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    AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    Mitreisende: lina
    Vielen Dank @GermanTourist.
    Das klingt auf den ersten Blick interessant, nur finde ich, spricht die Aufgabe, Fotos einzureichen, die man zufällig in der Gegend des E1/R1 gemacht hat (aus der E1-Beschreibung: „Wer diese Saison … kann ja mal nachsehen, ob er nicht schon in der Nähe des E1 fotografiert hat, ohne es zu bemerken“) ja eigentlich dem Weitwander-/Weitradel-Gedanken? Aber gut, es ist ein möglicher Ansatz, um verwertbare Bilder vom E1/R1 zu bekommen. Die unterschiedlichen Formulierungen in den Teilnahmebedingungen für Amateure und Profis finde ich jedenfalls spannend

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    AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    E1 (3) NDS, Etappe 14: Über den Deister . Nienstedter Pass bis Bad Münder
    Anreise: tagsüber gibt es regen Busverkehr über die „Passstraße“ sowie Wanderparkplätze
    Reisezeit: Anfang Dezember
    Streckenlänge: ca. 16 km
    Papierkarte: Topografische Karte "Naturpark Weserbergland, Schaumburg – Hameln" (ISBN 3-89435-621-9)

    November/Dezember – genau die richtige Zeit, um sich mal mit den noch vorhandenen Lücken im bisherigen E1-Verlauf zu befassen Meinerseits war der Deister ja noch größtenteils nicht bewandert. In mehreren kleineren Anläufen umkreiste ich das ca. 30 km lange E1-Wegstück über den Höhenzug im sonst eher flachen Niedersachsen. Die kleineren Anteile habe ich an die schon vorhandenen Postings angefügt (im ersten Posting des Threads steht eine Übersicht), für ein Extraposting aber eignet sich jetzt auch das längere Stück Wanderweg von Nienstedt nach Bad Münder.

    Durch die Kleinstrecken kristallisierte sich heraus, dass – wenigstens in den reizärmeren Monaten – der Kammweg über den Deister nicht ganz so spannend ist. Zwar baut die Wegführung immer mal wieder hübsche Pfade durch die Botanik ein, es bleiben aber noch viele breite Forstwege, die man sich, besonders an Wochenenden, mit zahlreichen Ausflüglern, darunter auch Gruppen, teilt. Zwar sind die kulinarischen Anlaufstätten Teufelsbrücke, Nordmannsturm und Annaturm durchaus empfehlenswert, sie knapsen aber, besonders im Winter, eigentlich zu viel Zeit ab, da es dann schnell dunkel wird.

    Um die breiten Rennstrecken zu umgehen, beschloss ich diesmal, in Nienstedt am Waldrand zu starten und erst später zum Kammweg hoch zu laufen, auch da ich bei einem früheren Anlauf fand, dass sich die Strecke vom Wanderparkplatz zum Annaturm besonders lange hinzieht. Es kann also durchaus eine Alternative sein, ab dem großen Wanderparkplatz nach Nienstedt abzubiegen, und beim nächsten kleineren Parkplatz den einigermaßen parallel laufenden Weg auszuwählen. Man muss dafür nicht am Straßenrand laufen: Es gibt einen kleinen Pfad in ca. 1 m Entfernung.

    Am Wanderparkplatz steht praktischerweise noch eine Infotafel über das Wegenetz, inkl. Karte (leider sind hier keine Schutzhütten eingezeichnet).

    Viele Anwohner besitzen im Deister, wie ich später erfuhr, ein Stückchen Wald, so traf ich nach einigen Metern ein Pärchen beim Holzzersägen. Danach hatte ich den Weg, der etwas tiefer am Hang entlang führt und erst kurz vor dem Annaturm ein paar Serpentinen in Richtung Kammweg aufweist, nahezu für mich alleine.

    Interessanterweise stehen hier am Wegrand des vorwiegend aus Buchen bestehenden Walds immer mal wieder Kastanienbäume und kleine Mäuerchen



    Dass weiter oben mehr Schnee lag, konnte ich hier noch nicht erahnen, es glitzerte nur überall wegen der vielen Tropfen auf den Pflanzen, wobei deren teilweise nicht der Schwerkraft folgenden Lage darauf hinwies, dass sie gefroren waren







    … bald darauf gab es ein paar mehr Schneereste …











    … und noch mehr :-)





    Die Aussicht auf vielleicht noch viel mehr Schnee war dann doch ein Anreiz, in Richtung Kammweg abzubiegen



    Angekommen



    bei mehr Spaziergängern, Mountainbikern, Infoschildern, E1-Mülltonnen und E1-Schilder-Suchbildern



    Die Gaststätte Annaturm lag dann lauschiger als erwartet



    und der Turm verführte ein paar Kids dazu, Schneebälle von oben herunter zu werfen, das aber mit nur sehr eingeschränkter Trefferquote, was ein kleines Mädchen, das am Fuß des Turms stand, ungerührt analysierte und kommentierte



    Kurze Zeit später zweigt eine spannend aussehender MTB-Pfad ab (Begehen verboten), und auch als E1-Wanderer darf man nach der Markierung auf einen kleineren Weg abbiegen, der nach einiger Zeit holprig hügelabwärts führt und auf einen weiteren Wirtschaftsweg trifft. Auch hier kann man Gruppen von Leuten auf dem Weg zum Annaturm treffen (auf der Tageskarte stand Wildschwein in diversen Kombinationen, schon sehr verlockend .... ).





    Leider war das kurze Schneevergnügen dann aber wieder nahezu vorbei.

    Laut track müsste man den Wirtschaftsweg am Hügelende überqueren, die Markierungen folgen jedoch einer Wegschleife in Richtung der kleinen Siedlung Köllnischfeld inkl. Forsthaus.



    Auf den Karten am Wegesrand ist eine Markierung für Gastronomie verzeichnet, die Gebäude sahen aber eher privat und geschlossen aus.



    Ab dort war ich auch wieder so gut wie alleine unterwegs, aller vorheriger Trubel war wie weggefegt.

    Am Wegrand befinden sich eingezäunte Bereiche, in denen, laut Beschilderung, versucht wird, Süntelbuchen zu vermehren: Ob eine Rotbuche jedoch diese Mutation aufweise, ließe sich aber erst ab ca. 10 Jahren abschätzen.

    Die folgende längere, meist schnurgerade Strecke führt am Meinsberg entlang. Dies ist ein Naturwald, in dem nach Möglichkeit nicht eingegriffen wird, gewarnt wird daher besonders vor umfallenden Bäumen. Es gab am Wegrand wohl auch mal eine Holzbarriere, aber auch dort wird offensichtlich nicht mehr eingegriffen,



    auch soll man hier nichts entnehmen



    Die andere Wegseite ist vom Begeh-Verbot wohl nicht betroffen.



    Im lichten Wald folgt dann ein Abzweig in Richtung Deisterpforte (Ortsrand Springe).



    Langsam wurde es dunkler, es waren also ein paar Gedanken zur weiteren Wegführung angebracht. Ein Forstfahrzeug fuhr langsam den Weg entlang – so ganz menschenleer war es hier also doch nicht.

    Nach mehreren hübschen Wegschleifen folgte ein Aussichtspunkt auf dem Ebersberg, wo man durch den Wald die Lichter von Springe funkeln sehen konnte. Zwischen Weg und Ort ist jedoch steiles Gelände



    Also erst einmal weiter



    Die Wegweiser waren mittlerweilen sehr schlecht erkennbar, nur das weiße Kreuzchen leuchtete recht zuverlässig. Ich entschied mich gegen einen Abstieg nach Springe und folgte einem hangbegleitenden Pfad, der auf meinem Navi angezeigt wurde. Der Untergrund war gerade noch erkennbar, auch wenn stark laubbedeckt, und zum Glück war er wenig matschig, jedoch von zahlreichen, immerhin heller leuchtenden Steinen durchsetzt. Was war ich froh um meine Wanderstiefel und den Trekkingstock – ohne hätte ich hier Stunden gebraucht oder hätte umdrehen oder einen anderen Weg suchen müssen. Nach zum Glück nicht allzu langer Zeit traf ich auf den E1, der wieder vom Tal hoch kam, und der Pfad wurde etwas befestigter. Trotzdem: Besser mal die Taschenlampe rauskramen …



    Erleichtert erreichte ich kurze Zeit später den nächsten Wirtschaftsweg. Nach Konsultation der Karte sollte es jetzt nach Bad Münder nicht mehr sooo weit sein, nur noch über einen Hügel … Am Wegrand erspähte ich die Karl-Hiller-Schutzhütte, die sah gemütlich, und, durch die Raumteilung, tatsächlich schützend aus.



    Am Weg war es jetzt auch wieder etwas heller. Trotzdem fand ich es interessant, wie bei zunehmender Dunkelheit der Geruchssinn stärker in den Wahrnehmungsvordergrund rückte. Links vom Weg waren ausgedehnte Wiesen, und man konnte abschnittsweise deutlich die dort weidenden Tiere riechen. Dann: ein Wölkchen Rasierwasser – ?!? – Achja, stimmt, fast Vollmond, ein geparktes Auto im Wald, Hochsitze in der Nähe Ok, weiter – Taschenlampe trotz zunehmend heller leuchtendem Mondlicht mal lieber an …

    Ein Pfad zweigte ab: Ziegenbuche: 4 km. Ok, ist zu schaffen (und im Sommer wäre es jetzt noch richtig hell gewesen).



    Das Mondlicht leuchtete kräftiger, also konnte ich die Lampe etwas dimmen, und der Pfad war auch recht angenehm zu gehen. Hügelaufwärts, dann ein Stück Wirtschaftsweg, etwas komplizierterer Zickzack-Abzweig, geschafft. Hügel hoch, ziemlich steil. Auf dem Wirtschaftsweg im Tal fuhr ein Auto, später noch eins – ganz schön viel Betrieb hier …

    Nachdem es wieder ebener wurde, folgte noch ein Wegstück durch eine Art „Stadtwald“, die Lichter aus den angrenzenden Häusern konnte ich schon durch die Bäume funkeln sehen. Und wieder mehr Muße für nicht so unscharfe Fotos haben …



    Theoretisch könnte man jetzt einen Rundweg draus machen und auf dem Roswithaweg vorwiegend am Waldrand entlang wieder zurück nach Nienstedt laufen.

    Den Ortsrand von Bad Münder hatte ich nun also erreicht, wenn auch mit ein paar Kilometer Umwegen – und die "Ziegenbuche" war gar kein Baum, sondern ein Gasthaus In die eigentliche Stadt gelangte ich über den anschließenden sog. „Panorama-Weg“, für den sich der Einsatz einer Taschenlampe ebenfalls empfiehlt, damit man nicht versehentlich in hier nicht vermutete, schräg verlaufende Wasserrinnen tritt, die sonst eher im alpenländischen Raum vorkommen …
    Geändert von lina (05.12.2017 um 20:13 Uhr)

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    AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    RP, Etappe 10: Nassau – Laurenburg
    Anreise: Best ever: Bahnhöfe in Nassau, Obernhof und Laurenburg
    Streckenlänge: ca. 19 sehr hügelige Kilometer
    Karte: Ausdruck von OSM

    Endlich war ich mal wieder in der Nähe meiner derzeitigen Anschlussstelle des E1 und hatte ein bisschen Zeit, d.h.: Gelegenheit nutzen :-) Bei der Ankunft auf dem Campingplatz regnete es, aber es war nur ein kurzer Schauer, dem ein Regenbogen folgte, der noch lange zu sehen war.

    Zu nah ans Seeufer konnte ich das Zelt nicht stellen – hier logierte eine Schwanfamilie mit ca. 5 mittelgroßen, bräunlichgrau-fluffigen Schwänen. Es war schon spät, schnell wurde es dunkel.





    Die Frösche im See störte das gar nicht, sie quakten die ganze Nacht lang durch Ab und zu hörte man auch lautes Flügelschlagen, das sich nach größeren Tieren anhörte. Aber da ich weit genug weg war von der Schwanfamilie und eventuelle Flugsaurier eigentlich ausgeschlossen werden konnten, schlief ich schnell wieder ein.

    *

    Bei schönstem Sonnenschein ging es am Folgetag in Nassau an der Lahn weiter: Erst über die Lahnbrücke, dann den Hügel hoch – und schwupps landet man auf dem Lahnradweg



    wo alle paar hundert Meter eine Sitzbank samt Müllkorb spendiert worden sind











    Die weit verbreitete Erwartung an Flussradwege wird hier nicht eingelöst – die Gegend an der Lahn ist zwar wunderschön, aber auch manwundertsichwiehügelig Der Weg führt hier unter anderem durch ein Naturschutzgebiet, in dem, laut Infotafel, seltene Schlangen beheimatet sind wie z.B. die vom Aussterben bedrohte Würfelnatter, die nur an 3 Orten in RLP lebt und Wasser benötigt – bzw. die Fische darin wegfuttert.



    Einen Jakobsweg gibt es hier außerdem



    und die Gegend grünte in allen Nuancen und Schattierungen. Sehr froh war ich außerdem, dass ich aus den schattenfreien Bereichen raus war, und der Formenreichtum der Botanik war sowieso faszinierend.







    Hatten vorher noch Brennesseln die Hoheit über die Wegränder, wurden sie jetzt, in der Nähe der Fähre Hollerich, von Springkraut abgelöst. Die Rasenflächen um die Bänke herum waren außerdem sorgfältig gemäht – was man auf dem Foto nicht sehen kann, aber in der Realität irgendwie seltsam aussieht, auch wenn es doch nützlich zu sein scheint (auch wenn es doch nicht viel nützt, wie ich später herausfand).











    Werner schrieb von einem Aussichtspunkt, den ich nicht verpassen durfte – welchen der Trampelpfade hatte er nur gemeint? Ich hoffe, ich habe den richtigen erwischt (obwohl, wenn ich jetzt lese „20 m“? ), die Aussicht auf den Himmelsberg mit Schloss Langenau und Kloster Arnstein inkl. Campingplatz im Tal ist toll :-)



    Der Radweg geht rauf und runter, meistens waren Leute auf Pedelecs unterwegs. Ab und zu aber auch Radfahrer ohne elektrische Unterstützung, darunter auch welche mit Radreise-Gepäck – Respekt! Nur ab und zu konnte man die im Tal fließende Lahn durch das dichte Laub erkennen.



    Die Temperatur fühlte sich tropisch an – dazu passte der Farn mit den glatten Oberflächen, den ich bisher nur in botanischen Gärten oder Gärtnereien gesehen hatte. Eigentlich erwartete ich, dass es überall tropfte, aber überraschenderweise tat es das nicht. Mäuse raschelten durch das Laub vom Vorjahr, und die Gesteinsplattenformationen am Wegrand beeindruckten. Zwischen den Schichten entdeckte ich sogar einen spirreligen Stachelbeerstrauch(!), mit ganz kleinen Beeren.





    Die Wegweiser auf der Strecke waren spärlich, ich hatte mich vorher auch nicht weiter informiert, und so war ich überrascht, als sich der Weg zu einem Platz weitete und das Kloster Arnstein auftauchte. Ein Fahrzeug, aus dem lautstarker Rap schallte, brauste heran und wendete. Weinranken umgaben die Mauern, es gab riesige blühende Rosensträucher, einen Kräutergarten – und Kaffee und das Angebot, frisches kaltes Trinkwasser aufgefüllt zu bekommen! Wie wunderbar! Mit dem gefüllten Kaffeebecher in der Hand lief ich glücklich entlang der mächtigen Klostermauer hügelabwärts, vorbei an zwei in Gegenrichtung kurbelnden Radfahrern, die die Aussicht auf frischen Kaffee, ggf. Kekse sowie kaltes Wasser ebenfalls freute :-)



    Über die Dörnbachbrücke – eine Rundbogenkonstruktion aus Stein mit Pausenbank davor, gelegen am Gelände der Klostermühle, wo man auf drei Infoschildern u.a. Übernachtungs- und Verköstigungshinweise finden kann (hier hat sich seitdem Wafer hier entlang gewandert ist also einiges Gutes getan) – erreicht man die Ortschaft Obernhof „einen der schönsten Orte an der Lahn“, wo auch Weingüter ansässig sind. Am Fluss gibt es einen weiteren Campingplatz, in praktischer Nähe zu einer Weinverkaufsstelle, komplettiert mit einer Sitzbank :-)



    Für Weingenuss war es aber noch zu früh, und auch viel zu heiß – das kalte Wasser aus der frisch befüllten Trinkflasche war gerade viel besser, zumal es wieder, ohne schattenspendende Bäume, ein Stück am Straßenrand entlang hügelaufwärts weiter ging. Auf der Obstbaumwiese wuchs büschelweise wilder Oregano.


    Straße mit Klosterblick

    Nach einer längeren gehwegfreien Straßenstück darf man in den Wald abbiegen, um eine Kurve abzukürzen





    und über Treppenstufen verlässt man anschließend für längere Zeit den asphaltierten Bereich.



    Auf den Grashalmen ließen sich hin und wieder rötliche sichelförmige Punkte sehen, die sich bei näherem Hinsehen als Zecken entpuppten. Also war Aufpassen und Kleidung inspizieren angesagt. Das wurde auf der weiteren Wegstrecke etwas mühsam, denn die Waldpfade waren oft von Gräsern gesäumt.


    Ausblick auf Obernhof


    Markierungen für Hessenweg, E1, Lahnhöhenweg, Jakobsweg







    Als dann der Weg am Waldrand entlang durch hohes Gras führte, konnte ich auf der Karte eine Alternativstrecke auf Feldwegen ausmachen. Uff.





    Nach kurzem Umweg gelangte ich zurück zum E1 – hügelabwärts säumten den Weg riesige Büsche voller leider noch unreifer Waldhimbeeren.

    Weiter ging es jetzt steil hügelaufwärts auf dem sog. Klosterweg, welche die Nonnenklöster Arnstein und Brunnenburg (inzwischen eine Ruine) verbindet.



    Der kleine Pfad war wirklich außerordentlich hübsch. Nur diese ganzen Gräser …









    Der höchste Punkt war inzwischen erreicht und hügelabwärts ist auch mal schön – hier auf kurzer Strecke von 323 m auf 144 m. Dabei habe ich leider die Klosterruine Brunnenburg verpasst, trotz Foto an der Weggabelung





    Schließlich kam ich an der Bahnlinie raus. Häuser gab es auch, aber niemand war zu sehen. Auf dem Weg plätscherte ständig ein Bächlein neben dem Weg, das nur über einen steilen Abhang erreichbar gewesen wäre. Kühles Wasser wäre jetzt genau das Richtige gewesen, aber dort herankommen schwierig. Daher war die Häuserhofquelle ein echtes Highlight, das Wasser war wirklich eiskalt. Ein Becher hing am Haken, obwohl die Quelle als Kein-Trinkwasser-Quelle beschildert war (immerhin mit aktuellem Wasserprobenanalysezettel) – hm .... Aber egal, eigentlich hatte ich mir ja nur Wasser zum Abkühlen gewünscht. Nach einer ausgiebigen Pause, einschließlich Wegschnipsen unerwünschter Fauna, lief ich erfrischt weiter. Noch ein kurzes Stück auf einem einigermaßen gemähten Trampelpfad, dann gelangte ich auf einen Wirtschaftsweg. Ein Kontrollblick auf meine Hosenbeine erforderte noch weitere Pausen: Dieses kurze, und eigentlich unauffällig aussehende Wegstück war absolutes Zeckenparadies – mindestens 20 Exemplare waren mitgekommen





    Der folgende asphaltierte und vorwiegend gräserfreie Wirtschaftsweg nach Laurenburg trug dann auch merklich zur Entspannung bei.



    Ebenso der Wegweiser „Bahnhof in 300 m“ Ich überquerte die Bahnschienen, und der gerade passend einfahrende Zug brachte mich, an der Lahn entlang, wieder zurück nach Nassau, so dass ich es sogar noch geschafft habe, den gewünschten Campingplatz gerade eben vor Torschluss zu erreichen. Perfekt!

    Nach Gugl Örs waren das 972 m Anstieg und 963 m Abstieg.

    Geändert von lina (22.07.2019 um 22:55 Uhr)

  4. AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    Hurra, lina geht weiter. Vor 10Jahren hast du die erste Etappe gemacht. Nochmals 10 Jahre bis zum Bodensee? Warum nicht!

    Ja, das ist Aussicht ins Lahntal mit Burg und Kloster. Ich hab sie aber in Breitwand in Erinnering.
    .

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    AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    Huch, 10 Jahre schon? Erschreckend
    Immerhin laufen sich ~20 km inzwischen locker nebenbei – das kann ruhig so weiter gehen

  6. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    Hallo Lina.

    Auch ich freue mich über diese Fortsetzung! Zumal ich bzw. mein Reisebericht sogar explizit Erwähnung finden. Vielen Dank dafür!
    Ja, 10 Jahre! Ein rundes Jubiläum! Aber bei mir haben sich auch schon 8 Jahre angesammelt und ich bin noch nicht da, wo ich eigentlich mal sein wollte. Aber das zeigt, dass der E1 über die Jahre (zumindestens auf mich) nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat!
    Ich freue mich auf weitere Abschnitte und Etappen in dem von dir sehr eigenen Stil, den ich immer wieder sehr gerne lese!

    Viele Grüße - auch in der Hoffnung, sich irgendwann mal auf dem E1 kennen zu lernen!

    Wafer

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    AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    Hallo Wafer, vielen Dank :-)
    So ein größeres Wegstück im Norden habe ich ja auch noch vor mir, d.h. es könnte klappen

    Ich bin eigentlich ganz oft auf dem E1 unterwegs – allerdings meistens auf den Teilstücken in der Nähe meiner Haustür, weil das praktisch zu erreichen ist Freu mich aber immer, wenn ich woanders herumreise und weiß, da geht auch der E1 entlang – und vor allem auch weiß, wie’s da sonst noch aussieht. Zum Beispiel, dass eine bestimmte Brücke über die A44 Teil der E1-Strecke ist (und dass dort, nach Passieren des Orts Blankenrode, seltene Galmei-Veilchen wachsen). Und da der E1 ein langer, überregionaler Wanderweg ist, kommt das immer öfter vor, dass man Gegenden wiedererkennt und sich darüber weiter erinnert. Finde ich toll

    Laut Campingplatzbesitzer würden inzwischen wohl auch wieder mehr Leute den E1 laufen. Er meinte, es wären durch diverse neue Steige zunächst weniger geworden, aber inzwischen hätte sich das wieder gegeben.
    Geändert von lina (17.06.2019 um 12:50 Uhr)

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    AW: [DE] Unterwegs auf dem E1

    ich freue mich auch, dass dieser spezielle Bericht weiter geht, habe über die Jahre ja immer wieder "mit-gelesen". Es gibt wirklich schon schöne Ecken, gut, wenn man sie sich wenigstens erlesen kann.
    Two roads diverged in a wood, and I—
    I took the one less traveled by,
    And that has made all the difference (Robert Frost)

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