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    GR20 Korsika im Oktober

    #1
    Hallo,
    im Oktober möchte ich gern mit einem Freund einen Wanderurlaub machen. Aufgrund der höheren Temperaturen als im Norden Europas und der längeren Tage sind wir auf den GR20 in Korsika gekommen. Jetzt ist mir bei der Reservierung der Hütten unter https://pnr-resa.corsica/ aufgefallen, dass die Hütten anscheinend nur bis 4. Oktober geöffnet sind. Hat jemand Erfahrungen, ob man auch nach dem schließen der Hütten noch dort unterwegs sein kann? Wilcampen ist ja offenbar nicht erlaubt. Wie sieht es zu der Zeit mit dem Wetter aus?

    Viele Grüße
    Stefan

  2. Freak Moderator
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    Avatar von Flachlandtiroler
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    AW: GR20 Korsika im Oktober

    #2
    "Schließen" heisst, die Schlafsäle und Kochgelegenheit bleiben offen, nur die Sanitärs und der Raum des Gardiens sind dicht.
    Es sind nur noch einzelne Wanderer unterwegs, d.h. die +/-20-30 Schlafplätze reichen in aller Regel aus. Du brauchst also kein Zelt, aber Schlafsack und vor allem Proviant; Kocher würde ich trotzdem empfehlen.
    Zelten an den Hütten würde ich nach wie vor für möglich und legal halten, aber wer schleppt ein Zelt wenn es Platz hat in der Hütte...

    Wetter ist an sich gut (lies: stabiler als im Sommer), nur die Tage sind kürzer und es kann halt auch mal für 1-3 Tage richtig Tiefdruck geben; zarter besaitete Wanderer sollten dann auf jeden Fall ins Tal, denn da kann's dann bis 1000m runter schneien.
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  3. AW: GR20 Korsika im Oktober

    #3
    Nur als Hinweis: Korsika ist gestern zum Risikogebiet erklärt worden

    LG,
    Babs

  4. Liebt das Forum
    Avatar von Becks
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    AW: GR20 Korsika im Oktober

    #4
    Wir sind schon ausserhalb der Hüttenöffnungszeiten und vor einigen Jahren über den GR20, als die Versorgungslage eventuell noch nicht so gut war.

    Die Hütten sind offen, man kann also rein. Die Betten sind je nach Vorbewohner/Vorbesucher mal mehr, mal weniger ästhetisch, und die Kocher in der Küche funktionieren halt so lange, wie es Gas hat und nicht irgend jemand das Ding schrottet. Versorgung mit Lebensmittel war bei uns zumindest nur am Übergang Nord-Süd-Teil (Vizzavona) sowie an einem Platz südlich Paglia Orba (Castel de Vergio, und das sah bei uns nicht so aus)

    Fazit:
    Wir hatten das Zelt dabei und es auch auf dem Platz genutzt. Auch sonst ist ein Leichtzelt nicht verkehrt, falls man auf andere Gäste trifft und die Hütte voll ist oder die Gäste nerven. Wir haben meistens draussen aber dann ohne Zelt gepennt.

    Essen mussten wir quasi komplett schleppen. In Vizzavone gab es damals maximal Reis und ein paar Tunfischdosen... - da kommt einiges zusammen.

    Wasser war bei uns wegen Schneeschmelze im Mai kein Problem, lediglich ausreichend grosse Trinkblasen waren wichtig wegen der Hitze. Zum Ausgleich mussten wir Steigeisen mitnehmen und haben diese auch gebraucht (Breche Capitol und der Kessel/Cirque im Nordteil).

    Wegen Dornen etc. habe ich mir als Hose ein US-Army-Imitat für 10 Euro gegönnt, und die Hose dann nach Heimkehr entsorgt. Die war unwiederbringlich versaut.

    Nettes Gimmick: Seidenkopftücher als Schutz (vor allem im Nacken) gegen die Sonne.

    Wir sind per Zug/Fähre dorthin, haben auf der Fähre übernachtet und sind mit dem ersten Bus dann nach Süden. Die Gehrichtung Nord->Süd ist logisch gesehen Quatsch. Man hat dann dauernd die Sonne im Gesicht und wandert sich zudem im schwereren Nordteil mit dem schweren Rucksack erst ein. Bei uns kam noch die Schneeschmelze dazu, der wir hinterher wanderten.
    After much research, consideration, and experimentation, I have decided that adulthood is nothing for me. Thank you for the opportunity.

  5. Freak Moderator
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    Avatar von Flachlandtiroler
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    AW: GR20 Korsika im Oktober

    #5
    Zitat Zitat von Babsbara Beitrag anzeigen
    Nur als Hinweis: Korsika ist gestern zum Risikogebiet erklärt worden
    Was ja zu erwarten war, nachdem Korsika in Frankreich zur zone rouge erklärt worden ist.
    Mutmaßlich werden die Zahlen mit dem nahen Saisonende ja wieder sinken; die Frage ist, ob die Hütten ohne Bewartung unter Covid tatsächlich offen bleiben?

    Zitat Zitat von Becks Beitrag anzeigen
    Wir sind per Zug/Fähre dorthin, haben auf der Fähre übernachtet und sind mit dem ersten Bus dann nach Süden. Die Gehrichtung Nord->Süd ist logisch gesehen Quatsch. Man hat dann dauernd die Sonne im Gesicht und wandert sich zudem im schwereren Nordteil mit dem schweren Rucksack erst ein. Bei uns kam noch die Schneeschmelze dazu, der wir hinterher wanderten.
    Im Herbst argumentiert es sich genau andersherum Ein potenzieller Wintereinbruch wird Woche für Woche wahrscheinlicher und man geht IMHO besser zuerst den Nordteil, sofern man mit dessen steilen Auftakt konditionell klar kommt.
    Die Herbstsonne habe ich in all den Jahren nie als störend empfunden.
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  6. Fuchs
    Avatar von berniehh
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    AW: GR20 Korsika im Oktober

    #6
    Also der Oktober ist eine gute Zeit für den GR20, das habe ich vor 10 Jahren mal gemacht. Habe im Schnitt nur 6 bis 7 Leute pro Tag getroffen, aber heutzutage sind im Oktober vermutlich mehr unterwegs.


    Was die Tips anbelangt stimme ich in allen Punkten mit Becks überein:

    Ein Zelt mitzunehmen kann nicht schaden, und falls du nicht weiss ob die Hütten wegen covid im Okt überhaupt offen haben ist das Zelt sogar dringend zu empfehlen

    Ich hatte den kompletten Proviant dabei.
    Die Einkaufsmöglichkeiten bei den Passstrassen waren extrem dürftig, also falls du nicht zwischendurch irgendwo hintrampen willst würde ich auch alles dabeihaben.



    Ob Nord-Süd oder Süd-Nord ist persönliche Geschmackssache. Ich bin damals von Süd nach Nord gegangen und würde es wieder so machen.Ein Wintereinbruch kann im Oktober überall vorkommen. Bei mir kam er am zweiten Wandertag im Südteil,. Wegen des leichteren Geländes und geringerer Höhe ist man trotzdem noch gut durchgekommen. Alle Leute, die zur gleichen Zeit im Nordteil waren, mussten wegen Unpassierbarkeit der Wege absteigen. Als ich eine Woche später im Nordteil war war der Schnee längst wieder weg bei traumhaftem Herbstwetter

  7. Fuchs

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    AW: GR20 Korsika im Oktober

    #7
    Vizzavona eignet sich gut zum Nachkaufen
    - mit der Bahn nach Corte - Duschen - Ort anschauen- Einkaufen - und wieder zurück nach Vizzavona - und weiter auf dem GR
    www.mitrucksack.de
    Ganz viel Pyrenäen ( HRP- Haute Randonnée Pyrénéenne - komplett) und ein bisschen La Gomera

  8. Neu im Forum

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    AW: GR20 Korsika im Oktober

    #8
    Hallo,

    ich plane nicht ganz im Oktober den GR20 zu wandern, sondern ab nächster Woche, vom 15. bis ~30. September. Zug- und Fährfahrkarten sind schon gekauft, Rucksack teilweise gepackt.

    Nun bin ich verunsichert wegen der Erklärung zum Risikogebiet. Deshalb ein paar Fragen, im Bezug auf COVID-19, aber auch allgemein:

    1.) Werde ich an den Refuges Essen bekommen (vor Ort oder zum Kaufen/Mitnehmen, egal)? Oder muss ich (wie weiter oben geschrieben) für die komplette Strecke das gesamte Essen mitnehmen (oder zumindest jeweils die halbe Strecke bis/von Vizzavona)?

    2.) Zelten im selbst mitgebrachten Zelt, zumindest bei den Refuges, wird kein Problem sein, oder?

    3.) Fahren die Busse und Züge von/nach Bastia regulär nach Plan (https://www.corsicabus.org/) oder gibt es Einschränkungen?

    4.) (unabhängig von COVID): Wie ist es eigentlich mit wild Zelten? Hab ein paarmal gelesen, dass es strikt verboten ist und kontrolliert wird. War es aber auch schon auf anderen Wanderungen von mir, habe es trotzdem gemacht, und es gab nie Probleme. Wie ist das auf dem GR20?

    Danke im Voraus & viele Grüße
    Bernd

  9. Erfahren

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    AW: GR20 Korsika im Oktober

    #9
    Emmanuel dürfte wohl bald antworten:
    Le Monde
    Wie allgemein seit Corona dürfte die Situation und die Rahmenbedingungen fliessend sein und du musst eng die französischen Medien verfolgen. Korsika wurde bei uns heute in CH auch neu auf die Quarantäneliste (ab 14.9.) genommen, also rechtzeitig für die Herbstferien.

    Wegen Essen unterwegs, wir hatten vor ein paar Jahren uns ein Päckchen für Vizzavona aufgegeben, was wir dort an der Post abholen konnten. War im Oktober, wo auch der kleine Laden in Vizzavona zu war.
    Geändert von chri1 (11.09.2020 um 16:21 Uhr)

  10. Freak Moderator
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    AW: GR20 Korsika im Oktober

    #10
    @Frage 1:
    Essen soweit der Vorrat reicht; womöglich nicht besonders ausgewogen (Käse, Charcuterie...); wenn Du keine Hüttenübernachtung reserviert hast, bist Du jedenfalls nicht eingeplant.
    Wenn Vorrat leer und Wetter schlecht macht der Guardien womöglich auch schon dicht.
    in Vizzavona kannst Du mindestens nach Corte oder Ajaccio fahren zum Einkaufen (=Ruhetag)

    @Frage 2:
    Kein Problem. Teils verleihen die sogar Zelte und Matten.

    @Frage 3:
    Steht ja da, die Fahrpläne sind ohne Gewähr. Würde versuchen, konkret bei den Betreibern der jeweiligen Linie anzufragen. Oder office du tourisme.

    @Frage 4:
    In der Saison musst Du auf dem Trail Deine Übernachtungen vorweisen können (Reservierung oder Platzkärtchen vom Refuge).
    Davon ab sind die Hütte normal auch die besten Campingpplätze (eingeebnete Flächen ohne Macchia, Wasser).

    @Frage 0 -- Corona:
    In Frankreich gab's auch so Späße wie Ausgangssperren usw.
    Kann sein die Insulaner verlangen am Kai plötzlich einen Pflichttest o.ä. (ist bspw. gerade für Sardinien im Gespräch...) -- so kurzfristig wird's dich aber wohl nicht mehr betreffen.
    Risikogebiet heisst, wenn es vor Ort einen Lockdown gibt holt Dich keiner per Bundesflieger raus.
    Risikogebiet heisst, bei der Heimkehr wanderst Du in Quarantäne. Mit Glück ist die bis dahin verkürzt.

    Zitat Zitat von Burnt Beitrag anzeigen
    Hallo,

    ich plane nicht ganz im Oktober den GR20 zu wandern, sondern ab nächster Woche, vom 15. bis ~30. September. Zug- und Fährfahrkarten sind schon gekauft, Rucksack teilweise gepackt.

    Nun bin ich verunsichert wegen der Erklärung zum Risikogebiet. Deshalb ein paar Fragen, im Bezug auf COVID-19, aber auch allgemein:

    1.) Werde ich an den Refuges Essen bekommen (vor Ort oder zum Kaufen/Mitnehmen, egal)? Oder muss ich (wie weiter oben geschrieben) für die komplette Strecke das gesamte Essen mitnehmen (oder zumindest jeweils die halbe Strecke bis/von Vizzavona)?

    2.) Zelten im selbst mitgebrachten Zelt, zumindest bei den Refuges, wird kein Problem sein, oder?

    3.) Fahren die Busse und Züge von/nach Bastia regulär nach Plan (https://www.corsicabus.org/) oder gibt es Einschränkungen?

    4.) (unabhängig von COVID): Wie ist es eigentlich mit wild Zelten? Hab ein paarmal gelesen, dass es strikt verboten ist und kontrolliert wird. War es aber auch schon auf anderen Wanderungen von mir, habe es trotzdem gemacht, und es gab nie Probleme. Wie ist das auf dem GR20?

    Danke im Voraus & viele Grüße
    Bernd
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  11. Neu im Forum

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    AW: GR20 Korsika im Oktober

    #11
    Vielen Dank für eure schnellen und informativen Antworten!

    Unerwarteterweise habe ich eben auch vom Nationalpark von Korsika eine Antwort per E-Mail erhalten, hatte ich gar nicht damit gerechnet, dass die antworten! Die will ich euch nicht vorenthalten:


    Bonjour

    Les refuges sont ouverts jusqu’au 5 octobre, donc repas et ravitaillement assurés jusqu’a cette date.

    Aucun probleme non plus pour planter la tente.

    Concernant les transports informez vous au pres de l’office du tourisme de Porto Vecchio.

    Cordialement

    ---
    Information Randonnée
    Adresse: 34 Bd Paoli 20250 Corte
    Tél: 06-34-17-69-23
    Site internet: http://www.pnr.corsica
    Site de réservation: http://pnr-resa.corsica
    Auf deutsch: Hütten sind bis 5. Oktober offen, Mahlzeiten und Verpflegung bis dahin garantiert. Kein Problem, dort zu zelten. Bzgl. Öffis: Bitte im Tourismusbüro von Porto Vecchio informieren.

    Also ich habe mich entschieden: Ich ziehe es durch!

  12. Fuchs

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    AW: GR20 Korsika im Oktober

    #12
    RKI hat Korsika zum Corona Risikogebiet erklärt.

    Trotz niedriger Fallzahlen.

  13. Freak Moderator
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    AW: GR20 Korsika im Oktober

    #13
    Die "Frage 0" (siehe mein Posting) hat er ja nicht gestellt

    OT: Der "Präsident" von Sardinien hat übrigens gerade einen verflichtenden, negativen Einreisetest ab übermorgen (!) verordnet. Nur mal so, was für eine Eigendynamik das haben kann. Kann sein die Staatsregierung kassiert das wieder als verfassungswidrig. Hier sind die Zahlen von Nahe Null in den letzten Wochen, u.a. auch durch diese Berlusconi-Disko ganz schön hoch gegangen, aber auch immernoch erst bei etwa 50% des RKI-Kriteriums.
    Und beiden Inseln ist gemeinsam, dass die Fallzahlen ins Verhältnis gesetzt werden zu einer Inselbevölkerung, die in der Saison um einen Faktor drei oder fünf oder noch mehr von Touristen überrannt wird. Das Inzidenzen-pro-100k-Einwohner-Kriterium ist daher zumindest nicht wirklich geschickt.
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  14. Freak Moderator
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    AW: GR20 Korsika im Oktober

    #14
    *Update*
    Korsika ist aus deutscher bzw. RKI-Sicht seit dem 7. Oktober nicht mehr Risikogebiet.
    OT:
    Dafür ist Sardinien auf dem Weg dahin: Die Schweizer haben es schon auf den Index gesetzt, ab morgen; die Wochen-Inzidenz ist bei 46/100k und steigt koninuierlich. Edit: Heute (Zahlen bis gestern) sind wir schon fast bei 48...


    Mag denn Stefan (reichs) oder Bernd (burnt) noch eine Rückmeldung zu den erlebten Verhältnissen auf Korsika geben?
    Geändert von Flachlandtiroler (11.10.2020 um 19:54 Uhr)
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  15. Neu im Forum

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    AW: GR20 Korsika im Oktober

    #15
    Hallo,

    entschuldigt die späte Antwort, irgendwie hat das mit der Benachrichtigung nicht geklappt. Hier also meine Erfahrungen und Erlebnisse von meinem Trip 14. bis 26. September, dafür umso ausführlicher:

    --> Verfügbarkeit Hütten und Nahrung: Es waren wirklich alle offen und es gab überall massig zu Essen und zu Trinken zu kaufen. Ich fand sogar, dass richtig viel los war, bis mir jemand gesagt hatte, dass das gerade mal so 50 bis 60 % vom normalen aufkommen waren. Also ehrlich gesagt will ich dann nicht erleben, was da für ein Gewusel herrscht, wenn sie (irgendwann mal wieder) bei 100 % Auslastung sind!

    Ich war überrascht, wie gut die Hütten ausgestattet und versorgt sind. Ich wollte ja noch einen Witz machen, als mir ein "Agent" zeigte, wo die Duschen sind, und ich meinte "und wo sind die warmen?" (weil ich mir völlig sicher war, dass die bestimmt kalt sind). Und er meinte: "Die sind doch warm!". Und so war es bei 3/4 der Hütten, dass es tatsächlich warme Duschen gab! Okay, sie sind extrem einfach ausgestattet, wie bei einem 1-Sterne-Campingplatz. Aber hey, heiß!

    Außerdem gab es bei vielen Hütten neben dem üblichen Abendessen (fast immer Pasta) auch noch kleine Läden, wo man alles mögliche kaufen konnte: Brot, Käse, Wurst, Tütensuppen, Schokolade, Batterien, Taschentücher und und und. Ach ja, und Bier. Anscheinend wird das in vielen Fällen tatsächlich mit Hubschraubern angeflogen.

    Für das Aufladen von Mobiltelefonen, PowerBanks etc. verlangten viele 1 oder 2 Euro. Ich verstehe ja, dass bei den teilweise nur mit Solarzellen versorgten Hütten elektrische Energie ein knappes Gut ist, habe das aber trotzdem als "Kommerzialisierung" empfunden.

    --> Wild Zelten: An den sehr schönen Orten stehen Schilder "Biwak verboten, Feuer verboten, alles was sonst Spaß macht verboten". Einmal sogar "nächtliche Kontrolle" (wer's glaubt...). Es gibt aber durchaus Möglichkeiten. Teilweise sind diese sogar (inoffiziell) markiert mit so mit Steinen abgesteckten Kreisen. Zum Beispiel in dem aufsteigenden Wald kurz nach Vizzavona. Aber in vielen Regionen fühlt es sich doch irgendwie nicht so richtig, nicht so selbstverständlich an, wie ich es zum Beispiel in den Pyrenäen empfunden habe, zumal entlang der Route schon recht viel los ist (trotz nur 50...60 %).

    --> Richtung: Ich fand es gut und sinnvoll, entgegen dem allgemeinen Trend vom Südosten Richtung Nordwesten zu wandern. Ich habe mich auf den technisch nicht so anspruchsvollen (aber durchaus anstrengenden!) Etappen gut an das Gewicht des Rucksacks und die tägliche körperliche Belastung gewöhnen können, und konnte die kniffligen Stellen weiter im Norden dann schön souverän meistern. Außerdem trifft man dann nur wenige Mitwanderer, die in der gleichen Richtung unterwegs sind, regelmäßig immer wieder und lernt jeden Abend unterschiedlich(er)e Leute kennen. Ist in einigen, wenigen Fällen schade, aber insgesamt habe ich es als gut empfunden.

    Leider erwischte mich in Haut Asco, also 2 bis 3 Tagesetappen vor Abschluss, ein Unwetter (Hagel, Gewitter, ...), und über Nacht schneite es dann sogar. Am nächsten Tag war ordentlich Schnee liegen geblieben. Ich brach ab (so wie alle anderen dort gestrandeten auch) und musste somit gerade auf die anspruchsvollsten letzten Etappen verzichten. Sogar dem Bus, der uns dann ins Tal fahren sollte, mussten wir ca. 4 km entgegen laufen, weil er (wahrscheinlich mit seinen Sommerreifen) es nicht bis nach oben schaffte.

    Trotzdem würde ich mich wieder für die Richtung von Süden nach Norden entscheiden und sie auch so empfehlen.

    --> Corona ("Frage 0" ): War kein allzu großes Thema. Gut, ich habe meistens draußen gegessen und im Zelt geschlafen, da betraf es mich noch weniger. In den Gasträumen saßen praktisch alle Gäste ohne Maske rum, und so gut wie immer mit teilweise deutlich weniger als 1,50 Meter Abstand. Die Angestellten hatten manchmal Makse auf, manchmal aber auch nicht.

    Heftig war es bei einer Hütte auf fast 2000 m Höhe, wo es abends schon recht kalt war, und sich alle, wirklich alle, in der kleinen Küche/Aufenthaltsraum mit dem schönen, warmen Bollerofen zusammenquetschten (wer Physik oder Ingenieur studiert hat: "hexagonal dichteste Kugelpackung"). Also wenn es das Risiko eines Super-Spreading-Events gab, dann dort. Wäre dort einer infiziert gewesen, dann wären es danach sicherlich zwanzig gewesen. Aber es war halt so schön warm da drin! Außerdem halte ich die Wahrscheinlichkeit, dass auf der Wanderroute jemand mit Corona infiziert ist und sich krank die Berge hochquält, für ziemlich klein.

    Ein (für mich durchaus positiver) Effekt war wohl schon, dass es wegen der Situation eben nur 50...60 % des üblichen Aufkommens des anderen Jahre gab. Außerdem hatte ich vor der Reise von einem Reisebüro erfahren, dass dieses Jahr sämtliche organisierten, geführten Wandertouren von seiten der Hütten abgesagt wurden und somit gar nicht stattgefunden hatten. Es gab also nur Individual-Wanderer und -Grüppchen.

    --> An-/Abreise: Meine Rückreise war nochmal ein kleines Abenteuer. Ich wollte mit der Fähre nach Savona, dann mit der Bahn zurück nach Deutschland. Bis mir ein Schiffsangestellter vor dem Betreten des Schiffs sagte, dass ich ohne Corona-Test von den Italienern direkt mit der Fähre zurück geschickt werden würde, dass die einen auf keinen Fall mit der Bahn weiterreisen lassen würden. Neue Regelungen, von denen ich nichts mitbekommen hatte.

    Das Glück im Unglück war, dass die Fähre über Nizza nach Savona fuhr. Also änderte ich kurzerhand meinen Plan und ging schon in Nizza von Bord. Mit dem TGV über Paris war ich dann trotz riesigen Strecken-Umwegs praktisch genauso schnell in Deutschland, wie ich über Savona gewesen wäre. Und ich bin eben nur durch zwei Länder gereist (Frankreich, Deutschland) statt über vier (+ Italien + Schweiz).

    Grüße von Burnt

  16. Freak Moderator
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    AW: GR20 Korsika im Oktober

    #16
    Dankeschön

    Ich vermute mal, die reichlichen Vorräte auf den Hütten sind eben der reduzierten Nachfrage geschuldet.
    Warme Duschen...

    Haut Asco hat den Vorteil, dass man ab Francardo gleich Richtung Bastia fahren kann.
    Hast Du noch Gipfel mitgenommen?

    @C*r*n*:
    Außerdem halte ich die Wahrscheinlichkeit, dass auf der Wanderroute jemand mit Corona infiziert ist und sich krank die Berge hochquält, für ziemlich klein.
    Infiziert ist nicht gleich krank. Gerade bei jüngeren Menschen haben die wenigsten auch nur Symptome.

    Dann bist Du ja womöglich sogar noch ohne Quarantäne weggekommen (Korsika war --aus dt. Sicht-- Risikogebiet, dann eine kurze Zeit wieder nicht, jetzt wieder).
    Dass es bei der Einreise von Korsika nach Italien einen Test braucht, hatte ich garnicht mitbekommen.

    Bei der Anlandung in Livorno gab's nur einen sehr sehr flüchtigen "Schuss" mit dem IR-Fieberthermometer (Beifahrerfenster auf, Insassen teilweise auf der Rückbank, Verweilzeit unter eine Sekunde...) und auch die landesintern verlangte Deklaration ("...secura") wollte niemand sehen.
    Meine Reisen (Karte)

  17. Neu im Forum

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    AW: GR20 Korsika im Oktober

    #17
    Hast Du noch Gipfel mitgenommen?
    Ja, zwischen Prati bzw. Col de Verde und Capannelle, den Monte Renoso ("alpine Variante", 10.-höchster Berg Korsikas, 2352 m) und den Monte Cinto (höchster, 2706 m) am letzten Tag vor Haut Asco, das war nochmal ein ganz schön harter, letzter Wandertag. Und der Weg zum Monte Cinto war abenteuerlich, auf, ab, links, rechts, wie durch ein (offenes) Labyrinth, nur durch so rote Punkte markiert. Der Abstecher hat 2 Stunden gekostet (mit Aussicht genießen, die war wirklich toll!), obwohl es Luftlinie nur ein paar hundert Meter waren.

    Beides hat sich absolut gelohnt, die Umwege sind es mehr als wert. Viel mehr. Wäre auch meine Empfehlung: Nicht versuchen, in kürzester Rekordzeit durch den GR20 durchzurennen, sondern lieber so tolle, schöne, anspruchsvolle Varianten einbauen.

    Infiziert ist nicht gleich krank. Gerade bei jüngeren Menschen haben die wenigsten auch nur Symptome.
    Ja, da hast du schon recht. Deswegen hab ich mir ja schon auch Gedanken gemacht. Zum Glück ging's ja gut.

    Dann bist Du ja womöglich sogar noch ohne Quarantäne weggekommen
    Nicht ganz. Aber ich hatte mich sofort nach der Rückreise noch am Bahnhof Stuttgart im dortigen Testzentrum testen lassen und mich dann direkt in Selbstisolation begeben. Weniger als 48 Stunden später war das Ergebnis da: Negativ. Dann war die Quarantäne schon wieder vorbei. Da hat es noch gut geflutscht. Inzwischen muss man glaub deutlich länger auf Testergebnisse warten.

    Bei der Anlandung in Livorno gab's nur einen sehr sehr flüchtigen "Schuss" mit dem IR-Fieberthermometer (Beifahrerfenster auf, Insassen teilweise auf der Rückbank, Verweilzeit unter eine Sekunde...) und auch die landesintern verlangte Deklaration ("...secura") wollte niemand sehen.
    Anscheinend hätte ich mit einem Auto weiter (durch-)reisen dürfen. Aber nicht mit der Bahn. Hat der Typ von Corsica Ferries in Bastia mir jedenfalls so gesagt. Vielleicht hat er auch übertrieben. Aber trotzdem ging mir die Düse. War ja immerhin nett von ihm, dass er einen gewarnt und nicht ins offene Messer laufen gelassen hat.

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