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  1. Gesperrt Lebt im Forum

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    AW: Loden gegen den Rest der Welt

    #21
    Aber wer sich für Kleidung aus gewalkter Wolle ( Loden) interessiert, kommt an Mufflon nicht vorbei.
    Mufflon Ware ist kein Loden.
    Sondern gewalkte bzw gefilzte Wollstoffe.
    Das ist ein deutlicher Unterschied, auch im Preis.
    Einfache gewalkte Wolle ist lang nicht so wasser- und winddicht wie Loden.

  2. AW: Loden gegen den Rest der Welt

    #22
    Zitat Zitat von Thomasi Beitrag anzeigen

    Ich habe gesucht: Es gibt am Markt keine Lodenjacke, die mir gefallen würde.
    Ich müßte mir wieder selber eine nähen.

    Und wie gefällt Dir diese Lodenjacke?

    http://www.loden-friedl.de/product_info.php?cPath=35&products_id=50


    Ist eine der wenigen, mit einem halbwegs modernen Schnitt. Ich hab auch lange nach was gesucht, was höchste Atmungsaktivität bei gleichzeitiger Winddichtheit verspricht - und hab dann G-1000 genommen. Bin auch sehr zufrieden....aber so eine moderne Lodenjacke, wenn es nur eine gäbe, würde ich mir auch noch zulegen.


    Trisselwand

  3. Dauerbesucher
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    AW: Loden gegen den Rest der Welt

    #23
    Ich muss ein wenig Schmunzeln.
    Fragt mal einen Jäger was der so gerne oder bevorzugt anzieht.
    Da haben sich die "Killer"- Funktionsmembran - Klamotten nie richtig durchgesetzt. Und die Burschen sind wirklich oft "Draussen" bei jedem Dreckswetter. (Rehe werden bevorzugt bei Regenwetter angefahren)
    Es wundert mich schon immer, daß diese zwei Outdoor-Sparten sich so von einander entwickelt haben.

  4. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Loden gegen den Rest der Welt

    #24
    Hallo,

    ich will nicht streiten, ob man die Wollwaren von Mufflon Loden nennen darf.
    Ich verweise auf Wikipedia, wo 6 verschiedene Arten von Loden benannt sind, darunter auch gewalkte Wolle.
    Jedenfalls trage ich die Jacke von Mufflon mit 690 g Wolle pro qm bei jedem Sauwetter, ohne daß da was durch geht. Nun ja, Daueregen wird sie irgendwann erweichen. Dann muß was Wasserdichtes drüber.
    Diese Wollwaren sind jedenfalls eine wirklich gute Alternative für jeden, der sich nicht nur in recycelte Joghurtbecher kleiden möchte.
    Gruß Ditschi

  5. Gesperrt Lebt im Forum

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    AW: Loden gegen den Rest der Welt

    #25
    Naja Wikipedia. Nicht alles was heute als Loden bezeichnet wird verdient den Namen.
    Nichtsdestotrotz. Wolle ist gut, aber es gibt auch eindeutige Nachteile.
    Wolle ist schwer, meine Cabanjacke besteht aus Wollstoff mit 800 g/m². Warm, angenehm zu tragen, aber leicht ist sie nicht.
    Irgendwann werden sie auch durch und durch nass und dann dauert es lange bis sie trocken sind und die Sachen werden noch schwerer.
    Also für jeden Zweck sind sie nicht geeignet.
    Aber eine 3 Lagen Goretex auf der Zeil ist auch Blödsinn und da sieht man die meisten....

    Da haben sich die "Killer"- Funktionsmembran - Klamotten nie richtig durchgesetzt.
    Das stimmt leider nicht mehr.
    Es ist mittlerweile fast unmöglich geworden einen Lodenmantel für die Jagd zu finden, der aus reiner Wolle besteht, zumindest nicht mehr als 10% Kunstfaser aufweist.
    Das was man bekommt ist oft qualitativ unterirdisch, auch wenn die Preise z.T. das Gegenteil belegen müßten.
    Denn auch Jäger tragen heute Fjällräven und andere Hersteller die in erster Linie Kunststoff mit Membran verarbeiten.
    Zum Glück gibt es hin und wieder Lichtblicke, wenn man an Ware von Hubertus oder LodenFriedl denkt.
    Das universellste Kleidungsstück für die Jagd ist allerdings weder der Mantel noch die Jacke sondern die Kotze bzw Wetterfleck.
    Gibt nix besseres und die bekommt man noch in sehr guten Qualitäten.

  6. Lebt im Forum
    Avatar von derMac
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    AW: Loden gegen den Rest der Welt

    #26
    Zitat Zitat von cast Beitrag anzeigen
    Naja Wikipedia. Nicht alles was heute als Loden bezeichnet wird verdient den Namen.
    Hast du den Wikipedia-Artikel überhaupt gelesen? Da geht es kaum um heute. Was ist denn deiner Meinung nach Loden nun genau?

    Mac

  7. AW: Loden gegen den Rest der Welt

    #27
    In der Tat: Wolle/Loden ist vergleichsweise schwer und schlecht/gar nicht komprimierbar und in nassfeuchtem Zustand, je naturbelassener, desto mehr, muffelts irgendwie nach Schaf,
    jedenfalls kein neutraler Odem, der einem da emporsteigt.
    Immerhin wärmt Wolle auch noch in nassem Zustand und fühlt sich nass eigentlich nur feucht an.
    Und: Loden stinkt nicht nach Körper.
    Die selbstreinigenden Kräfte von Wolle sind phänomenal.

    Man kann eine ganze Reihe von Vor-/Nachteilen auflisten und dann quasi
    nach Gusto entscheiden,
    aber ich glaube, letztlich geht man fehl bei der Wahl eines Bekleidungsstückes,
    wenn man glaubt,
    ausschließlich funktionale Kriterien hierfür heranziehen zu müssen;
    außer 8000er-Bergsteiger, die dürfen das.

    Aber Bekleidung ist weit mehr als Funktion und Mode, die sich saisonal verbraucht und zwei Mal jährlich im Container landet,
    als vorgebliche Spende für die Dritte Welt.

    Wolle/Loden ist Material und hat Materialität und steht für eine Vielzahl von Zuschreibungen, die mit dem Material selber gar nicht viel zu tun haben.

    Selig Joseph Beuys etwa hatte Filz, also Wolle ohne Webbindung, zu einem seiner bevorzugtesten Arbeitsmittel erkoren und sicherlich anderes im Sinn,
    als damit biederen Traditionalismus zu verbinden, alles rückwärtsgewandte und fortschrittsfeindliche Schwadronieren in der Zirbelstube.

    Rein funktional betrachtet müßte Loden zumindest mit gleichem Anteil, also paritätisch zu Kunstfaserbekleidung im Markt stehen.
    Das tut es aber nicht.
    Wenn man mal Wollsocken/-Unterwäsche außer Acht läßt und nur Haka und DOB in Augenschein nimmt,
    dann ist das Verhältnis im Autdoar-Bereich sicherlich 97% Kunstfaser, 3% Loden.
    Wenn überhaupt.

    Ist doch seltsam, weil funktional durch nichts berechtigt.
    Loden ist anders, aber nicht schlechter, in mancher Hinsicht sogar besser.

    Bei klassischer Herrenbekleidung hingegen: Wolle, je feiner, je besser, je teurer.
    Da gibt es Polyester nur im untersten Preisgefüge.
    Die 20jährigen Banklehrlinge tragen sowas,
    bis ihnen der Abteilungsleiter nahelegt,
    sich mal ordentlich und geruchsfrei einzukleiden.

    Warum also kann sich Wolle in der Herrenmode behaupten,
    ist aber im Autdoar völlig überrannt worden?

    Der Fall Loden/Kunstfaser ist ein Beispiel dafür,
    wie sich ein Markt
    mit Marketing komplett unterjochen läßt und im wesentlichen ein Verdienst der
    Aufbauarbeit von Gore-Tex,
    die uns allen vermittelt hat: Wir haben die Folie!
    Die kann was, was sonst niemand kann! Mit unserer Folie bist Du ganz vorne dabei!


    Wolle stand schon damals irgendwie für das Heimchen am Herd und hatte gegen den technologisch modernst gerüsteten Autdoarer,
    ein freier Marlboro-Mann weitläufiger Welterkundung,
    keine Chance.

    Mit Wolle bist Du der Freak aus Hinterdupfing, der Waldschrat und AlmÖdi, die arme Mamsel aufm Austragsbankl,
    wohingegen mein KunstfaserFolienJäckli sozusagen den Raumfahreranzug für bundesdeutschen Fichtenwald abgibt,
    einen Rundumschutz, der mir erlaubt, wie weiland Raumschiff Enterprise,
    mich in unbekannte Weiten vorzuarbeiten.

    Ich denke, diese Suggestion ist der Grund für den Kunstfasererfolg.
    Jack Wolfskin, ich habe mir die aktuelle Plakatwerbung angeschaut, die arbeiten immer noch damit.

    Sie geben Dir ein gutes Gefühl. Das ist alles.
    Das hat mit Funktionalität überhaupt nichts zu tun.
    Sie machen uns Glauben und wir glauben.
    So einfach ist das.

  8. AW: Loden gegen den Rest der Welt

    #28
    Ich würde dem, der Loden mal erkunden möchte, folgendes vorschlagen:

    1. Kaufe Dir in einem elektronischen Auktionshaus einen gebrauchten Wollpullover aus 100% Schurwolle.

    2. Die kauft kein Mensch, deshalb bekommst Du den für 1,- Euro + Versand.

    3. Achte darauf, daß Du den Pullover, besser: Troyer, mehrere Nummern zu groß kaufst, also am besten die größte Übergröße, die Du auftreiben kannst.

    4. Dann ab damit in die Waschmaschine. Arbeite Dich vom Schonprogramm und von 40 Grad hoch bis Buntwäsche und 100 Grad, bis der Pullover passend ist. (Deshalb Troyer, damit Du noch mit dem Kopf durchkommst...)

    5. Jetzt hast Du ein extrem verdichtetes Material, gewalkte Wolle, Strick, also Schlinge zwar und keine Webbindung, das Dir für erste Erfahrungen dient.

    6. Du kannst noch einen Schritt weitergehen und den Pullover bügeln,
    die Fasern dabei in Strich legen, von der Schulter her also die Fasern wie Dachziegel schichten. Du erhältst damit das Paradox, einem nicht wasserdichten Pullover eine gewisse Wasserdichtigkeit anheimzugeben.

    7. Mit dieser Methode, die die meisten von uns schon mal unfreiwillig ausprobiert haben, kann man Wolle bis zu Barbie-Größe schrumpfen,
    naja, jedenfalls bis zu einer Maximalverdichtung und deshalb muss man
    ein wenig aufpassen.

    8. Außerdem hat das reichliche Waschen den Vorteil, dass die Körperdünste des Vorbesitzers damit vollständig entfernt werden, meist reichen schon 60 Grad Temperatur.

    9. Und jetzt hinaus in die freie Natur! Viel Spaß!

  9. Gesperrt Lebt im Forum

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    AW: Loden gegen den Rest der Welt

    #29
    Hast du den Wikipedia-Artikel überhaupt gelesen? Da geht es kaum um heute. Was ist denn deiner Meinung nach Loden nun genau?
    Ja.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Loden

    Hier nochmal zum nachlesen. Überschrift "moderne Lodenarten".
    Loden ist a)gewalkter Tuchloden und b) nicht gewalkter Strichloden.
    Alles andere wird heute als Loden bezeichnet, weil es irgendwie gewalkte Wollstoffe sind. Naja, Glaubensfragen.
    Auf der HP von Mufflon wirst du auch nirgends den Begriff Loden finden....
    Macht aber nix.

    Die Methode von Thomasi funktionierte bei mir unfreiwillig, aber sehr gut. Mein Troyer neigte dazu immer größer zu werden, bedingt durch sein Gewicht zog es ihn immer länger, mit heiß waschen war das vorbei...

  10. Erfahren
    Avatar von Zotti
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    AW: Loden gegen den Rest der Welt

    #30
    Spannendes Thema, mit dem Loden. Ich habe vor knapp 2 Jahren meine erste Juja gekauft, 90% Wolle, 10% Poly. Definitiv eins der bestens Kleidungsstücke die ich bisher besessen habe. Warm, kuschelig, robust und ziemlich wasser- und winddicht. Leider vom Schnitt und mit der Krempelkapuze nicht optimal zum Wandern mit viel Rucksack und außerdem schwer. Schwer soll kein KO-Kriterium sein, im Winter ist ordentliche Kleidung wichtig und ich mag den etwas "nostalgischen" Stil.
    Wer verrät mir jetzt wo ich eine Lodenjack mit etwas sportlicherem Schnitt und einer normalen Kapuze in dunkel Blau oder Schwarz herbekomme? Das Olivgrün sagt mir nicht so zu.
    Und was ich seit Jahren für die Freizeit suche: Einen ebenfalls dunkel blauen Lodenmantel, der etwa bis zum Knie reicht. Ähnlich den alten blauen Marinemänteln. In der Hinsicht habe ich mir schon beide Ohren wundtelefoniert und die Fingerspitzen abgetippt. Weiß jemand Rat?

  11. AW: Loden gegen den Rest der Welt

    #31
    Zitat Zitat von Thomasi Beitrag anzeigen
    In der Tat: Wolle/Loden ist vergleichsweise schwer und schlecht/gar nicht komprimierbar und in nassfeuchtem Zustand, je naturbelassener, desto mehr, muffelts irgendwie nach Schaf,
    jedenfalls kein neutraler Odem, der einem da emporsteigt.
    Immerhin wärmt Wolle auch noch in nassem Zustand und fühlt sich nass eigentlich nur feucht an.
    Und: Loden stinkt nicht nach Körper.
    Die selbstreinigenden Kräfte von Wolle sind phänomenal.

    Man kann eine ganze Reihe von Vor-/Nachteilen auflisten und dann quasi
    nach Gusto entscheiden,
    aber ich glaube, letztlich geht man fehl bei der Wahl eines Bekleidungsstückes,
    wenn man glaubt,
    ausschließlich funktionale Kriterien hierfür heranziehen zu müssen;
    außer 8000er-Bergsteiger, die dürfen das.

    Aber Bekleidung ist weit mehr als Funktion und Mode, die sich saisonal verbraucht und zwei Mal jährlich im Container landet,
    als vorgebliche Spende für die Dritte Welt.

    Wolle/Loden ist Material und hat Materialität und steht für eine Vielzahl von Zuschreibungen, die mit dem Material selber gar nicht viel zu tun haben.

    Selig Joseph Beuys etwa hatte Filz, also Wolle ohne Webbindung, zu einem seiner bevorzugtesten Arbeitsmittel erkoren und sicherlich anderes im Sinn,
    als damit biederen Traditionalismus zu verbinden, alles rückwärtsgewandte und fortschrittsfeindliche Schwadronieren in der Zirbelstube.

    Rein funktional betrachtet müßte Loden zumindest mit gleichem Anteil, also paritätisch zu Kunstfaserbekleidung im Markt stehen.
    Das tut es aber nicht.
    Wenn man mal Wollsocken/-Unterwäsche außer Acht läßt und nur Haka und DOB in Augenschein nimmt,
    dann ist das Verhältnis im Autdoar-Bereich sicherlich 97% Kunstfaser, 3% Loden.
    Wenn überhaupt.

    Ist doch seltsam, weil funktional durch nichts berechtigt.
    Loden ist anders, aber nicht schlechter, in mancher Hinsicht sogar besser.

    Bei klassischer Herrenbekleidung hingegen: Wolle, je feiner, je besser, je teurer.
    Da gibt es Polyester nur im untersten Preisgefüge.
    Die 20jährigen Banklehrlinge tragen sowas,
    bis ihnen der Abteilungsleiter nahelegt,
    sich mal ordentlich und geruchsfrei einzukleiden.

    Warum also kann sich Wolle in der Herrenmode behaupten,
    ist aber im Autdoar völlig überrannt worden?

    Der Fall Loden/Kunstfaser ist ein Beispiel dafür,
    wie sich ein Markt
    mit Marketing komplett unterjochen läßt und im wesentlichen ein Verdienst der
    Aufbauarbeit von Gore-Tex,
    die uns allen vermittelt hat: Wir haben die Folie!
    Die kann was, was sonst niemand kann! Mit unserer Folie bist Du ganz vorne dabei!


    Wolle stand schon damals irgendwie für das Heimchen am Herd und hatte gegen den technologisch modernst gerüsteten Autdoarer,
    ein freier Marlboro-Mann weitläufiger Welterkundung,
    keine Chance.

    Mit Wolle bist Du der Freak aus Hinterdupfing, der Waldschrat und AlmÖdi, die arme Mamsel aufm Austragsbankl,
    wohingegen mein KunstfaserFolienJäckli sozusagen den Raumfahreranzug für bundesdeutschen Fichtenwald abgibt,
    einen Rundumschutz, der mir erlaubt, wie weiland Raumschiff Enterprise,
    mich in unbekannte Weiten vorzuarbeiten.

    Ich denke, diese Suggestion ist der Grund für den Kunstfasererfolg.
    Jack Wolfskin, ich habe mir die aktuelle Plakatwerbung angeschaut, die arbeiten immer noch damit.

    Sie geben Dir ein gutes Gefühl. Das ist alles.
    Das hat mit Funktionalität überhaupt nichts zu tun.
    Sie machen uns Glauben und wir glauben.
    So einfach ist das.
    Wow!!!! Respekt Thomasi, lange nicht so ein treffendes Wort gelesen! Du sprichst mir aus der Seele!

  12. Lebt im Forum
    Avatar von derMac
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    AW: Loden gegen den Rest der Welt

    #32
    Zitat Zitat von cast Beitrag anzeigen
    Hier nochmal zum nachlesen. Überschrift "moderne Lodenarten".
    Und drüber gibt es einen längeren Abschnitt zu Historie des Begriffes.

    Loden ist a)gewalkter Tuchloden und b) nicht gewalkter Strichloden.
    Was unterscheidet denn nun "gewalkten Tuchloden" von "gewalkten bzw gefilzten Wollstoffen"? Interessiert mich wirklich.

    Mac

  13. Gesperrt Lebt im Forum

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    AW: Loden gegen den Rest der Welt

    #33
    Was unterscheidet denn nun "gewalkten Tuchloden" von "gewalkten bzw gefilzten Wollstoffen"? Interessiert mich wirklich.
    Die Webart.

    Aber was sind schon Bezeichnungen.
    Hauptsache das Zeug leistet was es verspricht und wem die traditionellen Sachen zu trachtig sind, der bekommt ja heute Moufflon oder ähnliches.

  14. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Loden gegen den Rest der Welt

    #34
    Hallo,
    wenn man die Vor- und Nachteile von Wolle, Baumwolle und Fleece im Outdoor-Bereich gegenüberstellt, steht Fleece sehr gut da unter dem Gesichtspunkt der Funktionalität, inbesondere in Verbindung mit den Beschichtungen und Membranen. Aber es ist in den Beiträgen auch sehr schön herausgearbeitet worden , daß es ja auch um das Tragegefühl geht, als neudeutsch das Feeling.
    Ich habe einmal einen längeren TV- Beitrag gesehen, wie Fleece hergestellt wird.
    Über 90% kommt aus Fabriken in China, wo jede Art von Kunststoff-Müll landet und aufbereitet wird. Leute, wirklich, ihr tragt auf der Haut den Inhalt unserer gelben Säcke! Nach dem Beitrag habe ich begonnen, mich für die Alternativen zu interessieren. Es täte vielen Landwirten auf der ganzen Welt und vielen traditionellen Herstellern gut, wenn die gute alte Wolle als Funktionsfaser der Natur mehr Beachtung fände. Mit modernen Schnitten und frischen Farben.
    Das schließt auch high-tec nicht nicht aus. Ich habe noch einen schönen dicken Wolltroyer in dunkelblau mit einer gore-Windstopper-membran. Geht doch...
    Gruß Ditschi

  15. AW: Loden gegen den Rest der Welt

    #35
    Aus dieser Quelle: http://modedesign.suite101.de/article.cfm/was_ist_loden
    ein Zitat:

    Filz, Walkstoff und Loden

    Die Unterschiede von Filz, Walkstoff und Loden liegen in der Verarbeitung der Wolle:

    • Filz wird aus roher Wolle gewonnen, die gekämmt und mit Wasser gewalkt, jedoch nie verwoben wird. Durch das Verdichten mit Wasser entsteht ein dichter Stoff, der allerdings wenig Formbestand aufweist. Klassisch wird er für die Fertigung von Pantoffeln und Stiefeln eingesetzt.

    • Für die Herstellung von Walkstoff wird die Wolle gesponnen, gestrickt und dann gewalkt, um die feinen Haare miteinander zu verkleben. Walkstoff ist dehnbar und wird gern für Pullover und Westen verwendet.


    • Loden hingegen ist gesponnene Wolle, die verwoben wird und dann in die Walke kommt. Durch den Prozess des Verwebens entsteht eine enorme Festigkeit, die auch den Formbestand der daraus erstellten Kleidung garantiert. Das Wort Loden ist im zehnten Jahrhundert als lodo (gewalktes Wollgewebe) belegt, kann aber auch vom mittelhochdeutschen lodi (Mantel) oder altnordischen lodi (zottiger Mantel) stammen. Zitat Ende.

    Loden ist Tuchloden, wenn man den Flor, also die abstehenden Fasern abschert und Strichloden, wenn man sie in eine Richtung kämmt.

  16. Gesperrt Lebt im Forum

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    AW: Loden gegen den Rest der Welt

    #36
    Strichloden ist nicht gewalkt, zumindest laut Wiki.
    Mein Lodenmantel ist aus Strichloden, keine Ahnung ob der gewalkt ist.

  17. AW: Loden gegen den Rest der Welt

    #37
    http://forums.thefashionspot.com/f11...t-78120-2.html

    Ganz am Ende kommt Claudia Schiffer in weißem Loden.

    Und hier Einblicke in die Fertigung und typische Produkte: (man muß ein bisserl rumklicken...)

    http://www.lodenwalker.at/cms/index.php?id=5


    Was ich damit sagen will:

    Die Lodenhersteller sind selber schuld,
    in ihrem Festharren an überkommenen Stilen,
    wenn ihnen der Markt wegschwimmt.

    All meine Lodenjacken habe ich mir selber nähen müssen,
    weil ich nicht wie ein Trachtler herumlaufen wollte,
    und schon gar nicht wie ein Jager.

    Ich habe auch eine Weichschale von Haglöfs und eine von Bergans.
    Da kann man gar nichts sagen.
    Sauber verarbeitete Produkte, die Taschen am rechten Fleck,
    passende Proportionen, Details wie Ärmelabschlüsse, Oberarmweite,
    Bewegungsfreiheit ..., alles ganz vorzüglich und wie schon erwähnt:
    Äußerst kleidsam. Ich fühle mich darin wie ein gstandener Autdoara,
    der grad der Rupal-Flanke enthupft ist.

    Und ich frage mich, warum das nicht mit Loden geht.

    Die kommen von ihrem blöden Revers nicht weg,
    vom Stehkragen und diesen hirnverbrannten Paspeln an allen Kanten,
    den albernen Silberknöpfen und dem Gürtel im Rücken und die Kellerfalte
    groß wie ein Abflussrohr,
    ja Herrgottsakrament, dann kopierts halt mal a Softschäll,
    kann ja net so schwierig sein!

    Loden, wenn mans geschickt vermarkten würde,
    wäre, mit den entsprechenden Schnitten,
    die perfekte Verbindung von Soft und Hardshell
    und mit einer CO2-Verträglichkeit, einem Nachhaltigkeitsfaktor,
    da kann DuPont und GoreTex und wie sie alle heißen, einpacken.

    Werfts mal einen Blick auf das Loden-Betriebsgebäude und dann auf die
    gewaltigen Kunstfaserproduktionsanlagen.
    Das eine ist Handwerk
    und das andere ist Industrie.
    Zur Not mache ich mir meinen Loden in der Waschmaschine,
    aber einen Polypropylenfaden ...
    Das eine ist niedrigschwellig, das andere komplex.
    Loden kann man lokal betreiben, Kunstfaserproduktion braucht Massen und Mengen.
    Deswegen ist Loden auch eine politische Frage einer künftigen Bedarfswirtschaft
    die nicht mehr auf der Illusion unbegrenzter Vorräte und endlosen Produzierens beruht.

  18. Jaerven
    Gast

    AW: Loden gegen den Rest der Welt

    #38
    Und ich frage mich, warum das nicht mit Loden geht.
    Das ist der Punkt. Das ginge nämlich.
    Ich denke ich muss auch anfangen zu nähen

  19. Vorstand
    Lebt im Forum
    Avatar von lina
    Dabei seit
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    AW: Loden gegen den Rest der Welt

    #39
    Müssen Softschälls nicht körpernah und dehnbar sein?
    Das geht mit Loden nämlich nicht.

  20. Jaerven
    Gast

    AW: Loden gegen den Rest der Welt

    #40
    Es geht mir weniger um das dehnbar. Und ich finde es auch unnagenehm wenn etwas körpernah und dehnbar sein muss. Das engt die Bewegungsfreiheit mehr ein als etwas weiter geschnittenes.
    Das ist ein Modetick, nicht mehr.
    Ich hatte diesen herbst nochmal versucht mit einer Softshell zu wandern, aber keine Vorteile gegenüber einer steinalten G1000- Jacke feststellen können.
    Und Wolle kann da wesentlich mehr. Was Wärmeaustausch, Feuchtigkeitstransport u.s.w. angeht.
    Mach mal den Versuch und laufe im Winter einen Tag mit einer supertollen Softshell und den nächsten Tag mit einer z.B. Mufflon- Wolljacke.
    Das ist überraschend.
    Deshalb hab ich statt der Softshell lieber einen alten Walkjanker an. Auch mit Paspeln und Hirschhornknöpfen...

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