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  1. [UK] Schottland: Cairngorms; Dalwhinnie-Culra

    #1
    Mitreisende: Borderli
    Schottland im September 2009

    Cairngorm National Park und westwärts


    Bereits gegen Ende meiner Tour im Mai beschließe ich, im Herbst erneut mit Zelt, Rucksack und Wanderstiefeln nach Schottland aufzubrechen. Diesmal nicht nach monatelanger Vorbereitung, sondern recht kurzfristig, irgendwann zwischen Mitte September und Mitte Oktober für 10 Tage oder so. Die grobe Planung sieht die in Anjas Buch beschriebene Tour von Blair Atholl nach Aviemore vor. In dieser Gegend Schottlands war ich - außer auf der Durchreise - noch nicht.

    Ende August lege ich mich auf einen Zeitraum fest: 16.09. bis 28.09.2009. Anfang September beobachte ich dann den Optimisten - Wetterbericht von metcheck.com im Internet. Die 14-Tage-Vorhersage (eigentlich ein Witz für Schottland ) ändert sich mindestens zweimal täglich. Das einzig Beständige daran ist, dass das Wetter unbeständig ist.

    Dann - ein Hochdruckgebiet macht sich breit. Die Vorhersagen für Optimisten (metcheck), für Pessimisten (accuweather), für Offizielle (metgov) und für Realisten (mwis) sind sich einig: Ein stabiles Hoch über Schottland ist im Anmarsch und soll für mindestens eine Woche gutes Wetter sorgen. Ja, darauf habe ich gewartet!!!

    Am Montag, dem 07.09. beobachte ich nachmittags fasziniert die Vorhersagen, mache im Geiste schon mal die Packliste und die Routenplanung, und bringe meinem GG abends schonend bei, dass ich am Mittwoch losziehen werden. Kein Problem. Dienstag früh geht mein erster Weg zum Chef, den Urlaubsantrag ändern. Wider Erwarten, kein Problem von dieser Seite. Mittags buche ich dann bei der viel gescholtenen irischen Billigfluglinie die Flüge, packe den Rucksack, und quartiere die Hunde bei meinen Eltern ein.

    Am Mittwoch früh um 5.00 Uhr schalte ich noch mal schnell den PC ein und erwarte einen Rückzieher bei der Wettervorhersage, so was wie „rain, rain, rain“ oder „strong winds“. Aber nein, das Hoch ist wohl Fakt.

    Schnell noch die E-Mails abrufen. Nic fragt, ob ich den Wetterbericht gesehen habe und schon ans Packen denke. Ich antworte, dass ich nicht ans Packen denke, sondern schon gepackt habe und gleich losfahren werde. Dann werfe ich Rucksack und Wanderstiefel ins Auto, und schon fängt der Urlaub an.


    Mittwoch, 09.09.2009 - Reisetag -

    Die Fahrt nach Hahn verläuft problemlos. Ich fahre zeitig los, um sowohl dem Berufsverkehr durch Darmstadt als auch rund um Mainz zu entgehen. Lieber Zeit an diesem großen und aufregenden Flughafen verbringen als im Stau zu stehen, sage ich mir.

    Den Online-Check-In habe ich schon daheim erledigt. Viel schneller als sonst geht die Abfertigung aber auch nicht. Ganz stolz gebe ich den nur 13,5kg leichten Rucksack ab. Da ich mich diesmal auf die (für mich) nötigsten Gegenstände beschränkt habe, sind in diesen 13,5kg nicht nur die Campingausrüstung (Zelt, Matte, Schlaftüte, Kocher usw.), sondern auch Futter für acht Tage enthalten. Von einem 60+15l-Rucksack runter auf den kleinen 40+10l-Rucksack - geht doch!

    Der Flug startet pünktlich und landet früher als geplant in Edinburgh. Ich sammle meinen Rucksack ein und fahre mit dem Bus in die Innenstadt. Auf dem Weg von der Waverley Bridge zum Nevisport wird mir die Menschenmenge schon wieder zuviel. Ich kaufe schnell die Gaskartusche und gehe dann direkt zum Busbahnhof. Der Bus nach Aviemore fährt zwar erst in zwei Stunden, aber ich kann mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, diese Zeit in der hektischen Menge zu verbringen. Lieber suche ich mir einen ruhigen Platz im Busbahnhof.

    Ich suche gerade den Platz, von dem der Bus später abfahren wird, da ruft jemand von hinten „Marion?“ - da ist doch tatsächlich Nic, auf dem Weg zu einem Termin in der City. Viel Zeit zum Schwätzen haben wir leider nicht, also tauschen wir nur schnell unsere Reisepläne für die nächsten Tage aus, beglückwünschen uns zum guten Wetter, und dann heißt es auch schon wieder „tschüß“.

    Der Bus hat Verspätung, steckt im Stau fest. Nur gut, dass ich ein Bett im Hostel gebucht habe! Nach einer endlos langen Fahrt steige ich in Aviemore aus, laufe die paar Meter zum SYHA-Hostel, und checke ein.


    Donnerstag, 10.09.2009 - Lairig Ghru -

    Gleich am ersten Tag steht der Lairig Ghru auf dem Programm. Aufgrund des guten Wetters habe ich beschlossen, auf die ursprünglich geplante, sachte beginnende Tour zu verzichten und mich lieber gleich in medias res zu begeben.

    Erst laufe ich entlang der Straße nach Coylumbridge, dann biege ich bei der Campsite in den Wald ein. Breite, bequeme und gut ausgeschilderte Waldwege laden zum Tagträumen ein. Keine gute Idee, wie ich bald feststellen sollte.



    Der nette Weg endet an einer breiten forest road. Wo kommt die denn plötzlich her? Auf meiner Route hat sie jedenfalls nichts verloren. Hmm, da ist ein großes Schild; „Lairig Ghru / Picadilly“ steht darauf, und der Pfeil zeigt in die Richtung, aus der ich komme. Ein Blick auf die Karte zeigt mir dann auch, wo ich mich gerade befinde. Bin ich doch an dieser Kreuzung namens Picadilly geradeaus gelaufen, obwohl mein Weg nach rechts geht. Waahh, wie dämlich kann man denn sein??? Also zurück, und siehe da, da steht ein riesiges Schild „Lairig Ghru“. Wenn der Rucksack nicht wäre, würde ich mir jetzt gerne selbst in den Hintern treten!

    Langsam wird der Weg interessanter. Schluss mit den gepflegten, kinderwagengeeigneten Wegen. Der Pfad steigt an und bald habe ich den Wald hinter mir gelassen.



    Die Landschaft ist beeindruckend. Aber dann: das erste boulderfield. Große Steine, in loser Schüttung, liegen da mitten in der Gegend rum. Nicht etwa fest und sicher, nein, es ist eine ziemlich wacklige Angelegenheit. Ein falscher Schritt, ein Stein der kippt, und der Urlaub ist rum. Bei den beiden ersten boulderfields zeigen cairns den ungefähren Verlauf des Weges an. Trotzdem will jeder Schritt gut überlegt sein. Zeitraubend! Und nervend. Kann da nicht mal jemand Ordnung machen? Das geht doch nicht, dass all diese Steine so in der Gegend rumliegen! Tststsss…



    Das Wetter hält sich an die Vorhersage. Es ist trocken, bewölkt, und ab und an lässt sich die Sonne blicken. Gerade als ich glaube, dass das übelste Stück des Weges geschafft ist, kommt ein neues boulderfield. Dann die Pools of Dee, und der letzte dieser Knöchelbrecher.



    Was ist schlimmer als ein boulderfield? Richtig, ein boulderfield mit midges. Da ich nicht recht vorankomme, sondern mich von Stein zu Stein vortasten muss, haben die Biester „free refill“ auf meinen Händen und im Gesicht. Aber dann - geschafft. Ein richtiger Weg, ich kann wieder laufen, die midges sind weg, und ich genieße die Aussicht auf die Berge.



    Es dauert nicht lange, und ich sehe die Corrour Bothy. Ich beschließe, nicht in der bothy zu übernachten, sondern mein Zelt am Fluss aufzubauen, vorzugsweise außer Sichtweite der bothy-Bewohner. Und da ist er auch schon, der perfekte Platz für heute Nacht: eine ebene Grasfläche am Ufer, die aussieht, als würden dort häufig Zelte stehen.

    Ich stolpere die Böschung runter, werfe den Rucksack ins Gras, schnalle das Zeltpaket ab - und da ist auch schon das Begrüßungskomitee. So etwa eine Million midges sind erfreut über mein Erscheinen. Ob sie „Hallo Marion, schön dich zu sehen“ oder „Dinnertime, Freunde“ rufen, weiß ich nicht. Innerhalb von Sekunden sind Shirt und Hose schwarz. Schnell werfe ich das Zelt hin und hole das Mückennetz aus dem Deckelfach des Rucksacks. Dann noch mit SkitoStop einsprühen - nicht dass das diese Winzlinge irgendwie beeindruckt. So schnell habe ich noch nie das Zelt aufgebaut (so schlecht aber auch noch nicht). Sobald es steht, schiebe ich den Rucksack rein, wische so viele midges wie möglich von mir ab, und krieche hinterher. Außenzelt zu, Innenzelt zu, durchatmen!

    An Auspacken und häuslich einrichten ist vorerst nicht zu denken. Ich krame Sitzkissen, Kocher und Tütenfutter aus dem Rucksack und koche so gut es unter den beengten Verhältnissen geht eine Tasse Wasser. Kocher in der Apsis, ich im Innenzelt. Reißverschluss ein Stück aufmachen, Gas anzünden, Reißverschluss wieder zu. Der Jetboil bringt das bisschen Wasser ratzfatz zum Kochen. Reißverschluss auf, Gas abdrehen, Wasser in die Tüte, und alles wieder rein ins Innenzelt. Trotz der Attacke schmeckt die Tütenmahlzeit.

    Als ich mich etwas beruhigt habe, stelle ich fest, dass die Situation nicht einer gewissen Komik entbehrt. Ein Grinsen macht sich auf meinem Gesicht breit.

    Später, als sich die midges verzogen haben, spanne ich erst mal das Zelt ordentlich ab. Trotzdem sieht es irgendwie dilettantisch aus. Schäm! Matte aufpusten (das hätte ich unter midge-attack nicht machen wollen!), Schlafsack auspacken, alles für morgen früh richten.

    Dann: Bestandsaufnahme aller Blessuren. So etwa 20 midgebites. Eine wunde Stelle am Hintern (waahh…. bitte nicht lachen, das tut weh!! ), eine riesige Blase an der Fußsohle unter der Ferse (da muss wohl die Socke Falten geschlagen haben, Mist), und der Zeh, an dem sich vor ein paar Wochen der Zehennagel verabschiedet hat, autscht ganz ordentlich und ist richtig gut gerötet. Soviel zum Thema „Morgen besteige ich den Devil’s Point“. Blase an der Ferse ist genial beim Aufstieg; kaputter Zeh ist noch besser beim Abstieg; und ein wunder Hintern ist sowieso ideal beim Laufen. Umpf. Nee, meine Idee von einem erholsamen Urlaub sieht dann doch anders aus.

    Was tun? Auf eine Wunderheilung hoffen? Ich beschließe, gemütlich nur die paar Kilometer bis zur Derry Lodge zu laufen, mein Zelt aufzubauen, und den ganzen Nachmittag zu „chillen“. Da haben die Wehwehchen Zeit, sich zu erholen. Und falls die midges gar zu schlimm sein sollten, gibt es dort auch eine bothy.


    Freitag, 11.09.2009 - Spaziergang im Sonnenschein -

    Ich schlafe durch bis um 7.00 Uhr. Draußen ist es lausig kalt; das Zelt ist in Bodenhöhe leicht angefrostet, der Rest ist klatschnass vom Tau. Klarer Himmel, Sonnenaufgang, keine midges, ein heißer Kaffee - was will man mehr?

    Wenn die Sonne rauskommt, wird das Zelt schnell trocken, denke ich mir. Wenn die Sonne rauskommt und es so windstill bleibt, werden die midges bald kommen, denke ich anschließend. Damit wäre das geklärt: Aufbruch so bald wie möglich! Aber erst mal eine Katzenwäsche mit kaltem Wasser aus dem Fluss, dann lecker Porridge und noch eine Tasse Kaffee. Anschließend Behandlung der Blessuren mit Bepanthen-Salbe, Compeed-Pflaster, und einem dieser genialen toe-cap-cushions von boots. Gut dass ich die mitgebracht habe; dämlich, dass ich nicht schon gestern dran gedacht habe. Der Rucksack ist schnell gepackt, aber das Einpacken des eiskalten, nassen Zeltes dauert etwas länger. Ist hier Winter, oder was?? Das ist so kalt!!

    So, fertig. Rucksack aufsetzen, Stöcke einstellen, und dann bin ich wieder unterwegs. Hände und Füße sind eiskalt, und obwohl ich zwei Shirts und die Primaloft-Jacke anhabe, friere ich. Was hilft gegen Frieren? Richtig, Bewegung. Auf dem gut ausgebauten Pfad komme ich schnell voran und bald wird mir warm. Als die Sonne höher steigt, ziehe ich erst die Jacke und wenig später das langärmlige Shirt aus. Was für ein schöner Morgen!!





    Der Weg führt mich direkt zur Furt über den Luibeg. Aber der Wasserstand ist zu hoch, um über die stepping stones zu gehen. Ich gehe ein Stück zurück und finde den Pfad, der zur Brücke führt. Hier wartet ein weiterer guter Bekannter auf mich: Matsch. Auch auf der andren Seite des Flusses übe ich mich im boghole-jumping, bis ich wieder auf dem befestigten Weg bin. Der wird immer besser, je näher ich der Derry Lodge komme.



    An der Lodge stehen etwa 20 Zelte. Wochenende, gutes Wetter - da bin ich nicht die Einzige, die hier herumläuft. Allerdings habe ich keine Lust auf Gesellschaft.

    Ich gehe wieder zum Fluss zurück, ziehe Stiefel und Socken aus, gehe bei der Landrover-Furt durch das Wasser rüber zum Luibeg Cottage, und mache es mir am Flussufer gemütlich. Ein leichter Wind hält die midges ab, die Sonne scheint - das Leben ist schön!

    Später gehe ich zum Cottage; vielleicht sind ja die Bewohner da. Fehlanzeige, keiner daheim. Ich nutze die günstigen Bedingungen um mein Zelt am Flussufer aufzubauen. In kurzer Zeit ist es trocken, und dann packe ich den Schlafsack zum Lüften drauf.



    In T-Shirt, hochgekrempelter Hose, und barfuss sitze ich am Flussufer in der Sonne, trinke Tee, lese oder döse vor mich hin. Plötzlich, so gegen 16.00 Uhr, ziehen Wolken auf. Der Wind hört auf. Sie kommen!!! Schnell packe ich meine Sachen zusammen und gehe ins Zelt. Und da sind sie auch schon. Eine dichte Wolke aus midges belagert mein Zuhause. Es sind sogar noch mehr als gestern. Das Außenzelt ist schwarz. Gut, dass ich drinnen bin!

    Aber dann verlangt der Tee sein Recht. Irgendwann kann ich es mir nicht mehr durch die Rippen schwitzen; ich muss mal für kleine Wanderer. Das gehört eindeutig zu den Erlebnissen, die ich kein zweites Mal brauche, ehrlich!

    Gegen Abend sind die Biester dann weg, und ich kann mich um mein Abendessen kümmern ohne dabei selbst zum Abendessen zu werden.


    ----Fortsetzung folgt----
    Geändert von Borderli (30.10.2011 um 18:36 Uhr)

  2. AW: (UK) Schottland: Cairngorms; Dalwhinnie-Loch Ossian

    #2
    Teil 2:

    Samstag, 12.09.2009 - Ab in die Berge! -

    Eine sternklare, kalte Nacht. Das Zelt ist wieder mal klatschnass. Ich bin startklar, bevor die midges nach Frühstück verlangen.

    Besonderes Highlight an diesem Morgen: Waten durch den Fluss. Hilfe, ist das kalt!! Aber auf dem Weg zur Derry Lodge wird mir wieder warm. Der Weg geht zuerst durch den schönen Kiefernwald. Vor der Brücke (nicht die bei der Lodge, sondern die nächste) ist übrigens ein guter Platz zum Zelten. Der Weg ist gut ausgebaut, ohne bogholes oder sonstige Überraschungen.



    Die Überquerung eines Baches ist aufgrund des hohen Wasserstandes nicht ganz ohne. Viel Wasser, starke Strömung - da kommen Erinnerungen an eine ähnliche Situation im Glen Sligachan auf. Diesmal versenke ich jedoch weder mein Handy noch mich, sondern komme trocken rüber. Ein Stück weiter kommt eine schmale Holzbrücke ohne Geländer, die ziemlich hoch aufgebaut ist und für so kurz geratene Leute wie mich nicht mal einfach so mit einem Schritt betreten werden kann.

    In der Ferne sehe ich einen Pfad, der sich einen steilen Hang hinaufwindet. Nur gut, dass ich dort nicht hingehe … Aber Moment mal - ich ziehe die Karte zu Rate. Mist, dort muss ich hin, das ist der Weg zum Loch Etchachan. Auf der Karte sind da so gaaanz viele Höhenlinien auf einem gaaanz kurzen Stück Weg. Na dann - auf geht’s.



    Der Wind wird immer stärker, aber die Sonne scheint. Ich plane eine ausgiebige Mittagspause in der Hutchison Memorial Hut (eine ganz winzig kleine bothy), unmittelbar vor dem steilen Anstieg. Da überholen mich mit lautem Poltern, Reden und Lachen etwa 12 Jugendliche. Und wo machen die ihre Pause? Klar, in der bothy. Grummel. Gut, dann suche ich mir halt einen schönen Stein, setze mich drauf, und mache so meine Pause.



    Der Aufstieg zieht sich. Durch den starken Gegenwind wird er auch nicht angenehmer. Aber dann: geschafft! Der Ausblick ist fantastisch, die Mühe hat sich gelohnt!

    Ein Stück weiter, Loch Etchachan. Zwei kleine, tiefblaue Seen zwischen Ben Macdui und Beinn Mheadoinn. Durch den starken Wind haben die Seen sogar Wellengang.

    Ich überquere auf stepping stones den Abfluss des Lochs, und suche vergeblich nach einem windgeschützten Fleckchen. Es ist kalt, und beim Anziehen der Jacke wird mir diese beinahe aus den Händen gerissen. Dort oben gibt es genial gute Plätze zum Zelten - vorausgesetzt, es stürmt nicht! Ich laufe ein wenig herum fotografiere, dann setze ich mich hin und genieße diese wunderbare Landschaft.





    (Ich habe die Panoramen nochmal als Datei angehängt, sonst werden sie nur so winzig klein angezeigt...)

    Später gehe ich weiter Richtung Loch A’an (oder auch Loch Avon). Ein s..steiler Abstieg. Hilfe! Er ist nicht nur steil, sondern hat auch noch eine Oberfläche aus kleinen runden Steinen vom Modell „Zwei-Schritte-vor-einen-Schritt-zurück“; beim Abstieg natürlich besonders lästig. Vorsichtig, Schritt für Schritt, gehe ich bergab. Mit Wackelpudding in den Knien komme ich unten an. Geschafft!

    An diesem Ende des Loch A’an herrscht ein wildes Durcheinander von großen Felsblöcken und kleinen Bächen. Weiter hinten donnert ein beeindruckender Wasserfall ins Tal. Ich studiere den Verlauf des morgigen Weges, und merke mir dabei vor allem die Abzweigungen, die ich nehmen muss. Dann gehe ich weiter bis zu einem kleinen weißen Sandstrand und beschließe, dort zu bleiben. „Zeltförmig“ angeordnete Steine deuten darauf hin, dass andere vor mir schon denselben Gedanken hatten.

    Ich baue mein Zelt auf und beschwere die Leinen mit Steinen. Dann wieder das übliche Nachmittagsritual: Schuhe und Socken aus, Kaffee kochen, sonniges Plätzchen suchen, abhängen … Im Laufe des Nachmittags kommen noch einige Wanderer vorbei, aber keiner bleibt. Gut so. Heute Abend habe ich den Platz ganz für mich alleine.

    Es ist einfach nur traumhaft schön. Der lange, schmale, tiefblaue See, flankiert von hohen, steil ansteigenden Bergen, im Hintergrund der große Wasserfall. Ich kann kaum glauben, dass ich wirklich hier bin. Als es am Abend zu kalt wird, krieche ich ins Zelt und kuschele mich in die Schlaftüte.









    Sonntag, 13.09.2009 - Das Tal des Schlamms -

    Um 7.00 Uhr werde ich wach. Ich öffne das Zelt und bin fassungslos. Wo ist der See? Wo sind die Berge? Vor ein paar Stunden waren sie doch noch da?

    Drizzle. Dichter, kalter drizzle. Dazu ein leichter Wind. In der Hoffnung, dass sich das Wetter noch bessert, verkrieche ich mich wieder in den warmen Schlafsack.

    8.30 Uhr, zweiter Versuch. Immer noch alles grau in grau. Sieht auch nicht so aus, als würde sich daran so schnell was ändern. Frühstücken, packen, nasses Zelt einpacken, und dann losgehen. Irgendwie fehlt mir heute der nötige Schwung …


    Gut, dass ich mir gestern Abend den Verlauf des Pfades oberhalb des Loch A’an eingeprägt habe. Heute ist er nämlich überhaupt nicht zu erkennen.

    Überhaupt: Diese Strecke als „Pfad“ zu bezeichnen ist eine Beleidigung für alle guten Pfade. Zwischen Felsbrocken, Bächen und Schlammlöchern tauchen ab und zu mal ein paar Meter Pfad auf, so quasi als Hinweis darauf, dass ich hier immer noch richtig bin. Es ist ganz schön anstrengend, mit dem Rucksack über die Felsen zu krabbeln oder in etwas exponierter Lage daran vorbei zu gehen. Ich erwische den richtigen Abzweig: nicht den Pfad zum Cairngorm-Gipfel, und auch nicht den zum anderen Ende des Lochs, sondern den, der zu „The Saddle“ führt. Durch das ständige Um-den-Felsbrocken-Herumgehen-und-dabei-nicht-ins-Wasser-Fallen bekomme ich gar nicht mit, dass ich schon fast auf der Passhöhe bin.

    Die Aussicht ist grandios, zumindest auf fünf Meter.





    Vom Loch ist nichts zu sehen. Schade! Irgendwie ist es gespenstisch hier oben. Aus dem dichten Nebel ragen riesige Felsbrocken auf, und auf beiden Seiten kann ich die Berge erahnen. Der Weg ist meistens gut erkennbar; außerdem ist die Richtung ohnehin klar.

    Auf der Passhöhe und im oberen Teil des Strath Nethy befindet sich zwischen den Felsen und den bogholes immer wieder ein Stück befestigter Weg. Weiter unten, als das Tal breiter wird, gibt es keine Felsen mehr und auch keinen befestigten Weg. Die Strecke ist ein einziges boghole.



    Viel, viel später sehe ich zwei schemenhafte Gestalten von rechts kommen. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass die beiden auf dem Weg von Bynack More nach Glenmore sind. Kurz darauf hört der Sumpf auf, und ich stehe auf einem breiten, befestigten Weg!

    Endlich wieder festen Boden unter den Füßen! Ich würde am liebsten auf die Knie fallen und den Boden küssen, so Papst-like. Am nächsten Bach säubere ich Gamaschen und Stiefel vom gröbsten Dreck und bin dann gefühlte drei Kilo leichter.



    Auf dem Weg zur Glenmore Campsite gesellen sich drei Jungs aus DE zu mir. Sie sind den Speyside Way gelaufen, und vertreiben sich jetzt in den Cairngorms die Tage bis zum Heimreise. Sie hatten anscheinend gestern eine etwas seltsame Kletterpartie am Wasserfall - wie auch immer sie dorthin gekommen sind, wissen sie nicht so recht. Hmm. Soviel zur Vorbereitung. Keine Gamaschen, keine Stöcke zum boghole-Testen; fragt nicht, wie die drei aussahen. Einer steckte bis zum Oberschenkel im Sumpf, und das mit ca. 25kg auf dem Rücken.

    Auf der Campsite frage ich als erstes nach einem Platz zum Zelten, dann nach den Duschen und den laundry facilities. Zelt aufbauen, dann erst mal eine lange, heiße Dusche nehmen. Endlich wieder Haare waschen! Ich ziehe die am wenigsten müffelnden Klamotten an und packe den Rest in die Waschmaschine. Anschließend kommt alles in den Trockner, auch die nicht trocknergeeigneten Sachen. Auf „delicates - low“ werden die Klamotten trocken und nehmen keinen Schaden.

    Draußen drizzelt es immer noch vor sich hin. Eine ältere Frau, die auch mit einem Terra Nova Laser Comp unterwegs ist, erzählt mir, dass der Weg durchs Strath Nethy vor 15 Jahren ein sehr guter Weg war. Inzwischen haben ihn zahllose Wanderstiefel und Mountainbikes zum Sumpf werden lassen.

    Der Tag klingt aus mit dem leichten Prasseln von Regen auf dem Zelt und mit einer ordentlichen Portion Blei in den Knochen. Boghole-Jumping ist anstrengend. Vermutlich werde ich zu alt für so was.

    ----Fortsetzung folgt----
    Angehängte Grafiken
    Geändert von Borderli (05.10.2009 um 19:56 Uhr)

  3. AW: (UK) Schottland: Cairngorms; Dalwhinnie-Loch Ossian

    #3
    Montag, 14.09.2009 und Dienstag, 15.09.2009 - Zwei Faulenzer-Tage -

    Es drizzelt immer noch. Zelt, Schuhe, Rucksack - alles ist nass. Ich bleibe noch eine Weile im warmen Schlafsack und plane den Tag. So gegen 11.00 breche ich auf, durch den Rothiemurchus Forest nach Aviemore. Inzwischen scheint die Sonne wieder, und das Gehen auf den kinderwagengeeigneten Waldwegen ist eine Wohltat nach dem Gestolper von gestern. Unterwegs entdecke ich den perfekten Platz für eine sonnige Mittagspause. Etwas Schatten von einem Baum, weiches kurzes Gras, ein Flussufer - eine der schönen Seiten am Wandern sind die Pausen.

    In Aviemore checke ich für zwei Nächte im SYHA Hostel ein. Einen kompletten Ruhetag gönne ich mir und meinen Füßen. Ich hänge das Zelt im drying room auf, stopfe die Stiefel mit Zeitung aus und stelle sie daneben, und gehe dann einkaufen.
    Abends plane ich die nächsten Tage.
    Der Tag ist so schön ereignislos, genau wie der nächste. Den überspringe ich jetzt einfach mal.



    Mittwoch, 16.09.09 - Westwärts -

    Um kurz nach 10.00 Uhr sitze ich im Zug nach Dalwhinnie. Ich laufe bei strahlendem Sonnenschein am Loch Ericht entlang. Dieser Wanderweg ist gefährlich: alle paar Minuten kommt ein Auto.

    Bei der Ben Alder Lodge biege ich ab und bin wieder auf einem ruhigen Weg. Der Weg steigt etwas an, raus aus dem Wald in offenes Gelände, und bald kommt Loch Pattack in Sicht. Am Seeufer grasen vier Ponies.

    Ich gehe nicht bis zum See, sondern biege vorher auf einen schmalen Pfad ab, der südlich vom Loch Pattack verläuft. Die Fernsicht ist großartig, und die Landschaft ist so wundervoll, wirklich traumhaft. Der Pfad ist gut befestigt und schlängelt sich durchs Moor.



    Bald kommt die Culra bothy in Sicht. Kurz vor der bothy geht der Weg über eine Brücke. Ich beschließe, bei diesem grandiosen Wetter nicht in der bothy zu übernachten, sondern mein Zelt am Fluss aufzubauen. Viel Sonne, etwas Wind, keine midges, dann der Fluss und die traumhaft schöne Landschaft - ich sitze mit einer Tasse Tee am Flussufer und denke nur „Das Leben ist schön“.











    Donnerstag, 17.09.2009 - Endspurt -

    Nachts so gegen 2.00 Uhr wache ich auf und gehe nach draußen. Eine klare, kalte Nacht; die Sterne scheinen zum Greifen nah zu sein. Einen so klaren Sternenhimmel sieht man daheim nicht. Ich stehe einfach nur da und bewundere die Sterne (nein, ich heule den Mond nicht an ). Als mir kalt wird, krieche ich wieder in die Schlaftüte.

    Um 6.00 Uhr werde ich wieder wach, schaue nach draußen, und sehe nur Nebel. Schemenhaft erkenne ich am anderen Flussufer die vier Ponies vom Loch Pattack. Nee, zum Aufstehen ist es noch zu früh.

    Zweiter Versuch um halb acht. Vereinzelt hängen noch Nebelschwaden im Tal, aber die Sonne kommt schon durch.





    Die Ponies machen sich auf den Weg zum Loch Pattack oder wohin auch immer; ich breche auf zum Bealach Dubh.





    Der Weg ist hervorragend ausgebaut, und bei jedem Bach gibt es stepping stones, die auch für Grobmotoriker einen trockenen Übergang ermöglichen. Der Weg zum Pass liegt anfangs noch im Schatten. Kühl ist es! Dann steigt die Sonne, und vom „schwarzen Pass“ ist nichts zu spüren. Ich kann mir vorstellen, dass es hier bei Nebel schön gespenstisch ist.



    Dann kommt ein kurzer, steiler Anstieg zur Passhöhe. Der Blick zurück ist toll, die Aussicht in die andere Richtung sogar noch besser. Loch Ossian und die Berge dahinter sind in der Ferne zu sehen.



    Jetzt gehe ich die ganze Zeit in der Sonne; daher tausche ich das langärmlige gegen das kurzärmlige Shirt. Ich folge dem Weg bergab, bis er wieder leicht ansteigt, und gehe dann weglos bergab Richtung Uisge Labhair (auf hessisch: Babbelwasser).

    Ich finde eine Stelle, an der nur die Schuhsohlen nass werden, als ich auf die andere Seite wechsele. Von dem Pfad, der auf der Karte eingezeichnet ist, ist nichts zu sehen. Lediglich ein paar Trampelspuren gehen am Ufer entlang. Was soll’s, verlaufen kann ich mich hier nicht (schließlich gibt es hier keine Wegweiser). Ich suche mir einen schönen Platz am Ufer und mache - was sonst - Pause. Die Sonne scheint, ein leichter Wind weht, und heute ist der letzte Wandertag. Ich genieße es.

    Der weitere Verlauf des Pfades ist jedoch etwas, sagen wir, unterhaltsam. Mal trocken am Fluss entlang, dann wieder durch Schlamm, oder zur Abwechslung über kleine Bäche. An schnelles Vorankommen ist nicht zu denken. Aber wer braucht das schon? Ich habe es nicht eilig. Es macht jedenfalls mehr Spaß als der gut ausgebaute Weg von heute früh.







    Ich lasse mir Zeit, mache zwischendurch eine kurze und an der Brücke vor der Corrour Lodge eine längere Pause. Schließlich will ich ja nicht zu früh am Loch Ossian Hostel sein. Am längsten zieht sich der Weg von der Lodge zum Hostel. So gegen 17.00 Uhr bin ich dort; Nick (der warden) zeigt mir die Besonderheiten des Hostels. Ich war vor drei Jahren schon mal dort und fühle mich sofort wieder wohl.

    Den ganzen Tag habe ich keinen Menschen gesehen.



    So, das war die Tour im September 2009. Viel gibt es nicht mehr zu berichten.

    Freitags nehme ich den Zug von Corrour nach Fort William und verbringe die restliche Zeit meines Urlaubs auf der Glen Nevis Campsite und beim Bummeln.

    Samstags findet in Fort William ein Triathlon statt - Schwimmen im Loch Linnhe, Radfahren im Glen Nevis, und Laufen auf den Gipfel des Ben Nevis und zurück. Auf meinem gemütlichen Rückweg von der Stadt zur Campsite kommen mir abgekämpfte, schlammbespritzte Sportler entgegen. Zusammen mit einem anderen Besucher der Campsite, der mir auf dem Weg ein Ohr ablabert, Joe, feuere ich die Jungs und Mädels an. Dieser Joe ist übrigens ein Original - falls ich mal nach Tiree kommen sollte, soll ich mich bei ihm melden (einfach im Hafen nach Joe fragen). Ähh, war jemand von euch schon mal auf Tiree?? Lohnt sich das??

    Am Sonntag sitze ich im Bus nach Edinburgh. Gegen 19.00 Uhr komme ich an. Da das SYHA Hostel ausgebucht ist, muss ich auf ein independent hostel ausweichen. Von daheim habe ich ein Bett im Highstreet-Hostel vorgebucht. Nie wieder!! Es ist ein Hostel, in dem u.a. die „MacBackpackers“ absteigen; die Gäste sind also durchschnittlich so alt - äh, jung - wie meine Tochter; der Geräuschpegel ist für meine "menschen-entwöhnten" Ohren zu hoch. Eine Grundreinigung ist auch mal nötig, und Küche sowie sanitäre Anlagen sollte man abreißen und neu bauen. Mich schaudert’s jetzt noch. Aber ich habe trotzdem gut geschlafen, und die Leute waren auch ganz nett. Abends unterhielt ich mich mit einem Jungen aus Seattle, der eine dreimonatige Europatour zum 21. Geburtstag bekommen hat. Manche Dinge ändern sich nie - Leute wie er sind mir schon bei meiner ersten Schottlandreise vor 24 Jahren begegnet. Allerdings war ich damals im selben Alter. Und heute? Irgendwie fühle ich mich alt…


    So, und wie geht es jetzt weiter mit meinem Zelt, meinem Rucksack, und mir? Momentan ist eine kurze Tour im Mai 2010 in der Planung, obwohl ich da wegen Töchterleins Abitur, dem fünfzigstem Geburtstag meines GG, und der Konfirmation meines Patenkindes etwas im Stress bin. Im September dann eine „organisierte“ Tour mit meinen Eltern, mit Gepäcktransport und b&b; anschließend dann eine Woche Ferienhaus mit Eltern, GG und den Hunden. Aber das ist alles noch so lange hin.

    Ich muss jetzt erst einmal diese Reise verarbeiten.
    Geändert von Borderli (05.10.2009 um 19:57 Uhr)

  4. Dauerbesucher
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    AW: (UK) Schottland: Cairngorms; Dalwhinnie-Culra

    #4
    Auch hier: Toller Bericht und noch viel tollere Fotos!!

    Ich beneide dich immer mehr um das traumhafte Wetter, das du hattest... das war vor nur 3 Wochen, inzwischen ist es schon fast winterlich. So sah es gestern am Loch Avon aus (ich hab Mittagspause an "deinem" Beach gemacht und es war s**kalt):




  5. Liebt das Forum
    Avatar von Prachttaucher
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    AW: (UK) Schottland: Cairngorms; Dalwhinnie-Culra

    #5
    Stimmungsvoller Bericht, sehr schöne Bilder, die Du gut belichtet hast. Da kann man nur Welche Kamera hattest Du ? Hat man denn vor den Midges nie Ruhe ? Die Landschaft würde mich ja auch locken, aber...In Lappland wird´s ja je nachdem ab Mitte August weniger mit dem Viehzeug.

    Gruß Florian

  6. AW: (UK) Schottland: Cairngorms; Dalwhinnie-Loch Ossian

    #6
    @Nic: Ist das schöööön!! Schnee am Loch A'an!! Neid!!! Ich habe zwar im STV Wetterbericht gesehen, dass es in dieser Ecke Schottlands schneien soll, aber jetzt glaube ich es erst richtig!

    @Prachttaucher:
    1) Doch, ab und zu hat man vor den midges Ruhe. Bei strömendem Regen, bei strahlendem Sonnenschein, und bei Wind. Außerdem in der Zeit von Oktober bis Ende April/Anfang Mai, je nach Wetter. Juli und August haben midges-Garantie; Juni und September können u.U. gut sein, aber auch da gibt es Tage, an denen die Biester noch lästig werden. Jetzt findest du in den Cairngorms mit Sicherheit keine midges mehr (siehe nics Fotos); die sind jetzt alle erfroren. Nein, ich habe mit diesen Viechern kein Mitleid ...

    2) Ich war mit der Nikon D60 unterwegs und einem Weitwinkelobjektiv. Nach dem letzten Urlaub hatte ich mir vorgenommen, das Tele daheim zu lassen, habe es aber trotzdem wieder mitgeschleppt. Und genau einmal gebraucht... Beim nächsten Mal bleibt es daheim, bestimmt
    Geändert von Borderli (05.10.2009 um 19:58 Uhr)

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    AW: (UK) Schottland: Cairngorms; Dalwhinnie-Culra

    #7
    Kein Grund zum Neid... das mag zwar schoen aussehen, aber ich habe wegen des Schnees nicht den Weg gefunden, der schraeg am Hang entlang von Cairngorm zum Saddle hinunter fuehrt. Stattdessen bin ich weglos durch Heide und schneebedeckte Boulder Fields diesen ziemlich steilen Hang hinunter gerutscht/gestolpert (das Ganze mit Trekkingrucksack) - ankle-breaking material, sozusagen

    Nach einer kleinen Ewigkeit habe ich es heil hinunter zum Loch geschafft... um mal wieder frustriert aufzugeben, denn als Winter-Camping-Expedition war das eigentlich nicht gedacht. Und obwohl ich nach den Wetterberichten der letzten Tage mit etwas Schnee auf den hoechsten Gipfeln gerechnet hatte - eine geschlossene Schneedecke ab etwa 850 m hatte ich nicht erwartet!

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    #8
    Zitat Zitat von Borderli Beitrag anzeigen
    2) Ich war mit der Nikon D60 unterwegs und einem Weitwinkelobjektiv. Nach dem letzten Urlaub hatte ich mir vorgenommen, das Tele daheim zu lassen, habe es aber trotzdem wieder mitgeschleppt. Und genau einmal gebraucht... Beim nächsten Mal bleibt es daheim, bestimmt
    Bei mir war´s die D80 und das 16-85 VR. War zwar skeptisch ob´s ohne mehr Tele geht, aber eigentlich hätte ich das Tele auch selten genommen. Allerdings nur Weitwinkel fände ich auch wieder schwierig...Jedenfalls hast Du den Himmel sehr schön belichtet bekommen, die Himmelsfarben finde ich bei Überbelichtung z.T. echt häßlich.

  9. AW: (UK) Schottland: Cairngorms; Dalwhinnie-Loch Ossian

    #9
    @Prachttaucher: Bei mir ist es das 18-55mm VR. Ich hatte das 55-200 VR zwar mit in der Tasche, aber es war immer gut und wasserdicht verpackt. Und wenn ich dann irgendwo im Sumpf oder an einem rutschigen Hang stehe, habe ich wenig Ambitionen, das eine Objektiv aus- und das andere einzupacken und wieder zurück. Ein gutes, lichtstarkes, bezahlbares Zoom das Weitwinkel bis viel Tele abdeckt müsste man haben. Eine eierlegende Wollmilchsau sozusagen.

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    #10
    Hoffe ich zerrede Dir mit dem Thema nicht Deinen schönen Bericht... Plan B wäre das Tamron 18-270 mm VC gewesen. So schlecht finde ich es auch nicht, verzeichnet mehr im WW und hat z.T. CA´s. Wenn man aber fast nur WW-Bilder macht ist es schon besser in dem Bereich mehr Qualität zu haben. Für etwaige Tierbilder ist´s aber gut, da hat man meist keine Zeit noch das Tele aufzuschrauben.

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    #11
    @borderli

    für die Bilder gibt es
    und für den Bericht

    @alle
    p.s. was nützt die beste Kamera,wenn das Licht nicht
    mitspielt.....die besten Bilder sind im Kopf

    Gruß Peter
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    Wer sich auf Patagonien einlässt, muss mit Allem rechnen, auch mit dem Schönsten.

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    AW: (UK) Schottland: Cairngorms; Dalwhinnie-Culra

    #12
    Sehr schön! Zum größten Teil für mich "alte Bekannte", aber mal zu einer ganz anderen Jahreszeit. Nächste Woche geht bei mir auch noch mal hoch, diesmal aber mit einem Kumpel als "Altherrenpartie" und eher Bothy als Zelt.

    Pfad-Finder

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    #13
    Schöner Bericht, schöne Bilder! Irgendwie häufen sich die tollen Reiseberichte gerade und ich konnte dieses Jahr nix machen, grrml.

    Wie bist Du mit dem Laser Comp zufrieden? Schon mal Probleme mit dem wenig hochgezogenen Kaumbadewannenboden gehabt?

    Bei mir wirkt Skin-so-Soft gegen Midges übrigens, aber wer möchte dieses ölige, nach Zimt stinkende Zeug schon gerne großflächig am Körper haben?

  14. AW: (UK) Schottland: Cairngorms; Dalwhinnie-Culra

    #14
    Erst mal vielen Dank für die "Blumen".

    Mit dem Laser Comp bin ich bisher sehr zufrieden. Ich hatte noch keine Wassereinbrüche (auch nicht bei heftigem Regen im Mai), bei starkem Wind blieb es einwandfrei stehen, es ist ratzfatz aufgebaut (bei einer Midge-Attacke sogar noch schneller ), kleines Packmaß, kleines Gewicht - für meine Zwecke ist es allemal gut geeignet. Klar, so manchmal dachte ich schon, wäre schön, wenn es rundum ein paar Zentimeter größer wäre. Aber - wozu. Zum Schlafen reicht der Platz allemal, das ganze Kleinzeug wird rum um die Schlafmatte verteilt, und für Rucksack, Stöcke, Stiefel und solches Zeug ist in der Apsis mehr als genug Platz. Man kann sogar darin kochen...

    Skin-so-soft wirkt bei mir nicht. Ich hatte es vor zwei Jahren im Einsatz, als ich mit meinen Eltern den WHW gewandert bin. Die beiden Senioren waren midge-frei, und die Blutsauger waren alle bei mir. Dazu lief mir dann das Zeug dauernd in die Augen, als ich ins Schwitzen kam. Aber die Haut war schön gepflegt
    Überhaupt gehöre ich zu den Leuten, die midges magisch anziehen. Vielleicht sollte ich daraus mal eine Geschäftsidee entwickeln

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    AW: (UK) Schottland: Cairngorms; Dalwhinnie-Culra

    #15
    Zitat Zitat von Pfad-Finder Beitrag anzeigen
    Nächste Woche geht bei mir auch noch mal hoch, diesmal aber mit einem Kumpel als "Altherrenpartie" und eher Bothy als Zelt.
    Zelt habt ihr aber trotzdem dabei, oder? Darauf, dass immer Platz ist in den Bothies, wuerde ich mich nicht verlassen... in welche Gegend soll es denn diesmal gehen?

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    Avatar von Nic
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    #16
    Zitat Zitat von Borderli Beitrag anzeigen
    Überhaupt gehöre ich zu den Leuten, die midges magisch anziehen.
    Aber dafuer hast du wahrscheinlich kein Problem mit Zecken? Es gibt da so eine Theorie, dass Leute entweder fuer Midges ODER Zecken attraktiv sind - und fuer mich kann ich das bestaetigen: Midge-Bites ohne Ende, aber nie Zecken

  17. AW: (UK) Schottland: Cairngorms; Dalwhinnie-Culra

    #17
    Stimmt, mit Zecken hatte ich noch nie Probleme. Und das, obwohl ich jeden Tag stundenlang mit den Hunden in Feld, Wald und Wiesen unterwegs bin.
    Hah, jetzt kann ich auch die Midges-Plage positiv sehen. Danke!

  18. Fuchs
    Avatar von hrXXL
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    AW: (UK) Schottland: Cairngorms; Dalwhinnie-Culra

    #18
    mhm cairngorms.
    steht bei mir auf der liste ganz oben
    sehr schöne bilder

  19. Fuchs
    Avatar von dooley242
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    AW: (UK) Schottland: Cairngorms; Dalwhinnie-Culra

    #19
    Ein schöner Beitrag, der die Vorfreude auf eigene Taten nur vergrössert.
    Gruß

    Thomas

  20. Moderator
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    #20
    Zitat Zitat von Nic Beitrag anzeigen
    Zelt habt ihr aber trotzdem dabei, oder? Darauf, dass immer Platz ist in den Bothies, wuerde ich mich nicht verlassen... in welche Gegend soll es denn diesmal gehen?
    Jau, Backup-Zelt ist dabei. Auch wegen Stalking Season und möglicherweise verschlossener Bothies. Die Idee ist die "Thieves' Road" Fort William-Corrour-Dalwhinnie-Kingussie/Aviemore oder ab Corrour Kinloch Laggan-Melgarve-Fort Augustus. Aber wir lassen es aufs Wetter ankommen. "Wir sind schließlich im Urlaub, nicht auf der Flucht!"

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