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  1. Lebt im Forum
    Avatar von Chouchen
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    Zitat Zitat von Pfad-Finder Beitrag anzeigen
    Schienbeinersatzverkehr ist eingetroffen:
    Hast Du November seit Silvester am Bahnhof sitzen lassen, Du Wüstling? Tsssss!
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  2. Moderator
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch



    Ja, wir wissen, das ist schon Thueringen. Aber nur knapp!
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  3. Vorstand
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    Avatar von lina
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    Schreib, schreib … !

  4. Lebt im Forum
    Avatar von derSammy
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    Bei allem "Gemecker" über die Kriechgeschwindigkeit .. sollte man aber auch positiv anerkennen dass das WAI inzwischen schon die 17te Epidemie, bzw. Pandemie mitgemacht hat ...

    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_..._und_Pandemien

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    Avatar von Torres
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

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  6. Lebt im Forum
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    Zitat Zitat von derSammy Beitrag anzeigen
    sollte man aber auch positiv anerkennen dass das WAI inzwischen schon die 17te Epidemie, bzw. Pandemie mitgemacht hat ...
    Ich glaube das WAI ist die Büchse der Pandora: es reist umher, ist dauernd in anderen Händen und regelmäßig steckt jemand seine ungewaschenen Pfoten rein. Es ist die QUELLE, Dose X sozusagen!!!
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  7. Alter Hase
    Avatar von Goettergatte
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    Das Kyffhauser Ungetüm ist mir immer wieder widerlich
    und für son Schiet planierte man 3/4 Kaiserpfalzruine,
    man sollte die Hohenzollern rückwirkend dafür zahlen lassen
    "Wärme wünscht/ der vom Wege kommt----------------------
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  8. Lebt im Forum
    Avatar von Chouchen
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    Zitat Zitat von Goettergatte Beitrag anzeigen
    man sollte die Hohenzollern rückwirkend dafür zahlen lassen
    Ach, lass mal, die armen Häsileins haben doch bekanntermaßen kein Geld, weil sie enteignet wurden. Oder so ähnlich.
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  9. Moderator
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    Avatar von Pfad-Finder
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch



    Ferdsch. Bericht folgt.
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  10. Vorstand
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    Avatar von lina
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch


    Bin gespannt auf welchen Wegen das WAI da hin gekommen ist.
    Geändert von lina (15.03.2020 um 23:18 Uhr)

  11. AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    Das ich das noch erleben darf... Vielen Dank, dass es weiter geht!!!!
    So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
    A. v. Humboldt.

  12. Moderator
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    Nun ja, der WAI-tertransport ist unerwartet ins Stocken geraten, aber dafür kann ich am Wochenende mal erzählen, wie das gute Stück von Kelbra nach Dessau gekommen ist.
    Klar ist überhaupt nichts - aber das dafür umso deutlicher.

  13. Moderator
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    Bauhaus. Wenn's gut werden muss.
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  14. Alter Hase
    Avatar von Goettergatte
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    OT: Walter wuste es zumindest
    Theho Mestore nicht
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  15. Lebt im Forum
    Avatar von lutz-berlin
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    OT: Herbert nicht vergessen.

  16. Moderator
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    Nach vielerlei theoretischem Basteln haben wir festgestellt, dass es zu Fuß einfach nicht passt. Die Strecken sind entweder zu kurz, zu lang, zu eintönig. Also Umstieg aufs Fahrrad.

    13. März 2020



    In der frühen Dämmerung Ankunft am Bahnhof Berga/Kelbra und Fahrt durch Kelbra-City zum Zeltplatz am Stausee. Theoretisch hat er geöffnet, praktisch ist die Rezeption schon ab 15 Uhr geschlossen. Auch sonst wirkt der Platz trotz der vielen Dauercampmobile fast wie ausgestorben. An der Schautafel hängen die Telefonnummern von der Feuerwehr und vom örtlichen Diplomstomatologen. Im Sanitärgebäude hat nur die Herrentoilette geöffnet, aber was soll's, ist ohnehin niemand da.


    14. März 2020


    Zeltplatz am Stausee Kelbra

    Am nächsten Morgen können wir doch noch in der nun geöffneten Rezeption unseren Obolus entrichten.

    Zumindest in einem Punkt machen wir da weiter, wo wir Ende Dezember aufgehört haben: Es herrscht Kaiserwetter. Also beste Bedingungen für die Fahrt zum Kaiserdenkmal. Unermüdlich (na ja, beinahe unermüdlich) strampeln wir in unsere Pedalen. Denn wie kann es anders sein: Kyffhäuser-Burg und Denkmal liegen natürlich ganz oben auf dem Berg. Oben werden wir übrigens angesprochen, ob wir die „jungen Leute“ wären, die hier mit den Fahrrädern hoch sind, und das ganz ohne Motorunterstützung. „Junge Leute“, so so …

    Kaum sind wir durch den Einlass durch (hier möchte die Kontrolle nicht die PLZ, sondern das Herkunfts-Bundesland wissen), fällt die erste Panne auf: Der Herr Pfad-Finder hat draußen das WAI vergessen, also nochmal zurück auf Los; jetzt kann die Foto-Session beginnen.

    Das 19. Jahrhundert war die Zeit der großen Nationaldenkmäler, also wollten die Deutschen eben auch eins - oder gleich mehrere. Man kann vom Kyffhäuser-Denkmal nun halten, was man möchte: Beeindruckend in seiner Gestaltung und Dimension ist es allemal.


    Kleines WAI und großes Denkmal


    Da sitzt er, der Kaiser Rotbart.


    Blick auf die Oberburg


    Der Herr Pfad-Finder macht sich enorme Mühe, gemeinsam auf einem Bild den Schriftzug Elsass-Lothringen und den Aufkleber vom Elsass abzulichten. Also tue ich ihm den Gefallen und stelle das Bild hier ein.

    So, Schluss mit Kyffhäuser, wir sind ja nicht zum Vergnügen hier. Kurz noch dem WAI die Unterburg der ehemaligen Reichsburg gezeigt und dann schnell ab ins Tal. Wobei schnell nicht wirklich zutreffend ist. Hinunter nach Tilleda durch den Wald führen anfangs nur schmale, verwurzelte Pfade. So zeige ich eben die Liebe zu meinem Fahrrad: Ich schiebe es teilweise. Damit ist dann auch der kurze Abstecher nach Thüringen erledigt, Tilleda liegt bereits wieder in Sachsen-Anhalt.


    abwärts

    Hier ist nicht der Ort selber interessant, sondern die alte Königspfalz, die Residenz der Kaiser und Könige zu Füßen des Kyffhäusers.


    Toranlage


    Blick zur Burg


    Begrüßung in der Rosenstadt Sangerhausen

    In Sangerhausen merken wir, dass es schon recht spät ist, wir aber noch ein ganzes Stück Weg vor uns haben. Für das Rosarium, die angeblich weltgrößte Rosenausstellung, ist es ohnehin die falsche Jahreszeit, aber auch in der gut erhaltenen historischen Altstadt reicht die Zeit nur für eine kurze Futterpause auf dem sonnigen Marktplatz.


    Marktplatz Sangerhausen


    Abraumhalde des Kupferschieferbergbaus


    Schloss Beyernaumburg im charmant-romantischem Schwebezustand zwischen Behauptung und Verfall


    ein altes Herrenhaus aus dem für diese Gegend so typischen Porphyr

    Ob das WAI jemals Wittenberg als Hauptwirkungsstätte Martin Luthers sehen wird, ist ungewiss. Notfalls muss die Lutherstadt Eisleben als Alibiort herhalten. In der einsetzenden Dämmerung rollen wir die Stadt gewissermaßen von hinten auf:


    Blick auf die Skyline von Eisleben


    Luthers Sterbehaus


    Hier stehe ich, ich kann nicht anders.


    Luthers Geburtshaus

    Da wir die Stadt schon kennen, dient der jetzige Kurzbesuch ohnehin nur als Fotovorlage für das WAI.


    Und nun nichts wie raus aus der Stadt und einen passenden Zeltplatz gesucht. Vorher noch Licht einschalten, denn es dämmert gar sehr. Als wir unseren ausgespähten Feldweg erreichen, passiert es: Ich rutsche mit dem Rad weg und finde mich auf dem Rücken liegend in einer großen Schlammpfütze wieder. Immerhin macht der Herr Pfad-Finder jetzt nicht den Fehler, mich fotografieren zu wollen. Als er jedoch weiterhin nicht den nächstbesten, sondern den optimalen Zeltplatz suchen möchte, werde ich etwas ungehalten. Aber letztlich wird alles gut: Zelt aufbauen, nasse Klamotten ausziehen, essen kochen, schlafen.


    15. März 2920


    Sonntagmorgen

    Nachts gab es Frost, das heißt meine Klamotten sind jetzt schlammverkrustet und steif gefroren – tolle Kombination. Einiges kommt gleich in die praktische Plastiktüte und wird erst zu Hause mit spitzen Fingern wieder ausgepackt. Für obenrum hab ich irgendwelche Ersatzsachen, untenrum tut es die lange Unterhose und Herrn Pfad-Finders Regenhose. Meine lange Hose drapiere ich - so gut es geht - auf den Fahrradtaschen und lasse sie im Wind trocknen.

    Heute warten vor allem die Mühen der Ebene auf uns.


    Wo ist Schwittersdorf? "Dada!"

    Dieser Teil Sachsen-Anhalts ist weder mit touristischen Attraktionen noch mit großen Reichtümern gesegnet. Auf so manche Straßen passt der Ausspruch: Loch an Loch und hält doch.


    Landesstraße


    Salzhalden im Hintergrund


    Wettin an der Saale

    Die Burg Wettin, der Stammsitz des Fürstenhauses Wettin. Aber nicht einmal eine Brücke gibt es hinüber auf die andere Seite und so gleiten wir ganz romantisch mit der Fähre über die Saale. Es ist Mittagspause und ich kann endlich meine inzwischen trockene Hose anziehen, in der Regenhose wurde es inzwischen doch unerträglich heiß.


    Mittagspause an der Saale

    Da eine Fahrt entlang der Saale noch auf den nächsten WAI-Etappen geplant ist, überqueren wir sie hier nur und fahren hoch zur Burg. Die Aussicht auf die Wettinischen Ländereien ist schon nicht übel, die Burg hingegen kann nicht besichtigt werden. Ober- und Unterburg werden als Gymnasium für Bildende Kunst genutzt.


    Von diesem Anblick gibt es sicher hunderte Abbildungen in Bleistift, Kohle, Kreide, Öl und Aquarell.


    Blick auf Löbejün

    Das Städtchen Löbejün hat über 2000 Einwohner, aber wirkt so ausgestorben, dass es schon fast unheimlich ist. Hübsch, aber leer.
    Bedeutendster Sohn der Stadt ist Carl Loewe, ein Komponist des 19. Jahrhunderts mit einem enormen Schaffenspensum. Eine Gedenktafel preist ihn als den „unerreichten Meister in der Melodie des Volksliedes und der Volkssaga, den Schöpfer herrlicher Oratorien“.
    Da die Eisdiele offensichtlich schon seit mehreren Jahren geschlossen hat, fahren wir eben weiter.


    Kirche in Löbejün

    Köthen: deutlich über 20.000 Einwohner, aber auf den ersten Blick ähnlich ausgestorben. Wo sind nur die Menschen? Restaurants oder Cafes gibt es ohnehin kaum, aber die wenigen sind geschlossen. Wir irren ein wenig hilflos umher und finden dann doch noch eine geöffnete Bäckerei. Es gibt Rührei, Cola, Kaffee und Kuchen. Uns wird bewusst, dass das vermutlich der letzte Gastronomiebesuch auf längere Zeit sein könnte.


    Köthen

    Erst zu Hause lese ich, dass der homöopathische Weltärzteverband seinen Sitz in Köthen hat und es deshalb auch gerne als Welthauptstadt der Homöopathie bezeichnet wird. Was natürlich auch eine Erklärung für die äußerst geringe Menschenkonzentration hier sein könnte.


    Noch eine Meile bis Dessau

    Auch Dessau kennen wir, haben die Bau- und Meisterhäuser bereits besucht, so dass jetzt nur noch eine Fototour ansteht.


    Eingang zum Park Georgium

    Dessau - das sind zwar auch die weitreichenden Parkanlagen und die Flussauen an Mulde und Elbe, die Junkers-Flugzeugwerke, aber vor allem die Idee des Bauhauses.


    Eine Idee geht um die Welt






    Erste Zeichen einer langen Durststrecke



    Selbst die Trinkhalle hat geschlossen.


    Brücke über die Mulde


    Bahnhof Dessau - passend für und noch mit WAInachtsdekoration
    Klar ist überhaupt nichts - aber das dafür umso deutlicher.

  17. Moderator
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    Avatar von Pfad-Finder
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    Wieder in Dessau. Nach zweieinhalb Monaten Corona-Zwangspause holten wir das WAI am Freitagabend aus dem virtuellen Schließfach im Bahnhof, der immer noch so tot war wie bei Ende der letzten Etappe Mitte März.




    Durch die Muldeauen ging es nach Südosten.




    Als Hommage an das „Land der Frühaufsteher“ saßen wir am nächsten Morgen schon um kurz nach halb neun wieder auf den Rädern. In Jeßnitz an der Mulde hatte man nach dem Hochwasser 2002 doch die Absicht, eine Mauer zu errichten. Gegen das Muldehochwasser nämlich.




    Schwanennest an einem Mulde-Altarm.




    Erstes echtes Ziel war Wolfen. Hier war der Sitz von ORiginal WOlfen (ORWO) und damit das Zentrum der DDR-Filmherstellung. „Du hast den Farbfilm vergessen“, rief ich Frau November kurz vor der Stadtgrenze zu. Vor Schreck drückte sie den Auslöser, als das Szenenwahlrad noch auf Schwarz-Weiß stand.




    Das Rathaus der heutigen Doppelstadt Bitterfeld-Wolfen befindet sich im ehemaligen Agfa- und späteren Orwo-Verwaltungsgebäude. Wer die Rathausvorsteherin ist, war vor Ort nicht ersichtlich. Lieselotte Thälmann, wie ich mutmaßte, war es nicht, sondern eine unbekannte Chemiearbeiterin.



    Hinter dem Rathaus das "Robotermädel".




    Das Filmmuseum war auch ohne Corona wegen Umbau geschlossen. Lediglich in einem Anbau war ein Blick auf eine Maschine zu erhaschen, mit der anscheinend 1000mm-Breitwandfilm für sowjetische Monumentalfilme hergestellt wurde.




    In der Nachbarstadt Bitterfeld brachte ein zufällig entdecktes DDR-Keramikrelief am Markt unser Weltbild zum Einsturz. „Seh‘n wir uns nicht in dieser Welt/so sehen wir uns in Bitterfeld“ stand da – und eine Gugelfrage später wussten wir, dass der vermeintliche Spottvers über den vergifteten DDR-Chemiestandort aus einer viel älteren Sage stammte.






    In einer Nebenstraße hatte sich ein Elektromarkt beim Auszug einen besonderen Humor erlaubt. So was kannste Dir nicht ausdenken…




    Im Osten von Bitterfeld liegt die Goitzsche, ein zum See umgebauter Braunkohletagebau. Den sorgfältigen Plänen für eine langsame Flutung machte das Hochwasser 2002 einen Strich durch die Rechnung: Binnen weniger Stunden füllte die Mulde die Grube so weit, dass später sogar wieder Wasser abgelassen werden musste. Heute erinnert an den Tagebau nur eine kleine Ausstellung am Ufer. In welchem Jahr wurde übrigen die Lok hergestellt? "1913" ist jedenfalls falsch.

    Für die Antwort bitte den Abschnitt zwischen den geschweiften Klammern mit der Maus markieren: {1988}




    Daneben der Bergmann Leo. Die Skulptur stand vor über 100 Jahren im Verwaltungsgebäude der ehemaligen Grube Leopold in der Brikettfabrik Bitterfeld.




    Natürlich mussten wir auch den Wallfahrtsort der DDR-Faltbootszene besuchen, Pouch auf der schmalen Landbrücke zwischen Goitzsche und Muldestausee. Hier wurde (und wird?) das legendäre RZ 85 hergestellt, das es dank der molwanischen Brockenexpedition inzwischen sogar auf den Brocken geschafft hat. Vom historischen Firmensitz ist nur noch das Wandrelief erhalten.




    Rund um die Goitzsche fuhren wir zum „Bitterfelder Bogen“, einer Aussichtsplattform auf einer Abraumhalde. Leider waren wir zur falschen Tageszeit da und konnten daher mit unseren Rädern das „Nur für Fußgänger“-Schild nicht ignorieren, sondern mussten den Bitterfelder Weg mit allen Windungen zu Fuß beschreiten.






    Blick vom/von der Burgstetten bei Niemberg




    Hinter Niemberg war es Zeit, einen Lagerplatz zu finden. Zum Glück liegt Niemberg nicht in einem Funkloch, so dass wir auf Luftbildern auf dem Smartphone nach geeigneten Stellen suchen konnten. Wir entdeckten unweit eine freie Fläche, die sich dann vor Ort auch als wunderbar geeignet erwies. Irgendwie war es früher aber spannender. Am nächsten Morgen stellten wir fest, dass wir nicht alleine waren. In der Nacht war noch ein weiteres Pärchen angekommen, hatte sein riesiges Oldschool-Baumwollzelt aber nicht wie wir dezent im Schatten einiger Büsche aufgestellt, sondern weithin sichtbar.

    Zügig rauschten wir nach Halle hinunter.




    Bei Burg Giebichenstein - heute Kunsthochschule - bogen wir auf den Saaleradweg Richtung Süden ein.




    "An der Saale hellem Strande"?




    Diese Krähe verstand es, sich ins Szene zu setzen. Das Schild bezieht sich aber auf ein Relief auf der Oberseite des Steins.




    Durch den "Pfingstanger" ging es auf sehr naturnahen Wegen in Ufernähe weiter. Der Saaleradweg führt hier nicht entlang.




    Kohlekraftwerk Schkopau. Hier wird für die Deutsche Bahn der Strom erzeugt, für den sie keinen grünen Streifen an die Regio- und Güterzugloks malt.




    In Merseburg statteten wir dem Dom einen Besuch ab, aber nur von außen. Beginnend mit der Zeit der deutschen Ostsiedlung im Mittelalter war Merseburg ein wichtiges religiöses Zentrum.




    Bekannt sind auch die althochdeutschen "Merseburger Zaubersprüche", die aber mit Merseburg nur insoweit zu tun haben, als sie dort 1841 in der Bibliothek entdeckt wurden.




    Anschließend schauten wir beim Deutschen Chemiemuseum über das geschlossene Tor. Bei einem früheren Besuch hatten wir hier eine fachkundige Führung von einer ehemaligen Mitarbeiterin des Chemiekombinats erhalten. Dank der Investitionsschwäche der DDR konnten auch Anlagen aus dem frühen 20. Jahrhundert quasi direkt aus der Produktion in das 1993 gegründete Museum überführt werden. Also: Unbedingt besuchen, bevor die Erlebnisgeneration ausstirbt und die Ausstellung unter freiem Himmel weggerostet ist.




    Mein Plan, dem WAI die unvollendete unterirdische sowjetische Führungszentrale auf der Klobikauer Höhe am Geiseltalsee zu zeigen, scheiterte am mittlerweile zugeschütteten Eingang. Dafür bot die Pseudo-Wallfahrtskapelle hoch über dem größten künstlichen See Deutschlands und den Weinhängen das erwünschte Fotomotiv.




    Vorgeschmack auf Thüringen: Osta-Cola aus der Brauerei Dingsleben (ja, der Ort heißt wirklich so, wir waren sogar schon einmal dort!). Wenn das Getränk nicht in irreführender Weise "Cola" heißen würde, wäre es sogar genießbar.




    Nachdem wir den Geiseltalsee zu zwei Dritteln umrundet hatten, bogen wir nach Westen ab und fanden noch vor Albersroda einen Platz für die Nacht.

    Auch diesmal tat uns das Wetter den Gefallen, auf Morgentau zu verzichten, so dass das Zelt trocken einpacken und um halb neun aufbrechen konnten. Nach einer vertieften Kilometerinventur und einigen Anpassungen der geplanten Route am Vorabend waren wir nämlich zu dem Ergebnis gekommen, dass wir schon heute das WAI an der Landesgrenze zu Thüringen abwerfen könnten.


    Bitterfeld hat zwar den Bogen raus, aber nur einen. Das Unstruttal hat dank der Hochgeschwindigkeitsstrecke Halle-Erfurt sogar vier.




    Erst einmal steuerten wir den Fundort der Himmelsscheibe von Nebra an. Der liegt natürlich nicht in Nebra, sondern auf dem höchsten Berg der Umgebung. So sind die Astronomen eben. Weil knapp drei Kilometer zu Fuß vom letzten Parkplatz bis zum Gipfel für die meisten Touristen offenbar zu viel ist, hatten wir die Zufahrtsstraße praktisch für uns, und selbst um kurz nach zehn Uhr vormittags waren wir ganz alleine auf dem mit viel Gefühl in die Landschaft eingefügten Beton-Aussichtsturm.




    Was gab es da zu sehen? Nicht nur den Fundort, sondern auch den Kyffhäuser und viel kaputten Wald. Offensichtlich hat sich Sachsen-Anhalt neben Borkenkäfer auch Eichen- und Kiefernschädlinge eingefangen.




    Bei Memleben queren wir erneut die Unstrut. Auf der Landkarte sieht sie als Paddelgewässer attraktiv aus, in der Praxis sieht man vom Boot aus oft nur die Böschung.




    Memleben ist vorletzter Ort vor der Landesgrenze zu Thüringen. Da hat Sachsen-Anhalt wirklich Glück gehabt, denn die Ruine der Klosterkirche zur nicht mehr erhaltenen Kaiserpfalz ist sehenswert.






    Nicht die chinesische Tonkriegerarmee, sondern vermutlich Ottos und Heinrichs auf dem Grundriss der Kaiserpfalz.




    Nun begann der Endspurt zum Saaletal. Natürlich verliefen fast alle Täler und Höhenzüge quer zu unserer Fahrtrichtung.




    In Pleismar entdeckte Frau November im Vorbeifahren einen Kaufstein vor der Kirche (nein, keine Verwechselung von T und K). Am Kaufstein wurden wichtige Geschäfte abgeschlossen, er hatte also die Funktion eines Notariatsbüros.


    Das WAI - meistbietend zu verkaufen


    Ich wiederum entdeckte das gotische Haus in Burgheßler aus dem 15. Jahrhundert. Der Adelssitz war laut Wikipedia Nachfolgebau einer mittelalterlichen Burg.




    Nach diversen weiteren Hügeln kamen Rudelsburg und Burg Saaleck in Sicht, "Burgen stolz und kühn". Unser Versuch, im Saaletal noch ein Eiscafe zu finden, scheiterte an "wir haben keins mehr" und "Vorübergehend geschlossen".




    An der Saalebrücke zwischen Klein- und Großheringen überquerten wir schließlich die Landesgrenze, wünschten dem WAI eine gute Weiterreise und deponierten es im virtuellen Schließfach am Bahnhof.

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