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    Holzkocher "F!reProfi 128 mm"

    #1
    Kaufdatum: Herbst 2009
    Gebrauchszeitraum: bis heute
    Wetter-/Klimabedingungen: frostig, feucht, trocken
    Art des Einsatzes: als Holzkocher
    Hersteller: newfire.ch
    Modellbezeichnung: "F!reProfi 128 mm"
    Modelljahr: 2009
    Preis: 86,30 SFr (z.Zt ca 64 Euro)
    Vorgesehener Einsatzbereich: als Kocher oder Kleinlagerfeuer
    Ausstattung und besondere Details: Doppelwandausführung mit Sekundärverbrennungsluftzuführung

    So ein Lagerfeuerchen hat ja schon was besonderes. Und über Feuer kochen zu können erst Recht. Also hab ich, angeregt durch einige Threads hier im Forum, irgend wann mal meinen Ikea-Hobo gebaut, über den hier im Forum ja immer noch diskutiert wird.

    Letzten Herbst hat mich dann Werner Hohn gefragt, ob ich nicht auch mal Lust hätte, den F!re-Profi ausgiebig zu testen. Outdoorseiten.net e.V. hatte einen "F!reProfi 128 mm" vom Hersteller zu Testzwecken erhalten.

    Natürlich hab ich gleich zugesagt. Das Ding hatte ich ja auch schon im Internet entdeckt und die Beschreibungen klangen verlockend. Nun hatte ich also die Möglichkeit, selbst einen F!re-Profi unter verschiedensten Bedingung bis jetzt zu testen.

    Um es vorneweg zu sagen, ich stand dem F!re-Profi lange Zeit sehr kritisch gegenüber! Dieses federleichte Blechteil mit den dünnen Drahtärmchen sollte soo viel Geld kosten?!?

    Freunden habe ich den Kocher natürlich auch gezeigt. Überall die gleiche Reaktion: Soo Teuer??? Aber: Fair bleiben und erst mal richtig schlau machen und natürlich testen.

    Ich wollte nun auch erst Recht was über den Hintergrund des Kochers wissen, Materialien, Hersstellungsprozess etc. Ein reger Emailaustausch mit dem Hersteller brachte dann auch schnell Klarheit: Der Kocher ist von einer einfache Blechbüchse weit entfernt, es ist ein echtes Präzissionsteil "made in Switzerland" und sein Geld sicher Wert!

    Der Kocher besteht aus folgenden Einzelteilen:

    • einer Alu-Grundplatte zum aufstellen des Kochers,
    • einem Hitzereflektor, soll den Untergrund vor Entzündungstemperatur schützen,
    • einem aufrollbaren Windschutz und
    • dem eigentlichen Kocher in Doppelwandausführung mit Sekundärverbrennungsluftzuführung (auf dem ersten Foto oben schön am Flammenbild zu erkennen!)


    Die Bauteile des Kochers, speziell der Federstahlkkörper, bestehen laut Hersteller aus präzise mit Laser- oder Wasserstrahl geschnittenen Bauteile,die mit +/- 0,1 mm Toleranz zusammengefügt werden. Dadurch ergibt sich trotz der Zerlegbarkeit eine enorme und dauerhafte Stabilität. Bis heute hat sich an dem Testkocher nichts verzogen!

    Ich bin übrigens durchaus auch ziemlich grob mit dem Kocher umgegangen: fallen lassen, in den Rucksack geknäult etc. - nichts ist passiert. Dank des Federstahls blieb Form und Funktion bis jetzt erhalten!

    Was erst ziemlich sperrig erscheint, erweist sich schnell als Raumwunder! Man muss nur beim Verpacken zuerst den losen Feuerrost und dann den umgekehrten Kocher in die Hülle tun. Dann ergibt sich noch jede Menge Platz für Zubehör oder sogar Lebensmittel.

    Ich war nun mit dem Kocher während den Wintermonaten draußen und erst vor Kurzem habe ich letzte Tests gemacht. Natürlich klappt der Kocher mit trockenen Holz am besten. Als Brennstoff habe ich aber auch bewusst leicht feuchtes Holz gewählt, teils aus den Schnee, teils regennass. Bis zu fingerdicke Äste wurden dabei auch schon mal geschält und halbiert.

    Grundsätzlich gibt es nun verschiedene Möglichkeiten, wie der Kocher betrieben werden kann: als Kleinlagerfeuer und eben als Kocher. Der Unterschied beim Betrieb liegt darin, wie der Kocher mit Brennstoff "geladen" wird.

    Im Lagerfeuerbetrieb wird halt ein kleines Feuerchen mit vaselingetränkten Baumwollpads, Zunder etc entzündet und dann verschiedene, immer dickere Ästchen aufgelegt. Beim Kochen ist diese Methode eher unpraktisch, da ja ständig Ästchen nachgelegt werden müssen.

    Hier wird vom Hersteller deshalb folgende Beladung empfohlen:

    • Auf den Feuerrost eine Lage mit 1-2 cm dicken Hölzern schichten, im linken hinteren Teil nochmals eine halbe Lage
    • Darüber feinere Hölzer von 0.5 -1 cm Dicke. Zwischenräume links hinten mit kurzen dickeren Holz- oder Rindenstücken locker Füllen.
    • Zuletzt rechts neben der Einfülloffnung und rechts hinten das Anfeuernest mit feinem Astmaterial und Spänen vorbereiten. Es ist wichtig, das zwischen dem Anfeuernest und dem feinen bis mittelfeinen Holz ein harmonischer Übergang besteht.


    Wenn nun das Feuer vorne bei der Öffnung mit Hilfe eines Stücken Grillanzünders etc gezündet wird, passiert folgendes: Zugluft von der Einfüllöffnung her und die vorgewärmte Luft aus der Doppelwand sorgen für ein schnelles Starten des Feuers. Dabei kommt es zu einem nacheinander folgenden, linksdrehenden Abbrennen des Holzes.

    So entstand dann bei meinen Versuchen ein fürs kochen gut geeigneter und recht gleichmäßiger Brand von etwa 20 - 25 Minuten Dauer. Natürlich kann auch hier durch rechtzeitiges Nachlegen die Brenndauer verlängert werden. Übrig geblieben ist nur ein bisschen weiße Asche!

    Besonderes Augenmerk habe ich bei meinen Tests auf die Hitzeschutzfunktion zum Boden hin gelegt. Das Feuer soll ja auf keinen Fall den Untergrund, also Grasnarbe oder Waldboden, beeinträchtigen und gar Waldbrände auslösen. Was taugt also der Hitzereflektor?

    Im Vergleich zu meinem Ikea-Hobo ist der F!re-Profi auch in dieser Hinsicht richtig genial! Mehrere Test auf der Wiese haben ergeben, das sich der Untergrund unter dem Kocher tatsächlich bei weitem nicht bis zur Zündtemperatur aufheizt, das Gras blieb sogar grün. Stellt man den Kocher zur Seite, ist der Untergrund nur noch gut handwarm. Mein Ikea-Hobo hinterlässt hier kreisrund verbrannte Wiese. Der F!re-Profi kann dagegen sogar auf der flachen Hand gehalten werden, wenn noch Glut in der Brennkammer ist!





    Ganz spurlos geht der Betrieb des F!re-Profi aber dann doch nicht an der Natur vorbei. Einige Tage nach den Tests ist das Gras an den Standplätzen verwelkt und gelb geworden!


    Als Fazit kann ich dem F!re-Profi bestätigen, dass es sich um ein technisch ausgereiftes, funktionierendes und sicheres Produkt handelt, des hält, was es verspricht! Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis ist in Anbetracht des Herstellungsaufwandes mehr als in Ordnung. Dies zumal der F!re-Profi de facto auch nicht wirklich teuerer ist als zum Beispiel ein Bushbuddy etc dafür aber doch einiges bietet.

    Würde ich mir selbst einen F!re-Profi kaufen? Nun, lasse ich meinen Ikea-Hobo mal ganz aussen vor, dann fehlt mir leider der Vergleich zu andern Holzfeuerkochern. Bushbuddy und Co konnte ich bisher noch nicht selbst testen oder wenigstens im Betrieb sehen. Allerdings überzeugt mich das funktionierende Konzept des F!re-Profi, von daher wäre er sicher mein Favorit!
    Geändert von westwood (27.06.2010 um 15:07 Uhr)
    Mein Outdoor-Blog: WestwoodsForest

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