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  1. Fuchs
    Avatar von hrXXL
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    AW: [FR] [ES] Mal wieder- die Pyrenäen

    #21
    Mitreisende: Nicki
    ein sehr sehr feiner trip jede etappe ist wieder ein neuer genuss sie zu lesen.
    kann es kaum abwarten eine tour auf dem HRP zu machen.
    werde demnächst mal zwecks ein paar fragen auf dich zukommen

  2. Fuchs

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    AW: [FR] [ES] Mal wieder- die Pyrenäen

    #22
    8. Etappe: 06.09.2009- Hospice de Rioumajou bis Refugio de Viados (Biados)

    Der morgen ist kalt, Raureif auf dem Gras und dem Zelt, Temperaturen also kapp unter 0°. Ich bin müde und habe Rückenschmerzen. So schaffe ich es so mal wieder nicht, früh aufzustehen. Als ich mich endlich aus dem Zelt quäle- autsch- mein Rücken- liegt hier im Rioumajou Tal noch alles im Schatten, die Sonne muss recht hoch stehen, damit sie den Talboden wärmt. Das Zelt packe ich wieder feucht in den Rucksack, ich wisch es zwar halbwegs trocken, das reicht aber nicht um es von der letzten Regenübernachtung und vom Kondens zu befreien- und bis die ersten Sonnenstrahlen hier unten sind will ich nicht warten.
    Um 9:50 bin ich wieder auf dem Weg. Ich folge ca. 550 m dem GR 105 (dieser führt über den Port de Ourdissetou nach Spanien). Wegzeichen führen mich nach Links (östlich). Ich überquere den folgenden kl. Bach mit Hilfe einer Brücke. Der Pfad führt jetzt bergauf.
    Die Sonne scheint kräftig, ich bin froh das ich durch den kühlenden Wald gehe. Der Boden ist mit Kuhfladen gepflastert, ich muss aufpassen nicht ständig in die Haufen zu latschen. Nach einer Kurve sehe ich die Verursacher- sechs Kühe die auf dem gleichem Weg unterwegs sind. Die Viecher sind jetzt so 50 m vor mir, ich beobachte wie sie geschickt die Stufen auf dem Weg überwinden. Ich bin sehr überrascht wie beweglich die Tiere sind- ich kenne Kühe sonst nur gemächlich wiederkäuend und eher träge auf einer Wiese stehend.
    Auf ca. 1930m erreiche die Viecher und ich eine Lichtung. Andere Kühe sind schon hier, die Tiere halten sich links, überqueren den Bach und zupfen dort Gras.



    Ich setzt mich an den Wegrand und hole mein Frühstück nach, und such meinen weiteren Weg auf der Karte. Links soll ich mich halten - den Kühen hinterher.
    Ich quere den Bach, steige durch Grasgelände auf. Mitten in der Lichtung sehe ich einen Steinmann und Wegspuren. Ich treffe auf einen Hirten, wir unterhalten uns Kurz- " Wohin geht es" - "Zur Refugio de Viados" - "Ganz alleine Unterwegs" - "Ja" - " Ist aber nicht ungefährlich, so alleine" - "....... Ja ..... aber so gefährlich nun auch nicht ....." - " Alles gute".........
    Die Wegspuren und ab und zu mal ein Steinmann führen mich in niedriges Gebüsch, ein Stück Wald, dann karges Gelände. Es beginnt ein mühevoller, recht öder, sehr anstrengender Aufstieg durch Schutt.

    Das ! ist der Col de Lia


    Ziemlich geschafft ereiche ich um 13:10 den Port de Cauarere (2526)- (auch Port de Madera- je nach Karte) mit sehr schönem Blick auf den Grand Bachimala (3174m) und dem Pico de Posets (3376m). Ein paar Wanderer sind zum Pic Cauarere (2907m) unterwegs.



    Jetzt folgt recht einfaches und ruhiges Wandern, Bachimala und Posets meist im Blick. Ein Pfad ist gut erkennbar, ab und zu gibt es Farbmarkierungen. Stetig verliere ich an Höhe, tauche dann in den Wald ein. der Pfad ist weiter recht problemlos zu finden.
    Auf ca. 1800m erreiche ich den Rio Zengueta, ich folge dem Tal bergab. Wieder ca. 1800m die Cabana de la Culrueba zur Not kann man hier Übernachten.



    Der Pfad verliert an Höhe, ich überquere den Rio Zengueta vor der Refuge de Tabernes, ein paar Autos parken hier- ich ereiche wieder die Zivilisation. Ohne Probleme folge ich dem Talverlauf, wieder rechts vom Bach, dann über eine Brücke dort links halten- nicht gradaus ins Tal gehen. Ich erreiche eine Piste die mich berauf bis zur Refugio de Viados führt.
    Ich melde mich an, verstau meine Sachen an meinem Bett- es gibt hier einfache Betten, kein Matratzenlager und gehe lange Duschen. Unter der Dusche wasche ich T- Shirt und Unterwäsche.
    Dann geht es raus in die Sonne, es ist ein sehr schöner, warmer Abend. Das Zelt breite ich um trocknen aus, setze mich ins Gras und trinke mir zwei Bier. Es herrscht eine schöne ruhige Atmosphäre, alle Besucher des Refugio genießen den Abend.
    Der Pico de Posets sieht im kontrastreichem Abendlicht fantastisch aus.



    Tourdauer: 07:00 Std.
    höchste Höhe: 2526 m
    Bergauf: 1076 m
    Bergab: 909 m
    Länge: 13,66 km
    www.mitrucksack.de
    Ganz viel Pyrenäen ( HRP- Haute Randonnée Pyrénéenne - komplett) und ein bisschen La Gomera

  3. AW: [FR] [ES] Mal wieder- die Pyrenäen

    #23
    Zitat Zitat von Nicki Beitrag anzeigen
    . Ich bin müde und habe Rückenschmerzen. So schaffe ich es so mal wieder nicht, früh aufzustehen. Als ich mich endlich aus dem Zelt quäle- autsch- mein Rücken-
    Vermutlich willst du das nicht hören, aber du kommst ins Jakobswegalter.

    Werner

  4. Fuchs

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    AW: [FR] [ES] Mal wieder- die Pyrenäen

    #24
    Vermutlich willst du das nicht hören, aber du kommst ins Jakobsweg alter.
    Ein paar Jährchen geb ich mir noch......

    OT: Diese Steilvorlage muss genutzt werden....
    Für den Rest der Tour nehme ich mir nicht soviel Zeit...

    9. Etappe: 07.09.2009- Refugio de Viados (Biados) - Refuge de Soula

    Habe gut geschlafen. So eine Hüttenübernachtung ist schon entspannend, jedenfalls wenn die Hütte nicht zu voll ist. Morgens kein Zelt einpacken, Kocher eintüten, und alles ist schön trocken....... .
    Die nächsten zwei Tage werde ich dem "klassischem" HRP folgen und in den Refuges schlafen und essen. Ich frühstücke noch gemütlich, bestelle mir den zweiten Cafe con leche, bezahle dann meine Rechnung und schultere so um 8:55 den Rucksack.
    Vorbei an frisch gemähten Wiesen und alten Heuschobern gehe ich auf dem Rot/ Weiß markiertem GR11 über eine Piste ins Val D'Anez Cruzes. Die Piste endet, ein schmaler Pfad folgt. Rechts unten fliest der Riu Zinqueta D'Anez Cruzes.



    Ein Weg ohne Probleme durch eine unspektakuläre aber schöne Landschaft. An der Pleta D'Anes Cruzes teilt sich der Pfad, nach rechts zum Puerto de Chistau in das Vall de Estos (GR 11) oder gradaus auf dem HRP (Haute Randonnee Pyreneenne) zur Puerto Superior de Aigües Tortes (franz:. Port de Aygues Tortes). Auf der kleinen Ebene sonnt sich ein Murmeltier, ich versuche das Tier mit der Kamera einzufangen, was grad nicht einfach ist, ständig taucht das Pelztier aus einem anderem seiner Erdlöcher auf.



    Ohne große Steigung gehe ich auf dem HRP aufwärts. Man erkennt Pfadspuren im Gras und ab und zu ein Steinmann. Der Weg wird für ein Stück felsiger, etwas entfernt stürzt das Wasser des Bachs ins Tal. Auf ca. 2190m ereiche ich ein mit Gras bewachsenes Plateau. Ich folge weiter Trittspuren und Steinmännern die leicht nach rechts führen. Die Orientierung ist bei gutem Wetter kein Problem. Am Ende des von steilen Felsen umgebenen Plateaus knickt der Pfad nach links ab (2350m). Aus Gras wird Geröll. Ich steige keuchend und schwitzend in einer "Rinne" - in der Mitte ein kleiner Bach- aufwärts und finde nicht immer den besten Weg, das Geröll hat einfach viele Möglichkeiten. Auf ca. 2660m öffnet sich das Gelände, noch wenige einfache Meter und ich habe den Puerto Superior de Aigües Tortes (2683m) erreicht.
    Letzter Blick zum Posets Massiv



    und ein neuer Blick in das Vallon d' Aygues Tortes, dessen Grund sich auf 2280m befindet.



    Die ersten Meter im Abstieg sind wieder steil und nicht Einfach. Ab und zu Trittspuren und ein paar Steinmänner führen durch Schutt/ Geröll und Blöcke weglos ins Tal. Bei schlechten Wetterbedingungen ist die Pfadsuche sicherlich schwierig und der Abstieg risikoreicher. 400 steile Höhenmeter, bergab und ich habe ich das erste mal wieder "festen" Böden unter den Füßen. Der meist gut sichtbare Weg (und regelmäßig markiert) folgt dem Vallon de Aygues Tortes problemlos. Einwenig verschandelt ist das Tal von einer Betonwasserleitung, diese folgt aber nur für ein recht kurzes Stück dem Weg. Eine große Schafherde macht mitten auf meinem Weg Siesta, müde breiten sich die Tiere vor mir aus, kauen auf ihrem Gras herum. Ich geh weiter auf meinem Weg- mitten in die Herde rein. "A droit, a droite" ertönt es von irgendwo her, den zur Stimme gehörigen Schäfer sehe ich nicht- ich folge aber seiner Anweisung und gehe rechts um die Tiere herum.
    Auf 2220m steht die Refuge de Prat Cazeneuve (ca. 2020m) eine unbewartete Hütte. Sie eignet sich gut zum übernachten, evtl. muss sie mit dem Schäfer geteilt werden- das was hier so rum liegt scheint dem Schäfer zu hören Der Weg führt weiter von "Plateau" zu "Plateau", die Abstiege zu den Plateaus sind etwas steiler, mal brauch ich die Hände, aber nicht wirklich schwierig.
    Um 16:30 erreiche ich die Refuge de Soula- 1690m.



    Die Refuge hat wohl Geschichte, ich denke sie war eine Unterkunft für die Arbeiter die hier einen Staudamm und ein E- Werk bauten. Das Gebäude hat verfallenden Charme, keine Bettenlager, sondern Zimmer mit 4-6 Betten, die Wände sind mit Filmplakaten tapeziert. Es gibt eine Dusche im Keller. Die Lage im Tal ist schön, unschön ist das Transformatoren Haus, die Seilbahn und das ständige Brummen der Maschinen. Trotzdem fühle ich mich hier wohl, die Wirte sind freundlich und gut gelaunt, es herrscht eine angenehme Atmosphäre. Ich setze mich nach draußen, schaue in die schöne Richtung und genieße die Sonne. In der Refuge Übernachten ein paar Wanderer und noch mehr Angler.

    Tourdauer: 07:31 Std.
    höchste Höhe: 2683 m
    Bergauf: 1052 m
    Bergab: 1085 m
    Länge: 13,80 km
    Geändert von Nicki (20.07.2010 um 21:04 Uhr)
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  5. Fuchs

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    AW: [FR] [ES] Mal wieder- die Pyrenäen

    #25
    10. Etappe: 08.09.2009- Refuge de Soula- Refuge de Espingo (Zwischenstopp bei der Refuge du Portillon)

    Es steht wieder eine schwierige HRP Etappe an. Ton Joosten stuft sie als "E" ein- das für "Exceptional" steht. Ich frage noch den Wirt,
    "Werden Steigeisen gebraucht?", die Strecke führt über einen Gletscher- das Glacier des Gourgs Blanks.
    Ich lasse den Morgen wieder gemütlich angehen, trinke Kaffee und Frühstücke. Alle anderen sind schon Unterwegs. Mal wieder erst um 8:55 verlasse ich so die Refuge. Ein Schild zeigt mir die Richtung zum ersten Zwischenziel an, dem Lac de Caillauas. Der Weg führt sofort ständig bergan, ist meist gut erkennbar und ohne Schwierigkeiten. Er führt im Zickzack durch ein schmales Tal, rechts von mir fliest ein Bach. Am Ende des Tales wähle ich den linken Pfad an einer Weggabelung, und erreiche so den Damm des Lac de Caillauas ca. 2250m. Ich überquere den Damm und steige dann in einen schmalen Pfad ein. Er führt meist durch niedrige Büsche, der See ist so 20- 30 unter mir.



    Ich verlasse den See und steige durch ein schmales Tal weiter aufwärts, der Pfad wird etwas unangenehmer- Geröll. Die Bedingungen sind heute optimal, blauer Himmel, die Sonne scheint, ein schwacher Wind. Steinmänner und Pfadspuren führen mich zum Lac de Isclots auf 2400m. Weitere 130 Höhenmeter und ich ereiche den Lac du Milieu- ca. 2530m. Ich erkenne jetzt keine Pfadspuren mehr, aufmerksam suche ich nach Zeichen, sehe ein paar aufeinander gestellte Steine. Sie führen mich in südlicher Richtung, der Weg wird mühsam, ich steige von Felsblock zu Felsblock und treffe hier auf eine Frau aus der Refuge. Zu zweit ist es schon einfacher den "besten" Weg durch das Felswirrwahr zu finden, vier Augen sehen einfach mehr. Die Felsblöcke enden, wir stehen vor einer steilen Schutthalde (auf ca.2565)m)- sie macht Pause, ich will einfach weiter. Steinmänner und Spuren führen mich bergauf, einen klaren Weg gibt es nicht- ich suche mir den hoffentlich angenehmsten Pfad. Ab ca. 2700m wird es etwas flacher, ich halte mich etwas nach links, gehe auf einen "Felszug" - ich probiere diese Richtung da ich keine Zeichen entdecken kann. Das Gelände ist weiter steinig und weglos, mal geht es über große Blöcke, mal durch Geröll. Steinmänner führen mich weiter. Das Glacier des Gourgs Blancs ist deutlich kleiner als auf der IGN Karte eingezeichnet, in ein paar Jahren werden auch die letzten Reste geschmolzen sein. Ich brauch so keine Steigeisen, nur wenige Meter gehe ich auf einem Schneefeld. Um 13:56 erreiche ich den Col des Gourgs Blankes (2877m), ich bin wirklich Müde, die 1200 Meter Aufwärts und das Gelände hat richtig Kraft gekostet.


    Blick vom Col de Gourgs Blanks 2877m, Richtung Refuge de Soula



    Der Weg wir aber nicht einfacher, ich blicke vom Col wieder in ein raues aber beeindruckendes und schönes Gelände- ohne Weg und Zeichen und hab erstmal keine Ahnung nicht wo es lang geht. Ich kram die Karte hervor. Ich muss mich einfach grade aus halten, die letzten Meter bis zum Col de Pluviometre scheinen von hier steil und fast unüberwindbar zu sein. Ich hole tief Luft und such meinen Weg hinunter vom Col des Gourgs Blanks. Ein paar Meter rechts finde ich einen Steinmann, erkenne Spuren die steil hinunter führen. Vorsichtig steige ich ca. 35-45 m bergab.

    Blick vom Col Gourgs Blanks 2877m , von Links Pic Gourdon, Lac Glace, Tusse de Mountarque, Col de Pluviometre(2860m), Cap du Seil


    Jetzt wieder durch große Steinblöcke, ein paar aufgestapelten Steine zeigen die Richtung erst Nördlich, dann wieder nach Osten, auf einen Felszug der weiter zum Col de Pluviometre führt. Vor mir tauchen zwei Wanderer auf, ich erreiche die Beiden- sie machen eine Pause. Das Paar kommt von der Refugio des Estos. Die letzten Meter zum Col gehen wir gemeinsam, und wie sich jetzt herausstellt, gar nicht so steil und schwierig.

    Blick vom Col de Pluviometre (ca.2860m) zum Lac de Portillon und zum noch mal zurück zum Col de Gourgs Blanks.



    Der Pfad wird nicht einfacher, weiter klettere ich über Felsblöcke - den Tusse de Montarque (liegt auf dem HRP) ersteige ich nicht, ich will auf direktem Weg zur Refuge de Portillon. Das Gelände wird erst in der Nähe der Refuge de Portillon einfacher, um 16:36 erreiche ich die Refuge.
    Mittlerweile fühle ich mich wieder gut, oben auf dem Col de Gourgs des Blankes, hatte ich ein richtiges tief, war müde und auch demotiviert. Ich kauf mir zwei Cola und frage die Wirtin wie viel Zeit der Weg bis zur Refuge des Espingo brauch, sie antwortet: " Für mich so 1:45, für die normalen Wanderer länger". Ich lasse mir telefonisch einen Platz und eine Mahlzeit reservieren.
    Ich trink eine Cola, knipse den Lac du Portillon, und gehe weiter zur Refuge de Espingo (ca. 16:30).




    Den Weg kenne ich von der Wanderung 2005. Das erste Wegstück führt über glatte Felsen, Markierungen helfen den Weg zu finden. Dann erreiche ich einen gut erkennbaren Bergpfad, die Orientierung ist nun kein Problem mehr. Ich halte ein gutes Tempo, damit ich noch rechtzeitig zum Essen an der Refuge ankomme- mittlerweile Schmerzen jedoch die Füße und ich brauche mal eine Pause. Am Lac Sausatt beobachte ich einige Trekker die ihre Zelte aufbauen, ein schöner Platz für einen Nacht.
    Es stinkt hier, mit jedem Schritt wird der Gestank stärker. Irgendwo liegt hier ein Tier und verwest. Ein paar Geier tummeln sich am Himmel. Ich schraub schon mal das Tele an die Kamera, vielleicht habe ich eine Chance die Vögel aus der Nähe zu Fotografieren, dann kann ich sie sehen- pfffhhhh - der Gestank ist wirklich übel. Die Tiere sehen mich auch, ich knips meine Bilder und fluche schon in mich hinein- ich habe die ISO vergessen hochzustellen, das wird im Flug - Bewegung- leider unscharf.
    Nach 2 Stunden- um 18:30- erreiche ich die Refuge d' Espingo, 1967m. Die Refuge wurde seit meinem letztem Besuch 2005 erweitert, Duschen und Toiletten eingebaut... sie ist so deutlich komfortabler, aber nicht Seelenlos. Ich gehe Duschen und Räume anschließend meine Sachen in das Zimmer- jawohl kein Bettenlager- es gibt jetzt einfache Zimmer. Meine Matratze liegt unter dem Dach ich muss eine Leiter hinauf , und ich habe wirklich Probleme hier hoch zu klettern- jeden meiner Knochen spüre ich heute Abend.
    Den Tisch zum Abendbrot teile ich mir mit ein paar Franzosen, sitze nach dem Essen entspannt herum, trinke etwas Wein. Die Wirtin ruft meinen Namen: Telefon für Hr. Folko Seinsch ?????
    Meine Frau stirbt mal wieder tausend Tode, vor fünf Tagen hatten wir das letzte mal Telefonkontakt, seitdem hatte ich keine Netz mehr.
    Ein befreundeter Spanier klappert so per Telefon die zur Route passenden Refuges ab, in der Refuge du Portillon wird sich an meinen kurzen Besuch erinnert, " der wollte weiter zur Refuge de Espingo" - und jetzt können wir kurz sprechen, " nichts passiert, mir geht es gut, alles ist toll, und Morgen ist die letzte Etappe, wenn alles klappt bin ich übermorgen zu Hause....".
    Wie geplant werde ich morgen nach Luchon absteigen, die folgenden anspruchsvollen "E" HRP Etappen über den Col Inferieur de Literole zur Refuge de la Renclusa und zum Hospital de Vielha (über den Col de Mulleres) kenne ich von meiner 2005 er Tour.

    Ich sitze noch ein wenig vor der Refuge, genieße den Ausblick in den Cirque de Espingo, fühle mich sehr gut (auch mit schmerzenden Knochen und Muskeln) und freu mich!

    Tourdauer: 09:35 Std.
    höchste Höhe: 2877 m
    Bergauf: 1376 m
    Bergab: 1116 m
    Länge: 17,3 km
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