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  1. Sternenstaub
    Gast

    [IE] Einst in Donegal - Bluestack Mountains und weiter

    #1
    Land: IE
    Reisezeit: FRühsommer 2004
    Region/Kontinent: Nordeuropa

    Eines Tages packte mich ganz massiv die Sehnsucht; so lange war ich nicht mehr in Irland gewesen. Zuletzt als mein Sohn noch ein toddler und meine Tochter noch nicht geboren war.
    16 lange Jahre war es her. Meine Tochter hatte schon Urlaubspläne und den Sohn überredete ich, mit mir das Weite zu suchen. Kurzentschlossen buchte ich uns einen Billigflug nach Dublin.
    Erst kurz vor dem Abflug hatten wir uns entschieden, es mit Donegal zu probieren. Dort war ich noch niemals gewesen und die Ecke sollte noch recht ursprünglich sein. Da es bei uns an Reisebüchern und Landkarten nie mangelt, war rasch der Bluestack Mountain Way ausgeguckt und im anschluss daran eine Strecke an die Küste. In Donegal Town sollte es beginnen, von Dublin gibt es eine gute, schnelle und preiswerte Busverbindung dorthin.
    Wir verbrachten die erste Nacht in Dublin und enterten am nächsten Morgen den Überlandbus in Richtung Nordwesten.




    Wir schlenderten durch Donegal und gingen abends noch in einen Pub, wo die junge Band uns mit klassisch irischer Musik auf die kommenden Tage einstimmte



    Es war ein absoluter SCheißanfang für den ersten wirklichen Wandertag auf dem Bluestack Mountains Way. Wir hatten von Dublin kommend in einer kleiner Pension übernachtet.
    Nach dem Duschen wollte ich das Badezimmerfenster weiter öffnen, um den Wasserdunst hinaus zu lassen. Nie zuvor hatte ich einen solchen Öffnungsmechanismus gesehen, nichts zu ziehen oder zu schieben. Ich versuchte gerade doch noch hinter das Geheimnis zu kommen, als plötzlich der obere Teil des Fenster wie bei einer Guillotine heruntersauste und meine rechte Hand einquetschte. Gezwungenermaßen kniete ich am niedrigen Fenster und schrie um Hilfe. Ich konnte weder das Fenster noch die Hand oder sonstwas nur einen Millimeter verschieben. Unten ging gerade der Landlord über den Hof, hörte mich rufen. Er rannte herbei, legte die Leiter, die am anderen Hausteil gelehnt war an und verschob das Fenster von außen. Es hat nicht viel gefehlt und ich hätte mich auf den Boden übergeben, so übel war mir.
    Ich ließ viel kaltes Wasser über die Hand und speziell den rechten Mittelfinger laufen, der am unteren Drittel eine Delle bis weit über die Mitte hinein hatte, er blutete aber seltsamerweise nicht an der Oberfläche. Der Nachbarfinger war auch lädiert, aber nicht so arg.
    nunja, wir wollten los und so starteten wir trotzdfem, auch wenn ich den Rucksack nicht allein wuchten konnte, weil die Hand fürchterlich schmerzte.
    Es nieselte zuerst, ging kurzzeitig in einen heftigen sChauer über, den wir unter einer Brücke sitzend verbrachten, aber dann heiterte das Wetter auf und ebenso unsere Laune.

    Und wir gingen und gingen und schwitzten und schwitzten und ich warf nach und nach 3 Asperin ein, weil ich dachte, gleich fällt mir die Hand ab.
    Es wurde zwar nicht viel besser, aber irgendwann gewöhnt man sich an alles und ich versuchte mir nicht anmerken zu lassen, wie mies es mir ging.




    Beim Blick über den Lake heiterte sich meine Stimmung nun endgültig auf, was bei dieser Aussicht nun wirklich kein Wunder ist.



    Geändert von Sandmanfive (06.11.2011 um 02:50 Uhr) Grund: Reisecharakter eingestellt

  2. Sternenstaub
    Gast

    AW: Einst in Donegal - Bluestack Mountains und weiter

    #2
    Wir machten eine etwas längere Rast, wir hatten uns noch nicht richtig eingelaufen, die Rucksäcke schienen uns bleischwer und überhaupt hatten wir uns ein paar ruhige Minuten verdient. ;)





    Es hatte sich immer mehr aufgeklart und so erfreuten wir uns an der guten Sicht zu den Bergen





    Wir kamen nun in den Bereich des Eglish River, an dessen Ufern es laut Reiseführer gute Campmöglichkeiten geben sollte. Es war inzwischen später Nachmittag. Wir beschlossen uns einen Platz zum Zelten zu suchen, aber gerade bei diesem Stück des Weges schwammen alle in Frage kommenden Wiesen mehrere Zentimeter im Wasser, es musste die Tage vorher enorm geschüttet haben. Ein Rastplatz war wirklich von Nöten, zumal Douglas bereits den ganzen Tag unter Zahnschmerzen gelitten hatte, was er mir aber jetzt erst sagte.
    Gegen 19.00 Uhr marschierte ich kurzentschlossen auf eine Zufahrt, die zu einer der wenigen Farmen in diesem Bereich des Weges ging und klopfte an. Der Farmer (Jim) kam heraus und meinte: Müde, schaut ihr aus. Kann ich was für euch tun?
    So kamen wir zu einem relativ trockenen ebenen Platz auf seiner Weide, etwa 100 Meter vom Haus entfernt.



    Gerade hatten wir unsere Zelte aufgebaut, als plötzlich dicke Wolken am Himmel auftauchten. wir konnten gerade noch die Rucksäcke und uns auch hineinwerfen ;) , da prasselte ein starker Regen auf uns nieder. In der Ferne grollte der Donner und am Horizint sah man den verdunkelten Himmel unter den Blitzen aufleuchten.

    Plötzlich hörte der Regen innerhalb weniger Sekunden auf, es wurde hell im Zelt, wagemutig ;) zog ich die Reißverschlüsse auf und sah einen wundervollen Regenbogen zwischen schnellziehenden Wolken. Ich weiß nicht wie lange ich dort lag und dieses Bild in mir aufnahm. Es schien, als ob diese Szenerie nur für uns aufgebaut worden wäre.
    Ich erinnerte mich an meine Kamera und konnte eben noch die letzten Momente des Regenbogens einzufangen.



    Auf dem Foto seht ihr das Zelt von Douglas und ein wenig noch von meinem verblassenden Regenbogen.

    5 Minuten später kam Farmer Jim und brachte uns Tee - that you feel welcome, meinte er.

    So war ein unglückselig begonnener Tag umgewandelt worden durch einen Regenbogen und etwas FReundlichkeit. Es war schon ein ganz besonderer Moment, im Zelt zu liegen und durch den geöffneten Eingang auf dieses Bild zu schauen.
    Geändert von Sternenstaub (29.03.2009 um 23:10 Uhr)

  3. Fuchs
    Avatar von dooley242
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    AW: Einst in Donegal - Bluestack Mountains und weiter

    #3
    Das sieht doch bis jetzt nicht schlecht aus und ich hoffe, dass Eure "Verletzungen" nicht zu schwerwiegend waren.
    Irland reizt mich bei solchen Bildern wirklich, aber dieses Jahr ist erstmal der WHW dran.
    Gruß

    Thomas

  4. Erfahren
    Avatar von Biggi
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    AW: Einst in Donegal - Bluestack Mountains und weiter

    #4
    Ja Sternenstaub, einmal Irland immer Irland, nicht wahr? Toll, daß Du Deinen Sohn immer mitnimmst. Wünschte ich von meiner Tochter auch, dass Sie mal soviel Wanderlaune mitbringt.
    Wieviel Kilo Bücher mussten dieses mal mit?

  5. Sternenstaub
    Gast

    AW: Einst in Donegal - Bluestack Mountains und weiter

    #5
    Hallo dooley und biggi, freut mich, wenn euch der Beginn gefällt.
    Ja, Irland hat schon einen echten Süchtigkeitsfaktor...


    Während der nächsten Stunde gewitterte es immer wieder, wir sahen noch einige Regenbogen.


    Wir hatten uns am Morgen in Donegal T eine kleine Flasche Whiskey gekauft und dann gerecht in zwei kleine Fläschlein geteilt. Ein weiteres Asperin und ein SChluck vom Whiskey ließen mich einigermaßen schlafen.

    Jim brachte uns am Morgen einen Tee und wies darauf hin, dass er jetzt seine FReundin besuchen würde, die in der Stadt wohne. Wir könnten gern nochmal die sanitären Einrichtungen benutzen, danach müsser er aber das Haus abschließen. Hinter dem Haus wäre ein Brunnen, der aus einer kleinen sehr sauberen Quelle gespeist würde, das wäre sogar Trinkwasserqualität, da könnten wir uns hinterher ja waschen.
    Ich fand es schon super, dass er überhaupt an uns dabei dachte und bedankte mich herzlich bei ihm. Douglas pennte noch, als er fuhr und mir noch einmal zuhupte.




    Als er endlich munter wurde, waren wir in relativ kurzer Zeit aufbruchbereit, heute soll es bis etwa Disert Graveyard gehen, durch die verlassenen Siedlungen der deserted townlands.
    Wir wollen versuchen ohne Schmerzmittel auszukommen und hofften, dass uns die Landschaft genug Ablenkung gibt.
    Wir folgten weiter dem Eglish River auf einem schmalen Sträßchen und überquerten ihn bald wieder. Der Weg führt teilweise über Weiden und später open country. Ab und zu wechselt er wieder auf befestigte Straßen, wir begegneten aber weder Mensch noch Auto. ;)






    Es gibt zwar immer wieder Anzeichen von Besiedlung, allein wir scheinen die Einzigen zu sein, die hier durch die Gegend wandern.







    Nach einem recht friedlichen und ruhigen Tag, der nur durch einige Schmerzattacken versüßt wurde, suchten wir uns einen Platz zum Campieren. Es bot sich lediglich eine größere, eingezäunte Schafweide direkt neben dem trail an, aber Schafe konnten wir zuerst nicht sichten.


  6. Sternenstaub
    Gast

    AW: Einst in Donegal - Bluestack Mountains und weiter

    #6
    Am nächsten Morgen werden wir von mä und määhääh geweckt und als ich den Reißverschluss öffne, um hinaus zu spähen, schaue ich in das schwarz-weiße Gesicht eines Schafkindes. Während der Nacht hat uns eine ganze SChafsgmeinschaft umzingelt ;) und malerische übel riechende Flecken umd uns verstreut.
    Ich gehe zu dem kleinen Bach, der durchs Gelände fließt und mache etwas Katzenwäsche, wobei mich einige Schafe teils misstrauisch teils neugierig beäugen.
    Nach einem cheddar&Brot&tee-Frühstück packen wir unsere Plörren zusammen, um uns wieder auf den Weg zu machen. Heute wollen wir über den Cloghmeen Hill und weiter nach Glenties. Mein Reiseführer gibt zwei Strecken an, um nach Glenties zu kommen, eine leichtere und eine, von der dringend bei schlechtem Wetter abgeraten wird. Ist schlechtes Wetter? Wir gucken uns fragend an und finden es ein wenig affig, den leisen Nieselregel als schlechtes Wetter zu klassifizieren.
    also los, so schwierig wird der Weg schon nicht sein.




    Wir gehen an einigen verlassenen Gehöften vorbei und folgen dem Pfad ins bogland und auf den Berg. Der WEg ist sehr schlecht, immer wieder müssen wir über Schlammlöcher springen und das ist mit Rucksack nicht wirklich ein Vergnügen. Der Weg ist nunmehr eine Art von Bach, aus dem ab und an etwa 60 cm hohe Erdstücke (paddocks nenne ich sie bei mir) herausragen, von eine Art Gras bewachsen und ziemlich rutschig. aber die Markierung zeigt eindeutig in die von uns gewählte Richtung. Ich komme ziemlich aus der Puste, weil es immer bergauf geht und bei meiner doch recht bescheidenen Körpergröße es nicht wirklich leicht ist, immer wieder auf diese Paddocks zu gelangen. ab und an rutsche ich immer wieder ab, weil aber der Boden verdammt nachgiebig ist und mit Moor nicht unbedingt zu spaßen ist, ziehe ich mich immer wieder fast fluchtartig ;) hoch.
    Mein Sohn mit wesentlich besseren und neuem! Schuhwerk ausgestattet, sowie längeren und jüngeren Beinen ;) lacht über meine Hoppserei und meint einmal mehr, mich würde nicht wirklich viel von einem Hobbit unterscheiden. tstst.
    Kalter Nebel kommt auf, kriecht förmlich auf uns zu und mir vergeht irgendwie der Sinn für alberne Bemerkungen, Douglas springt aber wie ein junger Hüpfer hin und her und hat offensichtlich viel Spaß.
    Als wir jedoch den nächsten Pfosten (Wegmarkierung), die sicherlich nicht unbeabsichtigt in Sichtweise ins Moor gerammt sind, wegen des Nebels nicht mehr erkennen können, streike ich.
    Da geh ich keinen Zentimeter weiter. Ich habe echt keine Lust, mich hier zu verirren und im Moor zu versinken.
    Das ist das erste Mal auf einer Tour, dass wir uns in die Wolle kriegen. Ich halte es für Schwachsinn auf durchaus nicht ungefährlichem Grund ohne die Möglichkeit einer Orientierung weiter zu gehen. Ich will wenigstens die Möglichkeit haben zu sehen, wohin ich gehe.
    Mürrisch hocken wir uns auf eine einigermaßen trockene Stelle, um abzuwarten.
    Als nach etwa 15 Minuten der nächste Holzpfosten gerade eben so in den Bereich des Sichtbaren auftaucht, gehen wir langsam weiter, müssen aber immer wieder kurz anhalten, um den Weg erkennen zu können. Mit viel SChnauferei meinerseits gelangen wir oben auf den Gipfel. Und wir sehen?
    Nichts. Das ist irgendwie schon spannend, rund um uns eine ganze Welt mit berühmten Aussichten und wir sehen nur...



    Der Abstieg ist hundertermal einfacher, der Pfad wird trockener und führt stetig hinab. Man kann wieder weiter als nur 2-3 Meter gucken. Wir durchqueren erneut ein verlassenes Dorf, der WEg wird breiter und heißt nun church-lane. Über ihn gelangte man früher von diesem namenlosen Dorf in den nächsten Kirchsprengel nach Glenties.
    Und dann passiert mir noch ein Malheur, was den Tag dann wirklich für mich abrundet.
    Wir kommen langsam an eine sehr schmale gepflasterte Straße (das, was man hier boreen nennt), nur noch etwa 4 Meter trennen uns von ihr. Vor uns ist eine sehr große Pfütze, deren Grund man nicht erkennen kann. Links ist ein Bach, rechts ein sehr schmaler Streifen Weg, auf dessen anderen Seite es in einen Graben abwärts geht. Leichtfüßig balanciert Douglas über diesen etwas erhöhten Minidamm und ich sehe mich schon bald im Graben liegen, wenn ich ihm folge.
    Also beschließe ich, einfach durch die Pfütze zu waten, die SChuhe sind eh schon mehr als nass, was kann jetzt noch Übles kommen?
    Tja - und dann versinke ich vor den erstaunten Augen meines Sohnes und unter seinem schallenden Gelächter bis zu den Knien in wunderschöner schwarzer Modderpampe. Als wollte mich das bog noch einmal richtig ärgern, weigert sie sich, mich oder meine SChuhe unter normalen Anstrengungen wieder freizugeben. In geradezu Windeseile befreie ich mich irgendwie von meinem Rucksack und werfe ihn auf die Straße.
    Fluchend krabbele ich mehr als ich rausklettere aus dem Loch. Während Douglas sich immer noch die Seiten hält, würge ich meinen Rucksack wieder auf und gehe - ihn missachtend - weiter. Am liebsten hätte ich ihn mit dem Kopf zuerst ind das Loch gestopft, aber ich kenne meine Grenzen. ;)



    Nach all den Anstrengungen beschließe ich, dass für die kommende Nacht ein B&B her muss. Ich will heiß duschen, meine Klamotten waschen und meine mittlerweile rot&blau marmorierte Hand pflegen. die Delle ist immer noch genauso geformt und so tief wie kurz nach dem Unfall und alles schmerzt geradezu höllisch. Zudem ächzt auch mein linkes Knie, dieser BefreiungsaktAkt aus dem SChlammloch zuerst mit dem schweren Rucksack und dann so, hat mein eh malades Knie offensichtlich nicht erfreut.
    Obwohl ich schwere Bedenken habe, dass mich in diesem verdreckten Zustand eine Landlady über ihre Türschwelle lassen wird, klingeln wir etwa eine Stunde später hoffnungsfroh an einer Tür. Wir sind aber doch willkommen. ;)
    Die Landlady lacht, als ich sie bitte, mir meine verschlammten Hosenbeine unter dem Gartenschlauch abwaschen zu dürfen und sagt, ich solle danach Hose und SChuhe einfach dann unten vor die Kellertür legen, sie öffne dort für mich und ich könne dann gleich ins Zimmer gehen.
    So durchquere ich leicht bekleidet das Haus und bin mehr als froh im Zimmer frisches Zeug zu nehmen und unter die Dusche jumpen zu können.
    Inzwischen steht eine Kanne Tee bereit und unsere freundliche Gastgeberin hat Douglas erklärt, sie stecke die Hose nun in die Waschmaschine und dann in den Trockner und stelle die nunmehr gesäuberten SChuhe mit Zeitung ausgestopft unter die Heizung.
    Zum Glück habe ich ja noch ein Paar Wandersandalen dabei und nach einer Stunde des Ausruhens sind wir wieder munter genug, um unsere Schlammbergbesteigung im Ort in einem sehr netten Pub mit gutem Essen und ein oder zwei pints, gefolgt von 2 whiskey zu feiern.
    Geändert von Sternenstaub (30.03.2009 um 16:00 Uhr)

  7. Erfahren
    Avatar von Biggi
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    AW: Einst in Donegal - Bluestack Mountains und weiter

    #7
    Nicht einschlafen, Sternenstaub. Da kommt sicher noch mehr, schätze ich. Lechz.

  8. Sternenstaub
    Gast

    AW: [IE] Einst in Donegal - Bluestack Mountains und weiter

    #8
    hallo biggi, joa, morgen geht es weiter. Freue mich wirklich, dass dir der Bericht gefällt.

  9. Sternenstaub
    Gast

    AW: [IE] Einst in Donegal - Bluestack Mountains und weiter

    #9
    Am nächsten Morgen erzählt uns die Landlady, dass es die letzten 10 Tage in den Bergen enorm geregnet habe, also genau die Art von Wetter, dem man in dieser Gegend möglichst ausweichen soll. Sonst wäre die Route viel besser zu begehen. Obwohl sie selber noch nie eine solche Strecke gelaufen sei, das sei ja wohl alles sehr sehr anstrengend.
    In Glenties selber habe es kaum geregnet, aber halt eben in den Bergen.
    Dafür haben wir aber nun Glück mit dem nächsten Teilstück. Es führt von Glenties am Owenea River entlang bis an die Loughrosmore Bay zum Ort Ardara. Bei anhaltendem Regen ist der schmale Pfad am Fluss entlang oft unter Wasser und nicht begehbar.
    Frohgemut und leicht humpelnd (ich), machen wir uns nach einem göttlichen Frühstück auf den Weg. Meine Hand schmerzt zwar immer noch, aber entweder merke ich es nicht mehr so stark oder es wird wirklich langsam besser.
    Schnell finden wir den Zugang zum Weg, nachdem wir den außenbereich von glenties erreicht haben.
    Das Wetter verspricht geradezu, uns für den letzten Tag zu entschädigen, der Himmel lacht mit unserer guten Laune um die Wette.







    Der Owenea River ist ein bekannter Lachsfluss und fließt gemächlich und nahezu idyllisch in Richtung Meer. Ich genieße es, dass ich nahezu beschwerdefrei und ohne großartig auf den Weg achten zu müssen, vor mich her schauen kann.







    Es gibt immer wieder kleine und größere Brücken über den Fluss, weil der Pfad häufig auf die andere Flussseite wechselt.

    Dann jedoch nach dieser Holzbrücke


    wird es etwas beschwerlich zu gehen. Auf diesem Teilstück wächst sehr hoher Farn und der Weg ist stellenweise nicht mehr zu erkennen, weil er zugewuchert ist und man aufgrund der Höhe der Pflanzen nicht sehen kann, in welcher Richtung es weitergeht. Mehrmals verfransen wir uns und müssen ein Stück weit versuchen zurück zu gehen.

    Als wir zwischendurch an eine Stelle kommen, wo sich der Farn etwas lichtet und nicht mehr ganz so hoch ist, nutze ich die Gelegenheit, etwas Luft zu schnappen (es ist sehr feuchtwarm und stickig im Farn) und ein Foto zu machen.
    Tausende von Midges umschwirren uns, was speziell D sehr verdießlich macht, wie man hier unschwer erkennen kann. ;)

    Ich soll nicht fotografieren, sondern schnell weitergehen, damit wir aus dieser Zone wieder heraus kommen..
    Nach einem weiteren besonders schlimmen Stück, wo ich außer Grün so gut wie nichts mehr sehen kann, hören wir Motorengeräusch. Verdutzt bleiben wir an einer Art kleiner Lichtung stehen. Plötzlich steht vor uns ein Mann mit einer Motorsense, der sich genaus so erschrickt wie wir. Er stellt das Teil aus und unterhält sich kurz mit uns. Vor der Saison wird der Weg immer frei gemacht, weil sich sonst die Leute verlaufen würden und in einen der zahlreichen Gräben fallen könnten. Grinsend meint Douglas, dass wir da ja Glück gehabt hätten, weil seine Mutter eigentlich in jedes mögliche Loch im Boden fallen würde. Frechheit!!!
    Und erzählt dem Arbeiter von meinem letzten Malheur.
    Wir sagen bye und nun ist der Rest einfach, weil die grüne Hölle nur noch rechts und links vom Pfad wuchert.
    Oder er könnte einfach sein, wenn wir nun nicht zu sehr schmalen Metallteilen kämen, die den Namen Brücke nun nicht wirklich verdienen.
    So richtig wohl ist mir nicht, wenn ich sie überquere, speziell weil ich mit Höhe so meine Probleme habe und es doch einige Meter nach unten in divese Gräben geht.
    D findet mein vorsichtiges Überqueren amüsant und muss mir natürlich zeigen, dass er sogar hinüber rennen kann. grrr.







    Langsam kommen wir zum Ende unserer Tagesetappe, bedauernd verlassen wir unseren Fluss



    und gehen in das doch recht touristische Ardara hinein. Da hier in der Nähe kein Campground ist, mieten wir uns in einerm kleinen B&B an der lauten Durchgangsstraße ein und hassen es sofort.
    aber nun, morgen geht es ja wieder weiter.

  10. Dauerbesucher
    Avatar von CODY
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    AW: [IE] Einst in Donegal - Bluestack Mountains und weiter

    #10
    Na komm Kathi.Mehr Mehr.Keine Müdigkeit vortäuschen.
    WATCH THE RAVEN.FOLLOW YOUR VISIONS AND YOUR DREAMS AND MAY THE GOOD SPIRITS TRAVEL WITH YOU.
    I WILL LEAVE NO MAN BEHIND
    http://omega-force-survival-group.org/index.php

  11. bergzwerg61
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    AW: [IE] Einst in Donegal - Bluestack Mountains und weiter

    #11
    War zwar noch nicht dort, aber Dein Reisebericht gefällt mir.
    Gehts noch weiter?

  12. Sternenstaub
    Gast

    AW: [IE] Einst in Donegal - Bluestack Mountains und weiter

    #12
    ja, vielleicht sogar noch heute. ;)
    Versuche nur gerade eine vernünftige Karte zu finden, um die auch noch anzuhängen.

  13. Fuchs

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    AW: [IE] Einst in Donegal - Bluestack Mountains und weiter

    #13
    Sehr schön!

    mieten wir uns in einerm kleinen B&B an der lauten Durchgangsstraße ein und hassen es sofort.
    Warum hassen? Wegen der Durchgangsstr. oder gab es noch mehr Gründe?
    Froh schlägt das Herz im Reisekittel,
    vorausgesetzt man hat die Mittel.

    W.Busch

  14. Sternenstaub
    Gast

    AW: [IE] Einst in Donegal - Bluestack Mountains und weiter

    #14
    hi paddeline. Irgendwie waren es uns zu viel Menschen, zu viel Verkehr, Glenties war ruhig und beschaulich gewesen, während es in Ardara eben halt sehr touristisch war. Dazu lag das B&B genau an der Durchgangsstraße, zwei andere wo wir fragten waren ausgebucht, sodass wir eigentlich froh sein konnten, überhaupt etwas bekommen zu haben. Die Wirtin war ziemlich mürrisch und irgendwie setzte uns das alles etwas unter Stress.

    aber weiter.....

    Am nächsten Tag verlassen wir Ardara und den Bluestack Way, um auf den Slí Dhún na nGall (The Donegal Way) zu wechseln. Wir müssen nun überwiegend über Straßen und Sträßchen gehen, da sie aber wenig befahren sind, stört uns das nicht weiter. Nach dem ersten kurzen Stück aus Ardara hinaus, wo es recht befahren ist, gelangen wir auf eine schmale Route, die an die Bucht entlang bis zu einem Wasserfall führt.





    In unserem Wanderführer war der Platz dort als möglicher Campplatz benannt, was uns aber nur ein Kopfschütteln abringt. So nett dieser kleine Fall ist, aber niemals würden wir hier ein Zelt aufschlagen. Nicht nur ist die in Frage kommende Fläche sehr klein, sie liegt auch direkt an der Landstraße und häufig halten Touristen an und schauen sich den Wasserfall an. Wäre ungefähr so, als ob man auf einer Wiesenfläche an der B96 (nur mit weniger Verkehr) campen würde.
    Das Wetter ist eigentlich ganz nett und wir wollen bis nach Port wandern. Das ist ein verlassener Ort direkt am Atlantik, von dort führt ein schmaler Wanderweg immer am Klippenrand bis nach Glencolmcille. Mit schönen Blicken auf die Bucht gehen wir bis Maghera, wo wohl ein bekannter Strand ist. Das scheint ein beliebter Punkt für einen
    Tagesausflug von Ardara aus zu sein, zuerst zum Wasserfall und dann hierhin und als wir doch etliche Autos auf dem Parkplatz dort sehen, entschließen wir uns dazu, direkt nach Port zu wandern.
    Die Straße steigt nun steil an, der Talkessel ist ziemlich eng und es zieht immer mehr zu, es wirkt schon fast etwas bedrückend. Autos begegnen uns vorerst keine mehr und dann öffnet der Himmel seine Schleusen und versorgt das Land mit reichlich Wasser. Wir ziehen schnell unsere Regencapes an, die auch über die Rucksäcke passen und marschieren stoisch weiter. Mein Knie ächzt ganz schön und die blöde Kapuze lässt einem fast keine Sicht auf die Umgebung. Ok, das mag kein großer Verlust sein, weil es regnet und stürmt, nervt aber trotzdem. Langsam merke ich am Knie den harten Boden unter mir, aber lässt sich ja nun einmal nicht ändern.
    Wir wollen den Weg nach Port, der von dieser Straße abgeht nicht verpassen und laufen 2-3 mal vergeblich in kleine Sträßchen hinein, die sich aber immer als Zufahrten zu einem Farmhaus entpuppen. Die Straße führt direkt nach Glencolmcille, aber wir haben uns nun einmal Port in den Kopf gesetzt. Während wir gerade beraten, wie es weitergehen soll, sehe ich einen alten VW-Bus nahen. Optimistisch halte ich mal die Hand raus und er hält tatsächlich an. Eigentlich will ich nur fragen, wo der Weg nach Port abgeht, der Fahrer springt aber heraus und lädt uns ein, bis zum Abzweig mitzufahren. So richtig Spaß könne doch bei dem Sauwetter das Wandern nicht machen. Douglas erst skeptisch, weil vom Trampen zugunsten des Wanderns hält er eigentlich nichts, das ist unsportlich ;) - folgt dann aber doch der freundlichen Einladung und so steigen wir ein, nachdem wir die Rucksäcke hinten verstaut haben. Im Bus sitzen noch zwei kleinere Kinder, die uns mit großen Augen anstarren und die Großmutter, die sie wohl gerade vom Flughafen abgeholt haben. Ich plaudere etwas mit ihr und den Kindern, während Douglas dem Fahrer die FRagen über Wer und Wohin beantwortet.
    Nach etwa 20 Minuten hält er an und zeigt auf einen rechts abgehenden boreen. Ob wir wirklich nach Port wollen oder doch mit ihnen nach glencolmcille?
    Doch-doch, wir wollen nach Port und kurze Zeit später winken wir den freundlichen Leuten nach, bevor wir auf den boreen abbiegen.
    Und es lohnt sich wirklich, den "Umweg" über Port zu machen. Wir kommen nun in ein sehr schönes Tal mit einer Kette unterschiedlicher kleiner und etwas größerer Seen, die alle durch einen Fluss verbunden sind. Falls ich jemals den Namen gewusst habe, nun ich habe ihn vergessen. Er durchschneidet auch felsiges Gebietund fließt streckenweise durch eine Art Canyon, es gibt immer wieder beeindruckende Aussichten auf ihn. Leider streikt die Cam bzw ihre Batterien und so habe ich nur wenige Fotos anzubieten und leider keine von dem Canyon.







    Der Regen ist jetzt in leises Nieseln übergegangen, der perfekt zu Landschaft und der Stimmung im Tal passt. Als wir die Küste und somit Port erreichen, ist schon später Nachmittag. Kurz bevor der asphaltierte Weg endet, ist links direkt am Flussbett auf einem kleinen Plateau eine Art Caravan aufgebaut. Wir gehen also weiter, weil wir hoffen, dass weiter unter irgendwo eine ebene Fläche ist. Dort ist ne Menge Land unter, aber wir finden doch 2 Plätzchen für die Zelte. Zum steinigen Strand geht es recht steil herunter und man kann nicht wirklich erkennen, wo oder besser wie es zu den verlassenen Häusern, die man durchaus sehen kann geht.






    Weil es wieder begonnen hat zu stürmen, bauen wir die Zelte auf, in der Hoffnung, dass alles hält. Später kommen noch zwei Autos, die auf der Fläche vor dem Caravan parken. Ich nehme an, es sind Leute, die fischen wollen, unten am Minihafen sind einige Boote auf den Geröllstrand gezogen.
    Recht früh verkriechen wir uns, es regnet und stürmt und ich mache mir schon etwas Sorgen wegen der nahen Abbruchkante.
    Am nächsten Morgen verkündet D, er habe prima geschlafen, was man aber von mir nicht wirklich behaupten kann. So gegen Mitternacht nahm der Sturm noch einmal recht heftig zu und ich bin erst gegen 3-4 eingeschlafen, nur um immer mal wieder bewusst hinaus zu lauschen.

  15. Erfahren
    Avatar von Biggi
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    AW: [IE] Einst in Donegal - Bluestack Mountains und weiter

    #15
    Na toll, dass ihr Port noch mitgenommen habt.
    Ich hab´s mir auch mal gegönnt.
    War im Magisch Reisen Irland "angepriesen". Irgendwie dachte ich, hier zu leben, vielleicht 1800 oder so, und du denkst, du lebst am Ende der Welt. Die Zufahrt nach Port sind, glaube ich, so 6 Meilen oder mehr?
    Leider lag damals ´ne Menge Müll im Wasser.



    Ist schon manchmal ´ne gottverlassene Gegend da. Aber schön.

  16. Sternenstaub
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    AW: [IE] Einst in Donegal - Bluestack Mountains und weiter

    #16
    ja, Port ist schon wirklich etwas Besonderes. Seid ihr dort hingefahren oder zu Fuß unterwegs? Auch die Wanderung von dort immer in Meeresnähe nach Glencolm hat Spaß gemacht, dazu kommen die Fotos vielleicht heute abend. ;)
    Die Entfernungen bekomme ich jetzt gar nicht mehr so richtig zusammen. Wenn ich den Bericht fertig habe, will ich mal die Route versuchen per map darzustellen, so ähnlich wie Sarekmaniac das gemacht hat. Und die Literatur dazu raussuchen. ;)

    Müll haben wir übrigens keinen gesehen, wer weiß, vielleicht hatten bei euch die Winterstürme einiges angespült. Von dort aus geht es ja immer geradeaus viele Tausende von Meilen direkt nach Amerika. ;)

  17. Sternenstaub
    Gast

    AW: [IE] Einst in Donegal - Bluestack Mountains und weiter

    #17
    Als wir aufstehen, scheint die Sonne. In rascher Folge sausen die Wolken mehr als dass sie wandern über den Himmel. Oben muss ein ganz schönes Windchen pusten, hier unten ist es wesentlich ruhiger, wenn auch zeitweise etwas düster.



    Ich gehe zur Abbruchkante, um zu schauen, ob sie wirklich so nahe hinter den Zelten ist, wie ich in der Nacht immer gefürchtet hatte. Tja, so 2-3 Meter ist die Kante von meiner hinteren Zeltwand entfernt, es geht schon einige Meter von dort hinunter. Unten am Strand sind die Boote verschwunden, offensichtlich gibt es heute irgendwo zum Abendessen Fisch ;). Wir überlegen, ob wir auf die andere Seite des Hügels gehen sollen, um uns die Ruinen näher anzuschauen, entscheiden uns aber dagegen, weil wir mal wieder dringend ein paar Lebensmittel einkaufen müssen und rechtzeitig in Glencolmcille sein wollen. Außerdem ist der Pfad dorthin sehr schlecht zu erkennen und das Gelände sieht auch verdammt rutschig aus.



    Wir trödeln noch ein wenig herum, zu sehr hält uns die Atmosphäre dieses verlassenen Ortes mit seiner wirklich isolierten Lage in Bann. Wie gern würde ich hier eines der Häuser wieder aufbauen und den Rest meiner Tage verbringen.
    Aber wir müssen nun wirklich los Wir packen also unseren Kram zusammen und machen uns auf den Weg. Ein schmaler Pfad windet sich immer an der Küste und teils sehr nah an der Abruchkante entlang in die Richtung, in welche wir wollen. Also auf mit uns!



    Heute morgen zeigt es sich, dass es doch etwas geholfen hat, die Akkus mit in den Schlafsack zu nehmen, die Cam macht wieder freundlicherweise ohne Mucken Fotos. Wir drehen uns mehrmals um, um auf Port zurück zu schauen und dabei entstehen diese Fotos.











    Wir wissen, dass der Pfad immer am Meer entlang geht, obwohl nunmehr nicht wirklich zu erkennen ist, wo er lang gehen soll. Aber das macht nichts, es gibt viele kleine Schaftrampelwege und irgendwie kommen wir schon weiter. Mehrmals müssen wir zurück gehen, weil der scheinbare Weg nur zu einem abbruch führt, den man am anfang nicht sehen konnte. Es geht rauf und runter, rauf und runter.



    Das ist zwar bei Weitem nicht so schlimm wie auf der Wanderung nach Glenties, weil hier kein bog ist, mein Knie murrt jedoch ganz schön. Und immer wieder hat man phantastische Ausblicke aufs Meer. wir bleiben oft stehen, um sie zu genießen.





    Das Wetter wird immer besser, wie man an diesen Fotos erkennen kann ;)




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    #18
    Ist ja alles Super.Die Bilder,der flüssige Schreibstil und es gefällt mir sehr gut.Aber wieso stellst du keine Bilder von dir ein.Na komm.

    Cody.
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  19. Sternenstaub
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    #19
    ich kenne meine Grenzen UND ich war nie fotogen, deswegen lasse ich mich eher nicht fotografieren. :-p
    Und kennst du einen Sohn, der daran denkt, seine Mutter zu fotografieren? ;)

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    #20
    Mach dich nicht runter.Sonst stell ich die Bilder vom Waldviertel ein.Mir gefällst du verdammt.

    Cody.
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