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  1. AW: Kleines Projekt: Die 10 Gebote für Outdoorer

    Ja. Das würde ich so voll unterschreiben - und noch hinzusetzen:
    "Natur" ist ja nun kein geographisch verortbarer Begriff, sondern ein Prinzip von Wechselwirkungen. Dieses Prinzip drängen wir mit der Ausbreitung unserer Kultur zurück - aber das ist ein lange andauernder Prozess. Überall erhalten sich kleine Inseln, die u.U. auch gar nicht sofort erkennbar sind, in denen das Prinzip Natur weiterexistiert, oft in dichtbesiedeltem Raum und das nur, weil es kaum wahrgenommen wird. Wenn man jetzt sagt: "Hier ist eh nichts mehr zu machen" dann ist das pädagogisch gesehen eine Katastrophe. Dagegen muss man angehen, sensibilisieren und auch polarisieren. Und genau wie Blue0711 geschrieben hat: Ziehen wir uns aus einem Bereich zurück, fangen diese natürlichen Prizipien wieder an zu wirken. Das ist kein "Entweder -Oder", das ist fliessend, in beiden Richtungen.

    Andreas
    "Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern darin, dass er nicht tun muss, was er nicht will." Jean-Jacques Rousseau

    BTW: "Hit the road, Jack" (Wolfskin)!

  2. AW: Kleines Projekt: Die 10 Gebote für Outdoorer

    Nein,
    Natur ist eine der absoluten Cruces der letzten 20 Jahre....., vielleicht unserer Generation. Es geht nicht um Anhalten oder ein Zurück,sondern um ein Weiter in der Natur. Und Natur ist auch kein Naherholungsgebiet, was man eben mal herbei zaubern kann.

  3. Alter Hase

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    AW: Kleines Projekt: Die 10 Gebote für Outdoorer

    Zitat Zitat von Andreas L Beitrag anzeigen
    ...Bisher haben wir es hier geschafft, weitgehend sachlich zu bleiben. Da ich viel Arbeit in diesen Thread und das Thema gesteckt habe, wäre ich daran interessiert, dass das auch so bleibt - es kommt dann einfach mehr raus dabei....
    Wenn man Reizbegriffe vermeidet und versucht, den Ton einigermassen zu waren, sollte das auch bei einem kontroversen Thema möglich sein. Seine Meinung soll natürlich jeder sagen dürfen - aber: Der Ton macht die Musik, das wissen wir doch alle.
    ...
    Ich finde dieser Thread und das, was daraus letztend entsteht, ist einer der Wichtigsten im Forum, wenn ich sehe, wie sich viele "draussen" verhalten, braucht es da noch eine gewisse Informationsuebermittelung

    Wobei man die imho eher ueber einen sticky Beitrag in jedem Subforum (so in etwa das was in #87 steht), als ueber einen Workshop erreichen wuerde. Wer in den Workshop geht, ist eh schon sensibilisiert und wird schon vorher durch sein Verhalten nur einen rel geringen Schaden anrichten , ich finde es geht eher darum die grosse Masse zu ereichen, die eben nicht so stark zu dem Thema ausgerichtet sind, dass sie z.B. Geld fuer Buecher zu dem Thema ausgeben (gibt ja im Stein-Verlag inzwischen so einiges Leichtlesbare).

    Wenn entsprechende Informationen m Forum so plaziert wuerden, dass sie nicht ueberlesen werden koennten, wenn nur ein paar Hundert User, fuer die das bis jetzt kein Thema war, dadurch im Laufe der Zeit ans Nachdenken kaemen, wuerde ein bedeutend groesserer Schaden in der Natur vermieden, als ueber 10 Workshops.
    Und dijenigen, die sich dadurch bevormundet fuehlen, koennten sich ja mal in Toleranz ueben

  4. AW: Kleines Projekt: Die 10 Gebote für Outdoorer

    Leave no traces? Don't go!

    Sobald ich draußen bin (oder drinnen oder woauchimmer), hinterlasse ich Spuren. Mag sein, dass ich es erlernen kann, mich so zu bewegen, dass für das - oberflächliche, unbewaffnete - Auge keine Spuren zu sehen sind. Aber gar keine Spuren zu hinterlassen, überhaupt keinen Einfluss zu nehmen, das geht nur, wenn ich irgendwo NICHT hingehe. Ich weiß, dass das jetzt etwas spitzfindig ist. Andererseits mag eine so überzogen formulierte Maxime auch Leute abschrecken, sich überhaupt damit zu beschäftigen. Zumindest mich motivieren Ansprüche, die von vornherein unerfüllbar formuliert sind, nicht unbedingt zu Höchstleistungen. Ein "so wenig wie möglich" finde ich daher nicht nur realistischer, sondern auch zielführender: Wie wenig ist denn möglich? Was von meinem Tun hinterlässt denn welche Spuren und welche davon kann ich vermeiden? Meiner Meinung nach etwas handlungsorientierter.

    @ Andreas: Natur und Kultur als Gegensatz - das funktioniert nur, wenn ich den Menschen und sein Handeln, meinetwegen sein Tun und Treiben zB im Walde, per se als nicht natürlich definiere. Und das halte ich für problematisch. Ich glaube jedenfalls nicht, dass es den Menschen der "Natur" oder auch seiner Umwelt, Mitwelt näher bringt, wenn er diese immer als einen Gegensatz zu sich selbst definiert.

    Ganz ehrlich? Ich fürchte, es läuft besser über den Aspekt der langfristigen oder nachhaltigen Nutzbarkeit. Nutze den Wald, in dem du wandern gehst, so, dass auch andere (Mitmenschen und Nichtmenschen) nach dir ihn mit wenigen Beeinträchtigungen genauso nutzen können. Und dass er auch dir selbst in ein, zwei Jahrzehnten noch als wertvoller Erfahrungsraum zur Verfügung steht.

    Grüße,
    Marcus
    Altersstarrsinn, ich glaube, das liegt mir, das ist mal was, was ich richtig gut kann. Darauf freue ich mich schon. (Horst Evers)

  5. AW: Kleines Projekt: Die 10 Gebote für Outdoorer

    ... dazu von mir nur zwei Anmerkungen: "Natur" (und alle Ableitungen davon) dürfte eines der missbrauchtesten und missgedeutetsten Worte im allgemeinen Sprachgebrauch sein.
    Fest steht, dass es nicht Definitions-Sache ist, was Natur und Kultur bedeutet - das IST definiert: Natur und Kultur beschreiben diametral entgegengesetzte Vorgänge. In Reinform existiert das eine nur ohne das andere - beide Faktoren löschen einander aus: entweder - oder. Das stammt nicht von mir, sondern das läuft unter "abgesicherter wissenschaftlicher Erkenntnis". Und ist in der Realität nachprüfbar. Soll heissen, die Gleichungen gehen nur auf, wenn man das als Grundlage nimmt. Alles andere sind persönliche Interpretationen - mit denen man aber in der Regel nicht weiter kommt, als dass man damit eigene Bedürfnisse befriedigen kann. Soweit meine Erfahrung dazu.

    Andreas

    PS: ... und natürlich "geht es" (LNT). Als Versuch der möglichst grossen Annäherung an ein Ideal, im Bewusstsein, das Ideal selbst nie erreichen zu können. DAS übrigens meinte Konfuzius mit dem Satz: "Der Weg ist das Ziel". Auch das wird in unserer Kultur meistens missverständlich ausgelegt.
    Geändert von Andreas L (06.03.2012 um 06:36 Uhr)
    "Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern darin, dass er nicht tun muss, was er nicht will." Jean-Jacques Rousseau

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  6. AW: Kleines Projekt: Die 10 Gebote für Outdoorer

    Bezueglich des Wochenendes: Wieviel bringt es wenn ein paar Leute, die sich fuer LNT interessieren einen Kurs besuchen? Es erscheint mir sinnvoller, die zehn Gebote fuer Outdoorer prominenter zu bewerben. So kann man vielleicht Leute erreichen, die sich noch keine oder wenig Gedanken gemacht haben.

  7. AW: Kleines Projekt: Die 10 Gebote für Outdoorer

    Zitat Zitat von Andreas L Beitrag anzeigen
    "Natur" (und alle Ableitungen davon) dürfte eines der missbrauchtesten und missgedeutetsten Worte im allgemeinen Sprachgebrauch sein.
    Fest steht, dass es nicht Definitions-Sache ist, was Natur und Kultur bedeutet - das IST definiert: Natur und Kultur beschreiben diametral entgegengesetzte Vorgänge. In Reinform existiert das eine nur ohne das andere - beide Faktoren löschen einander aus: entweder - oder. Das stammt nicht von mir, sondern das läuft unter "abgesicherter wissenschaftlicher Erkenntnis".
    Etwas dick aufgetragen...
    Was du wiedergibst klingt für meine Ohren eher nach der Alltagssprache, und eben nicht im wissenschaftlichen Wortsinn.
    Zumindest ist es nur ein möglicher wissenschaftlicher Blickwinkel und definitiv nicht der eine einzige wahre.
    Ich habe eine merklich andere Sichtweise kennengelernt. Für mich ist der Mensch, als Tier, ein Teil der Natur, und damit auch die untrennbar zu unserem biologischen Wesen gehörende Kultur.
    Das findet sich übrigens bei Wikipedia schön erklärt unter dem Stichwort "integratives Naturverständnis":

    Auf Basis der Ökologie, die als biologische Teildisziplin gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand ... das „Wir-Welt-Verhältnis“.
    Mit der Popularisierung der Ökosystemforschung gewinnen seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts mehr Menschen in den Industriestaaten die Einsicht, dass Natur nicht als Ganzes zu begreifen ist, sondern nur als ein offenes System, dessen Teil auch der Mensch mit seiner Kultur ist (integratives Verhältnis)(Oldemeyer 1983).
    Abgeleitet davon wäre z. B. die Stadt, eine Kulturleistung des Menschen, als zweite Natur anzuerkennen. Die Stadt als Habitat (Lebensraum) des Menschen,...
    Diese integrative Naturauffassung schlägt sich aber in Fachkreisen, z. B. im Naturschutz, in der Ökologie, Stadtökologie etc., bereits nieder.
    Heilig ist die Unterhose, wenn sie sich in Sonn' und Wind,
    frei von ihrem Alltagslose, auf ihr wahres Selbst besinnt.


    Christian Morgenstern

  8. AW: Kleines Projekt: Die 10 Gebote für Outdoorer

    @Andreas L:
    Jein.
    Natur ist alles, was nicht vom Menschen geschaffen wurde
    Kultur alles, was vom Menschen gschaffen wurde.
    Doch, a) was ist der Mensch selbst und b) es gibt keine Natur mehr ohne Einfluß von Kultur und seien es nur Spuren unseres Abfalls.

    Der Mensch ist zwangsläufig als Lebewesen Teil der Natur und damit auch seine Kultur, also sein Sein und Schaffen. Kultur setzt sich zusätzlich als Gegenpart, aber das ist eher ein Dilemma, denn eine Definition.
    Einfach war das früher mal, als Stadt = Kultur und Wildnis = Natur war, heute ist alles eins (wars eigentlich schon immer).

    Kurz: Nix mit Wissenschaft, eher höchst philosophisch.
    Gruß kai

    Wer nicht gelaufen ist, war nicht oben.
    Verlängere Dein Leben, nicht die Jahre Deines Daseins

  9. AW: Kleines Projekt: Die 10 Gebote für Outdoorer

    Zitat Zitat von Randonneur Beitrag anzeigen
    Bezueglich des Wochenendes: Wieviel bringt es wenn ein paar Leute, die sich fuer LNT interessieren einen Kurs besuchen? Es erscheint mir sinnvoller, die zehn Gebote fuer Outdoorer prominenter zu bewerben. So kann man vielleicht Leute erreichen, die sich noch keine oder wenig Gedanken gemacht haben.
    Das ist auch meine Meinung.

    Auf Basis der Ökologie, die als biologische Teildisziplin gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand ... das „Wir-Welt-Verhältnis“.
    Mit der Popularisierung der Ökosystemforschung gewinnen seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts mehr Menschen in den Industriestaaten die Einsicht, dass Natur nicht als Ganzes zu begreifen ist, sondern nur als ein offenes System, dessen Teil auch der Mensch mit seiner Kultur ist (integratives Verhältnis)(Oldemeyer 1983).
    Abgeleitet davon wäre z. B. [B]die Stadt, eine Kulturleistung des Menschen, als zweite Natur anzuerkennen. Die Stadt als Habitat (Lebensraum) des Menschen,...
    Diese integrative Naturauffassung schlägt sich aber in Fachkreisen, z. B. im Naturschutz, in der Ökologie, Stadtökologie etc., bereits nieder.(Hervorhebungen von mir)
    Was ich hervorgehoben habe, ist genau diese Herumgeeier, das ich mit dem Satz gemeint habe: "Alles andere sind persönliche Interpretationen - mit denen man aber in der Regel nicht weiter kommt, als dass man damit eigene Bedürfnisse befriedigen kann."

    Wenn man so weitermacht, ist die Kernenergie eine natürliche Resource der Natur - wie die Solarenergie auch, nur dass es der "zweiten Natur" des Menschen brauchte, um sie freizusetzen und mittels AKW nutzbar zu machen. Dann ist alles Natur, was wir machen, und wir können uns aufführen wie wir wollen - wir können nichts falsch machen, weil wir von unserer selbstgezimmerten Natur-Philosophie gedeckt sind. Insofern gibt es allerdings keinerlei Probleme.

    Was aber wirklich ärgerlich ist: Du verfälscht Zitate dadurch, dass du sie verkürzt. Ich stelle hier mal rein, was hinter den drei Pünktchen kommt, was du ausgelassen hast:

    Die Stadt als Habitat (Lebensraum) des Menschen, die wir uns zunehmend lebensunwerter gestalten, erzeugt damit einen Bedarf nach einem diffusen Ideal von wilder oder unberührter Natur, nach Erholung. Dabei wird schlicht übersehen, dass auch vom Menschen stark überformte Bereiche (schützenswerte) Natur beinhalten. (...)
    Ludwig Klages bezeichnet als zweite Natur die rational durchformte bzw. „geistdurchsetzte“ Landschaft. (Hervorhebungen von mir)
    Was auffällt: Hier wird "Natur" wieder richtig verwendet - als das, was sie ist: Der Gegensatz von Kultur. Den letzten Satz in dem Wikipedia-Abschnitt hab ich noch mit reingenommen, weil er so schön zeigt, wie dieser an sich klare Begriff von allen möglichen Leuten verschwiemelt und mit Beschlag belegt wird: Klages nannte sich selbst einen "Lebensphilosophen". Von seinen Kritikern wird ihm "sein Posieren in der Rolle des unbeirrbaren Sehers, der im Kanzelstil raunende, pastorale Sätze von sich gibt. Die Lesbarkeit seiner Schriften, im Duktus denen Rudolf Steiners vergleichbar, wird erschwert durch die Marotte, auch gängigste Fremdwörter eigensinnig einzudeutschen; so wird das Mikroskop zur Nahröhre. (So Kunz und Falter)"
    Ausserdem wurde und wird ihm Nähe zum Nationalsozialismus und Antisemitismus vorgeworfen.


    Andreas
    "Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern darin, dass er nicht tun muss, was er nicht will." Jean-Jacques Rousseau

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  10. AW: Kleines Projekt: Die 10 Gebote für Outdoorer

    Zitat Zitat von blue0711 Beitrag anzeigen
    @Andreas L:
    Jein.
    Natur ist alles, was nicht vom Menschen geschaffen wurde
    Kultur alles, was vom Menschen gschaffen wurde.
    Doch, a) was ist der Mensch selbst und b) es gibt keine Natur mehr ohne Einfluß von Kultur und seien es nur Spuren unseres Abfalls.

    Der Mensch ist zwangsläufig als Lebewesen Teil der Natur und damit auch seine Kultur, also sein Sein und Schaffen. Kultur setzt sich zusätzlich als Gegenpart, aber das ist eher ein Dilemma, denn eine Definition.
    Einfach war das früher mal, als Stadt = Kultur und Wildnis = Natur war, heute ist alles eins (wars eigentlich schon immer).

    Kurz: Nix mit Wissenschaft, eher höchst philosophisch.
    ... du hast aus meiner Sicht nicht unrecht - nur muss man an diesem Punkt auch mal Kultur definieren: Ab wann, wie, usw. Aber auch dann kann man zu diesen Schlüssen kommen, die du ziehst. Es gibt aber auch die Möglichkeit, radikaler vorzugehen - und da stehen am Ende ein paar "Erkenntnisse", die dann nicht mehr so gut schmecken, aber vieles erklären.
    Ich weiss, ich sprenge jetzt den hier möglichen Rahmen, deshalb will ich nicht zu ausführlich werden, aber denk mal folgendes Konstrukt an:

    Wenn wir die Welt definieren als Ort, an dem es eine "alte Welt der Natur" gibt, die schon vor uns (dem modernen Menschen) da war, die von uns nichts will, die uns nicht braucht - die aber wir unbedingt brauchen, weil wir sonst nicht überleben könnten. Auf diese "Alte Welt" haben wir unser kulturelles Konstrukt aufgepropft, wie eine Orchidee auf einem Tropenbaum. Kennzeichnend für das Verhältnis zwischen Natur und Kultur ist in diesem Bild: Wir nehmen nur, wir geben nichts. Wie nennt man das, biologisch gesehen? Genau: Schmarotzer.
    Hier passt plötzlich alles, alle Erscheinungen auf die man stösst, machen plötzlich einen Sinn.

    Und damit bin ich, zumindest für heute, raus.
    Andreas
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  11. AW: Kleines Projekt: Die 10 Gebote für Outdoorer

    Dann müsste ich noch radikaler argumentieren: Wie lange existiert die Erde, wie lange der Mensch, wie lange davon das, was man Kultur nennen kann?
    Da kommt dann was anderes raus: Pausenfüller, kurze Episode, Augenblick.

    Ich kann Natur nicht getrennt von Kultur sehen, denn mit jedem Stück Kultur, das der Mensch schafft, nutzt er Natur.
    Es sei denn, er phantasiert nur.

    Und dann brauch ich mich nicht als Gegensatz zu sehen, denn ich bin ausgeliefert.
    Wenn Natur nicht funktioniert, funktioniert auch Kultur nicht, ohne Natur kein Mensch. Das "Ding" ist der Boden auf dem unser Leben steht.

    Zum Lehrgang viel profaner:
    Mir selbst ist einiges klar, ich möchte allerdings vermeiden, Fehlschlüsse zu zementieren, also ist die Rückmeldung durch andere, vorallem Leute mit eingehenderen Kenntnissen, evident.
    Dadurch geschieht aber Potenzierung.

    Wer gedankenlos draussen rumläuft, weil er einfach nicht damit rechnet, nicht etwa aus bösem Willen, der liest auch nichts dazu, weil es durchs Raster fällt.
    Aber einer, der sich die Gedankn macht, spricht ihn eventuell darauf an. Dann setzt ein Umdenkprozess ein.
    Ging mir auch schon häufig so.

    Denn mit der reinen Publikation Leute zu erreichen, ist extrem schwer, weil es selten einen Anlass für die Leute gibt, sich mit dem Inhalt auseinanderzusetzen. Das Problem, nur Interessierte zu erreichen, hat man im Grunde also immer.
    Gruß kai

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  12. Alter Hase

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    AW: Kleines Projekt: Die 10 Gebote für Outdoorer

    Zitat Zitat von blue0711 Beitrag anzeigen
    Dann müsste ich noch radikaler argumentieren: Wie lange existiert die Erde, wie lange der Mensch, wie lange davon das, was man Kultur nennen kann?...
    Was ich im ODS-Forum immer wieder Klasse finde, wie eng die Diskussion am Thema des Threads bzw was der TO da vor gibt, bleibt

  13. AW: Kleines Projekt: Die 10 Gebote für Outdoorer

    Ist verdammt eng, auch, wenn es Dir nicht so scheint.
    Das ist für mich nämlich die Basis dafür, überhaupt darüber nachzudenken.

    Die Tatsache, dass das, was wir Natur nennen, und auch wir selbst uns jederzeit ausradieren können und die Natur dann auf lange Zeit gesehen weitermacht, als wäre nichts gewesen, bringt schliesslich erst die Basis dafür, dass ich auf das aufpasse, worauf/woraus ich lebe.
    Ich könnte mir schliesslich den Ast absägen, auf dem ich sitze.

    Wenn man etwas "10 Gebote" nennt oder einen Anspruch auf Rücksichtnahme postuliert, ist das für mich implizit.
    Für Dich nicht? Warum achtest Du dann auf die Natur?
    Gruß kai

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  14. Alter Hase

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    AW: Kleines Projekt: Die 10 Gebote für Outdoorer

    Zitat Zitat von blue0711 Beitrag anzeigen
    Ist verdammt eng, auch, wenn es Dir nicht so scheint.
    Das ist für mich nämlich die Basis dafür, überhaupt darüber nachzudenken.

    Die Tatsache, dass das, was wir Natur nennen, und auch wir selbst uns jederzeit ausradieren können und die Natur dann auf lange Zeit gesehen weitermacht, als wäre nichts gewesen, bringt schliesslich erst die Basis dafür, dass ich auf das aufpasse, worauf/woraus ich lebe.
    Ich könnte mir schliesslich den Ast absägen, auf dem ich sitze.

    Wenn man etwas "10 Gebote" nennt oder einen Anspruch auf Rücksichtnahme postuliert, ist das für mich implizit.
    Für Dich nicht? Warum achtest Du dann auf die Natur?
    Das Threadthema ist nun mal ein Anderes, es geht darum, nicht so Erfahrenen ein paar praxistaugliche Saetze an die Hand zu geben, worauf sie in der Natur achten sollten, um sie zu schonen. Dies wurde vom TO (in dem Fall dem ODS-Vorstand) klar so formuliert und war auch in den ersten Seiten des Threads klares Thema. Die beste praxisgerechte Formulierung war ja von Andreas L in #87, die aber mit Sicherheit, gerade fuer den mitteleuropaeischen Raum noch der Ueberarbeitung bedarf.

    OT: Wie ich das mit Mensch und Natur sehe ?
    Nun Du hast es nicht anders gewollt ...Ein paar Saetze aus einem Vortrag von mir vom letzten Sonntag, bei dem es in dem Teil um Visionssuche ging...
    "...Natur und Erde sind die aelteren und groeßten Kräfte, in einem Spatenstich fruchtbarer Erde sind genauso viele Lebewesen, wie Menschen die Erde bewohnen. Wir sind nicht nur Teil der Natur, wir sind selbst Natur. Es ist eine Rückbindung an die Basis des Lebens..."
    Nein nicht darueber diskutieren, ist OT

  15. AW: Kleines Projekt: Die 10 Gebote für Outdoorer

    Gruß kai

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  16. Erfahren
    Avatar von wuschl25
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    AW: Kleines Projekt: Die 10 Gebote für Outdoorer


    Editiert vom Moderator
    OT und antworten darauf gelöscht

    Bei Nachfragen bitte eine PN an den Moderator senden. Dein Team der
    Geändert von Homer (07.03.2012 um 08:06 Uhr)

  17. AW: Kleines Projekt: Die 10 Gebote für Outdoorer

    ... das vielleicht nicht unbedingt - aber es ist ihm eventuell lästig, dauernd dran erinnert zu werden, dass es Gründe gibt, darüber nachzudenken was man so macht, oder dass die Mär von der "Krone der Schöpfung" vielleicht doch nur ein egozentrisches Konstrukt ist.

    Ich werde mich an dieser Stelle mal zurückziehen, noch ein paar Tips für die, die in der von mir angedeuteten Richtung weiterdenken möchten: Sesshaftwerdung, Besiedelung vs Nomadismus, "in der Natur leben" vs "von der Natur leben".

    Vielleicht noch als Statement von mir: Es gibt unter uns Schmarotzern zwei Denkansätze: Die einen machen sich Gedanken um den Baum, auf dem sie sitzen. Die anderen denken, dass irgendein Gott sie an diese Stelle gesetzt hat und sie nichts weiter wissen müssten.
    Und wenn man sich nicht entscheiden kann, was jetzt richtig ist: Es gibt viele Puzzelstücke an Information, die man als Entscheidungshilfe heranziehen kann.

    Bis dann:
    Andreas
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    BTW: "Hit the road, Jack" (Wolfskin)!

  18. AW: Kleines Projekt: Die 10 Gebote für Outdoorer

    Zitat Zitat von Andreas L Beitrag anzeigen
    Es gibt unter uns Schmarotzern zwei Denkansätze: Die einen machen sich Gedanken um den Baum, auf dem sie sitzen.
    Die nennt man dann aber Symbionten, zumindest, wenn das Denken Erfolg hat.

    Wär jetzt noch die Frage, wie man die Parasiten zu Symbionten macht, rein praktisch formuliert, wie vermittelt man die Motivation, sich eingehend mit LNT/KleineSpuren uä. auseinanderzusetzen.
    Da das teilweise eine Frage des Weltbildes ist, ist das schwer. Auch, weil streckenweise Umweltgesichtspunkte in unserem Leben schon einen Nerv-Faktor haben.

    Ich sehe darin zum einen langfristig eine existentielle Fragestellung, zum anderen kurzfristig und unmittelbar auch eine Erlebnisfrage. Denn platt ausgedückt: Wenn ich wie die Sau durchs Unterholz breche, dann entgeht mir einiges und ich kann nur noch eine Art Freiluft-Sport machen. Letzteres geht natürlich noch in fein und dann ist man bei LNT.



    An diejenigen, die das für OT oder gar blabla halten:
    Beitrag 87 ist ja nun schon 3 Jahre alt und anlässlich der Wiedererweckung der Toten wurde das "Wie erklär ichs meinem Kinde"-Problem angesprochen, auch unter dem Aspekt der schleppenden Akzeptanz des "Kleine Spuren"-Projekts, welches ja nix anderes ist als EINE Antwort auf die Threadfragestellung.
    Das "Wie mach ichs" ist dabei schon mit Inhalt gefüllt, das "Wieso soll ich überhaupt?" anscheinend nicht.
    Eine grundlegendere Diskussion über die bestehenden Motivationen und auch über die zu weckenden Motvationen, um an den gemeinen Outdoorer zu bekommen, ist IMHO also offensichtlich nötig.
    Love it or leave it
    Gruß kai

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  19. Dauerbesucher
    Avatar von ronaldo
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    AW: Kleines Projekt: Die 10 Gebote für Outdoorer

    Hi,

    obwohl ich die acht Seiten jetzt gelesen habe, ist mir einiges noch nicht klar... könnte mich einer bitte auf den aktuellen Stand des ursprünglichen Anliegens "10 Gebote" bringen?

    Im Daunen-Ast wurden etliche Dinge angesprochen, die m.E. auch hier Relevanz haben, das sollte integriert werden, wenn das Projekt denn weitergeht.

    In einer frühen Version der 10G gab es unter Punkt 9 eine Aussage zur Nachhaltigkeit, die später gestrichen wurde. Warum? Lina führt in einer späteren Vorschlagsliste z.B. den Punkt gleich als erstes an. (Und ich finde das bekanntermaßen enorm wichtig.)

    Das Thema Workshop sehe ich wie Randonneur und würde auch mehr Werbung, im Sinne von Bekanntmachen, vorschlagen. In einem ähnlichen Zusammenhang habe ich vor ner Weile so was wie einen Disclaimer zum Selbstverständnis der ODS-Gemeinde vorgeschlagen, das geht doch genau in die Richtung...

    Alles in allem - das ist doch eine wichtige Sache. Wir sollten die weiterverfolgen. Bei Bedarf würde ich gern mitarbeiten.

    Grüße, Ronald

  20. AW: Kleines Projekt: Die 10 Gebote für Outdoorer

    Blue: Wissenschaftlich steht "symbiotisch" für jede Art des Zusammenlebens artfremder Organismen und Systeme - auch für parasitäre. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird es so verwendet, wie du es wohl meinst: Gegenseitiges Geben und Nehmen. Wir geben aber nichts, wir nehmen nur. Die Natur hat uns so nötig, wie mein Kater seine Zecken. Alles was wir bringen könnten ist, die Natur nicht über die Grenze hinaus zu schädigen, die unser eigenes Überleben sichert. Aber das wollen wir ja nicht ...

    Ronald: Wir sind in diesem Thread von den "10 Geboten" abgekommen, weil wir gemerkt haben, dass wir etwas erfinden wollten, was es schon gibt: LNT. Meiner Meinung nach kann man diesem Ideal nur selbst, als Person folgen - es sind halt ethische Werte, die man nicht "verallgemeinern" kann. Weil es sowieso nicht funktioniert - da sind wir dann wieder bei den 10 Geboten: "Du sollst nicht töten" - trotzdem tun wir es täglich. Alles was man tun kann ist, diese Werte für sich selbst "zum Gebot" zu erheben und danach zu handeln. Insofern ist diese Diskussion hier schon das Maximum, das wir leisten können.
    In den USA wurden diese Regeln in bestimmten Zonen auch schon zum "Gesetz" erhoben - und polarisieren dort stark. In unsere Leistungs-orientierten Gesellschaft kann man "ethische" Regeln nicht verbindlich machen - dazu kommt, dass Werte wie Ethik und Moral immer mehr an die Wand gespielt werden und auch pädagogisch kaum noch ernstzunehmend vermittelt werden.
    Der Rest bleibt jedem selbst überlassen: Bevor ich mit jemanden "auf Tour" gehe, vergewissere ich mich, ob er den gleichen Vorstellungen folgt wie ich oder nicht - oder ob er bereit ist, sich darauf einzulassen. Im Regelfall läuft das dann darauf hinaus, dass ich alleine unterwegs bin.

    Bis dann: Andreas
    "Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern darin, dass er nicht tun muss, was er nicht will." Jean-Jacques Rousseau

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