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  1. AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    #41
    Mitreisende: lina
    Zitat Zitat von lina Beitrag anzeigen
    Papierkarte: Hatte diesmal nur „den Krause“ dabei. Der Weg ist recht gut mit weißen Kreuzchen markiert, verläuft ab ungefähr der Hälfte der Strecke jedoch unerwarteter
    Du gehst jetzt nur mit dem "Krause", oder nur dort wo es keine Karten gibt? Welche Ausgabe ist das denn?

    Spätestens wenn du in den Westerwald kommst, ist Schluss mit Arthur Krause. Ab da ist die E1-Markierung sehr lückenhaft.
    Geändert von Werner Hohn (01.06.2010 um 23:24 Uhr)

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    AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    #42
    Ich habe die 8. überarbeitete Auflage 2008.

    Normalerweise zeichne ich mir den Weg aber in einer Wanderkarte mit besserem Maßstab ein. Manchmal mit Vergleich mit den Mini-Karten-Ausschnitten der Webseite von Gut-zu-Fuß.

    Zum E1 gibt es, nach Recherche, nicht wirklich viel Material. Für's gps bietet OSM einige wenige Teilstücke an. Ich logge zwar immer mit, aber habe noch nicht die Zeit gefunden, herauszukriegen, wie ich die gps-Daten aufbereiten muss, um sie zu OSM schubsen zu können, momentan probiere ich noch diverse Programm-Kombis aus (bin aber noch im -Stadium ). Neulich haben wir in Harrys ADAC-Kartensammlung den E1 zwar eingezeichnet gefunden, aber auch hier ist der Maßstab zu groß.

    Diesmal war, wegen spontanem Entschluss, einfach keine Zeit, eine Karte zu organisieren. Finde ich zwar generell nicht weiter schlimm, der E1 ist ja nur eine Weg-Option, aber schön, wenn's trotzdem klappt

    Die Infotafeln, die bei den letzten 3 Etappen oft in der Gegend 'rumstanden, waren auch ein bisschen hilfreich, man kann sie fotografieren und bei Bedarf ranzoomen.

    Für den Westerwald habe ich wieder eine Karte, die ich mal ein einer Sonderangebotskiste gefunden habe. Danach ist wohl wieder Suchen angesagt ..

  3. AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    #43
    Zitat Zitat von lina Beitrag anzeigen
    Für den Westerwald habe ich wieder eine Karte, die ich mal ein einer Sonderangebotskiste gefunden habe. Danach ist wohl wieder Suchen angesagt ..
    Die Suche könnte kurz ausfallen. Von Brilon bis zum Bodensee habe ich alle Karten für den E1. Aber bis dahin ...

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    AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    #44
    Ohhhh, super! ... darf ich die bei Gelegenheit mal betrachten?

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    AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    #45
    E1 NDS, Etappe 17: Hameln/Forsthaus Finkenborn – Bösingfeld
    Anreise: z.B. per Bahn bis Hameln, dann wird es schwierig, denn zum Forsthaus kommt man nur zu Fuß oder mit Auto. Weiter im Hinterland fahren nur Schulbusse, d.h. Montag bis Freitag (aber nicht an Tagen der Zeugnisausgabe )
    Reisezeit: Ende Oktober 2010
    Streckenlänge: ca. 20 km
    Papierkarte: Topografische Karte „Naturpark Weserbergland, Schaumburg – Hameln“
    (ISBN 3-89435-621-9)
    Trekkingstöcke: bei Nässe empfehlenswert


    Mal wieder war es Zeit, zu schauen, ob der E1 noch da ist

    Also erst einmal zum Forsthaus Finkenborn, dann weiter durch den Wald schlendern, und kaum tritt man daraus hervor, landet man in einer anderen Jahreszeit





    Das eingezäunte Gelände des Schullandheims kann man links liegen lassen und darf statt dessen einem Trampelpfad folgen, der bald auf's freie Feld führt.

    Ginge man nach links, dann fände man, kurz vor Groß Berkel, auch eine Schutzhütte mit Spielplatz, welche an einer schmalen Anlieger-Straße liegt. Überraschenderweise gibt es hier zahlreiche Anlieger, zumindest samstags. Weiter in Richtung Dorf säumen Apfelbäume die Straße, deren Früchte augenscheinlich niemand sich die Mühe macht zu ernten.



    Dem E1-Wegweiser nach biegt der Weg jedoch zur anderen Seite ab und verläuft bald darauf talwärts.



    Man durchquert ein kleines Dorf mit einer noch sehr kleinen, aber schon mit einer Bank umbauten Dorf-Linde. Der Hund, vor dem per Schild gewarnt wird, tritt mit etwas Verspätung in großer zweifacher Ausführung auf: Ordnungsgemäß kläffen die beiden durch den Zaun. An der Kreuzung geht's links und ein Stück an der Straße entlang, dann darüber und schließlich schnurgerade weiter, immer rechts von einem mitten im Feld liegenden kleinen Wäldchen. Nach dem letzten verwitterten Zeichen an einem Strommasten muss man seiner Karte vertrauen bzw. improvisieren. Hier wurde die Wegführung wohl mal geändert, kein Pfad ist mehr zu sehen, also durch die Wiese



    und nach der Kurve taucht, inmitten eines Gebüschs, an einem netten Plätzchen mit Bank, doch ein weiteres Zeichen auf. Da ich schon ein bisschen mehr Strecke zurückgelegt habe als hier beschrieben, beschließe ich für heute den Tag.

    *

    Am nächsten Morgen regnet es. Bis ich aufbreche, bessert sich das Wetter jedoch.



    Die Königsförder Bauernhof-Fauna der umliegenden Höfe muht, kräht und gackert, während ich die Straße entlang in Richtung Gasthaus „Waldquelle“ laufe.



    Die bekannten Zeichen E1 oder das weiße X auf schwarzem Grund sucht man vergebens, die „Waldquelle“ ist aber gut ausgeschildert. Nach einer Einmündung taucht ein erstes Andreaskreuz auf – ah, da hätte ich entlang laufen sollen, naja ...

    Ein bisschen neben der Straße weiter



    dann diese überqueren und hoch in Richtung Wald. Die schräg röchelnden Töne aus den Wiesen hinter mir werden eindeutiger: das muss ein Esel sein. Das Gasthaus ist gut besucht, auch wenn niemand zu sehen ist – der Parkplatz ist voll.



    Also ab in den herbstfarben leuchtenden Wald. Die Strecke sieht eher aus wie eine Wanderautobahn, und ich wundere mich, warum im Krause vermerkt ist, der Weg wäre oft zugewachsen. Trotzdem ist es abwechslungsreich, es gibt Laub- und Nadelbaum-Ansammlungen, und hin und wieder kann man Pilze gucken. Dass man auf einem Kammweg läuft, sieht man bei Blicken nach rechts, wo der Wald ab und zu einen Blick auf den gegenüber liegenden Hügelkamm freigibt.



    In den Brombeerhecken findet sich inzwischen nur ab und zu eine schwarze Beere, die noch übrigen werden wohl rot bleiben. Dafür werden die Pilze zahlreicher








    und ich denke, dass es bestimmt jemanden bei ODS gibt, der die Pflanze auf dem rechten Foto kennt?
    Edit: Wahrscheinlich Wolfstrapp (Wasser-Andorn)

    Die Sonne strahlt inzwischen wärmer, und dieser seltsam geformte Pilz, links, könnte vielleicht eine Herbstlorchel sein? In der Nähe stehen noch einige Stinkmorcheln, ein paar weitere, unbekannte Pilze



    und ein einziger noch nicht zerfließender Tintling



    Der Weg führt in ein Tal und wieder hinauf, und so langsam finde ich Krauses Beschreibung der Wegbeschaffenheit zutreffender. Auf meiner Karte ist eine schnurgerade Linie eingezeichnet, also ist die grobe Richtung klar, bis wirklich kein Weg mehr geradeaus geht. Versuchsweise laufe ich eine kleine Kurve und finde dann doch noch einen Pfad.

    Der Nordic Walker im roten Jäckchen, der einige Meter hinter mir klackerte, ist erst einmal verschwunden, wahrscheinlich ist das hier zuviel Botanik für eine Nordic-Rennstrecke. Später taucht er über einen Seitenweg wieder auf. Meinen Schuhen macht es nichts aus, dass der Weg jetzt oft matschig ist, fein!



    Hinter dem nächsten Hügel und nach dem Nadelwäldchen mit vielen Hochsitzen ist der Weg dann völlig verschwunden. Der Boden war vorher schon recht oft aufgewühlt und ja, Wildschweine soll's hier tatsächlich viele geben, höre ich später (an Wildschweingulasch denke ich dennoch lieber erst wieder, als der Wald hinter mir liegt).



    An den Bäumen in der Ferne blitzt noch hin und wieder eine Markierung für Nummer 9, also geht es wohl mitten durch: Sumpftiefe testen und Schuhe fluten ist angesagt

    Immerhin – das Dunkle da drüben müssten Herbsttrompeten sein, wenn ich die bisher auch nur in kleinerer Ausführung kannte. Ein schnelles Foto und noch schneller weiter, denn hier gibt's außerdem mittelgroße braunen Fliegen, die so ähnlich aussehen wie diese Hirschlausbiester. Zum Glück fliegen sie eher langsam, und man kann sie wegschnipsen, sobald sie gelandet sind.



    Es wird heller, der Waldrand naht. Eigentlich möchte ich jetzt gerne meine Thermoskanne auspacken, aber die Flug-Fauna ist dagegen. Ok, weiter.



    Diesen Weg rechts über den Hügel hätte ich eigentlich weiterlaufen müssen



    Der Umweg über Reinerbeck war trotzdem auch hübsch



    Zurück mag ich nicht, lieber der Straße nach, hoch nach Reine, und dort den E1 wiederfinden. In Reine sind die Häuser größtenteils sehr alt und sorgfältig renoviert, die schließlich angepeilten Wegweiser an der Kreuzung auf dem Hügel strahlen schon von weitem



    Es folgt ein Stück Straße, laut Schild ist man jetzt unterwegs auf dem „Weg der Blicke“, AKA „Nordlippischer Bergpfad“. Dieser führt erst einmal durch's Extertal, und die Benennung „Grenzweg“ signalisiert das Betreten eines neues Bundeslands: Nordrhein-Westfalen. Wie ich später herausfinde, ist Reine tatsächlich zur einen Hälfte niedersächsisch und zur anderen nordrhein-westfälisch.

    Die Straße führt ebenfalls nach Bösingfeld, aber man kann auch durch den Wald, d.h. nicht um die Rechtskurve vorne



    sondern geradeaus weiter, dann gleich wieder abbiegen (die Schilder häufen sich fast trotzig und lassen gar keine andere Wahl zu) und weiter nach oben





    durch den Schilderwald


    Solche Schädel gab's öfter – was könnte das für ein Tier gewesen sein? Eine Katze?

    Vor lauter Bäumen und Schildern sehe ich den alten Mann zuerst nicht, der plötzlich in ziemlicher Lautstärke Unverständliches vor sich hin brummelt – hat er einen Hund dabei? Sieht nicht so aus, ich atme weiter. Langsam schlurft er durch den Wald auf ein Haus zu.

    Weitere Schilder und Absperrungen leiten um die Gebäude herum, und weiter geht's, am Wasserwerk Bösingfeld vorbei ins Freie, zum Aussichtspunkt „Hohe Asch“ in 371 m Höhe. Von dort aus soll man unter Anderem das Hermannsdenkmal erspähen können.



    Einen Aussichtsturm gibt es hier, der erklettert werden kann, die Gaststätte sieht aber geschlossen aus. Der Busfahrplan listet diesmal immerhin auch Samstag und Sonntag und lockt Wanderer mit dem Versprechen „Wir holen Sie wieder ab!“ Einige wenige Ausflügler sind zu sehen, die wollen aber nicht in den Wald – dafür büxt ihr Hund aus, flitzt auf mich zu und lässt sich kraulen, bis sie beim Wegfahren Ihres Wohnmobils merken, dass er nicht mit im Wagen ist.



    Wegbetreffend scheint es hier mehrere Möglichkeiten zu geben. Ein Spaziergänger mit Dackel erzählt mir, er hätte neulich hier Leute getroffen, die aus Sizilien hier her gewandert wären und nach Flensburg weiter wollten – das hört sich doch nach E1 an! Ich erzähle, dass ich in Gegenrichtung zum Mittelmeer möchte, und wir stimmen überein, dass das heute abend wohl nicht mehr so ganz klappen wird

    Die Schilder und Baumbemalungen sind zahlreich und widersprechen sich, es gibt verschiedene Varianten von X und E, aber kein E1, aber egal, der ist ja hier irgendwo in der Nähe und meine Karte sagt „Bösingfeld“.



    Ich gehe geradeaus weiter über die Felder, dem verwitterten Holzwegweiser nach, bis es keine Markierungen mehr gibt, und dann einfach bergab. „Richtiger“ wäre wohl gewesen, gleich rechts, noch vor dem Waldrand, rechts runter zu laufen. Krause lässt den Schlenker über Bösingfeld völlig weg und geht gleich nach Hummerbruch, auf einem Weg, der in meiner Karte mit X5 sowie einem E im Kreis bezeichnet ist.



    Bei den beiden krausefreien Varianten kommt man jedenfalls nach einer Weile an diesem bunten Platz an. Neben dem Bauwagen gibt es auch eine Orientierungskarte, auf der die Linien noch nicht ganz verblichen sind.



    In Bösingfeld gibt es einige Markierungen an Laternenpfählen, wie sich der Weg hier aber hindurch schlängelt, werde ich bei der nächsten Gelegenheit rausfinden.

    *

    Übernachtungsmöglichkeiten mit Zelt: In etwa gleicher Entfernung von Bösingfeld gibt es gleich zwei Campingplätze: Zum einen der ganzjährig geöffnete Platz namens „Bambi“ in Schönhagen (nordöstlich von Bösingfeld), zum anderen der „Camping-Park“ in Eimke. Dieser liegt näher am weiteren Verlauf des E1, südwestlich von Bösingfeld, und ist ebenfalls ganzjährig geöffnet.

    ***

    Quickmaps-Karte folgt noch :-)
    Geändert von lina (08.02.2015 um 18:50 Uhr) Grund: Bilderlinks repariert

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    AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    #46
    E1 NRW, Etappe 1: Bösingfeld – Schwelentrup
    Anreise: Per Bahn bis Hameln oder Lemgo, dann per Bus bis Bösingfeld
    Reisezeit: Anfang November 2010
    Streckenlänge: ca. 14 km
    Papierkarte: Topografische Karte „Naturpark Weserbergland, Schaumburg – Hameln“
    (ISBN 3-89435-621-9)
    Trekkingstöcke: bei Nässe empfehlenswert


    Bösingfeld, Regen, ca. 10 Grad – bestes Wanderwetter

    Ich spare mir die Schleife durch die Stadt und starte gleich im Wohngebiet an der Realschule Exter. Da es die letzten Tage ausgiebig geregnet hat, haben sich zahlreiche Bäche gebildet, unter anderem auch auf dem Weg. Immerhin, da die Erde dort kontinuierlich weggespült wird, ist es nicht sumpfig.

    Zwischen abgeernteten Maisfeldern geht es erst einmal sanft bergan




    Popcorn-tauglich?

    In 2 Stunden soll das Wetter besser werden, versprach der Wetterbericht – Pf-F würde jetzt bestimmt schon die ersten Vorboten erkennen Ich betrachte die verschiedenen Grautöne, versuche, etwas Blau zu entdecken und stapfe inzwischen weiter, auf das Wäldchen zu.

    Zwischen Wald und Weg hat sich eine Hecke gebildet, und ich bin erstaunt, aus wie vielen verschiedenen Pflanzen sie sich zusammensetzt. Da es recht warm war in letzter Zeit, gibt es auch noch einige Sommerpflanzen, Geißblatt zum Beispiel



    Wiesen, Weiden -- es wird wieder ebener



    da drüben ist die Hohe Asch



    bald folgt ein weiteres Wäldchen



    und auch die erste der in einigermaßen regelmäßigen Abständen aufgestellten Schutzhütten. Das sind meist einfache Dachkonstruktionen mit Bank, recht gut erhalten und wenig löchrig.

    Die Beschilderung der hier entlang führenden Wanderwege ist zahlreich, leider aber vorwiegend verwirrend. Dass der E1 von Hameln nach Lemgo dem Hansaweg folgt (X9 = E1), kann man zwar oft lesen, es trägt aber eigentlich so gut wie gar nichts zur Orientierung bei.

    Dies liegt hauptsächlich an der unsystematischen Verwendung von Xen und Zahlen in verschiedenen Kombinationen und mit zu ähnlichen Untergründen. Ab Linderhofe kommen dann noch weitere Farben dazu, die aber auch sonst für irgendwelche Baum-Markierungen benutzt werden. Man folgt also den am logischsten erscheinenden Farb-Zeichen-Kombinationen und hat sich im Nu verlaufen.



    Durch das Wäldchen geht es talwärts. Der Weg ist mit einer hohen Schicht Laub bedeckt, und der darunter liegende Boden hat schon gut Festival-Qualität.

    Wald, Wiese,



    und in den Linkskurve vor der Rechtskurve vor der Straße sieht es edel aus – Sanatorium? Nobelhotel? Schottischer Landsitz? Weit gefehlt: Campingplatz Extertal-Eimke. Wow.

    Zwischen Bahnlinie und Straße geht es nach links, nach Überqueren der Straße den Berg hoch. War ich erst noch sicher, dass ich richtig gelaufen bin, folgen die nächsten Zweifel: viele Zeichen, kein E1 Ich schaue auf die Karte, mag nicht umkehren. Den Fassenberg hoch muss ich auf jeden Fall, also egal


    da ging's noch mit der Orientierung

    Viele Pilze gibt's nicht mehr, dafür sprechen die Merkmale dieser Pilzfamilie auf dem folgenden Foto für Stockschwämmchen. Die habe ich früher viel gesammelt, weil es wunderbar aromatische Pilze sind, in ungewohnten Gegenden bin ich aber inzwischen vorsichtig, da es richtig fies giftige Verwechslungspilze gibt -- wer will schon vorzeitig den Spork abgeben?




    da vorne bei den Ziegen geht's nach rechts weiter

    Das Wetter wird nun sichtbar besser, und da in den letzten Tagen viel Laub gefallen ist, verwandeln sich Straßen auch schon mal in, naja, näherungsweise, Waldwege





    Trotzdem freue ich mich über den nächsten Trampelpfad, wieder bergauf, diesmal durch Mischwald und mit schönen Ausblicken in die umliegenden Täler




    November-Himbeere auf dem Winterberg

    Nadelwald,



    Laubwald, Straße – jetzt geht's in Richtung Nebel



    Die Lichtstimmung auf dem Dörenberg ist toll





    und in der anderen Richtung gibt's das Ganze auch mit blauem Himmel



    Dann Abzweig nach rechts, ein Weg ist nicht zu erkennen. Der Bunker entpuppt sich als Häuschen der Wasserversorgungsbetriebe, und bis knapp oben sieht man erst nach Passieren der Markierung die jeweils folgende. Spannend. Irgendwann dann nicht mehr – Karte?? – Ich biege nach links ab, war wohl richtig, die Schutzhütten sind in meiner Karte eingezeichnet und da ist eine. Davor kleine Bänke und ein Tisch aus Stämmen für den ruhebedürftigen Wanderer (der auch sonst viele Gelegenheiten hat, sich auf Bänken niederzulassen).



    Außerdem ein Fernmeldeturm. An dem geht der Weg jetzt links vorbei




    Bloß nicht den Pfeilen auf dem linken Baum um die Kurve herum folgen

    Irgendwann komme ich zur Straße und finde den E1 wieder





    Es gibt diverse Hunde für Ohren und Augen und interessierte solche welche



    sowie einen, der aktuellen Wanderstudie zufolge, völlig unterdimensionierten Wanderparkplatz an der nächsten Kreuzung


    Und die Vorwahl?
    Dafür ist die auf dem Parkplatz ausgestellte Wanderkarte wirklich brauchbar: Der E1 ist farblich logisch eingezeichnet vom Winterberg bis Hillentrup (die vorherigen Karten zeigten den Weg von Reine bis Schwelentrup).


    Außerdem steht da eine Bushaltestelle mit Abfahrtszeiten wochenends und abends, sogar stündlich! Es dunkelt so langsam und ich überlege, denke aber, dass ich die 4 km bis Schwelentrup noch schaffen müsste, also los



    Wenige Fotos noch, Waldwege, ich überquere den Stühnenberg, diesmal steht eine große Schutzhütte an einer Wegkreuzung, bevor es wieder talwärts geht.






    Kann man diesem Rosa widerstehen?

    Und schließlich die ersten Häuser von Schwelentrup



    Ich erreiche das Oberdorf. Hier gibt es eine Bushaltestelle, aber keinen Fahrplan mehr. Eine Anwohnerin verrät mir, dass ich durch's ganze Dorf, bis runter an die Kreuzung muss, um eine weitere Bushaltestelle zu finden, die aber vor Montag früh gegen 7 angefahren wird.

    Ich flitze, weil die Abfahrtszeit in Linderhofe minus 4 km Fahrzeit gefühlsmäßig nur wenig Zeit lässt und schaffe es gerade so eben. Fein. Inzwischen hat es wieder angefangen zu regnen, aber ich fahre trocken und warm zurück nach Bösingfeld. Dort finde ich doch noch einen Rest der E1-Schleife durch die Kleinstadt, die ich am Morgen ausgelassen hatte.

    *

    Übernachtungsmöglichkeiten mit Zelt: Campingplatz Eimke

    ***

    Anstatt Quickmaps-Karte wegen Wege-Entsprechung diesmal ein Link zu einem gpsies-track vom Hansaweg.
    Geändert von lina (08.02.2015 um 18:59 Uhr) Grund: Bilderlinks repariert

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    AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    #47
    Zitat Zitat von lina Beitrag anzeigen
    In 2 Stunden soll das Wetter besser werden, versprach der Wetterbericht -- Pf-F würde jetzt bestimmt schon die ersten Vorboten erkennen
    Und wie man sieht, hätte ich Recht gehabt!

    leider klappt das Herbeireden von blauem Himmel nicht immer, *hüstel*
    Schutzgemeinschaft Grüne Schrankwand - "Wir nehmen nur das Nötigste mit"

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    AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    #48
    Heute unterwegs auf Lina´s Spuren - Deister (Bad Nenndorf-Wennigsen) :



    Gute Anbindung, schöner Wald, leider stellenweise (v.a. im Bereich Nordmannsturm) Asphaltstraße und sehr, sehr viele Leute (Sonntag, gutes Wetter) . Richtung Wennigsen dann dafür sehr schöne Wege und einsam. Werde bestimmt wieder auf solche Schilder stoßen.

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    AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    #49
    @Prachttaucher: klasse, den Teil hatte ich weggelassen, weil mir der Deister zu überlaufen war.
    Hört sich aber doch gut an

    ***

    E1 NRW, Etappe 3: Schwelentrup – Lemgoer Stadtwald
    Anreise: Per Bahn bis Hameln oder Lemgo, dann per Bus bis Schwelentrup
    Reisezeit: Anfang Januar 2011
    Streckenlänge: erster Teil: ca. 6 km
    Karte: Ausdruck des gpsies-tracks vom Hansaweg oder E1 NRW bei OSM
    Trekkingstöcke: bei Nässe empfehlenswert

    Mal gucken, was der E1 im Winter so macht, wollte ich heute. Je näher ich Schwelentrup kam, umso mehr Schnee gab es. Zwar nass und pappig, und ab und zu regnete es auch, aber mal sehen, wie weit ich komme. Zwischendurch gab's auch hin und wieder ein bisschen Sonne: 10 Grad Plus-Temperatur kann also auch so aussehen:



    Auf einer kleinen kurvigen Straße ging es Richtung Kaffeestube/Friedhof, dann links weg und raus aus dem Dorf, vorbei an ehemaligen Weihnachtsbäumen (früher war bestimmt auch hier mehr Lametta ). Die mehr oder weniger vereisten Traktor-Spuren, die fast überall die Wege durchpflügten, erwiesen sich manchmal als doch recht praktisch, um den Sohlen etwas Halt zu geben, alternativ war Pflatschen durch zahlreiche Tau-Rinnsale angesagt.









    Die Wandererbänke hatten ganz offensichtlich Pause in Hillentrup





    Vereinzelt gab es auch kleine Trampelpfade aus Fußspuren, die verhinderten, dass man bis über die Knöchel im Pappschnee einsank



    Bergauf abwechselnd über kleine Pfade und Wirtschaftswege, dann ein überraschender Schlenker über eine Brücke des ortsansässigen Wandervereins



    weiter bergaufwärts





    wieder zu Tal, und über ein kleines Brückchen über die Maibolte



    Hatte ich vorher nur einen einzelnen Bergauf-Jogger und ein paar Spaziergänger mit Hund getroffen, wurde es hier langsam belebter. Auf Langlaufskiern, zu Pferd – wo kamen die nur alle her?

    An der folgenden, ihren Namen wirklich verdienenden Schutzhütte mit kleinen Fensteröffnungen, einem schmalen Eingang, 2 Bänken darin und einer davor gab es dann keine Wegzeichen mehr. Erstaunlich, wo alles vorher doch recht ausführlich bezeichnet wurde. Laut Karte folgt, nach einem Abzweig nach links, ein Aufstieg auf den Windelstein.

    Da die Dunkelheit schneller war als ich und der nach wie vor stark vereiste Weg zum Windelstein im Schein der Stirnlampe als wenig verlockend erschien, lief ich ein Stück retour und weiter in Richtung Neuenkamp, obwohl Lemgo in ähnlicher Distanz liegt. Teil 2 der Etappe folgt also noch, bei nächster Gelegenheit.
    Geändert von lina (08.02.2015 um 19:11 Uhr) Grund: Bilderlinks repariert

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    AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    #50
    E1 NRW, Etappe 4: Windelstein – Wahmbeck (sozusagen Teil 2)
    Anreise: Per Bahn bis Lemgo, dann per Bus weiter
    Reisezeit: Anfang Februar 2011
    Streckenlänge: das gps sagt 15 km, das Programm auf dem Rechner sagt 11 km, also wohl irgendwas dazwischen
    Karte: Ausdruck von OSM

    Immerhin 8 Grad plus, Sturmböen, Nieselregen. Selten noch einige Schneereste, kurz: Windshirtwetter.

    Ich startete diesmal in Lemgo-Lüerdissen am Wald, weil ich eigentlich wieder zu der Schutzhütte an der Kreuzung vor dem Anstieg zum Windelstein wollte. Es ging ein Weilchen bergauf, dann hätte ich wieder bergab laufen können, um dann erneut bergauf ...

    Vor mir lag ein Forstpfad, der nach direkter Strecke aussah, und ich beschloss, den geraden Weg zu versuchen. Die Bäume knarzten und es stürmte, aus verschiedenen Richtungen, wie man an wirbelnden Buchenblättern sehen konnte, hmmja, die Unwetterwarnung, aber die war doch für woanders? ...

    Es klappte: als ich oben ankam sah ich schon das weiße Kreuzchen und die Aufschrift E1 vor mir. Fein. Wenige Meter weiter sah man auch schon die geräumige und von 2 Seiten geschlossene Windelstein-Schutzhütte.


    So schön wohnt ein NABU

    Danach taucht man in Nadelwald ein.



    Je nach Blickwinkel warten kleine Skurrilitäten



    So war es fast unvermeidlich, bei diesem Anblick an Musikalisches zu denken, etwa an den Klassiker Hestekor (wer's noch nicht kennt: Pferde nacheinander anklicken (es braucht ein bisschen abstimmende Feinarbeit für den richtigen Takt))



    Weiter gings, abwärts durch wieder vorwiegend Nadelwald



    Die Büsche, von denen diese Blütenstände sind, sind etwa 1,50 m hoch weiß jemand, was das ist?


    Mit Pluster


    ohne


    und die Aussichtsturm-Variante

    A propos Aussichtsturm: Auch wenn keine Markierungen für den E1 mehr zu finden sind: man geht direkt darauf zu, wenn auch auch nicht aus dieser Perspektive:


    Mal wieder verlaufen, der E1 trifft erst weiter vorne ein, von links ...

    Das Restaurant war geschlossen, im Sommer ist da bestimmt mehr los. Dann weiter bergab, Richtung Lemgo, noch etwas parallel zur Stadt und schließlich längere Schlenker durch die Straßen, vorbei an den Stadtwerken und durch einen kleinen Park.

    Lemgo ist eine alte Hansestadt und der E1 macht eher einen Bogen um die Innenstadt, man geht auf Wall-Anlagen entlang und allein der Anblick einer alte Stadtmauer, Reste einer Festung und ein Wassergraben locken zu einem ausgiebigeren Erkunden. Für Jogger und Radfahrer gibt es zusätzlich Ampelschaltungsanlagen, die für reguläre Fußgänger zeitlich nicht reichen – am Zebrastreifen angekommen wurde mir klar, warum der Gartenpfleger samt Schubkarre, der zunächst hinter mir lief, plötzlich einen Sprint hinlegte: er hatte mich den Schaltknopf drücken gesehen

    Das Wetter lud jedoch nicht wirklich zum Häuser-Gucken ein, und auch der bevorzugte Gebrauch von Comic Sans in manchen Ladenauslagen wirkte in Kombination mit dem Angebot etwas abschreckend. So entschied ich mich erst einmal gegen eine weitere Stadtbesichtigung und freute mich, als die Wege wieder durch Wohnviertel führten und schließlich autofreier wurden



    Blick zurück auf Lemgo und Brake, vom Biesterberg aus



    An einer dreiseitig geschlossenen Schutzhütte mit Bank, Aussicht und Feuerstelle vorbei bog der Weg ab, nach einigen hundert Metern auf hübschen Trampelpfaden weitete sich die Landschaft wieder, und man konnte Sturmböen und Regenfronten erneut ausgiebig genießen


    Trampelpfade und Blick zurück – der letzte Wegweiser war etwas irreführend

    Weiter ging's in Richtung Wahmbeck (verbunden durch ein paar große Höfe mit Wahmbeckerheide).



    Für Wanderer, die sich verlaufen (d.h. nicht vor der Bundesstraße rechts abbiegen, um sie zu unterqueren) gibt es an der Kreuzung nach Wahmbeck bzw. Wahmbeckerheide übrigens noch eine Chance auf Richtungsänderung: ein Schildchen mit Richtungsangabe. Hatte ich bisher außerhalb des E1 noch nirgends gesehen, obwohl ich mich schon mehrmals verlaufen habe Diesmal nicht – ich wollte zurück zum Ausgangspunkt und ab Wahmbeckerheide fahren Busse (deren Streckenverlauf auf meinem OSM-Kartenausdruck praktischerweise eingezeichnet war).
    Geändert von lina (08.02.2015 um 19:27 Uhr) Grund: Bilderlinks repariert

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    AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    #51
    E1 NRW, Etappe 5: Wahmbeck – Detmold
    Anreise: Per Bahn bis Lemgo oder Detmold, dann per Bus weiter
    Reisezeit: Mitte Februar 2011
    Streckenlänge: ca. 12 km
    Karte: Ausdruck von OSM

    Start im kleinen Örtchen Wahmbeck, einem Ausläufer von Wahmbeckerheide


    Blick zurück und nach vorne

    Später geht der Weg tatsächlich mitten durch einen Hof. Und weiter durch ein Waldstück, hinauf auf den Gretberg


    Hofdurchgang, gesäumt von Restschnee-Glöckchen

    Es nebelte kräftig, und es gab ein paar Tierspuren, sonst keine



    Durch Loßbruch dann weiter auf den Rotenberg, zunächst bergauf



    und dann bergab schlängend in Richtung Steinbruch



    selbigen rechts liegen lassend. Die Wege sind gut sichtbar markiert



    Verschneite Wohnungstätten überall



    Nach Loßbruch geht es hinauf auf den Rotenberg



    Hier sieht es im Frühling bestimmt toll aus, derzeit findet man jedoch hauptsächlich Baumpilze



    Wieder ins Freie, hier steht ein Wegweiser zu einer Schutzhütte in 300 m Entfernung, außerdem ein Wegweiser mit dem Vermerk „Cheruskerweg“





    Bergab, auf die wenigen Häuser Oetterns zu, kam dann tatsächlich die Sonne raus und lud zu einer Teepause auf einer Bank mit Aussicht am Waldrand ein (das sonntägliche Sortiment der Bäckereien im Lipper Land sowie deren Öffnungszeiten sind, jedenfalls nach bisherigen Erfahrungen, grandios )



    Dann weiter auf befestigten Wegen/Straßen



    und hinunter nach Klüt, was durchquert wird



    Nach einem kleinen Industriegebiet in Detmold folgt ein Wohngebiet und danach eine optisch sehr ansprechende Schleife durch die Stadt, schließlich über Wallanlagen entlang eines Wassergrabens


    Twittern lässt es sich hier wohl schon länger ...

    Anschließend geht es bergauf zum Hermannsdenkmal.


    Insgesamt ist dieser Wegabschnitt sehr häuserlastig, d.h. „Häuser-Gucken“ muss man schon mögen. Aber die Altstadt von Detmold ist hübsch, und wer mag, kann interessante Museumsbesuche einplanen.

    Der weitere Wegverlauf sieht wieder mehr nach Waldwegen aus.

    *

    Noch zur Wegebezeichnung: Lief man bis Lemgo auf dem Hansaweg (X9), geht es in Richtung Detmold bis zum Herrmannsdenkmal auf dem Cheruskerweg (X3) weiter, gefolgt durch den Herrmannsweg (bis zu den Externsteinen). Hier schließt sich dann der Eggeweg an.
    Geändert von lina (08.02.2015 um 19:32 Uhr) Grund: Bilderlinks repariert

  12. Erfahren
    Avatar von ursstotz
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    AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    #52
    Hallo Lina,

    ganz schöne Bilder, danke schön!
    Bei deiner Motivwahl und Bildkomposition kann ich sehr viel lernen.
    Den Bericht werde ich durchlesen, wenn ich mehr Zeit dazu habe. Bis jetzt habe ich nur wenige Sätze überflogen, aber die machen mir Spass um mehr zu lesen.

    Gruss
    Urs

  13. Vorstand
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    AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    #53
    Hallo Urs, besten Dank! :-)

    *

    E1 NRW, Etappe 6: Detmold – Holzhausen
    Anreise: Per Bahn bis Detmold
    Reisezeit: Mitte Februar 2011
    Streckenlänge: ca. 10 sehr hügelige km
    Karte: Ausdruck von OSM

    Am Waldrand, kurz vor dem Aufstieg zum Hermannsdenkmal, gibt es nochmal eine Schutzhütte mit Aussicht



    Der Teutoburger Wald erscheint dunkel, seeehr dunkel. Außer Unterholz und abgeholzten Zweigen gibt es hier auch Steinbrocken. Aber 9 n. Chr., als sich hier (vielleicht, der Ort ist umstritten) Germanen und Römer kloppten, war es bestimmt noch viel dunkler, und unwegsamer ...



    Die anfangs geteerten Wege werden bald zu Trampelpfaden, der Boden ist hart gefroren und manchmal, wenn man auf Tannenzapfen tritt, rollt man mit dem Schuh wieder ein Stück rückwärts


    Sind das eigentlich Judasohren (Auricularia auricula-judae)?



    Unterhalb des Denkmals von Hermann the German (AKA Arminius, Fürst der Cherusker) hat man dann die Wahl, ob man den folgenden Aufstieg lieber auf die leichte Tour absolvieren möchte





    So heftig wie angekündigt ist die steilere Variante aber auch nicht, die querliegenden Bäume gehören bestimmt nicht zur generellen Grundausstattung Außerdem könnte man sich alle paar Meter auf eine Bank retten. Weiter oben warten schöne Ausblicke ins Umland – bestimmt noch besser, wenn das Wetter weniger diesig ist.



    Archäologische Fundstücke gibt es hier auch einige. Man kann sie über einen speziellen archäologischen Wanderweg näher erkunden, er ist z.B. auf Infotafeln aufgezeichnet



    Der Wind pfoff wirklich eisig, aber es gab schon Frühlingsboten



    Und erst ganz kurz davor erblickt man dann auch das Denkmal – per daneben liegendem Klettergarten kommt man auch selbst fast bis ganz in diese luftige Höhen



    Der riesige Parkplatz und die touristischen Anlagen waren fast ausgestorben bzw. hatten noch Winterpause, und nach Passieren des doch etwas eigenwilligen Denkmal-Anzeigers, der mich eher an an ein anderes deutsches Urgestein erinnerte, geht der Weg dann ein kleines Stückchen neben der Straße entlang



    wonach man dann aber wieder in den Wald eintauchen darf. Seit dem Denkmal hat der Weg seinen Beinamen geändert: Man läuft jetzt auf dem gut markierten Hermannsweg.

    Solche Wanderautobahnen tendieren ja etwas dazu, langweilig zu werden



    aber meistens hilft es, ein bisschen genauer hinzuschauen, was es sonst noch zu sehen gibt


    das ist wahrscheinlich ein Schimmelpilz





    Diese Abbiegung war zwar, im Nachhinein betrachtet, falsch, aber der vorwiegend sandige Pfad/teilweise Hohlweg war viel hübscher



    Auf dem Kamm gegenüber wäre es weiter gegangen, aber egal, nach dem Pfad kann man auch links abbiegen, dann passt es wieder. Der Weg geht an einem Café vorbei, nach Berlebeck. Fast überall hier gibt es Lippischen Pickert im Angebot, das sind kleine Pfannkuchen aus Kartoffel-Hefeteig, die man, entweder mit Marmelade oder mit Leberwurst bestrichen, zum Kaffee verzehren kann.

    Meine Teepause fiel diesmal sehr kurz aus, und ich mochte meinem Thermometer kaum glauben, das gerade mal schlappe minus 2 Grad anzeigte. Es wäre wirklich besser gewesen, diesmal die wärmeren Handschuhe mitzunehmen. Die Hände in den Pullover-Ärmeln vergraben und Weiterlaufen hilft aber, die Finger wieder aufzutauen.



    Nach einer kurzen Strecke durch Wohngebiet passiert man die Adlerwarte, hier geht es recht steil bergab.



    an einem Flüsschen mit sehr klarem Wasser entlang, über die Straße und dann wieder bergauf auf den Sternberg. Der Weg schlängelt sich durch den teilweise wieder sehr unterholzreichen Wald (meistens Fichten, viele Birken, wenige Buchen, ein paar Lärchen)



    Wegkreuzung



    weiter aufwärts und später dann auf einem befestigteren Weg nach links weiter



    Hier sieht man schon den Kurort Holzhausen



    Der Weg dorthin geht, vorbei an der Vogel- sowie der Sachsentaufe, bergab



    später durch eine botanisch überraschende Freifläche: eine Heidelandschaft, bedeckt von Blaubeersträuchern. Wäre man nicht so weit nördlich, dann dächte man fast an Olivenhain-Terrassen und tatsächlich: die nachträgliche Recherche ergab, dass die Anwohner in diesem Bereich früher wirklich Gärten angelegt hatten. Inzwischen wird das Wasserschutzgebiet eher touristisch genutzt, es ist durchzogen von zahlreichen Wegen, und an vielen Stellen stehen Bänke & Papierkörbe



    Bei besserem Wetter sollen die Ausblicke hier grandios sein.
    Geändert von lina (08.02.2015 um 19:39 Uhr) Grund: Bilderlinks repariert

  14. Sternenstaub
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    AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    #54
    wieder eine sehr schöne Etappe, Lina. Ich lese diesen Bericht hier immer sehr gern, gerade weil er so unspektakulär daher kommt. Fein.
    Vielleicht kriege ich es ja geregelt, dass ich im nächsten Jahr mit meinem Fernwanderweg beginnen kann. ;)

  15. Vorstand
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    AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    #55
    Danke Sternenstaub
    Welchen Fernwanderweg möchtest Du denn gehen?

  16. Liebt das Forum
    Avatar von Prachttaucher
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    AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    #56
    Von mir auch ein Dankeschön, dachte ich doch gerade, daß es mal wieder Zeit für den Teutoburger Wald wird.

    In der Ecke war ich öfters, aber meist auf Wegen südwestlich vom Hermannsweg. So viel Ortsberührung ist gerade hier, wo der Waldstreifen eine ziemliche Breite hat und viele (kleinere) Wege existieren, ja eigentlich nicht nötig. Was einen zu den Kriterien für den Wegverlauf von Fernwanderwegen bringt.

    Leider gerät man dann aber schnell in Hörweite vom Truppenübungsplatz Senne, was Dir wohl erspart geblieben ist ?

    Ist trotzdem eine schöne Ecke, wo man sich einige Touren überlegen kann.

    Geändert von Prachttaucher (20.02.2011 um 18:59 Uhr)

  17. Vorstand
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    AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    #57
    So ein kleines Dorf ab und an finde ich eigentlich gar nicht so schlecht, weil man da gut seine Wasservorräte ergänzen kann, ohne einen Wasserfilter mitschleppen zu müssen. Und meistens ist man da ja schnell durch. Nur Wege durch Industriegebiete sind meist ätzend. Und ich mag, wie wahrscheinlich die meisten hier, lieber kleinere Pfade als Wanderautobahnen, die ja leider gerade in stadtnahen Erholungsgebieten häufig vorkommen.

    Alles in allem ist die Wegführung des E1 bisher aber ziemlich ok. Viele Leute trifft man außerhalb der touristischen Sehenswürdigkeiten/Städte auch nicht, tagsüber ein paar wenige Jogger/Nordic Walker und gegen Spätnachmittag dann meist noch ein Schwung Hundespaziergänger. An besonders grimmigen Tagen auch oft nur letztere.

    Vom Truppenübungsplatz habe ich nichts gemerkt, vielleicht weil Samstag war. Ist der denn überhaupt noch in Betrieb?

  18. AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    #58
    So wünschenswert eine naturnahe und auf kleinen Wegen basierende Wegführung auch immer ist, aber für Wege dieser Länge wäre das nur mit einem Riesenaufwand umzusetzen.

    Wenn die E-Wege mit den Vorgaben der heutigen "Premiumwege" angelegt würden, gäbe es kein Ende.

    Beispiel E1:

    Flensburg-Konstanz mit dem Auto 980 km, zu Fuß über den E1 schon 1.800 km, die sich verdoppeln, sobald die Wegführung nach zurzeit modischen Gesichtspunkten geändert würde. Von den Kosten gar nicht zu reden. Leider stehen den Wandervereinen nur Bruchteile des Geldes zur Verfügung, das zum Beispiel Rheinland-Pfalz für seine neuen Wege ausgibt.

    Eine Kostenalternative wäre das Sponsoring durch die Wirtschaft, wie es beim Goldsteig gemacht wurde. Der ist nach einer dortigen Käse- und Molkerei benannt.
    Geändert von Werner Hohn (20.02.2011 um 21:06 Uhr)

  19. Meister-Hobonaut Alter Hase
    Avatar von Harry
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    AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    #59
    ah, die Wege kommen mir bekannt vor.

    Der Klettergarten am Hermannsdenkmal macht richtig gaudi.
    Übernachtest du auf deinen einzel Touren auch oder fährst du immer heim?
    Gruß Harry.
    Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen. (Johann Wolfgang von Goethe)

  20. Liebt das Forum
    Avatar von Prachttaucher
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    AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    #60
    Einkehrmöglichkeiten sind mir auch sehr willkommen, durch einen ganzen Ort gehen stört das Naturerlebnis für mich eher. Stimmt aber schon, daß man beim Gehen von Alternativwegen schnell zusätzliche Kilometer und vielleicht noch schlimmer zusätzliche Höhenmeter geht. Seit meiner Winterberg-Umgehung (Rothaarsteig) weiß ich das auch gut.

    @lina : Kenne die ganz neue Entwicklung nicht mehr, aber laut hier sieht´s noch sehr aktiv auf der Senne aus. Vielleicht war wirklich Ruhe, der Wind günstig oder der E1 verläuft ausreichend davon entfernt. Sei froh - Panzerlärm kann die schönste Natur nicht aufwiegen.

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