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  1. Anfänger im Forum

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    Suche Biwaksack - atmungsaktiv

    #1
    Hallo zusammen!

    Nach einem etwas holprigen Start habe ich mich für einen Schlafsack der Cumulus entschieden. Es wird der Tenequa 700 (Daune).

    http://schlafsacke-cumulus.de/de/kat...2?gid=28&vid=6

    Nach allerlei Berichten Pro und Contra der hydrophoben Daune , habe ich mich für die ganz normale Version entschieden, wie sie der Hersteller standardmäßig anbietet, ohne Individualisierung. Auch im Hinblick auf einen eventuellen Umtausch, falls der Schlafsack doch nicht passt.

    Schlafen werde ich damit voraussichtlich in einem Zelt. Da mein Six Moon Design Lunar Solo aber doch ab und zu ein wenig schwitzt und ich auch mal eine Tarpübernachtung in Erwägung ziehe, suche ich einen Biwacksack.

    Ich suche nun einen verhältnismäßig leichten, atmungsaktiven Biwaksack. Wasserdicht soll er sein und die Kondensbildung soll sich im Rahmen halten. Ich gehe im Moment von einem Temperaturbereich von + 10 Grad bis - 5 Grad aus.

    Was für Modelle empfehlen sich da? Ich komme immer wieder auf den Snugpak Special Forces Bivvi Bag, bin natürlich aber auch für andere Hersteller und Modelle offen. Oder wäre ein Biwaksack zu viel des Guten?

    Vielen Dank für die hilfreichen Antworten schon mal.

  2. Liebt das Forum
    Avatar von Becks
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    AW: Suche Biwaksack - atmungsaktiv

    #2
    Für Zelt und Tarp: Tyvek - darunter dürfte der Schlafsack am wenigsten leiden (= feucht werden). Etwas dicker, weniger atmungsaktiv ist das hier, was man bei Amazon auch in schick (mit RV) und etwas teurer hier erwerben kann.

    Alles andere ist zwangsweise Goretex und Co, kostet und wiegt viel und widerspricht der Idee mit dem Biwaksack/Zelt/Tarp als Kombi.

    Liegt man dann immer noch im Saft, dann muss innen ein VBL rein.
    After much research, consideration, and experimentation, I have decided that adulthood is nothing for me. Thank you for the opportunity.

  3. Anfänger im Forum

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    AW: Suche Biwaksack - atmungsaktiv

    #3
    Vielen Dank!

    Ich werde mir mal so eine Textilhülle holen. Ich nehme an, da der Taupunkt innerhalb des Biwaksacks liegt, wird es dennoch nicht gelingen, gerade bei kälteren Temperaturen trocken zu bleiben. Ich werde in so einem Fall mal versuchen den Taupunkt zu "verschieben" in dem ich den Poncho-Liner darüber als Decke nutze. Natürlich wird der dann feucht, er trocknet aber ruckzuck im Gegensatz zum Schlafsack. Ich denke einen Versuch/Vergleich ist es wert.

  4. Alter Hase

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    AW: Suche Biwaksack - atmungsaktiv

    #4
    Du setzt ihn in dem Bereich +10/-5 Grad ein?

    Dann verstehe ich Deine Wahl nicht wirklich. Und dann hast Du soviele Bedenken gegenüber der Daune - wieso dann keine KuFa? Die braucht dann keine Biwakhülle.

  5. Liebt das Forum
    Avatar von Becks
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    AW: Suche Biwaksack - atmungsaktiv

    #5
    Doppelschlafsack funktioniert ebenfalls. Normalerweise innen Daune, aussen KuFa.

    Der Taupunkt lag bei mir immer in der äusseren Hülle. Soll heissen: Daune blieb trocken, KuFa wurde feucht. Warum kein einzelner Schlafsack sondern zwei? Die eigentliche Wärmeschicht (=Daunentüte) bleibt trocken und durchfeuchtet nicht, sobald man aus dem Schlafsack heraus klettert (und dank fehlender Heizung dann die Nässe nach innen kriecht). Man muss nur die beiden Hüllen trennen und den unempfindlichen Aussensack tagsüber trocknen.

    Der Nachteil: nicht regendicht, schwerer, voluminöser beim Transport.

    Angenommen, der Bursche in dem Video hat nicht getrickst und einen WM Summerlite (0°C Komfort) alleine durch eine Biwakhülle (200g) und einen VBL (160g) so gepimpt, dass er damit 25°C zusätzlichen Komfortbereich nach unten erreicht hat, möchte ich gerne wissen, was mit einem WM Antelope (-17°C Komfort) mit gleicher Kombi drin wäre. Mit einem Carinthia KuFa als Aussenhülle (nannte sich glaube Explorer, der neue heisst XP Top, gewicht um die 1 kg(!)) und einem WM Antelope waren zumindest -25°C problemlos drin, aber eben bei mehr Gewicht.

    Ausserdem ist die Kombi auch sonst hochinteressant, denn sie ist wasserdicht. Wenn ich zusätzlich ein Minitarp für den Kopfbereich nutze (13 Euro Aliexpress, 130g schwer), habe ich eine wasser- und winddichte Kombi, die (Tarp + Schlafsackkombi) etwa 1kg wiegt, und mit der ich bei Nässe und Kälte bequem z.B. am Berg schlafen kann, ohne Platz für ein Zelt zu benötigen. Da kommt keine Schlafsack/Tarptent-Kombi ran. Da oben drauf noch eine geeignete Isomattenkombi (meine wiegt um die 700g zusammen), und mit 1.7 kg Gesamtgewicht kann ich - vorrausgesetzt das Video ist kein Getrickse - bis weit unter den Gerfrierpunkt, bei Wind und bei Nässe übernachten. Nicht schlecht die Idee, sehr verlockend.
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  6. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von MaxD
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    AW: Suche Biwaksack - atmungsaktiv

    #6
    Der Carinthia XP Top wiegt tatsächlich ~1200 g inkl. Packsack.
    ministry of silly hikes

  7. AW: Suche Biwaksack - atmungsaktiv

    #7
    Zitat Zitat von Becks Beitrag anzeigen
    Angenommen, der Bursche in dem Video hat nicht getrickst
    Welches Video meinst du Becks?

  8. Liebt das Forum
    Avatar von Becks
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    AW: Suche Biwaksack - atmungsaktiv

    #8
    Hier das Video vom Test:

    https://www.youtube.com/watch?v=lcJI_puPHfc&t=12s

    und der Kommentar zum Material.

    https://www.youtube.com/watch?v=ZZ349q3qsAA

    Nur die Links, denn das Einbetten in anderen Seiten ist bei den Videos unterdrückt.


    Rechnen wir mal die Gewichte für ein paar Varianten durch (ohne Isomatten, die sind identisch)

    1) Zelt / Schlafsack:
    Lanshan 1 mit Heringen: 800g
    WM Summerlite: 540 g

    1340g, Das Zelt bringt ein paar Grade, ich tippe auf 5°C Komfortgewinn

    + winddicht, regenfest.
    + Komfort dank Beweglichkeit im Zelt und Stauraum
    + wenig zusätzlicher Platzbedarf durch das Zelt im verpackten Zustand
    - benötigt etwas Platz und ist speziell auf sehr hartem Untergrund (Fels oder Hartboden) weiter oben nur schlecht aufbaubar. - Schlafsack wird trotzdem minimal feucht (vor allem im Fussbereich)


    2) Doppelschlafsack
    WM Summerlite 540g
    Carinthia Explorer 1000 g

    1540g, der Explorer bringt etwa 15°C mehr Luft nach unten beim Komfort.
    - nicht wind-/regendicht
    - kein Raumkomfort wie beim Zelt
    + Taupunkt wird von der Wärmeschicht nach aussen in die KuFa-Schicht verschoben. Dieser trocknet schneller und ist unempfindlicher. Daune bleibt somit trocken
    - hoher Platzbedarf und hohes Mehrgewicht beim Transport
    + kein Platzbedarf beim Aufbau der Kombi


    3) Schlafsack + Biwacksack
    WM Summerlite 540g
    Sol Escape Bivvy 240g

    780g, 10°C Komfortgewinn
    + wind-/regendicht
    - kein Raumkomfort wie beim Zelt
    - Kondens innen, Schlafsack nass
    + kein Platzbedarf beim Aufbau der Kombi
    + geringer zusätzliche Platzbedarf beim transport
    + geringes zusätzliches Gewicht



    4) Schlafsack + Biwacksack + VBL
    WM Summerlite 540g
    Sol Escape Bivvy 240g
    WM Hotsack 160g

    940g, 15°C Komfortgewinn (wenn das Video stimmt: 25°C Komfortgewinn)
    + wind-/regendicht
    - kein Raumkomfort wie beim Zelt
    + kein Kondens innen, Schlafsack trocken
    + kein Platzbedarf beim Aufbau der Kombi
    + geringer zusätzliche Platzbedarf beim Transport
    + geringes zusätzliches Gewicht



    1) ist am komfortabelsten und lohnt sich, wenn man ein Zelt sicher aufstellen kann oder wenn man mehrere Tage unterwegs ist, und notfalls das Zelt einfach als Decke/unabgespanntes Tarp über den Schlafsack legt, wenn es nicht aufgestellt werden kann.

    2) lohnt sich in der Konstellation nicht, sondern ist nur beim Winterbiwak interessant, wenn man einen 3- oder 4-Jahresschlafsack temperaturtechnisch aufwerten will, und dies damit kombinieren möchte, die Penntüte trocken zu halten.

    3) Ist für Wochenendtouren interessant, wo man 1x im Schlafsack schläft und das Ding danach daheim wieder trocknen kann. Eventuell ist ein Tyvek anstelle des SOL atmungsaktiver, das müsste man mal ausprobieren (ich habe den aber nicht hier)

    4) "Hardcore"-Kombi. Nicht komfortabel wie ein Zelt, aber mit beeindruckenden Werten beim Temperaturbereich, Packmass, Gewicht und Einsatzdauer und zudem auch mehrtagestauglich.

    2) bis 4) kann man mit einem Minitarp erweitern, unter das man mit dem Oberkörper drunter liegt. Wiegt 160g und bringt Komfort, wenn man z.B. bei Regen kochen oder den Abend im Schlafsack verbringen möchte.

    Eine Variante des Zelts/Tarps ist dann so etwas wie hier. Man verliert den Komfortbonus vom Zelt, benötigt ebenfalls Platz für den Aufbau und das zusätzliche Gewicht (450g) muss auch mit, liegt aber unterhalb eines Leichtzelts wie das Lanshan.

    So etwas in der Art habe ich z.B. hier gemacht. Da lag ich in einer Mulde und habe einfach das Ganze oben etwas mit einer Tarp/Poncho-Kombination abgedeckt.


    Hier (schlecht erkennbar, weil halb abgebaut) habe ich mit einem Lanshan als zusätzliche Decke biwakiert. Kein Platz für ein Zelt und sehr hart an der Komfortgrenze des Schlafsacks. Das war frisch in der Nacht.
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  9. AW: Suche Biwaksack - atmungsaktiv

    #9
    Super danke

  10. Liebt das Forum
    Avatar von Becks
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    11.10.2001
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    AW: Suche Biwaksack - atmungsaktiv

    #10
    Mein Fazit bis jetzt aus all Biwaks und Nächten im Zelt ist:

    Jede Variante hat ihren Platz und man sollte entsprechend planen. Für eine Nacht bei bestem Wetter und moderaten Temperaturen braucht es eigentlich kein Zelt. Schlafsack/Isomatte ist da mehr als ausreichend. Umgekehrt ist eine Übernachtung alleine im Schlafsack oder Biwaksack/Schlafsack als Kombi unangenehm, wenn das Ganze nach einer Nacht so aussieht:

    Das ist noch ok, wenn man abends heim geht, aber für Mehrtagestouren ist es Mist.


    Zelt ist ganz hübsch, aber man muss das Ding erst einmal auch aufgestellt bekommen. Hier ging es problemlos:


    hier nicht:


    und hier (man sieht die gelbe Plane) hatte ich schlichtweg keine Lust darauf, für eine Nacht mir die Mühe zu machen, das Ding irgendwie zwischen die Steinmauern reingedrückt zu bekommen:



    Mein derzeitiger Stand daher ist, dass ich auf Wochenendtouren am ehesten ohne Zelt losziehe und lieber etwas Zusatzgewicht in Wind- und Regenschutz in Form von VBL/Biwaksack investiere. Das Mehrgewicht ist so in meinen Augen zielgerichteter angelegt. Biwaksack alleine nehme ich nur für etwaige ungeplante Übernachtungen mit, und dann isses im Endeffekt egal, was ich einpacke - es wird eh eine miese Nacht.

    Wenn ich also mit etwa 300g Zusatzgewicht 15°C und mehr an Komfortgrenze nach unten gewinne, dann ist das klasse. Dann kann ich mich wie hier ohne Rücksicht auf verluste mitten in den Wind legen und friere nicht:

    Sesvenna, war nachts recht zugig und ich musste schon etwas überlegen, wie ich mich nachts drehen kann, ohne dass z.B. der Rücken kalt wird.


    oder mit dem gleichen Schlafsacksetup länger in den Herbst hinein unterwegs sein, so wie hier:

    Zwinglipass mit Nacht bei unterer Komfortgrenze der Tüte (laut Hersteller Komfort -10°C, die Wetterstation am Hang gegenüber zeigte -12°C nachts)

    In der Nacht hier hätte ich mir VBL/Biwaksack sehnlichst gewünscht:

    Sameden, auf dem Weg zur Skitour auf den Piz Palü. Der Schlafsack wird bei 2°C schon sehr frisch, auch wenn Komfort 0°C sein soll. und hier hatten wir nachts eher -10°C, und das war sackkalt.



    Bleibt noch die Suche nach einer (noch) besseren Lösung für die Isomattenkombi, die ich nutze, denn ohne Isomatte wie hier liegt es sich echt hart und spassbefreit.

    Bergell, da war eigentlich exklusiv Biwakschachtel angesagt, was ich aber revidieren musste. zum Ausgleich dann habe ich 1kg Stahl (Steigeisen) die ganze Zeit umsonst geschleppt.
    Geändert von Becks (10.09.2020 um 10:42 Uhr)
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