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  1. Fuchs
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #81
    9.10.2010
    Pegnitz – Creussen


    Da meine etwas ältere Kamera mich teilweise im Stich gelassen hat gibt es nicht so viele Fotos von der Tour. Dafür schreibe ich mehr und setze ein paar Links zu den jeweiligen Punkten.

    Nach meiner Ankunft, am Bahnhof in Pegnitz, marschierte ich gleich mit dem WAI im Rucksack los. Zunächst musste ich durch die Stadt gehen, um auf meine geplante Route zu kommen. Pegnitz ist eine für die hiesiege Gegend typische Stadt mit ein paar älteren Gebäuden in der Altstadt und sonst normalen Häusern und Betrieben in den Außenbezirken.

    Zunächst besichtigte ich die Pegnitzquelle die sich am Rand der Altstadt befindet. Eine Karstquelle die unterschiedlich stark schüttet, je nachdem ob es kurz vorher geregnet hat oder nicht. Bei meiner Anwesenheit floss nur etwas Wasser unter dem überhängendem Efeu hervor, wo der Quellaustritt ist.
    Anschließend bestieg ich den Schlossberg, der direkt hinter der Pegnitzquelle emporragt. Die hohen Bäume gaben mir kühlen Schatten. Es war ein sonniger Oktobertag, der ideale Bedingungen für eine Wanderung bot.
    Auf dem Schlossberg stieg ich noch auf den Aussichtsturm. Oben angekommen, wurde ich von einem Paar angesprochen, dass mich gleich bat, von ihnen ein Foto, mit ihrem Apparat, zu machen. Danach stiegen sie ab und ich betrachtete Pegnitz von oben.
    Schließlich verließ auch ich den Turm. Um den Turm gab es viele Wege und Pfade und wenige Hinweise. So nahm ich einfach einen Pfad der ungefähr in die gewünschte Richtung bergab führte. An einer Wegkreuzung orientierte ich mich an einer Wandertafel. Während dessen erschien auch das Paar vom Turm. Sie hatten eine etwas längere Strecke gewählt. Wir unterhielten uns etwas. Sie wollten in Tagesetappen von Pegnitz nach Forchheim, quer durch die „Fränkische Schweiz“, wandern und ich erzählte vom WAI.
    Danach brach ich auf. Mein Weg führte durch gemischten Wald. Die herabgefallenen Blätter raschelten unter meinen Stiefeln. Auf schmalem Pfad ging es dem „Langen Berg“ auf dem Rücken entlang. Je weiter ich kam, umso mehr Kalkriffe standen im Wald.



    Plötzlich durchschnitt ein neu angelegter Schotterweg den Wald. Hier war auch keine Markierung mehr. Um meinen Weg wieder zu finden, ging ich erstmal zum nächsten Waldrand, nahm dort eine andere Markierung auf und stand dann doch wieder an dem neuen Schotterweg. (Vorletztes Bild in Tobbys Bericht.) Hier traf ich auch das Wanderpaar wieder, dass genauso ratlos durch den Wald irrte. Inzwischen waren wir schon alte Bekannte. Nach dem Befragen meiner Wanderkarte einigten wir uns, dass sich hier unsere Wege endgültig trennten. So zog jeder seines Weges.
    Die „Voithhöhle“ war mein Ziel. Angeblich kann sie nicht verfehlt werden. Ich schaffte es trotzdem erst mal daran vorbei zu laufen und kehrte um als ich merkte, dass ich falsch war. Dank meinem überragenden Orientierungsinnes fand ich sie schließlich.
    Die Voithhöhle kann ohne größere Probleme begannen werden. Sie führt ca 100m weit, horizontal in den Berg. Nach der Eingangshalle kommt eine niedrige Passage, die tief gebückt, durchquert werden muss. An dem erreichten Raum schließt nochmal ein Durchschlupf an, der einen weiteren Raum erschließt. Dahinter werden die Spalten zu eng, um ohne Probleme weiter zu kommen. Auch seitlich und nach oben ziehen immer wieder schmale Spalten in den Berg. Tropfsteine sind nur in Ansätzen vorhanden. Ein paar Versinterungen an den Wänden sind zu sehen. Für mich als Höhlenlaien war die Begehung ein mittleres Abenteuer. Die Leute von „caveseekers“ sehen das natürlich anders.














    OT: Dieses Bild ist zur Höhlendecke aufgenommen. Um es richtig würdigen zu können den Bildschirm über den Kopf halten und dabei nach oben sehen.

































    Nach der erfolgreichen Höhlenerforschung, spielte ich noch etwas Höhlenmensch und kochte mir in der Eingangshalle mein Mittagsessen.
    Zunächst ging es auf schmalem Pfad weiter durch den Wald. Bald erreichte ich offenes Gelände, das schöne Ausblicke bot. Zwischen den Feldern zogen sich Buschreihen hin, kleine Trockentäler gliederten die Landschaft und die Hügel waren von kleinen Waldstücken gekrönt. Das Herbstlaub schillerte in allen Farben und die Sonne strahlte vom blauen Himmel.
    OT: Dass der von mir gewählte Weg nahe an der Autobahn entlang lief, verschweige ich hiermit ofiziell. Hier sollen ja die Schönheiten Deutschlands gepriesen werden. Außerdem habe ich mir beim Überqueren der Autobahn auf einer Brücke den Fuß am Randstein umgetreten. Gott sei Dank liesen die Schmerzen nach etwa einer Stunde nach.
    Bald erreichte ich den „Kleinen Kulm“ der ebenfalls einen Aussichtsturm besitzt. Von diesem hat man einen umfassenden Überblick. Im Norden ist das Fichtelgebirge zu sehen, im Westen und Süden liegt die „Fränkische Schweiz“.



    Richtung Osten konnte ich meine, bis jetzt zurück gelegte, Strecke betrachten. Nach Pegnitz im Mittelgrund, ist Auerbach zu sehen, das bereits in der Oberpfalz liegt.



    Die weitere Strecke geleitete mich an einem Gräberfeld aus der „Latene-Zeit“ vorbei zum Bierquellenweg. Dieser 21 km lange Rundweg verbindet mehrere Brauereien. Wieder durch raschelnds Laub, absteigend, gelangte ich nach Büchenbach zur Brauerei Herold. Dort zeigte ich dem WAI das dunkle Beck'n Bier. Den nächsten Ort, Leups, mit einer Brauerei umging ich auf einer abwechslungsreichen Strecke durch den Wald. In Lindenhardt kehrte ich wieder im Biergarten ein. Die Brauerei Kürzdörfer braut ein schmackhaftes Helles. Außerdem bestellte ich mir ein Paar Knoblauchwürste mit Kraut. Ist Oberfranken doch nicht nur die Region mit der größten Brauereidichte, sondern auch mit dem vielfältigsten Wurstangebot.
    OT: In Oberfranken gibt es mehr als 200 Brauereien, 529 Bäckereien und 714 Metzgereien. Bezogen auf 1,1 Mil. Einwohner ist das jeweils die höchste Dichte weltweit. Die Zahlen habe ich frisch aus einem Tourismusprospekt geklaut.
    Nach diesem erholsamen Aufenthalt marschierte ich ich breiten Forstwegen zur Quelle des "Roten Mains". Die Quelle und die Umgebung war vollständig von rötlichen Ahornblättern bedeckt. Aus dem Quellrohr tröpfelte nur langsam wenig Wasser. Ohne mich lange aufzuhalten folgte ich von nun an dem „Roter-Main-Wanderweg“. Ziemlich eben wanderte ich lange durch Wald. Unterwegs sah ich einen gut geeigneten Zeltplatz, da es aber noch eine gute halbe Stunde hell war ging ich vorbei. Ich wollte noch ein paar Kilometer machen, weil ich Creussen noch nicht erreicht hatte. Den Wald verlassend gelangte ich auf eine schmale Teerstraße. Langsam wurde es dunkel.

    Nach dem nächsten Waldstück ging ich den Waldrand entlang, die Teerstraße verlassend, einen Wiesenhang abwärts. Unten hoffte ich einen versteckten Zeltplatz zu finden. An der Waldecke angekommen befand sich eine Vereinshütte eines Skiclubs. Zunächst suchte ich hinter der Hütte, im Wald, nach einem flachen Platz, fand jedoch keine geeignete Stelle. So blieb nur das Gelände direkt vor der Hütte. Kommen würde heute so wie so niemand mehr, weil es bereits finster war. Gerade als ich, im Schein meiner Stirnlampe, mit dem Abspannen des Zeltes fertig war kam ein Auto den Wiesenhang herab gefahren. Die Leute die austiegen wollten wissen was ich hier mache. Als ich ihnen erklärte hier nur eine Nacht zelten zu wollen meinten sie nichts dagegen zu haben. Ich sollte mein Zelt aber ein paar Meter versetzen, damit sie in ihre Hütte könnten. Sie hätten heute eine Veranstaltung und möchten gerne die Türe benutzen, vor der direkt mein Zelt stand. Als sie auch noch ein Notstromaggregat anwarfen entschloss ich mich weiter entfent einen Platz zu suchen.

    So brach ich mein Zelt wieder ab, stieg den Hang hoch und ging etwas das Sträßchen zurück um auf eine Wiese zu gelangen. Die hatte ich vorher bereits gesehen. Da war es mir aber noch zu hell um so offen zu zelten. In völliger Dunkelheit baute ich mein Zelt neben einer Buschreihe auf, die Schutz vor dem kalten Ostwind bot. Nachdem alles verstaut war saß ich noch gut eine Stunde im Eingang und schaute in die Sterne.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  2. Fuchs
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #82
    10.10.2010
    Creussen – Bayreuth


    Nach einer ruhigen Nacht brach ich bei Sonnenaufgang mein Lager ab und marschierte weiter Richtung Creussen. Vorbei an Feldern und durch kleine Wälder erreichte ich bald den Ort. Die Altstadt von Creussen liegt auf einem Hügel. Die Stadt brannte 1893 zum größten Teil ab, deshalb gibt es nur noch ein paar alte Häuser im Bereich um die Kirche. Von außen imposant aufragend konnte ich sie innen nicht besichtigen, weil sie so früh noch verschlossen war. Nach der Besichtigung der Altstadt kaufte ich mir erst mal einen Kaffee in einer Bäckerei.
    Nun machte ich mich wieder auf den „Roter-Main-Wanderweg“ dem ich dem ganzen Tag folgte. Am Friedhof und am Bahnhof vorbei ging es entlang der Eisenbahnschienen immer Richtung Norden durch Wald. Im leichten auf und ab erreichte ich die Häuser von Hagenohe. Oberhalb davon rastete ich am Waldrand auf einer schon ziemlich herunter gekommenen Sitzgruppe. Dafür hatte ich einen schönen Blick über das Maintal.
    Bald darauf macht der Rote Main einen kurzen Schlenker nach Osten. Hier verlassen die Geleise das Tal und nun ist es total ruhig. Zunächst im Talgrund, wechselt der Weg bald auf den halben Hang, da das Tal enger wird. Aus den paar Tropfen an der Quelle ist inzwischen ein mehrere Meter breiter Fluss geworden. Im engen Tal war es noch schattig, erst später erreichte die Sonne den Talgrund. Der Weg verwandelte sich immer wieder vom breiten Waldweg zum schmalen Pfad und zurück, während unten der Fluss rauschte. Auch wechselte er über enge Fußgängerbrücken auf die jeweils andere Talseite.



    Die Gastwirtschaft Schlehenberg erreiche ich kurz vor Mittag. Im Biergarten ließ ich mich nieder, bestelle ein Hefeweizen und einen Gansschlegel. Das sitzen in der warmen Sonne war richtig angenehm, hier konnte ich es aushalten.
    Das WAI wollte weiter und so brach ich auf. Etwas später folge ich einem Hinweispfeil, „Geologie erleben“ um die Bodenmühlwand zu besuchen. Der Main hat hier einen hohen Prallhang geschaffen, in dem die Sedimentschichten gut zu sehen sind. Die Wand gehört zu den schönsten Geotopen Bayerns.
    Ich kehrte wieder zum Wanderweg zurück. Nochmal ging es romantisch den Main entlang. Schließlich verließ der Weg das Tal, um durch ein Wohngebiet zu führen. An einem Sportplatz sah ich noch kurz einem Fußballspiel zu, ehe ich den Landschaftspark der Eremitage erreichte.
    Dort angekommen legte ich mich erst mal gut eine Stunde auf eine Wiese um mich von den „Strapazen“ der Wanderung zu erholen.



    Frisch erholt besichtigte ich den Park und die verschiedenen Schlößer in der Eremitage. Das ging recht schnell, weil ich den Park schon von früher her kannte und nur die Erinnerungen auffrischte. Der Park wurde von der Markgräfin Wilhelmine geprägt und ist jetzt ein beliebtes Erholungsgebiet der Bayreuther. An diesem sonnigen Sonntag waren entsprechend viele Leute unterwegs. Mit meinem schweren Rucksack passte ich nicht ganz ins Bild und kam mir manchmal wie eine weiter Attraktion des Parks vor.







    Die Wandverkleidung des neuen Schlosses besteht aus lauter kleinen Steinen. Nur die roten und weißen sind echte Steine, die blauen und schwarzen bestehen aus eingefärbtem Glas.

    Dann suchte ich noch den Anfang des „Mittelweg“ der im Park beginnt und durch das Fichtelgebirge führt. Auf der ersten Bank am Weg legte ich das WAI zur Ruhe. Dort wartet es nun auf den Fortgang der Wanderung.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  3. Fuchs
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #83
    23.10.2010

    Bayreuth – Schneeberg


    OT: Das Fichtelgebirge; ein Link zu einer ausführlichen Seite. Wer etwas genaueres wissen will kann sich hier umfassend informieren.

    Am sonnigen Sonntag, beim Beenden der letzten WAI Wanderung, war der Park Eremitage gut besucht. An diesem nebeligen Samstagmorgen herrschte melancholische Stille im Park. Nur eine Frau führte ihren Hund aus und ein Jogger drehte seine Runden. Ich suchte die Markierung des Mittelwegs, schwarzes M auf gelben Grund, die mich heute bis hinter den Ochsenkopf, im Fichtelgebirge, führen sollte.



    Über einen alten Steg überquerte ich den Roten Main und hatte den Park hinter mir. Am anderen Ufer begleiteten meinen Weg zwei weitere Wanderwege, die mich mal verließen, den Mittelweg aber immer wieder kreuzten und ein Stück begleiteten. Der „Fränkische Gebirgsweg“ und der, dem Schriftsteller und Erfinder des Walking, gewidmete „Jean-Paul-Weg“

    In seinem Roman
    „Dr.Katzenbergers Badereise“ zeigt sich Jean Paul als
    Erfinder des „Nordic Walking“.
    Dem Fürsten empfiehlt er: „Da wir Säugetiere in
    Rücksicht des Körpers ja Vierfüßer sind, muss nicht nur
    mit den Füßen, sondern zur selben Zeit auch mit den
    Händen gegangen werden. Die Oberfüße oder Arme
    als Mitarbeiter sind gleich stark auf- und abzuschleu-
    dern, weil dies den Puls um viele Schläge verstärkt.“
    Nun machte der Doktor dem Fürsten und der ganzen
    Badgesellschaft den unehrerbietischen Gang mit
    gehenden Perpendikelarmen vor. „In der Tat“, sagte
    der Fürst lächelnd, „dies muß man versuchen, wenn
    auch nicht in großer Gesellschaft.“


    Zunächst auf schmalem Pfad, der mit einem Teppich aus buntem Laub bedeckt war, ging es bald einen Fahrweg entlang quer über einen Golfplatz. Durch die kleinen Dörfer Höflas und Döhlau kam ich nach Untersteinach durch dass das Krebsbachl offen geleitet wird.



    Inzwischen hatte sich der Nebel verzogen und die Sonne schien. Dem Tal des Krebsbachls folgend betrat ich den Wald, den ich den ganzen restlichen Tag nicht mehr verlassen sollte. Auf einem breiten Forstweg ging es zunächst ständig leicht aufwärts, während mich aus dem Talgrund das Plätschern des Baches begleitete. Die Sonne schickte des Öffteren ihre Strahlen durch die Bäume in das schattige Tal. Am Ufer des Baches rastete ich zwischendurch. Schließlich erklomm ein schmaler Steig den Talhang. Oben wurde wieder eine breite Forststraße daraus.

    Plötzlich versperrte ein Rot-Weißes Band den Weg an einer Kreuzung. Auf einem Zettel stand der Grund der Sperrung. Ausgerechnet als ich den Weg entlang kam fand eine Jagd statt. Da ich vermeiden wollte, dass das WAI als Jagdtrophäe an der Wand eines übereifrigen Jägers endet, beschloss ich das Gebiet zu umgehen. Ein Blick auf meine Karte zeigte auch einen Weg der keinen großen Umweg bedeutete. Dem neuen Weg folgend stand ich nach einigen hundert Metern wieder vor einem Absperrband mit dem gleichen Hinweis. Nochmals war vor der Absperrung eine Abzweigung. Die Karte bewies, dass diese Abzweigung fast wieder dahin zurück führte wo ich hergekommen war. Weil es nur noch eine halbe Stunde bis zum angegebenen Ende der Jagd war, ging ich zu der ersten Sperre zurück, setzte mich auf einen Baumstumpf und wartete. Bald kamen zwei Autos angefahren, eines hielt und der Fahrer sagte mir, dass die Jagd vorbei sei und ich weiter wandern könne. So machte ich mich auf die Socken und folgte dem weiter ansteigenden Weg. Später überholten mich einige Autos, von denen eines einen Anhänger zog auf dem mehrere geschossene Rehe lagen.

    Am Drei-Hirten-Stein vorbei hatte ich an einem Kahlschlag freien Blick auf den Ochsenkopf mit seinem mächtigen Sendeturm. Weiter auf breiten Forstwegen bog am Gipfelaufbau ein schmaler, steiler, steiniger Pfad ab der mich unter der Seilbahn hindurch auf den Ochsenkopf führte.








    Je höher ich kam um so mehr Schnee lag von der Nacht vorher im Wald. Da es wärmer geworden war hatte ich keine weiteren Schneefälle zu befürchten. Zunächst besichtigte ich den eingemeißelten Ochsenkopf, von dem der Berg wahrscheinlich seinen heutigen Namen hat und den Rest des sächsischen Vermessungspfeilers. Auf dem Berg kreuzen sich viele Wanderwege, die in sämtliche Richtungen führen.



    Inzwischen waren Wolken aufgezogen, die den Gipfel in Nebel hüllten. Deshalb stieg ich nicht auf den Asenturm, es wäre sowieso nichts zu sehen gewesen.
    Hier gibt es „historische“ Aussichtsbilder vom Turm und hier eine Webcam.
    In der Asenturmwirtschaft stärkte ich mich mit einem Kapuziener Kristallweizen und Nürnberger Rostbratwürsten. Die sind zwar klein, aber gut gewürzt. Das WAI durfte zusehen. Meine Wasserflasche ließ ich von der Bedienung auffüllen.



    Vor dem Berg waren keine Felsen im Wald zu sehen. Nach dem Ochsenkopf führte der Weg immer wieder an imposanten Granitfelsen vorbei, die durch die Wollsackverwitterung geprägt waren.
    Vorerst ging es weiter zur Weißmainquelle. Dort erreichte ich die zweite Quelle des Mains, nach der Quelle des Roten Mains bei der vorherigen Wanderungen. Beide Quellflüße vereinigen sich bei Kulmbach zum Main. Dem Fichtelgebirge entspringen die vier Flüße Main, Eger, Saale und Naab, die in die vier Himmelsrichtungen, zum Rhein, zur Elbe und zur Donau abfliesen. Das Gebirge ist ein zentraler Punkt des europäischen Flußsystems.
    Bald nach der Weißmainquelle besuchte ich die Felsbastion des Weißmainfelsens, die ich auf den eingemeißelten Stufen bestieg. Zwischen den Felsen kletterte ich ebenfalls etwas herrum.



    Am Weg standen immer mal wieder alte, seltsam verdrehte Bäume, die das einerlei des Fichtenwaldes auflockerten. Die B 303 überquerte ich auf der europäischen Hauptwasserscheide.





    Nach dem Seehaus, einem Unterkunftshaus des Fichtelgebirgsvereins, verließ ich für heute den Mittelweg. Er war so gut markiert, dass ich ihn auch ohne Karte hätte gehen können.
    Nun folgte ich dem Höhenweg der mich, zum Nußhardt,einer weiteren Felsbastion, führte. Auch diese ist mit einer Steiganlage und einem Aussichtspunkt ausgestattet. Natürlich musste ich auch da hin auf steigen, obwohl vor lauter Nebel nichts zu sehen war. Selbst die direkt benachbarten Felstürme waren nur schemenhaft zu erahnen. Es wurde auch schon langsam dunkel. So zog ich weiter um einen Platz für die Nacht zu finden. Bald erreichte ich eine Hütte auf deren Vorplatz ich mein Höhenlager aufschlug. Diesmal wurde ich auch nicht gestört. Auf einem Sitzplatz vor der Hütte konnte ich in Ruhe mein Abendessen zubereiten.


    24.10.2010

    Schneeberg – Wunsiedel


    Es wurde eine unruhige Nacht. Kaum hatte ich mich ins Zelt verzogen, begann der Wind in den Wipfeln der Bäume zu toben. Durch die Bäume und die Hütte war ich geschützt, auf der Wiese war nur ein leichter Wind zu spüren. Allerdings regnete es die ganze Nacht über stark. Mein Micra II hielt dicht. Gegen Morgen hörte der Regen auf, während der Wind weiter kräftig blies.



    Nach einem Frühstück in der Dämmerung brach ich mein Höhenlager ab und machte mich auf den Schneeberg zu erklimmen. Er ist mit 1051m der höchste Berg des Fichtelgebirges.
    Nach einem langen, strapaziösen, steilen, windumtosten, wolkenverhangenen, alle Kräfte kostenden Aufstieg erreichte ich den Gipfel auf einem gemächlich ansteigenden Weg nach rund zwanzig Minuten. Das Gipfelplateau lag frei im Wind, der die Abspannseile der Aussichtsplatform zum sirren brachte. Die ganze Zeit war ich damit beschäftigt meinen Hut festzuhalten. Das „Backöfele“, der Felsen auf dem die Plattform steht, ist der höchste Punkt. Natürlich war in den Wolken nichts zu sehen, selbst der ca 50m entfernte Funkturm war nur vage zu erkennen. Im kalten Krieg war der Turm eine Radarstation und der komplette Gipfelbereich gesperrt.





    So verließ ich den Gipfel wieder und stieg Richtung Rudolfsattel ab. Vorbei an den Drei-Brüder-Felsen, einem von Bayerns schönsten Geotopen, ging es weiter durch den Wald.



    Bald ereichte ich den Rudolfstein, einem ins Innere des Fichtelgebirges vorgeschobenen Aussichtsberg. Auch der Rudolfstein besteht aus mehreren Felstürmen, auf die Kletterrouten führen. Hier war ich unter der Wolkendecke und konnte den Weißenstädter See sehen. Schneeberg und Ochsenkopf waren in der Wolkendecke verschwunden, der nördliche Zweig des Fichtelgebirges befand sich unterhalb der Wolken.





    Gerade nach meiner Besichtigung begann es zu regnen. Im Regen stieg ich in die innere Hochfläche des nach Osten offenen Hufeisen ab, dass das Fichtelgebirge bildet. Für die weitere Strecke wählte ich wieder den Mittelweg, weil er meistens durch Wald führt und ich so vor dem Regen etwas geschützt war. Nach einer Stunde hörte es auf zu regnen und der Wald begann zu dampfen. Sogar die Sonne fand manchmal ein kleines Wolkenloch.



    Im Dorf Bibersbach suchte ich vergeblich nach der in der Karte eingetragenen Wirtschaft. Ich frug einen Bauern, der mir sagte dass die Wirtschaft seit zwei Jahren geschlossen sei. Das kommt davon wenn ich (Eigenzitat)nach alten Pergamenten, in die die weisen Alten verschlungene Linien und geheimnisvolle Zeichen eingetragen haben, wandere und keine aktuelle Karte benutze.
    Eigentlich wollte ich Wunsiedel umgehen, nun aber marschierte ich direkt in die Stadt und suchte ein Gasthaus. Leider fand ich keine einfache Wirtschaft, so hielt ich es mit Johann Gottfried Seume bei seinem „Spaziergang nach Syrakrus“ und betrat ein gehobeneres Restaurant.

    "Übrigens lasse ich die Qualität der Wirtshäuser mich wenig anfechten. Das beste ist mir nicht zu gut, und mit dem schlechtesten weiß ich noch fertig zu werden"

    Das dunkle Bier der Tucherbrauerei und der Pfefferschweinshaxn schmeckten. Nur die Größe des Haxens verhielt sich umgekehrt zum Preis. Ich frage mich noch heute, wo die so ein kleines Schwein her hatten.



    Nach einem kurzen Stadtrundgang, bei dem ich auch ein Jean-Paul-Denkmal fand, verließ ich Wunsiedel und ging auf einer Teerstraße die fast drei Kilometer zum Bahnhof.






    Der Doppelgipfel rechts ist die Köseine, die das WAI am Samstag besteigt.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  4. Fuchs
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #84
    30.10.2010

    Wunsiedel – Neusorg

    Teilnehmer: MonaXY, Manja, Tobby, blauloke,

    OT: Tobby hat seine Bilder zur Verfügung gestellt, die ich teilweise mit eingebunden habe. In seiner Galerie sind noch mehr Fotos und dort sind sie auch schärfer als hier.

    Nach den üblichen Verspätungen der Bahn konnten wir, an diesem herrlichem Oktobertag, vom Bahnhof Wunsiedel losgehen. Zunächst auf geteerten Ortsstraßen erreichten wir bald einen Feldweg, der uns durch ein romantisches Tal und am Waldrand entlang führte. Sonnenstrahlen fielen durch das Blätterdach.





    Bereits bei der Anreise war die große Zahl an Polizisten aufgefallen, die auf den Bahnhöfen kontrollierte. An der B 303 stand eine ganze Kolonne von Polizeifahrzeugen. Wir mussten am Ende der Kolonne vorbei. Es kamen auch gleich zwei kräftige, untersetzte Beamte auf uns zu und fragten ob wir zur Demonstration wollten. Wir verneinten und sagten, dass wir nur zur Luisenburg wandern. Auf unsere Nachfrage bestätigten sie unsere Vermutung. In Wunsiedel war wieder mal der braune Odel(bayrisch für Gülle) unterwegs. Die Stadt wehrt sich erfolgreich mit der Aktion „Wunsiedel ist bunt".
    Bildergalerie vom Gedenkmarsch



    Das kleine Bad Alexandersbad war unser erstes Ziel. An der Luisenquelle machten wir kurz Halt. Leider war die Leitung der Mineralquelle bereits abgesperrt, so konnten wir das Wasser nicht probieren. Quer durch die Kuranlagen verließen wir den Ort und gingen auf raschelnden Laubwegen durch den herbstlichen Wald Richtung Luisenburg.





    Die Luisenburg ist ein großes Felslabyrinth und hat mit einer Burg nichts zu tun. Nur die wie Bauklötze übereinander gestapelten Steine erinnern an Burgen oder andere Bauten. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Entsprechend fiktiv sind die Namen, die die einzelnen Felsgebilde erhielten. Auch sind in vielen Felsen Inschriften eingemeißelt, die anzeigen wer in früheren Jahren das Gebiet besucht hat. Angefangen von Königen über Schriftstellern (Goethe – wo war der eigentlich nicht? Auf dem Ochsenkopf hatte ich auch eine entsprechende Tafel gesehen.) bis zu heute unbekannten Personen war alles hier, was Rang und Namen hatte.
    Hier in der Gegend lernt man die Luisenburg normalerweise als Kind durch seine Eltern kennen und scheucht später seine Kinder ebenfalls durch oder man begeht sie im Rahmen eines Schulausflugs.
    An einem Sommerwochenende ist das Gelände normal überlaufen und es macht keinen Spaß in ihr rumzugehen. So spät im Jahr waren nur wenige andere Besucher unterwegs. Einige kleine Kinder kletterten begeistert zwischen den Felsen herum.
    Nach der Entrichtung des Eintritts erforschten auch wird das Steingewirr, das durch Treppen erschlossen ist und in dem farbige Pfeile bei der Orientierung helfen. Immer wieder mussten enge Passagen durchquert werden und steile Treppen führen zu Aussichtspunkten empor. Künstlich angelegte Ruinen vervollständigen das Bild von einer Märchenlandschaft.











    Grüne Schrankwände passen hier nicht durch.





    Weil wir zur Köseine wollten, erkundeten wir das Labyrinth nur halb und verließen die Luisenburg am oberen Ende, ohne alles gesehen zu haben. Unterwegs zum Berg passierten wir noch mehrere Felsenbastionen, unter anderem den Burgsteinfelsen. In diesem Ausflugsgebiet sind die Felsen meistens durch Treppen erschlossen. Der ausgewiesene Weg zur Köseine führte größtenteils über Wurzeln und Steine und war sehr abwechlungsreich.





    Nach einem letzten steilen Aufstieg erreichten wir das Köseinehaus, wo wir leider sehr lange auf unser Essen warten mussten, weil zwei größere Wandergruppen kurz vor uns angekommen waren. Das Haus war regelrecht überfüllt an diesem sonnigen Tag. Die Zeit vertrieben wir uns mit einer ausführlichen Begutachtung des Inhalts der WAI-Dose. Natürlich durfte auch ein Seidel Bier des Hönicka-Bräu aus Wunsiedel nicht fehlen.



    Wegen der langen Wartezeit mussten MonaXY und Manja auf einem kürzeren Weg absteigen und wir trennten uns kurz nach dem Köseinegipfel. Tobby und ich marschierten weiter den Hang abwärts Richtung Neusorg. Irgendwo im Wald überquerten wir die Grenze zur Oberpfalz. Auf unserem Weg kamen wir am Wackelstein vorbei. Dieser ca 1000 Zentner schwere Felsen wurde dann auch von Tobby zum Wackeln gebracht. Wir staunten gemeinsam was die Natur alles zu bieten hat.



    Anschließend legten wir noch einen Zahn zu um rechtzeitig am Bahnhof Neusorg anzukommen. Dort trennten wir uns, weil jeder in eine andere Richtung fuhr. Ich musste in Marktredwitz umsteigen. Beim Einsteigen in den Zug bemerkte ich knapp zwanzig Polizisten und freute mich schon, dass das WAI heute so gut beschützt wurde. Bis ich feststellte, dass die Polizisten nicht auf das WAI, sondern auf ein halbes Dutzend Fussballfans aufpassten.

    Das WAI wurde trotzdem sicher nach Hause gebracht.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  5. Fuchs
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    #85
    6.11.2010

    Neusorg – Wiesau


    OT: Der Steinwald Link zur Steinwaldseite, da steht alles drin. Im Text spar ich mir die Verlinkungen.

    Die Wolken hingen tief auf dem Steinwald, den ich mit dem WAI heute überqueren wollte.
    Zunächst verließ ich Neusorg auf schmaler Teerstraße, vorbei an einem typischen Wegkreuz. Auch der Armesberg, ein erloschener Vulkan, steckte in der Wolkendecke.





    Zwei kleine Dörfer weiter kam ich in den Wald und besuchte zunächst die „Huberfelsen“. Das sind rund ein Dutzend Felstürme die zwischen den Bäumen aufragen und nicht erschlossen sind. Sie sind auch nicht freigestellt oder zugänglich gemacht und im Sommer wegen dem Bodenbewuchs schlecht erreichbar.
    Mal auf breiten Waldwegen, mal auf schmalen Pfaden wanderte ich zu weiteren Felstürmen. Diese sind teilweise durch Steiganlagen erschlossen, bzw wurden die nahen Bäume gefällt um sie frei zu stellen. An den Füßen der Felstürme schließen manchmal Blockhalden an. Weil die Felsen wegen der feuchten Witterung rutschig waren bin auch nicht darauf herum geklettert. Der Steinwald hat noch mehr Felsbastionen. Ich habe nur einen kleinen Teil besichtigt.


    Huberfelsen


    Zipfeltannenfelsen


    Zipfeltannenfelsen


    Steinpilz am Wegrand


    Blockhalde am "Hohen Saubadfelsen"

    Auf dem Weg zum höchsten Punkt des Steinwalds erreichte ich die Wolkenuntergrenze und marschierte dann in den Wolken weiter. Links und rechts vom Weg waren immer wieder Felsen zu sehen. Auf der Platte, dem mit 946m höchstem Punkt der nördlichen Oberpfalz, war der Aussichtsturm im Nebel. So ging ich gleich weiter auf dem Kamm Richtung Burgruine Weißenstein. Unterwegs kommt man an der Dreifaltigkeitskapelle vorbei, vor der eine alte Steinmarter steht.
    Alte Leute erzählen, dass bis vor wenigen Jahrzehnten aus der näheren und weiteren Umgebung Steine hier heraufgetragen wurden, weil man glaubte, dadurch Vergebung von Sündenstrafen zu erlangen.
    Heutzutage werden an der Marter von den Wanderern Steinmänchen gebaut.



    Bald erreichte ich die Ruine Weißenstein, die ich ausführlich durchstreifte. Während der Besichtigung begann es das erstemal an diesem Tag zu regnen. Auf dem Turm merkte ich auch den starken Wind, vor dem ich im Wald geschützt war. Die Burg wurde zwischen einige Felstürme eingebaut, so dass sich Mauerwerk und Felsen immer wieder abwechseln. Um die Ruine vor dem endgültigen Verfall zu retten wurde sie vor ein paar Jahren vom Verein „Steinwaldia“ (Extralink für Göga) gesichert.








    Was diese Dame hier im Burggelände soll hat sich mir nicht erschlossen.

    Auf der europäischen Hauptwasserscheide entlang gehend besichtigte ich noch die „Basaltpferdchen“. Das sind zwei Magmaschlote an denen die, bei der Abkühlung entstehenden, Basaltsäulen im Querschnitt zu sehen sind. Wie hoch der Vulkan früher war kann nicht mehr festgestellt werden.



    Inzwischen war es Mittag geworden und ich machte einen Umweg zum „Markredwitzer Haus“ wo ich essen wollte. Zu meiner Endtäuschung war wegen Betriebsurlaub geschlossen. Am Tag vorher hatte ich noch auf die Homepage geschaut, da war kein Hinweis zu lesen. So verpflegte ich mich aus meinem Rucksack. Wie üblich hatte ich, ohnehin, wieder zu viel zum Essen dabei.

    Als nächstes überstieg ich den schmalen, langen Kamm des Plößberg. Diese Überschreitung mache ich immer wieder gerne.Das ist der höchste Vulkanberg hier in der Gegend. Davon gibt es kein Foto weil er ebenfalls mitten zwischen Bäumen steht und nicht fotogen ist.

    Auf dem Weg zum „Hackelstein“ traf ich einen Holzfäller, mit dem ich mich kurz unterhielt. Er war der einzige Mensch den ich heute im Wald sah. Der „Hackelstein“ ist ebenfalls durch eine Steiganlage erschlossen, der daneben stehende „Augsburger Fels“ besitzt sogar einen Klettersteig. Ich kletterte nur auf der Blockhalde etwas herum. Die Felsen waren wegen des Regens zu glatt.



    Mein nächstes Ziel war das Denkmal der Holzschlacht von Fuchsmühl“. 1894 wurden 2 Bewohner des Ortes, von angefordertem Militär, niedergestochen und mehrere andere schwer verletzt.



    Im Dauerregen erreichte ich den Ort Fuchsmühl. Gleich am Ortseingang stand die Wallfahrtskirche „Maria Hilf“. In diese trat ich ein und besah mir besonders die Votivtafeln in der Gnadenkapelle.



    Wie es in Bayern guter Brauch ist ging ich nach dem Kirchenbesuch in die nächstgelegene, bodenständige Wirtschaft. Dort setzte ich der Feuchtigkeit von außen, Feuchtigkeit von innen entgegen und trank deshalb ein Seidel Helles von der Schlossbrauerei Reuth.


    Stillleben mit Hut, WAI und Bier

    Frisch gestärkt marschierte ich den Hang des Steinwalds hinab. In Wiesau legte ich das WAI auf einer Bank am Bahnhof zur Ruhe und fuhr mit dem Zug nach Hause.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  6. Fuchs
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #86
    14.11.2010

    Wiesau – Windischeschenbach

    Bei perfektem, sonnigen, leicht kühlen Wanderwetter, ging ich in Wiesau mit dem WAI im Rucksack los. Zunächst musste ich den Ort durchqueren, der nichts besonderes bietet. Auf einer Teerstraße erreichte ich bald das Dorf Kornthan.
    Es wird geprägt durch den großen Kornthaner Teich. Hier, im Landkreis Tirschenreuth, gibt es tausende Fischteiche in denen hauptsächlich Karpfen gezüchtet werden. Die Teiche gruppieren sich immer wieder zu Teichpfannen oder Teichketten, die die Landschaft gestalten. Damit das Wasser sich schneller erwärmt sind die Teiche sehr flach. Die Fische wachsen bei warmen Wasser schneller. Im Oktober beginnt das Abfischen und jetzt ist die beste Zeit fürs Karpfen essen. Im ganzen Landkreis stehen die bunt bemalten Karpfen, die auf die Bedeutung der Fischzucht hinweisen.


    Im Hintergrund ist der Kamm des Steinwalds den das WAI vor einer Woche überschritt

    Nach Kornthan führte der Weg zunächst über Felder, mit Aussicht auf den Steinwaldkamm. Bald erreichte ich den Wald in dem die Muckenthaler Weiher liegen. Dort ging der Weg teilweise über die Weiherdämme.



    Nachdem ich die Geleise der Eisenbahn überquert hatte musste ich mich ein Stück durch einen Wald kämpfen, in dem Harvester gewütet hatten. Danach ging es auf breiten Wegen weiter. Vor Seidlersreuth erreichte ich wieder Felder und hatte schöne Aussichten über die Oberpfalz. Hinter dem Dorf konnte ich noch etwas beim Abfischen zusehen. Hier wurden Zander geerntet. Entlang einer Weiherkette kam ich schließlich nach Falkenberg.





    Die Burg ist noch bewohnt und nur mit Führung zu besichtigen. Ich betrachtete sie nur von außen. An den Granitfelsen auf denen die Burg steht wurde der Begriff der „Wollsackverwitterung“ erstmals benutzt. Dann folgte ich dem kurzen Wanderweg der um die Burg führt. Am dortigen Wackelstein musste ich natürlich wackeln.






    Nach dieser Anstrengung hatte ich mir mein Mittagsessen redlich verdient und kehrte im Gasthof „Zum roten Ochsen“ ein. Das Gebäude stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist seit 500 Jahren ein Gasthof. Ich bestellte mir einen „Karpfen blau“ und trank dazu das erste Zoigl des Tages.







    Frisch gestärkt wanderte ich weiter ins Waldnaabtal. Der Wanderparkplatz am Beginn des eingeschnittenen Tales stand, an diesem sonnigen Sonntag, voller Autos. Entsprechend viele Leute waren unterwegs. Der Weg war zunächst ein schmaler Pfad, der am Ufer entlang führte. Später verbreiterte er sich zu einem Forstweg. Das Tal ist mehrere Kilometer lang, in der Mitte ist eine Blockhütte die bewirtschaftet ist. Das Waldnaabtal ist ein beliebtes Ausflugsziel. Im Fluss liegen öfters Felsen die umströmt werden, an den Hängen des Tals stehen hohe Felsen die Namen tragen, wie Kammerwagen, Tischstein und Ambos. Der Fluss wechselt ständig zwischen wilden Stellen, wie dem Butterfass, und ruhigeren Abschnitten. In früheren Zeiten standen auf den Felsen am Talrand verschiedene Burgen wie z. B. Altneuhaus. Von dieser ist nur mehr der Halsgraben erkennbar. Nach diesem Gebiet hat sich die "Altneihauser Feierwehrkapell'n“ (Fastnacht in Franken; ca 25 min) benannt.


    Nur ein Beispiel. Felsen habe ich euch inzwischen genug gezeigt.



    Schlieslich erreichte ich Neuhaus, einen Ortsteil von Windischeschenbach. An der Burg Neuhaus, mit dem markanten, Butterfass, genannten Turm vorbei erreichte ich endlich eine Zoiglstube.
    Das Zoigl ist das Kultbier der Oberpfalz und Windischeschenbach die Hauptstadt dieses Bieres. Diese Bier wird reihum von den berechtigten Bürgern im Kommunbrauhaus gebraut und anschliesend in der hauseigenen Zoihlstube ausgeschenkt. Wer gerade mit dem Zoigl an der Reihe ist sieht man am Zoiglstern, der entsprechend am Haus hängt. Jedes Zoigl schmeckt etwas anders, weil jeder sein eigenes Rezept hat. Die Zoiglstuben sind relativ klein und immer gut besucht. Alleine hatte ich aber kein Problem einen Platz zu finden. Man rutscht einfach am Tisch etwas zusammen und unterhält sich.



    Hier trinke ich gerade mein letztes Zoigl des Tages. Leider musste ich zu schnell weiter, weil mein Zug fuhr.

    OT: Jetzt wisst ihr auch warum ich den Bogen über das Fichtelgebirge machte. Ich wollte einfach auf einer vernünftigen Strecke zum Zoigl kommen.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  7. Fuchs
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #87
    26.11.2010

    Windischeschenbach – Schnaittenbach


    Wegen einer langen geraden Strecke durch einen Wirtschaftswald fuhr ich diesmal mit dem Fahrrad. Auch kam ich in meine direkte Heimat wo ich schon jeden Weg kenne.
    Die Nacht vorher hatte es geschneit, die Landschaft war in ein weißes Tuch gehüllt. Es war kalt und ich hatte mich entsprechend warm angezogen. Sonne und Wolken wechselten sich ab.

    Am Bahnhof von Windischeschenbach startete ich. Zunächst durch das Städtchen, fuhr ich bald auf einem Wanderweg, dem ich mit dem Rad folgte. Der Schnee lag nur ein paar Zentimeter hoch und ich kam gut vorwärts.
    An einer Kapelle, am Weg, vorbei erreichte ich bald das Gelände der Kontinentalen Tiefbohrung.



    Im dortigen Museum wird die Geschichte der Bohrung und der örtlichen Geologie gezeigt. Der Turm kann nur im Rahmen einer Führung bestiegen werden und ist immer noch der weltweit, höchste Bohrturm an Land. Die Bohrung endete bei 9001m. Die Erforschung des geologischen Untergrundes war nur der kleinste Teil. Das meiste Geld wurde in die Weiterentwicklung der Bohrtechnik gesteckt. So wurde hier das zielgenaue Bohren entwickelt, ohne dass die eingeschlossenen chilenischen Bergleute wahrscheinlich nicht gerettet hätten werden können. Früher sind die Bohrköpfe, in der Tiefe, in irgend eine Richtung abgewichen, wo gerade der geringste Widerstand im Gestein war.





    Auf schmalen Sträßchen fuhr ich weiter, kam durch Wildenreuth mit seinem Schloss. In vielen Dörfern stehen kleine Schlößchen oder Hammerherrensitze. Die Oberpfalz wird oft als das Ruhrgebiet des Mittelalters bezeichnet, weil hier viel Bergbau betrieben wurde.





    Durch weitere Dörfer erreichte ich einen Aussichtspunkt, von dem aus der Blick zum Parkstein frei war. Dieser markante Vulkanschlot ist der südlichste Ausläufer des Vulkangebietes, dass sich vom Egergraben in Tschechien bis in die Oberpfalz erstreckt. Der Ort Parkstein gruppiert sich ringförmig um den Schlot, auf dem sich Mauerreste einer alten Burg befinden. Auf der Spitze steht eine kleine Kirche.



    Da der Basalt früher abgebaut wurde sind die Säulen jetzt gut zu sehen. Auch der Übergang vom Schlot zum Rand ist deutlich sichtbar. Alexander von Humbolt bezeichnete den Parkstein bei seinem Besuch als schönsten Basaltkegel Europas.





    Zunächst stieg ich auf den Gipfel, besichtigte die Burgmauern und genoss die Aussicht. Gegen Süden erstreckt sich das große Waldgebiet dass ich anschliesend durchqueren musste.



    Inzwischen war es Mittag geworden. Ich kehrte im Bergstüberl an der Basaltwand ein. Hier bestellte ich mir einen Schweinebraten und ein Hefeweizen. Der Schweinebraten ist, hier in der Oberpfalz, das wichtigste Essen und wird dazu benutzt, festzustellen ob in einer Wirtschaft gut gekocht wird. Ist der Braten gut, ist die ganze Wirtschaft gut. Am Preis für den Schweinebraten sieht man ob das Gasthaus preiswert oder teuer ist. Hier schmeckte der Braten gut und mit 5,80 € war er günstig.



    Nach dem Mittagessen fuhr ich mit dem Rad auf einem breiten, langen Forstweg durch den großen „Manteler Wald“. Der Weg war natürlich nicht geräumt, es existierten nur Fahrspuren. Der Schnee lag auch etwas höher, so dass ich nicht so gut voran kam. Wie bereits erwähnt ein reiner Wirtschaftswald und ziemlich flaches Gelände. Unterwegs wunderte ich mich über gut Hundert aufgereihte Baumstämme, bis mich eine Tafel aufklärte, dass die Stämme für eine Versteigerung hier gelagert wurden. Es handelt sich um sogenanntes Wertholz, dass von verschiedenen Forstämtern angeliefert wurde.



    Durch Mantel und Weiherhammer fahrend erreichte ich schlieslich den Markt Kohlberg. Der Ort hat eine sehenswerte alte, evangelische Wehrkirche. In der katholischen Kirche ist im Advent immer eine große Krippe aufgebaut. Leider war ich dafür zu früh dran.



    Nun musste ich das Rad den Kohlbühl hinauf schieben. Oben besuchte ich noch die „Alte Buche“. Für mich ein Wunder der Natur. Von dem Stamm steht nur noch ein ca 15cm starkes Stück von einem Drittel des ursprünglichen Umfangs. Trotzdem treibt dieser Rest des Baumes jedes Jahr neu aus, und dass seit Jahrzehnten.



    Nach dem Besuch der „Alten Buche“ schob ich das Rad noch eine kurze Strecke durch den winterlichen Wald. Nach dem Erreichen der Straße rollte ich den Kohlbühl auf der anderen Seite hinab nach Schnaittenbach. Das WAI ist auf seiner Reise nun bei mir zu Hause angekommen.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  8. Fuchs
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #88
    3.12.2010

    Schnaittenbach



    Heute stand nur eine kurze Überführungsetappe an, von mir zu Hause zur Bushaltestelle am Rathaus in Schnaittenbach. Damit wollte ich Mephisto erparen den Weg zweimal gehen zu müßen, wenn er das WAI übernimmt.
    Zunächst genoss das WAI noch den Ausblick von meinem Balkon und stärkte sich für die kommenden Anstrengungen mit einem Zoigl.



    Anschließend ging ich gemütlich mit dem WAI los und hatte bald einen leicht diesigen Blick zum Monte Kaolino.



    Nach ein paar Minuten hatte ich bereits das Zentrum erreicht. Das Rathaus ist die Hausecke links im Bild. Der Parkplatz mit den paar Autos ist unser Marktplatz. Da schreib ich jetzt lieber nichts dazu



    Die ganze Tagesetappe war 1,53km lang. Wird diese Strecke unterboten bin ich mit demjenigen beleidigt. Das kann dann nur mit einer Flasche Freibier für mich, beim Abschlusstreffen des WAI, behoben werden.


    7.12.2010

    Schnaittenbach – Monte Kaolino
    Land der weißen Erde


    Weil Mephisto am Wochenende nicht gehen konnte hatte ich das WAI immer noch und habe das ausgenutzt um doch noch die Winterbesteigung des Monte Kaolino zu machen. Ich startete am Rathaus in Schnaittenbach und entschloss mich, statt auf dem geräumten Radweg entlang der Straße, über die Felder nach Hirschau zu wandern. Es war ein nebelieger Tag. Im, noch spurlosen, Schnee sank ich bis zu den Unterschenkeln ein. Morgens hatte es auf den Schnee geregnet und es bildete sich eine Eisschicht. Bei jedem Schritt drückte das Eis gegen die Schienbeine und am Schluss war meine Haut aufgeschürft.



    Unterwegs wunderten sich einige Pferde über den einsamen Wanderer der sich da durch den Schnee quälte.



    Die von außen unscheinbare, den vierzehn Nothelfern geweihte, Kirche am Friedhof in Hirschau birgt einen sehenswerten Akanthusaltar. Akanthusaltäre sind eine Altarform die auf architektonische Bauteile verzichtet und das Blattwerk der Akanthuspflanze als Ornament nachbildet. Diese Ältäre findet man nur in Böhmen und der Oberpfalz.



    Hirschau verfügt über einen langgezogenen, typisch neuböhmischen Marktplatz auf dem das Rathaus, mit seinem Treppengiebel, steht. Die „Goldene Straße“ verband im Mittelalter Nürnberg mit Prag und führte durch den Ort.



    Auf dem Weg zum Monte Kaolino passierte ich die Tagebaugruben aus denen das Kaolin gefördert wird. Kaolin wird zur Porzellanherstellung und bei der Papierproduktion verwendet. Es wird auch in der Lebensmittel und Kosmetikindustrie verwendet. Wenn ihr euch die Zähne putzt habt ihr immer etwas Erde aus meiner Heimat im Mund.

    Weil der Quarzsandanteil in der Lagerstätte zu groß ist wurde der überzählige Sand zu einer 150m hohen Halde aufgeschüttet. Bereits seit den 1950er Jahren wird an dem Berg im Sommer mit Ski gefahren. Inzwischen ist daraus der Freizeitpark „Monte Kaolino“, mit Lift, Freibad, Sommerrodelbahn und Hochseilgarten, entstanden. Im Sommer ist hier immer viel los.
    Jetzt liegt das Gelände im Winterschlaf. Der Nebel verhüllte das Gipfelplateau als ich mich an den Aufstieg über die Kletterstrecke machte. Wieder machte mir die Eisschicht auf dem Schnee zu schaffen. Wenigstens rutschte ich nicht , wie im Sommer im Sand, bei jedem Schritt wieder die halbe Strecke zurück.



    Das vereiste Kletterseil half nur bedingt beim Aufstieg.



    Auf dem Gipfel angekommen war die Aussicht, wie erwartet, gleich Null. Dafür hatte ich den Monte für mich alleine und genoss das Gipfelbier zusammen mit dem WAI.





    Der Abstieg war um einiges einfacher. Auf dem Weg zum Übergabepunkt kam ich noch am Beginn des Geoparks vorbei der das Kaolinrevier erläutert.



    Das war meine letzte Tour mit dem WAI und ich wünsche ihm eine gute weitere Wanderschaft.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  9. AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #89
    Hallo,

    heute schreib ich nix mehr. Müde ;)


    Edith sagt, das hier ist jetzt ein Platzhalter

  10. Erfahren

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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #90
    So, ich habe entdeckt, dass Mephisto einen Platzhalter für seinen Bericht bereits geschaffen hat - dann stell ich meinen jetzt hier her:

    WAI-Etappe Hersbruck -> Nürnberg

    Nachdem Mephisto mir das WAI am 28.12.2010 am Bahnhof Hersbruck links der Pegnitz übergeben hatte, habe ich es auf meiner Etappe in 3 Abschnitten nach Nürnberg getragen:

    1. Abschnitt - 29.12.2010 Hersbruck links d. Peg. nach Ludwigshöhe

    Bereits am nächsten Tag war das Wetter so schön (wenn auch winterlich und kalt), dass gleich den ersten Abschnitt gelaufen bin.
    Übergabe und Start war am Bahnof Hersbruck links der Pegnitz:


    Die Pegnitz ist neben dem Rhein der ZWEITE Fluß in Deutschland (mehr gibts dann nicht mehr !!), welcher auf jeder Flußuferseite je eine Bahnlinie hat. "links" und "rechts" zählt mit Blickrichtung flußabwärts. Hersbruck kommt so zu 2 Bahnhöfen, die ca 1,5 km auseinander liegen.

    Vom Bahnhof Hersbruck links geht es durch die Kastanienallee zum Wahrzeichen von Hersbruck, dem Wassertor:


    Es heißt Wassertor, weil direkt davor die Pegnitz vorbei fließt.

    In der Altstadt läuft das WAI dann durch die "Prager Straße". Diese war bereits im Mittelalter Bestandteil der "Goldenen Straße", welche die damaligen Metropolen Prag, Nürnberg, Speyer und später Paris miteinander verbunden hat (Kaiser Karl IV.). Heute ist auf der alten Route ein Wanderweg und ein Radweg ausgeschildert. Der Wanderweg von Nürnberg bis zur tschechischen Grenze, der Radweg als "Pan Europa Radweg" komplett zwischen Prag und Paris. Aufgrund der Schneelage war dieser Radweg unsere Hauptroute.

    die Prager Straße ist aber auch nur eine Innenstadtstraße:


    Das WAI und ich sind also auf dem Radweg Goldene Straße (oder auch Pan Europa Radweg) weitergelaufen. Als nächsten Ort haben wir unspektakulär Reichenschwand durchlaufen und kamen nach 13 km zum Marktplatz nach Lauf, wo wir eine Pause machten:



    Bei der großen Gebietsreform 1972 wurden die Landkreise Hersbruck, Lauf und Altdorf zum neuen Landkreis "Nürnberger Land" zusammengefasst. Die Ämter wurden zwischen den Städten aufgeteilt. Hersbruck bekam Amtsgericht und Finanzamt, Lauf bekam das Landratsamt. Dies hatte die fatale Konsequenz, dass es im Landratsamt Lauf nur Autonummern mit LAU gab !! Die Hersbrucker mussten zukünftig auf ihr bewährtes HEB verzichten, das es inzwischen nur noch an einigen alten Treckern, einem einzigen VW-Käfer und einem alten Daimler gibt.
    (wo doch schon der Psalmdichter schreibt "weil du aber LAU bist will ich dich ausspeien aus meinem Munde....")

    Der erste Abschnitt hat das WAI und mich noch ein wenig über Lauf hinaus geführt bis zum Haltepunkt "Ludwigshöhe" (Bahnlinie RECHTS der Pegnitz), einem Ortsteil von Rückersdorf. Hier hat das WAI virtuell auf den zweiten Abschnitt gewartet.


    2. Abschnitt - 31.12.2010 Ludwigshöhe - Erlenstegen

    Von Ludwigshöhe aus führt der Weg erstmal ziemlich trist die Straße entlang bis nach Behringersdorf. Hier haben wir die Bahnlinie unterquert und sind in den Sebalder Reichswald eingetaucht. Bis kurz vor Lauf liefen wir durch die Herbrucker Schweiz mit Kalkgestein. Hier sind wir aber inzwischen in einem Sand und Sandsteingebiet. Der magere Sand führt zu den von Nürnbergern "Steckeleswald" genannten Kieferwäldern. Nürnberg wuchs im Mittelalter in der Hauptsache aus den zwei Stadtteilen St. Lorenz und St. Sebald zusammen. Jeder Stadteil hatte einen eigenen Reichswald, nicht nur zur Honigproduktion für die schon damals bekannten Lebkuchen.

    Survivalhund SINA hat im übrigen alle Abschnitte begleitet (WAI-Begleithund)

    Im Reichswald gibts einige interessante geologische Aufschlüße - waren aber alle verschneit, so dass das WAI nicht so richtig was davon hatte:


    Nach dem Reichswald erreichten wir in und mit Erlenstegen die Stadtgrenze von Nürnberg und das WAI hat die Nürnberger Straßenbahn bestaunt.




    3. Abschnitt - 02.01.2011 Erlenstegen - Hauptmarkt

    Im neuen Jahr hat das WAI dann den letzten Abschnitt meiner Etappe zurück gelegt. Vom Haltepunkt Erlenstegen ging es zunächst einige km die "Pegnitzwiesen" entlang. Diese durchziehen Nürnberg, und später auch Fürth - nahezu komplett. Lediglich 1 1/2 km durch die Alststad ist die Pegnitz "eingemauert" - den Rest kann man die Stadt "komplett im Grünen" durchwandern.
    (aktuell natürlich "im Weißen")

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    vor der Alstadt erweitert sich die Pegnitz zum Wöhrder See

    Seit 1981 ist der See fertig. Hier wird die Pegnitz aufgestaut und entlastet die Altstadt bei Hochwasser.

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    Um die ganze Alstadt zu überblicken wollte das WAI natürlich auf die Kaiserburg getragen werden. Hier hat es den abendlichen Blick über Nürnberg genossen:

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    Zum Abschluß ist das WAI mit mir noch zum Schönen Brunnen abgestiegen, wo unsere Etappe nach immerhin 35,8 km (GPS-gemessen) endete. Die nächste Etappe machte dann die "Stammtischrunde Franken/Oberpfalz" mit Start am schönen Brunnen

    Grüße vom jetzt "ehemaligen" WAI-Träger Hebi

  11. Alter Hase
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #91
    Stammtisch mit WAItergabe des WAIs in Nürnberg.

    WAI am Schönen Brunnen und anschließend in Altstadthof?
    Na da fahr ich ganz bestimmt nicht mit dem Auto hin. Diese Entscheidung traf ich natürlich vollkommen uneigennützig! Umweltschutz. Nur deswegen. Jawohlja!
    Doch was war das? Auf meinem Weg zum Bahnhof stand ich plötzlich im Fluss.



    Mein Taschenboot hatte ich natürlich gerade heute nicht dabei. Zum Glück langte die Zeit gerade noch für nen kleinen Umweg, so dass ich meinen Zug noch trockenen Fußes erreicht hab. Die S-Bahn, ein paar Minuten später, hätt ich gar nicht nehmen brauchen. Weichenprobleme...

    Nachdem ich mir noch ein wenig Zeit in Nürnberg vertrieben hatte, trafen auch schon Blauloke und Hebi ein.
    Gemeinsam machten wir uns sodann wieder auf den Weg zum Bahnhof um Mona abzuholen.
    Nun wird der vorausdenkende Leser freilich schon ahnen was kommt.
    Richtig!
    Verspätung.
    Also nochmal zu dritt einen kleinen Abstecher gemacht und durch die Straße der Menschenrechte vor dem Germanischen Nationalmuseum geschlendert.
    Pünktlich, 30 Minuten nach Soll-Zeit, traf der 20-Minuten-Verspätungs-Zug auch tatsächlich ein.
    Nun zu viert dann wieder retour um unseren Auftrag auszuführen.
    Und auch Thomas traf jetzt am Brunnen ein. Timing!


    Ringe drehen.

    Sehr beliebt.

    Zum Glück kannten wir den geheimen Ring.
    Den echten!


    Um die Sache am Ende noch komplett zu machen drehen wir natürlich auch nochmal am Goldenen Ring. Dem Touristenring. Immerhin ist das WAI ja quasi...



    Gruppenfoto vorm Brunnen.

    Nachdem uns das Wetter nicht gerade freundlich empfangen hat, verbrachten wir den restlichen Abend dann doch lieber im Altstadthof.
    Eine der wenigen Gaststätten in Nürnberg, die ihr Bier noch selber brauen.


    Und hier klang der Abend dann noch bei netten Gesprächen, nem guten Essen und leckeren Bier aus.
    Nur der Hebi musste bei Wasser darben. Tja. Autofahrer...
    Der Mensch wurde nicht zum Denken geschaffen.

  12. Dauerbesucher

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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #92
    Soo, jetzt, nach "kurzer" Ruhezeit für WAI bei mir im Schlafsack (siehe Testbericht Cumulus LL400) hab ich's jetzt zumindest mal zum Nürnberger Stadtrand getragen. Foto's kommen noch (aber nur wenige, s.u.)

    6:30 Uhr: Ihh der Wecker! Und das in meinen Semesterferien.
    6:40 Uhr: Naja, hilft ja nix, also aufstehn und ab unter die Dusche.
    7:10 Uhr: Ab in's Auto, Mutter muss in die Schule!
    7:45 Uhr: Bei schlappen -8° komm ich am Altstadthof an. Erstmal die Daunenweste ausziehen (Gott schaun die Leute hier komisch) und Fotos machen.

    Und los geht's! Wunderbarer Sonnenschein wie seit Wochen nicht mehr begelitet mich.
    Erstmal über den Hauptmarkt zur Pegnitz runter (Das WAI beschwert sich schon: "Hier war ich doch schonmal")


    Dann am Wöhrder See Richtung Scharrerschule unter der Bahn durch, und ab in die Kleingartensiedlung. Man will ja nicht an den Hauptstraßen entlang.
    Hier findet sich auch eine schöne Eisskulptur (ob das aber Absicht ist?)

    Ab zum Arbeitsamt (hier zeigen sich die ersten Verschleißerscheinungen an den Füßen [durch die schweren Bergstiefel auf Asphalt]) und dann an den Dutzendteich. Hier gibt dann der zweite Kameraakku auf. Hier wird's eigentlich erst richtig schön, Schwäne mit Doku-zentrum im Hintergrund. Leider gibt der dritte Akku gleich ohne Foto auf.
    Also ohne Fotos weiter. An der Steintribüne genieße ich zum ersten Mal wieder Gras unter den Füßen, leider nur für 200 Meter. Rüber ans Clubgelände Valznerweiher und dort endlich in den Wald. Frühstückspause in der Vormittagssonne mit heißem Tee, was gibt's schöneres.
    Und dann? Weg gesperrt, also geh ich mal links.
    Mh, geht mir irgendwie zu weit nach Osten, ich schau lieber auf die Karte.
    Mh Maßstab 1:50000, ich glaub meinen Weg gibt's hier nicht.
    Also geh ich mal einfach weiter und an der nächsten Möglichkeit wieder südlich.
    Aha, hier kenn ich mich wieder aus.
    Oder doch nicht, naja der Weg geht nach Süden, kann also so verkehrt net sein.
    Ähh jetzt geht der Weg nach Osten, aber was soll's, an der nächsten Kreuzung geh ich halt wieder rechts.
    Mh, einen Kilometer hinter der Kreuzung ist der Weg wegen Baumfällarbeiten gesperrt. Naja Querfeldein.
    Nach sage und schreibe 40 Minuten komm ich wieder auf einen Weg (der ist zwar auch gesperrt, aber das ist mir jetzt egal).
    Und dann schön an der Straße entlang nach Altenfurt an die Rundkapelle, Nünbergs ältestes Heiligtum.
    Eigentlich hatte ich 2 Stunden angesetzt, aber dank der blöden Baumfäller und meiner überragenden Orientierungsfähigkeit hab ich 3 1/2 gebraucht.
    Naja, was soll's. Bei dem schönen Wetter war's wenigstens mal wieder schön zu gehen.

  13. Dauerbesucher

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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #93
    Auf nach Rednitz Hembach
    Wenn Einer auf Reisen geht, dann hat er was zu erzählen...
    Naja, nachdem wir nicht sooo weit gelaufen sind, gibt’s da gar nicht mal so viel. Schade.
    Trotzdem gibt’s jetzt hier mal eine kurze Beschreibung unserer Route.
    Teil 1: Altenfurter Rundkappelle nach Zollhaus:
    Übers Moorenbrunnfeld, schon dem Namen nach ein altes Moor, geht’s neben überschwemmten Wiesen in den Wald. Tausende von (älteren ) Nordic-Walkern laufen freundlich grüßend an uns vorbei. Nebenbei erhalten wir auch noch Bildung, durch die Schilderkampagne der bayerischen Staatsforste. Bei wunderbarem Sonnenschein gehen wir durch den noch sehr kahlen Wald. Beim Zollhaus gibt’s ne kurze Orientierungspause an der Wanderkarte und weiter geht’s...
    Teil 2: Zollhaus bis Mittagessen:
    Vorbei an freundlichen Waldarbeitern (man merkt doch deutlich die erhöhte Holznachfrage) geht’s unter der Autobahn durch. Hier folgt die erste Verwirrung, weil die Wege einfach nicht der Karte entsprechen wollen (oder der Kompass falsch liegt). Also gehen wir mal schön nach rechts, wo wir in 30cm tiefen, halbgefrorenen Traktorspuren versumpfen. Aber wenigstens schöner als die Wanderautobahnen. Schließlich kommen wir auch wieder auf nen passablen Weg und finden zum höchsten Punkt der Reise. Durch die wildromantische Szenerie alter Steinbrüche geht’s bis zur Autobahn und drüben gleich wieder genauso weiter. Oberhalb dreier zugefrorener Seen gibt’s erstmal lecker Nürnberger Bratwöschd.
    Teil 3: Mittagessen bis Hembach:
    Von den Seen geht’s gleich rein nach Wendelstein, am alten Kanal entlang weiter auf dem Jakobsweg. Bis nach Sorg folgen wir diesem () markierten Pilgerweg. Nachmittags zieht's leider etwas mehr zu und wird windiger, was man auf den offenen Feldern auch deutlich merkt. Hinter Leerstetten kommen wir wieder von der (Forst-)straße runter und gehen in den Wald. Ab hier geht’s auf kleinen Forstwegen (offiziell als Straße gekennzeichnet) bis zum neuen Kanal. Auf der Brücke wird’s aber so windig, dass wir uns nicht lange aufhalten und gleich weiter nach Rednitz-Hembach laufen. Am Ortsschild noch ein kurzes Foto, dann geht’s erstmal (nach einiger Suche) Kaffee trinken und wir warten, bis die Mitfahrgelegenheit endlich fährt.

    Foto's kommen noch mehr, aber die muss ich erst noch per Hand drehen

  14. Alter Hase
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    63. Etappe: 8.3.2011

    #94
    Rednitzhembach - Roth: 12,4 km zu Fuß mit Scrat79


    Orion - Nachtwanderung

    Es wird dunkel. Nacht bricht herein. Meine Zeit.
    Ich mache mich auf den Weg. Per Motorisierten Schlitten lasse ich mich ins benachbarte Rednitzhembach fahren. Dem Kreisverkehr statte ich selbstverständlich noch einen Besuch ab.


    Kreisverkehr in Rednitzhembach. Der Knoten

    Viel los heut. Gerade mal 19:00 Uhr. Da verwundert es mich nicht, dass diese vielbefahrene Straße meinen letzten Nerv raubt.


    B2A

    Jenseits der Leitplanke überquere ich die Autobahnähnliche B2A und begebe mich auf dem schnellsten Weg in den schützenden Wald. Weg von Verkehr und Lärm. Eine Fotopause lege ich jedoch noch ein um die Pilzsaison einzuleiten. Nein. Kein Pils. Ein Pilz. Am Straßenrand. Kaum beachtet wie mir scheint. Ein großes Exemplar und dem WAI freundlich gesonnen.


    Pilzsaison eröffnet!

    Nach kurzer Rast dann weiter in den Wald hinein. Nicht ohne zuvor noch meinen heutigen Beschützer am Himmel zu erblicken! Orion persönlich wacht heute Nacht über das WAI!




    Orion persönlich wacht über das WAI - so solls sein!

    Die nahe Bundesstraße nervt. Unsere Welt wird von Autos dominiert. So wie ich heute an’s WAI gekommen bin und mich zum Startplatz fahren habe lassen, tut ein jeder. Das hört man. Ich nehme von nun an nicht den geradesten Weg zurück nach Roth sondern versuche etwas Abstand zu gewinnen. Schon bald führt mich dieser Weg auf Irrwege. Ein Gedanke an einen Truppenübungsplatz mit Panzerverkehr ist nicht sonderlich fern. Der ehemalige Feldweg ist zerfurcht von roher Gewalt! Zu Fuß zu bewerkstelligen, hätte ich per Pedes wohl keine Chance! Wildschweine. Und so wie es scheint nicht wenige.
    Etwas lauter durch den Wald unterwegs bahne ich mir meinen Weg voran. Nicht ohne feststellen zu müssen, dass unsere Waldbauern gerne mal Wege im Nichts verschwinden lassen. Mein GPS-Track ist somit wohl nicht geeignet um in Openstreetmap-Karten aufgenommen zu werden. Manch „Abkürzung“ durch hüfthohe Schwarzbeersträucher war dabei.
    Auf diesem Streckenabschnitt habe ich darauf verzichtet meinen Foto raus zu holen. Aber für den neugierigen Zuleser kann Abhilfe geschaffen werden. Verdunkelt eurer Zimmer, richtet eure Taschenlampe auf den Monitor und schalten die Lampe ein und den Monitor aus. Jetzt hab auch ihr das Feeling.
    Bald schon erreiche ich Pruppach. Durch die Neubausiedlung hindurch und gen Osten zur Treffersäch. (Treffersäge) Ab hier komme ich blind heim. Über weitere Wald- und Feldwege geht’s wieder Richtung B2. Im Durchbruch, der den schönen kleinen Brummbach unter der vielbefahrenen Straße leidet, zwänge ich mich auf die andere Seite, nicht ohne am Ende durch Zentimetertiefes Wasser waten zu müssen. Über gefrorene Felder nähere ich mich dem Rother Stadtrand mit seinem verträumten Schleifweiher.


    Schleifweiher bei Nacht (mit Blick auf die Wirtschaft - aber nicht empfehlenswert )

    Einen Abstecher in die Stadt lasse ich mir heute zu Ehren des WAIs nicht entgehen. Aber wie es mir scheint, bin ich ein wenig zu weit gelaufen. Verwundert erblicke ich das Auto eines Gesetzeshüters, der mich aber nicht weiter aufhällt und gewähren lässt.


    Gesetz und Ordnung

    An der historischen Stadtmauer am Gauklerbrunnen vorbei erblicke ich unsere Rother Stadtkirche. Ein schöner Anblick.


    ev. Stadtkirche Roth mit Gauklerbrunnen im Vordergrund

    Weiter durchs romantische Gässchen „Zur Freiung“


    Gässchen "Zur Freiung"

    geht’s auf den Marktplatz wo ich noch schnell Roth’s kleinsten Geocache hebe. Soviel sei gesagt: Meine Fingerkuppe vom kleinen Finger ist größer!


    Rother Stadkirche in voller Pracht

    Die Rother Stadtkirche wahrlich links liegen lassend wandere ich noch ins Rednitztal, von wo aus sich noch ein Blick gen Schloss bietet. Diesen Abstecher habe ich einzig und allein für unsere Göttergatten gemacht.


    Schloss Ratibor vom Rednitztal aus

    Da das WAI eher das Laufen tagsüber gewohnt war, war es gar all zu müde, so dass ich mich nun wieder auf den Weg nach Hause machte.


    Auch wenn das WAI Todmüde ist, gehts am Rother Friedhof nur vorbei und nicht rein

    Dort schlummerte das WAI dann neben einer kuscheligen Katze bewacht sanft ein.


    Unter Bewachung!

    Kurze aber schöne 3 ¼ Stunden Tour.
    Geändert von hotdog (15.10.2012 um 20:46 Uhr)
    Der Mensch wurde nicht zum Denken geschaffen.

  15. Alter Hase
    Avatar von Scrat79
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #95
    Es ist tiefster Morgen. Kaum ist die Sonne aufgegangen mache ich mich auf die Socken.
    Gut. Womöglich ist es auch schon etwas später. Egal. Für Samstag ist es verdammt früh find ich.

    Die ersten Frühlingsboten bieten Abwechslung vom langen Winter.

    Mein Weg beginnt am Stadtrand von Roth. Entlang des gleichnamigen Flüsschens.



    Vorbei an Sandbänken, die Gegend wird auch als Sandachse bezeichnet, ziehe ich weiter. Am Röthelbach kann das WAI das erste mal die schöne Rother Landschaft bei Tageslicht sehen.



    Die kleine Dose ist friedlich und hüpft quitschvergnügt über das kleine Brückchen. Auf und ab und ist schon bald wieder so erschöpft, dass sie wieder in meinen Rucksack will.
    Immerhin gibts heut ja noch mehr zu sehen.


    Etwas weiter gelangen wir zum historischen Eisenhammer bei Eckersmühlen.


    Auch hier darf das Döschen nochmal raus und am Mühlstein klettern. Leider langt die Zeit nicht um an einer der beeindruckenden Führungen teil zu nehmen. Kann man hier doch in einer Führung beobachten, wie vor langer Zeit Nägel hergestellt wurden.

    Das es sich heute um keine Weicheiertour handelt, sieht man spätestens an der Tatsache, dass selbst das sonst flüssige Dihydrooxid noch in seiner festen Form vorkommt!

    Da musste dann auch bald eine stärkende Pause eingelegt werden. Immerhin will ich gut gestärkt voran kommen.


    So gesättigt gehts an der Rother Kaserne WAIter. Entlang des Zauns der Schießbahn Richtung Wallesau.
    Auf einer Wiese lass ich das WAI noch ein bisschen durchs Gras hüpfen.
    Leider mit etwas zu wenig Aufmerksamkeit wie sich schnell heraus stellte!
    Es war weg!
    Nicht mehr auffindbar! Panik! Angst! Ich war ratlos.
    Laut rufend suchte ich nach der Kleinen!
    Doch halt! Was war das? War da nicht ein leises lachen? Aber doch nicht. Nein!
    Das kann doch nicht sein! Nicht von oben???

    ...

    Doch.
    Kaum sichtbar:



    Da war es. War das Mistding nicht doch tatsächlich auf den Baum gekraxelt! Tss.
    Wie krieg ichs da bloß wieder runter???

    Zum Glück hatte ich noch ein klein bisschen Schoki in der Tasche! Alleine durch das Rascheln der Schoko-Verpackung wurde das kleine WAI unruhig.
    Den Blick vom Baum wegschweifen lassen brauchte ich keine zwei Rippchen essen und das kleine WAInerliche Döschen war wieder an meiner Seite und wollte auch ein Stückchen abhaben.
    Taj. So kanns gehen! Geht niemals ohne Schoki mit dem WAI spazieren!

    Nach ein paar Kilometern erspähte ich durch die Bäume bereits den Campingplatz in Wallesau. Nix für uns dachten wir uns und zogen von dannen. Zu viele Dauerkämper!
    Nee. Weg hier.
    An schönen sonnigen Fischteichen entlang gings zum Teilziehl meiner Etappe.
    Wallersbach. Hätte ich sicher auch kürzer haben können. Aber nicht so schön.



    In Wallersbach angekommen endete meine offizielle WAI-Tour.
    Der Track wurde noch schnell geloggt und ich machte mich wieder zurück nach Roth auf.
    Virtuell blieb das WAI in Wallersbach.
    Der Mensch wurde nicht zum Denken geschaffen.

  16. Optimist Lebt im Forum
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    #96
    so,
    das WAI hat sich wieder bewegt.

    Heute war ja Muttertag, da mußte ich meine Mutter besuchen.


    Aber gleich am späten Nachmittag hab ich das Fahrrad gesattelt und bin auf dem direkten Weg mit dem WAI nach Weißenburg an den Berghang unterhalb der Wülzburg, wo ich es von Scrat übernommen hatte.



    Dann ging es weiter radelnd in die Stadt, zum Rathaus,



    vorbei am Römermuseum





    und der Andreaskirche. Dort steht ein Denkmal von Martin Luther, der nette Mann hat das WAI auch mal für ein Foto in die Hand genommen.




    Dann wieder raus aus der Stadt, auf ruhigem Radweg im Tal nach Niederhofen, gemütlich weiter - aber dann erst mal ganz brutal für mich als Ungeübte: kurz vor Oberhochstatt bin ich noch auf 430 mtr. - und der Ortskern liegt dann auf 580 mtr. - ich steige ab und schiebe schnaufend das Rad den Berg hoch.
    Oben an der Kreuzung steht eine Bank - da lass ich mich erst mal nieder.
    Und während ich meine Wasserflasche umfülle sehe ich auch, daß an dieser Stelle der Limes-Radweg (oder auch der Radwanderweg-Weißenburg-Jura-Anlautertal) abgeht. Ich bin froh über diese Entdeckung, dann muß ich nicht auf die Hauptstraße, es ist heute viel los hier.





    Da ich nun schon wieder in heimatlichen Gefilden fahre, wundere ich mich über den Verlauf. Der Weg geht mir viel zu weit nach Süden, ich will aber nach Osten zum Sportplatz von Burgsalach - und von dort einen kleinen Abstecher zum "Burgus" im Wald. Die erhaltenen Überreste eines Römischen Kleinkastells, einmalig in Deutschland - nur in Nordafrika gibt es noch was Vergleichbares.







    Mit viel Gegenwind komme ich auch am Sportplatz an, dann rechts weg zum "Burgus".
    Da merke ich erst, daß der kleine Abstecher ca. 2 km ausmacht - als ich beim Burgus ankomme merke ich, daß der Limes-Radweg direkt hierher geführt hätte, ich hätte nur 500 Meter weiter auf dem Radweg bleiben müssen.
    Egal, 4 km Umweg, was solls - war wenigstens Seitenwind.

    Also dann wieder zurück zum Sportplatz und ab hier am Waldrand entlang immer auf den Spuren des Limes erst mal zu einem rekonstruierten Wachturm aus Holz und dann immer weiter.





    Links vorne sehe ich schon mein Heimatdorf.
    Schnell noch ein Foto an den "Drei Kreuzen" und dann weg vom Limes-Radweg links ab ins Dorf.







    Heute Nacht verbringt das WAI in meinem Wohnzimmer und hat dieses mit Muskelkraft erreicht.

    Strecke: ca. 21 km

    Für morgen werde ich jetzt erst mal die Kompass Wanderkarte "Mittleres Altmühltal" studieren, diese hab ich natürlich bei meiner spontanen Abfahrt zuhause liegen gelassen.
    Viele Grüße
    Rosi

    ---
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  17. Optimist Lebt im Forum
    Avatar von boehm22
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    #97
    Morgens schnell noch zum Bäcker mit dem Fahrrad, ich merke es ist noch kühl trotzdem angenehm und sonnig.
    Gegen 8:30 Uhr habe ich meinen kleinen Rucksack gepackt mit mehreren Riegeln und 3 Liter Wasser am Rad und im Rucksack.
    Ich fahre auf der Nebenstraße zum Nachbardorf Reuth am Wald, hinter dem Ort vorbei auf Schotterstraße und dann weiter bis nach Bechtal, oberhalb des Bechtaler Weiher mit Blick auf Weiher und Burgruine mach ich nach ca. 5 km erst mal ein paar Minuten Pause.



    Dann gehts durch den Ort runter zum Weiher,



    ab hier auf Schotterstraße immer im Tal der Anlauter entlang ca 4 km lang



    vorbei an der idyllischen Aichmühle bis zum Dörfchen Bürg.





    Man riecht den frischen Morgen, im Tal ist es ruhig, manchmal sehe ich ein paar Enten auf dem schmalen Flüsschen schwimmen.

    Nochmal ca. 2 km weiter und ich bin bereits am anderen Ortsende von Titting. Hier steht die Brauerei Gutmann, wohlbekannt für ihr Weizenbier. Ich mag kein Weizen, aber das ist nicht der Grund, warum ich grad keine Lust auf Stopp habe. Es ist noch frisch. Ich habe aber Glück, obwohl Wind geht bin ich entweder in einem geschützten Tal oder habe Seiten- oder Rückenwind. Die Temperatur schätz ich um die Zeit auf 17 bis 20 Grad ein. Ach ja, daß dunkle Bier vom Faß von der Gutmann-Brauerei, daß schmeckt mir sehr gut - aber nicht heute.

    Aber nun nochmal einen großen Schluck aus der Wasser-Flasche, denn jetzt geht es anfangs im Wald, später in der Sonne schön langsam den Berg hoch nach Erkerthofen. Sind zwar nur ca. 80 bis 100 Hm auf insgesamt ca. 3 km - aber ich bin untrainiert und komme ganz schön ins Schwitzen.
    Es sind schon gut zwei Stunden vergangen, als ich durch den Ort fahre und links ab wieder auf den Spuren des Limes bin.





    Auch hier am Ortsende steht ein Römerturm, diesmal aus Stein - und die Türe ist offen, man kann sogar hoch auf die umlaufende Balustrade. Gefällt mir sehr gut hier, es gibt auch einen Picknickplatz, schön in der Sonne, aber mit einem leichten Lüftchen.

    Es hilft nix, ich muß weiter. Zurück zum Dorf und auf der anderen Seite ins Steinbruchgebiet Erkertshofen-Petersbuch. Hier brummen die Maschinen, die Bagger und Lader arbeiten, schwere LKWs sind unterwegs und man sieht am Straßenrand in die tiefen Gruben, in denen die Marmorblöcke abgebaut werden.







    Ab durch dieses Industriegebiet und durch den Ort Petersbuch geht es dann weiter auf ebener Straße nach Heiligenkreuz und weiter zur Ziegelhütte, die nur aus einem einzigen Anwesen, einem großen Gasthaus mit eigenem Hirsch-Gehege besteht.

    Hier verlasse ich wieder die Nebenstraße und fahre auf Forstwegen erst mal ca. 3 km am Waldrand und dann nochmal ca. 6 km im Wald. Der Weg ist gut geschottert, der Schatten tut mir gut, die Straße ist sehr eben und so komme ich bald zum Waldgasthaus "Geländer". Hier gibts ein Tier-Museum, einen großen Spielplatz, einen Erlebnispfad und ein Schwarzwild-Gehege.







    Für mich gibts jetzt ein großes Eis aus dem Automaten. Es ist ein paar Minuten nach 12.00 Uhr - das Eis und ein Riegel reichen als Mittagessen.
    Es würde mir nicht gefallen hier ganz alleine zu sitzen und was zu essen, außerdem will ich weiter.

    Ich überquere die B13, die von Weißenburg kommt und direkt nach Eichstätt führt. Eine Irrsinnsstraße, erst mal muß ich warten bis mehrere LKWs und Autos vorbei sind. Auf der anderen Seite, wieder ein kleiner Wander-Parkplatz und weiter geht es auf einem geschotterten Weg. "Chaisen-Weg - 5 km nach Schernfeld" lese ich auf einem Schild. Eine Chaise war zu Zeit meiner Großmutter eine leichte zweisitzige Kutsche.




    Dieser Weg führt mich ebenfalls im Wald nach ca. 4 km zum Wald Erlebnis-Zentrum in Schernfeld. Dieses Zentrum wird vom Bayrischen Forstamt betrieben und soll Kindern und Jugendlichen den Wald näher bringen.
    Ich war schon mal mit meinen Kindern hier, deswegen fahre ich gleich weiter in den Ort rein und dann ab dort auf einer Nebenstraße ca. 3 km bis Harthof/Blumenberg. Als erstes komme ich zum Fossiliensteinbruch. Hier dürfen die Besucher kostenlos in einem kleinen Steinbruch nach Versteinerungen suchen. Es ist zwar heute am frühen Nachmittag nicht viel los, aber gerade in Ferienzeiten sind da sehr viele Familien mit kleinen Kinder, die ganz hingebungsvoll mit Hammer und Meißel die Steinplatten zerteilen.



    Es ist gegen 13.00 Uhr und nun kommt wieder ein sehr angenehmer Teil der Strecke: auf ca. 3 km fahre ich über 100 Hm runter auf einer geschwungenen Straße nach Marienstein. Bereits die Burg in Eichstätt im Blick dauert die Abfahrt gefühlt nur ein paar Minuten und am Kloster mit einer beeindruckenden Kirche komme ich auf die Hauptstraße an der Altmühl entlang nach Eichstätt.



    Nach ca. 4 Km und wieder ca. 70 Hm nach oben bin ich vorbei an der Jugendherberge am ruhigen Hang und fahre durch die ca. 20 Meter dicke Umfriedung des Burghofs der Willibaldsburg in Eichstätt. Hier befindet sich das Jura-Museum hoch über dem Altmühltal, es ist eines der schönst gelegenen Naturkundemuseen in Deutschland. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf den Fossilien der Solnhofener Plattenkalke, die durch die intensive Steinbruchtätigkeit in der Region zutage gefördert worden sind. Da ich erst vor ein paar Wochen im Museum war nehme ich mir jetzt nicht die zeit für einen Besuch, sondern gucke nur über die Mauer im Burghof ins Tal der Altmühl. Direkt unter mir liegt am Hang die Privatbrauerei Hofmühl, auch diese sehr empfehlenswert.





    Nun aber weiter, wieder den Weg zurück, vorbei am Gefängnis beim Bahnhof und über die Spitalbrücke rein in die Altstadt. Ich fahre eine Ehrenrunde über den Residenzplatz,



    vorbei am Domplatz und dann zum Marktplatz mit dem Willibaldsbrunnen im Zentrum.




    Es ist bereits 14:30 Uhr, ich wollte eigentlich jetzt hier ein Eis essen, aber das Eiscafe gibts nicht mehr, sowas.

    Noch ein paar Bilder vom WAI auf dem Brunnenrand, dann hole ich mir nebenan in der Metzgerei eine leckere Schweinsbratensemmel und was zu Trinken und setz mich zufrieden auf eine Bank.

    Gefahrene Strecke: Laut Radtacho 50,0 km - laut Google Maps ca. 45 km
    Viele Grüße
    Rosi

    ---
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  18. Dauerbesucher
    Avatar von Melli135
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    #98
    Samstag, den 06.08.2011: Neuburg/Donau nach Taufkirchen

    Endlich, endlich ist der Tag gekommen an dem die Melli und der Uli sich mit ihren Rädern in den Zug gesetzt haben, um mich in Neuburg abzuholen. Die Fahrt verlief wohl soweit ereignislos, bis auf die übliche Verspätung der Bahn. Da waren beide etwas genervt, weil das zweite Frühstück in Ingolstadt ausfallen mußte.
    Dafür war der Zug von Ingolstadt zu mir pünktlich

    Ich habe sie auf dem Bahnhofsplatz erwartet und wurde gleich herzlich in Empfang genommen:




    Die Melli hat mir extra einen schönen Platz in ihrer Radtasche freigehalten, da dürfte ich mich dann hineinkuscheln Nach kurzem Kartenstadium ging es dann auch schon los Richtung Schrobenhausen.
    Wegen der teils äußerst mangelnden Radwegbeschilderung, waren die Beiden zwischendurch ganz schön am Fluchen … wenn wir mit besserer Beschilderung nicht durch den Ort mit der Kopfsteinpflaster-Hauptstraße gefahren wären, schließe mich ihnen voll und ganz an … da wurde mir nämlich ordentlich schlecht
    Ab und zu gabs aber schonmal ein Schild:



    und natürlich viel Gegend:





    Eine kleine Pause kurz vor Schrobenhausen:





    Schrobenhausener Innenstadt (wieder Kopfsteinpflaster, aber diesmal ist die Melli langsamer gefahren und hat auch mal am Bäcker angehalten, daß ich mich erholen konnte):



    Dann haben die Beiden beschlossen den Amper-Altmühl-Radweg zu folgen. Haben sie aber bald schon ein bißchen bereut, wegen dem kiesig-Sandigen Untergrund und den vielen Bremsenviechern, die sie stechen und aussaugen wollten.
    Ich hab da lieber die Tasche zugehalten, da hat mich keine erwischt

    Nächste Pause war dann Gerolsbach:



    Dann weiter der Beschilderung nach Jetzendorf über nette kleine Orte:



    Pausenplatz:


    Jetzendorf:



    Zwischendurch schimpfte die Melli mal, daß sie die Sonnencreme vergessen hätte. Hatte auch ganz rote Arme bekommen …
    Aber ehrlich Leute, ich war froh, daß sie nicht die Regenklamotten vergessen hatte … wie wäre das wohl ausgegangen …. Gewittersturm hätten wir echt nicht brauchen können, wobei Gegenwind gabs auch schon genug (behauptet jedenfalls die Melli)
    Von Jetztendorf gings nach Petershausen. Dort haben sie im Supermarkt erstmal ordentlich Getränke aufgefüllt und leckere süße Teilchen gkauft (eigentlich wollten sie ja ein Eiskaffee trinken, aber wir kamen an keinem schönen Eiscafe vorbei)

    Nach einiger Zeit fanden sie im Vordergrund dieses Bilds eine schöne Bank in Schönbrunn, dazwischen ging zwar noch die Straße vorbei, aber die hatten wir bei der Pause im Rücken:



    Die Wolken am Himmel fand die Melli etwas bedenklich und meinte, sie sei nicht sicher, ob das mit der Wawi auch klappen würde. Da hatten sie überhaupt immer wieder damit. Aber gesagt, was das ist haben sie mir nicht, sollte wohl eine Überraschung sein.

    Die Skyline von München entlockte ihnen wieder freudigere Aussagen wie: "Schaut echt toll aus". Da kann ich sie auch gut verstehen, leider war es etwas diesig, aber der Uli sollte keine Kalenderphotos machen, sondern mich sicher weiter in Richtung Zugspitze begleiten



    In Badersfeld hätten sie sich vor lauter Freude, daß sie „ihren“ Landkreis erreicht haben, beinahe wieder verfahren. Allerdings behaupten sie steif und fest, es läge an der Beschilderung ja nee is klar



    Dann ging es nach Feldmoching, dort nochmal in den Supermarkt. Es war so schwül, sogar ich hatte einen richtigen Durst, obwohl ich ja nichts tun mußte. Schoki gabs auch noch zur Stärkung
    Dann weiter die Feldmochinger Straße runter, auf die Dachauer Straße und rein in die Innenstadt. Am Königsplatz haben sie mir noch etwas Kultur gezeigt. Tolle Bauten, da komm ich mir so winzig vor





    Dann über die Brienner Straße zum Odeonsplatz und dann zum Marienplatz. Das war ja ein Gewusel dort, obwohl es schon 19:00 Uhr war.
    (Melli hat mich extra hochgehoben, damit ich auch gut sehe )



    Nach den Fotos, beschlossen sie, das mit Wawi zu versuchen. Ich wollte ja eigentlich am Isator noch ein bißchen im neuen großen Outdoorshop mich umgucken und shoppen gehen, aber das haben die mir nicht erlaubt. Bis zur nächsten Pause hab ich dann erstmal ordentlich geschmollt

    Dann hat mir die Melli aber die Isar gezeigt, sie war zum Glück ganz vorsichtig, wo ich doch nicht schwimmen kann.




    Dann sind wir den Isartalbahnweg hochgefahren, um vom der Isar auf das Hochufer und nach Grosshesselohe zu kommen.
    Der Himmel wurde immer dunkler und es donnerte schon, die Melli hat schon richtig Befürchtung bekommen, daß es voll gewittert und das Wawi nichts wird.
    Auch sind uns auf dem Weg ganz viele Leute entgegengekommen, die schnell heim wollten. Das war gut so, da haben wir nämlich einen schönen Platz bekommen.
    Die Melli hat extra einen unter dem Schirm ausgesucht, falls es regnet, daß wir nicht naß werden. Dann hab ich auch kapiert was das Wawi ist: laut Melli und Uli der beste Biergarten, die Waldwirtschaft.
    Das Essen war echt lecker, sowohl die Spareribs vom Uli als auch das Schnitzel von der Melli, die große Brezn und ein Schluck Radler ...fein


    Jazzmusi gabs auch ganz nett dazu. Echt eine gelungene Überraschung. Das Wetter hat auch mitgespielt, es blieb trocken.

    Das Heimfahren habe ich dann nicht mehr so mitgekriegt, da war ich schon zu müde und hab ein bisserl geschlafen
    Daheim gabs dann noch ein Abschlußfoto:



    Liebe Grüße,
    vom WAI

  19. Dauerbesucher
    Avatar von Melli135
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    #99
    Nächste Etappe am 10.08.2011: von Melli zu Sammy

    Endlich ging es weiter, ich bin ja schon so ungeduldig wegen der Zugspitze
    Melli packte mich am Mittwochnachmittag wieder ein und wir fuhren durch den Forst Richtung Grünwald, an den Bavaria-Filmstudios vorbei:



    Dann weiter zur Großhesseloher Brücke.
    Blick über die Brücke:


    Blick von der Brücke:


    Weiter gings über Pullach - vorbei an der Jugendherberge (für die die es interessiert)-

    in den Forstenrieder Park. Dort machten wir eine kleine Pause:


    Endlich, nach gefühlt sehr sehr viel Wald, haben wir den Ortseingang erreicht:

    Noch über die Würm-Brücke

    und einige Querstraßen nach Norden weiter, dann haben wir das Ziel erreicht.

    Der Sammy ist total nett, Melli und er haben sich noch gut unterhalten. Dann hat sie sich von mir und ihm verabschiedet und ist wieder gefahren.

    Viele Grüße,
    vom WAI

  20. Lebt im Forum
    Avatar von derSammy
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    AW: [Baiern] 70.551,57 km² / 12.494.781 Einwohner / 43,3% CSU

    1&3 Teilstück

    Radeln: (ca. 120KM)
    Krailling>Starnberg>Tutzing> Osterseeen > Penzberg


    Am Stranberger See Blick vom Paradies an die Stelle wos unseren König derschlagen haben !



    Weiter am Buchheim Museum vorbei

    Seeshaupt, den Osterseen nach Penzberg


    Von Penzberg über Großweil, Kochel, Kesselberg, Walchensee, Wallgau, Garmisch, Grainau nach Hammersbach






    Blick über den Kochelsee Richtung Norden

    Weiter nach Garmisch



    das (Fern)Ziel immer im Blick


    Ankunft (und virtuelles niederlegen) am Parkplatz Hammersbach



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