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  1. Fuchs
    Avatar von Robiwahn
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    AW: Wölfe in Deutschland

    Zitat Zitat von cast Beitrag anzeigen
    ...
    Das sind Wildtiere, die von alleine gekommen sind und bleiben oder wieder verschwinden, je nach dem wie der Lebensraum sich entwickelt.
    Sie sind weder besonders wichtig, noch besonders unwichtig und sie zeigen nur, daß es Bereiche gibt in denen Wölfe überleben können, wenn auch nicht besonders gut, wie man an dem überfahrenen sieht, der bei weitem nicht der einzige ist.
    Hmmh, meiner Meinung nach sind sie schon wichtig, auch wenn ich mich in keiner deiner Spinner-Kat. sehe. Sie sind die hier natürlich vorkommenden Beutegreifer (zusammen mit Luchs und regionsweise Bär) und die natürlichen Prädatoren und Regulatoren des restlichen Wildes. Sie haben immer in Mitteleuropa gelebt und hatten immer hier ihr Auskommen. Das einige von Ihnen an Straßen überfahren werden, spricht nicht dagegen, das sie hier ihr natürliches Habitat haben, auch Rehe, Wildschweine etc. werden an Straßen angefahren.

    Zitat Zitat von Empathie
    Wurde schon geklärt wie man sich verhält wenn man einem Wolf begegnet?(auch wenn es sehr unwahrscheinlich ist)..
    Würde auch empfehlen, ruhig und ohne weitere Annäherung den Moment zu genießen, die Wahrscheinlichkeit liegt ähnlich wie beim Lottoglück. Da unser kleiner Wald ca. 10-15km neben dem Wolfs-Ursprungstruppenübungsplatz liegt und ich deshalb öfters dort vor Ort bin, hoffe ich eigentlich schon mal auf eine Begegnung, aber bisher waren es nur Seeadler, Fischotter, Rehe, Füchse, Dachse und Wildschweine sowie versch. Spuren. Einmal waren Spuren an der Stalltür eines Nachbarn, der direkt neben unserem Wald einen Ziegenstall hat. Wir haben lange gerätselt, woher die Kratzspuren in ca. 1,5m Höhe an der Tür kommen und konnten diverse in der Region vorkommende andere Tiere ausschließen. Bleibt unserer Meinung nach also nur der Wolf.

    Grüße, Robert
    quien se apura, pierde el tiempo

  2. AW: Wölfe in Deutschland

    Ich kann die Sorgen der Frau aus Brandenburg verstehen.
    Es ist nicht so unwahrscheinlich einem Wolf zu begegnen, wenn man als Hundebesitzer in den entsprechenden Gebieten mit seinem Hund unterwegs ist, wie hier in Teilen vermutet wird.
    Es stimmt nicht, dass man einen Wolf quasi nie zu Gesicht bekommt. Im Gegenteil. Sichtungen und Begegnungen der Hundebesitzer häufen sich. Mir ist selber schon einer über den Weg gelaufen. Abstand ca. 5m. War für mich faszinierend und nicht bedrohlich, aber das Tier trabte ja auch nur direkt an mir vorbei und zeigte kein weiteres Interesse an mir und meinem Hund.
    Eine Frau mit Hund erzählte mir von einer Situation im Wald mit Wolf, die nicht so angenehm war und ihr mittelgroßer Hund ist Dank Flucht und ihrem Einsatz glimpflich davon gekommen.
    Ist doch logisch, dass man sich dann so seine Gedanken macht und ich finde es ignorant, die Sorgen der Vieh- und Hundebesitzer als unbegründet und panisch darzustellen. Besonders, wenn diese Ignoranz von Leuten kommt, die mit dem Thema noch gar nicht direkt konfrontiert worden sind.
    Zumindest was die Hundefraktion angeht, gibt es auch keine vernünftigen Infos, wie man sich richtig zu verhalten hat.
    Jedenfalls nicht so, das ich mir welche zugänglich machen konnte (googeln, Anschreiben am Wolfsbüro-nie eine Antwort erhalten).
    Die Begegnungen, die ich hier aufführe und auf die sich die Erzählungen beziehen sind übrigens in der Region Potsam und Berliner Süden passiert.


    Ansonsten halte ich es mit cast:
    "Das sind Wildtiere, die von alleine gekommen sind und bleiben oder wieder verschwinden, je nach dem wie der Lebensraum sich entwickelt.
    Sie sind weder besonders wichtig, noch besonders unwichtig und sie zeigen nur, daß es Bereiche gibt in denen Wölfe überleben können, wenn auch nicht besonders gut, wie man an dem überfahrenen sieht, der bei weitem nicht der einzige ist."

  3. Fuchs
    Avatar von Robiwahn
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    AW: Wölfe in Deutschland

    Zitat Zitat von Itchy ST Beitrag anzeigen
    ... Mir ist selber schon einer über den Weg gelaufen. Abstand ca. 5m. War für mich faszinierend und nicht bedrohlich, aber das Tier trabte ja auch nur direkt an mir vorbei und zeigte kein weiteres Interesse an mir und meinem Hund....
    Hmmh, aber wenn du sowas erlebst, frage ich mich, warum du dir Sorgen machst. Du hast selbst erlebt, das du völlig uninteressant für den bist, also brauchst du dir m.M. nach auch keine weiteren Sorgen machen.
    quien se apura, pierde el tiempo

  4. Lebt im Forum
    Avatar von Sarekmaniac
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    AW: Wölfe in Deutschland

    Die Begegnungen, die ich hier aufführe und auf die sich die Erzählungen beziehen sind übrigens in der Region Potsam und Berliner Süden passiert.
    Verständnisfrage: Du bzw. jemand, den Du kennst, hat einen Wolf in Berliner Stadtgebiet gesichtet?
    Wer richtig gestrickt ist, braucht keine Krallen.
    (Trunkenbaer)

  5. Gesperrt Lebt im Forum

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    AW: Wölfe in Deutschland

    "Habituierung...
    Ein Wolf der durch zu dichten Menschenkontakt sein natürliches Verhalten, nämlich Flucht, verliert gehört der Wildbahn entnommen um es mal prosaisch auszudrücken.
    Darauf sollten auch Wolfschützer bestehen, denn wenn erstmal so ein "Problem"wolf existiert und der erste Angriff eines solchen auf Menschen stattgefunden hat, kippt die Stimmung ganz schnell und dann entscheiden Politiker, siehe Bruno in Bayern.

    Sie sind die hier natürlich vorkommenden Beutegreifer (zusammen mit Luchs und regionsweise Bär) und die natürlichen Prädatoren und Regulatoren des restlichen Wildes. Sie haben immer in Mitteleuropa gelebt und hatten immer hier ihr Auskommen.
    Die paar Wölfe regulieren gar nichts.
    Leute werdet euch mal klar, daß Mitteleuropa seit Jahrhunderten eine Kulturlandschaft ist die der Mensch nach seinen Wünschen geschaffen hat, daran ändern auch ein paar Wölfe nix.

    Das einige von Ihnen an Straßen überfahren werden, spricht nicht dagegen, das sie hier ihr natürliches Habitat haben, auch Rehe, Wildschweine etc. werden an Straßen angefahren
    Es ist für den Bestand der Wölfe allerdings wesentlich dramatischer wenn ein paar Exemplare überfahren werden, anders als bei Rehwild.

    Die Symbolfigur Wolf ist ja ganz nett um Spenden zu sammeln, ansonsten Unsinn.

    Hmm, woher hat der Hund denn dann sein Raubtierverhalten? Dachte immer, er stammt vom Wolf ab.
    ZUmindest gelten diese Regeln auch für Bärenbegegnungen, und die sind imho auch keine Haustiere.
    Der Hund wird seit Jahrtausenden domestiziert und hat mit dem Wolf so viel gemein wie der moderne Mensch mit dem Neandertaler.
    Ansonsten sind Bären eine völlig andere Geschichte, weil der Bär an der Spitze jeglicher Nahrungspyramide steht, der kennt keine Angst vor dem Mensch.

  6. AW: Wölfe in Deutschland

    Frage:
    Zitat Zitat von cast
    Der Hund wird seit Jahrtausenden domestiziert und hat mit dem Wolf so viel gemein wie der moderne Mensch mit dem Neandertaler.
    Ansonsten sind Bären eine völlig andere Geschichte, weil der Bär an der Spitze jeglicher Nahrungspyramide steht, der kennt keine Angst vor dem Mensch.
    Und vor dem Hund?

  7. Fuchs
    Avatar von Robiwahn
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    AW: Wölfe in Deutschland

    Zitat Zitat von cast Beitrag anzeigen
    ...
    Die paar Wölfe regulieren gar nichts.
    Leute werdet euch mal klar, daß Mitteleuropa seit Jahrhunderten eine Kulturlandschaft ist die der Mensch nach seinen Wünschen geschaffen hat, daran ändern auch ein paar Wölfe nix.
    ...
    Das wir ne Kulturlandschaft haben ist mir als Bewohner der einmal komplett von unten nach oben und wieder zurück umgekrempelten Landschaft im Lausitzer Braunkohlerevier durchaus klar Ändert aber auch nix an der Tatsache, das sich Tiere+Pflanzen auch in Kulturlandschaften anscheinend sehr wohl fühlen und daher hier durchaus ihre ganz normale Daseinsberechtigung haben.

    Die Masse Rehe, die die paar Wölfe vertilgen ist noch rel. gering (wobei ca. 50 Wölfe a 2-3kg Fleisch/Tag, davon 52% Rehe, 25% Rotwild und 16% Wildschweine ist auch nicht soooo wenig aufs Jahr gerechnet, da müssen sich die 2-beinigen Jäger ziemlich anstrengen), aber es werden ja wahrscheinlich noch ein paar mehr und mich als Waldbesitzer freut einfach jeder Mithelfer gegen den Wildverbiss an meinen mühsam in den Boden gebrachten Pflänzchen.
    quien se apura, pierde el tiempo

  8. AW: Wölfe in Deutschland

    Zitat Zitat von Sarekmaniac Beitrag anzeigen
    Verständnisfrage: Du bzw. jemand, den Du kennst, hat einen Wolf in Berliner Stadtgebiet gesichtet?
    Ja, gehört zum Berliner Stadtgebiet.

  9. AW: Wölfe in Deutschland

    Zitat Zitat von cast Beitrag anzeigen
    Leute werdet euch mal klar, daß Mitteleuropa seit Jahrhunderten eine Kulturlandschaft ist die der Mensch nach seinen Wünschen geschaffen hat, daran ändern auch ein paar Wölfe nix.
    Natürlich ist Deutschland eine völlig zersiedelte, flächendeckende Kulturlandschaft.
    Aber deshalb sind Wölfe, im Gegensatz zu vielen anderen Arten, eben nicht ausgestorben. Sondern nur, weil man sie systematisch ausgerottet hat.
    Anders gesagt. Ja, Deutschland ist Kulturlandschaft. Aber Wölfe können trotzdem in weiten Teilen ein Teil davon sein.
    Die brauchen keine menschenleere Wildnis.
    Es ist daher Platz für mehr als nur ein "paar" Rudel, wenn wir sie dulden.
    Natürlich nicht überall, und natürlich macht das die menschliche Jagd nicht überflüssig.

    siehe z.B. klick
    Sicher nicht "die Wahrheit", aber mal ein erster Versuch einer Abschätzung.
    Geändert von sjusovaren (21.04.2012 um 21:11 Uhr)
    Heilig ist die Unterhose, wenn sie sich in Sonn' und Wind,
    frei von ihrem Alltagslose, auf ihr wahres Selbst besinnt.


    Christian Morgenstern

  10. Gesperrt Lebt im Forum

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    AW: Wölfe in Deutschland

    Natürlich ist Deutschland eine völlig zersiedelte, flächendeckende Kulturlandschaft.
    Aber deshalb sind Wölfe, im Gegensatz zu vielen anderen Arten, eben nicht ausgestorben. Sondern nur, weil man sie systematisch ausgerottet hat.
    Anders gesagt. Ja, Deutschland ist Kulturlandschaft. Aber Wölfe können trotzdem in weiten Teilen ein Teil davon sein.
    Die brauchen keine menschenleere Wildnis.
    Es ist daher Platz für mehr als nur ein "paar" Rudel, wenn wir sie dulden.
    Natürlich nicht überall, und natürlich macht das die menschliche Jagd nicht überflüssig.

    siehe z.B. klick
    Sicher nicht "die Wahrheit", aber mal ein erster Versuch einer Abschätzung.
    Dir ist aber schon klar warum der Wolf ausgerottet wurde?
    Wölfe haben mal Existenzen bedroht.

    Der Artikel aus der Welt ist so wie die Klimadiskussion, keiner weiss was genaues, aber ein paar wissen wie es geht.
    Sorry, aber Wissenschaft irrt sich jeden Tag vielfach.

    Aber okay, schaun wir mal.

    Was bei der Diskussion bspw über das Straßenproblem hier übersehen wird ist die Größe der Jagdgebiete von Wölfen und die Reviergröße die bspw so ein Stück Rehwild braucht.
    Der Wolf überquert einfach öfters eine Straße als ein Stück Rehwild.
    Damit steigt nun mal die Wahrscheinlichkeit überfahren zu werden und sie werden nun mal überfahren, obwohl es eine kaum nennenswerte Poulation gibt und die es auch noch nur in dünn besiedelten Gebieten gibt. Ich finde das bemerkenswert und einen Hinweis darauf was noch kommt, sollten es durch Zufall mehr werden.

    Im übrigen sind 440 Rudel bei uns ein Hirngespinst. Selbst bei dem vielen Platz in Skandinavien werden es da nur langsam mehr.

    aber es werden ja wahrscheinlich noch ein paar mehr und mich als Waldbesitzer freut einfach jeder Mithelfer gegen den Wildverbiss an meinen mühsam in den Boden gebrachten Pflänzchen.
    Sehr hübsches Statement gegen die Natur.

    Noch mal, die paar Wölfe werden höchstens lokal etwas an Schalenwildbeständen ändern, also nur minimal.

    Im übrigen könen wir stolz drauf sein, daß die Wildbestände bei uns so sind wie sie sind. In Westeuropa gibts reichlich Länder , da sieht es völlig anders aus.

    Und vor dem Hund?
    und vor dem Neandertaler?

  11. Gerne im Forum
    Avatar von Hamme
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    AW: Wölfe in Deutschland

    Grad gefunden, passt zum Thema
    Better have it and don't need it than need it and don't have it!

  12. Gesperrt Lebt im Forum

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    AW: Wölfe in Deutschland

    So gesehen, alles illegale Einwanderer, sofort abschieben.

  13. Fuchs
    Avatar von Robiwahn
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    AW: Wölfe in Deutschland

    Zitat Zitat von cast Beitrag anzeigen
    Dir ist aber schon klar warum der Wolf ausgerottet wurde?
    Wölfe haben mal Existenzen bedroht.
    ...


    Welche Existenzen sollen denn das gewesen sein? Der kleine Schäfer, der sich keinen festen Stall für seine Tiere leisten konnte, vielleicht. Oder meinst du das arme, allein im Wald spazierende Rotkäppchen und ihre Großmutter? Und wahrscheinlich das Wild in den adligen Jagdgebieten, ansonsten kann ich mir nach wie vor keine bedrohten Existenzen vorstellen. Gegen die Bedrohung des Schäfers+seiner Schafe gibts heutzutage Elektroschutzzäune+Herdenschutzhunde+sowie ne finanz. Förderung, die anderen Bedrohungen können wir doch bitte getrost unter Ulk verbuchen.

    In den letzten 50 Jahren sind 5, in Worten FÜNF Menschen in gesamt Europa von Wölfen getötet wurden, dabei war fast immer Tollwut im Spiel. Ich seh da keine bedrohten Existenzen, gerade im Vergleich zu anderen Bedrohungen, die entweder von der Natur (Steinschlag, Lawinen, Blitze, Überschwemmungen, natürl. Gifte, Krankheiten etc.) oder von uns selbst (Neid, Missgunst, Verkehr, Haushaltsunfälle etc.) ausgehen.


    Zitat Zitat von robiwahn
    ...aber es werden ja wahrscheinlich noch ein paar mehr und mich als Waldbesitzer freut einfach jeder Mithelfer gegen den Wildverbiss an meinen mühsam in den Boden gebrachten Pflänzchen....
    Zitat Zitat von cast
    ...Sehr hübsches Statement gegen die Natur....
    Ich erklärs dir gern nochmal im Detail. Die "Natur", Teilbereich "Schalenwildbestände" und Teilbereich "Wälder" sind durch menschliche Aktivitäten seid geraumer Zeit aus dem Gleichgewicht hier in Dtl.. Es gibt zuviele Rehe (zumindest spricht die Streckenentwicklung seid dem Krieg gegen "zuwenig" Rehe) und es gibt zuviele künstliche, nicht standortgerechte Wald-Monokulturen (s. Baumartenverteilung Bundeswaldinventuren). Wenn ich als Waldbesitzer und Förster versuche, unnatürliche Kiefern- und Fichtenmonokulturen (die meine Berufsvorfahren leider gepflanzt haben) wieder langsam in Richtung Naturnähe zu bringen, indem ich die eigentlich heimischen, standortangepassten Baumarten (in meinem spez. Fall wären das Eichen, Hainbuchen, Linden und an manchen Stellen Ulmen) per Pflanzung oder Saat einbringe, bekomme ich die momentan nicht groß gezogen, da die lieben Rehlein sich wie wild drauf stürzen. Heute gepflanzt, morgen abgefressen. Mechanische oder chemische Schutzmaßnahmen sind wahnsinnig aufwendig (mech/chem. Einzelschutz), verschandeln die Landschaft (Zäune) oder haben kaum Wirkung (viele chemische Mittelchen, zumal die im Natursinne ebenfalls fraglich sind), von den finanziellen Aufwendungen dafür mal komplett zu schweigen.

    Die zweibeinigen Jäger (zumindest ein Großteil), eigentlich per Jagd- und Waldgesetz (aber nicht per Naturgesetz) zuständig für die Regulierung des Wildbestandes auf eine für alle Seiten (Wildtiere, Jäger, Waldbesitzer) akzeptable Höhe, sind eher an einer schönen Trophäe interessiert als an der Regulierung des Wildbestandes. Das wir uns hier nicht falsch verstehen, ich fordere nicht die Ausrottung aller Rehe und akzeptiere auch Wildverbiss in gewissen Grenzen (10-20%), aber wenn 80-100% der in den Boden gebrachten Pflanzen (extra für einen Waldumbau in Richtung Naturnähe) wg. Wildverbiss ausfallen, ist eine akzeptable Wilddichte weit überschritten. Rehe hatten hier jahrzehntelang keine wirklichen Feinde, da der Wolf ausgerottet war und so konnten sich die Bestände weit über ein naturverträgliches Maß hinaus entwickeln. Den Wolf als natürlicher Jäger des Schalenwildes begrüße ich daher als Gehilfen für die leider oft unfähigen oder unwilligen zweibeinigen Jäger.

    Die Räuber-Beute-Beziehung von Wolf und Reh ist Natur pur. Das ist mein Statement für die Natur.
    quien se apura, pierde el tiempo

  14. Gesperrt Lebt im Forum

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    AW: Wölfe in Deutschland

    Welche Existenzen sollen denn das gewesen sein?
    Mit selber nachdenken, könntest du auch drauf kommen. Es gab mal Zeiten, da hatten Kleinbauern und Pächter, eine Kuh ein Schwein und ein paar Hühner.
    Die Tiere wurden durch Waldweide gemästet. Wenn der Wolf die Sau riss bedeutete das den Untergang der Familie.
    Da war der Wolf Staatsfeind Nummer eins.

    und wenn du mal weiter denkst gehts bei dir auch nur um wirtschaftliche Existenz.
    Du pflanzt was damit deinen Nachkommen was zum ernten haben, genauso wie du erntest was deine gepflanzt haben.

    OT: Wenn ich in die Diskussion ansonsten einsteige sind wir da wo wir schon mal waren.
    Nur so viel.
    Forstwirtschaft ist eine Wirtschaft und hat nur extrem wenig mit Natur zu tun, dir gehts um den wirtschaftlichen Bestand deines Waldes.
    Wenn man die Nutzung des Waldes einstellen würde, würde es auch niemanden jucken was so ein Reh frisst.
    Seltsamer weise wächst dann trotzdem wald , nur nicht der der wirtschaftlich interessant ist.

    Natürlicher Waldbestand ist lustig, in erster Linie gehts darum zu erraten was man in 100 Jahren am besten verkaufen kann.
    Deswegen haben deine Vorgänger Fichten gepflanzt, die kann man auch heute noch gut verkaufen.

    und immer wieder die Mär vom trophäengeilen Jäger, auch wenn ständig wiederholt wird es nicht richtiger.

  15. Alter Hase
    Avatar von Ditschi
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    AW: Wölfe in Deutschland

    Hallo,

    @ cast, ich kann Deine grundsätzliche Einstellung nachvollziehen, der Natur einfach ganz nüchtern ihren Lauf zu lassen, ohne daß wir Menschen uns in säuseliger Sentimentalität oder eifernder Abneigung einmischen.
    Ich glaube, das tut die Natur auch unaufgefordert.

    Trotzdem teile ich Deine Aufassung nicht ganz.

    Ich bin kein Jäger, habe keinen Wald, habe nie einen Wolf in freier Wildbahn gesehen und fürchte, daß das auch so bleiben wird. Kurz: ich bin persönlich nicht involviert.

    Trotzdem fühle ich Freude in mir, wenn ich lese, daß der Wolf geschützt wird, sich wieder ausbreitet und vielleicht bei uns wieder heimisch wird.

    Ob Wolf oder Wal oder sonst eine gequälte Kreatur.: ich freue mich einfach, wenn es einer Tierart wieder besser geht, an der wir Menschen uns derart versündigt haben. Ich denke, daß viele so fühlen.
    Und Emotion darf sein, oder?

    Gruß Ditschi

  16. Fuchs
    Avatar von Robiwahn
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    AW: Wölfe in Deutschland

    Zitat Zitat von cast Beitrag anzeigen
    ... Wenn der Wolf die Sau riss bedeutete das den Untergang der Familie.
    Da war der Wolf Staatsfeind Nummer eins.
    Die Zeiten sind aber vorbei, also auch die Bedrohung, also störts auch nicht, wenn der Wolf wieder da ist. Zur Bedrohung für aktuelle Schäfer, siehe oben.

    ...und wenn du mal weiter denkst gehts bei dir auch nur um wirtschaftliche Existenz...
    Nö, um die Existenz gehts bei uns sicherlich nicht, der wirtschaftliche Aspekt trägt im einstelligen %-Bereich zu unserem Familien-Einkommen bei.

    ...Natürlicher Waldbestand ist lustig, in erster Linie gehts darum zu erraten was man in 100 Jahren am besten verkaufen kann. Deswegen haben deine Vorgänger Fichten gepflanzt, die kann man auch heute noch gut verkaufen.
    Aha, du weißt also welche Aspekte ich in meine waldbaulichen Entscheidungen einfließen lasse. Interessant.

    ...und immer wieder die Mär vom trophäengeilen Jäger, auch wenn ständig wiederholt wird es nicht richtiger.
    meine direkten, persönlichen Erfahrungen mit vielen Jägern (wie bereits vorhin geschrieben, nicht mit allen) sprechen aber dafür, das es so ist, egal, ob du es negierst oder nicht.
    quien se apura, pierde el tiempo

  17. Gesperrt Lebt im Forum

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    AW: Wölfe in Deutschland

    Trotzdem fühle ich Freude in mir, wenn ich lese, daß der Wolf geschützt wird, sich wieder ausbreitet und vielleicht bei uns wieder heimisch wird.
    Mal ganz einfach, niemand käme auf die Idee ihn nicht schützen zu wollen. Bis auf ein paar Spinner, s.o.

    Er ist heimisch bei uns und lustigerweise ganz von alleine, ganz ohne Wolfsschützer und ich wette, daß es Reviere mit Wolfssichtungen gibt, die ganz einfach den Mund halten um dem armen Kerl seine Ruhe zu geben.
    Also wird er sich auch ausbreiten.

    OT:
    Aha, du weißt also welche Aspekte ich in meine waldbaulichen Entscheidungen einfließen lasse. Interessant.
    Wahrscheinlich ist dein Wald derartig klein, daß es sowieso nur Hobby ist, also irrelevant für den Wald an sich.

    Wenn du in solch kleine Parzellen solche Bonbons reinpflanzt wie zum Beispiel Linde und Ulme, darfst du dich nicht wundern, wenn das verbissen wird.
    Da kannst du schießen was du willst, selbst das letzte Reh wird da noch verbeißen.

    und Rehe gehören auch zum Wald, nicht nur Bäume.

    Im übrigen kennst du die falschen Leute, keine Ahnung wo du herkommst, hier nimmt man Verantwortung für ein Revier ernst.
    Zumal erwiesener Maßen in Revieren mit relativ kleinen Wildbeständen die stärksten Böcke heranwachsen.


    Laß uns DIE Diskussion beenden, führt zu nix.

  18. Gerne im Forum

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    AW: Wölfe in Deutschland

    Zumindest was die Hundefraktion angeht, gibt es auch keine vernünftigen Infos, wie man sich richtig zu verhalten hat.
    Ich bin zwar kein Profi in dieser Beziehung - eher sehr interessierter Hundehalter.
    Mit Lernverhalten von Tieren habe ich mich sehr gerne beschäftigt und kann dir sagen, dass du da wahrscheinlich auch nur schwer eine pauschale Verhaltensanleitung finden wirst. Natürlich sollte man ALS MENSCH so eine Begegnung eher schweigend genießen ... sooo häufig wird einem das nicht wieder passieren (und wenn einem an dem Wolf gelegen ist sollte man es nicht weitererzählen ...oder zumindest nicht den Ort nennen wo man ihm begegnet ist ). Ich hatte noch keine Begegnung in der freien Natur mit einem Wolf - fände es aber schön wenn es mal passieren würde.
    Es kann auf keinen Fall verkehrt sein seine Körpersprache zu beachten - also nicht starren, langsam bewegen, aufrecht bleiben, nicht verfolgen!
    Wie ich schon am Anfang dieses Fadens mal schrieb sollte man "Sozialisation" und "Lernen" unterscheiden (wird aber dann schon wieder zu lang...)
    Genau da liegt aber der entscheidende Unterschied! Jedes Tier, das nicht auf Menschen sozialisiert ist wird sich ihm nur durch "Dressur" (Habituation) nähern - die "innere Unsicherheit" aber bleibt. Der Mensch scheidet als Beute auf jeden Fall aus - wird also auch demnach, bei entsprechender Rückzugmöglichkeit, kein echtes Jagdverhalten auslösen - eben aufgrund fehlender Prägung eher Flucht.
    Man kann meiner Meinung nach deshalb einem Hundehalter keine genaue Anleitung geben wie man sich zu verhalten hat, weil jeder mitgeführte Hund sich in so einer Situation anders verhält.
    Das kann man schon im normalen alltäglichen Umgang sehen (Begegnung Hund/Mensch od. Hund/Hund). Während dein Hund ruhig und mehr od. weniger gelassen bei dir bleibt gibt ein anderer Hund völlig andere Signale (und Signale sind ja nicht die die wir sehen sondern - viel wichtiger - die die man nicht sieht). Der Hund der Dame, die Probleme hatte hat vielleicht angeschlagen od. geknurrt od. wollte hinlaufen od. weglaufen oder hatte eine entsprechende Körpersprache oder war geruchlich interssant oder.....! Auch Unfälle mit Bären sind übrigens oft auf das Fehlverhalten von Hunden zurückzuführen - Hund läuft hin und dann schnell zu Herrchen zurück...mit dem Bären im "Schlepptau" ...und schon hat man ein Problem, dass man ohne Hund nicht gehabt hätte . Übrigens ist es ein Irrglaube, dass Wölfe dauernd und gerne um ihre Rangordnung kämpfen - würde auch im Sinne eines funktionierenden Rudels nicht förderlich sein. Diese ganze blutrünstige Darstellung ist Quatsch (natürlich ohne den Wolf verharmlosen zu wollen)!
    Trotzdem glaube ich, dass ein Wolf im Zweifelsfall den Rückzug vorziehen wird, wenn der Hund in der Nähe des Menschen bleibt und sich ruhig verhält - leider kann man seinem Hund das schlecht erklären und so verhält er sich schnell wie Beute od. wie ein Konkurrent.... Mein Rat für einen Hundehalter wäre also in einem bekannten Wolfsrevier besondere Vorsicht walten zu lassen - entweder einen sehr gut trainierten Hund haben od. anleinen - im Zweifelsfall eher das Gebiet meiden. Es gibt aber auch im alltäglichen Umgang mit dem Hund Situationen in denen es Schwierigkeiten geben kann ...dafür braucht man nicht unbedingt eine Wolfsbegegnung. Denke da an ein Treffen auf einen freilaufenden Schäferhund, der ohne für mich erkennbaren Grund nach vorne ging... der hatte überhaupt keinen Fluchtgedanken ...

    Tschüss und viele Grüße
    Ralf
    Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.
    Mahatma Gandhi

  19. Fuchs
    Avatar von Atze1407
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    AW: Wölfe in Deutschland

    Zitat Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
    ...
    Trotzdem fühle ich Freude in mir, wenn ich lese, daß der Wolf geschützt wird, sich wieder ausbreitet und vielleicht bei uns wieder heimisch wird....
    Übrigens, nicht nur der Wolf steht unter strengsten Schutz, sondern auch deren Welpen wenn sie von einem Hund abstammen.
    Wenn du den Charakter eines Menschen kennenlernen willst, gib ihm Macht.
    Abraham Lincoln

  20. Gesperrt Lebt im Forum

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    AW: Wölfe in Deutschland

    Übrigens, nicht nur der Wolf steht unter strengsten Schutz, sondern auch deren Welpen wenn sie von einem Hund abstammen.
    und das ist eine der Fragen die geklärt werden müssen, denn es kann nicht im Interesse sein, daß diese Bastarde sich weiter vermehren.
    Da sind Probleme vorprogrammiert.

    Ich bin zwar kein Profi in dieser Beziehung - eher sehr interessierter Hundehalter.....
    Bis auf einige wenige Ausnahmen gab es bis jetzt bspw in Schweden nur mit frei jagenden Hunden Probleme mit Wölfen.
    Hunde in Begleitung sind dem Wolf wohl zu nahe am Menschen.

    Allerdings, mit Gewöhnung an den Menschen werden die Probleme zunehmen.

    Es kann auf keinen Fall verkehrt sein seine Körpersprache zu beachten - also nicht starren, langsam bewegen, aufrecht bleiben, nicht verfolgen!
    Naja, verkehrt wahrscheinlich nicht, aber auch nicht nötig. Bei Bärenbegegnung wäre das allerdings anders.

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