Spiritus-Dosenkocher ist ein äußerst einfacher, sehr sicherer, effizienter und nicht auslaufender Kocher entstanden, mit dem man ohne weiteres eine vollwertige warme Mahlzeit für den Outdoorbereich zubereiten kann. Für einen einfachen Eintopf benötige ich als reine Garzeit mit diesem kleinen Kocher lediglich 12 Minuten und komme mit 40 ml Spiritus (zwei Doppelte!) bei Weitem aus, mit entsprechendem Rezept natürlich. Da wird sogar noch das Abwaschwasser heiß!

    Zu guter Letzt:
    In Trekking-Gegenden, in denen ich genügend kleines, dürres Todholz vorfinde, verwende ich bevorzugt meinen Miniatur-Hobo-Ofen mit ganzen 70 g, wie im Post #641 beschrieben (siehe “hier“) oder auf Wander-Tagesausflügen durch die Holledau meinen Feldflaschen-Kocher, der mit Holz oder Spiritus betrieben werden kann, wie im Post #450 (ab Bild 2) vorgestellt ist (klicke “da“). In diesen Fällen spare ich mir den Transport des Brennmaterials, das mit dem entsprechenden Sicherheitsbehälter sehr „gewichtig“ werden kann und zudem im Rucksack etlichen Platz wegnimmt.

    Viele Grüße
    Beyond
    Geändert von Beyond (13.05.2014 um 07:37 Uhr) Grund: Tippfehler verbessert

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    AW: [HR] Seekajakherz reloaded & die Geschichte vom Wellenkamm

    Hallo Volker (Platokrates),

    zunächst möchte ich aus Deinem Post #60 in Lees Reisebericht zitieren, damit der Bezug zum OT (mit den romantisch schönen Bildern zum Träumen) nach der Verschiebung aus dem Reisebericht von Suomalee wieder hergestellt wird (siehe “hier“). Du hast geschrieben:

    (Zitatbeginn des OTs)

    ... Meer war schon immer meins
    früher mit dem Motorrad bis zur Küste,
    heute mit dem Kajak vor der Küste, oder mal weg bis zur Nächsten.

    Das es solche Gefährte auch fürs Meer gibt, entdeckte ich erst Jahre nach meinen ersten Paddelversuchen
    und seitdem erging es mir ähnlich wie dir.

    Erste 'Schritte' allein, dann auch mal organisiert - zum lernen, und jetzt je nach Gelegenheit mit dem ein oder anderen Bekannten, oder doch wieder allein.

    GRIECHENLAND ist mein Lieblingsrevier, im Gegensatz zu dir liebe ich allerdings Sandstrände.



    Aber es passt nicht immer und so organisiere ich meine Winterflucht gerne in Südost.
    Mein Job der letzten Jahre nimmt mir zum Jahrewechsel alle Kräfte
    und so suche ich jedes Jahr aufs neue ein Ziel zum auffüllen meiner inneren Akkus und des 'Seekajakherzes'.



    Aber auch zum Ende des Sommers, bzw. Anfang des Herbstes suche ich mir ein Fleckchen Meer an dem ich ein paar Tage abschalten, die Seele baumeln und Energie für den Winter tanken kann.

    Um wieder den Bezug zu deinem thread herzustellen:
    Dieses Jahr bin ich imo für Griechenland zu spät ...
    und ich suchte Alternativen.
    Ein Flug nach Zadar für 50,-€ schien mir da zu passen.
    (inkl. Faltkajak kommen natürlich noch ein paar Euronen hinzu)

    Gebucht und sogar mit einem Kollegen mit dem ich vor einem Jahr eine traumhafte Tour um die Halbinsel Sithonia erlebt hatte.



    Und dann ging es los mit dem Lesestoff suchen - und hier blieb ich hängen - bei deinen beiden Reise ... /berichten, /träumereien, /...

    Das steigert die Vorfreude ungemein
    und nur einmal lesen langt garnicht.

    Ich hoffe du lässt uns auch an weiteren Touren teilhaben,
    und das ich mit meinem 'Roman' niemand über Gebühr belastet ...

    Liebe Grüße an alle Teilhabenden

    @ Beyond: auch dir meinen Dank für die 'Ergänzungen' und Respekt für deine Erfahrung.
    Dazu eine Frage: Kennst du, oder auch jemand anderes aus dem Forum das Buch:
    Inselgeheimnisse Band 8 - Der Archipel von Zadar mit den Kornaten von Günter Lengnink?

    Den Ankerplatz-Atlas von Karl-H. Beständig entdeckte ich jetzt erst im Bericht ...

    (Zitatende des OTs)

    Hier nun meine Antwort auf Deinen Post:

    Im Prinzip habe ich auch nichts gegen Sand ... nur nicht im Kajak, Im Zelt, im Schlafsack, in den Haaren und zwischen den Zähnen, insbesondere dann nicht, wenn in Griechenland der Meltemi weht. So habe ich meine negativen Erfahrungen auf der Halbinsel Mani auf dem Peloponnes und auf der Sandbrücke, die die Südspitze der Insel Rhodos mit der Eiland Prasonisi verbindet, machen dürfen. Kein Wunder, dass dort unten ein Paradies für Surfer liegt.

    Sithonia, der Mittelfinger von Chalkidiki habe ich auf meiner Paddeltour 2004 allerdings nur gestreift, als ich vom Xerxes-Kanal am Isthmus zur Halbinsel Athos kommend über die Insel Amouliani nach Sithonia gepaddelt bin und dann von der Lemon Beach, die Sithonoa mit dem vorgelagerten Eiland verbindet, hinüber zum Westfinger von Chalkidiki nach Kassandria gelangt bin.

    Der Ankerplatz-Atlas von Karl-H. Beständig ist eigentlich für Segler geschrieben. Aber er bietet eine Fülle allgemeiner Informationen, die auch für uns Seekajaker interessant sind. Ich benutze die 24. Auflage 2011/2012, die ich mir für unserer Seekajaktour 2011 durch die Kornaten zugelegt habe. Die 15. Auflage 2002/2003 habe ich auf meiner allerersten Seekajakreise 2002 von Grado nach Dubrovnik und wieder zurück verwendet, und ich muss zugeben, dass mir der Atlas dabei sehr nützlich gewesen ist, gerade bei meinen ersten Versuchen, das Paddel auf einer längeren Reise zu schwingen.

    Von Deinem Einsatzort im See Karinsko More paddelt man über den See Novigradsko More stolze 40 km bis zur Brücke nach Pag, die ich als das eigentliche Einfallstor zum Mittelmeer ansehe. Wir haben kurz den Canyon, die Durchfahrt vom Novigradsko More zum Südende des Velebit-Kanals von der Autobahn aus gesehen und ich bin einmal mit dem Camper dort unten in Rovanjska gewesen. Du wirst sehr viele Felsen, von der Bora glattgeputzte Steine vorfinden, zumindest an den Ostufern. Etwas mehr Vegetation ist auf der Westseite der Küsten anzutreffen. Auch die Inseln zwischen Dugi Otok und dem Festland (Zadar) sind üppiger bewachsen, ebenfalls die nördlicheren davon, wie Molat und Ist.

    Bekannte von mir, die in Veli Rat auf Dugi Otok ihr Boot liegen haben, sind oft im Oktober, außerhalb der Touristensaison unterwegs und haben erzählt, dass sie immer öfter in dieser Jahreszeit noch sehr ruhiges, schönes Wetter angetroffen haben. Diese sturmarme Zeit wünsche ich auch Dir, bei Deinem Vorhaben von Mitte bis Ende Oktober.

    Zu Deinen Fotos: Lee und ich haben gerätselt, woher sie stammen könnten. Lee tippte bei dem weißen Strand und den Rundfelsen auf Thailand und ich bei der oberen kleinen, weißen, üppig bewachsenen Bucht auf das Mittelmeer. Beiden haben wir nach Deinen Aussagen recht gehabt.

    Leider kenne ich das Buch „Inselgeheimnisse Band 8 - Der Archipel von Zadar mit den Kornaten von Günter Lengnink“ noch nicht. Aber was nicht ist, das kann ja noch werden. Du hast mich da auf eine wundervolle Idee für die langen Winterabende gebracht ... danke für den Tipp.

    Viele Grüße
    Beyond

    PS: Dieser Beitrag bezieht sich auf Platokrates Post #60 in Suomalees Reisebericht: klicke “hier“.
    Weiter in der Diskussion im Post #885: klicke “hier“ und meine Antwort im Post #887: klicke “da“.
    Einige zusätzliche Angaben, Bemerkungen und Hinweise zu Deiner geplanten Dalmatien-Tour im Oktober findest Du im meinem Post #895, klicke “hier“.
    Geändert von Beyond (02.10.2013 um 14:24 Uhr) Grund: Anpassung durch die Verschiebung der Posts

  4. Dauerbesucher
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    AW: Seekajaking: Küstentörn und Inselsprung - Tipps & Tricks

    Hej Outdoor-Gemeinde, Seekajak-Freaks,

    einiges habe ich bereits über Kocher geschrieben, aber noch nichts über ihre Anwendung, dem Kochen selbst. Das möchte ich jetzt mit diesem Beitrag nachholen. Wenn ich einmal den Kocher mitnehme und unterwegs ein Gericht zubereite, wird es der Einfachheit und Schnelligkeit halber sicherlich ein Eintopf werden. Meine Standardspeise möchte ich nun vorstellen.



    Bild 01: Das Resultat des Grundrezepts für meine gehaltvolle Outdoorküche auf der Basis „Weizengrieß“ erinnert an die Brennsuppe oder den steirischen Brennsterz.

    Zutaten für das Grundrezept

    - 100 g Grieß (z.B. Hartweizengrieß, 340 kcal),
    - 100 ml Pflanzenöl, 830 kcal
    - ca. 75 g Bauchspeck, gewürfelt, 240 kcal (300-Gramm-Packung aus dem Discounter, geviertelt)
    - 100 g Zwiebel, gewürfelt, 40 kcal
    - 1 Brühwürfel, 20 kcal
    - 0,5 l Wasser
    Dieses Grundrezept liefert eine Energiemenge von 1470 kcal.

    Ergänzende Zutaten

    - Rohkost-Gemüse, wie z. B. Karotten, Tomaten, Paprika, Zuchini usw., gewürfelt. Rohkost-Gemüse muss nicht so lange kochen und behält dadurch seinen Biss. Die Menge je zugesetzter Gemüseart ist eigentlich beliebig, je nach eigenem Gusto. Sie sollte aber nicht über 100 g liegen, damit die Sorte nicht dominiert.
    - Pilze, wenn man sie genau kennt und auch findet. Diese müssen aber im Fett/Öl angedünstet werden. Wie beim Rohkost-Gemüse sollte sich auch bei Pilzen die Menge in Grenzen halten.
    - Wurst (Roh-, Brüh- und Kochwurst, Hartwurst, Stadtwurst usw.), um den Kalorienbedarf zu decken und den Geschmack zu beeinflussen. Sie ist wie der Bauchspeck zu behandeln, Menge nach Energiewunsch, siehe weiter unten.
    - Fisch, wenn man gerne angelt. Eine Alternative wäre auch Fisch aus der Dose (Thunfisch, Bücklingsfilet usw. in Pflanzenöl). Das Öl kann natürlich mitverwendet werden.

    Variationen - Beispiele

    - Schweine- oder Griebenschmalz (würziger) anstelle des Speiseöls
    - Erbswurst, Cremesuppe usw. anstelle des Brühwürfels
    - Den Weizengries kann man auch durch andere Getreidesorten, (Reis-, Maisgries/Polenta, usw.), durch Getreideflocken (Hafer-, Mais- oder Reisflocken usw.) ersetzten oder eine beliebige Mischung aus Grieß und Flocken herstellen.
    - Außerdem besteht die Möglichkeit, auch Mehl (Weizen-, Roggen-, Mais-, Reismehl usw.) zu verwenden und es ebenfalls anzurösten/anzuschwitzen. Das geht dann mehr in die Richtung „Brennsuppe“.

    Mein konkretes Rezept-Beispiel zur Demonstration, ähnlich der nachstehenden Bilderfolge:
    - 110 g Hartweizengrieß, 375 kcal, 0,10 Euro
    - 125 ml Speiseöl, 1040 kcal, 0,16 Euro
    - 80 g Bauchspeck, gewürfelt, 255 kcal, 0,43 Euro
    - 1 Brühwürfel, 20 kcal, 0,05 Euro
    - 0,5 l Wasser, 0 kcal, 0,00 Euro
    - 100 g Zwiebel, gewürfelt, 40 kcal, 0,07 Euro
    - 100 g Karotten, gewürfelt, 35 kcal, 0,07 Euro
    - Kräuter und Gewürze, 0 kcal, 0,31 Euro
    - 95 g Paprika, gewürfelt, 20 kcal, 0,19 Euro
    - 90 g Champignons, gewürfelt, 20 kcal, 0,00 Euro, da im Garten gepflückt (Beim Discounter kosten 90 g Champignons 0,36 Euro.)
    Gesamtkalorien: 1805 kcal, Kosten (ohne Pilze): 1,38 Euro (Stand: 17.09.2013 in einem Discounter)

    Hinweis: Dieses Rezept stellt eigentlich meine persönliche Basis für einen Eintopf dar. Die Mengen sind hier abgewogen, um die Kalorien und den Preis zu berechnen. In der freien Natur schaue ich nicht auf das Gewicht, sondern ich gehe da nach Augenmaß. Paprika und Champignons zähle ich zu saisonalen Nahrungsmitteln und diese können in den verschiedenen Jahreszeiten stark variieren.

    Zubereitung des Rezept-Beispiels

    Bauchspeck in dem Speiseöl auslassen und gleichzeitig die Champignons anbraten (Eigentlich ist das mehr frittieren.), den Grieß hinzufügen und unter ständigem Rühren leicht anrösten bis er hellgelb geworden ist. Dieses „Brennen“ verbessert das Aroma. Das Fett ist jetzt vollständig vom Getreide aufgesogen. Wenn der Grieß eine gelbbraune Farbe (honiggelb) erreicht hat, Möhren und Zwiebel zugeben, mit dem Wasser aufgießen, Brühwürfel hinzufügen, unter ständigem Rühren aufkochen, ziehen und bis zur gewünschten Konsistenz (Suppe, Brei, Schmarren, Sterz) quellen lassen. Mit Kräuter, Gewürzen, je nach Lust und Laune abschmecken - Fertig! Die Konsistenz kann auch mit der Menge des Grießes oder des Wassers beeinflusst werden. (Variante: siehe bei Bild 06)

    Kleiner Ausflug zur Energiebilanz

    Das oben erwähnte konkrete Rezept-Beispiel ergibt 1805 kcal und liegt nach den einschlägigen Angaben aus der Pharmazeutischen Zeitung etwas über dem täglichen Energie-Grundumsatz eines 60-jährigen Mannes, mit 72 kg Körpergewichts (genau 1580 kca/Tagl), aber noch weit unterhalb des Gesamtumsatzes von etwa 2500 kcal bei leichter Tätigkeit. Dieser Eintopf könnte mit diesen Vorgaben an einem Ruhetag bei gemütlichem Relaxen an einem Strand unter der Sonne des Mittelmeeres ausreichen. Bei leichter beruflicher Tätigkeit (beim Sitzen/Stehen) sind zum Energie-Grundumsatz (1580 kcal/Tag, gerundet auf 1600 kcal) als Leistungsumsatz rund 900 kcal, bei einem Mittelschwerarbeiter ca. 1500 kcal, bei einem Schwerarbeiter etwa 2100 kcal und bei einem Schwerstarbeiter sogar ungefähr 2500 kcal hinzuzuzählen. Das ergibt dann maximal einen Energie-Gesamtumsatz von rund 4100 kcal pro Tag.
    (Quelle: http://www.pharmazeutische-zeitung.d...x.php?id=28994)

    Andere Tabellen kommen zu wesentlich differenzierten Ergebnissen, angeblich bis auf die einzelne Kalorie genau. Zum Beispiel errechnet sich mein täglicher Gesamtumsatz nach dem Kalorienrechner der Apotheken-Umschau auf genau 5226 kcal: bei 10 Stunden Kanufahren einschließlich Lagerarbeiten und 0,5 Stunden Kochen unter Berücksichtigung meiner persönlichen Daten (Alter, Größe, Gewicht). Mein Grundumsatz beträgt dabei 1728 kcal pro Tag (Das kommt meinem Rezept-Beispiel mit 1805 kcal schon sehr nahe.), und der Leisungsumsatz wird in dem beschriebenen Fall mit 3498 kcal/Tag angegeben.
    (Quelle: http://www.apotheken-umschau.de/kalorienrechner)

    Aus den unterschiedlichen Ergebnissen der zitierten Quellen ist deutlich zu erkennen, dass die Experten-Meinungen hier weit auseinandergehen. Man kann beim Energiebedarf eben nur mit Anhaltswerten rechnen. Die Zählerei jeder einzelner Kalorie halte ich im Outdoorbereich sowieso für nicht angebracht. Die angebotenen Kalorientabellen sind dabei individuell auszulegen, je nach dem „Ernährungsguru“, den man anhängt und folgt. Ich höre da lieber auf meinen Körper, der mir schon sagt, was ich „draußen“ benötige. Seit über 40 Jahren habe ich mein Körpergewicht mit leichten Schwankungen während des Jahreslaufs im Großen und Ganzen gehalten. Probleme mit dem anschwellenden Körperfett bekommen eher diejenigen, die regelmäßig mehr Kalorien zu sich nehmen, als sie verbrauchen (siehe: Couch-Potato „Standard“ mit Bier, Chips, Flips und Erdnüssen vor der Glotze!).



    Bild 02: Die Kochutensilien - Zündhölzer, darunter „Transportklotz“, darunter Kochlöffel/Schaber, Sicherheits-Dosenkocher mit Topfständer von 53 mm Höhe, Topfzange (Es wird heiß am Topfrand, wie man an den Brandspuren der Holzzange deutlich erkennen kann.), Kochunterlage. Siehe dazu auch meinen Post #882, klicke “hier“.



    Bild 03: Die vorbereiteten Speisen, hier in einem weiteren Beispiel: - Im Topf Bauchspeck (75 g mit ca. 240 kcal), Champignons (65 g, ca. 20 kcal), Pflanzenöl (125 g, ca. 1040 kcal) - In der Tasse 0,5 l Wasser (Die Fettaugen auf dem Wasser stammen von dem Öl, das ich zuvor in der Tasse abgemessen habe.) - in der Porzellanschale Gemüse, wie Paprika, Zwiebel, Karotten (insgesamt 275 g, ca. 100 kcal) - in der Glasschüssel Hartweizengrieß (100 g, ca. 340 kcal) - Brühwürfel (ca. 20 kcal). Insgesamt liefert dieser Eintopf eine Energiemenge von rund 1760 kcal. Das entspricht ungefähr meinem Grundumsatz.



    Bild 04: Der Bauchspeck wird ausgelassen und gleichzeitig die Champignons angebraten, eigentlich frittiert. Harte Gemüsesorten, Pilze usw. müssen in diesem Stadium kurz angebraten, frittiert oder gedünstet werden. Das funktioniert am besten in dieser ersten Phase.



    Bild 05: Nach dem Hinzufügen des Hartweizengrießes muss man kräftig rühren und schaben, damit sich der Grieß nicht anlegt. Dabei ist auch auf den Topfrand zu achten, damit er dort nicht anbrennt (rechts im Topf zu sehen). Wenn man mit dem mit Öl versetzten Grieß entlangschabt, löst sich das Angelegte leicht wieder ab.



    Bild 06: Das Gemüse wird zugegeben und leicht angeschmort. Auch hier ist permanentes Rühren und Schaben erforderlich. Das Öl ist jetzt von Getreide und Gemüse voll aufgesogen. Das Anschmoren kann auch entfallen, wie oben beschrieben, dann verbleibt dem Gemüse der richtige Biss. Das ist eben Geschmackssache. Ich persönlich ziehe ein knackiges Gemüse vor. Deshalb geben ich Gemüse und Wasser gleich zusammen in den Topf.



    Bild 07: Je nach gewünschter Bräune des Grießes, Wasser aufgießen und Brühwürfel einlegen. Das Aufkochen geht unheimlich schnell, weil das Kochgut bereits sehr heiß ist. Wenn man Trockenkräuter verwendet, sollten sie jetzt hinzugefügt werden, damit sie etwas Feuchtigkeit aufnehmen können. Nun heißt es rühren bis man die erwartete Konsistenz erreicht hat.



    Bild 08: Der fertige Eintopf nach dem Würzen, so wie ich ihn bevorzuge. Von der Festigkeit her liegt er irgendwo zwischen Brei und Sterz.



    Bild 09: Wenn es schnell gehen muss, gibt man alle Zutaten in den Topf, lässt sie auf- und rund 10 Minuten weiterkochen. Da erreicht man nicht das würzige Aroma des Angebratenen und Gerösteten. Den Geschmack kann man aber durch entsprechende Zugaben von Gewürzen und Kräutern dabei sehr leicht ausgleichen.



    Bild 10: Wenn man richtig gekocht und insbesondere gut gerührt und geschabt hat, sind in dem Topf keine angelegten oder angebrannten Stellen zu erkennen. Das erleichtert natürlich das Abwaschen. Sollte es dennoch einmal passiert sein, dass feste schwarze Flecken nicht mehr mit der herkömmlichen Spülmethode weggehen, habe ich ein Stückchen wasserfestes 400er Schleifpapier, nicht viel größer als eine Sonderbriefmarke, dabei. Mit diesem praktischen Hilfsmittel bringt man diese Stellen in einem Edelstahltopf spielend sauber. Diesen genialen Trick hat mir Suomalee, gezeigt und er funktioniert wirklich ausgezeichnet!

    Noch eine kleine Anmerkung: Ich habe hier absichtlich meinen kleinen Dosenkocher verwendet, um aufzuzeigen, dass das Kochen auch mit diesen einfachsten Gerätschaften ausgezeichnet funktioniert. Man kann natürlich jeden anderen Kocher ebenfalls benutzen. Das ist halt abhängig, welchen Aufwand man beim Kochen treiben und welches Equipment man auf seinen Touren mitschleppen möchte. Ich persönlich versuche die Zubereitung meiner Mahlzeiten so einfach wie möglich zu gestalten. Oft genügt eine Tasse heiße Suppe, Kaffee oder Tee, um den Körper etwas aufzuheizen. Am Mittelmeer komme ich meist sogar ohne zu kochen aus. Da reicht es, wenn ich nur kalt esse, bei der sommerlichen Hitze irgendwo in der Ägäis eigentlich kein Wunder und meines Erachtens auch verständlich. In heimatlichen Gefilden koche ich auf längeren Touren aber schon, so wie oben beschrieben.

    Fazit

    Mit diesem Grundrezept lassen sich natürlich viele Variationen verwirklichen. Je nach dem Vorhandensein von Gemüse, Fleisch, Wurst, Fisch, auch Käse, kann man nahezu alle Geschmacksrichtungen einstellen. Bei einem Eintopf, wie auch bei einer Suppe, bleiben die meisten Vitamine, Mineralstoffe usw. erhalten, weil das Kochwasser nicht weggeschüttet wird. Nahezu alle Nährstoffe der verwendeten Nahrungsmittel stehen deshalb dem Genießer und seinem Körper zur Verfügung.

    Sogar süße Kreationen sind ohne weiteres möglich, wenn man vom Grundrezept Speck und Brühwürfel weglässt, anstatt der Zwiebel nur Obst verwendet und das Wasser gegebenenfalls durch Milch ersetzt. Zucker und Gewürze je nach Geschmack hinzufügen, fertig ist die Süßspeise.

    Auch beim Kochen ist wieder Kreativität gefragt. Je mehr man ausprobiert, um so abwechslungsreicher wird dann auch der Speiseplan.

    Viele Grüße
    Beyond

  5. Anfänger im Forum
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    AW: [HR] Seekajakherz reloaded & die Geschichte vom Wellenkamm

    Hallo Beyond,

    zu allererst: Inselgeheimnisse Band 8 - Der Archipel von Zadar mit den Kornaten von Günter Lengnink
    ist nicht als Tip gemeint ...
    Ich kenne das Buch nicht, habe es nur beim stöbern in den unendlichen Weiten entdeckt und bestellt.
    (habe gerade etwas drin rumgeblättert. Beschreibung von Ankerplätzen ((Buchten, Orte, Marinas)) inkl. Fotos und Ortsbeschreibungen - keine Karten,
    da habe ich aber mit der f&b 1:100 000 wohl eine recht Gute)
    Davon abgesehen habe ich auch gerne mein elektronisches Spielzeug dabei
    und werde mir von der Gegend noch ein paar GoogleEarth Bilder hineinbasteln.

    .
    .
    .
    OT entfernt
    .
    .
    .


    Zadar und die weiße Felslandschaft ...
    Hier bin ich früher oft vorbeigekommen, auf dem Weg über Dubrovnik nach Griechenland.
    Wenns passt, sollte das ein langsamer Übergang vom Festland zu den Inseln
    und vom Binnenmeer zum Offenen sein.
    Aber das entscheiden wir vor Ort

    Mal sehen.

    Viele Grüße
    Volker
    Geändert von Platokrates (27.09.2013 um 12:16 Uhr) Grund: zuviel OT ...

  6. AW: Seekajaking: Küstentörn und Inselsprung - Tipps & Tricks

    Hallo beyond,

    ich bin ja auch schon im Apotheken-Umschau-Alter.
    Was jedoch die Berechnung von Energie, Fitness, Nahrungmittel etc.
    betrifft, finde ich diese Adresse auch als kompetent.
    Klick z.B. Grundumsatz
    l(inks sind noch mehr Kategorien)
    Vielen Dank für dein Rezeptvorschlag...wird auf jeden Fall ausprobiert
    (muss auf Familien-Tour vier Personen versorgen)

    Thomas

  7. Dauerbesucher
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    AW: [HR] Seekajakherz reloaded & die Geschichte vom Wellenkamm

    Hallo Volker (Platokrates),

    auch in diesem Post möchte ich Dich zitieren, um den Bezug auf das „OT“ in Deinem Post #885 (siehe: “hier“) wieder herzustellen, auf das ich in besonderer Weise eingegangen bin.

    (Zitatbeginn des OTs)

    ... Und die anderen Buchtips, im letzten Post erwähnt, taugen auch nur für GR-Fans und solche die es vielleicht werden wollen wenn sie eher die Einsamkeit denn Geselligkeit suchen.

    Und ja, Sand, vom Wind aufgewirbelt, kann nerven.
    Da ich aber bisher meist gezwungen war im Sommer unterwegs zu sein, hats mich bisher kaum getroffen,
    und wenn doch, hab ich es wohl gekonnt ausgeblendet ...

    Ich liebe es einfach mich dort barfuß rennend in glasklares Wasser stürzen zu können,
    mich am Ufer von den Wellen treiben zu lassen
    und nach Kleinigkeiten zu suchen über die Andere nur hinwegsehen ...
    mich schlafenlegen zu können ohne das etwas drückt,
    e.t.c. ...

    (Zitatende des OTs)

    Hier wieder meine Antwort:

    Vielen Dank für die Informationen zu den Büchern. Ich habe Deinen Hinweis natürlich nicht als Buch- Empfehlung angesehen. Aber wenn es um Revier-Informationen geht, müssen wir Seekajaker in der Regel immer auf die der Segler zurückgreifen, oder im Internet suchen, wie hier bei den Outdoorseiten.

    Nochmals eine Kleinigkeit zum Sand:



    Bild 1: Wenn es sein muss, kampiere ich natürlich auch auf Sand. Hier an der Küste des Schwarzen Meeres. An dieser Stelle ist es Pulversand gewesen, fein wie Mehl. Zu Glück hat sich an diesem Tag kein einziger Windhauch gezeigt und die früheren Sturmfluten haben diesen Staub mit dem Salz aus dem Meer etwas zusammengebacken, so dass sich die Oberfläche wie eine Art „Harschschicht“ angefühlt hat. Wenn diese aufbricht, fliegt der Sandstaub, schon beim leisesten Lüftchen davon und versaut das ganze Equipment.



    Bild 2: Hier habe ich mein Lager auch auf Sand aufgeschlagen, auf der Possidi-Beach, auf der Landzunge, die die westlichste Spitze von Kassandra auf der Halbinsel Chalkidiki bildet, mit wunderbarem Blick auf den Olymp, den Sitz der griechischen Götter. Vielleicht kennst Du sogar diesen Strand! Das Bild zeigt die Nordwestseite der Landzunge mit Blick nach Nordosten.

    Nur so nebenbei etwas zum Träumen und Pläne schmieden:

    In einer Nachtfahrt (Start gegen 22 Uhr) überquerte ich anschließend die 47 km breite Bucht von Thermaikos und orientierte mich dabei nach den Sternen. Dazu musste ich ungefähr jede Stunde den Kurs mit dem Kompass beim Schein der Taschenlampe wieder auf 250 Grad ausrichten und mir die neuen anzuvisierenden Sterne merken, um die „Sternenwanderung“ am Himmel zu korrigieren ... bis ich an der Küste Lichter ausmachen und nach denen ich mich orientieren konnte.

    Einige Kilometer vor meinem Ziel setzte dann in der Morgendämmerung, von Thessaloniki kommend, ein steifer Nordwind ein. Den Wind und die Wellen nutzte ich sogleich aus und paddelte in Richtung Süden, entlang der Halbinsel Pilion, deren Küste, relativ steil, mit wenigen Buchten und nahezu ohne Ortschaften vor mir lag. Nach insgesamt knapp 70 Kilometern entdeckte ich gegen Mittag eine schöne einsame Bucht, die ich ansteuerte und dort ausbootete. Auf einer Seekajakreise muss man flexibel sein und den Kairos, den günstigen Augenblick, ausnützen.

    Nach einem ausgiebigen Bad im glasklarem Meerwasser, einem üppigen Mahl (Es war aber nur mehr Dosenfutter und etwas Käse übrig.), suchte ich in den Steilkippen auf einer Felsplatte einen schattigen Platz, um, vor mich hindösend, zu warten, bis der Schatten über die ganze Bucht gekrochen war. Erst dann und nachdem ich wieder ausgeruht und zu Kräften gekommen war, baute ich mein Lager auf und verrichtete die obligatorischen Arbeiten, wie genauen Standort feststellen, Tagebuch führen und die Tagesetappe für den nächsten Tag festlegen mit einer Einkaufsmöglichkeit in Chorefto, um meine Vorräte wieder zu ergänzen.

    Viele Grüße
    Beyond

    PS: Einige zusätzliche Antworten, Bemerkungen und Hinweise zu Deiner geplanten Dalmatien-Tour im Oktober findest Du im meinem Post #895, klicke “hier“.
    Geändert von Beyond (02.10.2013 um 13:27 Uhr) Grund: Anpassung durch die Verschiebung der Posts

  8. Dauerbesucher
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    AW: Seekajaking: Küstentörn und Inselsprung - Tipps & Tricks

    Hallo Thomas (atlinblau),

    danke für Deinen Link auf den Kalorienrechner. Bei diesem kann man wenigstens den Rechenvorgang nachvollziehen, wenn man auch hier nicht erfährt, wie die Konstanten ermittelt worden sind.

    Ich habe mal mit meinen persönlichen Daten einige Kalorienrechner verglichen. Dabei liegt der Grundumsatz bei 1686 kcal +/- 80 kcal (ca. +/- 5 %) und der Gesamtumsatz bei „maximaler“ Tätigkeit bei 3717 kcal +/- 1400 kcal (ca. +/- 40 %).

    Halten sich die Toleranzen beim Grundumsatz noch in Grenzen, sie liegen im Bereich eines „Kölsch“ (einer Stange Bier mit 0,2 l) driften beim Gesamtumsatz die Daten weit auseinander. Hier scheinen die Meinungen über „schwere“ (maximale) Tätigkeiten von über 65-jährigen Personen weit auseinander zu liegen. Na ja, vielleicht meint einer der „Ernährungswissenschaftler“, ab 65 ist man in Rente, da muss man nicht mehr Arbeiten und gibt bei „maximaler“ Aktivität nur mehr 2408 kcal/Tag für den Gesamtumsatz an. Das entspricht bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gerade einmal den Wert für „leichte“ Tätigkeit (51- bis 65-jährige → 2500 kcal und darüber → 2300 kcal) und ist meines Erachtens inakzeptabel. Schränke ich zudem den anderen Extremwert von 10 h Kanufahren, was ja in meinem Fall auch mit 65 Jahren tatsächlich noch geschieht, auf 8 h Handwerksarbeit und 2 h Gartenarbeit ein, das einer normalen schweren Handwerker-Tätigkeit entspricht, erhalte ich anstatt 5226 kcal nur mehr 4788 kcal. Lässt man die beiden Extremwerte weg, dann komme ich bei meiner Berechnung auf einen Gesamtumsatz von 4153 kcal +/- 790 kcal (ca. +/- 20 %).

    Daraus kann man sehen, dass man mit diesen Kalorienrechnern sehr vorsichtig umgehen sollte, insbesondere dann, wenn man Diät halten muss oder abnehmen will. In unserem Fall, dem Outdoorleben und Seekajaking, sehe ich deshalb solche Kalorientabellen als weniger zweckmäßig an, zumindest was die Ermittlung des Energiebedarfes betrifft. Da scheinen sich die Experten selbst nicht ganz einig zu sein.

    Noch einmal kurz zum Eintopf: Eine angebräunte Griessuppe habe ich als Kind schon gerne gekocht: Gries im Topf mit wenig Fett/Öl anrösten, Wasser d'rauf, Brühwürfel rein, aufkochen und quellen lassen – fertig. Das funktioniert mit Haferflocken genauso ... anstelle der „Haferschleimsuppe“, die ich am Krankenbett immer bekommen habe. Manchmal ist das Ganze allerdings zu dunkel oder zu fest geworden. Hab's aber dann doch 'runtergewürg! Ich wollte mir vor Muttern ja keine Blöße geben und hab ihr „verständnisvolles“ Lächeln tapfer ertragen. Im Laufe der Zeit ist dann daraus aber doch der vorgestellte Eintopf entstanden, insbesondere während meiner Wanderzeit als Jugendlicher.

    Viele Grüße
    Beyond

    PS: In den nächsten Tagen und Wochen werde ich wieder Holz machen, um über den Winter zu kommen - nicht bequem mit dem Hydraulik-Spalter, sondern traditionell mit der Spaltaxt. Darin sehe ich zugleich auch einen Trainingseffekt und erspart mir das teure Fitness-Studio. Das entspricht dem doppelten Nutzen „einer“ Aktion, den ich schon einmal irgendwo im Thread erwähnt habe. Ob ich da als über 65-jähriger mit maximal 2408 kcal/Tag auskomme, wie der „Ernährungsexperte“ von seinem Schreibtisch aus vorgibt, werde ich ja sehen. Auf alle Fälle koche ich mir dabei mit dem Hobo-Feuertopf einen Pichelsteiner, den ich demnächst hier vorstellen werde.
    Geändert von Beyond (24.09.2013 um 02:09 Uhr) Grund: Text angepasst

  9. Dauerbesucher
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    AW: Seekajaking: Küstentörn und Inselsprung - Tipps & Tricks

    Moin Beyond,
    mit Griess hatte ich es auch versucht, leider wurde der von vielen nicht so favorisiert.
    Um die Kalorien in die selbst paddelnden Kinder und Jugendlichen rein zu bekommen gibt's zum Frühstück Eier, Butter, Margarine, Brot, Nutella, Marmelade, Honig, fette H-Milch für Kakao und Kaffe.
    Tagsüber bei den Zwischenmahlzeiten, Mettwurst, Ölsardinen, Makrelenfilet in Öl, Schokolade, M- Riegel.
    Abends warm: Kartoffelgerichte, Nudelgerichte, Räucherfisch, Fisch, Pilze.

    Mit der Zeit entwickelt man ein Gefühl für das was man selbst oder Mitpaddler brauchen und kann dann wenn es doch zu reichlich war mit Aktivität schnell dagegen halten.

    Gruß Jürgen

  10. Dauerbesucher
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    AW: Seekajaking: Küstentörn und Inselsprung - Tipps & Tricks

    Hallo Jürgen (ckanadier),

    mit Deinen Argumenten über die Akzeptanz von Grieß-Gerichten und die Optionen der Kalorienzufuhr bei Kindern und Jugendlichen hast Du natürlich vollkommen recht! Eine Energiebombe ist der von mir vorgestellte Eintopf absolut nicht, deckt er doch gerade mal den Grundbedarf für eine Person.

    Ich habe allerdings nicht beabsichtigt, mit meinem Eintopf den gesamten Tagesbedarf an Nahrung zu decken. Ich will nur aufzeigen, was ich persönlich unterwegs so koche ... wenn ich einmal den Kocher dabeihabe. Ich lege in den Fällen, in denen ich mich als Küchenchef betätige, Wert auf einfache, schnell zuzubereitende Gerichte. Natürlich sind auch die Geschmäcker verschieden und dem einen schmeckt halt nicht das, was der andere gerne isst. Nebenbei möchte ich auch aufzeigen, wie ich meine hier vorgestellten Kochutensilien in der Praxis einsetze.

    Die eigentliche Energiezufuhr für stundenlanges Paddeln betreibe ich auf ähnlicher Weise wie Du. Irgendwo im Thread habe ich auch beschrieben, dass ich als Reserve eine Büchse Zucker mitführe, um anstelle des teuren Traubenzuckers die letzten Reserven am Nachmittag zu mobilisieren und um wieder zu Kräften zu kommen, wenn einmal die Tagesetappe zu lang wird. Weil normaler Zucke nicht so schnell wirkt wie Traubenzucker, nehme ich, wenn eine längere Strecke abzusehen ist, bereits am Vormittag eine Portion zu mir, meist in Verbindung mit einem Kaffee oder Amerikas „brauner Pampe“, die man auch Cola nennt. Das alles liegt griffbereit in der Sitzluke.

    Viele Grüße
    Beyond

  11. Dauerbesucher
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    AW: Seekajaking: Küstentörn und Inselsprung - Tipps & Tricks

    Moin Beyond
    Irgendwann hat mal jemand im Thread angeregt, dass Du dein hier Geschriebenes in Buchform heraus bringen könntest. Ich bin der gleichen Meinung.
    Du stellst mehr und mehr ein für Jedermanns- Geldbeutel "Standardwerk" für das Küstenwandern her wobei es für Beginner mit Kajak, Canadier, Ruderboot oder Jolle gleichermaßen brauchbar ist.
    LG Jürgen

  12. Dauerbesucher
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    AW: Seekajaking: Küstentörn und Inselsprung - Tipps & Tricks

    Hallo Jürgen (ckanadier),

    vielen Dank für die Anregung, das hier Eingestellte auch als Buch herauszugeben. Ja es stimmt - dieser Vorschlag ist mir schon von mehreren Seiten gemacht worden. Vielleicht werde ich das auch einmal realisieren. Vorläufig halte ich aber an dieser Form der Veröffentlichung bei den Outdoorseiten fest, solange mich die Moderatoren gewähren lassen.

    Parallel habe ich meine Beiträge auch auf meiner Homepage „Soloreisender“ eingestellt, quasi als moderner „Buchersatz“ - allerdings ohne die allgemeinen Kommentare. Soweit ich bei einer Diskussion zusätzliche Informationen geliefert und ich sie für wichtig empfunden habe, sind sie auch in meiner Homepage aufgeführt. Die Gesprächspartner habe ich dabei anonymisiert und als „Forumsmitglieder der Outdoorseiten“ tituliert und die meisten Texte mit meinen eigenen Worten wiedergegeben. Dadurch hoffe ich, den Datenschutz und das Urheberrecht eingehalten zu haben.

    Wenn Du Interesse an meiner Homepage hast, findest Du sie unter www.soloreisender.de oder bei Google unter „Soloreisender“ oder klicke einfach “hier“.

    Sie ist noch nicht perfekt. Es muss noch einiges an der Gliederung gefeilt werden und auch an den Texten. Das ist aber gerade der Vorteil gegenüber einem Buch, weil man die Änderungen sofort bewerkstelligen kann und nicht auf eine Neuauflage warten muss. Da ich keinen Lektor habe, muss ich eben selbst die Texte Korrektur lesen, sachliche Unstimmigkeiten klären und berichtigen und insbesondere die Rechtschreibung verbessern.

    Warum ich das Ganze unternehme? Nun, es macht einfach Spaß; man arbeitet sich selbst in die vielseitige Materie des Soloreisens mit dem Kajak, dem Moped, dem Camper und des Outdoorlebens ein. Ich kann dabei meine Erfahrungen weitergeben, mein Equipment verbessern, meine Kenntnisse und Fertigkeiten erweitern, in Erinnerungen schwelgen, immer mehr ein autarkes Leben führen ... und es hält die kleinen grauen Zellen fit, ein Umstand, den ich bis ins hohe Alter beibehalten möchte – sozusagen permanentes Training für Körper und Geist.

    Weil ich in jungen Jahren beruflich und finanziell die Sicherheit der Freiheit vorgezogen habe, also zu Recht ein „Sklave“ gewesen bin, lebe ich jetzt nach meiner Frühpensionierung in absoluter Freiheit, trotzdem in finanzieller Sicherheit und verwirkliche seit 13 Jahren meine Jugendträume und das möchte ich auch noch einige Jahre weiter so beibehalten.

    Geld verdienen muss ich nicht mehr - die Kinder sind aus dem Haus, haben beide studieren können, haben Familien gegründet und stehen fest in ihren Berufen. Meine kleine Pension reicht aus, mit meiner Frau über die Runden zu kommen, weil ich das meiste im Haus und in der Wohnung selbst konstruieren, bauen, installieren und auch reparieren kann, nach meinem Motto: „Mit Bescheidenheit und Pragmatismus, ein sorgenfreies Leben führen.“ Deshalb habe ich mich bei der Veröffentlichung meines Geschreibsels für meine Homepage und das Forum der Outdoorseiten entschieden und vorerst nicht den Weg über ein Buch gewählt.

    Aber was nicht ist, kann ja noch werden!

    Viele Grüße
    Beyond
    Geändert von Beyond (29.09.2013 um 12:49 Uhr) Grund: Tippfehler verbessert

  13. Dauerbesucher
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    AW: Seekajaking: Küstentörn und Inselsprung - Tipps & Tricks

    Hallo again,
    da hast Du mir aber einen frühen Morgen beschert, war bisher nicht über deinen lohnenden (Buch)- Internetauftritt gestolpert.
    Bin noch nicht durch damit, das bisher Gelesene enthält verblüffend viele geteilte Ansichten und es ist erfrischend frei von pseudointelektuellem Gelaber gezielt auf den Punkt gebracht.
    Danke
    LG Jürgen

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    AW: Seekajaking: Küstentörn und Inselsprung - Tipps & Tricks

    Hallo Jürgen (ckanadier),

    danke für die Blumen. Ich werde versuchen, Deinem „Blumenstrauß“ weiterhin gerecht zu werden.

    Viele Grüße
    Beyond

  15. Dauerbesucher
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    AW: Seekajaking: Küstentörn und Inselsprung - Tipps & Tricks

    Hallo Volker (Platokrates),

    auf die Schnelle noch ein paar ergänzende Antworten auf Deine Fragen zu Deiner Seekajaktour in Dalmatien jetzt im Oktober, die Du in Deinen vorangegangenen Posts gestellt hast: klicke “hier“ und “da“. Siehe dazu auch meinen Post #883 (klicke “hier“).

    Mit Deinem Kartenmaterial 1:100.000 kommst Du allemal klar. Es müssen auch keine Seekarten sein, gewöhnliche topographische Karten (Straßenkarten) tun es auch. Auf meiner ersten Reise nach Dubrovnik habe ich Straßenkarten im Maßstab 1:200.000 verwendet, die ebenfalls ausgereicht haben.

    Kleiner Tipp: Ich habe von dem Gebiet, das ich befahren habe, Kopien gezogen, diese in eine Kunststoffhülle gesteckt und mit Klebeband verschlossen. Damit schone ich meine Originalkarten und brauch sie nur im Lager verwenden. Seewasser ist Gift für das gewöhnliche Landkartenpapier.

    Die Querungen zu den Inseln in dem von Dir bevorzugten Gebiet, sind allesamt auf Sicht zu fahren. Da dürfte es navigatorisch keine Probleme geben. Manchmal ist es aber schwierig, in dem Inselgewirr die einzelnen Eilande auszumachen und eindeutig zu bestimmen. Es kann sein, dass man meint, man hat eine große Insel vor sich. Dabei kleben die einzelnen Inseln nur rein optisch zusammen und man erkennt nicht, wo die eine Insel aufhört oder eine andere beginnt. Erst wenn man vorbeipaddelt, zeigen sich die einzelnen Durchfahrten. Da heißt es schon, genau hinzuschauen!

    Wenn Du an der Ostseite von Dugi Otok entlangpaddelst, bist Du zumindest von den Westwinden und deren Dünung geschützt. Diese Seite ist stärker gegliedert und Du findest auch bei einer Bora, die vom Velebit-Gebirge herunterkommt, bestimmt einen sicheren Unterschlupf. Bei einer Bora sind nicht die Wellen das Problem, die weisen meist eine relativ geringe Höhe auf, weil der Fetch (die Strecke, in der der Wind die Wellen aufbauen kann) relativ kurz ist. Der heftige Wind selbst birgt die Gefahr! Da kann es schon vorkommen, dass man extreme Schwierigkeiten bekommt, gegen den Wind anzupaddeln, unter Umständen sogar zurückgetrieben wird. Nicht auszudenken, wenn man da mit einem „Schlaucherl“ unterwegs ist.

    Kleiner Tipp: Sollte es wirklich passieren, dass Du auf so eine Bora triffst, versuche mit dem Wind zu paddeln, oder zumindest in einem steilen Winkel zu ihm (nicht quer zum oder gegen den Wind) und suche Dir eine Bucht, die die Böen abhält oder fahre in das Lee einer Insel. Möglichkeiten gibt es ja in dieser Region genügend.

    Das „Der-Nase-nach-fahren“ praktiziere ich ebenso. Ich plane nicht jedes einzelne Detail einer Tour, sondern lege nur die grobe Richtung fest und entscheide vor Ort, wohin die Reise geht. Allerdings sehe ich mir bereits bei der Planung die Alternativen einer Route genau an, um bei Bedarf kurzfristig darauf zurückgreifen zu können.

    Über die Optionen der elektronischen Krücken, ähm: Hilfsmittel/Spielzeug, bin ich leider nicht informiert. Aber Bilder von Google Earth verwende auch ich. Dazu drucke ich sie einfach aus und stecke die Kopien in die Prospekthüllen. Dann ist es möglich, sie auch bei Regen und Sturm im Boot zu benutzen.

    Ansonsten kann ich Dir nur alles Gute wünschen, dass Du in Dalmatien einen ruhigen, sonnigen Oktober/Spätherbst und einen angenehmen, erlebnisreichen Urlaub verbringen kannst.

    Viele Grüße
    Beyond
    Geändert von Beyond (02.10.2013 um 13:46 Uhr) Grund: Tippfehler verbessert

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    AW: Seekajaking: Küstentörn und Inselsprung - Tipps & Tricks

    Hallo Volker (Platokrates),

    in Deinem Post #62 in Lees Reisebericht (klicke “hier“) hast Du im „OT“ von Deinen eigenen Erlebnissen bei Überquerungen und Nachtfahrten berichtet. Ich möchte Deinen Text hier noch einmal wörtlich wiedergeben, um die einzelnen Punkte aufgreifen und Deine Fragen beantworten zu können:

    (Zitatbeginn des OTs)

    ... Ich kam in Thailand mal in die Situation Nachts eine 12km entfernte Insel anpaddeln zu müssen ...
    Alternativ wäre eine Übernachtung für über 100,-€ gewesen, wozu ich aber zu geizig bin.
    (Ich hatte kein Zelt e.t.c. dabei)

    Während der Querung wurde es Nacht, aber ich konnte mich an den Lichtern der angepaddelten Insel orientieren
    und später in Ufernähe noch ca. 2 Stunden weiterpaddeln bis ich wieder in einer bewohnten Ecke war.

    Es ist schon ein besonderes Gefühl nachts unterwegs zu sein - aber eine solche Querung wie du es gemacht hast, wäre mir zuviel und/oder zu gefährlich ...
    Was war dein Antrieb dazu?

    Aus den 2-3 Bemerkungen von dir vermute ich mal, das du die Donau runtergepaddelt bist, um dann über das Schwarze Meer und Mittelmeer wieder zurück zu kommen?
    Die ganze Tour eine Auszeit oder Trennung von allem was dich zu Hause belastet hat, oder einfach mal ein Traum der umgesetzt werden wollte?
    Bestimmt spannend und mit einem riesigen Erlebnisschatz!

    Tja, und der Pilion (Pelion) ist für mich ein Kleinod.
    Allerdings herrschen dort nicht immer die einfachsten Paddelvoraussetzungen - aber, wie ich finde, ist er traumhaft schön. ...

    (Zitatende des OTs)

    Auf Deine Bemerkungen möchte ich nun eingehen und auch Deine konkreten Fragen beantworten:

    Querungen sind sehr sorgfältig zu planen, insbesondere dann, wenn das Ziel eine kleine Insel ist, einen winzigen Punkt im weiten Meer darstellt. Die Problematik hierzu habe ich in einem Beitrag über terrestrische Navigation beschrieben. Klicke “hier“, wenn Du Dich darüber näher informieren möchtest.

    Die umgekehrte Überfahrt, von einer Insel zur Festlandküste, ist in der Regel weniger problematisch, weil man keinen kleinen Punkt ansteuern muss, sondern die breite Linie einer Küste. Ankommen wird man in diesen Fällen eigentlich immer, die Frage ist allerdings: Nur wo? So war es auch auf meiner Überfahrt von Kassandra zum Pilion, navigatorisch eigentlich eine sehr sichere Sache.

    Mein Antrieb zu den Nachtfahrten war nie Abenteuerlust, Geltungssucht oder etwas Besonders geleistet und erlebt zu haben, auch nicht, um mir den Adrenalin-Kick zu verpassen. Mein Antrieb war mehr praktischer Natur:
    - Auf Kreta störten mich einmal die mitternächtlichen Nacktbader aus der Stadt Paleochora, die so einen Radau fabrizierten, dass ich nicht mehr schlafen konnte und ich dann einfach abgehauen bin. Ich orientierte mich zunächst nach den Lichtern der Küstenortschaften Koudoura und Agia Kiriaki, später, als es um die Südweststpitze von Kreta ging, hörte ich auf das Rauschen der Brandung und das Glucksen in den Spalten der Felsenküste. In der Morgendämmerung machte ich dann vor mir den Leuchtturm der Insel Elafonisi aus, die durch eine Schwemmsandbrücke mit Kreta verbunden ist.
    - Zweimal hatte ich auf der Donau keinen passenden Lagerplatz gefunden und kam so in die Nacht hinein. Hier halfen mir die Leuchtfeuer der Flussschifffahrt, meinen Kurs zu bestimmen und einzuhalten.
    - Im Evros-Delta hatten mich die Mücken so sehr gepiesackt, dass ich gerne eine Nachtfahrt unternahm und hinüber in Richtung des hell erleuchteten Alexandroupolis und dann, als ich schon von Weitem das Dröhnen der Bassboxen des Openair-Konzerts vernahm, noch ein Stück Richtung Westen weiterpaddelte.
    - Auf der Halbinsel Chalkidiki, am westlichen Zipfel von Kassandra hatte ich sowieso vor, an dieser Stelle die Bucht von Thermaikos zu überqueren. Weil am Abend der Meltemi abgeflaut war und ich befürchten musste, dass er mich am nächsten Tag wieder voll erwischen wird, bin ich in der windstillen Zeit losgepaddelt. Ich hatte die Situation richtig eingeschätzt, denn der Meltemi setzte bereits am frühen Morgen ein.
    - In Albanien wurde ich von einem Strand, der dem Militär vorbehalten war, vertrieben und ich hatte keine Lust, mich die ganze Nacht im Hafen von Durres herumzutreiben. Diese Nachtfahrt habe ich in einem meiner Posts beschrieben. Klicke “hier“, wenn Du Interesse an meinem Bericht hast.

    Wenn man sich die Grundkenntnisse in terrestrischer und astronomischer Navigation angeeignet hat, tritt kaum ein Problem auf, eine Nachtfahrt zu bestreiten. Schwieriger wird es, wenn man bei einer Erstbefahrung die Strecke noch nicht kennt und man abgetrieben wird. Das ist mir in Albanien passiert, als mich die Strömung unmerklich in die Brandungszone versetzt hat und ich mich mit mannshohen Brechern konfrontiert gesehen habe (steht im oben erwähnten Bericht).

    Noch ein Punkt ist unbedingt bei einer Nachtfahrt zu berücksichtigen: die Morgenkälte, die so zwischen 03.00 und 04.00 Uhr einsetzt, auch am sommerlichen Mittelmeer. Da ist es sehr vorteilhaft, den Paddelanorak griffbereit in der Sitzluke zu haben. Wenn es am Morgen kühl wird, ist man meist übermüdet, ausgelaugt und die Kleidung je nach Witterung klamm, feucht oder sogar nass. Kommt dann noch ein lauer Wind dazu, beginnt man wegen des Windchill-Effekts langsam zu frieren und man sehnt sich den Sonnenaufgang herbei.

    2004 bin ich die Donau runtergefahren, an den Küsten des Schwarzen Meeres entlang, durch den Bosporus, Istanbul, weiter durch das Marmarameer und habe die nördliche Ägäisküste abgeklappert, bis hinunter nach Athen. Mein Motto war für diese Fahrt: „Von zu Hause mit dem Kajak zur Olympiade“. Weiter gings dann durch den Isthmus von Korinth (durch den Kanal als Hukepack auf einem Schlepper) bis nach Igoumentitsa, mit der Fähre nach Venedig und wieder im Kajak bis nach Grado. Dort holten mich dann meine Frau und mein Sohn mit den Auto ab. Insgesamt kamen da etwa 5.100 km zusammen, innerhalb von rund 3 Monaten.



    Bild 1: Der Pilion, der Sage nach, die Heimat der Kentauren, ist tatsächlich wunderschön, mit üppiger Vegetation und mildem Klima. Hier, auf der westlichen Seite der Halbinsel, in der Ortschaft Milina in der Südostecke der Bucht von Volos – Ich habe dort 2004 Nachbarn aus München besucht, die auf einem Campingplatz ihren Urlaub verbracht haben. Ich mache mich gerade zur Weiterfahrt in Richtung Athen zurecht. An meiner ausgebleichten Spritzdecke kann man gut erkennen, dass sie schon sehr weit herumgekommen ist. Der Kamin war einmal so gelb wie das Boot und der Teller pechschwarz.

    Waren es in meiner frühen Jugend, in der Ära Karl Mays, nur Träume, auf Reisen zu gehen, Expeditionen durchzuführen, Abenteuer zu bestehen, folgte anschließend in der reiferen Jugend durch die Lektüre von Homer der Wunsch, auf dessen Spuren zu wandeln. Im Laufe der Zeit wurden durch das Konsumieren der klassischen Expeditionsberichte meine Vorstellungen immer konkreter: auf einfachste Weise, ohne große Ausrüstung (Alexander MacKenzie lässt dabei grüßen), ausgedehnte Reisen zu unternehmen. Angeregt durch die Jugendgruppe in unserem Internat am Tegernsee startete ich bereits in den beginnenden 1960er Jahren mit Survival und Outdoor (damals hieß das noch ganz lapidar: Überlebenstraining und Leben in der Natur), begann zu basteln, um meine Ausrüstung selbst herzustellen, soweit dies zur damaligen Zeit schon möglich war. Während der Lehre und des anschließenden Studiums beschäftigte ich mich mit Navigation, Wetter und Seemannschaft, vervollständigte mein Eigenbau-Equipment nach der Devise: „Vereinfachung und Minimalisierung“ und erweiterte meine praktischen Erfahrungen mit dem Leben „draußen“.

    Bis unsere Kinder geboren wurden, reiste meine Frau mit: im Kanadier, mit dem Fahrrad, im Auto und im selbst ausgebauten Campingbus. Nachdem die Kinder selbständig geworden waren, stieg meine Frau wieder ins Berufsleben ein und engagierte sich auch gesellschaftlich, sodass sie aus zeitlichen Gründen und ihren Verpflichtungen folgend, an meinen Touren nicht mehr teilnehmen konnte. So begab ich mich solo auf meine Reisen.

    Wir haben uns damals auf diese Art und Weise geeinigt und dieses Arrangement hat heute noch Bestand.

    Als mein Arbeitgeber uns „50-jährigen“ dann knapp 40 Jahre später angeboten hatte, frühzeitig aus dem Arbeitsleben auszuscheiden, nahm ich diese einmalige Gelegenheit wahr, um meine Jugendträume zu verwirklichen. Nun ja, seitdem bin ich „on Tour“, als Soloreisender und gelegentlich mit PartnerIn in einer „Mikro-Gruppe“.

    Einen wichtigen Aspekt, den Du angeschnitten hast, möchte ich noch unbedingt aufgreifen, der für mich eine immense Bedeutung eingenommen hat: Es ist überhaupt keine Schande, eine geplante Etappe abzubrechen oder sie zu verwerfen, wenn man Zweifel hat, dass sie nicht hundertprozentig durchführbar ist! So habe ich bis jetzt von der von mir ausgearbeiteten Adriaüberquerung immer wieder Abstand genommen, weil sie mir als zu riskant erschienen ist. Ich bin der absoluten Meinung: „Sicherheit geht vor Tatendrang, vor Mut und Selbstüberschätzung!“

    Von meinen Reisen und den daraus gewonnenen Erfahrungen und Erlebnissen werde ich den Rest meines Lebens zehren und mich auch noch in meinen späten Jahren damit beschäftigen. Wenn es einmal aus rein körperlicher Sicht mit den Seekajak-Touren vorbei sein wird, und ich mich dann endgültig auf mein Altenteil zurückgezogen habe, werde ich beginnen, meine Reiseberichte zu schreiben. Den Grundstock habe ich mit meinen Reisetagebüchern und mit meiner Homepage „Soloreisender“ bereits gelegt.

    Aber bis dahin wird es wohl noch einen Weile dauern.

    Viele Grüße
    Beyond
    Geändert von Beyond (02.10.2013 um 15:09 Uhr) Grund: Tippfehler verbessert

  17. Anfänger im Forum
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    AW: Seekajaking: Küstentörn und Inselsprung - Tipps & Tricks

    Hallo Beyond,

    habe derzeit zuviel um die Ohren - deswegen ja auch die "Flucht" in 2 Wochen nach Zadar ...
    also noch schnell eine Antwort.

    Meine Neugierde hast du ja ausreichend befriedigt - was wir aber auch per PN hätten machen können ...
    Ich finde nächtliche Querungen generell für etwas risikobehafteter als sonst schon.
    Immer davon ausgehend das ja nicht nur mein Können für einen Erfolg verantwortlich sein muß.
    Da du ja auch eine zeitlang Motorrad gefahren bist, wirst du nachvollziehen können was ich meine ...
    Ein Erlebnis bleibt es allemal.

    fourtyniner und du habt die Ersatzpaddel im Kajak - ???
    Ich gehe eigentlich davon aus, daß das Paddel ev.in einer Notsituation seinen Geist aufgibt.
    In solch einer Situation wollte ich dann aber nicht auch noch die Spritzdecke öffnen müssen ...

    Elektronisches Spielzeug - wird, wie warscheinlich vieles Neue, oft erstmal verteufelt.
    (zumindest von Vielen im Seekajak- und Faltbootforum)
    Ich liebe es

    Allerdings behaupte ich nach wie vor,
    wer nicht ein Mindestverständnis von Karten und Navigation mitbringt,
    wird auch ein GPS nicht zufriedenstellend nutzen können.
    Ich habe auf meinen bisherigen Seekajaktouren GoogleEarth Bilder in mein GPS geladen,
    inkl. einiger für mich interessanter Punkte. (z.B. Strände zum Übernachten, Versorgungsmöglichkeiten, e.t.c.)
    Du kannst dann mit einem Blick exakt sehen an welchem Felsen du gerade vorbeipaddelst und wo du den nächsten Retzina trinken kannst ...

    Da die Ablesbarkeit der Bilder (Kompassfunktion oder Wegweisung zum anvisierten Punkt gehen gut, da anders dargestellt) aber auf dem Meer und speziell wenns hell ist nicht ideal ist,
    habe ich mir diesmal etwas anderes ausgedacht. Ich verfälsche die Bilder:
    weiß - Meer, grün - Land, vielleicht blau für geeignete Übernachtungsbuchten ...

    Aber jeder wie er mag - missionieren muß ich niemand.

    ... und das wars erstmal ...

    Gruß Volker

    P.S. Mir ist die westliche Seite des Pilion zu langweilig - ich liebe die östliche Seite ...
    abgesehen vielleicht von diesem tausendmal aufgenommen Altersruhesitz in Spe

  18. Dauerbesucher
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    AW: Seekajaking: Küstentörn und Inselsprung - Tipps & Tricks

    Hallo Volker (Platokrates),

    vielen Dank für das zum Träumen anregende Photo: „Alterssitz in romantischer Bucht“. Ich kann mir gut vorstellen, dass man dort seinen Lebensabend genießen möchte. Wenn man allerdings die vielen Bilder betrachtet, die bei Google Earth mit dem identischen Motiv eingestellt worden sind, keimt in mir der leise Verdacht, dass schon mehrere Personen auf die gleiche Idee mit dem Altersruhesitz gekommen sind. (Smiley: „Zwinkern“)

    Natürlich besteht die Möglichkeit, eine Diskussion auch über die Privatnachtichten zu führen oder gleich in eine private E-Mail-Korrespondenz einzusteigen. Aber das ist meines Erachtens nicht Sinn und Zweck eines Forums. Gerade der Bereich über Sicherheitsfragen bei Über- und Nachtfahrten oder bei beiden zusammen, dürfte von allgemeinen Interesse sein. Deshalb bin ich hier im Forum darauf eingegangen.

    Überfahrten, insbesondere in der Nacht, sind bestimmt nicht jedermanns Sache. Ich will auch dazu keinesfalls animieren, insbesondere dann nicht, wenn junge unerfahrene Einsteiger in das Seekajaking gleich solche Unternehmungen bei ihren Erstlingstouren planen! Ich gehe eigentlich davon aus, dass bei diesen außergewöhnlichen Aktionen das erforderliche Wissen, Können und eine langjährige Erfahrung vorhanden sein muss. Ich glaube aber oder hoffe zumindest, dass jeder selbst vernünftig genug ist, sein Risiko zu kalkulieren und sein Können und seine Leistungsfähigkeit richtig einzuschätzen. Deinen Hinweis auf das Motorrad ordne ich dem weiten Bereich der Erfahrung zu, und ich kann Deine Bemerkung sehr gut nachvollziehen. Da muss ich Dir unbedingt recht geben!

    Wenn Du schreibst, dass eine nächtliche Querung für Dich zu risikoreich ist, erkenne ich darin Deinen vernünftigen Menschenverstand, Dein weises, vorausschauendes Denken und dass Du am Boden der Realität fest verwurzelt bist.

    Hier im Forum hat man vor einiger Zeit lesen können, und es ist auch breit darüber diskutieren worden, dass Unfälle mit tödlichem Ausgang dadurch entstanden sind, weil das GPS versagt hat (Wintertour in Norwegen: Tod im Schneesturm, rund 700 m vor der Schutzhütte). Ich frage mich allerdings, warum sich dann einige Outdoorleute ausschließlich auf solche unzuverlässigen Geräte (Hardware und Software) als „einziges“ Navigationsmittel blind verlassen ... und auf Hightech-Material (Zelt, Schlafsack usw.), das einen norwegischen Blizzard nicht standgehalten hat. Wie Du ja völlig richtig ausgeführt hast, kann man ohne ein Mindestverständnis von Karten und Navigation auch ein GPS-Gerät nicht zufriedenstellend nutzen. Das sehe ich auch so! In diese Richtung gehen auch immer wieder meine Erklärungen und Warnungen. Deshalb verteufele ich aber keineswegs moderne Technik! Ich kritisiere mehr das blinde Vertrauen vieler unbedarfter Neulinge in die wohlklingenden Superlativen aber manchmal doch sehr irreführenden Werbeaussagen der Hersteller.

    Ich persönlich erkenne in einem GPS-Gerät ein reines Hilfsmittel für die Navigation, aber kein Allheilmittel, das alles kann. Nur wer die Grenzen seines GPS genau kennt und weiß, wo dessen Tücken liegen, ist mit solch einer Einrichtung gut bedient. Auch ich habe eins auf meinen Seekajaktouren dabei, benutze es aber ausschließlich zur Festlegung meiner Lagerposition, keinesfalls zum alleinigen Kurshalten während der der Tour und während einer Sturm-Fahrt schon gar nicht. In einigen Beiträgen habe ich die Grenzen beim Navigieren mittels GPS angesprochen und versucht, die damit verbundenen Schwierigkeiten zu erklären. Siehe dazu auch meinen vorangegangenen Post #896. Wenn man sich der Problematik bei der Anwendung eines GPS-Geräts bewusst ist, kann es durchaus eine sinnvolle, bequeme, optionsreiche und ja sogar sehr nützliche Hilfe beim Navigieren sein – nicht nur ein elektronisches Spielzeug. (Smiley: „Lächeln“) Etwas für wahre Freaks, wenn man zum Beispiel die „Geocacher“ betrachtet.

    In meinem Post #526 (klicke “hier“) habe ich einmal auf ironische Weise meine Wunschvorstellungen eines GPS-Geräts für meine Seekajak-Touren dargelegt und gleichzeitig das größte Problem dieser Geräte aufgezeigt, dass man den Vorhaltewinkel bei einer Abdrift immer noch selbst ermitteln und in das Gerät eingeben muss. Dazu gehört eben auch die von Dir für unbedingt notwendig erachteten Grundkenntnisse in Nautik, Navigation und Seemannschaft.

    Trotzdem höre ich immer wieder das fatale Argument: „Warum muss ich nautische Kenntnisse haben? Das GPS zeigt mit doch immer exakt die genaue Richtung zum Ziel an!“ Das ist auch völlig richtig – unbeirrbar weist das GPS zum eingegebenen Ziel! Aber von einer „Hundekurve“, man könnte sie auch modern als „GPS-Kurve“ bezeichnen, denn beides führt zum selben Resultat und von einer Abdrift durch Strömung, Wind, Wellen und Dünung, die zusammengenommen kräftiger sein kann, als die eigene maximale Paddelgeschwindigkeit, so wie ich das in meinen Posts zu diesem Thema beschrieben habe, haben diese technikgläubigen Argumentatoren leider noch nichts gehört.

    Ich bin überzeugt, dass diese Geräte immer perfekter, auch mit gesteigerter Zuverlässigkeit versehen ... und „ewig“ aufgeladenem Akku ausgestattet werden. (Smiley: „Plafondblick“) Nur das Denken und das Abschätzen von Gefahren werden diese GPS-Geräte einem nicht abnehmen können.

    Dein Tipp, die Ablesbarkeit der Bilder zu verbessern, indem Du die Farben in der Darstellung verfälschst, finde ich für eine gute, brauchbare Idee. Leider kann ich sie nicht nutzen, weil mein Uralt-GPS (Garmin etrex, erste Generation), noch keine Kartendarstellung besitzt.

    Es ist richtig, dass „fourty-niner“ und ich die Reservepaddel im Kajak haben wollen und nicht aufgeschnallt an Deck. In der Sitzluke sind sie aufgeräumt und das Bootsdeck ist praktisch leer - nichts behindert, nichts stört, nichts bleibt hängen, eine Beschädigung und Verschmutzung der Verbindungsmechanik unterbleibt, Wind und Wellen werden kein Widerstand geboten, die Lukendeckel der Stauräume sind hindernisfrei zugänglich und ein „Schwund“ wird dadurch ebenfalls minimiert. Während meiner ganzen Paddeljahre habe ich das Reservepaddel erst ein einziges Mal benutzen müssen.



    Bild 1: Paddelbruch im Jahre 2003 auf der Überfahrt vom Kap Sounio zur Insel Kea: Es herrschte Sturm mit satten 6 Beaufort und einer sehr kräftigen Dünung mit regelmäßigen Brechern bei den „Hohen Drei“, die mich vollkommen eingedeckt hatten. Ich musste mich mit der Paddelstütze und mit aller Gewalt gegen die seitlich anrollenden Wellenberge stemmen ... bis das moderne Hightech-Karbonpaddel seinen Geist aushauchte und in der Mitte einfach einknickte (vermutlich ein Materialfehler). Das war eine klassische Notsituation! Nur hätte mir das Reservepaddel an Deck auch nichts genützt, weil in dem Augenblick, als das Paddel entzwei gegangen war, der Brecher, gegen den ich mich gestemmt hatte, mich zur ersten Hälfte einer Kenterrolle zwang, und ich die Spritzdecken hätte sowieso öffnen müssen, um aus dem Kajak zu kommen. Aber sie war von selber aufgegangen, weil mich die Schwimmweste praktisch aus dem Kajak gezogen hat. Jetzt zwischen Festland und Insel hatte ich alle Ruhe, die gebrochenen Paddelblätter sicher im Gepäcknetz zu Verstauen, mein Reservepaddel aus der Sitzluke zu kramen, es zusammenzustecken und an die Paddelsicherungsleine zu binden. dann begann ich mit dem Wiedereinstieg. Einige Male musste ich es versuchen, weil mich die „überstürzende See“ beim Verschließen der Sitzluke mit der Spritzdecke immer wieder umgeworfen hatte.

    Nachzulesen ist dieses Erlebnis vom Absatz 10 bis 14 in meinem Post #41, klicke “hier“, wenn Interesse vorhanden ist.

    Ich persönlich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass eine Notsituation entstehen könnte, in der es ein Vorteil wäre, das Reservepaddel permanent auf Deck zu führen. Einziger Grund wäre für mich, dass die beiden Paddelhälften nicht in die Sitzluke passen. Das war auch bei mir der Fall. Ich habe deshalb mein Reservepaddel gekürzt und es genau dem Boot angepasst.

    Aber ich kann mich auch täuschen, einige Gesichtspunkte übersehen oder mich aus Vorsicht auch noch nie solchem Gefährdungspotential ausgesetzt haben. (Smiley: „Lächeln“)

    Viele Grüße
    Beyond

  19. Anfänger im Forum
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    AW: Seekajaking: Küstentörn und Inselsprung - Tipps & Tricks

    Hallo Beyond,

    „Ich weiß, dass ich nicht weiß“

    Zitat Zitat von Beyond Beitrag anzeigen

    Überfahrten, insbesondere in der Nacht, sind bestimmt nicht jedermanns Sache. Ich will auch dazu keinesfalls animieren, insbesondere dann nicht, wenn junge unerfahrene Einsteiger in das Seekajaking gleich solche Unternehmungen bei ihren Erstlingstouren planen! Ich gehe eigentlich davon aus, dass bei diesen außergewöhnlichen Aktionen das erforderliche Wissen, Können und eine langjährige Erfahrung vorhanden sein muss. Ich glaube aber oder hoffe zumindest, dass jeder selbst vernünftig genug ist, sein Risiko zu kalkulieren und sein Können und seine Leistungsfähigkeit richtig einzuschätzen. Deinen Hinweis auf das Motorrad ordne ich dem weiten Bereich der Erfahrung zu, und ich kann Deine Bemerkung sehr gut nachvollziehen. Da muss ich Dir unbedingt recht geben!

    Wenn Du schreibst, dass eine nächtliche Querung für Dich zu risikoreich ist, erkenne ich darin Deinen vernünftigen Menschenverstand, Dein weises, vorausschauendes Denken und dass Du am Boden der Realität fest verwurzelt bist.
    Ich finde eine nächtliche Querung immer zu risikoreich, auch wenn ich sie schon unternommen habe ...
    Und mir ging es gerade darum, das ich nicht glaube, das eigenes Können, Leistungsfähigkeit, e.t.c. das Risiko aussetzen,
    weil es eben nicht nur selbst gesteuert werden kann - daher der Verweis aufs Motorrad fahren.

    Aber wer will das schon beurteilen ...
    da halte ich es schon lieber mit dem oben zitiertem.


    Zitat Zitat von Beyond Beitrag anzeigen
    ... das größte Problem dieser Geräte aufgezeigt, dass man den Vorhaltewinkel bei einer Abdrift immer noch selbst ermitteln und in das Gerät eingeben muss ...

    ... „Hundekurve“, man könnte sie auch modern als „GPS-Kurve“ bezeichnen ...
    Wir sind uns ja einig, dass ein Mindestverständnis um Karten und Navigation vorhanden sein sollte ...
    und damit gibt es für mich kein GPS-Problem.
    Ich navigiere wie immer.
    Habe ich eine Landmarke ( besser 2 ), muß mir auffallen das sie sich zueinander verändern!
    Benutze ich dazu ein GPS, Kompass o.a. muß ich erkennen, das sich der angesteuerte Winkel ändert!
    Habe ich ein GPS mit Kartendarstellung, ist eine sogenannte Hundskurve auch grafisch direkt zu erkennen, wenn man die Trackingfunktion eingeschaltet hat!
    Ausgerechnet habe ich mir den vorzuhaltenden Winkel bisher noch nicht - das mag jetzt profan klingen, aber ich richte mein Kajak nach der try und error Methode aus.
    Klar allerdings: Ich informiere mich vorab, was mich vor Ort erwarten könnte.

    Zitat Zitat von Beyond Beitrag anzeigen
    Es ist richtig, dass „fourty-niner“ und ich die Reservepaddel im Kajak haben wollen und nicht aufgeschnallt an Deck. In der Sitzluke sind sie aufgeräumt und das Bootsdeck ist praktisch leer - nichts behindert, nichts stört, nichts bleibt hängen,
    Ich bevorzuge schmale Kajaks - da würde mich das Paddel in der Sitzluke schon stören.


    Zitat Zitat von Beyond Beitrag anzeigen
    eine Beschädigung und Verschmutzung der Verbindungsmechanik unterbleibt
    Das Wasser verschmutz meine Paddel nicht

    Zitat Zitat von Beyond Beitrag anzeigen
    Wind und Wellen werden kein Widerstand geboten, die Lukendeckel der Stauräume sind hindernisfrei zugänglich und ein „Schwund“ wird dadurch ebenfalls minimiert.
    ... sehe ich zumindest bei mir als irrelevant an ...


    Zitat Zitat von Beyond Beitrag anzeigen
    Während meiner ganzen Paddeljahre habe ich das Reservepaddel erst ein einziges Mal benutzen müssen.
    ... ich noch nie ...


    Zitat Zitat von Beyond Beitrag anzeigen
    weil mich die Schwimmweste praktisch aus dem Kajak gezogen hat.
    ... siehe schmales Kajak. Unter solchen Bedingungen paddel ich "verkantet",
    muß also bewußt aussteigen.
    Eine Rolle würde mir jetzt bestimmt auch nicht gelingen.
    Allerdings plädiere ich schon für deren Training - neben Übungen zum Selbsteinstieg!
    Auch wenn dir die Rolle selbst nicht gelingen sollte - wird dich die daran beteiligte Technik länger über dem Wasser halten als ohne diese Übungen ...

    Zitat Zitat von Beyond Beitrag anzeigen
    Ich persönlich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass eine Notsituation entstehen könnte, in der es ein Vorteil wäre, das Reservepaddel permanent auf Deck zu führen.
    Dito, nur umgekehrt
    Ich wäre nie auf die Idee gekommen, das mir ein Paddel im freien Wasser brechen könnte ...
    Ich hätte eher Bedenken, das mir dies in Untiefen oder Felsen passiert
    und ich dann möglichst schnell Ersatz zur Hand haben möchte.

    Da ich aber derzeit die meisten km mit dem Faltkajak zurück lege
    ist es müßig zu überlegen ob ich das Paddel tatsächlich im Kajak transportiere.
    Bei mir wäre nicht nur die Spritzdecke im Weg, sondern auch die Seesocke.
    Sollte ich die öffnen müssen, ist sowieso alles zu spät.
    Es kommt eher vor, das ich ohne Ersatz unterwegs bin ...

    Und zum Schluß wieder ein Erinnerungsbild.
    Seit 30 Jahren ein unveränderter Anblick der mich schon seit jeher faszinierte ...



    Gruß Volker

  20. Dauerbesucher
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    AW: Seekajaking: Küstentörn und Inselsprung - Tipps & Tricks

    Hallo Volker (Platokrates),

    „Ich weiß, dass ich nicht weiß“, dieses geflügelte Wort von Sokrates und von Platon überliefert, bildet den philosophischen Kern, auf den sich unsere beiden Meinungen aufbauen. An der Basis haben wir die selbe Auffassung und sie verästelt sich dann bei unseren unterschiedlichen Denkweisen nur mehr in den auslaufenden Zweigen.

    Wenn Du und ich die Grundkenntnisse von Nautik und Navigation beherrschen und die nötige Erfahrung beim Seekajaking gesammelt haben, dann ist es unerheblich, mit welchen Hilfsmitteln (mit GPS, mit dem Kompass oder allein auf Sicht mit den eigenen Augen) wir unser Paddel-Ziel ansteuern. Wie Du es sehr trefflich beschrieben hast, kennen wir die Probleme und stellen uns entsprechend darauf ein, wissen, was zu tun und zu lassen ist. Wenn ich das fremdgesteuerte Risiko mit einbeziehe, dürfte ich eigentlich gar nicht mehr von meinem Garten hinaus auf die Straße treten. (Smiley: „Zwinkern“)

    Nun, Du und ich kennen die Problematik bei einer Überfahrt und wissen uns zu helfen. Aber was ist mit den anderen, die die Marketing-Sprüche der Werbestrategen ungefiltert übernehmen, die meinen, sie haben sich die modernste Ausrüstung gekauft, jetzt kann ihnen nichts mehr passieren? Ist es nicht gerade das Nicht- und Halbwissen der Einsteiger, die anerzogene Selbstüberschätzung und das Ausschalten des vernünftigen Menschenverstands durch Vernachlässigung von Bildung, Selbstkritik und logischem Denken bei der heutigen heranwachsenden Generation, was zu den gravierenden Unfällen im Outdoorbereich führt und nicht nur dort? (Sicherheitssmiley: „Entwaffnendes Lächeln“, falls sich ein Mitglied der Outdoorseiten doch angesprochen fühlt, was ich allerdings nicht glaube.)

    „Ich weiß, dass ich nicht weiß“ - Sokrates hinterfragt mit diesem Spruch nicht das „Nichtwissen“, das in dem falsch übersetzten Wort „nicht = nichts“ steckt, sondern das „vermeintliche“ Wissen des Menschen, das sich bei sorgfältiger Betrachtung als widersprüchliches Scheinwissen offenbart. Das ist sehr leicht zu erkennen, an dem Nachplappern dieser Werbeaussagen und angelesenen Meinungen aus den Tiefen des Internets, die blind übernommen und nicht kritisch hinterfragt werden.

    Über das Zubehör zum Seekajaking muss sich jeder selber Gedanken machen, was er mitnimmt und wie er es verstaut. Darüber breit zu diskutieren, halte ich für nicht angebracht, zu unterschiedlich sind die Vorstellungen der einzelnen Paddler/Seekajaker und zu vielfältig und differenziert ihr benutztes Equipment. Du hast mir eine konkrete Frage zum Transport des Reservepaddels gestellt, und ich habe dazu meine persönliche Meinung kundgetan, mehr nicht. Ob meine Argumente, die für mein Paddelboot und meinen Wasserrührer zutreffen, auch für Deinen Seekajak und Dein Paddel gelten, kann ich nicht beurteilen. So wie Du noch nie das Reservepaddel benutzt hast, habe ich noch nie Probleme mit meinem Paddel in Ufernähe gehabt – C'est la vie.

    Konzentrieren wir uns lieber auf die nahe Zukunft, Du auf Deine beabsichtigte Tour durch Dalmatien, die immer näher rückt und ich aufs Holzhacken, damit ich warm durch den Wintern komme und ich dann, bei Minusgraden ourdoor und bei Temperaturen wie am östlichen Mittelmeer indoor, mir im Schaukelstuhl Deine ästhetischen Photos aus Griechenland Revue passieren lassen und mit geschlossenen Augen zu träumen beginnen kann, was ich im nächsten Jahr so alles unternehmen könnte ... Na ja, vielleicht kommen von Dir aus Dalmatien noch ein paar ebenso schöne Bilder hinzu. Dann könnte ich mein Traumspektrum auch auf diese Region ausweiten.

    Viele Grüße
    Beyond

    PS: „Ich weiß, dass ich nicht weiß“ - die beiden Philosophen scheinen es Dir sehr angetan zu haben, wenn man einzelne Wortschnipsel herauspickt und sie neu zusammensetzt.

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