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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #41
    Hallo Harry,

    hab' vielen Dank für Deinen schönen Bericht und die stimmungsvollen Bilder.

    Ja,- die da unten im süddeutschem dieses Landes das Objekt der Begierde endlich in den Händen halten wollen und schon,- in Kalender blickend, Hochrechnungen anstellen...
    Denen sei gesagt:
    Wir lassen uns Zeit.
    Und wir genießen jede Widrigkeit. Ein nettes warmes Getränk,- gelegentlich auch ein feiner Roter, muß drin sein.


    Marek

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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #42
    WAI WAI WAI
    der Schaaaatz ist in der Freien und Hansestadt Hamburg wohlbehalten angelandet. Beweisfotos gibt es nicht , aber Augenzeugen

    Torres

  3. AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #43
    Die Schnecke kriecht nicht, die rennt!
    Ich brauche nicht viel Gepäck, nur ein paar Träume!

  4. Fuchs
    Avatar von Fernwanderer
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #44
    Zitat Zitat von Torres Beitrag anzeigen
    Beweisfotos gibt es nicht , aber Augenzeugen
    Mit Sonnenbrille und Dreipunktbinde, oder wie ist der Smiley zu verstehen?
    In der Ruhe liegt die Kraft

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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #45
    Dreipunktbinde. Bitte! Das sollte unsere konspirative Tarnung versinnbildlichen! Man weiß ja nie, wer uns den Schaaatz entreißen will.....

    Tja, und ich könnte ja jetzt noch viel mehr erzählen, jajaja, aber ich tus noch nicht. Erst ist Werner dran.

    Psssst: Es sind schon mehr als 92 km......

    Torres


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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #46
    Zitat Zitat von Torres Beitrag anzeigen
    Psssst: Es sind schon mehr als 92 km......
    Ach was!

    Darf ich das rote Fähnchen jetzt nach Hamburg versetzen?
    Arrivederci, farewell, adieu, sayonara WAI! "Ja, wo läuft es denn? Wo läuft es denn hin?"

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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #47
    Aber logo! Jingle bells, jingle bells, dö dö dö dö dö.......

    Hummel Hummel - Mors Mors

  8. AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #48
    Zitat Zitat von hotdog Beitrag anzeigen
    Äh... werden jetzt alle Kronkorken der Übergabebierchen im WAI gesammelt?
    Das steht so aber nicht im Regelwerk
    Zitat Zitat von paddel Beitrag anzeigen
    Ach du Sch... Das wird ein Gewicht haben bis es hier unten ist
    Wir haben noch eine Quittung über 38 Euro für fürs Abendessen dazu gelegt. Werden Bewirtungskosten übernommen?

    Der Stift in der Box, um das Tagebuch zu schreiben, ist für Leute mit Störungen der Feinmotorik an der Schreibhand eine mehr als große Herausforderung.

    Werner

  9. Meister-Hobonaut Alter Hase
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #49
    Moin Werner,
    ist Euer Kurzurlaub im Norden Deutschlands schon wieder vorbei.
    Bin ja schon neugierig auf euren Bericht.

    Torres, gabs bei Dir zu viel Glühwein?
    Gruß Harry.
    Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen. (Johann Wolfgang von Goethe)


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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #50
    Zitat Zitat von Werner Hohn Beitrag anzeigen
    Wir haben noch eine Quittung über 38 Euro fürs Abendessen dazu gelegt. Werden Bewirtungskosten übernommen?
    Wer hat eigentlich die Idee gehabt, das WAI in eine soooo grosse Box zu tun? Das kann ja noch heiter werden...

    Ach und wegen deines Anliegens Werner: wende dich vertrauensvoll an den Vorstand
    Arrivederci, farewell, adieu, sayonara WAI! "Ja, wo läuft es denn? Wo läuft es denn hin?"

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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #51
    Wenn das WAI an der Wasserkuppe angelangt ist, wird es wohl ein Riesensack mit Kronkorken sein... Ihr werdet es noch bereuen, nicht die Eisenbahnschwelle als Staffelstab genommen zu haben.

    Pfad-Finder
    Schutzgemeinschaft Grüne Schrankwand - "Wir nehmen nur das Nötigste mit"


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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #52
    Zitat Zitat von Pfad-Finder Beitrag anzeigen
    Wenn das WAI an der Wasserkuppe angelangt ist, wird es wohl ein Riesensack mit Kronkorken sein... Ihr werdet es noch bereuen, nicht die Eisenbahnschwelle als Staffelstab genommen zu haben.
    Was heisst hier "ihr"? Du hängst da genauso mit drin Pf-F!
    Arrivederci, farewell, adieu, sayonara WAI! "Ja, wo läuft es denn? Wo läuft es denn hin?"

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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #53
    Wer hat eigentlich die Idee gehabt, das WAI in eine soooo grosse Box zu tun? Das kann ja noch heiter werden...
    Das habe ich mich auch gefragt, als ich das Packmaß sah. Ich glaube, ich brauche doch noch einen Vorderradgepäckträger....

  14. Sternenstaub
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #54
    ich nehme bei meiner Wanderung ja nur nen Mini-Rucksack mit, da passt das Teil aber noch rein. Stopfen muss man können. ;)

  15. Meister-Hobonaut Alter Hase
    Avatar von Harry
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #55
    Wenn ihr eine kleinere Box findet, nehmt die doch.
    So ist es eigentlich fast zu gross und es kann sich zu viel Zeugs ansammeln.

    hab nochmal nachgerechnet. Km Angaben stimmen.
    Von Bremen bis Sottrum waren es 37 ,... km, oder 50 km bis Rotenburg.

    Werner was macht deine Tastatur bzw. Bilder deiner Tourenetappe?? Neugierig......frag
    Gruß Harry.
    Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen. (Johann Wolfgang von Goethe)

  16. AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #56
    Zitat Zitat von Harry Beitrag anzeigen
    ...
    Von Bremen bis Sottrum waren es 37 ,... km, oder 50 km bis Rotenburg.
    Das wären dann ab Sottrum 13 km bis Rotenburg/Wümme. Harry, hier muss ich widersprechen. Die Radwegekarte für den Wümme-Radweg (da stehen die Entfernungen drin) spircht von gut 19 km. Ein paar Meter haben wir abgekürzt.

    Unsere Strecke (alle KM-Angaben sind aus der Radwegekarte):

    Bahnhof Sottrum nach Westen zur Hellweger Str. 0,5 km

    Dieser nach Süden bis Hellwege gefolgt. 3,0 km

    Dort nach Osten bis zum Ortsrand und dann durch den Wald zur Ahauser Mühle: 4,5 km

    Weiter zum nördlichen Ortsrand von Ahausen (Unterstedter Str.), dann wieder nach NO bis zur Bahnlinie bei Unterstedt: 4,0 km

    Weiter immer etwas nördlich der B 215 nach Rotenburg: 6,0 km

    Das macht 18,0 km.

    Der Routenplaner von Google Maps wirft sogar bei der Einstellung "Fußweg" 19 km raus. Und bei genau den Orten da oben, sogar die Route des Wümme-Radwegs (Südroute).

    Zitat Zitat von Harry Beitrag anzeigen
    ... Werner was macht deine Tastatur bzw. Bilder deiner Tourenetappe?? Neugierig......frag
    Kommt heute Nacht, dann habe ich den Rechner für mich. Die Bilder sind eh nicht so toll. Bei so einem dunklen Wetter wie Montag und Dienstag geht das Maschinchen in die Knie.

    Werner

  17. AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #57
    Sonntag, 13. Dezember 2009: Der Fluch der Südroute

    Nur zögerlich hat die Dunkelheit Harry preisgegeben. Erst beim Näherkommen wird aus dem dunklen Fleck ein Mensch. Wenig später, ist aus dem Mensch Harry geworden, auch wenn ich ihn nicht kennen würde. Die Insignien haben ihn verraten. An einem Sonntagmorgen um 8 Uhr rennt um diese Jahreszeit niemand mit einem Rucksack durchs norddeutsche Plattland, es sein denn, er wird von einem Komitee gehetzt.

    Eine knappe Begrüßung, das Foto für die Nachwelt, dann muss eine Entscheidung fallen: Nordroute oder Südroute? Beide sind in etwa gleich lang, aber die Südroute hat mehr Waldanteil. Also Südroute, fällt einstimmig die Entscheidung unter Männern. Meine Frau geht dann schon mal los und zieht direkt das Tempo an, als ob sie es geahnt hätte. Die Männerentscheidung war (wieder mal) eine falsche Entscheidung, denn wir sind schon auf der Nordroute und müssen nun dreieinhalb zusätzlich Kilometer davor schieben, um auf die Südroute zu kommen. Mindestens 40 Minuten länger zu Fuß unterwegs, und das für einen ollen Radweg und ein paar Meter Wald.

    Dass es dann doch etwas länger dauern würde, ist uns nach und nach bewusst geworden. Zum ersten Mal, als wir von Hunger und dem Wunsch nach Kaffee getrieben zielstrebig die Bäckerei an der B 215 in Unterstedt angesteuert haben. Das Auftauchen drei Paar schmutziger Wanderschuhe auf der anderen Straßenseite hat die Bedienung vermutlich zum Anlass genommen, uns die Tür vor der Nase zu verschließen. Drei läppische Schritte wären es für Harry noch gewesen, dann hätte die Türautomatik reagiert und ihm geöffnet. Aber da ging das Licht aus und die Tür hat nicht mal gezuckt.

    Gnadenlos ist der Fahrrad-Wegweiser am Stadtrand von Rotenburg. Der an der Kläranlage. Wir gehen da nicht hin und schauen da auch nicht drauf, hat Harry gesagt. Natürlich geht jeder dahin, und wenn ‚jeder’ meine Frau ist auf alle Fälle. „Sottrum 6,4 km“ hat auf dem Schild gestanden. Da waren wir schon 150 Minuten ohne Pause unterwegs und das mit Sicherheit nicht langsam.

    Mittags sind wir dann endlich in Rotenburg, sogar im Zentrum. Die Südroute des Wümme-Radwegs hat jede Menge Zeit gekostet, viel zu viel. Harry bekommt seinen Kaffee, direkt auch noch das Mittagsessen, und dann lädt er zu Tupperparty ein. Eine Box, so groß, dass meine Oma ihren Wochenvorrat an Bohnensuppe darin untergebracht hätte, sofern es so etwas damals schon gegeben. Die Bohnensuppe ist nicht gemeint. Während meine Frau und ich noch staunen, kritzelt Harry schnell ein paar Zeilen und schiebt mir dann das WAI übern Tisch. Das soll nach Hamburg, zu Torres. Ich kann mit nicht helfen, aber irgendwie sieht er so aus, als sei er froh dieses Ding weitergeben zu können. Oder ist es nur das zufriedene Gesicht eines gesättigten Menschen?

    In Rotenburg verlässt er uns. Harry nimmt den Weg zum Bahnhof und wir entscheiden uns für die Direttissima nach Stemmen, denn dahin sind es schon wieder 18 Kilometer. Hinterm Ortsausgang lässt uns die Bundesstraße nicht mehr los. Zum Glück gibt es einen Radweg und zum Glück scheint die Sonne. Die B 75 ist laut, sie ist schnell, sie glitzert und blinkt von all dem gewienertem Blech, das mit hohen Drehzahlen in den sonntäglichen Abend getrieben wird.

    Als wir nach Stemmen abbiegen dämmert es schon, und so ist, obwohl vorgebucht (eine Premiere), die Erleichterung greifbar endlich am Ziel zu sein. Angesicht der Widrigkeiten, die das WAI auf seinem zukünftigen Weg noch alle aushalten muss, gönnen wir ihm ein 4-Sterne Hotel. Etwas anderes gibt es hier sowieso nicht. Im Hotel sind wir die einzigen Gäste, im Restaurant auch. Zu sehen gibt es hier nichts. Feierabend.

    v.o.n.u.

    Bei Veersebrück
    Kirchturm in Scheeßel
    Auf der B 75 zwischen Scheeßel und Lauenbrück


    Von Sottrum (Bahnhof) nach Westen zur Hellweger Straße, weiter nach Süden bis Hellwege. Hier auf die Südvariante des Wümme-Radwegs. In Richtung Osten über die Ahauser Mühle bis zur Unterstedter Straße in Ahausen. Weiter über den Wümme-Radweg nach Unterstedt bis Rotenburg/Wümme.
    Ab Rotenburg über Radwege entlang der B 75 nach Scheeßel, vorbei am Abzweig Lauenbrück bis zum Straße nach Stemmen und ins Dorf hinein.

    Entfernung: ca. 34 km


    Montag, 14. Dezember 2009: Der Fluch der Landstraße

    Heute wollen wir vom Wümme-Radweg auf den Radfernweg Bremen-Hamburg wechseln. Eine direkte Verbindung gibt es nicht. Zwischen uns, Stemmen und dem Radfernweg liegt das Ekelmoor. Weil zwischen meinen beiden Radwegespiralos ein Lücke klafft, muss Harrys Straßenkarte aus der Box herhalten. Wir wollen zunächst zur B 75, der bis zum Weiler Wümme folgen und dort nach Vaerloh abbiegen. Dahinter würden wir auf den Radfernweg treffen, und wären dann wieder mit einer halbwegs brauchbaren Karte unterwegs. Soweit die Planung.

    Noch vor dem Frühstück hat meine Frau ihre Blasen verarztet, darunter eine ausufernde Druckblase über den ganzen Ballen. 34 km in neuen Wanderschuhen von Deichmann (30 Euro, Testbericht folgt) waren doch etwas happig – dachten wir da noch. Später haben wir festgestellt, dass die Ursache in den alten, ausgeleierten Liebelingswandersocken zu finden ist. Solche Socken neigen zu Faltenbildung unterm Fuß.

    Unsichtbar, weil grau und dunkel, ist der Himmel bei unserem Aufbruch. Unsichtbar, grau und dunkel ist der Himmel als wir auf die Bundestrasse 75 treffen. Unsichtbar, grau und dunkel ist der Himmel über Wümme, wo wir nach Norden abbiegen wollen, um zum Radfernweg zu kommen. „Everstorfermoor 2 km“ zeigt der Wegweiser an. Harrys Karte kennt kein Everstorfermoor, aber die Straße sollte passen. Meine Frau ist nicht scharf auf Experimente. Die Blasen an den Füßen und der unsichtbare, graue und dunkle Himmel reichen ihr. Mir auch. Wir bleiben bis Tostedt an der B 75 und werden dort nach Hollenstedt abbiegen. Über den Weg machen wir uns keine Gedanken mehr. Eins haben wir in den anderthalb Tagen gelernt: ist eine Straße verkehrsreich, gibt es eine Radweg daneben. Wo es den nicht gibt, fährt auch kein Auto.

    Unter unsichtbarem, grauen und dunklem Himmel ziehen wir müde nach Tostedt, biegen ab, hinauf nach Norden, ziehen gedankenlos und fast stumm weiter. Das Wetter ist deprimierend. Aus konturlosem Himmel fallen dünne Schneeflocken. Zu wenig, für eine weiße Winterlandschaft. Am Mittag sieht's am Nachmittag, um 15 Uhr wie in der Abenddämmerung. Hoch nach Dohren, ein, zwei Kurven durch den Ort, rauf nach Dohren-Gehege. Weihnachtsbaumplantagen beidseits der Straße. Tausende Weihnachtsbäume, sonst nichts. Dohren-Gehege ist das Zentrum niedersächsischer Weihnachtsbaumzucht.

    Jetzt die unendliche, im grauen Zweilicht nicht schöner werdende Gerade hinunter nach Hollenstedt. Wir gehen tatsächlich eine Anhöhe hinunter. In Hollenstedt sind wir am gleichnamigen Hotel vorbeigegangen. Da war gegenseitiger Zwang nötig. Wir sind dann noch ein Stück dem Radfernweg gefolgt - endlich! In Appel sind wir schon wieder runter vom Weg. Da war es dann schon ganz dunkel. Wir wollten nach Eversen-Heide, ins dortige Hotel. Erneut 4 Sterne, diesmal nicht vorgebucht. Untergekommen sind wir dann bei einer viel preiswerteren privaten Zimmervermietung, dafür ohne Frühstück.

    v.o.n.u.

    Baggersee bei Stemmen
    Bei Tostedt
    Im Morgengrauen bei Wümme


    Von Stemmen bis Tostedt entlang der B75 (Radwege). Weiter nach Norden über Dohren, Dohren-Gehege, Siedlung Ochtmannsbruch bis Hollenstedt. Ebenfalls über Radwege. Von Hollenstedt bis Appel auf dem Radfernweg Bremen-Hamburg. Die letzten paar Kilometer bis Eversen-Heide auf Autostraßen.

    Entfernung: ca. 26 km


    Dienstag: 15.Dezember 2009: Der Fluch des Hasselbrack

    Der Tag fängt gut an. Gestern Abend hat Harry angerufen, sagt mir mein Telefon beim Aufstehen. Ganz sicher bin nicht, aber die 3 letzten Ziffern scheinen zu stimmen. Was der wohl will? Das lässt sich mit einem Telefonat raus finden – auch um 20 Minuten nach 6 Uhr in der Früh. Nein, er hat nicht angerufen, meldet sich Harry mit verschlafender Stimme, und er wird jetzt weiterschlafen. So ist das nun mal. Früher war man weg, dann war man eben weg. Heute ruft die Schwägerin an und fragt nach, welche Mülleimer raus müssen. Deren 3 letzten Ziffern sind ähnlich wie die von Harry.

    Wir wollen heute in die Berge, in die Harbuger Berge. Die sind bis 155 m hoch. Doch so hoch wollen wir nicht. Wir müssen auf 116 Meter und 20 Zentimeter. So hoch ist der Hasselbrack, Hamburgs höchste Erhebung. Der Hasselbrack hat es in sich, den kennt niemand, nur ein oder zwei vermutlich uralte Mitarbeiter der beteiligten Vermessungsämter, und die wenigen Menschen, die den bestiegen haben. Der Hasselbrack ist kein genauer Punkt, kein Gipfel, kein Restaurant, keine Hütte, überhaupt nichts. Hasselbrack ist ein Flurname, sonst nichts. Aber es gibt einen Messpunkt auf Hamburgs höchstem Hügel, ein kleiner unscheinbarer Stein soll das sein. Da müssen meine Frau und ich hin.

    Und weil der Hasselbrack so sagenumwoben ist, dass sogar einheimische Expeditionen den nicht so oft auf Anhieb finden, sind wir bestens ausgestattet. Eine Radwegekarte, die kurz vorm Hasselbrack endet, ein Ausdruck vom openstreetmap-Projekt mit Wikipedia-Layer und ein winzig kleiner Ausschnitt der DGK 1:5.000 (Deutsche Grundkarte) des betreffenden Gebiets. Außerdem habe ich gestern in Tostedt eine „Offizielle Wanderkarte Zwischen Harz und Heide“ 1:50.000 gekauft. Topographisch steht nicht drauf. Das hat schon seine Gründe, denn Höhenlinien, eine anständige Schummerung, oder ein en Haufen gar nicht mal so kleine Lichtungen hat der Verlag direkt weggelassen.

    Noch in der Dunkelheit ziehen wir los, was bei Radwegen überhaupt kein Problem ist. Als es hell wird treffen wir auf den Europäischen Fernwanderweg E1. Kaum hat man einen Wanderweg unter den Füßen wird es steil, bemerken wir. Unser Plan ist, bis zur Waldsiedlung Tempelberg zu gehen. Von dort geht ein in den Karten verzeichneter Wanderweg beinahe schnurgerade und immer an den Landesgrenzen entlang nach Südosten. Sobald der Weg in Schlenker über geht, wollen wir 400 Meter nach Osten gehen, wieder bis zur nächsten Landesgrenze (Tempelberg und Hasselbrack sind wie ein kleiner Wurmfortsatz Hamburgs, der nach Niedersachen hinein zeigt, Größe: ca. 400 mal 1.500 m). Dann wollen wir so lange die wenigen Wege dort oben entlang laufen bis wir den Vermessungsstein gefunden haben. Zudem hoffen wir auf Spaziergänger, die uns den Weg weisen können. Soweit die Theorie.

    Wir haben beinahe eine ganze Stunde gesucht. Haben mit Anwohnern, Spaziergängern und einem Waldarbeiter geredet. Alles vergebens. Vom Hasselbrack hat noch keiner etwas gehört, von höchsten Punkt Hamburgs ebenfalls nicht. Ein Pärchen wollte uns auf den nächsten Berg schicken, der sei doch viel höher. Leider gehört der zu Niedersachen Die beiden haben nicht verstanden, dass die Berge Hamburgs niedriger sind und doch die höchsten des Landes. Lehrpfade, Reitwege, eine vergammelte Siedlung mitten im Wald, eine schöne Lichtung, Hügelgräber und einen tatsächlich schönen Wald haben wir gesehen, aber den verfluchten Vermessungsstein haben wir nicht gefunden. Irgendwann haben wir es aufgeben. Wir sind uns sicher, dass das WAI auf dem Hasselbrack war, wenn nicht, dann höchstens 200 m vom Stein weg.

    Es geht schon auf Mittag zu, als wir uns auf den Weg nach Harburg machen. Durch die niedersächsischen Fistelberge kommen wir nach Alvesen und haben sofort festen Boden unter den Füßen, auch im übertragenen Sinn. Nun stimmt die Karte wieder, denn hier fahren Autos und Fahrräder. In Ehestorf sehen wir den Radfernweg Bremen-Hamburg wieder, dem wir bis zum Stadtrand folgen werden. Weiter nicht.
    Schon gestern haben wir uns entschieden nicht bis in die Hamburger Innenstadt zu gehen. Wir werden in Hamburg-Harburg aufhören. Die Füße meiner Frau wollen nicht mehr weiter, nach den Irrwanderungen auf dem Hasselbrack erst recht nicht mehr. Die 10 Kilometer bis zur Innenstadt, sagen wir uns, können die Hamburger selbst machen. Fahrrad untern Hintern klemmen und einmal bei Sonnenschein durch den Südhafen.

    v.o.n.u.

    Morgens in den Harburger Bergen
    Harburger Berge bei der Siedlung Tempelberg
    Hier auch
    Bei Alvesen


    Radweg und Straßen von Eversen-Heide bis zum Europäischen Fernwanderweg E1 (Straße Elstorf-Bachheide – Tötensen). Durch die Harburger Berge über Waldwege bis zur Siedlung Tempelberg. Kreuz- und quer über den Hasselbrack. Über die Fistelberge zur Straße Alvesen – Sottorf (Am Rosengarten). Hoch nach Alvesen, rüber nach Ehestorf und runter nach Harburg auf kleinen Dorf- und Landsträßchen. Durch den Ehestorfer Weg, später Straße bis zum Bahnhof in Hamburg-Harburg.

    Entfernung: ca. 20 km


    * Warum die genaue Streckenangabe? Die braucht hotdog für die Google-Karte.
    Geändert von Werner Hohn (23.12.2009 um 22:26 Uhr)

  18. AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #58
    Zitat Zitat von Torres Beitrag anzeigen
    WAI WAI WAI
    der Schaaaatz ist in der Freien und Hansestadt Hamburg wohlbehalten angelandet. Beweisfotos gibt es nicht , aber Augenzeugen

    Torres
    Juhuu, dann werd ich mich Fr mal bei dir melden zwecks HH-Rundtour per Rad und per pedes.
    So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
    A. v. Humboldt.

  19. Moderator
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    Avatar von Pfad-Finder
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #59
    @Werner: Den Überschriften über den Tageskapiteln entnehme ich, dass sich Dir der Zauber der niedersächsischen Tiefebene bisher nicht erschlossen hat...

    Pfad-Finder
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    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    #60
    Toll. Ein Reisebericht wie man ihn von Werner kennt.

    Na, ob du Niedersachsen nochmal unter die Wanderschuhe nehmen wirst?

    Deine Km Angaben ab Sottrum müsste eigentlich stimmen, so wie wir die vor Ort schon gerechnet haben aber irgendwie sagt Tante Google Maps was anderes, was eigentlch nicht sein kann.
    Gruß Harry.
    Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen. (Johann Wolfgang von Goethe)

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