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  1. Fuchs
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    99. Etappe: Saarbrücken - Kirkel

    20.5.2013: 61,8 km per Rad mit dingsbums

    Später als erhofft konnte ich mich mit dem WAI wieder auf den Weg machen. Leider kam ich mit einer Schulterverletzung aus dem Winterurlaub, diese musste erst soweit heilen, dass Radfahren wieder eine Option war. Pfingsten war fast verplant, aber am Montag war noch Zeit. So überlegte ich mir eine schöne Tour an Saar, Blies und Mandelbach entlang. Dass Regen vorhergesagt war, ignorierte ich einfach. Hätte ich mich morgens vor meinem Start nochmal schlau gemacht, hätte ich diese Einstellung evtl. noch geändert. Hatte ich aber nicht und damit war es passiert - ich war 'im Auge des Bösen'. Regen den ganzen Tag, zum Teil erhebliche Mengen. Dies machte die Tour nicht leichter, aber schön war es irgendwie trotzdem. Alles ist saftig grün, viele Bäume blühen. Lange haben wir dieses Jahr darauf gewartet, die Freude an dieser Natur kann mir auch der Regen nicht nehmen.

    Viel zu früh mache ich mich morgens auf den Weg zum Bahnhof, im Zug nach Saarbrücken ist nichts los. Gegen 9:00 komme ich an, es regnet. (Morgens hoffte ich noch darauf, dass es irgendwann auch mal (wenigstens zwischenzeitlich) aufhört. Irgendwann war es mir einfach egal.)


    Start am Bahnhof in Saarbrücken

    Ich mache ein Bild vom WAI am Bahnhof, mit Kastanienbäumen. Torres hat Saarbrücken ja schon genauer gezeigt, ich kenne mich hier kaum aus. Ich weiß, dass ich durch die Fußgängerzone zum St. Johanner Markt und von dort runter zur Saar komme. Also einfach los. Neben dem Theater stoße ich dann auf die Saar, gleich mal ein Panoramafoto machen. Auch hier seht ihr die von Torres beschriebene Stadtautobahn direkt an der Saar.


    Saar(brücken) mit Stadtautobahn

    Kurz später zwingt mich der Radweg, links hoch zu fahren. Dann aber irritiert mich ...


    dieses Schild in Kombination mit ...


    ... dieser Wegführung.

    Ich komme von unten, soll also logischerweise auf die Brücke. Ich komme aber auch vom St. Johanner Markt, also doch nicht über die Brücke. Ach, was soll's, Brücken sind gut. Von oben kann man schöne Fotos machen. Und drüben sehe ich dann den nächsten Wegweiser: Genau, da will ich hin.


    Blick saaraufwärts. Die Saar kommt von der rechten Seite (in Blickrichtung), auf diese Uferseite zu wechseln ist also wirklich eine gute Idee.


    Und hier die Bestätigung.

    Es regnet heftig, es windet auch. Ich stelle fest, dass ich heute morgen einen Aussetzer hatte, was meine Bekleidung betrifft. Man merkt, ich fahre selten Rad. Irgendwie dachte ich, dass ein Poncho zum Radfahren doch super sein muss, der hängt über die Beine, viel besser als meine Regenhose. Und die Ärmel gucken zwar drunter raus, aber das macht nichts. Oh doch! Die Ärmel meines Softshells saugen sich voll, bei einem solchen Regen ist wasserabweisend nicht mehr hilfreich. Der Poncho rutscht immer hoch, außerdem werden die Unterschenkel von vorne und unten nass, die Nässe steigt immer weiter die Beine hoch. Zum Glück ist es nicht wirklich kalt. Irgendwann akzeptiere ich einfach, dass ich durchnässt bin, es hilft ja auch nichts, ich radele weiter und weiter. Interessanterweise war der Poncho später am Tag gar nicht so schlecht. Als es weniger regnete (vielleicht lag es auch am Wind nicht mehr von vorne), hing er brav da, wo ich ihn haben wollte und die Beine waren akzeptabel geschützt. Aber hier und jetzt war der Poncho alles andere als ein Regenschutz!

    Falls es einen Hinweis darauf gibt, dass man die Grenze von Deutschland nach Frankreich übertritt, habe ich diesen übersehen. Irgendwann war einfach durch die ein oder andere Kleinigkeit klar, dass ich mittlerweile in Frankreich bin. Der Weg zog sich nett an der Saar entlang. Für Fotos war mir das Wetter zu schlecht. Einmal machte ich dann doch ein Foto der netten kleinen Kanäle, die jeweils parallel zur Saar mit ihrem Wehr zur Schleuse hin führen.


    Links der Kanal, weiter hinten kommt die Schleuse, rechts die Saar mit Wehr irgendwo.

    Je näher ich Sarreguemines kam, desto größer wurde meine Lust auf ein zweites Frühstück. Milchkaffee und Croissant - das klang gut. Und dann war ich da. Der Zusammenfluss von Blies und Saar lag vor mir, schnell ein Bild gemacht und dann auf die Suche nach einer Boulangerie. Es wurde dann eine Pâtisserie, aber egal. Ich saß warm und trocken, vor mir Café au lait und Croissants - alles wird gut. Und obwohl es nicht schwer ist, dies zu bestellen, so war ich doch happy, dass mir die paar Worte auch 25 Jahre nach meinem Schulfranzösisch noch fließend über die Lippen kamen.


    Zusammenfluss von Blies und Saar, ganz rechts wieder der Weg zur Schleuse.


    Wehr in Sarreguemines


    Zweites Frühstück

    Danach konnte es gestärkt weitergehen. Es ging über die Saar, damit ich dann der Blies folgen konnte. Die Infotafeln beider Flüsse wurden abgelichtet. Es gab regelmäßig zusätzliche Infos über interessante Dinge längs des Wegs, aber bei Regen macht das einfach zu wenig Spaß. Ach, hatte ich erwähnt, dass es natürlich weiter regnete?


    Saartal


    Bliestal

    Die Radwege in Frankreich waren gut markiert, man musste sich nur daran gewöhnen, dass sie grün waren. Es ging durch idyllische Landschaft, nette Details am Wegrand.


    Radweg in Frankreich


    Netter Anblick


    Immer wieder saftige Wiesen und Hügel


    Nette Deko am Straßenrand

    In den nächsten Orten gab es einen Wander-Trink-Event - mir kamen regelmäßig Leute entgegen, die ein Weinglas um den Hals trugen. Außerdem passierte ich zwei kleine Festzelte. Hm, einkehren und ein Schlückchen Wein? Nein, lieber doch nicht. Meine Pause war ja noch gar nicht lange her, außerdem bezweifle ich, dass ich nach (selbst nur mäßigem) Weinkonsum noch weit hätte weiter radeln können.


    Auch auf dieser Brücke kamen mir Wanderer entgegen. Wohl ein internationaler Event ...


    Auch die Blies hat viel Wasser ...

    Weiter ging meine Reise, allerdings nicht über die Brücke, sondern weiter auf der französischen Seite. Hier gab es zwar zwischendurch keinen Radweg mehr, aber wenn die Straße direkt an der Blies verläuft und kein einziges Auto vorbeikommt, dann stört es nicht wirklich, dass man auf der Straße fahren muss.

    In Frauenberg passte ich dann nicht auf - es mag daran gelegen haben, dass ich erstens nur nach Karte im Kopf fuhr und zweitens mein Blick nach oben zu einer Burgruine ging. Ich radelte weiter und am Ausgang des Orts stoppte ich erst mal kurz, um mir einen alten Friedhof anzugucken.


    Friedhof in Frauenberg


    Friedhofstor und Blies

    Außerdem musste endlich mal ein Kanaldeckel fotografiert werden. Dieser hier ist zwar nicht wirklich besonders, aber ich habe mir irgendwann angewöhnt, in fremden Orten Kanaldeckel abzulichten. Da gibt es manchmal ganz tolle Exemplare!


    Kanaldeckel in Frauenberg

    Als ich dann aber im nächsten Ort angekommen war, fragte ich mich doch: "Müsste ich nicht so langsam über die Blies zurück nach Deutschland, damit ich ins Mandelbachtal komme? Dieser Ort mit H müsste doch schon längst da sein." Da half nix, mal das GPS ausgepackt. Ja, der Ort mit H heißt Habkirchen und liegt gegenüber von Frauenberg. Hm, noch etwas weiter zur nächsten Brücke und dann auf der deutschen Seite zurück oder lieber gleich zurück? Ach, ich gucke mal, es gibt doch bestimmt einen kleinen Weg direkt an der Blies, dann fahre ich gleich zurück. Der Versuch, einen Weg direkt an der Blies zu finden, endete fast in der Blies. Also doch entlang der Straße zurück. Die Fußgängerbrücke in Frauenberg war dann aber schnell gefunden. Okay, die war natürlich nicht ausgeschildert, an der durfte ich auch vorbeigefahren sein.


    Sackgasse auf der Suche nach einem Weg an der Blies


    Auf dem Rückweg wurde die Burgruine dann auch fotografiert.


    Über die Brücke der französischen Freundschaft zurück nach Deutschland


    Immer mehr Wasser in der Blies ...

    In Habkirchen entschied ich mich, noch bis zum nächsten Ort zu fahren, um dort eine Pause in irgendeiner Gaststätte einzulegen. Ich sah das Mandelbachtal-Infoschild zum ersten Mal und guckte runter ins Tal - das muss der Mandelbach sein.


    Mandelbachtal, angekommen

    In den nächsten Feldweg bog ich ein, aber nur um festzustellen, dass ich hier lieber doch nicht fahren will. Aber ansonsten war die Stelle traumhaft. Hach, würde jetzt die Sonne scheinen, dann könnte man sich hier hinhocken, den Blick genießen, Beine und Seele baumeln lassen. Hatte ich schon erwähnt, dass es immer noch regnete?


    Mandelbach, ein Traum


    Mandelbach, auch mit Hochwasser


    Mandelbach, ein Traum


    Mandelbach, auch mit Hochwasser

    Also doch lieber in den nächsten Ort, den mit B. Ich radelte die Bundesstraße entlang, das war doof. Allerdings entschädigte der Blick nach rechts dafür - immer Idylle pur, diese weißen Blumen, der Mandelbach selbst, schön.

    Endlich kam ich im Ort mit B an - Bebelsheim heißt er, verriet mir das Ortsschild. Nur eine Kneipe konnte ich nicht finden. Also weiter. Da, dort, ein Gaststättenschild. Tja, an einem verregneten Pfingstmontag in ländlicher Idylle war der leider geschlossen. Ich war aber reif für eine Pause. Also einen der Stühle unters Vordach gestellt und da gehockt. Schön ist anders, warm ist anders, aber es war immerhin geschützt vorm Regen - trocken wage ich nicht wirklich zu sagen.


    Alles dicht.


    Improvisierte Pause

    So langsam wurde mein Körper müde, aber ein bisschen des Weges wollte ich schon noch. Eigentlich hatte ich hier rechts hoch zu dieser Kuppe wollen, um die wunderbare Aussicht aufs Mandelbachtal zu genießen. Aber Regen, Müdigkeit und die Beschaffenheit der Feldwege bei diesem Wetter hielten mich dann doch davon ab. Allerdings muss ich sagen, auch so sah ich saftige Wiesen, blühende Obstbäume, geschwungene Hügel - schön war es hier schon.


    Der verschmähte Hügel


    Mandelbachtal


    Obstbäume ...


    ... in voller Blüte


    Mandelbachtal

    Und so fuhr ich langsam, aber stetig von einem Dörfchen zum nächsten. Die wenigen Gaststätten wurden genau begutachtet, aber alles geschlossen. In Biesingen war der Plan gewesen, durchs 'lange Tal' nach Lautzkirchen zu fahren. Die Abzweigung verpasste ich irgendwie, aber das war dann gut. So landete ich zwar wieder an der B423, aber hier verlief ein Radweg neben der Straße, dazwischen eine wunderschöne Platanenallee. Obwohl ich stoppte, um diese zu fotografieren, hatte ich nachher nur den Blick in Richtung 'langes Tal' abgelichtet.


    Aussicht an der B423


    Habe ich schon erwähnt, wie toll ich die blühenden Bäume immer finde?

    Der Vorteil dieser Variante war, dass ich auf Höhe blieb, und so ohne große Mühen zum Gollenstein fahren konnte. Wäre ich unten im Tal gewesen, ich glaube nicht, dass ich - geplant hin oder her - wirklich nochmal zu dem hoch gefahren (bzw. eher gelaufen) wäre.

    So konnte ich den größten Menhir Mitteleuropas bewundern und mit und ohne WAI ablichten. Da steht so ein Hinkelstein im Saarland rum, und ich wusste es mal nicht. Aber genau darum ist unser WAI ja unterwegs durch Deutschland und Nachbarländer. Damit wir unsere Heimat besser kennenlernen.


    Gollenstein


    Gollenstein


    Gollenstein

    Danach fuhr ich dann runter ins lange Tal und weiter nach Lautzkirchen. Von hier war es nur noch ein Katzensprung nach Kirkel und damit dem Ende der heutigen Reise. Kirkel liegt an der Bahnstrecke Saarbrücken - Kaiserslautern, von hier kam ich problemlos wieder nachhause. Die letzten Kilometer zogen sich dann nochmal sehr. Ich war immer noch in keiner Gaststätte gewesen, mittlerweile wollte ich auch nicht mehr. Und eigentlich ist es ja nett, wenn der Radweg statt an der Straße parallel dazu geschützt durch den Wald verläuft. Aber nasse Waldwege machen das Fahren nicht leichter.


    Das letzte Stück Radweg

    Der Bahnhof in Kirkel war kleiner als erwartet, und es gab keine Möglichkeit, was zum Trinken zu kaufen. Hätte ich doch nur weiter nach einer Gaststätte gesucht! Zum Glück kam recht bald eine Bahn nach Homburg. So nahm ich erst die, dort beim Umsteigen konnte ich Wasser erstehen, und dann ging es mit der nächsten Bahn wirklich nachhause bis Kaiserslautern.


    Das 'Beweisfoto' in Kirkel

    Im Zug unterhielt ich mich noch mit einem anderen Radfahrer. Er war die Blies entlang bis Blieskastel gefahren - und mehr als einmal 'durch die Blies', weil sie schon so hoch auf dem Radweg stand. Am nächsten Tag erfuhr ich von heftigen Überschwemmungen der Blies, die Wassermenge, die hier an diesem Montag gefallen war, war einfach gigantisch.
    Geändert von hotdog (25.05.2013 um 08:31 Uhr)

  2. Fuchs
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    100. Etappe: 30.5.2013

    Kirkel - Neunkirchen: per Tretroller mit dingsbums


    Da wir gestern einen Feiertag und überraschend gutes Wetter hatten (im Gegensatz zu heute), beschloss ich, meine erste längere Rollertour zum WAI-Transport zu nutzen.

    So ging wieder mit der Bahn 'zurück' nach Kirkel. Schöner ist der Bahnhof nicht geworden, deswegen machte ich am Eingangspfad zum Bahnhof ein Bild von WAI und Roller.


    Bahnhof Kirkel

    Erst musste ich ein kurzes Stück durch den Ort rollern, dann ging es über eine Brücke auf die andere Bahnseite und danach einen Feldweg neben der Bahn hinab. Mein erster 'Downhill' auf einem Feldweg. Aber das Gefälle war sanft und es rollte sich super.


    Kirkel

    Ich blieb heute auf dem Saar-Nahe-Höhen-Radweg, dieser führte mich erst einmal parallel zur Bahn nach Limbach. Schön war es hier, alles blühte und grünte, der Weg war fast eben.


    Kirkel


    Kirkel


    Kirkel

    Kurz später lud dieser Weiher zu einer Pause ein - aber ich war ja erst losgerollert, also keine Pause für mich.


    Weiher kurz vor Limbach

    In Limbach gab es dann eine Infotafel. Die guckte ich mir aber nicht näher an, ich wusste, ich folge diesem Radweg, bis ich keine Lust mehr habe. Ein Foto kann aber nicht schaden ...


    Infotafel in Limbach

    Kurz später querte ich dann die A6. Irgendwie ist es schon ein komisches Gefühl, auf einer Brücke über die Autobahn zu stehen. Gut, ich mache dies auch sehr selten, für andere ist das vielleicht 'normal'.


    A6

    Kurz vor Niederbexbach stieß ich dann auch wieder auf die Blies, die mir ja mehr oder weniger die Richtung heute vorgab.


    Blies kurz vor Niederbexbach

    In Niederbexbach amüsierte ich mich dann über folgendes Verkehrsschild:


    Niederbexbach

    Ich verifizierte auch sofort die Gegenrichtung:


    Niederbexbach

    Ich kann mir richtig vorstellen, wie die in diesem Ort in der Ratssitzung diskutiert haben, dass dieses Slalomfahren auf der Straße ja gar nicht geht und man ein einseitiges Halteverbot machen sollte. Aber welche Seite? Diskussionen über Diskussionen ... und schließlich dieser Kompromiss. Vielleicht ist die Entstehung auch eine ganz andere, aber zumindest an diesem Tag haben sich alle brav daran gehalten. Es war Mai und die Autos standen alle auf 'meiner' Seite, denn der Mai ist nicht gerade.

    Kurz später machte ich dann das letzte nette Bild von weiten, grünen Wiesen und Wald.


    Irgendwo hinter Niederbexbach

    Danach führte der Weg leider auf der Straße weiter, teilweise durch Gewerbe-/Industriegebiete. Dieser Teil war gar nicht schön. Außerdem wurde ich müde und hätte gerne eine Pause gemacht, aber nicht hier. So verpasste ich dann fast den Abzweig auf den Radweg. Nun gut, er war irgendwie auch gesperrt, aber ich beschloss, dieses Schild zu ignorieren.


    Wieder auf den Radweg an der Blies entlang, Neunkirchen

    Ich mutmaßte, dass der Weg noch von der Überschwemmung der Blies gesperrt war, als mir kurz später Radfahrer entgegenkamen, bestärkte mich das darin, dass der Weg gut zu nutzen sei. Nun ja, gesperrt war er eher deswegen:


    Gesperrter Radweg, Neunkirchen

    Wie man sieht, kommt man mit etwas Willen schon vorbei. Ich allerdings hatte vorher, an der ersten Bank, eine kleine Pause gemacht.


    Radweg, Neunkirchen

    Das Trittbrett eignet sich so übrigens hervorragend, um die Füsse drauf zu stellen und richtig entspannt zu sitzen. Ich hatte einen netten Blick auf die Blies, wieder mit normaler Wassermenge, und der weitere Weg war auch wieder netter.


    Blies, Neunkirchen


    Radweg, Neunkirchen

    Nach dieser Pause war ich dann recht schnell in der Innenstadt von Neunkirchen. Ach was soll's, hier auf dem Stummplatz in der Sonne sitzen, klingt gut. Also noch eine Pause.


    Stummplatz, Neunkirchen

    Neugierig machte mich das Industriedenkmal, das hinter den Gebäuden rausguckte. So drehte ich eine Runde und guckte mir das Alte Hüttenareal mit besserem Blick an.


    Altes Hüttenareal, Neunkirchen


    Altes Hüttenareal, Neunkirchen


    Altes Hüttenareal, Neunkirchen


    Altes Hüttenareal, Neunkirchen


    Altes Hüttenareal, Neunkirchen


    Altes Hüttenareal, Neunkirchen

    Direkt dahinter kam ich dann zu dieser Kreuzung und konnte es mir nicht verkneifen, für das Forum auch davon ein Bild zu machen.


    Decathlon, Neunkirchen

    Ursprünglich hatte ich noch etwas weiter rollern wollen, aber meine Knie gaben mir zu verstehen, dass sie das anstrengend finden. Da weiter fahren auch bedeutet hätte, noch einmal mehr umsteigen zu müssen auf der Rückfahrt, entschied ich mich, den Tag für heute zu beenden.

    So ging es ein letztes Mal über die Blies, und das WAI befindet sich jetzt virtuell am Bahnhof in Neunkirchen.


    Blies, Neunkirchen


    Bahnhof, Neunkirchen
    Geändert von hotdog (02.06.2013 um 08:18 Uhr)

  3. Fuchs
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    101: Etappe: 23.6.2013

    Neunkirchen - Otzenhausen: 50,58 km per Rad mit dingsbums


    Sonntagmorgen, da stehen das WAI, mein Fahrrad und ich also wieder in Neunkirchen am Bahnhof. Hübscher ist er nicht geworden, aber nach dem Foto geht es ja auch gleich los.


    Neunkirchen, Bahnhof

    Heute folge ich bis zum Bostalsee dem Saar-Nahe-Höhen-Radweg. Dieser führt mich erst einmal nach Wiebelskirchen. Bekannt ist dieser Ort höchstens als Geburtsort von Erich Honecker. Ich werfe zum letzten Mal einen Blick auf die Blies. Danach führt der Radweg konstant über die Höhe, über Wirtschafts- und Feldwege. Dabei werden mehr oder weniger alle Orte umgangen, eine schöne Streckenführung (von der ich dann leider etwas abweichen musste, gleich mehr dazu).


    Wiebelskirchen


    Blies, Wiebelskirchen


    Grüne Hänge, mit Wäldern, Wiesen und Feldern, sind typisch für den weiteren Weg.

    Auf und ab gibt es trotz 'Höhenweg' genug. Netterweise stehen vor den meisten längeren Steigungen Hinweisschilder folgender Art, so dass man abschätzen kann, was einen erwartet:


    Typisches Infoschild

    Nach einiger Zeit sehe ich Autos am Straßenrand. Dorffest? Was-auch-immer-Event? Nein, hier gibt es Erdbeeren zum Selberpflücken. Ich widerstehe und fahre weiter. Hier beginnt auch eine Art Erlebnispfad, es gibt nette Dinge zu entdecken. So halte ich immer mal wieder an, gucke, mache Fotos. Außerdem schiebe ich den ein oder anderen Hügel hoch. Dadurch überhole ich eine Läuferin mehrere Male, keine Ahnung, was die wohl von mir denkt.




    Erdbeeren zum Selberpflücken, Naschen inbegriffen


    Details am Straßenrand


    Die Läuferin


    Kornblumen

    So zog sich der Weg immer weiter, und irgendwann war es Zeit für eine Pause. Die nächste Bank sollte es sein. Die ließ dann natürlich auf sich warten, und als ich dort ankam - gab es die ersten Tropfen des Tages. Zum Glück hörten diese aber genauso schnell wieder auf, und so rastete ich erst einmal.


    Radweg, schöne Abwechslung


    Panorama


    Pausenbank


    Pausenaussicht, da hinten ist das Wetter noch schlechter

    Während dieser Pause stellte ich dann fest, dass die Batterien des GPS fast leer sind. Na toll, ich hatte es gestern abend doch extra noch angeschaltet, da sagte die Anzeige was ganz anderes. Half ja nix, ich wollte weiter tracken. Also ließ ich das GPS nach der nächsten Tanke suchen. Es gibt eine in Marpingen, sollte nicht so weit sein. War es auch nicht, unten in Marpingen war ich ganz schnell. Bzw. noch etwas tiefer, nach Marpingen selbst musste ich schon wieder bergan. Und nach Marpingen musste ich so richtig viel bergan, um wieder auf den Radweg zu kommen. Es wurde wieder geschoben. Egal, ich war unterwegs, das Wetter war gut, die Bewegung tat mir gut. Zu Fuß bin ich halt langsamer, aber was soll's.

    Um so schöner war es, wieder auf dem Höhenweg angekommen zu sein, und weiter zu radeln. Belohnt wurde das mit netten Aussichten und einem Waldabschnitt, der Abwechslung bot. Auf der anderen Seite war es dann aber auch wieder gut, nach dem 'dunklen' Wald auf hellen Wiesen anzukommen.


    Höhenweg


    Vorsicht bei Kreuzungen im Wald, hier z.B. geht es links ab.

    Nach weiterem Auf und Ab war ich dann am Bostalsee angekommen. Hier war die Hölle los - huch? Ich zockelte also mit meinem Rad zwischen Menschenmengen und bekam schnell mit - Open Air am Bostalsee. Man hörte auch schon den Soundcheck. Manche Besucher ließen auf nicht zu softe Musik schließen, andere passten zu Heavy aber auch wieder gar nichts ins Bild. Es waren die Hosen, die später ihr Konzert geben sollten. Okay, das erklärte irgendwie das gemischte Publikum. Ich machte eine Pause am Seeufer, guckte Leute, hörte Soundcheck.


    Bostalsee


    Bostalsee


    Bostalsee, die Bühne von hinten


    Bostalsee, auch das WAI genießt die Aussicht

    Danach ging es weiter, jetzt auf dem Saarland-Radweg, eigentlich entlang einer ruhigen Nebenstraße. Außer wenn Tausende Menschen ihren Weg zum Konzert suchen. Viel Gegenverkehr auf dieser Straße, so war ich froh, als der Radweg auf einen Feldweg abbog. Hier traf ich dann tatsächlich noch ein Auto. Sie hielten auch an und fragten mich 'Kommen wir auf diesem Weg nach Bosen?' Da ich genau daher kam, konnte ich ihnen sogar fundierte Auskunft geben.


    Wie gehabt, grüne Hügel ...


    ... soweit das Auge reicht.

    So langsam wurde ich wirklich müde, nun gut, weit war es nicht mehr bis Otzenhausen. Und schon tauchte die A62 in meinem Sichtfeld auf. Diese wurde überquert, nicht ohne Fotos zu machen. Wie oft ich wohl schon unter der Brücke durchgefahren bin, auf der ich jetzt stand? Kurz überlegte ich, einfach auf kürzestem Weg nach Otzenhausen zu rollen, entschied mich dann aber doch dafür, dem Radweg zu folgen.


    Die A62 taucht auf.


    Blick von der Brücke


    Das heutige Ziel ist nach.

    Es fing noch einmal an zu regnen. Sollte ich jetzt wirklich noch meinen Poncho rausholen müssen? Ich tat es und fluchte. Mein Rad fiel mir bei der Aktion um, das Schutzblech war danach etwas verzogen und schleifte. Hatte ich irgendwas an Werkzeug dabei? Nein, natürlich nicht. Ich versuchte immer mal wieder, mit der Hand irgendwas zu biegen und zu ziehen, dass es weniger schleift, wenig Erfolg. Vielleicht ein bisschen. Okay, es war ja nicht mehr weit. Es hörte auch wieder auf zu regnen.


    Fast da. Obwohl es gar nicht zum Ringwall, sondern zur Straße ging. Ich folgte weiter dem Radweg.


    Letzte Hürde

    Und so kam ich dann beim Parkplatz unterhalb des Ringwalls an. Juchu! Nun gut, eigentlich kam ich ein paar Meter daneben aus dem Wald, hockte mich auf die Bank und rief Holger an, der mich abholen kam. Aber dann fuhr ich auch noch die paar Meter zum Parkplatz, da dort die nächste Etappe starten soll. Beim Versuch, ein nettes Foto mit WAI zu machen, stürzte es auch noch in den Graben, wurde aber sofort von mir gerettet. So endete eine Tour, nach der ich zufrieden, aber auch erschöpft war. Bald geht es weiter.


    Die Bank an der Straße. Riskant? Egal, da wird sich jetzt gesetzt und ausgeruht!


    Abgestürzt.


    Hier geht es auf der nächsten Etappe weiter ...
    Geändert von hotdog (20.08.2013 um 16:44 Uhr)

  4. 103. Etappe: 12.10.2013 - 13.10.2013

    Echternach - Rothekreuz: xxx km per Rad mit Werner Hohn

    Im Oktober mit dem WAI von Echternach an den Rhein

    oder

    Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist die Bundesstraße

    Erster Tag: Von Echternach bis Weidenbach

    Das WAI in einem Echternacher Café

    Da ist sie nun wieder. Vor ziemlich genau 4 Jahren hatte ich die Dose schon einmal in der Hand, in Norddeutschland, auf einer der ersten Etappen. Heute habe ich 5.000 Beiträge mehr im Forum, bin gealtert und soll die Dose an den Rhein bringen. Pünktlich, wie sie es angekündigt hat, radelt "Dingsbums" mit, na, ich möcht' sagen, einem Einkaufsradel auf den Place du Marché in Echternach. Kaffee, ein paar Worte und dann bin ich weg. Der Wetterbericht treibt und eine Erkältung macht sich in den Knochen breit. Bevor ich auf dem Kaffeehausstuhl noch durch und durch krank werde, will ich auf der Straße sein. Wenn dann doch nix mehr geht, geht ab Bitburg die Deutsche Bahn.

    St.-Willibrord-Basilika in Echternach

    Wahlplakate habe ich in Luxemburg schon wieder ertragen müssen. Auch da ist Wahlkampf. Als Deutscher fällt die Vorstellung schwer, dass die im Großherzogtum wählen gehen. Sogar der Junker will sich tatsächlich wieder wählen lassen. Trotz eher nicht vorhandener Kenntnisse der lokalen Sprache behaupte ich, dass der Inhalt der Wahlplakate, was den Gehalt der Parolen betrifft, gleich dem deutscher Wahlplakate ist. Viele Wanderer sind unterwegs, die üblichen Kirchenbesucher, ansonsten steht völlig überraschend auch in Luxemburg das eine oder andere Gebäude vernagelt in der Stadt rum. Wie wird das hier aussehen, wenn der Ami mit seinem Kampf gegen die Steueroasen fertig ist? Ich will's mir nicht vorstellen.

    Bei Irrel

    Da steht es wieder, jenes ungeliebte Schild. Von wegen Bundesstraße. Auf den Nims-Radweg werde ich gezwungen. Laubbedeckt durch den Wald, dafür eben. Rutschig ist das nasse Laub, zur schmierig, um das Rad laufen zu lassen. Zur Entschädigung bleibt der Radweg mehr oder weniger in der Nähe der Bundesstraße. Mich beschleicht der Verdacht, das wird sich bis Bitburg nicht ändern. Dabei hatte ich schon in Echternacherbrück geschaut, ob ich auf die Bundesstraße darf. Am Norma vorbei und dann hinten den Berg hoch nach Bitburg. Kein Problem. Leider ist sofort Schluss. Die Sauer runter nach Minden werde ich umgeleitet und von da die Prüm kurz hoch bis zu Mündung der Nims. An der Prüm hat ein in den Radweg ragender Ast das dünne Tachokabel zerrissen. In die Fahrbahn einer Bundesstraße ragt kein Ast.

    "Verschiebung" von Albert Hettinger

    Angefangen hat das vor einem Vierteljahrhundert. Überall tauchte Kunst auf, bei der sich viele fragten, was daran Kunst sein soll. Nicht nur weil die Leute mit Spitzweg, Dali und "Mohnblumen im Kornfeld" mehr anfangen können. Auch weil sich nicht wenige die Frage stellten - und viele tun das immer noch -, warum man Landschaft zustellen muss, mit Zeugs, das sonst keiner haben will. Wurde damals der Topf "Kunst im öffentlichen Raum" aufgemacht, der bis heute ergiebig sprudelt? Wanderwege und Radwege kommen scheinbar nicht mehr ohne aus. Kann man so von Sinnen sein?

    Irgendwo am Nims-Radweg

    Du fährst da durch, drehst eine Runde auf der schmalen Dorfstraße, machst ein Foto, nimmst die ganz fest vor, später den Ortsnamen aufzuschreiben und fährst weiter. Tja, Kirche und Dorf bleiben namenlos. Am Radweg jedenfalls, da wo das Nimstal flach und weit ist. Aber das kann überall dort sein.

    Ein Bitburger Foto

    Was wäre das kleine Städtchen da oben am westlichen Rand der Eifel ohne die Brauerei, die hier zum Konzern gewachsen ist. Von wegen beschaulicher Braukeller. Wer sich Bitburg nährt, kommt nicht an den Hallen der Brauerei vorbei. Was wird aus Bitburg, wenn die Brauerei dicht macht? Trinken die Bitburger dann aus lauter Gram für alle Zeiten Altbier, die ganz Verzweifelten sogar Kölsch?

    Ich bin oft mit dem Auto durch Bitburg gefahren, und nie, nie bin ich auf die Idee gekommen, durch ein schönes Städtchen zu fahren. Aus dem Fahrradsattel wird's nicht schöner. Dicht dran vorbei, und gut ist.

    Kreuzung B 257/"Grüne Straße Eifel-Ardennen"

    Unten im Kylltal, am Bitburger Bahnhof in Erdorf, habe ich dem Radweg abgeschworen. Dem Kylltal-Radweg hätte ich ab da steigungsfrei bis Kyllburg folgen können. Die Bundesstraßenwahl ist eine dumme Wahl gewesen, denn er geht steil hoch nach Badem. Oben werde ich mit Fernsichten unter grauen Wolken belohnt. So fern also nicht. Besichtigen könnte ich Einiges, wenn ich den braunen Schildern folgen würde. Im Kloster Himmerod wollte man uns vor Jahren nicht die große Keramikschale eines Töpfers aus Italien verkaufen. "Die können sie sich sowieso nicht leisten!" Die Tür war zu, noch ehe wir antworten konnten. Und auf meinen Eifelquerungen zu Fuß, bin ich schon zweimal am Kloster vorbei gewandert. Heute zieht mich nichts mehr dorthin. Ab jetzt immer dem Nürburgring hinterher. Der ist in der Eifel so großräumig ausgeschildert, als wolle man den für alle eventuellen Ewigkeiten halten.

    Bei Steinborn

    Pause am Rand der Straße auf einer Bank am Abzweig nach Steinborn. Kalt und Wind von Westen. Beim Fahren ist das toll, weil der Wind schiebt, bei der Pause nervt der Wind, weil ich friere. Zwei Mars, ein Müsliriegel, eine Banane. Das Wasser in der Flasche ist vom Fahrtwind auf Eiseskälte gekühlt. Gerne würde ich länger sitzen bleiben, wenn es nur wärmer wäre. Auch die Frage, wo ich heute Nacht schlafe, ist noch offen. Daun? Bis dahin machen die Beine nicht mehr mit. Auf der Höhe eines am Straßenrand auftauchenden Hotels haben sie den Dienst verweigert. Ein Hotel in der Eifel mit einem belgischen Besitzer und - was sonst um diese Jahreszeit - voll mit Urlaubern aus Belgien.

    Zweiter Tag: Von Weidenbach nach Linz am Rhein

    Bei Weidenbach

    In der Nacht hat es geregnet. Mehrmals bin ich davon aufgewacht. Der Morgen ist alles andere als sonntäglich schön. Nebel liegt tief über der Eifel. Vereinzelte Tropfen fallen aus dem unsichtbaren Himmel. Auf der Bundesstraße bin ich alleine unterwegs. Sonntags, bei so einem Wetter, treibt sich nicht auf der Straße rum, wer ein warmes Bett sein Eigen nennt. Einmal rundum in Plastik verpackt, ist der Morgen jedoch auszuhalten. Innen ist es mollig warm. Leider rinnt bei jedem Anstieg der Schweiß, als wäre Hochsommer. Die Reifen zischen bei den Abfahrten auf der nassen Straße. Die Handschuhe sind in wasserdichte Latexhandschuhe verpackt. Eine neue Versuchsreihe, aus der Serie "Aus der Not geboren".

    Das hat Daun nicht verdient

    Dass ich nicht nach Daun hinein fahren werde, ist sonnenklar. Daun ist nicht schlecht fürn Kaffee oder ein Abendessen oder wenn man nach einer Wanderung noch durch ein kurzes Einkaufsmeilchen schlendern möchte. Daun hat einen Nachteil: Egal von wo ich komme, irgendwo muss ich immer einen Hügel hoch. Deshalb vorbei und am Kreisverkehr raus nach Kelberg. Die Ausschilderung zum Nürburgring zählt immer noch. Ach ja, in Pützborn, noch vor Daun, ist die Straße aufgerissen. Das ist toll, denn mit dem Rad ist das kein Problem. Für die zwei Jaguar aus Luxemburg schon, denn an der Absperrung ist für die Schluss. Die Freuden des Radfahrens, sind kleine manchmal kleine Schadenfreuden.

    Landstraße 46 bei Kradenbach

    Die L 46 ist eine tolle Straße. Wer mit dem Fahrrad von Daun zum Nürburgring möchte, tut gut daran diese Straße zu nehmen. Ganz sachte führt die unter der Autobahn her hoch zur Bundesstraße 410 vor Kelberg. Im Regen, oder wie an diesem Tag, der nicht richtig hell werden möchte, ist die Fahrt mit dem Rad auf dieser Landstraße eigentlich noch schöner als an einem trockenen und warmen Tag. Wie das runter zu aussieht, weiß ich nicht. Das könnte bei dem heutigen Wetter ungemütlich werden. Bei dem Schietwetter heute ist die Straße toll, weil ich am flachen Anstieg im Plastik nicht gedünstet werde.

    Pfarrkirche Hilgerath

    Diese Kirche muss in den Bericht. Etwas Kultur muss sein. Abseits der L 36 auf einer Anhöhe gelegen, ist die Pfarrkirche ganz schön weit weg von den Dörfern rundum. Die weiße Kirche steht ganz alleine da oben, und unten am Abzweig steht der Hinweis, dass im Winter nicht gestreut wird. Gottvertrauen hilft oder Winterreifen, vermutlich beides. Wird da oben überhaupt noch die Messe gelesen, oder ist die schöne Kirche das, was heutzutage viele Kirchen sind: eine bessere Friedhofskapelle? Ich bin schon lange nicht mehr da oben gewesen. Früher habe ich oft da gesessen, wenn die von der Firma aufgetragene Arbeit die Arbeitszeit nicht ausgefüllt hat. Auf der Bank neben dem Friedhof sitzen und über eine sonnenbeschienene Eifel schauen im Stundenlohn, war nicht die schlechteste aller Bezahlungen.

    Immer der Bundesstraße nach

    Weiter nach Mayen, auch wenn vorher ein fieses Tal mit einem fiesen Anstieg auf mich wartet, und dann weiter an den Laacher See und zum Schluss durch das Brohltal an den Rhein. In Bad Breisig mit der Autofähre ans andere Ufer, noch einer langer, ehedem schrecklicher, nun locker zu fahrender Anstieg hoch, fertig wäre der WAI-Transport Richtung NRW. Doch Nürburgring oder lieber Mayen und das Kloster Maria Laach? Was für eine Frage! Maria Laach lässt man nicht aus. Dort werde ich sogar die Tupperdose aus der Packtasche kramen, um diese vor das romanische Portal der Kirche zu halten. Klick, schon wäre vereint, was nicht zusammenpasst.

    K 89 bei Reimerath

    In Hünerbach bin ich Richtung Nürburgring abgebogen. Woher der Sinneswandel? Vielleicht lag es an der Baustelle kurz vorher. Die verführerische B 410 ist unter eine Asphaltfräse geraten. Männer vom Straßenbau, habt ihr auch feinere Fräsen, welche, die einem die .... nicht ins Innere treiben? Auf zum Ring, ist ja nur um die Ecke. Und eine schöne Strecke ist es auch, wenn auch eine kurze. Ab dem Nürburgring wird es nur noch den Berg hinab gehen. Hinunter ins Ahrtal, durch das bis an den Rhein bei Linz. Der letzte Anstieg heim, das wäre aber dann allerdings ein Anstieg. Dann ab, zum "Ring", sogar das WAI hat eine Nürburgring-Affäre verdient.

    Kurt-Beck-Gedächnisanlage

    Hier hat der Kurt mit seinen Mannen Millionen versenkt, hat sich die komplette Landesregierung von Rheinland-Pfalz angeblich über den Tisch ziehen lassen, sagen die, die Kurt und seinen Mannen Böses wollen. Gewinne wird der neue Nürburgring nie abwerfen, es sei denn, er bekommt einen Schuldenerlass, sagen Leute, die es wissen sollten. Sonntag, um die Mittagszeit, nebenan, so um die 400 Meter weit weg, findet auf der Nordschleife, das ist die "Grüne Hölle", ein Langstreckenrennen statt. Besucher sind keine zu sehen. Als ich jung war, habe ich mir kein Rennen am Ring entgehen lassen. Freitags hin, Sonntagnachmittag weg; und sich auf der Heimfahrt fragen, wer gewonnen hat. Damals haben wir den Hatzenbach vollgeschissen und vollgekotzt. Der mit dem Auto, der hat Eintritt bezahlt, alle anderen sind hinten rum über die tief im Wald versteckten Zäune geklettert. In Gedenken an Kurt halte ich dann endlich das WAI in die Luft. Hier passt es. Und die Haare könnt ich mir auch mal wieder schneiden lassen, fällt mir ein.

    Adenau

    Schlagartig bessert sich das Wetter, als ich vom Ring hinunter Richtung Ahrtal abbiege. In der Ferne leuchtet der Wald in bunten Herbstfarben. Da will ich hin. Den Berg hinunter gönne ich mir Rennen mit Autos, deren Auspuff meist röhrt und deren Fahrer meist viel zu schnell unterwegs sind. Einen britischen Caterham zwinge ich in zwei Spitzkehren lang hinter mein Rad. Die wollen sich zwingen lassen. Wenn die wollten, wie die Flunder kann, würde ich Abgase atmen. Sie wollen nicht. Ein weißer Ford Focus RS macht kurzen Prozess. Ich bilde mir ein, das dumpfe Klacken des Gaspedals auf dem Bodenblech zu hören.

    Sancta Maria Immaculata bei Pützfeld

    Etwas Ahr-Radweg muss sein. Von Pützfeld bis Altenahr lohnt der. Laub auf den Verbundsteinpflasterwegen. Die ersten Fahrräder seit dem Start an der luxemburger Grenze. Familien im Freizeitdress, versiffte MTBler, doch alles in allem sehr wenig Radverkehr. Das Wetter lockt wohl nicht. Der Radweg wird von Wandergruppen bevölkert. Kleine und ganz große. Altenahr ist wie immer. Eine lange, sich in nach links und nach rechts teilende Hauptstraße. An der Brücke steht seit ich denken kann, die Frittenbude, daneben der "Saloon"; und in den wenigen Cafés sitzen Rentner. Wanderhorden treiben sich auf den Bürgersteigen durchs Dörfchen. Früher begann oder endete hier die Paradestrecke des Rotweinwanderwegs. Heute ist das noch immer so, aber heute kommt noch der Ahrsteig dazu. Volksauflauf in Tatzenjacken, mit Deuter-Rucksäcken. Der Rotweinwanderweg war in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten mein jährliches Pflichtprogramm. Die dreißig Kilometer von Bad Bodendorf nach Altenahr an einem Tag mussten eben sein. An dunklen Frühlings- und Herbstwochentagen konnte man auf dem Weg fast sicher sein, bei einem Herzinfarkt auf sich alleine gestellt zu sein. Ich werde mir einen neuen Weg suchen müssen.

    Mayschoß

    Von der Winzergenossenschaft hämmert Schlagermusik über die Bundesstraße. Von weiter die Straße runter ist Blechmusik zu hören. Hinter der Frittenbude rauscht unhörbar die Ahr. Auf dem Parkplatz neben dem Bahnhof reiht sich ein Wohnmobil an das nächste. Wanderer kommen vom Bahnhof oder gehen zum Bahnhof. Mayschoß ist Feiertourismus im Kleinen. Wenn das am Ballermann so wäre, wie an diesem Sonntag in Mayschoß, würden die den Ballermann als Seniorenresidenz vermarkten. Nicht alle Dörfer an der Ahr sind so. Alle anderen sind komplett verschlafen. Daran ändern auch die vielen spätsommerlichen Winzerfeste nichts.

    Weinberge bei Dernau

    Das Beste an Dernau? Die Tankstelle, die internistische Arztpraxis und das es leiser als in Mayschoß zu geht. Auf der Ahrtalstraße nach dem Ort, ahnt kein Fremder dass unter den Weinreben zu seiner Linken der ehemalige "Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes im Krisen- und Verteidigungsfall zur Wahrung von deren Funktionstüchtigkeit"* sich kilometerlang unter den Weinbergen hinzieht. Einen "Regierungsbunker" im märkischen Sand, gibt es wohl nicht. Wohl nicht oder noch nicht?

    * bei der Wikipedia geklaut

    Kloster Kalvarienberg in Ahrweiler

    Wer die Ahr entlang zu Fuß oder mit dem Rad auf dem Weg nach Bad Neuenahr ist, müsste blind sein, wenn er die über die Weinreben ragende "Festung" Kalvarienberg übersieht. Beim Näherkommen verdunkelt sich der Himmel. Beim Näherkommen wird der Mensch klein. Beim Näherkommen könnte man auf die Idee kommen, dass Tebartz-van Elst womöglich alles bischofsmögliche in seinem Limburger Bistum falsch gemacht hat, doch eins mit Sicherheit nicht: er hat sich einen guten Architekt geleistet.

    Rotwein. Was sonst!

    Die Zeit der Weinlese an der Ahr. Das noch dichte, grüne Laub der Weinreben dämpft die Stimmen, verdeckt die Menschen zwischen den Reihen. Kleine Traktoren stehen am Wegrand. "Bütt" an "Bütt" sind gefüllt mir den roten kleinen Weintrauben. Wer Weintrauben nur aus der Gemüseabteilung im Supermarkt kennt, wundert sich, wie klein die Weintrauben sind. Fürn Rotwein fahren sogar eingefleischte Pilstrinker an die Ahr. Heimkommen ohne einen Sechser-Karton Rotwein von der Ahr, möchten die Wenigsten. Perlen vor die Säue, bezeichnet das ein mir bekannter Winzer, ohne die er leider kein Auskommen hat. Prost, ach nee, zum Wohl!

    Ahrtor in Ahrweiler

    Wer ins Ahrtal fährt, wer Rotwein von der Ahr kauft, wer auf dem Rotweinwanderweg wandert, wer auf dem Ahrsteig ein Stückchen geht, wer mit dem Rad den Ahrtal-Radweg abklappert, wer mit der Deutschen Bahn durchs Ahrtal fährt, wer kein Geld für die Spielbank im benachbarten Bad Neuenahr hat, wer einen intakten alten Stadtkern besichtigen will, wer sich an den Tagen rund ums Wochenende durchs Gewühl schieben will, wer einfach nur mal Tapetenwechsel von Maria Laach braucht, wer ein Auto hat, der fährt nach Ahrweiler. Konkurrenz hat das Städtchen im Tal keine.

    Bad Neuenahr

    Tante Ernas sehnlichst erwartete Erbschaft ist nicht so üppig ausgefallen wie erwartet? Die Pension vom selig dahin geschiedenen Ehemann reicht nicht für den Lebenstraum Baden-Baden? Bad Neuenahr ist die Lösung. Mit Kunstpelz im kostenpflichtigen Kurpark wandeln, sollte frau jedoch auch hier nicht. Hündchen halten geht aber auch hier, besonders an der Promenade links und rechts der Ahr. Kinder sollten beim Spielen aufpassen, nicht in deren Hinterlassenschaften im dichten Ufergras zu treten. Was das Hündchen betrifft, kennen alte Frauen kein Erbarmen. Was sagen sie, das ist ein Radweg? Steigen sie gefälligst ab und gehen um meinen Hund herum! Ach-so, Bad Neuenahr pur gibt es schon ewig nicht mehr. Ahrweiler gehört dazu.

    Kripp-Linz - Das WAI überquert den Rhein

    Das war's. Auf der Rheinfähre schaut sich ein Mann die Straßenkarte auf der Lenkertasche an. Wie ich es denn von Bitburg an den Rhein geschafft habe? Die Karte zeigt immer noch die Strecke von Echternach bis Bitburg. Mit dem Rad gefahren, aus'm Kopp, habe ich ihm gesagt. Da hat er zweifelnd geschaut. Geht das? Ja, das geht. Ich hätte auch zu Fuß ohne Karte gehen können, habe ich nachgeschoben. Da ist er nach vorne ans Tor gegangen, welches Fußgänger vom Gang ins Rheinwasser abhält.

    Eifel und Ahrtal von Linz/Roniger Hof

    Das war es dann doch noch nicht. Noch 12 Kilometer bis nach Hause. Einmal muss ich noch den Berg hinauf. So gut wie alles im kleinsten Gang. Belohnt wird das mit einer tollen Fernsicht zurück in die Eifel, ins Ahrtal und rechts vorne, da wo die Eifel hinter Bonn anfängt, wird die große weiße Kugel mit der Radaranlage der Fraunhofer-Gesellschaft den Blick festhalten. Leider gibt das Wetter über der Eifel und dem Ahrtal keinen berauschenden Blick in die Ferne her. Hinter mir, wo die ganz und gar nicht westerwälderischen Ausläufer des Rheinischen Westerwalds ins Tal auslaufen, scheint die Sonne.

    @ hotdog

    Gefahrene Strecke auf Google Maps bei "Autobahnen vermeiden".

    In Worten für Maps: Echternach - Minden - Reimerath - Nürburgring, Nürburgring Boulevard, Nürburg - Altenahr- Kripp (- Linz am Rhein und noch 12 Kilometer weiter)
    Geändert von hotdog (21.10.2013 um 13:00 Uhr)
    .

  5. 105. Etappe: 19.10.2013

    Rohtekreuz - Burg Drachenfels: xxx km zu Fuß mit Werner Hohn


    zu Fuß

    Mit dem WAI von Rheinland-Pfalz nach Nordrhein-Westfalen


    Sonntagnachmittag und heute. An der Kreuzung kommt das WAI wieder auf die Route.


    Ginsterhahn und das, was es da zu sehen gibt. Wenn man weiter sehen könnte, könnte man die Eifel sehen. Die kann man so früh am Morgen eh nicht sehen, weil sie sich noch im Morgengrauen versteckt.


    Der Asberg. Auf dessen Rückseite fängt Nordrhein-Westfalen an. Dann mit aller Kraft weiter in die neue Welt.


    Kalenborn. Reste ehemaliger Förderbänder zwischen Basaltstein - oder so. Kunst an der ehemaligen Bahntrasse. Na, immerhin wurde und wird hier Basalt abgebaut.


    Für den Dipl. Hobbykoch mit dem 1.000-Euro-Messerset?


    Das WAI trifft auf eine neue Dimension.


    Samstag, 19. Oktober 2013 9:50: Das WAI errecht NRW. Telefongespräch nach Bonn zum dort tagenden Empfangskomitee. Ankunft Drachenfels 12 Uhr. Aus dem Hintergrund wird die Uhrzeit kommentiert mit "ich soll mir Zeit lassen, man sitze noch bei Kaffee, Brötchen und Marmelade". So sind sie, die aus NRW. Der Rheinländer kämpft im Siebengebirge ums Überleben und die hocken in der alten Hauptstadt in der warmen Stube. Wie gut, dass ich nicht nach Berlin wandern musste.


    Der Stellweg. Ein Weg wie das Land sich gerne sieht. Direkt und geradeaus. So um die 7 Kilometer mit nur einem Knick waren dann doch etwas zäh.


    Wenn du nicht weißt wo du bist, aber solche Wege siehst, bist du im Siebengebirge. Rechts der ist für Pferde, links für den Rest der Welt. Im mit üppigen Beamtenpensionen gesegneten Bonner Umland, legen die Leute Wert auf gutes Geläuf für ihren Gaul.


    Wehrhütte. Es ist ein langer und zäher Anstieg gewesen. Das gefühlte Durchschnittstempo ist von 6 auf 5,7 km/h gesunken. Der Drachenfels taucht immer noch nicht auf. Die Löwenburg, auf die es nicht einmal ein Bruchteil der Drachenfelsbesucher schafft, steht auf jedem Stein.


    Ersatzburg. Man weiß ja nie, wonach noch gefragt wird.


    Dank 25.000-fachem Zoom erkennbar: die Burg auf dem Drachenfels. Noch 40 Minuten zu Fuß. Es ist voll geworden im Wald. Ums Siebengebierge würde ich einen Zaun ziehen und an den Eingängen Kassenhäuschen aufstellen.


    Geschlagene 18 Kilometer musste ich gehen, bis der Drachenfels auf den Wegweisern auftaucht. Von hinten kommt eh keiner und von vorne fahren alle mit der Zahnradbahn hoch.


    Samstag, 18 Oktober 2013, 12:04: Das WAI erreicht den Drachenfels. Pünktlich wie vor 2 Stunden und 10 Minuten geschätzt. Jetzt heißt es warten. Sabine38, Sarekmaniac, Goettergatte und TOM kommen pünktlich die angekündigte halbe Stunde später. Oder war es eine Dreiviertelstunde?


    @hotdog:

    Die ungefähre Route auf Google Maps bei Fußgänger.

    In Worten: Rothe-Kreuz, Leubsdorf - Stellweg, Bad Honnef - Milchhäuschen, Königswinter - Drachenfels, Königswinter
    Geändert von hotdog (21.10.2013 um 13:07 Uhr)
    .

  6. Alter Hase
    Avatar von Goettergatte
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    106. Etappe: 18.10.2013

    Burg Drachenfels - Bonn: 16,6 km zu Fuß mit Goettergatte, Sabine38, Sarekmaniac, T0M


    Das WAI kommt nach Nordrhein-Westfalen!

    Diese Botschaft erreicht uns am zweitvorletzten Oktoberwochenende des 2013tem Jahr nach Fleischwerdung des Herrn, im vierten Jahr seiner Irrfahrt.
    Damit es auch zügig nach Überschreitung der Grenze WAIter kann, wird flugs ein Empfangskommitee einberufen, welches aus zu je gleicher Stärke aus Rheinländern und Westfalen besteht,
    zumindest was deren momentane Residenz betrifft.
    Rheinländer und Westfalen?
    Ja!
    Es ist furchtbar, aber es geht!

    So treffen wir uns am Morgen des 18.Oktober im südlichen Kastellgraben des Bonner Legionslagers und lagebesprechen unser Vorhaben bei einem reichhaltigen Frühstück.

    Das Molwanisch-Kartographische-Institut hat uns für diesen Zweck die Zusendung einer "das Zielgebiet ausreichend abdeckende Wanderkarte in großem Maßstab" zugesagt,
    und sein Versprechen - wie (auch) immer - gehalten.



    Während der Lagebesprechung, gegen 10.00 Uhr, zu nachtschlafender Zeit, erreicht uns per Fernsprecher die Nachricht, daß das WAI in just jenem Moment die Grenze überschreitet.
    Ihm, dem WAI-Träger wird geheißen, bloß die Ruhe zu bewahren, nicht zu hetzen, denn man esse noch und sei nicht gewillt, die Tour schlecht vorbereitet, in schlechter Verfassung und übereilt anzugehen.

    Nach Abwägen sämtlicher Um-, Ab-, Auf- und Zustände begeben wir uns mittels Fuß und Metro (Partialuntergrundtram) nach Königswinter am Drachenfels.

    Dieser wird binnen 30 Minuten erklommen.

    An der Bergstation der Bahn treffen wir das WAI, zusammen mit Werner Hohn, seinem Träger.



    Nachdem dieser das WAI an Sabine übergeben hat, dürfen wir alle es einmal halten, drücken und kosen.




    O-Ton Werner: "Da hinten ist der Asberg, da überschritt das WAI die Grenze" Foto by T0M

    Göga kann es nicht lassen, ihm einmal die Löwenburg zu zeigen, deren Bergfuß es noch wenige Viertelstunden zuvor passiert hat.


    Der Berg zu des WAIs Rechten, die Löwenburg

    Darauf genießt es einmal die Aussicht den Rhein hinauf, von wo es herkommt und darauf den Blick Rheinab, wohin es getragen werden wird.


    Rheinauf:
    Hier sehen wir die Insel Nonnenwerth (Internat für gutbetuchte Schulversager), auf der die Geliebte eines gewissen Roland als Nonne eintrat, dieweil Roland in Liebesschmerz am Fensterbogen der Burg Rolandseck, rechts der Insel, auf dem Berge, verschmachtete. Links der Insel Röhndorf, Heimat eines alten Politikers




    Blick Rheinab,
    das unsägliche Hochhaus ist das, die Wiege der Republik verunstaltende, Posthochhaus


    Darauf meint das WAI, wenn es schon hier sei, so möchte es auch ganz hinauf, dort wo das Nationaldenkmal der deutschen Schwiegermütter sei,
    der Drachenfels.



    Während der Rest der Deligierten im Windschatten tagt, erklimmen Sabine und Göga den Burgfels und machen, wie es dem WAI gefällt, Gipfelfotos vom höchsten Rheinufergipfel unseres Bundeslandes.




    Romanischer Hybridbau,Verwaltungs- Wohnungs- und Wehrbau, sowie Demonstrationsobjekt.

    Danach ruht das WAI an einem Fenster des Pallas, mit Blick auf die Godesburg.




    Nunmehr gibt es aber kein Halten, wir schreiten jetzt zügig talwärts, die zugige Höhe des Felses hinter uns lassend, streben wir, der Bahntrasse folgend, einer Umleitung entlang, ...



    ... über die Villa Burghof (welche ein nettes ODS-Heim abgäbe),



    ... dem Schloß Drachenburg zu, einem Drehort des Filmes "Schtonk"




    (INFO: Bitte kein Bildmaterial einfügen, das die Rechte Dritter verletzt. d.h. i.d.R. keine Musikvideos, TV-Serien etc. )
    Schloß Drachenburg in Min. 3.49,
    Eva Braun nackt vorm Watzmann findet ihr in Min. 4.30 und hier ab Min. 1.40 )


    Hier begegnet uns einige Male die Drachenfelsbahn. Am Weinhaus (nicht WAIhaus) "Winzerhof" vorbei gelangen wir zur Nibelungenhalle. Sie wird zur Zeit restauriert.








    Königswinter und Reben...


    ... und ohne Reben

    WAIter geht es dann, vorbei am "Vater Rhein Haus", dem Geburtshaus von Prof. Eduard Rhein, Erfinder des nach ihm benannten Rheins. (Somit ist er, zusammen mit Eduard Ruck und Friedrich Sack, sowie Edmund Koffer, einer der Begründer des modernen Tourismus), zur Talstation.


    Vater Rhein Haus

    Hier fordert das WAI uns auf, für die Pufferküsser des Forums einige Bilder der historischen Lokomotive zu machen (wo ist die Baureiennummer?)



    Hier am Anfang des Aufstiegs zum Drachenfels wird ausdrücklich vor Schwiegermüttern gewarnt.


    Achtung Schwiegermütter

    Danach verabschieden das WAI und wir uns von Werner und wir tauchen in Königswinters Altstadt ein, um bald darauf die Fähre zum Godesberger Ufer zu erreichen.


    Partien aus der Altstadt

    Foto by T0M
    Warten auf die Fähre


    Fähre Königswinter

    Foto by T0M
    WAI an Bord

    Nach dem Übersetzen herrscht erst einmal eine gewisse Wirrnis bezüglich des Wegverlaufs, nicht der Richtung wegen, sondern der Nutzungstrennung. Es ist unklar, ob wir auf einem Hybrid- oder einem reinen Radweg sind.

    ]Foto by T0M

    ]Foto by T0M
    Das WAI auf Rheinkilometer 650,1

    Bald stellt sich jedoch heraus, ein Hybridweg ist es nicht, Wanderer sind ca. 3 m höher, hinter den Bäumen besser gelitten.

    Es bieten sich noch einige entzückende Blicke auf Schwiegermutterfels und Siebengebirge, sowie den Petersberg, mit seinem Steuergeldgrab, dem ehemaligen Bundesgästehaus. Es wird nicht das letzte Steuergrab des Tages bleiben.





    Alleeig führt der Weg rheinab, linkerhand befinden sich Villen, tief verborgen hinter weitläufigen Parks säumen sie das Ufer, rechterhand sieht man am jenseitigen Ufer Trachytsteinbrüche, der Trachyt war ein Exportschlager des Mittelalters, vor allem in den Norden Europas, als Mahl und Mühlstein und als Werkstein, die Dome von Ribe und Roskilde (Vorgängerbau) sind bzw. waren aus diesem Stein gebaut.


    Steinbruch



    Ruderer sind neben kleineren Schiffen und großen Schubeinheiten unterwegs.




    Wir kommen auch an einer von Professor Rheins Strömungsmaschinen vorbei, welche den Rhein in Bewegung halten. Eine sehr sinnige Einrichtung, denn stehende Gewässer sind zuweilen recht langweilig. (Prof. Rheins Erfindung hatte Dr. Mosel bei der Seinigen ruhig beherzigen sollen)


    Rheinströmungsmaschine

    Wir kommen am Castanjen-Mausoleum vorbei, früher ein Erbbegräbnis, heute Urnennekropole.
    Am gegenübrigen Ufer grüßt St. Cäcilia von Oberkassel, das WAI grüßt zurück.


    Mausoleum


    St. Cäcilien


    Rheinschiffahrt alt und "neu"

    Bald schon sind wir in den weitläufigen Rheinauenanlagen angelangt und auf dem Beuler Ufer tritt die Rohmühle ins Blickfeld.


    Rohmühle


    Bonn in Sicht

    Danach unterqueren wir die Adenauerbrücke und erreichen das große Steuergeldgrabfeld Bonn-Gronau (OK,Ok, es wurde hier nicht so viel verbrannt, wie im Spreesand versenkt wurde)
    Eine Kackophonie in Glas, die der historischen Würde des Geländes, als Wiege unserer Demokratie, rein garnicht entspricht, ist der unsagbare Trumm des Post/DHL Turms.



    Hinter ihm steht eines der teuersten Bürogebäude der Republik, der nicht ganz lotrechte Schürmannbau .


    Das WAI im alten Regierungsviertel

    Hier machen wir an einem unhübschen Kiosk kurz Rast.
    Aber wer rastet rostet und so drängt man zu weiteren Schritten, am Langen Eugen vorbei, zum Wasserwerk, dem einstigen provisorischen Plenarsaal des Bundestages, ...

    Foto by T0M
    Langer Eugen, jetzt UNO


    Wasserwerk

    Foto by T0M
    Neuer Plenarsaal

    ...darauf folgt der unnütze Bau des neuen Plenarsaals, gefolgt von der Villa Hammerschmidt, dem Zweitsitz eines Mannes, der eine Geheimdienstsache ab- und aufarbeitete, aber von einer Abhöhraffäre nichts wissen mag.


    Villa Hammerschmidt



    Rückblicke

    Srtrax sind wir schon am Rheinpavillion, an welchem wir in Richtung Hofgarten abbiegen.
    Das WAI erblickt den Hofgarten im 30ten Jahr der denkwürdigen Ereignisse gegen den Nato-Doppelbeschluß, fast, nur 3 Sonnenaufgänge daneben, auf den Tag genau.
    Man wird Zeuge einer Erinnerungsveranstaltung an jene Tage des „Heißen Herbstes“ 83.




    Danach queren wir die Popp-Allee, das WAI erhascht einen Blick auf das Poppschloß, in dessen Schatten der Bonner Titanwurz zuweilen Blüht.



    Wir Betreten die Bonner Altstadt im Bereich der, auf einem römischen Gräberfeld angelegten Stiftsburg, die Stiftskirche reckt sich uns entgegen und im Straßenpflaster ist das Fundament der ehem. Michaelskirche markiert.


    Bonn Altstadt

    Auf dem Stiftsplatz nimmt das WAI den Bonner Pranger in Augenschein, bevor es sich anschaut, wie Beethoven der Post den Rückenzukehrt (erinnert sich jemand an die alte Frage aus Trivial Pursuit „Wo kehrt Beethoven der Post den Rücken zu")

    Von hier eilen wir, am alten Steintor und dem Bonner Löwen vorbei, zum Friedensplatz, von wo wir eiligst dem Brauhaus Bönnsch zu streben, um bei einigen Gläsern Bönnsch und Grillhaxen, mit krachenden Schwarten, Stärkung zu erfahren.



    Dabei liest uns Sabine aus dem WAI-Tagebuch vor, eine Sache die sich nicht einfach gestaltet, da nicht jeder Stift wasserbeständig und jede Schrift gut lesbar ist.
    Lobend erwänen muß ich hier aber die kunstvollen Ausführungen Baltic Skins und die platzsparende Art novembers .


    WAI und Bönsch - Sabine versucht Herrn Pfad-Finders Bericht zu entziffern

    Nach Mal und Trank verabschiedet sich T0M vom WAI und uns. Wir folgen Sabine und Dem WAI WAIter durch die Bonner Nordstadt zum Römerlager, wo wir dem WAI und Sabine eine Gute Nacht wünschen.

    Ruhe wohl mein WAI.
    Geändert von hotdog (09.04.2014 um 09:28 Uhr)
    Wärme wünscht/ der vom Wege kommt-------------Draußen hängt die Welt
    Mit erkaltetem Knie;-------------------------------------------in Fetzen
    Mit Kost und Kleidern/ erquicke den Wandrer,------Laßt uns drinnen Speck ansetzen
    Der über Felsen fuhr.________havamal
    --------"Was darf Satire?-Alles!" Tucholsky.

  7. Fuchs
    Avatar von dingsbums
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    AW: Saarland/Rheinland-Pfalz: Die Route

    Ich möchte die Reiseberichte über meine letzten Etappen mit dem WAI noch nachreichen. Irgendwie bin ich nie dazu gekommen ... Also heute erst einmal die 'Königsetappe', die Gipfel von Saarland und Rheinland-Pfalz wurden an einem Tag erwandert. Der Bericht wird wohl eher kurz werden, ist einfach schon zu lange her. Aber Fotos sagen ja oft mehr als Worte.

    Endlich war es soweit: Wir hatten sonst keine Wochenendverpflichtungen, das Wetter war nicht mehr zu heiß zum Wandern, und so standen wir an einem Sonntagmorgen im August auf dem Parkplatz unterhalb von Dollberg und Ringwall. Wir - das sind mein Mann Holger und ich. Während ich davor und danach mit Fahrrad und Tretroller als Einzelkämpfer unterwegs war, begleitete Holger mich auf dieser Wanderung, was mich sehr gefreut hat.


    Start am Parkplatz


    Der Weg heute lief entlang des Saar-Hunsrück-Steigs.

    Los ging's, hoch zum Ringwall. Schon bald tauchten die ersten Steine auf, schlau machen dazu konnte man sich auf den Informationstafeln. Auch der Blick runter zum Nonnweiler Stausee war nett.


    Erste Steine am Ringwall


    Nonnweiler Stausee


    Informationstafel

    Über den Nordwall verließen wir den Ringwall dann Richtung Gipfel des Dollberg. Direkt daneben wuchsen viele Blaubeeren. Lecker! Außerdem - Steine und Blaubeeren? Das weckt ja direkt Erinnerungen an Lappland.


    Infotafel zur Hauptmauer


    Rauf geht's.


    Ausblick oben


    Und auf der anderen Seite wieder runter.


    Blaubeeren, fast wie in Lappland

    Weiter ging's und schon bald war der Dollberg erreicht. Das nutzten wir für eine erste kleine Pause, ein Baumstamm lud zum Sitzen ein.


    Beweisfoto am Dollberg - dingsbums und WAI


    Pausenplatz

    Der Weg war einfach zu laufen. Aussicht gab es eher selten, ein typischer Waldweg halt, aber schön. Und so kamen wir nach Börfink und entschlossen uns, einen Abstecher zum Forellenhof zu machen. Mittagessen klang nach einer guten Idee. Die auf einem Schild angekündigten 300 m waren dann doch eher noch 1 km, und ich hatte ein Tief. Aber dann waren wir gut angekommen, und genossen Forelle auf der Terrasse.


    Waldweg


    Bank an einem der seltenen 'Aussichtspunkte'


    Die Aussicht dazu


    Historisches am Wegesrand


    Waldweg


    Waldweg


    Forellenhof


    Mittagessen: lecker Forelle

    So gestärkt konnten wir uns dann auf den Weg zum Erbeskopf machen, schließlich wollte auch dieser Gipfel noch bestiegen werden.


    Zurück zum Wanderweg, hier ging es weiter.


    Ausblick von oben auf die Weiher


    Hm, der springt eher nicht mehr.

    Weiter ging es durch Wald, Wald und Wald. Deswegen gibt es vom nächsten Abschnitt eher weniger Fotos, und dann waren wir schon fast da. Es gab noch einen komischen kleinen Umweg - das Infoschild verriet es: Siegfrieds Quelle. Interessant dabei fand ich auch die Tatzen, die das Hunsrückhaus da nutzt.


    Siegfrieds Quelle


    Infotafel dazu


    Bald geschafft!


    Kurz vor dem Ziel


    Noch einmal die Aussicht genießen

    Und dann waren wir oben. Und ich war richtig geschafft. Man muss dazu sagen, dass ich davor länger nicht mehr wandern war, da ich lange brauchte, bis meine Knieverletzung auskuriert war. Und zwischen anderthalb Stunden Nordic Walking und einer mehrstündigen Wandertour, da gibt es doch einen Unterschied. Zusätzlich, da diese Tagestour die Generalprobe vor dem Wanderurlaub war, hatte ich extra die (für Temperatur und Gelände zu) schweren Wanderstiefel angezogen. Außerdem hatte ich mit gut 16 km die Strecke zu optimistisch abgeschätzt. Wir waren jetzt doch über 22 km unterwegs gewesen. Und so konnte ich auch mit guten Gewissen richtig müde sein.


    Infos über den Erbeskopf


    Der Aussichtsturm


    Skulptur


    Skulptur


    Skulptur


    Plateau mit Aussichtsturm


    Das WAI guckt vom Turm in alle Richtungen.


    Das WAI guckt vom Turm in alle Richtungen.


    Das WAI guckt vom Turm in alle Richtungen.


    Das WAI guckt vom Turm in alle Richtungen.


    Das WAI guckt vom Turm in alle Richtungen.


    Weitere BeWAIsfotos ...


    ... auch in Groß

    Zum Abschluss wurde dann noch die Skulptur Windklang bewundert, bevor es die letzten Meter runter zum Hunsrückhaus ging. Müde, aber auch zufrieden nach einer schönen Wanderung, machten wir uns auf den Heimweg.


    Windklang


    Die letzten Meter


    Windklang


    Windklang


    Windklang


    Ist da etwa jemand verliebt?


    Und zum Abschluss noch einmal Windklang in der tief stehenden Sonne ...

  8. Fuchs
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    103. Etappe: 10.10.2013 - 12.10.2013

    Erbeskopf - Echternach: 141,3 km per Rad mit dingsbums


    Schon vor unserem Lappland-Urlaub im September hatte ich mit Werner ausgemacht, das WAI Anfang Oktober zu übergeben. Dummerweise wurden die Pläne an den Wochenenden nach dem Urlaub wieder über den Haufen geworfen, so dass die Zeit knapp wurde, dem WAI noch meine Heimat zu zeigen. Was ich aber wollte, nachdem ich es jetzt schon durchs halbe Saarland gebracht hatte.

    Die Wetteraussichten für das Übergabewochenende waren nicht die besten, eine Erkältung im Anmarsch - und ich dachte mir: Jetzt erst recht! So nahm ich kurzfristig zwei Tage Urlaub und machte mich an einem trüben Donnerstagmorgen auf den Weg.

    Erbeskopf - Orscholz

    Holger setzte mich netterweise mitsamt Fahrrad am Erbeskopf ab. Noch schnell ein Bild vom Aussichtsturm im Nebel gemacht, dann rollte ich los. Heute sollte mich mein Weg lange entlang des Hunsrück-Radwegs führen. Leider kam ich nicht weit - nach ca. 2 km hatte ich einen Platten. Ich mache normalerweise keine Radtouren, bin lange sogar gar kein Rad mehr gefahren. (Warum auch immer, als Kind, Jugendlicher, Student war ich viel mit dem Rad unterwegs, aber nachdem mir mein Moutainbike abhanden kam, hörte ich einfach auf.) So war ich komplett ohne Ausrüstung unterwegs, nur eine Luftpumpe hatte ich dabei. Außerdem ist mein Rad, das ich mittlerweile besitze, recht einfach, ich zitiere einfach mal Werner:

    Zitat Zitat von Werner Hohn Beitrag anzeigen
    Pünktlich, wie sie es angekündigt hat, radelt "Dingsbums" mit, na, ich möcht' sagen, einem Einkaufsradel auf den Place du Marché in Echternach.
    Da stand ich also mit meinem Einkaufsradel ohne Flickzeugs und hatte eigentlich eine 3-Tagestour vor mir. Was tun? Natürlich versuchte ich es erst mal mit Nachpumpen - das hielt nur ein paar Meter. Hier auf der Südseite des Erbeskopf war auch weit und breit keine Ortschaft, zu der ich hätte schieben können. So fiel mir nur eine Lösung ein: Mit dem Platten weiterfahren, bis ich Hilfe finde. Da es meist bergab ging, war das Fahren sogar halbwegs akzeptabel - obwohl - eigentlich war es furchtbar. Ich hätte es vorab nur für überhaupt nicht möglich gehalten, so ging es dann für mich überraschend 'gut'.


    Erbeskopf im Nebel


    Noch sieht man nicht viel.


    Irgendwann wird die Sicht besser - allerdings bin ich auch schon tiefer.


    Ohne Platten wäre es hier richtig nett.

    Irgendwann erreichte ich Thiergarten, ein Dorf, in dem ich nicht wirklich damit rechnete, dass es einen Fahrradladen gibt. Aber natürlich wurde der erste Anwohner befragt. Die Dame verneinte meine Anfrage höflich, meinte aber, auf dem Weg nach Hermeskeil wäre der Hela, die würden auch Fahrradreparaturen machen. Hela - okay, in einen Baumarkt wäre ich jetzt nicht gegangen. Ich war wirklich dankbar für den Tipp, denn so sparte ich es mir, bis Hermeskeil selbst zu fahren. Nach ca. 3 km tauchte dieses Schild auf:


    Hela - meine Rettung - nichts wie hin!

    Ich schätze, ich war so ca. 13 km mit Platten gefahren. Im Laden waren die Leute sehr nett und meinten, es könnte zwar bis zu einer Stunde dauern, aber ja, sie würden es direkt machen. Juchu! Meine Tour ist gerettet. Ich nutzte die Pause für ein zweites Frühstück und zum Erholen von dem Schock. Der Preis war auch mehr als fair. Und so konnte ich keine Stunde später weiterradeln.


    Hier der Eingang, ich denke, die Abteilung 'Autoteile' sorgte dafür, dass auch mir geholfen wurde.


    Zweites Frühstück

    Ich beschloss, ein kurzes Stück auf der Straße zu fahren, bis ich wieder auf den Hunsrück-Radweg stoßen würde. Hunsrückhöhenstraße - schön war es auf der ja nicht. Aber schnell war die Autobahn erreicht, hier sollte ich wieder auf den Radweg kommen. Nun ja, entweder gab es die Möglichkeit bei der Querung von Straße und Weg nicht, oder ich habe sie verpasst. Aber kurz später sah ich den Weg rechts von mir verlaufen und nutzte eine Wiese, um mein Rad dorthin zu schieben.

    Danach war das Fahren für lange Zeit einfach und angenehm. Der Hunsrück-Radweg läuft hier auf der ehemaligen Trasse der Hochwaldbahn, da rollt es sich richtig gut. Nur das Wetter hätte besser sein können. In Reinsfeld beschloss ich dann auch, dass es Zeit für Regenklamotten ist. Eine gute Entscheidung, denn es regnete immer mehr. Zwischendurch kam ich in einen starken Graupelschauer, Peeling für die Hände. Aber da sonst alles prima lief, war überraschend schnell Zerf erreicht, Zeit für eine nächste Pause.


    Hier wechselte ich von der Straße zurück auf den Radweg.


    Auf der alten Bahntrasse


    Zeit für Regenklamotten: Die im Urlaub liebevoll geflickte, aber da nicht mehr benötigte Regenhose, wird ein letztes Mal genutzt.


    Diverse Radwege hier


    Aufpassen, dass man nicht von einem Auto überfahren wird ...


    ... und auch nicht gegen die Schilder fährt.


    Details am Wegrand


    Es regnete.


    Nett am Bach entlang


    Zerf - passender Straßenname direkt an der Kirche

    Fortsetzung folgt ...
    Geändert von hotdog (09.04.2014 um 09:07 Uhr)

  9. Fuchs
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    103. Etappe: 10.10.2013 - 12.10.2013

    Erbeskopf - Echternach: 141,3 km per Rad mit dingsbums


    Heute die restliche Strecke bis Orscholz, gestern wurde ich ja mit dem Bericht nicht fertig.

    Es war klar, dass ich kurz hinter Zerf den Hunsrück-Radweg verlassen würde. Da ich keine Lust auf den 'Umweg' über Greimerath hatte, entschied ich mich, mal wieder ein Stückchen auf der Hauptstraße zu fahren. Das verfluchte ich schnell. Eine Bundesstraße, kein Radweg an der Seite, bergan, außerdem wurde mir zu warm in meinen Regenklamotten. Also erst mal Pause, das Wetter wird schon halten, raus aus den Regensachen. Irgendwann war der (eigentlich harmlose) Anstieg auch geschafft und es rollte sich besser. So erreichte ich doch bald Britten, dort wechselte ich auf die Landstraße, auf die dann auch der Saarland-Radweg stieß. Hm, das Rad rollte ja wunderbar bergab, aber dass auf dieser Straße der offizielle Radweg läuft, verwunderte mich doch etwas. So erreichte ich die B51 und damit Mettlach. Schnell stand ich unten an der Saar - hier kannte das WAI sich aus, Mettlach hatte es schließlich schon passiert, als Torres es die Saar entlang fuhr.

    Ich konnte es mir nicht verkneifen, ein Foto vom Villeroy & Boch Outlet Center zu machen - das weckte Kindheitserinnerungen. Hier war früher der 2. Wahl Verkauf, den man nur nutzen konnte, wenn man eine passende Karte hatte. Aber jeder kannte wen mit Karte - und so hat bei uns in der Gegend jeder das ein oder andere Kaffeeservice von Villeroy & Boch.


    Mettlach, die Saar ist erreicht.


    Mettlach, Brücke


    Mettlach, Villeroy & Boch


    Mettlach, Brückenarbeiten

    Nachdem ich die Saar überquert hatte, fehlte mir ja nur noch das kleine Stückchen bis Orscholz - dachte ich. War eigentlich auch so, aber ich war nun doch recht müde und das letzte Stück zog sich sehr. Meinen Plan, einfach der Straße zu folgen, gab ich schnell auf. Hier mein Einkaufsradel hochschieben - nein, besser nicht. So bog ich in der nächsten Kurve einfach ab in den Wald - die Richtung stimmte, wird schon passen. Hätte ich mich vorab mehr mit dem GPS beschäftigt, hätte ich auch eine passende Karte dazu gehabt. Abends in Ruhe erkannte ich, dass ich die Wege nur deswegen nicht sah, weil noch eine andere Karte aktiviert war und diese überblendete. Na gut, auch ohne Karte habe ich den Weg nach Orscholz gefunden. Ich stieß dann auch auf einen Wegweiser, der mir zeigte, ich bin richtig.

    Ich näherte mich langsam der Saarschleife, die Ausblicke wurden richtig gut. Ohne Karte wählte ich dann aber doch einen 'sicheren' Weg und kam so zurück auf die Straße. Deswegen fuhr ich über diese nach Orscholz rein. Nach dem Check-in im Hotel machte ich aber noch meinen Spaziergang zur Saarschleife, bevor die Sonne untergeht. Schöne Abendstimmung in Mettlach, unterm Strich ein guter Tag.


    Mettlach, weg von der Straße


    Hier bin ich richtig, gut.


    Kurz vor Orscholz, tief geht es runter ins Tal.


    Vor Orscholz, erste Aussicht


    Vor Orscholz, erste Aussicht


    Orscholz, Saarschleife


    Orscholz, Saarschleife


    Orscholz, Saarschleife


    Orscholz, Abendstimmung im Kurpark


    Orscholz, Abendstimmung
    Geändert von hotdog (09.04.2014 um 09:51 Uhr)

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