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    [IE] Kerry Way 2010 – Es geht immer irgendwie weiter – zur Not per Post

    #1
    Mitreisende: Zwimon
    Land: Irland
    Reisezeit: April 2010
    Region/Kontinent: Mitteleuropa

    Kerry Way 2010 – Es geht immer irgendwie weiter – zur Not per Post

    Prolog


    Ich muss raus - das war der Gedanke der mich Anfang 2010 umtrieb. Endlich mal wieder raus und dem Alltag entfliehen. Aber wohin? Und wann? Und wer kommt mit? Nach kurzem Überlegen und forschen im ODS.net Forum kam mir Irland und der Kerry Way in den Sinn. Irland mag ich seit meinen Besuchen in Dublin und der Lektüre eines super Buches schon lange. Der Weg machte auch einen guten Eindruck, also wann? Ostern wäre gut, das Wetter könnte da schon besser sein, keine Midges und Urlaub braucht mal nicht so viel zu nehmen. Gesagt getan. Nach kurzer Umfrage im Bekanntenkreis war ich dann leider nur auf mich gestellt.

    Aber egal, wollte eh schon lange mal alleine was Längeres erwandern. Schnell die Anreise geplant und die Flüge bei Aer Lingus nach Dublin gebucht. Von da aus sollte es dann per Zug nach Killarney gehen. Perfekt. Schnell waren die letzten Details der Anreise per Bahn geklärt und das Hostel im Internet gebucht. Jetzt ging es an die Packliste und eventuell noch zu tätigende Anschaffungen sowie die Streckenpläne.
    Zu guter Letzt meldet sich dann auch noch eine Bekannte aus Japan, die derzeit wieder in Irland weilt und die ich in Dublin treffen würde. Super, jetzt konnte es los gehen.



    Tag 0 Dienstag 30.03.10
    Nach Verlassen der Arbeit machte sich die Vorfreude breit. Alle Details waren geklärt, der Rucksack gepackt und die letzten Einkäufe getätigt (Die genaue Packliste ist hier). Noch schnell im Forum die letzten Infos bekommen, Schneechaos und Regen, na toll.

    Mein Vater würde mich am nächsten Morgen zum Flughafen bringen und gleich kommen die Jungs zum Fußball gucken vorbei, Bayern vs. ManU, was ein Auftakt zum Urlaubsstart. Die Aussicht das Rückspiel in einen Dorfpub irgendwo in Kerry sehen zu können, steigerte die Vorfreude noch einmal.

    Tag 1 Mittwoch 31.03.10 Anreise nach Killarney
    Los geht’s. Wir fahren um 07:00 Uhr zum Flughafen nach Düsseldorf. Keine Probleme Unterwegs. Schnell raus aus dem Auto gesprungen, verabschiedet und zum Check-In. Schnell den Rucksack loswerden.

    Im Vorfeld hatte ich mir echt Gedanken gemacht, ob ich den Rucksack irgendwie verpacken solle. Ich spielte die verschiedensten Wege durch, entschied mich dann aber auch aus Faulheit einfach das Dingen ohne Verpackung aufzugeben - alle Sorgen waren unbegründet, sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückflug überhaupt keine Probleme.

    Nach dem problemlosen Check-In, ein Hoch auf die 23kg Frei- und 10kg Handgepäck bei Aer Lingus, ging es dann durch die üblichen Kontrollen. Stiefel aus, Stiefel an und schon konnte ich Frühstücken. Der Flug war unspektakulär und schon war ich 12:00 Uhr in Dublin.
    Schnell den Rucksack aufgegabelt und ab zum Bus nach Heuston Station, wo ich Miki treffen und um 15:00 Uhr mein Zug nach Killarney abfahren würde. Nachdem ich meine 6€ für das Ticket los war fuhr der Bus schon los. Wie immer natürlich alles wieder auf der falschen Seite. Die sind Wahnsinnig denke ich noch, es dauer halt immer ein bisschen bis man sich an den Verkehr in Irland und UK gewöhnt hat...

    Bei Ankunft an der Heuston Station wartete Miki schon. Nach einer freudigen Begrüßung ging es ins örtliche Cafe und wir unterhielten uns schön bei Guinness und Tee. Leider verging die Zeit zu schnell und ich musste ja noch irgendwo hier meine Tickets abholen. Nach dem wir uns verabschiedet hatten ging es auf die Suche nach dem Ticketaparillo. Ich fand es dann auch, schob meine Kreditkarte rein wie verlangt und schon war es da, mein Zugticket. Sah zwar aus wie bei uns ein Parkhausschein, aber gut, muss ja nicht alles so kompliziert sein wie bei der Deutschen Bahn. Schnell zum Zug, meinen Platz gefunden – stand sogar blinkend mein Name dran – und weiter ging’s. Umsteigen in Mallow und schon stand ich in Killarney. Leider war es schon nach 18:00 Uhr, so musste ich mir die vorbestellte Gaskartusche dann morgen im Outletcenter, praktischerweise direkt hier mit am Bahnhof, abholen.

    Das Sugan Hostel war nur zwei Straßen weiter. Eingecheckt bei Martin, ein durchgeknallter Pole der mich im weiteren Verlauf der Reise immer wieder nach Wetttipps für die Bundesliga fragen sollte.



    Nach Bezug des 8-Bett Zimmers ne Runde durch Killarney gedreht und dann schnell in den nächsten Pub, Arsenal gegen Barcelona bzw. Lionel Messi gucken. Cooles Spiel, ging 2:2 aus. Zurück zum Hostel, wollte noch kurz Tagebuch schreiben und dann ins Bett.

    Naja, fast, hab mich dann noch von zwei deutschen Mädels überreden lassen, mit ihnen und drei Amis ins Pub zu gehen. Okay, ist ja Urlaub und am nächsten Tag konnte ich eh nicht vor 10:00 Uhr zum Outletcenter. Um elf oder war es halb eins – keine Ahnung – dann endlich Schlaf.

    Tag 2 Donnerstag 01.04.10 Killarney – Black Valley 22km
    Aufstehen, Wandern, Gaskartusche kaufen – so schoss es mir am nächsten Morgen gegen 08:00 Uhr durch den Kopf. Sehr gut. Schnell raus aus den Federn. Morgentoilette machen und ab zum reichhaltigen Weißbrot / Marmelade Frühstück, ist ja immerhin inklusive.

    Die Mädels sehen noch etwas verkatert aus, die Amis auch, waren wohl noch länger weg. Ich freu mich richtig und mache mich auf zum Outletcenter, die vorab per E-Mail bestellte Gaskartusche abzuholen. Im Spórt Corrán Tuathail Shop dann kurz mit den Leuten über den Kerry Way geschnackt und die reservierte Kartusche abgeholt. Alles gut, endlich los. Im Tesco noch ne kleine Flasche Lebenswasser eingesackt (Preise haben die da für sowas – unglaublich) und schon folgte ich den Schildern raus aus der Stadt.
    Schon bald sehen ich die Schneebedeckten Gipfel der Macgillycuddy’s Reeks.



    Was ein Anblick, das wird ein Urlaub. Entlang der Ausfallstraße geht es erst mal Richtung Muckross Abbey und Killarney National Park. Nachdem ich von der Straße in den Park wechsle, fallen mir am Seeufer der viele Müll und das Treibholz auf, das etwa 1m höher als der derzeitige Wasserstand liegt. Komische denke ich, muss wohl Hochwasser gehabt haben die letzten Tage. Ich folge dem Weg entlang des Sees, lasse die Muckross Abbey links liegen und stehe alsbald vor Muckross House.



    Schöner alter Bau, aber für mich geht es ohne Besichtigung weiter durch den Park zum Torc Wasserfall. Soll ja ein ziemliches Highlight sein. Nachdem ich dann nach kurzem Anstieg dort bin, bin ich ein wenig enttäuscht. Sieht ja ganz cool aus, aber soo riesig ist er jetzt auch nicht.


































    Direkt am Wasserfall geht es dann eine alte Steintreppe hoch und ich merke das erste Mal meinen Rucksack. Oben angekommen geht es dann auf die Old Kenmare Road über teils schlammige Trails und auch relativ breiten unbefestigten Wegen. Zwischendurch auch über alte Bahnschwellen oder altes Kopfsteinpflaster.





    Als ich an der hier im Forum schon öfter erwähnten eingestürzten Bothy vorbei kam, fing es auf einmal an zu Hageln wie nichts Gutes. Schnell untergestellt, Regenjacke an und weiter. Es folgte ein schöner Abschnitt durch einen völlig mit Moosbewachsenen Wald hinunter zur Kreuzung des Weges nach Kenmare oder zum Black Valley.





    Ich machte mich über das Stück Straße auf Richtung Black Valley, überquerte den Ring of Kerry an der Galway’s Bridge und weiter ging es entlang des Upper Lakes vorbei an Lord Brandons Cottage, von wo aus die Boote nach Killarney abfahren, auf der Straße entlang zum Black Valley Hostel. Eigentlich wollte ich da irgendwo Zelten, entschied mich dann aber doch für ein Zimmer.





    Schnell im Shop was zu trinken gekauft und erst mal eine Runde gepennt, war wohl doch etwas kaputt und die Schulter taten ein wenig weh. Nach Schlaf, Dusche und Tiger Balsam Kur für die Schultern wurde kurz gekocht und der nächste Tag in Augenschein genommen. Dann noch Tagebuch und kurz gelesen, dann Kali Nichta.

    Tag 3 Freitag 02.04.10 Black Valley – Glencar 22km
    So weiter geht’s. Kurz Waschen, Frühstück, Sachen packen und zurück auf den Kerry Way. Gegen 09:00 Uhr starte ich. Es geht auf der Straße entlang an der Abbiegung zum Gap of Dunloe vorbei weiter Richtung Talende.





    Unterhalb der Straße im Tal fließt der Gearhameen River die Sonne scheint, die Berge mit dem Puderzucker oben draus sehen super aus und ich freu mich wie Bolle.





    Eine weitere Tiger Balsam Kur für die Schulter wirkt Wunder, es geht voran. Der Straße folgend wir es langsam einsamer. Nur noch vereinzelte Häuser und Höfe liegen am Weg. Irgendwann ist die Straße zu Ende und es geht durch einen kleinen Wald weiter. Nach einer kleinen Geröllpassage kommt man vorbei an einem kleinen Häuschen und weiter geht es über eine kleine Straße zum letzten Bauernhof im Tal. Man umgeht den Bauernhof und es geht dann bergauf zum Pass Richtung Bridia Valley auf 300m.

    Durch den Regen der letzten Tage ist es überall ziemlich matschig, nicht gerade ein Vergnügen. Irgendwann ist man dann oben und genießt die Aussicht auf die umliegenden Berge und Täler. Über eine kleine Hochebene geht es alsbald auch wieder runter. Oben steht noch der Hinweis zum „Cooky Monster’s Cafe“.





    Ich freu mich, will ich doch schließlich da was zu Mittag essen. Der Abstieg ist richtig ätzend und fies. Öfters mache ich Bekanntschaft mit der Telemark Technik und lege mich fast hin. Die guten Lekis wissen das allerdings meist gut zu verhindern und bringen die Fuhre zuverlässig zum stehen. Über eine Wiese geht es schließlich weiter wieder zur Straße. Ich stelle mich ziemlich doof an, nehme den flachen Weg und mache eine nette Ehrenrunde durchs Tal, bis mich ein Bauer wieder auf den richtigen Pfad bringt. Ich folge der Straße zum „Cooky Monster’s Cafe“ und kehre ein.

    Die Frau, die den Laden betreibt ist allerdings ein wenig gewöhnungsbedürftig. Ich werde abwechselnd mit „My Lamb“, „My Dear“ und „My Dear Lamb“ in hoher Geschwindigkeit unter „Beschuss“ genommen. Zwischendurch unterhält Sie sich mit ihrem Kanarienvogel. Ach ja, ich esse ein Roastbeef Sandwich und trinke was. Nach ner halben Stunde geht es weiter. Ich empfehle mich und direkt auf der anderen Straßenseite geht es weiter, immer den Berg hoch.





    Über eine Wiese führt der Weg immer Bergan. Ich rutsche oft Weg und die Stiefel schmatzen durch den Modder den Berg hoch. Oben auf 380m angelangt regnet und hagelt es dann. Na super. Die Wolken hängen tief und die Aussicht hält sich in Grenzen. Aber egal, weiter geht’s. Ich komme mir beim Abstieg vor wie auf einer Hüttentour in den Alpen. Ich Telemarke mehr oder weniger den Berg runter, einige Stellen sich wirklich fies. Unten im Tal angelangt, muss ich mir erst mal einen Überblick über die vor mir liegende Fluss- und Sumpfgegend machen. Ich bahne mich durch, finde einen Weg und muss viele klein und größere Bäche überqueren.



    Nach einer Weile geht es wieder über einen Feldweg. Ich überquere einen kleinen Bauernhof und muss mich vor den Kühen in acht nehmen. Dann kommt das erste Schild zum Climbers Inn in Glencar.



    Das Tagesziel. Ob ich Zelte oder das Hostel nehme, werde ich vor Ort entscheiden. Ich gelange auf eine Straße und folge ihr. Ich umrunde den Lough Acoose und gehe weiter. Ein Schild. Climbers Inn 4km. Juhu denke ich, verfluche aber eine halbe Stunde später den Weg. Bis zum Climbers Inn geht es non stop über die Straße. Am Ende schätze ich vom Berg bis Glencar ca. 6km. Als ich dort eintreffe, entscheide ich mich fürs Hostel, die Wiese hat wohl die besten Tage gerade hinter sich. Und nach dem Tag ist eine heiße Dusche auch nicht zu verachten. Ich kauf Apfelschorle und freu mich auf ein Pint. Aber richtig, es ist Karfreitag und in ganz Irland gibt es keinen Alkohol zu kaufen, weder im Laden noch im Pub. Ganz Irland? Nein nicht ganz. Alle Iren fahren nach Limerick, da wird Rugby gespielt und einige Pubs durften öffnen. Aber Limerick ist weit. Also geduscht und das Zimmer bezogen. Im ganzen Haus bin ich der einzige Gast. Super, das wir eine ruhige Nacht.

    Ich geh mal was kochen. Die Küche sieht vielversprechend aus, es gibt aber außer riesigen Pfannen fürs Frühstück und einer riesen Fritteuse nur eine kleine Kasserolle mit ca. 1l Größe. Egal, es gibt Erbswurst, Baby. Verfeinert mit Instant Asia Nudeln schmeckt es sogar ganz annehmbar. Nach dem lukullischen Mahl begebe ich mich ans Tagebuch und die nächste Etappe.



    Plötzlich kommen zwei Mädels rein, großes Hallo, sie kommen als Vorhut einer Gruppe Iren, die übers Wochenende hierbleibt um in die Berge zu Wandern. Sie kochen auch in der kleinen Kasserolle. Dann kommen die Nachzügler und fragen auch als erstes nach einem Topf für Nudeln. Keiner ist aufzutreiben. Die Besitzerin rückt erst nach großen und langen Überredungskünsten einen größeren raus. Etwas komisch die Frau. Naja, sitze dann noch bis 23:00 Uhr mit den Iren zusammen und unterhalte mich gut. Dann endlich Nachtruhe.



    Tag 4 Samstag 03.04.10 Glencar – Glenbeigh 16km
    Nach kurzer Nachtruhe ist um 08:00 Uhr aufstehen angesagt. Full Irish Breakfast wartet. Naja, nachdem ich die Küche gestern gesehen habe (die Pfanne mit dem Fett vom Freitagsfrühstück stand schön abgedeckt für heute rum) bekomme ich nur ein bisschen Weißbrot, Speck und eine komische kleine Wurst runter. Egal, bin ja nicht zum Essen da. Ich checke aus, bezahle meine Kohle beim Koch (der sich inzwischen über meine Frühstücksreste hermacht) und starte. Gleich beim Climbers Inn geht der Weg ab und es geht über ordentliche Schlammpisten nach Glencar und zum River Caragh.





    Entlang des Flusses geht es durch einen kleinen Hexenwald. Dann ein Stück Rothaarsteig Forstweg und dann wieder richtig schön einen kleinen Berg hoch über alte Steintreppen an denen es aussieht wie im Tropenwald, überall Moospolster in allen grüntönen. Danach geht es ein Stück die Straße entlang bis Seefin.





    Immer Bergan über die Straße dann über Weidestraßen komme ich zur Gabelung des Weges. Links übers Windy Gap – rechts um den Berg die Scenic Route. Ich entscheide mich fürs Windy Gap. Es geht über eine Art Feldweg hoch bis zum Gap. Überall ist Matsch, Schlamm, Wasser, Schafskot. Oben angekommen weiß ich auch warum es Windy Gap heißt. Es bläßt wie in einem Windkanal. Die Aussicht ist gut, durch die Wolken allerdings nicht optimal. Ich schieße schnell ein paar Fotos und stürze mich in den Windkanal nach unten. Regen und Wind zehren gut an den Klammotten, aber die Aussicht auf Glenbeigh und das Meer und somit das Ziel für heute lassen mich dennoch beschwingt den Abstieg in Angriff nehmen. Mittlerweile steigert sich das Wetter so richtig ins Ungemütliche.





    Unterwegs treffe ich einen weiteren Unentwegten, der auch überrascht ist bei dem Sauwetter einen anderen Wanderer zu treffen. Er erzählt mir noch, dass er irgendwo in Dingle wohnt und alle möglichen Tagestouren hier in Kerry nach und nach erkundet. Ich empfehle mich nach kurzem Plausch und mache mich auf in den Ort. Ich finde den Campingplatz im Ort auf Anhieb. Am Fuß des Windy Gap gibt es einen weiteren, der ist mir allerdings zu weit ab. Der Betreiber begrüßt mich freundlich, berichtet noch schnell dass gerade Chelsea ManU in den hintern tritt und führt und zeigt mir den Platz. Durch den ganzen Matsch und Regen beschließe ich wiederum, erst mal wieder in den Ort zu gehen und nach nem Hostel Ausschau zu halten. Es ist noch früh am Tag, so ca. 13:30 Uhr und somit noch genug Zeit ein Lager für die Nacht zu finden. Das Hostel in Glenbeigh, das Sleepy Camel, hat leider noch zu. Allerdings finde ich dann noch ein günstiges B&B direkt in der Stadt für 25€. Ich quartiere mich ein, dusche und die Sonne kommt raus.





    Na toll, hätt ich auch Zelten können. Egal, jetzt bin ich ja da und werde es auch nicht mehr ändern. Ich beschließe im Dorf nach dem Rechten zu sehen und insbesondere Einen Pub zu finden, der eventuell am Abend Bayern gegen Sche**e 05 überträgt. Einen Pub finde ich, gehe aber auf dem Absatz zurück. Ne Meute Iren, alles ManU Fans, haben gerade die Niederlage gegen Chelsea mit angesehen und würden so nen Deutschen wie mich in seinen orangenen Crocs wohl gerade gerne mal in Ihrer Mitte begrüßen.

    Komisch finde ich die Iren und ihre Einstellung zum englischen Fußball – sie hassen alles Britische, sind alle aber glühende Anhänger von Arsenal, ManU oder Chelsea.

    Einen Pub weiter geht es gesitteter zu. Das Torffeuer brennt und es geht zu wie in einem Wohnzimmer. Ich lasse mich nieder, wärme mich auf, gucke Premier League und verdrücke ein Sandwich. Am späten Nachmittag gehe ich dann noch zum Meer, ist noch ein Stück bis dahin, aber so einen kleinen Spaziergang ohne Rucksack macht schon Spaß.





    Ich beschließe den Abend wiederum im Pub mit lesen meines Buches und dem Tagebuch. Ach ja, Bundesliga haben sie nicht gezeigt, aber der BVB Sieg über Bremen lässt mich doch beruhigt einschlafen.

    Ich stelle noch fest, wie viele Deutsche momentan hier in Kerry unterwegs sind. Man sieht Sie überall – deutlich erkennbar an ihren Jack Wolfskin Klamotten.

    Tag 5 Sonntag 04.04.10 Glenbeigh – Caherciveen 28km
    So, heute wird es ernst. Um 7:30 Uhr stehe ich auf und um 08:00 Uhr sitze ich gestriegelt im Frühstücksraum. Ich verdrücke ein schönes gekochtes Ei, Speck und Toast und mache mich zeitig auf. Heute stehen bis zu 30km auf der Uhr. Je nachdem, wo ich übernachten möchte. Ich folge der Straße in Richtung Rossbeigh und überquere einen kleinen Fluss. Am kurz darauf folgenden Picknickplatz geht es in den Wald den Berg hoch. Eigentlich wollte ich auf der Seeseite den Bergumrunden und die Aussichten auf Dingle genießen, aber irgendwie stelle ich mich wohl heute Morgen zu doof an und gehe den Weg dann auf der anderen Seite. Egal, so wärmt mich am Morgen die strahlende Sonne. Nachdem ich aus dem Wald komme, geht es ein ganzes Stück eine kleine Straße entlang bis nach Drom.





    Dort biegt dann irgendwann der Weg ab und es geht über Schafweiden. Das schmatzende Geräusch meiner durch den Matsch laufenden Stiefel wird mich bis zum Abend begleiten. Auf der Höhe angekommen geht es weiter am Drung Hill entlang oberhalb des Ring of Kerrys. Richtig tolle Aussichten hat’s da und unten sieht man die Busse mit den Touris rumfahren.





    Weiter geht es über breite aber schlammige Wege bis zu einem kleinen Waldstück. Auf diesem Stück musste ich ein paar hundert Meter quasi durch einen kleinen Bach laufen, es gab kein Entrinnen vor dem Wasser. Einige schlammige Meter weiter quer t der Weg eine kleine Straße und es geht weiter mit meinem persönlichen „Sunday Muddy Sunday“.





    Ein paar Meter weiter über schlammig torfige Wege sieht man schon Caherciveen und denkt sich, das kann ja nicht mehr so weit sein.





    Ein netter Trugschluss. Immer das Ziel vor Augen geht es erst eine Straße entlang, dann umrundet man auf einer fiesen Kuhweide einen Bauernhof, kommt am örtlichen GAA Sportplatz vorbei und dann wieder leicht den Berg hoch auf der Straße. Mann kommt zum Abzweig des Kerry Ways für die nächste Etappe.





    In Caherciveen sollte es einen richtig tollen Campingplatz geben. Also egal, ist ja nicht mehr weit und morgen lass ich mich irgendwie die 6km hierher zurück bringen. Das wird schon. Was jetzt kam war echt eine Geduldsprobe. Man geht schier endlos über Weiden, Schlammpisten und Moorflächen weiter bis zu einer kleinen Straße die aus den Torfabbaufeldern in Richtung Stadt führt. Ich hatte langsam überhaupt keinen Bock mehr.

    Da der Weg immer wieder weiter von der Stadt wegzuführen scheint, frage ich in der nächsten Siedlung nach dem Weg und geh das letzte Stück in die Stadt an der Hauptstraße entlang. Langsam fängt es an zu Regnen, Sturm zieht auf. Ich erreiche die örtliche Tankstelle und erblicke das Hostel auf der Gegenüber liegenden Seite. Zum Campingplatz sind es noch weitere 2km und ich hab schon 28km in den Knochen. Mein Wille zu Zelten bröckelt. Und mit dem öffnen der Tür zum Hostel ist es um mich geschehen. Die Nacht soll 13€ inkl. Frühstück kosten. Ich rufe eine Telefonnummer an und die Wirtin erscheint.





    Kurzes Gespräch und ich bin gebucht für die Nacht. Ich beziehe mein Quartier Dusche und mache mich auf etwas zu Essen zu finden. Heute hab ich keinen Bock auf selber kochen und suche einen Pub. Ich werde fündig und gönne mir Lammbraten mit Kartoffelbrei und dem wohl üblichen TK-Gemüse. Nach erfolgreicher Stärkung und einer gemütlichen Stunde am Kamin mit Tagebuchschreiben zieht es mich zurück zum Bett. Bin total geschafft, Lese noch etwas und gönne mir einen Schlummertrunk von Paddys Lebenswasser.

    Tag 6 Montag 05.04.10 Caherciveen – Waterville 3km
    Die ganze Nacht hat es gestürmt wie wild. Wie in einer Geisterstadt im wilden Weste flog einiges an Unrat an meinen Fenster vorbei durch die Stadt. Na toll. Die Wirtin und auch die Nachrichten gestern im Pub hatten vor Sturm und Regen gewarnt. Ich entschließe mich die heutige 30km Etappe nach Waterville Etappe sein zu lassen und will es per Daumentaxi probieren. Mein ganz persönliche Weltpremiere. Alles klar, der Morgen wird entspannt angegangen. Ich Frühstücke und mache mir mit meinem Jetpoil und der Coffee Press erst mal einen Kaffee.





    Danach raffe ich mein Zeugs zusammen und gehe etwas außerhalb der Stadt in Stellung. Ironischer weise gucke ich beim Versuch einen Iren zum Mitfahren zu bewegen auf den als so schön angepriesen Campingplatz am Mannix Point.

    Keine zehn Minuten später hält tatsächlich ein kleiner Nissan Micra oder so was. Der Fahrer hat ein B&B und war kurz einkaufen. Ich nutze die Gelegenheit und stopfe meinen Begleiter auf die Rückbank. Er kann mich zwar nicht ganz bis Waterville bringen, aber kurz davor an einer Esso Tankstelle sei es auch nicht schlecht. Es soll nur noch eine halbe Stunde zu Fuß von dort bis in die Stadt sein. Die Fahrt war kurzweilig. Ich erfahre das viele Deutsche hier in der Gegend leben, scheinbar begünstigt durch die gute Flugverbindung Frankfurt / Hahn – Kerry Airport. Nach 10 Minuten sind wir an der Tankstelle und eine halbe Stunde zu Fuß später bin ich in Waterville (ich denke die ganze Zeit, wie es wäre so bei mir zu Hause zu trampen – ich glaub ich könnt mich eine Woche an die Straße stellen und würde nicht wegkommen).





    Na super, ne Stunde hat es gedauert für eine eigentlich 30km lange Etappe. Inzwischen hat es wieder zu regnen angefangen und es weht eine ordentliche Briese. Egal, reite ich den Sturm halt im Hostel von Waterville ab. Ein wenig verpeilt vergesse ich, dass es in Waterville Peter’s Place Hostel geben soll, welches wohl auch ganz nett sein muss. Ich folge wie ein Lemming einem Schild zu einem Haus an der Hauptstraße. 10€ inkl. Frühstück ist echt günstig und auf einmal bin ich ein wenig wie in einem Tarantino Film oder bei Trainspotting. Ich komme rein und auf der linken Seite befindet sich ein Antiquariat wo früher scheinbar der Frühstücksraum eines B&B war. Recht geht es in eine Art Wohnzimmer in dem mich der „Wirt“ begrüßt. Der ist irgendwie komisch bemüht und total hibbelig. Ich schreibe meinen Vorname in das Aufenthaltsbuch, werde meine zehn Euro los und bekomme mein Zimmer mit Blick auf den Atlantik. Cool denke, und sogar Wasser auf dem Zimmer.





    Im Wohnzimmer treffe ich noch zwei Jungs aus Aachen. Flo und Daniel und sind eher gemütlich unterwegs mit Zelt und lassen sich Zeit. Ich unterhalte mich kurz mit ihnen und dann machen sie sich schon auf die kurze Etappe nach Caherdaniel auf. Ist zwar schon fast 12:00 Uhr und der Sturm wird immer stärker, aber egal, sind ja nur kurze 11km (am nächsten Tag im nächsten Hostel erfahre ich, dass sie auf halber Strecke das Daumentaxi nehmen mussten weil das Wetter zu krass geworden war).

    Nachdem das Zimmer bezogen war, bot ich dem Sturm die Stirn und machte mich auf Waterville zu erkundigen. Am Wasser entlang ging es die kurze „Promenade“ entlang. Ich stoppte kurz im Foodstore und besorgte mir ein paar Postkarten. Dann erblickte ich auch das Charly Chaplin Memorial an der Hauptstraße, schoss die obligatorischen Fotos.





    Was nun, sprach Zeus? Ist ja noch früh am Tag und mit viel unternehmen war es bei dem Wetter nicht her. Also wurde der nächste Pub geentert und bei Sandwich und Guinness dem Müßiggang gefrönt. Ich frönte danach weiter im Hostel, schrieb Postkarten und was dann? Na was wohl. Im Hostel war ich der einzige Gast, ich hatte keine Lust mit den komischen Rockerfreunden des Trainspotterswirtes Konversation zu betreiben und machte mich auf die Pubszene von Waterville zu erkunden.

    Der erste Laden war das Blue???. Hier war nicht viel los, nur zwei Hausbetrunkene (der eine sah aus wie Spud aus Trainspotting – der Film ging weiter ) hatten sich schon am frühen Nachmittag erstaunlich weit aus dem Leben geschossen. Die Bedienung machte die ganze Zeit über sie Witze und auch die immer wieder hereinkommenden weiteren Gäste waren sichtlich amüsiert ob des Schauspiels.

    Ich zog weiter in eine Art Seafood Restaurant mit Blick auf Meer in dem es erstaunlicherweise weniger nach altem Frittenfett roch als im vorherigen Pub. Ich las ein wenig Zeitung und entschloss mich in einem weiteren Restaurant Fish’n Chips zu ordern. War echt ganz gut und die Portion reichlich.

    Weiter ging es in den Fishermen Pub gegenüber. Hier schienen sich gerade alle reichen Großgrundbauern der Umgebung zu treffen. Vorm Pub standen jedenfalls recht ordentliche Range Rover und Mercedes Karossen. Ich orderte ein Guinness aber irgendwie war mir es dort ein wenig zu posh. Ich entschied mich fürs Hostel, las noch eine wenig, schrieb meine Postkarten zu Ende und lauschte dem Sturm draußen. Gute Nacht.

    Tag 7 Dienstag 06.04.10 Waterville – Caherdaniel 12km
    Nach der stürmischen Nacht erfreute mich der Blick aus dem Fenster. Es regnete zwar leicht, aber der Wind hatte sich gelegt und die Sonne schien durchzukommen. Also, auf geht’s ab geht’s. Sachen gepackt und gefrühstückt.



    Da das erste Mal Regen beim Start zu gegen war, zog ich das erste und einzige Mal meine schicke neue Regenhose an und stellte mich den Naturgewalten. Ich wollte die kurze Etappe entlang der Küste nehmen und war daher schon gespannt auf die zu erwartenden Ausblicke. Ich ließ Waterville hinter mir und es ging über ruhige Nebenstraßen entlang der Bucht von Waterville weiter.





    Das Rauschen der Brandung und der Duft nach Meer zusammen mit der rauskommenden Sonne ließen den Tag gut an. Irgendwann ging es dann über Schafsweiden und gefühlte eintausend Weidetreppen hoch in Richtung des Passes nach Farraniaragh.





    Der Weg war total überflutet und voll Sumpf und Matsch. Der Boden konnte wohl kein Wasser mehr sehen und gab ihn lieber wieder in die Bäche ab. Ich kam zur N70 / Ring of Kerry wo man die Straße überqueren muss. Ich legte eine kleine Pause ein und entledigte mich der Regenkleidung. Das Wetter war einfach zu gut zum Schwitzen. Oben am Pass angekommen wurde ich mit einigen spektakulären Aussichten belohnt, bevor es wieder Richtung Straße ging.





    Man folgt dem Ring of Kerry bis zum Lokal mit Irlands schönster Aussicht (Nebel ausgenommen laut Schild).





    Weiter ging es ein wenig Bergab, zwischen wie es mir schien einigen sehr schön gelegenen Ferienhäusern, bis zum letzten Stück vor Caherdaniel.





    Dies stellte sich nochmal als harter Brocken raus. Trotz schönstem Sonnenschein quälte ich mich durch Schlamm und Sumpf bis ich schließlich doch wieder bei Regen in Caherdaniel einlief. Vom Weg sah der Strand ganz verlockend aus und so warf ich alle meine Bedenken über den Haufen und mutierte final zum Hostelwanderer. Ein privates Hostel direkt im Ort gegenüber der Tankstelle war die nächste Herberge. Total liebevoll eingerichtet wähnte ich mich eher in einem Ferienhäschen. Die Besitzerin war total nett und wir unterhielten uns eine ganze Weile. Unter anderem über einen deutschen Autor der ein Buch (Patrick Steinbach – Fahrtwind) über Irland geschrieben habe, und das Hostel darin wohl löblich erwähnt hat. Ich hatte das ganze Hostel für mich alleine, duschte, kochte Kaffe und breitete mich aus. Anschließend die Sachen kurz gewaschen und zum trocknen in die Sonne gehängt.





    Dann ging es zum Strand. Hier einige Impressionen.










    Nach der Rückkehr vom Strand besorgte ich mir im örtlichen Foodstore was zu Essen und es gab ein Cheddar Massaker.





    Zwei Mitbewohner waren inzwischen im Hostel auch zugegen. Ein Pärchen aus Münster welches wohl zu anderen Zeiten als ich die Etappen ging und wir uns so nie sahen (Sie berichtete mir von ihrem ersten Tag am Upper Lake von Killarney, an dem der See so über die Ufer getreten war, dass sie ein ganzes Stück mit Wasser bis zu den Oberschenkeln Richtung Lord Brandons Cottage waten mussten).

    Anschließend zog es mich ins Blind Piper Pub. Arsenal gegen Barcelona stand auf dem Programm. Das Spiel war recht kurzweilig wenn auch dank Messi recht Einseitig. Ich unterhielt mich nett mit zwei Engländern, wobei sich der eine immerfort über den deutschen Schiedsrichter aufregte. Er war Arsenal Fan und an dem Abend irgendwie nicht so gut drauf.

    Anschließend ging es zurück ins Hostel und es gab eine kleine Überraschung. Der ganze Laden war plötzlich voll mit Australiern, Mexikanern und Italienern. Die hatten sich schon gewundert wer den ihr Mitbewohner sei - ich hatte ja den ganzen Raum mit meinen Sachen in Beschlag genommen. Kurz gequatscht und wieder Kali Nichta.

    Tag 8 Mittwoch 07.04.10 Caherdaniel – Sneem / Killarney 20km
    Die Nacht war aufgrund der Vollbesetzung des Hostels „kurzweilig“. Ich mache mich davon und nach einem kurzen Frühstück geht es zurück auf den Trail. Direkt hinter dem Hostel steigt der Weg über einen schmalen matschigen Weg den Berg hoch. Von oben hat man noch einmal einen schönen Ausblick über Caherdaniel bis hinunter zum Strand. Richtig gut bei dem Sonnenschein.





    Weiter geht es über eine Art breiten Feldweg, eine sog Green Road von der man wiederum schöne Aussichten auf den Kenmare River hat. Zwischendurch passiert man dann den Abzweig des Kerry Ways in Richtung Sneem und Waterville (der Inland Variante). Nach einem zwischenzeitlichen Stück über Straße und Weide passiert man das Staigue Fort und es geht einen langgezogenen Anstieg hoch bis auf 250m mit den entsprechenden Aussichten oben.





    Es geht wieder abwärts über schlammige Piste, vorbei an lebenden und toten Schafen bis zu einem Bauernhof. Kurz über Weideflächend, dann wieder 100m bergan kommt man zu einer Stelle, an der wohl mal Wald war. Jetzt sieht es dort aus wie nach Kyrill im Sauerland. Nur noch Baumstümpfe und Modder bis über die Knöchel. Na toll. Einige Forstarbeiter haben hier wohl mit Ihren Kettenbaggern aufgeräumt. Ich lasse die Stell hinter mir, laufe einige Meter über die N70 und biege links ab vom Weg. Über eine kurze Nebenstraße geht es dann über einen schmalen Pfad parallel zur N70 Richtung Sneem.





    Irgendwann wechselt der Pfad dann zu einer kleinen Nebenstraße der man dann ca. 3,5km bis Sneem folgt. Sneem sieht man dabei die ganze Zeit, nur scheint es nicht näher kommen zu wollen. Ich erreiche Sneem recht zeitig und war heute richtig schnell unterwegs. Um ca. 13:30 Uhr entere ich einen kleinen Foodstore und will mir eine Apfelschorle gönnen (immer recht günstig das Cidona Zeug – quasi überall für ca. 2,5€ pro 2l erhältlich). Niemand da scheint mir. Ich sehe mich um, ist ein richtiger Kramerladen. Hat sogar White Gas und Kartuschen (Stechkartuschen und CV470).

    Über die ganze Etappe hab ich gegrübelt, ob ich von hier aus nicht den Bus nach Kenmare nehmen soll. Der Weg am nächsten Tag nach Kenmare wären 30km, die nicht sehr Reizvoll sein sollen. Außerdem geht mir der Matsch und Schlamm trotz des tollen Sonnenwetters langsam ziemlich auf den Sack. Von Kenmare könnte ich dann die letzten 10km Richtung Black Valley / Lords Brandons Cottage gehen und von dort mit dem Boot zurück nach Killarney fahren. Außerdem könnt ich dann heute Abend in Kenmare dann schön das Rückspiel Bayern vs. ManU gucken. Guter Plan. Mal sehen ob er sich in die Tat umsetzten lässt.

    Ich frage schnell den mittlerweile eingetroffenen sehr rüstigen Foodstore Verkäufer und seinen Kumpel. Bus ist heute nicht mehr, erst morgen wieder. Mist denke ich und bezahle. Da sagt der Alte zu mir: „Nimm doch das Postauto“

    Im ersten Moment bin ich nicht sicher was ich verstanden hab. Der Alte spricht mit starkem Akzent und bis ich raffe das er tatsächlich das Postauto meint vergeht ein Moment. Ich hake nach. Nun ja, sagt er. Um 14:00 Uhr oder so fährt täglich das Postauto über diverse Städtchen am Ring of Kerry und sammelt die Post an den kleinen Postämtern und Briefkästen ein. Für Leute die nicht wegkommen kann man freundlich beim Fahrer fragen, und der nimmt einen dann in der Regel mit bis nach Kenmare. Coole Sache. Also gut, einen Versuch ist es Wert. Ich spute mich zum Postoffice und ruhe mich eine halbe Stunde aus bis das Auto kommt.





    Ein weißer VW Bulli fährt vor und ich nutze die Gelegenheit. Ich frage vorsichtlich und freundlich bei der Fahrerin nach. Kein Problem sagt sie, schmeiß den Rucksack hinten rein und steig ein. Das lasse ich mir nicht zweimal sagen. Sie warnt mich allerding vor, das es etwas dauern kann, bis wir in Kenmare sind. Kein Problem, einem geschenkten Postautotrip schaut man nicht ins Maul. Wir fahren los und unterhalten uns nett. Ich lerne jeden Postkasten zwischen Sneem und Kenmare kennen und ich fahre auch noch ein Stück den Ring of Kerry für lau ab. Nebenbei stelle ich fest, dass die Postkarten, die ich am Morgen in Caherdaniel eingeworfen habe, auch mit an Bord sind. Im Leben sieht man sich immer zweimal

    Eine Stunde später bin ich in Kenmare an der Post. Ich bedanke mich für die nette Fahrt und trolle mich. Leider hab ich in Kenmare weniger Glück. Die Hostels haben alle zu, der Campingplatz ist etwas außerhalb und die B&B sind mit zu teuer. Schließlich geht mir dann noch der ganze touristische Trubel in Kenmare völlig auf den Geist. Nach der ganzen schönen Zeit mehr oder weniger alleine auf dem Land bekomme ich irgendwie die Krise. Okay, Plan B. Ich entschließe mich den Bus nach Killarney zu nehmen und dort erst mal einen Tag im Sugan Hostel zu verbringen. Gesagt getan. Zwei Stunden später sitze ich wieder im Hostel. Okay was nun. Ich gehe mir mal was zu essen schießen und genehmige mir Fish’n Chips.

    Gut, was mach ich jetzt. Alles klar kommt es mir in den Sinn. Warum nicht mal zum Carrantouhill und sich daran versuchen. Dann hätte ich wenigstens den höchsten Berg Irland bestiegen. Ich mach mich im Hostel schlau zum Thema und lerne noch Katrin und Lukas aus Heidelberg kennen. Morgen Früh besorge ich mir die nötigen Infos im Tourist Info und im Outdoorshop.

    Für heute ist aber gut, wir gucken uns zu dritt das Spiel Bayern vs. ManU im McSweeny Arms an. Ich komme rein und eine Reihe von ManU Fans macht Sprüche auf meine kosten. Gehört wohl zu Teil des Spiels, denke ich. Die können ja nicht wissen dass ich Bayern überhaupt nicht leiden kann und ihnen nur bei internationalen Spielen heimlich die Daumen drücke. Egal. Das Spiel beginnt spektakulär und es sieht nach einer herben Klatsche aus. Eine Stunde später hat Robben das Tor des Jahres geschossen und die ManU Fans sitzen den Tränen nahe mit verschränkten Armen versteinert vorm Fernseher. Mit ein paar Liverpool Fans, die rein kommen um zu darten, amüsiere ich mich zusammen über den total angefressenen Trainer von ManU, der die Spielweise von Ribery im tiefsten schottischen Akzent als „typically german“ bezeichnet und beleidigt abtritt. Na denn, gute Nacht.

    Tag 9 Donnerstag 08.04.10 Killarney – Cronins Yard 12km
    Heute geht’s zum Berg. Nach einem haute etwas späteren Frühstück sammle ich meine Infos zum Carrantuohill. Ich geh zur Tourist Info, die mir eine Route kopieren und aushändigen, und zum SCT Shop ins Outletcenter. Alles klar, der Plan steht. Ich werden den Bus Richtung Killorglin bis zur Beaufort Bridge nehmen und von dort aus bis zum Cronins Yard Bauernhof wandern. Dort will ich nach nem Zeltplatz Ausschau halten. Schließlich will ich den ganzen Zeltkram nicht umsonst durch Irland geschleppt haben.

    Kurz eingekauft und schon fährt der Bus um 12:45 Uhr los. Ich steige in Beaufort Bridge aus und starte. Nach ca. 6km erreiche ich den Foodstore Kissane’s Shop wo es auch ein kleines Hostel und einen Zeltplatz gibt. Ich trinke kurz etwas und mache mich auf die letzten 5km zu Conin’s Yard.





    Eine weitere Stunde später bin ich da. Echt nett hier. Eine kleine Farm die sich ein Zubrot mit einem Parkplatz und einem kleine Tearoom mit Duschen ein nettes Zubrot verdient. Der Weg zum Berg wird sogar gerade noch mit Baggern und Dumpern hergerichtet. Immerhin läuft man ab der Farm noch ca. 1h bis hin zum Berg.

    Das Wetter ist toll und ich will auf die Besitzer warten und nach einem Zeltplatz fragen. Ich unterhalte mich mit einigen Besteigern des Berges von Heute und mache mir anschließend etwas zu Essen.



    Echt krass wie die da hoch rennen. Ein riesen Schild warnt vor den Gefahren und die renne mit Kind und Kegel in Joggern und Shorts da hoch.



    Für mich soll es erst morgen hoch gehen. Irgendwann erscheint dann die Farmerin und gibt mir das okay auf einer netten Schafswiese zu Zelten. Das lief ja wie geritzt. Ich baue mein Zelt vor der Kulisse des Carrantuohill auf und lese noch etwas. Es wird aber schnell ziemlich frisch und ich verschwinde in mein kleines grünes U-Boot der Vaude Hogan Klasse und schlafe bald ein.



    Geändert von Sandmanfive (06.11.2011 um 04:18 Uhr) Grund: Reisecharakter eingestellt

  2. Erfahren
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    AW: [IE] Kerry Way 2010 – Es geht immer irgendwie weiter – zur Not per Post

    #2
    Tag 10 Freitag 09.04.10 Cronins Yard – Killarney
    Um 08:00 Uhr habe ich meine Sachen gepackt und den großen Rucksack in der Scheune der Farm deponiert. Ich hatte mir am Tag vorher noch schnell im Nike Outlet Shop einen kleinen Rucksack für die anstehende Besteigung gekauft. Mit dem Daypack und allem Notwendigen bewaffnet starte ich. Die Jungs mit dem Bagger sind auch schon fleißig und arbeiten sich am Weg ab. Ich überquere einen breiten Bach und merke deutlich, wie trotz der Sonne der Wind merklich zunimmt und ziemlich bläßt. Egal, das wird schon weiter geht’s. Ich komme bis zu den zwei Seen am Fuß des Berges und merke, dass ich von der auf den Kopien aufgezeigten Rote abgekommen bin. Vor mir liegt die Devils Lader, die momentan ziemlich unsicher sein soll.

    Nach kurzem Stutzen komme ich der richtigen Route auf die Schliche. Ich entdecke ein Pärchen und einen ziemlich forschen Solowanderer die Flanke des Berges empor klettern. Alles klar. Ich schlage mich durch bis auf die scheinbar richtige Route. Mir fällt bald auf, dass es anders als ich es aus den Alpen gewohnt war, keinerlei Wegmarkierung gibt. Man muss sich den Weg quasi selber suchen. Soviel also zu Shorts und Turnschuhen. Der Solo Man steigt ziemlich rasch auf und bald ist er aus dem Blickfeld. Das Pärchen hole ich bald ein und wir gehen gemeinsam bis ca. 420m, wo es eine Kletterstelle gibt. Es ist etwas ausgesetzt und ziemlich steil. Wir stellen einander vor und ich merke schnell, dass Dave und Kate auch ein wenig unsicher sind. Kate ist wohl das erste Mal in den Bergen und nach ein paar kniffeligen Stellen zuvor schonziemlich runter mit den Nerven. Ich entschließe mich hier wieder abzusteigen. Es windet ganz schön und ich will die Kletterstelle nur ungern alleine mit meiner Höhenangst in Angriff nehmen. Mittlerweile registriere ich auch, dass bei Kate die ersten Tränen kullern, was nicht sonderlich meine Motivation zu Klettern steigert. Ich sprech kurz mit Dave und begebe mich wieder an den Abstieg. Er möchte auch absteigen, aber vorher noch Kate beruhigen.










    Schade denke ich, mit einem Kumpel der Firm im Klettern ist wäre ich wohl weiter hoch gekommen, aber schließlich möchte ich den Flug am Sonntag zurück nicht im Streckverband oder der Zinkwanne antreten. So genieße ich kurz die Aussicht und gehe zurück runter zu den Seen. Vorbei an einem Toten Schaf – wohl ein Zeichen – begebe ich mich zurück zur Farm. Muss ich halt wieder kommen um das Ding nieder zu ringen.

    Jetzt schnappe ich mir meinen eigentlichen Rucksack und überlege, wie ich wohl wieder nach Killarney komme. Insgeheim hoffe ich, dass Dave und Kate auch bald kommen. Sie hatten erzählt, dass sie in Killarney im Hotel wohnen. Welch Zufall. Ein besseres Taxi gäbe es wohl kaum. Leider kommen sie erst mal nicht. Stattdessen wiederum erscheinen drei Italiener und ein forscher junger Deutscher auf der Farm. Der Deutsche hat schön Profillose Sneakers an und macht sich nach Durchlesen der Sicherheitsregeln mit Karte in der einen und einer kleinen Wasserflasche auf zum Berg. Viel Erfolg denke ich mir. Auch die Italiener in Ihren Turnsachen starten. Naja, jeder wie er denkt.

    Einer der Bauarbeiter bietet mir an, bis runter zum Foodstore mit im LKW zu fahren, da hätte ich mehr Erfolg zu trampen. Also gut, zehn Minuten später bin ich am Foodstore. Ich halte meinen Daumer raus und siehe da, die ersten die angebraust kommen sind Dave und Kate. Super, sie halten sofort an und nehmen mich mit nach Killarney. Am Tourist Office laden sie mich ab und wir verabreden uns ziemlich lose für den Abend im Pub.

    Ich beschließe hier das Zelten und umherwandern einzustellen und mich für die letzten zwei Tage wieder im Sugan einzuquartieren. Mein Freund Martin begrüßt mich im Hostel mittlerweile überschwänglich und zum dritten Mal. Im Tesco besorge ich mir Nudeln und Zubehör und esse etwas. Nach kurzem Verdauungsschlaf begebe ich mich ins Nachtleben. Für morgen hab ich mir eine Wanderung von Beaufort Bridge zum Gap of Dunloe mit anschließender Bootsfahrt von Lord Brandons Cootage zurück nach Killarney vorgenommen.

    Welch Zufall, im ersten Pub treffe ich Dave und Kate und wir unterhalten uns nett bis spät in den Abend. Echt cool, hat Spaß gemacht. Im Hostel zurück treffe ich noch das Pärchen aus Caherdaniel und wir unterhalten uns auch noch bis um halb eins. Dann bin ich aber geschafft und muss ins Bett.

    Tag 11 Samstag 10.04.10 Killarney
    Der letzte richtige Tag bricht an und ich biege auf die Urlaubszielgerade ein. Nach dem Frühstück nehm ich wieder den Bus nach Beaufort Bridge und Wandere zum Gap of Dunloe. Bis Kate Kearney's Cottage brauche ich ca. 1h von hier aus Fahren die Kutschen zum Gap. Ich gehe weiter auf Schusters Rappen an den Seen vorbei hoch zum Gap was eine weitere Stunde dauert. Ein perfekter Tag.





    Ich liege gut in der Zeit und gehe weiter runter zum Black Valley. Wieder vorbei an der Herberge geht es in Richtung der Boote. Unterwegs treffe ich Frank und Christian, die beide acht Monate als Assistant Teacher in Irland Arbeiten. Sie entschließen sich spontan mit mir das Boot nach Killarney zu nehmen. Ich erkläre ihnen noch kurz wie sie von Killarney mit dem Bus zurück zu ihrem Auto an Kate Kearney's Cottage kommen. Durch sie erfahre ich viele Details über die Iren und ihr Leben mit den Schülern, schon witzig das alles zu hören. Um 14:00 Uhr fahren die Boote ab und wir genießen die einstündige Tour zurück zum Ross Castle bei herrlichem Sonnenschein. Zwischendurch sehen wir sogar Lachse im Upper Lake springen. Eine klare Empfehlung die Bootstour.









    Der Rest des Tages ist schnell erzählt. Ich geh mit den beiden Jungs noch ein Bier trinken, da sie noch Zeit bis zum Bus haben. Danach mache ich mir was zu essen, packe meine Sachen. und gehe noch ein letztes Mal in die Stadt. Dann geht es in die Falle, morgen klingelt der Wecker um 06:45 Uhr.

    Tag 12 Sonntag 11.04.10 Killarney – Dublin / Iserlohn
    Aufstehen um 06:45 Uhr na toll. Der Zug wartet. Gepackt hatte ich schon am Abend vorher. So sammele ich meine Reste ein, räume das Zimmer, hol noch etwas zu trinken aus dem Kühlschrank und mache mich auf zum Bahnhof. Um 07:46 Uhr sitze ich im Zug zurück nach Dublin.





    Um 11:20 Uhr bin ich in Dublin Heuston Station und mache mich auf in die Stadt. Habe noch Zeit und genehmige mir erst nen Kaffe im Starbucks und dann ein Pint Guinness und ein Sandwich in O’Neills Pup gegenüber. Dann geht zur Busaras Station und ich enter den Bus zum Flughafen. Dort angekommen Checke ich ohne Problem meinen Rucksack ein, gehe auf meinen nun heiß geliebten Crocs mit umgehängten Stiefeln durch die Sicherheitskontrollen und schlurfe zum Gate. Zwei Guinness und ein Sandwich weiter sitze ich auch schon im Flieger zurück.





    Pünktlich landet die Maschine in Düsseldorf, ich schnappe mir meinen Begleiter und meine Schwester fährt mich nach Hause. Um 22:00 Uhr bin ich da, packe kurz die dreckigen Sachen aus und verabschiede mich ins Bett. Morgen wieder arbeiten, na toll...

    Fazit der ganzen Sache:
    Super war es. Etwas anders als gedacht, aber richtig gut. Hab eine Menge neuer Leute kennengelernt und eine tolle Zeit gehabt. Irland ist großartig und immer wieder eine Reise Wert – gerne immer wieder und zu jeder Jahreszeit.
    Die Erfahrung auch alleine mit dem ganzen Gerödell klar zu kommen war echt gut, die Ausrüstung war perfekt, wenn auch vielleicht etwas zu viel des Guten. Beim nächsten Mal bleiben ein paar Sachen zu Hause. Sollte ich nochmal in die Gegend im Frühjahr fahren, würde ich wohl von vorneherein eine Hostel Tour planen. Ein ausdrückliches Lob geht an die Crocs und vor allem an meine geliebte Decathlon Bionassy Softshellhose. Geiles Teil, wird demnächst mal gepimpt und mit abzipbaren Beinen versehen. Bis dahin – slàinte mhath!

  3. Erfahren
    Avatar von TLow
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    AW: [IE] Kerry Way 2010 – Es geht immer irgendwie weiter – zur Not per Post

    #3
    moin,
    sehr schöner bericht habe mich königlich amüsiert. na bei dem vorbereitungstraining im limericks konnte ja auch nix schiefgehen

    wollen wir mal den nächsten stammtisch im mai anstoßen ?
    bin schon gespannt auf die live-version des reiseberichts.

    bis dann
    grüße aus dortmund
    thilo

  4. gelöschter Nutzer
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    AW: [IE] Kerry Way 2010 – Es geht immer irgendwie weiter – zur Not per Post

    #4
    Hi zwimon,

    vielen Dank für Deinen sehr schönen, ausführlichen und auch offenen
    Reisebericht über den Kerry Way Der Bericht macht auf jeden Fall
    Lust, den Weg auch mal zu laufen.

    LG,

    shaiman

  5. Erfahren
    Avatar von Zwimon
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    AW: [IE] Kerry Way 2010 – Es geht immer irgendwie weiter – zur Not per Post

    #5
    Zitat Zitat von TLow Beitrag anzeigen
    moin,
    wollen wir mal den nächsten stammtisch im mai anstoßen ?
    bin schon gespannt auf die live-version des reiseberichts.
    Hey Thilo, würde gerne live berichten, müssen wir mal an gegebener Stelle diskutieren. Würd auch gerne von Ulrichs Tour hören

    Zitat Zitat von shaiman Beitrag anzeigen
    Hi zwimon,
    vielen Dank für Deinen sehr schönen, ausführlichen und auch offenen
    Reisebericht über den Kerry Way Der Bericht macht auf jeden Fall
    Lust, den Weg auch mal zu laufen.

    LG,

    shaiman
    Ja war ne gute Sache, besonders wenn man auf dem gesamten Weg um diese Jahreszeit nicht einen anderen Wanderer tagsüber trifft - war weniger Überlaufen als Überschlammt

    Simon

  6. Erfahren
    Avatar von lastactionhero
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    AW: [IE] Kerry Way 2010 – Es geht immer irgendwie weiter – zur Not per Post

    #6
    Super Bericht, sehr amüsant. Hätte gerne die Gesichter der ManU Fans nach dem Robben Tor gesehen

  7. Alter Hase
    Avatar von Rhodan76
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    AW: [IE] Kerry Way 2010 – Es geht immer irgendwie weiter – zur Not per Post

    #7
    Toller Bericht! Und wirklich erstaunlich, daß der Winter derartig nach Kerry zurückgekehrt ist - waren die Woche vor dir da, da gabs in den Bergen keinen Fatzel Schnee und eher 2 stellige Temperaturen, so wie man es von einer Gegend wo Palmen wachsen auch erwarten würde und die Wege waren in einem viel besseren Zustand

    Schade daß du bei der Pass-Überquerung Richtung Lough Accouse so schlechtes Wetter hattest - nach der Anstrengung genießt man sonst doch gerne den schönen Ausblick. Vor der folgenden anstrengenden (Asphalt-)Tour bis zum (immer zitierten) Climbers-In Hostel hätten wir dich warnen sollen. Aus Unwissenheit, daß es vom Lough Accouse aus seit dieser Wegeverlagerung um den See rum gut und gerne nochmal 4 km Straße sind, haben wir uns das auch angetan - aber daß nächste mal wird getrampt. Interessant wäre ja mal, wie der Weg den ursprünglich verlief - und ob er so noch begehbar wäre ?

    PS: zum Thema Climbers In - wieso ist dieses Nest "Glencar" eigentlich nicht in der OSI Karte eingezeichnet !?

    Was mir auffällt - wir waren im März und nur 1 Woche vor dir da: aber da hatten unterwegs noch alle B&Bs und die meisten Campgrounds geschlossen, Boote fuhren keine und die Dame im Climbers Inn konnte maximal Sandwiches zum Abendbrot zaubern Naja - die Saison beginnt halt erst Punkt 1. April.

    Der Vorteil war, daß wir fast überall kostenlos zelten durften - in Glenbeigh hatten wir sogar 2 Tage lang den ganzen 4 Sterne Campground für uns alleine
    Geändert von Rhodan76 (17.04.2010 um 00:12 Uhr)

  8. Erfahren
    Avatar von rtwhiker
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    AW: [IE] Kerry Way 2010 – Es geht immer irgendwie weiter – zur Not per Post

    #8
    Großes Lob für deinen Bericht! Da werden Erinnerungen wach. Bin damals auch durch Schlamm gewandert und hab wegen des Wetters fast überall in den selben Hostels gepennt, wie du. Echt schön, das alles auf den Fotos wiederzusehen! Das Climbers Inn ist also immer noch so ein seltsamer Ort... Besonders lustig fand ich, dass du auch mit Hogan und Jetboil unterwegs warst.
    Happy trails!

  9. Fuchs
    Avatar von Rainer Duesmann
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    AW: [IE] Kerry Way 2010 – Es geht immer irgendwie weiter – zur Not per Post

    #9
    Nun, ehrlich gesagt ist Dein Fußballgeschmack am Rande der Geschmacklosigkeit
    aber selbst als Schalker muß ich zugestehen das Du einen tollen Bericht über einen wohl sehr coolen Trip geschrieben hast!

    Danke sagt mit blau-weißen Grüßen,
    Rainer

  10. Erfahren
    Avatar von Zwimon
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    AW: [IE] Kerry Way 2010 – Es geht immer irgendwie weiter – zur Not per Post

    #10
    @lastactionhero: Mit Gesicht war da nicht mehr viel, man waren die angep....

    @ Rhodan76: Ja, das mit dem Winter war schon komisch, ich lande in Dublin, alle Berge drumherum sind weiß. Ich komm nach Killarney und alle Berge sind oben weiß.
    Die Aussichten am Lough Accouse waren echt nicht so prall, aber ich war eh damit beschäftigt mich nach nem kleinen Hagelschauer beim Abstig nicht zum Gespött der Schafe zu machen und sehr darauf bedacht mich nicht zu maulen.
    Soweit ich weiß, ist Glencar, wenn auch etwas Merkwürdig, in der Karte OSI 78 eingezeichnet.
    Das mit der Saison scheint irgendwie zu stimmen, Punkt 01.04 geht es los mit den mesieten Unterkünften

    @ rtwhiker: Ja, das Climbers Inn ist schon echt ne Sache für sich, muss man mal erlebt haben. Vielleicht wär es da am nächsten Abend, es gab live Irish Music, doch etwas cooler gewesen

    @ Rainer: Danke für die Blumen, irgendwie gab es immer einen neuen Wink oder ne andere Wendung, immer schön anders als gedacht. Ich empfehle allen Irland Urlaubern nach ihrem Trip das Buch von Tony Hawks - Mit dem Kühlschrank um Irland - zu lesen, es beschreibt echt gut, wie es in Irland so abgeht. OT: Was Fußball angeht haben wir ja irgendwie den selben Geschmack - nur total anders herum

  11. Alter Hase
    Avatar von peter-hoehle
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    #11
    @ Zwimon

    Ein sehr schöner und seeeeehr ausführlicher
    Reisebericht.Ideal für die Mittagspause

    Gruß Peter
    Wir reisen um die Welt, und verleben unser Geld.
    Wer sich auf Patagonien einlässt, muss mit Allem rechnen, auch mit dem Schönsten.

  12. Vorstand
    Liebt das Forum
    Avatar von Torres
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    AW: [IE] Kerry Way 2010 – Es geht immer irgendwie weiter – zur Not per Post

    #12
    Schöner Reisebericht - und sehr beruhigend, dass Du auch häufiger in Hostels gelandet bist - ging mir damals auch so.... Und die Nässe erinnert mich an irgendetwas - dabei war ich im August da!
    Das Tragische an jeder Erfahrung ist, dass man sie erst macht, nachdem man sie gebraucht hätte. F. W. Nietzsche

    Mein neuer Reisebericht: Leeward, Windward und viel Natur. Nur mit Anmeldung lesbar.

  13. Erfahren
    Avatar von Zwimon
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    AW: [IE] Kerry Way 2010 – Es geht immer irgendwie weiter – zur Not per Post

    #13
    Zitat Zitat von Torres Beitrag anzeigen
    Schöner Reisebericht - und sehr beruhigend, dass Du auch häufiger in Hostels gelandet bist - ging mir damals auch so.... Und die Nässe erinnert mich an irgendetwas - dabei war ich im August da!
    Ich denke in Irland sollte man alles etwas lockerer sehen, das Wetter kriegt einen sowieso und wenn man nur im Zelt in der Knüste pennt verpasst man ja meist noch die herrlichen Dorfpubs

  14. Anfänger im Forum
    Avatar von SierraBravo
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    #14
    Sehr schöner Bericht mit tollen Fotos, Daumen hoch dafür !

    Macht Lust auf die grüne Insel.

  15. Gesperrt Dauerbesucher

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    AW: [IE] Kerry Way 2010 – Es geht immer irgendwie weiter – zur Not per Post

    #15
    Schöner Bericht!

  16. Erfahren
    Avatar von Superente
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    AW: [IE] Kerry Way 2010 – Es geht immer irgendwie weiter – zur Not per Post

    #16
    Zitat Zitat von elaso Beitrag anzeigen
    Schöner Bericht!
    Dem schließe ich mich an.
    Wirklich sehr schöner Reisebericht

  17. Feldherrin Fuchs
    Avatar von Karliene
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    AW: [IE] Kerry Way 2010 – Es geht immer irgendwie weiter – zur Not per Post

    #17
    Zitat Zitat von SierraBravo Beitrag anzeigen
    Sehr schöner Bericht mit tollen Fotos, Daumen hoch dafür !

    Macht Lust auf die grüne Insel.
    Also Ende März ist das die gelbe Insel
    "Der Klügere gibt so lange nach, bis er der Dumme ist." Walter Kempowski - Schriftsteller (1929 - 2007)

  18. Erfahren
    Avatar von Zwimon
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    AW: [IE] Kerry Way 2010 – Es geht immer irgendwie weiter – zur Not per Post

    #18
    Zitat Zitat von Karliene Beitrag anzeigen
    Also Ende März ist das die gelbe Insel
    100% Zustimmung - Grün gab es eigentlich eher weniger, aber viel Gelb mit Matschschwarz in allen möglichen Nuancen.
    OT: Auch die Wegweiser waren immer in Schwarz - Gelb gehalten - beim nächsten mal kommt auf jeden Pfosten ein Aufkleber von meinem geliebten Fußballverein

  19. Feldherrin Fuchs
    Avatar von Karliene
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    #19
    Dynamo Dresden? Da stimme ich Dir in jedem Fall zu
    "Der Klügere gibt so lange nach, bis er der Dumme ist." Walter Kempowski - Schriftsteller (1929 - 2007)

  20. Gerne im Forum
    Avatar von sierrocool
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    Amberg
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    AW: [IE] Kerry Way 2010 – Es geht immer irgendwie weiter – zur Not per Post

    #20
    Super Bericht!!
    Macht Lust darauf, den Weg selbst zu gehen.
    Carpe Diem

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