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  1. Erfahren
    Avatar von Issoleie
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    29.10.2005
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    #41
    Mitreisende: Issoleie
    30.8. – 56.Tag
    Ruhetag am Goabddábakte
    Regeneration

    Erneut ist der Morgen schön und klar und auch das Zelt wieder vereist, das Öl gefroren. Zwar stehen wir schon auf und beginnen die Betten zu packen, entscheiden und aber schnell wieder um. Der richtige Entschluss ist es für die Genesung, die Krankenstation des Hotel Hilleberg aufzusuchen und die Kräfte mit der Zeit wiederkehren zu lassen.
    Also liegen wir im Zelt, unterhalten uns, lesen, oder sind in unsere Gedanken versunken. Allerdings bin ich einfach nicht in der Lage, überhaupt viel mehr zu machen, also große Teile des Tages einfach nur da zu liegen und nichts zu tun. Doch zum Mittag braten wir heute Bannocks, während draußen auf einmal recht viel los ist. Eine dänische Wandergruppe lagert für eine längere Zeit hier, um dann unseren Hausberg zu besteigen, auch zwei weitere Wanderer pausieren nicht weit entfernt am Fluss. Die Temperatur von etwa sechs Grad Celsius lässt uns dann aber ohnehin schnell wieder die Schlafsäcke aufsuchen, wir ruhen und nicken ein.
    Draußen hat sich der Himmel wieder zugezogen, lange schneit es, doch liegen bleibt noch nichts. So plätschert der Tag dahin, während ich darauf hoffe, recht bald wieder gesund zu werden. Schon heute beschließen wir jedoch, auch morgen hier zu bleiben, zu elend fühle ich mich, um mir vorstellen zu können, mich morgen wieder anzustrengen.


    31.8. – 57.Tag
    Ruhetag am Goabddabákte
    Alles wiederholt sich

    [Tagesverlauf:] s.o.
    [spektakulärer Zusatz:] Mir geht es besser, auch das Wetter ist schön. Längerer Mittagsschlaf und ein warmes Essen tun gut, die Ruhe lässt die Kräfte zurückkehren.


    1.9. – 58. Tag
    Goabddábakte – Árdnávágge
    20km; 410Hm hoch; 530Hm runter (Angaben ohne Gewähr wie folgende)
    Herbsttag

    Der Morgen schon verkündet einen wundervollen, idealen Wandertag im skandinavischen Herbst. Kühl und trocken ist die Luft, klar der Blick. Lose stehen Quellwolken am Himmel, häufig bescheint aber die Sonne warm das bunte Fjell, das sich gerade im Übergang der Jahreszeiten in mannigfachen Farben in die Ferne zieht. Bester Laune stehen wir auf und beginnen den Tag, das Gemüt ist gar leicht und voller Drang zu laufen der Körper. Da ich mich auch wieder gesundheitlich sehr viel besser fühle – von der Krankheit ist nur noch die Erkältung geblieben –, geht es also heute endlich weiter.
    Aus dem Fjell steigen wir bald hinab zu den vereinzelt stehenden Bäumen, den Gras bewachsenen, weichen Böden. Recht idyllisch und friedlich ist die Landschaft, kaum ist man auf einer geringeren Höhe. Viel reden wir, den Kopf voller Ideen und Projekte, Hoffnungen voller Begeisterung. Den nach einer Weile erreichten Rentierzaun vor uns, erinnert uns dessen Überwindung eher an einen Militäreinsatz denn an eine Wanderung im Fjell. Das abgesperrte Gebiet betreten, lassen wir uns jedoch nicht schrecken und pausieren ungeachtet der Gefahren an der folgenden malerischen Raststelle am See, genießen den Sonnenschein und sammeln für den Abend und als kleine Zwischenmahlzeit Pilze.
    Dichter ist nun der Wald, immer wieder aber führt der Weg auf Bolenstiegen über offene Sumpfflächen. Graupelschauer erinnern kurzzeitig an die Jahreszeit, Blaubeeren an das entspannte, reiche Leben in der Natur. Überwiegend steinbesetzt und verwurzelt sind die weiterführenden Pfade zum Thiggelvas, dessen schönes Ufer schnell erreicht ist. Sehr angenehm ist uns aber erneut das Wandern, ohne Zeitmessung bemerken wir wieder das viel freiere Gefühl während des Tages. Durch wildes Gestrüpp geht es weiter, bis vor uns der letzte Anstieg des Tages als breiter Hang vor uns liegt.
    Eher sanft geht es dem Fjell entgegen, der Wald wird lichter. Weit ziehen sich hinter uns die Seen, die wir nun überblicken können, im Hintergrund sind noch die Berge des heutigen Morgens zu sehen. Den letzten steilen Teil überwunden und über die Kuppe gegangen, liegt das Árdnávágge steinig und rau vor uns, die Ebene von Wasserläufen durchzogen. Nicht mehr weit gehen wir und suchen uns schließlich einen schönen Zeltplatz neben den Flüssen, um den ich schon ein wenig gebangt habe, als diese schroffe, unwirtliche Gegend vor uns erschien.

    <a href="http://picasaweb.google.com/Marks.Florian/80DaysScandinavia/photo#5150536258576113618"><img src="http://lh5.google.com/Marks.Florian/R3phcD8y39I/AAAAAAAABDQ/jUZMdONx6y4/s400/100_8587.jpg" /></a>

    Zu wunderbar war und ist der Tag, um sofort in die Schlafsäcke zu steigen. Wir lassen uns noch eine Weile von der Sonne bescheinen und die Stille des Fjell lassen wir in die Seelen ein, die klare Luft und das freie Gefühl. Erst als Wolken ihre Schatten auf uns werfen, wird es ohne Bewegung zu kühl und so gehen wir schließlich in das Zelt. Mit Pilzen, die wir noch vom Morgen haben, bereichern wir erneut die abendliche Mahlzeit und sind es für diesen Tag vollkommen zufrieden.


    2.9. – 59.Tag
    Árdnávágge – Brücke über den Liiggá
    20km; 270Hm hoch; 470Hm runter
    Ein anderer Herbsttag

    <a href="http://picasaweb.google.com/Marks.Florian/80DaysScandinavia/photo#5150536490504347618"><img src="http://lh3.google.com/Marks.Florian/R3phpj8y3-I/AAAAAAAABDc/Yzj9S86l9Q0/s400/100_8589.jpg" /></a>

    Weiß ist das Fjell am Morgen und noch immer schneit es kräftig. Rechten Spaß haben wir noch daran, als wir aber die Wanderung beginnen, ist auch die zusätzliche Belastung zu spüren. Hart werden die Flocken vom starken Wind in die Gesichter getrieben. Der Tritt ist unsicherer, rutschig sind die Steine und der Boden bei Neuschnee von etwa sechs Zentimetern nur schwer vorherzusehen. Doch eingepackt geht es den Hang der Bergkette hinauf, der sich zwar lang zieht, insgesamt aber doch angenehm zu ersteigen ist. Wir sind in dieser Höhe mitten in den Wolken, die Sicht ist stark eingeschränkt, einzig weiße Flächen sind ringsum zu sehen und so können wir nur anhand der Steigung schätzen, wie weit wir schon vorangekommen sind, haben aber ohnehin kaum Lust, lange zu pausieren.
    Die Kuppe aber schließlich überwunden und den letzten Hügel hinauf, ist klarer die unter uns liegende Seenplatte zu sehen. Die tieferen Regionen sind vollkommen schneefrei und so sind wir auch bald aus dem Weiß hinausgetreten, nun zwischen Sträuchern und Bäumen, die bald dichter werden. Froh sind wir dann doch darüber, der weitere Weg aber ist nicht minder anstrengend. Der Schnee ist hier unten beständiger Nieselregen, die Schuhe schnell durchnässt. In meine Finger, die nur mit unzureichenden Handschuhen geschützt waren, kehrt erst ganz langsam wieder Gefühl. Unerklärlich start schmerzt auch mein Knie, das Laufen ist eher eine Überwindung. Trotzdem gehen wir noch ein Stück, der Tag ist noch nicht alt und nicht zu lang soll auch der morgige Weg werden. Über kleine Hügel, vorbei an einigen Seen führt der schmale Pfad, junge Bäume hängen hinein.
    An geplanter Stelle, der Brücke über den Bärtek, finden wir einen Zeltplatz, der zwar nicht besonders günstig liegt, für heute aber genügen soll. Im Regen bauen wir auf und sind glücklich, bald im trockenen Schlafsack auszuruhen und auch ein wenig zu schlafen. Sehr spät erst gibt es Abendessen mit gesammelten Pilzen. Draußen regnet es unaufhörlich.


    3.9. – 60.Tag
    Ruhetag am Liiggá
    Ein rechtes Elend

    Ich wache auf und kann es kaum fassen. Wieder bin ich krank. Unerklärlicherweise habe ich erneut einen Magen-Darm-Virus; ist es von den Pilzen, dem Seewasser – ich weiß es nicht. Schnell fällt einmal mehr die Entscheidung, hier zu bleiben. Eine andere Möglichkeit ist nicht zu erkennen. Ich fluche mir selbst allerlei entgegen, verstehe meinen Körper nicht mehr. Ganz und gar zuwider ist es mir, heute nur im Bett zu liegen, zumal nur eine Tagesetappe weiter die nächste Ruhe geplant war und wir momentan einfach nicht vorankommen.
    Wie es kommt müssen wir es aber nehmen und so schlafen wir aus. Schon am Morgen muss ich mich übergeben, häufiger mich in die Büsche hocken. Vollkommen matt dämmre ich vor mich hin, schlafe viel, wie auch Tim es hält, der zwar nicht meinen Zustand, natürlich aber leider die Situation teilt. Er unterstützt, wo er kann und bei einem der Gänge zum Wasser fällt dann auch auf, dass wir noch gar nicht so weit gekommen sind, wie wir zuvor vermutet hatten. Der Bärtek ist noch ein Stück entfernt, doch viel weiter werden wir es bei der nächsten Etappe trotzdem nicht haben.
    Nur sehr langsam geht es mir besser, ich esse so gut wie nichts. Wir warten ab, lesen zwischen den Ruheperioden. Es zieht sich der Tag dahin, die Wetterlage hat sich stabilisiert und nur noch die dichte Wolkendecke ist vom anfänglichen Regen geblieben. Zu Abend isst Tim dieses Mal alleine, ich will kein Risiko eingehen und hoffe. Für morgen ist nur zu hoffen, dass wir bis zur geplanten Schutzhütte weiterlaufen können.

  2. Erfahren
    Avatar von Issoleie
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    #42
    4.9. – 61.Tag
    Liiggá – Rasthütte hinter Jäkkvik
    17km; 620Hm hoch; 400Hm runter
    …mit bestem Ausgang

    Dreimal muss sich Tim in der Nacht übergeben, selbst seinen Pferdemagen hat es dieses Mal ausgeklinkt. Wir wollen bis zum Morgen abwarten und dann das Weitere beschließen. Zu gewohnter Zeit dann wieder wach, geht es mir gut und selbst Tim hat sich recht ordentlich erholt. Es soll also endlich bis zur nächsten Schutzhütte hinter Jäkkvik gewandert werden.

    Bei Nieselregen bauen wir das Lager ab und gehen los. Unangenehm sind die steinigen Waldwege, häufig führen sie über kleine Hügel, Bäume hängen dicht darauf und streifen uns. Stabil und trocken ist aber schon nach kurzer Zeit das Wetter, gut auch kommen wir voran. Die Wanderung ist zwar eher Mittel, Strecke hinter uns zu lassen, aber doch nicht bloße Qual. Bald schon sind wir in Vuonatviken. Größer als erwartet ist die Siedlung. Die zwei folgenden Bootsüberfahrten bestellen wir und setzen uns an den Steg.

    Wir müssen nicht lange warten und werden über den Riebnes gefahren. Windig und wellig ist es auf dem See, es hüpft das Boot auf und ab. Schon sind aber blaue Flecken im Westen zu erkennen, die langsam zu uns ziehen. Am anderen Ufer bezahlen wir und machen uns auf den Weg über die Bergkuppe, die die beiden Boote trennt. Reichlich Zeit haben wir und können gemächlich den Anstieg beginnen. Durch lichten Wald geht es gemäßigt nach oben, immer wieder drehen wir uns um und schauen auf die langen Seen und weiß beschneiten Berge. Nicht minder schön ist es aber, als wir das Fjell erreichen.

    <a href="http://picasaweb.google.com/Marks.Florian/80DaysScandinavia/photo#5150895850418003954"><img src="http://lh6.google.com/Marks.Florian/R3uofD8y3_I/AAAAAAAABD8/-XQ8nkOOhbw/s400/100_8599.jpg" /></a>

    In den buntesten Farben leuchtet der Boden, weit schweift der Blick. Nicht lange aber und wir müssen erneut hinab, schon liegen unter uns die Wälder. Stark schmerzt wieder beim Abstieg mein Knie und ich bin froh, als wir den See endlich erreichen.
    Eine Stunde bleibt und noch, die aber nicht zu fade wird. Blau ist jetzt der Himmel über uns, wir genießen die Sonne, sitzen gemütlich am Steg. Mit hohem Tempo sehen wir schließlich das Boot für die letzte Überfahrt auf uns zusteuern, sind auch unerwartet schnell dann in Jäkkvik. Allein, die Technik lässt sich der Bootsmann etwas kosten. Weit über den Kalkulationen liegt der Preis und übersteigt auch unsere letzten Reserven. Wir bitten, schnell Geld abheben zu dürfen und zahlen dann anschließend, froh, keine weiteren Unwägbarkeiten mehr bis zum Ende der Tour zu haben. Das letzte Stück noch müssen wir durch Wald bergauf. Matschig zwar sind die Wege, wir kommen aber gut voran. Einzig Tim ist am Ende dann doch deutlich erschöpft und wir beide sind glücklich, die Schutzhütte durch die Bäume zu sehen.

    Nicht viel habe ich erwartet. Was wir nun aber vorfinden, übersteigt selbst die vorigen Träumereien noch und steigert unsere Freude. Unglaublich groß ist das Haupthaus, das zur Überraschung sogar einen Herd besitzt. Idyllisch ist auch der Rastplatz davor mit Feuerstelle und Bänken zwischen wenigen Birken. Hier sitzen wir in der Sonne, genießen, sind mit allem zufrieden. Die Betten am Abend bereitet, schrecken und Geräusche noch einmal auf. Der im Unterholz vermutete Elch stellt sich dann als kleiner Vierbeiner im Haus heraus und so packen wir alle Gegenstände sowie uns selbst auf Bänke, schlafen schließlich nach Gesprächen selig ein.

    5.9. – 62.Tag
    Ruhetag in der Rasthütte hinter Jäkkvikk
    Fünf-Sterne-Erholung

    Früh wie schon seit längerer Zeit wachen wir auf. Nur Kleinigkeiten sind heute zu tun, vorwiegend wollen wir uns nach den letzten Tagen einmal richtig auskurieren. Die Hütte ist kalt und da reichlich Holz vorhanden ist, heizen wir den Raum, um ohne zu frieren, die Schlafsäcke verlassen zu können. So richtig warm will es in dem großen Raum aber nicht werden und es bleibt ein wenig ungemütlich.

    <a href="http://picasaweb.google.com/Marks.Florian/80DaysScandinavia/photo#5150896232670093330"><img src="http://lh3.google.com/Marks.Florian/R3uo1T8y4BI/AAAAAAAABEM/6csH-2uagU8/s400/100_8602.jpg" /></a>

    Zur zeitigen Mittagsstunde besucht uns ein Deutscher, mit dem wir einige Zeit über die Wege reden, das Wetter: die üblichen Gespräche zwischen Wanderern. Als er schließlich weiterzieht, bereiten wir unser Tourbrot zu, das zum größten Genuss heute frisch gegessen wird. Nicht lange danach und Tim beginnt sich schlechter zu fühlen. Den Magen-Darm-Virus hat er offensichtlich noch nicht auskuriert und so legt er sich ins Bett und ruht, immer wieder von Toilettengängen unterbrochen.

    Kaum ändert sich daran etwas, ich vertreibe mir die Zeit mit Lektüre und ordne und erledige Dies und Das, unterhalte mich mit Tim. Erneut bekommen wir am Nachmittag dann Gesellschaft. Jäger betreten mir ihren Gewähren den Raum, bei denen einem doch für einen kurzen Moment anders wird. Die vier scheinen aber ganz nette Zeitgenossen zu sein und auch der Hund sitzt bald zutraulich neben mir. Wenige Worte werden aber nur gewechselt, da die Sprachbarriere doch zu hinderlich ist. Wir erfahren aber von einem heute erst Gesichteten Bären in der Nähe; Tim horcht auf, ich schmunzle.

    Den Rest des Tages verbringen wir weiter ruhig, Tim wird nicht fitter und auch ich bleibe aufgrund des ungemütlichen Wetters im Haus. Gründlich kann ich mich am Nachmittag mit feuergewärmtem Wasser waschen, habe aber sonst auch nichts Rechtes zu tun und so vergeht mit ein wenig bedrückter, doch nicht schlechter Stimmung der Tag. Ich esse das Abendbrot allein.


    6.9. – 63.Tag
    Ruhetag in der Schutzhütte hinter Jäkkvik
    Ein ganz normaler Ruhetag

    Nachdem wir aufwachen, bleiben wir noch länger liegen, dösen, reden. Wir haben die Zeit, die Hütte ist luxuriös und Tim geht es noch nicht vollständig gut, sodass wir einen weiteren Tag hier bleiben werden. Wir sind noch in den Betten, als draußen ein Wanderer zu sehen ist. Offenbar will er uns aber nicht stören und so bleiben wir allein.

    Auch heute genieße ich zum Frühstück das Müsli angebraten, allerdings wieder nicht gemeinsam mit Tim, dessen Magen noch immer grummelt. Kleinigkeiten sind zu tun – wenn überhaupt –, während es draußen kräftig windet, immer wieder auch finster die Wolken vorüberziehen. Aufregendes hat der Tag nicht zu bieten, erfüllt aber seinen Zweck, dass die Gesundheit wieder zu Tim findet und wir erholt die nächsten Etappen angehen können. Allerdings wird uns heute deutlicher als schon zuvor bewusst, dass sich in der letzten Zeit die Tour doch etwas dahinschleppte, immer wieder von Krankheiten und zu viel Ruhe durchzogen war. Auch der letzte Teil wird für unseren Geschmack wohl fast zu gemächlich werden, zu viele Tage bleiben uns noch bis zum Flug, zu wenig Strecke. Wir planen also soweit möglich, wollen aber größtenteils abwarten, wie sich das Weitere dann schließlich, wenn es soweit ist, darstellen wird.

    Auch heute gibt es wieder reichlich Essen, viel Lektüre und einige Gespräche. Ruhig und leise vergeht ein weiterer Tag, ein typischer Ruhetag. Angenehm aber nicht erfüllend.


    7.9. – 64.Tag
    Schutzhütte bei Jäkkvik – Badasjokkoschutzhütte
    26km; 300Hm hoch; 500Hm runter
    Spätsommer

    Schon gestern haben wir die Hütte gesäubert und so kommen wir zeitig los. Schön ist das Wetter, immer wieder scheint die Sonne zwischen den Wolken hindurch, angenehm sind die Temperaturen. Guten Mutes gehen wir voran, freuen uns, wieder zu wandern und genießen die herbstlich farbenreiche Landschaft, über die weit der Blick schweift.

    Kurz die Fjellkuppe am Anfang passiert, betreten wir bald wieder ursprünglichen Wald im Pieljekaise Nationalpark. Schmal sind die Pfade, steinbesetzt und schon spüre ich bei nur leichten Abstiegen mein Knie, mit dem ich wohl bis zum Ende der Tour nicht mehr Freund werde, aber hoffe, doch recht anständig einen Bund zum beiderseitigen Wohlergehen abzuschließen und weitestgehend gut die letzten Wandertage zu überstehen. Nicht lange müssen wir laufen und erreichen die Hütte des Nationalparks, die wir zu einer angenehmen Pause länger nutzen und uns über zurückgelassenen Kakao recht großartig freuen.
    Immer bunter werden die Wälder, je mehr wir absteigen. Idyllisch liegen ruhige Seen zwischen den Bäumen und Gräser, spiegeln den blauen Himmel. Golden schimmern die Hänge, beschienen von der Sonne ist die Landschaft ein unvergleichliches Gemälde. Viel genießen wir heute die Stille und Großartigkeit der nordischen Natur.

    <a href="http://picasaweb.google.com/Marks.Florian/80DaysScandinavia/photo#5150897057303814226"><img src="http://lh3.google.com/Marks.Florian/R3uplT8y4FI/AAAAAAAABEw/I0JwKa-Je3M/s400/100_8614.jpg" /></a>

    Über breite, ausgefahrene Wege, die an heimatliche Gefilde erinnern, führt der letzte Teil nach Adolfström, das eher verlassen und still daliegt, vereinzelt die Häuser stehen. Gemütlich geht danach es am Seeufer entlang, munter sind jetzt die Gespräche. Wir haben keine Eile, die längere Wanderzeit des heutigen Tages ist uns angenehm, die Distanz genau richtig. Einige Bäume passiert, die harmonisch platzierte Feriensiedlung Bäverholch hinter und gelassen und über seichte Wege und Wiesen am Fluss spaziert, die Sonnenwärme genossen und wir erreichen die Schutzhütte am Badasjokko gegen sechs Uhr.

    Schön und ausreichend ist die kleine Raum. Wir erledigen das Nötigste, richten uns ein und widmen uns bis zu Abend der Lektüre. Bei Kerzenschein und kleinem Feuer lassen wir ruhig den Tag ausklingen.


    8.9. – 65.Tag
    Badasjokkoschutzhütte – Vuoruojuhka Brücke
    18km; 400Hm hoch; 110Hm runter
    Kurzweil

    Zeitig kommen wir auch heute wieder los, beginnen den Aufstieg in das Fjell. Auf ausgefahrenen Wegen gehen wir noch durch den Wald, der schnell lichter und immer farbgewaltiger wird.

    <a href="http://picasaweb.google.com/Marks.Florian/80DaysScandinavia/photo#5150897817513025666"><img src="http://lh4.google.com/Marks.Florian/R3uqRj8y4II/AAAAAAAABFM/LVRHj5JBjAs/s400/100_8623.jpg" /></a>

    Recht angenehm geht es bergauf und als wir die baumlosen Flächen erreichen, ist das Terrain flach; nur noch über seichte Wellen geht es weiter. Wunderschön ist auch hier die Landschaft, voll zeigt sich der Herbst. Wolkenverhangen ist der Himmel, die Luft aber mild. Feurigrot das Fjell, die Bergkuppen vom Schnee weiß bestäubt. Wir gehen sehr gemütlich, haben viel Zeit und wenig Strecke zu laufen.

    Spürbar rückt Berlin in den Gedanken näher, einige Gespräche sind von den kommenden Ungewissheiten und auch von dem Neuengeprägt, was uns dort wieder erwarten wird. Immer wieder genießen wir aber auch nur die hier erfahrbare Natur, tauchen ab, verfangen uns in Gedanken, die langsam durch den Kopf treiben und sich mit der Ruhe um uns verbinden. Zu wenige Tage scheinen nur noch übrig zu sein, um die Augenblicke hier nicht auszukosten, den Nordwind tief einzuatmen, den Blick schweifen zu lassen und die Seele schweben.

    Der Tag ist noch jung, als wir die Sjnultjiehütte erreichen. Neben Schuppen und Toilette steht hell und frisch ein gerade erst erbauter Rastschutz, die Holzspäne sind noch zu sehen und Innen der letzte Schliff noch nicht beendet. Heute aber ist Samstag und die Bauarbeiter nicht anwesend, allein können wir den schönen Raum nutzen. Ein genauerer Blick auf die Karte, die nächsten zwei Tage überschlagen und wir entscheiden, hier zu bleiben. Schon ist das Feuerholz gehackt, liegt im Ofen, als dieser entsetzlich zu qualmen beginnt. Nachgeschaut, fällt auf, dass der Abzug zum Ofenrohr noch zugestanzt ist. Auch Wasser gibt es erst in einiger Entfernung, ein Eimer ist nicht vorhanden und die Gründe, noch hier zu bleiben, reduzieren sich gegen null.

    Also schultern wir noch einmal die Rucksäcke, die letzten Kilometer gehen wir noch weiter. Der Weg bleibt breit und von Geländewagen zerfahren, recht eben geht es voran. Wir sind froh, weiterhin stabiles Wetter zu haben und gehen plaudernd über die Fjelllandschaft, vorbei an großen Seen und kleinen bunt gefärbten Sträuchern, die endlos den Boden bedecken. Die Brücke über den Vuoruojuhka erreichen wir schließlich nach nicht allzu langer Zeit, noch ist es früher Nachmittag. Die Umgebung erkundet, bauen wir das Lager am diesseitigen Ufer auf, haben direkt neben uns den breiten, ruhigen Fluss. Im Zelt ruhen wir, lesen, reden, während der Tag dahinplätschert. Eine spätere Ankunft am Tagesziel ist mir weitaus lieber, recht eingeschränkt fühle ich mich durch die feste Planung, die besonders der fixierten Abreise geschuldet ist. Die kommende Zeit aber lassen wir uns dadurch sicher trotzdem nicht drückend werden und genießen, was und wie wir es haben.
    Geändert von Issoleie (03.01.2008 um 23:15 Uhr)

  3. Erfahren
    Avatar von Issoleie
    Dabei seit
    29.10.2005
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    Tübingen
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    288

    #43
    9.9. – 66.Tag
    Vuoruojuhka Brücke – Stor-Bissitj
    20km; 360Hm hoch; 430 Hm runter
    Eintauchen im Kahlfjell

    Nieselregen fällt leicht auf das Zelt und so bleiben wir noch eine Weile liegen, bis das Wetter stabiler wird. Aufgebrochen, ist das Wandern eine Freude. Weit und farbig sind die Flächen, Täler ziehen sich zwischen den Hängen, vereinzelt stehen Bäume. Recht mild sind die Temperaturen, oft scheint wärmend die Sonne und nur der Wind bläst kühl in die Gesichter. Über seichte Hügel geht es auf breiten Wegen der Geländewagenspur folgend sehr leicht voran.

    Bald schon erreichen wir den größeren Anstieg der heutigen Etappe, die uns auf das Björkfjället führt. Die kahle Ebene liegt unglaublich ruhig vor uns. Zwischen Berlin und der nordischen Natur schweifen heute die Gedanken, doch zu ergreifend ist die Landschaft und Einsamkeit, um nicht bald tief und ganz einzutauchen.

    Schon weit gekommen, treffen wir auf Tageswanderer und schon ist auch die größere Nähe zur Zivilisation zu spüren. Nicht weit von uns knattert ein Motorrad über die Hänge, im Hintergrund ist Hubschraubergeräusch zu hören. Abgestiegen und in den Wald hineingetreten, treffen wir bald schon auf einen kleinen Parkplatz, zahlreich sind nun auch die Wegweiser. Da wir aber hier nicht mehr dem Kungsleden folgen, sind wir darüber doch teilweise froh, zumal es hier weit verzweigte Pfade gibt. Noch ein Stück geht es durch die losen Bäume auf schmalen Wegen und wir erreichen schließlich unser Tagesziel am Stor-Bissitj.

    <a href="http://picasaweb.google.com/Marks.Florian/80DaysScandinavia/photo#5151705082386112658"><img src="http://lh3.google.com/Marks.Florian/R36Iej8y4JI/AAAAAAAABFs/m_b6RfR6ULE/s400/100_8640.jpg" /></a>

    Eine Weile sitzen wir noch am plätschernden Bach, lauschen der Stille, lassen die Seele baumeln. Letztlich aber bauen wir auf, um die Wärme der Schlafsäcke aufzusuchen, reden viel, lesen auch und lassen den Tag enden.


    10.9. – 67.Tag
    Stor-Bissitj – Ammarnäs – Näsbergstjärn
    16km; 420Hm hoch; 310Hm runter
    Besser geht´s nicht

    Erstaunlich früh werden wir wach, liegen aber noch länger, um den Tagesrhythmus angenehmer zu gestalten. Der Morgen ist verhangen und noch kühl. Nicht weit ist der Weg nach Ammarnäs und ohne Eile gehen wir los. Durch Wald und Morast führen die teils heimlichen, dann wieder ausgetretenen Pfade. Einige Gedanken treiben sich schon im Kopfe umher, was der heutige Tag wohl für wegweisende Erkenntnisse für den letzten Teil der Tour birgt.

    Schnell erreichen wir die Straße, der wir bis zum belebten Teil des Städtchens folgen. Vorbei am hier so berühmten Kartoffelberg, der tatsächlich ungemein interessant anmutet, und der Kirche gelangen wir zum STF-Haus. Freundlich wird uns das Paket hier übergeben und wir haben sogar die Möglichkeit, kurz das Internet zu nutzen. In aller Ruhe begutachten wir schließlich den Nachschub, der freudige Überraschungen bereithält. So erfahren wir auch beim Kartenstudium, dass der nördlich Bogen über dem Hauptweg nach Hemavan kostenlose Hütten bereithält. Froh über alles geht es weiter zur Kaufhalle, wo noch der Rest geholt wird, auch gönnen wir uns hier wieder Extraessen. Wohlige Laute entlockt uns der Schokokuchen, der kulinarische Höhepunkt der Tour, und wie wir so in höchster Bewegung auf den Stühlen vor dem Laden sitzen, werden wir schon etwas schief angeschaut. Keiner hier kann wohl nachvollziehen, was nach solch langer Zeit der gleichen sparsamen Kost dieser Kuchen in uns auslöst.

    Vollkommen zufrieden und überglücklich, dass in Ammarnäs alles so gut geklappt und die Erwartungen noch übertroffen hat, die nächsten Tage bis zum Ende der Tour wohl auch sehr komfortable werden, brechen wir noch einmal auf, um einen Zeltplatz abseits der Häuser zu suchen und die morgige Etappe ein wenig zu verkürzen. Es ist noch früher Nachmittag, milder sind die Temperaturen und die Tropfen, die vom Himmel fallen, sind kaum einmal als Nieselregen zu bezeichnen. Die Rucksäcke sind schwer und der Aufstieg zum Näsberget recht anstrengend. Lang ist der Weg bis zum Windschutz aber nicht mehr und die Beine noch frisch.

    Angekommen, präsentiert sich der Platz sehr idyllisch.

    <a href="http://picasaweb.google.com/Marks.Florian/80DaysScandinavia/photo#5151705318609313954"><img src="http://lh6.google.com/Marks.Florian/R36IsT8y4KI/AAAAAAAABF0/UWLMP7MFLq0/s400/100_8645.jpg" /></a>

    Am See gelegen und von gold-gelben Bäumen umschlossen, ist das Lager der passende Abschluss der heutigen schönen Etappe. Wir sitzen noch länger unter dem Holzdach, organisieren noch einmal genauer das erhaltene Essen. Erst später bauen wir das Zelt auf und ruhen schließlich noch eine Weile im Warmen, das Gemüt noch immer strahlend.


    11.9. – 68.Tag
    Näsbergstjärn – Räfallsstugan
    17km; 390Hm hoch; 610Hm runter
    Einfachheit und Luxus

    Recht entspannt können wir die Rucksäcke im Windschutz packen, während draußen der Boden und auch das Zelt vom nächtlichen Regen nass sind. Das Wetter ist aber stabil freundlich, als wir die heutige Etappe beginnen und mit der Zuversicht loslaufen, am Abend in einer Hütte anzukommen. So beunruhigen uns auch der verhangene Himmel und die Schauer in der Ferne nicht. Guten Mutes können wir auch heute wandern, sind froh ob der kommenden letzten Tage, die sehr wahrscheinlich die Tour in schöner Weise abschließen werden.

    So sind wir in Gedanken versunken, genießen die Stille der Landschaft. Durch lockeren Wald geht es bergauf, wobei das höhere Gewicht der Rucksäcke doch zu spüren ist. Bald schon erreichen wir das freie Fjell des Stuorajobba-Höhenzugs. Der Blick schweift weit über die farbenreichen Täler, imposant ragen die Gipfel der Ammarfjället im Westen empor. Wir haben Glück mit der Wetterlage, es scheint sogar ab und zu die Sonne angenehm auf uns. Zügig kommen wir voran und den höchsten Punkt des Tages erreicht, ist auch der weitere Weg eher leicht.

    Die letzten flachen Fjellflächen überquert, geht es bergab in das Tal des Vindelälven. Wir haben wenig Freude am Abstieg, lieber sind uns die Wege, wenn sie in die Höhe führen. Zwar sind wir schon gewöhnt daran, doch die Schnallen der Rucksackhüftgurte springen nun aller paar Schritte auf und so ist das letzte Stück Wegs doch eher ein Ankommen-Wollen denn der Genuss der schönen Wälder, des langen Tals. Letztlich aber ist auch dies geschafft, als wir den breiten Fluss über seine Holzbrücke überqueren.

    <a href="http://picasaweb.google.com/Marks.Florian/80DaysScandinavia/photo#5151705589192253618"><img src="http://lh5.google.com/Marks.Florian/R36I8D8y4LI/AAAAAAAABF8/CRd3_GtkCKA/s400/100_8649.jpg" /></a>

    Gleich sind wir auch bei der Räfallsstugan, die anmutet wie ein Ferienhaus und innen fast gleichen Komfort bietet. An nichts mangelt es hier und bald sitzen wir in der Wärme gemütlich beim Pokerspiel, trinken Tee und lassen uns die Zeit ganz und gar gut sein. Dem häuslichen Luxus sind wir zwar auch abends bei Kerzenschein zugetan, haben aber schon das Zelt vor der Hütte aufgebaut und nächtigen dort.


    12.9. – 69.Tag
    Ruhetag in der Räfallsstugan
    Ferienlager

    Schon kurz nach sechs Uhr werde ich wach, Tim hat schon die ganze Nacht kaum geschlafen. Gestriger Kaffee und Schwarzer Tee haben ihre Wirkung wohl getan und führten bei ihm zu allerlei Gedanken in der Dunkelheit. Auch ich stehe schließlich bald auf, nachdem er schon in der Hütte ist. In aller Ruhe lassen wir den Morgen beginnen. Mit feuererwärmtem Wasser waschen wir uns, frühstücken erst später. Länger vertreiben wir uns die Zeit mit Karten- und Würfelspiel, sind dann aber recht fleißig. Wasser wird in Menge geholt, die Kleider noch das letzte Mal gewaschen und zu guter Letzt der Holzvorrat in dem Haus aufgestockt. Für das eigene Wohlbefinden wird einiges an Essen zubereitet, wir lassen es uns gut gehen.

    Schon sind wir vollkommen zufrieden, haben einen angenehmen Tagesrhythmus, als wir am frühen Nachmittag Schritten gewahr werden. Aus dem Fenster geschaut, zählen wir einen Wanderer nach dem anderen und bald kommt auch der Führer der Gruppe zu uns hinein. Scheint ein ganz harter Kerl zu sein, der Gute, doch nachdem er gehört hat, dass wir schon über sechzig Tage unterwegs sind, ist er auf einmal gar nicht mehr so redefreudig. Wenigstens erfahren wir, dass er eine Ausbildungsklasse leitet, die die verschlossenen Kabinen des Hauses nutzen will, später auch noch der zweite Teil folgen soll. Wir machen Platz, ziehen uns in eine kleine Ecke zurück. Noch recht ruhig ist es, mit den zwei weiteren Zimmern genügend Platz vorhanden. Als aber schließlich die anderen das Haus erreichen, wird das Treiben hier bunt und bunter. Gelächter, Gesang, ein Hin und Her.

    Das Wetter ist immer wieder von Schauern bestimmt und so bleiben wir, obwohl uns das alles ein wenig zu viel ist. Erneut spielen wir eine Zeit, reden. Mit den anderen kommen wir aber trotz Altersnähe kaum ins Gespräch und so wird die gesamte Situation eher ungemütlich, wenn auch nicht verklemmt. Auf unserem Trangia bereiten wir noch das Abendessen, gehen danach aber doch eher schnell in das Zelt, um ein wenig Ruhe zu haben und den Tag entspannt und allein ausklingen zu lassen, doch froh, den weiteren Ruhetag morgen wieder zu zweit sein zu werden.


    13.9. – 70.Tag
    Ruhetag in der Räfallsstugan
    Völlerei

    Zeitiger als wir es gedacht hatten, bricht die große Gruppe auf und so müssen wir nicht allzu lange im Zelt verweilen und ausschlafen, um in aller Ruhe den Tag in der Hütte zu beginnen. Freundlich scheint immer wieder die Sonne, wir genießen und sind bester Laune. Viel ist einmal mehr nicht zu tun.

    Der noch vom kurzen Einheizen warme Ofen wird für käseüberbackene Brotscheiben zum Brunch genutzt, verfeinert mit gefundenem Tomatenmark. Es lässt sich der Tag recht gut an. Kurz gehen wir noch spazieren, spielen ein Weilchen und schon geht es weiter mit der ungezügelten Fresslust. Das Mittagsmahl ist reichlich, da wir in einem Schrank noch einmal etwas von der Gruppe Zurückgelassenes finden. Ja, wir sind uns schon sicher: Dieser Tag ist ganz dem Essen gewidmet. Frische Bannocks, die übliche Tagesportion. Unsere Bäuche sind gefüllt und rund. Der Höhepunkt dieser Triebverfallenheit aber kommt zum Schluss. Auch auf dieser Tour darf sie natürlich nicht fehlen, aufgespart haben wir sie uns mit Bedacht bis heute: die Essensliste. Alles, worauf wir Lust haben, daheim wieder zu essen, zu probieren und schlemmen, wird aufgeschrieben. Wild ist die Mischung, bunt, wie es kommt, wird ein Jedes festgehalten und in den kommenden Tagen ergänzt und sortiert.

    Recht faul vergeht der letzte Teil des Tages. Holz haben wir gehackt, Wasser geholt. Vieles aber können wir ohne Eile noch morgen erledigen, da die nächste Etappe eine viel zu kurze sein wird. Bis in die Nacht sitzen wir sehr gemütlich bei Kerzenschein am Tische, lange Gespräche ergänzen die ruhige, tiefe Stimmung.

  4. Erfahren
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    #44
    14.9. – 71.Tag
    Räfallsstugan – Vitnjul
    8km; 140Hm hoch; 60Hm runter
    Mehr Lümmeln denn Laufen

    Nachdem wir wach sind, liegen wir noch länger im Zelt, reden ein wenig, lassen die Träume langsam davongleiten. Die Hütte ist schnell gesäubert, die Rucksäcke gepackt und zu angenehmer Stunde beginnen wir die heutige kurze Wanderung. Dem Lauf des Vindelälven folgen wir durch schönen, lockeren Herbstwald. Die Bäume sind gelb, morastig und hügelig die Wege. Nass sind die Gräser und auf den feuchten Bolenstiegen müssen wir doch genauer auf die Schritte achten. Wie schon die letzten Tage sind die Temperaturen mit etwa acht Grad Celsius erstaunlich mild. Die Strecke bietet zwar wenig Höhepunkte, ist aber mit dem breiten Fluss bei der Seite, dem Tal und in dieser Jahreszeit eine schöne.

    Wir reden viel, einmal mehr geistern allerlei Pläne durch unsere Köpfe, so manches spinnen wir aus. Die Zeit vergeht recht schnell und angenehm, schon haben wir den Großteil der Etappe hinter uns gelassen, erreichen bald auch am noch jungen Nachmittag die kleine Vitnjulhütte.

    <a href="http://picasaweb.google.com/Marks.Florian/80DaysScandinavia/photo#5152389549849239778"><img src="http://lh6.google.com/Marks.Florian/R4D2_z8y4OI/AAAAAAAABGw/SRF9FAznkYc/s400/100_8656.jpg" /></a>

    Gemütlich sitzen wir im Innern, während draußen beständiger Nieselregen begonnen hat. Mit Tee und Essen lassen wir es uns aber trotzdem ganz und gar gut gehen, wärmen mit einem kleinen Feuer die Hütte einmal durch, spielen und reden. Allein das unaufhörlich schlechte Wetter betrübt ein wenig, da wir noch das Zelt aufbauen und dort schlafen wollen. Vor dem Haus finden wir einen guten Platz und gehen schließlich recht bald nach dem Abendessen schlafen und beschließen diesen unspektakulär netten Tag.


    15.9. – 72.Tag
    Vitnjul – Dalavardo
    20km; 160Hm hoch; 90Hm runter
    Ab ins Warme

    Zwar war die Nacht sternenklar, der Himmel ist am Morgen aber wieder verhangen. Droh, dass es trocken ist, beginnen wir die Etappe. Recht viel reden wir einmal mehr miteinander, während wir gut vorankommen. Auch heute geht es wieder auf den breiten Geländewagenspuren entlang über nur kleine Erhebungen und dem Flusslauf folgend.

    Einiges haben wir schon geschafft, als Nieselregen einsetzt. Nicht so stark, dass wir Regenbekleidung anziehen doch aber genug, um Gräser, Steine und Bolenstiege zu befeuchten. Die Tritte sind unsicher auf dem rutschigen Boden, bald schon falle ich in einen kleinen Flusslauf, durchnässt sind Hose und Pullover. Mit wenig Freude geht es nun weiter. Das Wetter trübt die Gemüter, die ewig gleiche Landschaft reizt nur wenig. Stumm gehen wir vor uns hin.
    Mit Glück können wir eine zweite Pause ohne Regen einlegen, doch schon bald darauf beginnt es noch kräftiger als zuvor vom Himmel zu kommen. Ich bin ohnehin nass und Tim auch wenig motiviert und so geht es in normaler Kleidung weiter, die nun immer feuchter wird. Wir legen Schlecht-Wetter-Tempo ein und ziehen den Rest bis zur Dalavardohütte durch. Nur die gewisse Aussicht auf die Wärme und Trockenheit am Tagesende lässt uns den letzten Teil so unklug und auch unschön gestalten.

    Als wir aber am Ziel ankommen, steht keine Hütte vor uns. Ein wahres Haus mit Nebenanlagen prangt auf dem großen Platz. Zweistöckig wirkt es doch recht kurios in dieser einsamen Natur, die noch teils ganz frischen Schuppen irritieren uns zusätzlich. Es ist aber keiner da und über reichlich zurückgelassenes Essen können wir uns ebenfalls freuen, denn sogar frisches Obst und recht anständiges Brot – beides noch vor dem Verfall – finden wir hier. Die nötigen und nützlichen Dinge tun wir gleich und sitzen bald bei warmem Tee und Feuer gemütlich am Tisch, spielen ein wenig und essen. Sehr angenehm vergeht der Tag hier, doch gegen den frühen Abend werden wir von Motorgeräuschen aufgeschreckt. Ein Bauarbeiter, dessen Werk wir schon während des Tages gesehen hatten, kommt angebraust. Widererwarten geht er aber sofort in den abgeschlossenen Raum, ohne auch nur zu grüßen, und lässt sich auch nicht mehr blicken. Da auch wir den offenbar zurückgezogenen Mann nicht stören wollen, bauen wir noch das Zelt auf, essen Abendbrot und gehen recht bald schlafen.


    16.9. – 73.Tag
    Ruhetag in der Dalavardo
    Angenehm?

    Wie schon gestern überlegt, bleiben wir den Tag über in der Hütte. Das Wetter sieht eher unfreundlich aus und lädt nicht wirklich zum Wandern. Trotzdem ist uns die viele Ruhe nicht wirklich recht, der Abklang der Tour zu träge. Das Haus ist zwar schön, wir sitzen auch gemütlich bei Essen, Spiel und Gespräch, doch lieber würden wir noch laufen. Fast zu komfortabel und luxuriös ist das Leben in den Hütten hier gerade, die Bäuche sogar schon dick.

    Ala auch noch der Himmel aufklart, grämen wir uns noch mehr, vertreiben uns aber schließlich mit dem Liedprojekt du Diesem und Jenem ganz nett die Zeit. Der Arbeiter ist schon in der frühen Dämmerung abgefahren und so sind wir allein hier, erledigen ein wenig für das Hüttenleben. Nachdem wir zu Abend gegessen haben, sitzen wir noch lange in tiefe Gespräche versunken mit Kerzenschein am Tisch. Es geht uns noch recht gut damit uns so suchen wir erst spät das Zelt auf.


    17.9. – 74.Tag
    Ruhetag in der Dalavardo
    Dann ist es halt so

    Früh schon wach, liegen wir noch eine Weile im Zelt. Im Trockenen abgebaut und in der Hütte die Rucksäcke gepackt, warten wir noch ab, wie sich die undurchdringliche Wolkenwand im Süden verhält. Langsam zieht der Nieselregen zu uns, Schneeflocken mischen sich unter. Immer ungemütlicher wird das Wetter. Nicht gerade leicht fällt uns der erst spät gefasste Entschluss, auch heute noch hier zu bleiben. Wenigstens aber können wir uns damit versöhnen, da es zum Wandern ohnehin nicht schön ist und durch den weiteren Ruhetag die nächsten Etappen doch eher straffer angegangen werden können, ohne noch einmal zu pausieren.

    Also sind wir mit der Entscheidung zufrieden und gestalten den Tag wie den vorigen. Essen, Spiel und Gespräch vertreiben die Zeit irgendwie.

    <a href="http://picasaweb.google.com/Marks.Florian/80DaysScandinavia/photo#5152389588503945458"><img src="http://lh3.google.com/Marks.Florian/R4D3CD8y4PI/AAAAAAAABG4/QGkoJANxbtE/s400/100_8658.jpg" /></a>

    Der Tag verläuft ruhig. Nachdem wir uns noch mit einigen Plänen für zu Haus beschäftigt haben, gehen wir früh zu bett.


    18.9. – 75.Tag
    Dalavardo – Skidbäcksstugan
    15km; 210Hm hoch; 180Hm runter
    Weiter

    Definitiv steht der Entschluss schon vor dem Aufstehen, heute die Wanderung fortzusetzen und wohl bis nach Hemavan ohne Pause zu laufen. Trotzdem ist die heutige Etappe kurz wie die folgenden und so können wir in aller Ruhe den Morgen beginnen. Das Lager wird abgebaut, die Rucksäcke bereitgestellt und noch einmal das Haus gereinigt. Froh, wieder zu wandern, geht es singend durch die Gebirgswälder. Der Himmel ist verhangen und vom nächtlichen Regen sind die Wege noch matschig. Es ist ein wahrer Herbsttag.

    Schnell kommen wir auf der leichten Strecke voran, die nur sanft bergauf führt. Wir genießen die Einsamkeit und Ruhe zu dieser Jahreszeit und auch die Landschaft zeigt sich schön wie erhofft. Gelb ziehen sich weite Wälder an den Hängen entlang, die hohen Gipfel sind von einer leichten Schneedecke bedeckt. Zwar fühle ich mich nicht mehr so fit wie noch vor einiger Zeit, doch tut es ungemein gut, sich wieder zu bewegen, die Füße auszuschütteln, den Blick und die Seele frei schweifen zu lassen.

    Wie erwartet kommen wir schon am frühen Nachmittag an der Skidbäcksstugan an. Die frisch erbaute Brücke überquert, betreten wir die kleine Hütte mit den zwei schmalen Schlafräumen. Den einen gewählt, packen wir aus und stellen das Zelt in der Nähe auf, bevor der in den Bergen hängende Regen zu uns zieht. Die ersten Dinge sind schnell erledigt und schon bald sitzen wir bei Tee und frischen Bannocks gemütlich plaudernd da. Ab und zu müssen wir hinaus, um den wundervollen Blick con der Veranda zu genießen, wenn kurz die Sonne die Landschaft in warmes, weiches Licht taucht. Schnell und angenehm vergeht die Zeit. Noch eine Weile lümmeln wir gemütlich in dem kleinen Raum, bevor wir schließlich das Zelt aufsuchen.


    Heute Abend gibt es den Rest, war ja nicht so fülle.

  5. Fuchs
    Avatar von Rainer Duesmann
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    #45
    Vielen Dank für diesen wahrlich ausführlichen Bericht!
    Ich denke ich spreche im Namen vieler hier wenn ich Euch meinen Neid versichere.

    Beste Grüße,
    Rainer

  6. Erfahren
    Avatar von Issoleie
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    #46
    So, hier ist der Rest.
    Ich hoffe, ihr hattet genug Geduld und es hat ein wenig Spaß gemacht.


    19.9. – 76.Tag
    Skidbäcksstugan – Tärnasjön / 4km hinter Stugan
    16km; 200Hm hoch; 230Hm runter
    Das Letzte auskosten

    Strahlend blau zieht sich der Himmel über die Landschaft. Die Berge sind großzügig in weiß getaucht. Vorwinterlich kalt ist die Luft, klar ist alles noch in der Ferne zu sehen, wo sich die Gipfel des Norra Storfjället im Westen und Süden aneinanderreihen. Ruhig und eher schweigsam gehen wir durch die lichten Wälder und genießen in tiefen Zügen die Landschaft, die Einsamkeit und die Zeit, die wir hier noch haben.

    <a href="http://picasaweb.google.com/Marks.Florian/80DaysScandinavia/photo#5152441609147834674"><img src="http://lh4.google.com/Marks.Florian/R4EmWD8y4TI/AAAAAAAABH8/r0npawajWCo/s400/100_8667.jpg" /></a>

    Bald erreichen wir die kleine Samihütte und Wegkehre Ojklje, sitzen, noch ein wenig weiter gegangen, auf der dahinter liegenden Brücke und lassen uns die Sonne recht anständig in die Gesichter scheinen. Leicht ist der weitere Weg, nachdem man die ersten Steigungen überwunden hat. Lang zieht sich dann der Tärnesjön durch das Tal, zu dem wir auf schmalen morastigen, häufig auch mit Bolenstiegen ausgelegten Wegen hinabsteigen. An der STF-Hütte ist die Verantwortliche gerade auf Wanderschaft und so sitzen wir allein und lassen es uns gut gehen. Unsere Pfade treffen hier wieder mit dem Kungsleden zusammen und so wird es jetzt keine freien Hütten mehr geben.

    Dem Seeufer etwas oberhalb des Wassers folgend geht es nun also wieder auf der Hauptroute weiter. Eigentlich hatten wir es nicht erwartet, sind dann aber doch nicht allzu überrascht, als wir auch schon nach kurzer Zeit wieder den ersten Wanderer seit ein paar Tagen treffen. An gewünschter und vermuteter Stelle legen wir schließlich die Rucksäcke ab und nachdem wir uns in der Umgebung umgeschaut haben, finden wir, nicht weit vom steinigen Strand entfernt, einen idealen Lagerplatz. Idyllisch ist dieses Fleckchen, einige Feuerstellen zeugen von schön verbrachten Abenden. Auch wir sitzen noch eine Zeit in der Sonne und blicken über den See und die Berge, können die malerische Szene nur immer mehr in uns aufsaugen und voll auskosten.

    Am späten Nachmittag bauen wir das Zelt auf und legen uns in die warmen Schlafsäcke. Schnell ist die Sonne hinter den Bergrücken verschwunden und kalt die Luft. Recht müde sind wir und schon bald sind unsere Augen zugefallen und wir schlafen bis in den Abend. Nur kurz essen wir noch, liegen eine Weile und beenden den schließlich den Tag.


    20.9. – 77.Tag
    Tärnesjön – Syterskalet
    16km; 460Hm hoch; 200Hm runter
    Genuss pur

    Klar und kalt war die Nacht. Die Sterne funkelten wahrlich schön und lange werde ich das Bild nicht vergessen. Am Morgen stehen wir etwas später auf und brauchen erst eine Weile, um ein wenig Wärme in die Glieder zu bekommen. Als wir aber losgehen, geht es uns schnell ganz und gar gut. Der Himmel ist zwar bedeckt, doch auch die Sonne scheint das ein oder andere Mal auf uns. Schnell und leicht kommen wir voran. Lange Bolenstiege führen uns durch die morastigen Flächen östlich des Tärnesjön. Es ist eine Freude, durch die bunten und lockeren Wälder zu gehen und wir genießen den vorletzten Wandertag in vollen Zügen.

    Am südlichen Ende des Sees führen sieben Brücken von Insel zu Insel und so gelangen wir auf die andere Seite. Schnell steigen wir in die Höhe und überschreiten die Baumgrenze. Der Himmel ist nun auch hier in den Bergen des Norra Storfjället aufgeklart und der Blick geht weit über die Landschaft unter uns.

    <a href="http://picasaweb.google.com/Marks.Florian/80DaysScandinavia/photo#5152442639939985890"><img src="http://lh4.google.com/Marks.Florian/R4EnSD8y4eI/AAAAAAAABJY/zpvo5MqOvYM/s400/100_8690.jpg" /></a>

    Nicht lange – das letzte Stück über den Hang ist schnell geschafft – und vor uns liegen die mächtigen schneebedeckten Zähne im Westen, die höchsten Berge der Region, von denen wir kaum den Blick lassen können.

    Die Syterstugan erreichen wir am frühen Nachmittag, pausieren für eine Weile, während der Wind hart bläst. Von der Hüttenverantwortlichen werden wir mit einer selbstgebackenen Scheite Brot mit Butter verwöhnt, die wir uns recht ordentlich schmecken lassen. Über den letzten Hang geht es noch einmal und schon liegt der Eingang des Syterskalet imposant unter uns, bewacht von den zwei mächtigen Bergen zu beiden Seiten.

    <a href="http://picasaweb.google.com/Marks.Florian/80DaysScandinavia/photo#5152442781673906706"><img src="http://lh5.google.com/Marks.Florian/R4EnaT8y4hI/AAAAAAAABJw/LD4dSAVh3Us/s400/100_8702.jpg" /></a>

    Ein paar wenige Kilometer sind es noch bis zur Schutzhütte zu gehen, die wir am Ende der wunderschönen heutigen Etappe zufrieden erreichen.
    Der warme Tee tut in der Kälte gut, bei Spiel und Ruhe vergeht die Zeit auf angenehme Weise.


    21.9. – 78.Tag
    Syterskalet – Kobosbäcken
    16km; 140Hm hoch; 340Hm runter
    Zum letzten Mal

    Früh werden wir wach, lassen aber den Morgen noch dahinziehen, liegen lange in den Betten. Zum letzten Mal packen wir die Rucksäcke, zum letzten Mal beginnen wir eine Wanderetappe. War eben der Himmel noch blau, befinden wir uns jetzt inmitten von Wolken. Schnee fällt sanft herab und bedeckt weiß die Hänge.

    Wir folgen dem Syterskalet. Die Schritte sind vorsichtig, denn rutschig sind die steinbesetzten Pfade nun. Nur langsam werden wir warm, doch die Szenerie erfreut uns. Deutlich ist uns heute bewusst, dass das der letzte Tag der Tour sein wird, an dem wir unsere Route verfolgen, mit geschulterten Rucksäcken durch die schöne nordische Natur wandern. Ungemütlicher wird es bald. Der Schnee mischt sich mit Regen und der Wind frischt auf. Wir sind schließlich froh, die Viterskalsstugan gegen Mittag zu erreichen und im Schutze der Veranda pausieren zu können. Ein Weilchen schwatzen wir noch mit der Frau der Hütte und gehen schließlich in Richtung Hemavan weiter.

    Die Wetterlage hat sich weiter verschlechtert, Nässe und Kälte werden vom harten Wind unterstützt. Die Finger sind taub und steif, der Rest des Körpers aber durch den strammen Schritt, den wir nun einlegen, recht warm. Anstrengender als erwartet ist auch die Wegführung. Nach kurzer Zeit schon geht es bergauf, immer wieder müssen wir über Hügelkuppen. Auch die doch zahlreichen Wanderer, die uns entgegenkommen, verwundern uns, doch da wir in den nächsten Tagen ohnehin mehr Menschen begegnen werden, stören wir uns daran nicht zu sehr. Auch der Himmel ist bald wieder freundlicher anzuschauen, der Wind hat nachgelassen. So können wir noch eine kurze Pause machen und gehen schließlich zum Etappenziel weiter. Der erste Rastschutz nahe des Kungsleden bietet leider keine Wasserquelle und so versuchen wir unser Glück bei dem etwas weiter höher gelegenen Schutzdach. Dieses zeigt sich aber schon dem Verfall nahe und etwas enttäuscht geht es wieder zurück.

    Am Kobosbäcken finden wir dann aber schließlich den erhofften schönen Lagerplatz für die nächsten zwei Tage. Direkt am Fluss bauen wir das Zelt auf – zum letzten Mal. Etwas melancholischer Stimmung liegen wir bald in den Schlafsäcken und essen, sind glücklich über die Trockenheit und Wärme und vor allem die hinter uns liegenden Tage. Allerlei Gedanken gehen uns durch den Kopf, doch nicht lange und wir schlummern noch am Nachmittag ein.


    22.9. – 79.Tag
    Basislager am Kobosbäcken
    Hemavan

    Früh sind wir wach, obwohl der nächtliche Schlaf eher unruhig war und zudem erst spät einsetzte. Wie schon in der letzten Zeit schlafen wir noch in aller Ruhe aus, da wir heute nur nach Hemavan wollen, um ein paar Kleinigkeiten zu erledigen.

    Der Himmel ist von dicken Wolken verhangen, als wir auf den breiten Wegen den Häusern entgegengehen. Schon jetzt begegnen uns in kurzen Abständen allerlei Tagesausflügler und mit den Abfalltüten in den Händen, den verdreckten Hosen dazu, kommen wir uns doch recht seltsam vor. Guten Mutes aber gehen wir voran und sind schnell am Ziel. Nicht nur für den heutigen Tag sind wir angekommen, der letzte Ort der Tour ist erreicht. Von Kautokeino losgelaufen sind wir heute in Hemavan. Von den wenigen Menschen lassen wir uns nicht stören, sondern schreien voll die Freude heraus, nehmen in den Ausbruch die geballten Erfahrungen der letzten Zeit mit hinein. Wir fallen uns in die Arme und sind glücklich.

    Noch eine Weile müssen wir die Schotterstraße entlang, zwischen vielen Baustellen und lieblosen Feriensiedlungen hindurch nach unten. Wir müssen breit grinsen. Wie lange wir unterwegs seien? Achtzig Tage. Achtzehn? Nein, Achtzig! Zurückweichend und mit einem „shit“ auf den Lippen lässt uns der Mann stehen. Naja, so schlimm fanden wir die vergangenen Tage nun auch nicht. Hier aber ist es jetzt nicht so wunderbar. Etwas länger als die Wege in den bisherigen Orten sind die Distanzen zwischen den einzelnen Orten für die Erledigungen hier, doch einen nach dem andern gehen wir ab. Der Naturraum ist am Samstag geschlossen und so können wir leider nicht mehr über die schöne hiesige Gegend erfahren. Erfolglos schauen wir auch bei der STF-Station vorbei, die kaum zum Verweilen einlädt. Am Flughafen angelangt, um sich des Fluges in zwei Tagen zu versichern, stehen wir auch hier, nun vollkommen erstaunt, vor verschlossenen Türen. Der letzte Gang bleibt und nachdem wir bei der Tankstelle vorbeigeschaut, gehen wir in die Kaufhalle: der erste Erfolg des Tages. Alles zum Essen finden wir hier und auch die erhofften Geschenke für daheim gibt es allesamt. Mit vollen Tüten machen wir uns schließlich doch froh über den guten Ausgang wieder auf den Weg zum Zelt.
    Das Wetter wechselt von Sonnenschein zu Regen und da wir noch eine Zeit an der frischen Luft verbringen wollen, machen wir es uns nach kurzer Organisation im nahe gelegenen Windschutz gemütlich.

    <a href="http://picasaweb.google.com/Marks.Florian/80DaysScandinavia/photo#5152442901932991026"><img src="http://lh5.google.com/Marks.Florian/R4EnhT8y4jI/AAAAAAAABKA/zGEqcUYTJQ4/s400/100_8708.jpg" /></a>

    Viel wird gegessen und gespielt, die Zeit bis in den vorangeschrittenen Nachmittag hier angenehm verbracht. Ohne Bewegung wird es jedoch mit der Zeit recht kühl und so gehen wir zum Zelt und suchen die warmen Schlafsäcke auf, um noch länger den Tag hier zu verbringen. Fast ist mir das Essen mit dem zusätzlich Eingekauften zu viel und voll liegen wir bei ruhigen Tätigkeiten da. Nach dem Abendessen unterhalten wir uns noch lange und finden erst spät Schlaf.


    23.9. – 80.Tag
    Basislager am Kobosbäcken
    Warten

    Der Morgen zeigt sich widererwarten ungemütlich. Die Wolken hängen tief auf den Bergen, schicken häufig kleine Schauer hinab. Also bleiben wir noch im Zelt und warten ab, wie sich die Wetterlage entwickelt. Zwar wird es trockener und kleine blaue Flecken sind zu sehen, für die geplante Bergbesteigung aber ist der Himmel noch immer zu bewölkt.

    Etwas verstimmt liegen wir also in den Betten. Es bleibt nichts zu tun und so lassen wir eher die Zeit verstreichen, als sie nutzen zu können. Gegen Mittag brechen wir noch einmal in Richtung Hemavan auf, um den Naturraum am Rande der Siedlung anzuschauen. Allein, gründlich gelesen haben wir gestern nicht und so stehen wir erneut vor verschlossenen Türen. Die Stimmung ist dadurch nicht gerade gehoben, doch die bloße Bewegung tut gut uns schüttelt den Kopf ein wenig frei. Wieder zurück, gehen wir in den Windschutz, um noch ein wenig Zeit and er frischen Luft zu verbringen. Auf Video halten wir unser Liedprojekt fest, haben rechte Freude an diesem Spaß. Es werden noch Bannocks zubereitet und zufrieden suchen wir am vorangeschrittenen Nachmittag das Zelt wieder auf, glücklich, den Tag doch noch recht nett verbracht zu haben, doch gewiss, weiter nur auf die morgige Abreise zu warten.

    Also liegen wir erneut, essen, schwatzen. Es vergeht der Tag, wie es viele auf der Tour schon taten: ruhig und angenehm. Wir schlafen zufrieden ein, während die letzte Zeit in den Gedanken vorbeizieht.


    24.9.
    Hemavan – Stockholm
    Flughafenleben

    Lange liegen wir wach im Zelt, lassen den Morgen noch eine Weile verstreichen. Gegen neun Uhr geht es los. Noch einmal packen wir alles zusammen, während es ohne Pause fein regnet, wir manches Mal mitten in den Wolken sind. Der Weg nach Hemavan ist schnell gegangen und wir schauen – dieses Mal erfolgreich – beim Naturraum vorbei. Viele Prospekte werden eingesteckt, um ein wenig Flughafenlektüre zu haben, noch kurz schauen wir den nett gestalteten Informationsraum an. Dann geht es aber weiter nach unten zur Hauptstraße. Wir müssen breit grinsen. Wie lange wir unterwegs seien? Achtzig Tage. Achtzehn? Nein, achtzig! Zurückweichend und mit einem „shit“ auf den Lippen lässt uns der Mann stehen. Naja, so schlimm fanden wir die vergangenen Tage nun auch nicht. In der Kaufhalle wird alles für Berlin und den nächsten Tag besorgt und erwartungsgemäß früh sind wir schließlich schon am Flughafen.

    Zur Freude hat der heute aber geöffnet und wir betreten den kleinen Vorraum. Zwei Richtungen sind nur zu wählen und gleich stehen wir beim heimisch anmutenden Check-In-Schalter.

    <a href="http://picasaweb.google.com/Marks.Florian/80DaysScandinavia/photo#5152442949177631298"><img src="http://lh4.google.com/Marks.Florian/R4EnkD8y4kI/AAAAAAAABKI/jqdYBMnerZ4/s400/100_8716.jpg" /></a>

    Auch wenn die Gepäckannahme noch nicht begonnen hat, werden wir freundlich begrüßt und dürfen schon in den Warteraum. Der Zweck des kleinen Saales ist natürlich auch für uns Programm – nichts tuend vertreiben wir uns die Zeit. Als wir nach längerem Warten schließlich das Gepäck aufgeben können, sind wir nicht mehr alleine. Jetzt wartet man also gemeinsam. Bald aber gehen wir zum Flieger – auch er ist klein – und ruckeln mit zwei Zwischenlandungen und etwas Kopfschmerzen nach Stockholm Arlanda.

    Schnell ist dort ein im Flughafentrubel doch recht ruhiger Platz gefunden und wir sitzen einmal mehr. Kurz und mehr desinteressiert denn kauflustig schauen wir die wenigen Läden an und sitzen letztlich wieder, warten an einem andern Ort. Zum Abend koche ich uns draußen ein Gericht und nachdem wir uns noch gründlich für die Heimkehr frisch gemacht haben, legen wir uns auf einer Bank nieder, vom Nichtstun erschöpft, versuchen, etwas Schlaf zu finden. Nut das Plätschern des Wassers, das leise neben uns von Säulen herunterläuft, erinnert jetzt noch entfernt an das zurückliegende Leben in der Natur.



    25.9.
    Berlin
    Wieder daheim?

    Nach erneutem Warten, erneutem Flug und immer stärker wachsender Wehmut sind wir schließlich doch da. Nach mehr al achtzig Tagen zurück in Berlin. Da, wo wir gerade gar nicht so richtig sein wollen. Von der wundervollen zurückliegenden Zeit können wir noch nicht wirklich erzählen. Alles hier ist zu viel. Natürlich ist es das nach Tagen in der Einsamkeit und der freien, ruhigen Natur. Ich bin mir nicht sicher, wann ich hier jemals ankommen werde.


    So, hier gibt es also noch ein paar Bilder mehr, gerade von den letzten Herbstagen.

    <table style="width:194px;"><tr><td align="center" style="height:194px;background:url<a href="http://picasaweb.google.com/Marks.Florian/80DaysScandinavia"><img src="http://lh3.google.com/Marks.Florian/RznsbMI22RE/AAAAAAAABKQ/1MYy5g0T-TA/s160-c/80DaysScandinavia.jpg" width="160" height="160" style="margin:1px 0 0 4px;"></a></td></tr><tr><td style="text-align:center;font-family:arial,sans-serif;font-size:11px"><a href="http://picasaweb.google.com/Marks.Florian/80DaysScandinavia" style="color:#4D4D4D;font-weight:bold;text-decoration:none;">80 Days Scandinavi<wbr></wbr>a</a></td></tr></table>

    Bis zum nächsten Bericht

  7. #47
    Danke für den schönen Bericht, viel mehr bleibt einem da kaum zu sagen.

    Gruss
    Henning
    Der am liebsten gleich los möchte
    Es gibt kein schlechtes Wetter,
    nur unpassende Kleidung.

  8. Dauerbesucher

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    #48
    Auch von mir ein herzliches Dankeschön!

    Die Geduld hat sich voll ausgezahlt, ist ein total schöner Bericht geworden.
    Wunderschöne Beschreibungen; die Ruhe und Gelassenheit, die bei einer solch langen Tour in einem entsteht kommt sehr schön rüber.

    Gruß hikingharry

  9. Fuchs
    Avatar von Rainer Duesmann
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    #49
    Einziger Wunsch wäre noch eine Beschreibung der Ausrüstung, bzw. ein Fazit. Was taugte, was fehlte, was wurde vermißt usw. Einem Bild und der Beschreibung der aufspringenden Rucksackschnallen entnehme ich das ihr auch mit Bach Rucksäcken unterwegs wart. Das leidige Thema "SelbstöffnendeSchnalle" hatten wir ja schon in einem extra Thema hier im Forum. Wie ist da Eure genaue Erfahrung im Nachhinein?

    Besten Dank,
    Rainer

  10. Dauerbesucher
    Avatar von Susanne
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    #50
    Einfach großartig!
    havet - Ölmalerei
    Blomstene på fjellet er formet som klokker og stjerner. Sagnet sier at det er fordi vidda ligger så nær himmelen. Pedder W. Cappelen

  11. Erfahren

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    #51
    Ahoi,

    besten Dank für den großartigen Bericht und Glückwunsch zu dieser Tour!

    Dirk

  12. Dauerbesucher
    Avatar von pepe-hh
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    #52
    Zitat Zitat von Rainer Duesmann Beitrag anzeigen
    Einziger Wunsch wäre noch eine Beschreibung der Ausrüstung, bzw. ein Fazit. Was taugte, was fehlte, was wurde vermißt usw. Einem Bild und der Beschreibung der aufspringenden Rucksackschnallen entnehme ich das ihr auch mit Bach Rucksäcken unterwegs wart. Das leidige Thema "SelbstöffnendeSchnalle" hatten wir ja schon in einem extra Thema hier im Forum. Wie ist da Eure genaue Erfahrung im Nachhinein?

    Besten Dank,
    Rainer
    Klasse Bericht und tolle Bilder !

    Eure beiden Jacken interessieren mich, welche sind das ? Wart ihr zufrieden ?
    Und die Packlisten würde ich auch gern sehen :-)

  13. Erfahren
    Avatar von Issoleie
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    #53
    Hier erstmal noch die Tour in Zahlen:



    Tageseinteilung 80 Tage auf Tour
    Lauftage 56 Tage
    Ruhetage 25 Tage
    davon aktiv 2 Tage
    davon durch Krankheit 6 Tage

    gelaufene Etappenkilometer 1047km
    Durchschnitt (Lauftage) 18,7km
    Durchschnitt (gesamt) 13,1km

    Höhenmeter 43.611Hm
    hinauf 22.137Hm
    Durchschnitt (Lauftage) 395Hm
    Durchschnitt (Ruhetage) 277Hm
    hinab 21.474Hm
    Durchschnitt (Lauftage) 384Hm
    Durchschnitt (Ruhetage) 268Hm


    Essensliste (ohne Abendessen)

    Müsli: 11.525g
    Riegel: 320 Stk./8.640g
    Kekse: 8.900g
    Schokolade: 5.750g
    Trockenfrüchte: 5.300g
    Nüsse: 3200g

  14. Erfahren
    Avatar von Issoleie
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    #54
    Und nun noch ein wenig zur Ausrüstung, da es ja gewünscht war.

    Rucksack:
    Wie schon richtig vermutet waren zwei Bach Rucksäcke im Einsatz. Tim hatte den Specialist 2, ich den FatMaxx. Die Vorgeschichte dazu muss bei mir aber auch gesagt sein: Da ich nicht zu lange vor der Tour mich dann doch gegen meinen alten Rucksack entschieden habe, der bei hohem Gewicht einfach nicht mehr bequem ist. Das ist ein Tatonka Katanga; eigentlich super, nur nicht mehr für mich, da er nicht mehr wirklich passt. Jedenfalls musste ich dann recht schnell einen andern besorgen, hatte aber kein Geld. Also gebracuht den besagten Bach geholt. Der hatte da vier Jahre (?) auf dem Buckel, eigentlich nicht viel. Allerdings sah der echt nicht mehr so fein aus. Ich hatte ja schon was in den Bach-Threats geschrieben. Diverse Nähte lösten sich immer mehr auf. Hinten ist der Schaum schon durchgedrückt und polstert kein bissel mehr, sodass ab und an die Plastikplatte doch stark gedrück hat. Schlimmstes Übel war aber der Hüftgurt. Der war mir blöderweise ein Stück zu groß, sodass das ganze Gewicht nicht voll auf die Hüften kam. Das war aber sowieso oft nicht möglich, da die Schnalle manchmal jede Minute aufgesprungen ist. Auch die, die ich dann neu drin hatte. Bei Tim auch, allerdings nicht soo schlimm. Bei mehr GEwicht gabs auch schon mehr Probleme. Bei Tim sind außerdem die ganzen Bänder immer doch gut gerutscht und mussten nach einer Weile neu eingestellt werden. Dennoch finde ich den Rucksack gut. Die Gewichtübertragung ist trotz eines ziehmlich weichen Hüftgurts auch bei 30Kg noch gut. Und ganz gepasst hat er mir ja wie gesagt nicht. Auch die Bach-Lösung für das Deckelfach mag ich ziehmlich.
    Allerdings würde ich mir den Rucksack nicht kaufen. Auch wenn ich da von vielen wohl nicht gemocht werde, halte ich den Bach nicht für einen sehr lange haltenden Rucksack. Vielleicht sind die Nähte bei anderen besser. Der Schaum am Rücken wird aber recht schnell trotzdem durchgedrückt. Der Hüftgurt muss auhc nach etwa drei Jahren ausgewechselt werden. (Ich hatte mir schon einen neuen geholt. Die könnten sogar maßgeschneidert werden" War aber bei mir keine Zeit) Der an den Seiten verlaufende Bogen aus Plastik drückt unten recht schnell durch, wo er ausläuft und aufliegt. Die Kanten des oberen queren Aluminiumstegs scheuern auch ziehmlich schnell durch. Die Säcke quietschen unheimlich
    Jetzt wird es bis nächsten Sommer aber der Viking (kl. Bruder vom Alpinist) von Bergans, der mich bisher sehr überzeugt hat und ja auch in den Berichte gut wegkommt. Schade bei Bach - hatte ich aber vorher auch nicht -, dass es keinen kleinen Tagesrucksack integriert gibt. Solche Läsungen hat der Bergans gleich zwei dran. Toll, um mal nen Berg vorm Zelt zu besteigen oder ähnlich einen aktiven Tag zu gestalten.
    So, genug.
    Achso, als Tipp noch für diejenigen, die die Bachschnallen auch nicht so knackig finden und da ja wohl auch keine anderen funktionieren, was wohl an der Hüftgurtkonstruktion liegt: Ich würde mir von Klättermusen so eine Sicherheitsschnalle holen. Sieht sehr interessant aus.

    Zelt:
    Hilleberg Kaitum war dabei. Natürlich noch das 2er-Modell. Für mich geht es nicht besser. Es ist einfach wunderbar viel Platz da drin. Zwei Eingänge sind total bequem. Wir haben ja auch sehr oft drin gekocht. Kerlon 1200 reicht, obwohl ich vorher ein paar Bedenken hatte, weil ich da ein Sicherheitsfetischist bin... Natürlich hats noch nicht das härteste überstehen müssen. Die stürmischen Böen am Saana und später auch hat es aber super überstanden, man hat sich einfach sicher gefühlt. Ich werde es auch auf Solotour mitnehmen. Dazu wohl auch Decke und Kopfkissen, so gut kann man es sich da drin gehen lassen. Das der Eingang nicht hoch ist, ist vielen ja bekannt. Mich stört es nicht. Noch bin ich jung und dynamisch. Und größer werde ich auch nicht. Deswegen recht auch locker die IZ-Höhe. Schade ist, das die Gewichtsoptimierung bei der UL-Serie keine Mückennetze zulässt. Aber man ist ja eh eher im IZ. Das ist allerdings ein wenig zuu empfindlich für meinen Geschmack. Das viele Ein- und Auspacken haben doch ein paat Spuren hinterlassen. Der Stoff ist also manchmal ein wenig zu sehr gedehnt. Naja, ich geh jedenfalls trotzdem nicht zimperlich mit um und es hält ja trotzdem, sieht nur nicht mehr jungfräulich aus. Aber wer will das shcon von seinem Bett sagen können. Jedenfalls ist das Zelt insgesamt einfach genau das richtige für eine solche Tour und auch für ähnliche. Fjell, längerer Zeitraum, Wandern, zwei Personen, Skandinavien. Wer solche Eckdaten hat (und auch ein wenig Geld dafür ausgeben will) ist damit gut beraten, meine ich.
    Als Unterlage haben wir diese schöne Aluplane genommen, die ihr am Anfang auf dem einen Bild seht... Besser ist da shcon, was zu haben, was direkt mit dem Zelt verbunden ist. Nachdem wir dann auch verstanden haben, dass man die eher rollen als einfach in den Rucksack quetschen sollte, hat sie auch wunderbar gehalten. Zur Halbzeit gabs trotzdem ne neue. War aber sonst insgesamt eine doch gute und preiswerte Lösung, die genug Schutz bietet und trotzdem leicht genug ist. Ansonsten würde ich aber dem Boden trotzdem fast immer zutrauen, dass er auch ohne was drunter hält. Aber in dem Zelt sollen ja auch noch meine Kinder schlafen...

    Schuhe:
    Meindl Burma Pro MFS (mit Gore). Ein toller Schuh. Und shcon der zweite innerhalb von knapp drei Jahren... Zwei mal war jetzt schon die Memran durch. Alles noch mit Reklamation. Den dritten wollte ich aber dann doch nicht mehr. Meine Füße waren aber trotzdem überwiegend trocken. Skandinavien sieht mich trotzdem nicht mehr ohne Lundhags. Die Synchro kommen dann demnächst rein. Eigentlich bin ich auch ganz glücklich, dass die Schuhe wieder kaputt sind. Ich habe mein Geld wieder und kann mir den perfekten Schuh für die Gebiete kaufen. Es gab nicht viele Tage, an denen ich sie mir nicht gewünscht habe. Zu den Synchro kann ich ja später noch mal was schreiben, aber dass man in Lundhags nicht so viel Seitenstabilität hat, gehört der Vergangenheit an. Die werden mich dann auf jeder Tour begleiten, jedenfalls so lange es nicht in die Wüste geht... Die billigsten Lundhags sind eh kaum teurer als gute Gore oder Vollleder. Halten aber viel länger und sind noch dazu sehr viel optimierter für diese Gegenden.
    Tim hatte übrigens Meindl Colorado. Eher für den Schwarzwald. Dünnes Leder und innen auch Lederfutter macht in Skandinavien nach kurzer Zeit keinen Spaß mehr. War sofort durchgescheuert. Die Plasitkkappe in der Ferse hat dann auch deutliche rote Spuren auf seinen Socken hinterlassen. Für mich gegenüber Gore die noch schlechtere Alternative. Ich persönlich würde auch kein Lederfutter bei stabileren Schuhen wollen. Achso, Tim hatte gute Gamaschen mit, die auch wirklich überzeugt haben. Meine bewusst ganz billigen Tatonka Plastefetzen waren gute Sitzgelegenheiten, wenns mal feucht war und haben nichts gewogen. Haben auch eigentlihc ausreichend die Nässe abgehalten, nur halt von innen nicht. Deshalb hatte ich die nicth oft an und daher ab und an dann mal von Sträuchern nasse Hosen. Aber das habe ich so gewählt, weil ich eh Lundhags kaufen wollte und dann keine mehr brauche. Wenn also Gamaschen, würde ich Gore nehmen. Auch in Skandinavien. Keine Baumwolle, da die auhc nass wird und man man nunmal nicht immer nur Schlamm abhält. Der stört mich eh nicht. Und wenn er so tief ist, dass man einsinkt, dann ist er auch so nass, dass es durchsuppt.

    Wo wir schon bei Memranen sind.
    Jacke:
    Tim hatte ne FourSeasons. Nach der Tour nicht mehr... Auf dem Rücken hat man schön die einzelnen Schichten sehen können. Naja, dreißg Kilo bei ner Jacke, die für zehn gedacht ist, zeigen dann halt doch Wirkung. Ich habe noch immer die Marmot Hybrid. Ich find sie top. Die Kapuze könnte noch etwas idealer mit dem Kopf mitgehen. Der Schnitt ist leider modern kurz. Da habe ich mittlerweile auch andere Vorlieben. Ich habe sie damals aber statt für 300 bei Globi für 150 geholt und kann mir keine bessere für den Preis wünschen. Die Belastungen hat sie ohne Meckern mitgemacht. Verstärkungen finde ich aber shcon sinnvoll, nur Packlite wäre mir nicht ganz so geheuer, aber da haben ja auch shcon viele gute Erfahrungen mit.

    Sonst hatte ich aber fast immer meine Mammut Collado an. Damals VIEL zu teuer geholt. Kennt wohl auch keiner. Ist trotzdem gut. Ein Fleece Windstopper mit Corduraverstärkungen. Macht alles mit. Aber: Heute würde ich in einen "Windstopper" ohne Membran investieren. Dann aber auch eher die das Klättermusen-Konzept als die so beliebten Softshells aus Kunstfaser. Die haben ja auch oft eine Membran. Dann sind sie für mich nicht viel wert. Die mit dichtem Gewebe kosten arg viel. Also es sieht momentan so aus, dass ich noch lange mit der Mammut rumstapfen werde, da sie nicht kaputtgehen wird. Vielleicht gönne ich mir aber trotzdem was aus Natur. Tim kam mit seinem einfachen Fleece aber auch gut zurecht. Und vernünftiger ist das wohl allemal.

    Hose hatte ich eine bewährte Fjällräven Barents. Ich weiß nicht, wie ich laufe, aber die Innenseiten sind auf Knöchelhöhe nur noch Fetzen. Obwohl schon superfest eine doppelte Schicht aufgenäht wurde. Heute würde ich mir eine kaufen, die in den Knien entweder angeschnitten ist, oder elastische Einsätze hat. Wohl eher ersteres. Sonst gibts an der FR aber nix. Ist top und bis auf die Stelle unkaputtbar. Da haben Klättermusen und auch Lundhags ganz gute Lösungen. Ich würde wohl zu den Marken bei einer neuen greifen. DIe Skandinavier wissen meiner Meinung nach einfach am besten, wie man gute Produkte macht. Jedenfalls für ihre Gebiete, aber woanders zieht es mich eh nicht hin. Tim hatte ein FourSeasons Immitat und fährt damit für weniger als die Hälfte des Preises auch ganz gut. Die Hose ist solide. Was zum Nähen sollte man dann aber trotzdem dabeihaben, nötig ist es. Auch er hatte am Ende Aufschürfungen an der Knöchelinnenseite. Ich finde Verstärkungen oder weggelassene Nähte dort notwendig - für mich. Mit Lundhags hat sich das ja aber auch erledigt, hihi.

    Socken gibts bei mir eh nur Merinowolle und davon am besten so viel unter dem Fuß, wie noch in den Schuh passt.

    Beim T-Shirt auch.
    Das musste ich dann nämlich im Gegensatz zu den Thermosachen aus Kunstfaser nach der Tour nicht wegen des Gestanks wegschmeißen... Der Windstopper hats dann grade doch noch so nach einigen Wäschen überlebt. Selbst die Socken müffeln nicht. Es leben die natürlichen Fasern, ehrlich.

    Zwei Buffs waren eine perfekte und alles abdeckende Kombination für Hals und Kopf.

    Für die nächste reine Herbstour wird es aber ein bisschen mehr zum anziehen. So ein Fleece zusätzlich wäre da ganz nett, eventuell statt einer Thermo- eine Fleeceunterhose.

    Kocher gibts bei uns eh nur den klassischen Trangia mit Spriritus. Benzin wirds dann nur im Winter. Die Non-Stick Pfanne ist mehr als sinnvoll. Für mich wirds für Solotouren dann die aonidisierte "UL" Version werden. Die normale kratz doch arg ab. Wenn ich bedenke, dass mein Finger gräulich ist, wen ich nach dem Abwasch stark rüberfahre... Aber Probleme hat das ja auch nicht gemacht. So aufwendig koche ich nicht, dass ich Duossal bräuchte. Achso, die Tests der Brennleistung von skandinavischen und deutschem Spiritus werden auhc noch bald folgen, ich trau dem rosa Zeug kein bisschen. In Norwegen sollte kann man das ja auch eh kaum kaufen... Naja, ich bleib trotzdem bei.

    Im Schlaf war der MacPac Sanctuary 700 mein bester Freund. Der hat immer ausgereicht, auch wenn ich am sehr frühen Morgen ab und an etwas kühl gelegen habe. Aber das passiert mir eh shcnell. Vielleicht hätten mehr Reserven da leicht Abhilfe geschafft, waren aber auch nicht so notwendig. Zumal der Schlafsack ja einen langen Zeitraum abdecken sollte, war das schon gut so. Ich mag ihn und bin auch nicht zu kräftig für ihn gebaut. Tim war mit seinem Marmot Sawtooth für reduzierte 100 Euro auch sehr zufrieden, auch wenns einfahc nen fettes Teil ist. Für den Preis würde mir spontan aber auch kein besserer einfallen. Ich schätze aber zum Beispiel auch die wasserabweisende Hülle des Macpacs sowie wasserdichte Einsätze an Füßen und Kopf. Einen WM würde ich mir auch kaufen hätte ich das Geld. Den deutlichen Mehrpreis wollte ich damals aber nicht bezahlen und habe es auhc noch nicht bereut.

    Ah, Trekkingstöcker gibts noch.
    Auch toll, shcon meine dritten von der gleichen Sorte. Auch nur innerhalb von drei Jahren. War es in Jotunheimen noch mein eigener Fehler, haben sie danach trotzdem schnell aufgegeben und auch bei der Tour war nicht mal die Hälfte drin... Kompardell war von mir und dem im Fachgeschäfft damals noch als seeehr haltbar gepriesen worden. Jetzt nicht mehr. Ich lauf die jetzt auch noch runter, dann ist Schluss. Ich weiß aber eh nicht, ob ihc so große Lust auf Stöcke habe. Ich bin einige Tage ohne gelaufen, wie auch shcon letzten Sommer und mag es immer recht gern. Diesmal war da aber auch ein Tag mit sehr starkem Abstieg bei. Der hat dann mein Schienbein ausgeklingt. Ich weiß nicht, ob ich mit Stöcken keine Probleme gehabt hätte... Jedenfalls mag ich sie für Flüsse, Wäscheleinen und auch sonst für Auf- und Abstiege doch manchmal ganz gern. Tim hatte ein älteres Makalu Modell von Leki dabei. Mit Dämpfung. Bägs. Würde ich nicht nehmen, da mich das ganz wuschig macht, ist ja aber Geschmackssache. Das es was bringt, glaube ich persönlich ja nicht.

    Tim hatte für die Höhenmessung eine Cyclosport HAC3 wieder mit. Auch im Jotunheimenbericht konntet ihr ja lesen, dass sie ausgestiegen ist. Eigentlich eine nette Uhr, aber halt unakzeptabel unzuverlässig. Da muss ich mich für Solotouren auhc noch mal nach einer umsehen. Höhenmessung finde ich aber shcon sinnvoll.

    Tja, das war es größtenteils.
    Flasche kommt mir keine Sigg mehr mit, da hat die Nalgene zu deutliche Vorteile.
    In den Medizinbeutel kommt jetzt ganz sicher immer Imodium...
    Die Sonnenbrille war diesmal ganz und gar überflüssig, kommt aber trotzdem wieder mit.
    Faltgeschirr ist dufte.
    Für eine Herbstour kommt ein UCO Licht das nächste mal dazu.
    Bei der Kamera wird sowieso deutlich aufgestockt, wenn ich dann mal fleißg gespart habe... Ist neben dem Rucksack und den Schuhen eigentlich das Einzige, was noch groß anders wird in der nächsten Zeit.

    So, ist ja doch einiges zusammengekommen. Gerne könnt ihr aber auch noch spezieller fragen. Achso, das Gewicht variierte zwischen um die 30kg bis runter auf etwa 12kg. Ganz genau weiß ich es grad nicht, da die Liste beim Computerzusammenbruch verlustig gegangen ist. Deshalb gibts die auhc erstmal nicht, aber Tim kann die ja mal posten. Und vielleicht die ein oder andere Erfahrung noch beisteuern.

  15. Anfänger im Forum

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    AW: [NO/SE/FI] 80 Tage Nordskandinavien

    #55
    Hallo!

    Ist ein toller und vor allem aufwendiger Bericht den du da geschrieben hast, gratuliere, ist sehr schön geworden.

    Da ich diesen Sommer den Nordkalottleden gehen möchte und eventuell noch den Kungsleden (nördlicher Teil) dranhängen möchte, hätte ich noch ein paar Fragen an euch:

    So wie es aussieht, habt ihr euch an die Wegbeschreibung der Conrad-Stein Führer gehalten? Kann das sein?

    Diese würde ich auch für meine Tour heranziehen.
    In diesen Büchern wurde geschrieben, dass jeder Weg (Nordkalott- und nördlicher Kungsleden) mit ja ca. 4 Wochen gerechnet werden muss.

    Denkt ihr, das ist realistisch? Habt ihr 80 Tage auf Grund von Pausen gebraucht?

    Kann man zwischen den Wegen problemlos anknüpfen (bis auf die 30 km Busfahrt)?
    Ändert sich die Umgebung/Vegetation von Nordkalottleden zu Kungsleden?
    Ich frage, das deshalb, weil wenn die Vegetation vorwiegend gleich ist, dann möchte ich vielleicht nur den Nordkalottleden gehen und dann den südlichen Kungsleden.

    Ich weiß, viele Fragen auf einmal, hoffe trotzdem auf eine Antwort.

    Vielen Dank vorab.

    Lg

    Chopper

  16. Erfahren
    Avatar von Issoleie
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    AW: [NO][SE][FI] 80 Tage Nordskandinavien

    #56
    Hallo Chopper,

    ich versuche mal, dir die Fragen möglichst zu beantworten.

    Zur Weg- und Zeitplanung haben wir das Buch von Bickel verwendet, das ist richtig. Allerdings kann ich vorab schon sagen: Die Zeit haben wir zu reichlich bemessen. Wir haben 80 Tagen mit Pausen gebraucht, hätten es aber auch deutlich schneller geschafft. 65-70 Tage halte ich für eine gute Planung, die ausreichend Ruhetage bietet und bei der man etwa 25km pro Tag an Wandertagen geht, wenn ich das so noch recht in Erinnerung habe.
    Hier mal ein paar Statistiken: Wir hatten 56 Lauftage in denen wir nur 18,7km zurüchgelegt haben. Wir hätten eigentlich gern etwas mehr gemacht, hätten dann aber einfach zu viel Zeit hinten übrig gehabt. Insgesamt war der Weg 1047km lang, allerdings sind wir auch noch einen Bogen am Ende gelaufen.

    Die Wege gehen nahtlos bei Kvikkjokk ineinander über, sofern du den Nordkalottleden bis zum Ende gehen willst. Da gibt es auch nirgends eine Busfahrt, die ist nur nötig, wenn man den Kungsleden durchläuft. Beide Wege verlaufen ja von Abisko bis Kvikkjokk parallel bzw. auch am Anfang noch deckungsgleich. In Kvikkjokk und auch danach noch mal gibt es allerdings drei mal Bootsfahrten. Aber das steht ja auch in meinem Bericht und bei Bickel.

    Die Vegetation und Landschaft beider Wege ändert sich schon. Im Norden geht es eher sanft hügelig durch einsam-wilde Regionen, wo es mal Moor, mal baumfreie Regionen und mal lichte Wälder gibt. Kommt man weiter nach Süden, shcon ab Finnland, wird es ein wenig schroffer und felsiger. Man wandert dann auch immer mehr nur im klassischen Fjell über den Bäumen. Im Padjelanta wird es dann sehr idyllisch, auch wenn es noch alles im Fjell ist. Der kleine erste Teil des Kungsleden noch davor ist ja eh sehr einfach und gemütlich zu gehen, dort, wo er mit dem Nordkalottleden identisch ist. Nach Kvikkjokk wird es dann langsam wieder waldiger. Hier beginnt der Kungsleden, nachdem der Nordkalottleden zu Ende ist. Anfangs geht es noch im munteren Wechsel auf und ab, immer aus dem Wald und wieder rein, bis es am Ende dann sehr waldig wird. Da man da aber eh schon im Herbst eher dort ist, fand ich das wunderschön, auch diese Art der Landschaft am Ende noch einmal mitzunehmen. Es wird auf der Gesamtstrecke beider Wege wirklich alles geboten (bis auf die ganz hohen Berge) und ich finde, das es sich auf jeden Fall lohnt, alles zu laufen.

    Falls es noch Fragen gibt, kannst du mir auch gerne ne PN schicken, dann helf ich noch mal weiter. Ansonsten wünsche ich schonmal eine schöne Tour.

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