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  1. AW: Dropstitch Seekajak

    #21
    Zitat Zitat von pickhammer Beitrag anzeigen
    Da stimme ich zwar zu.
    Aber man (ich) kann nicht mehr kontrolliert kanten mit den gefüllten Luftschläuchen. Bis zu einem gewissen Winkel halten diese das Boot, aber dann kommt man über den Kipppunkt und es geht unwiderruflich ins Wasser. Das Rollen über diese Schläuche ist mir unmöglich.
    Ich habe diese Erfahrung an einem Narak550 mit und ohne "Stabilairs" gemacht. Ohne Luftschläuche läßt er sich gut eskimotieren.
    Ja, mit Luftschläuchen liegt der Kahn sicherer, aber dieser Vorteil wird erkauft mit einer schlechteren Endstabilität und massiv erschwertem Rollen.

    Gruß
    pickhammer
    Ja das mit dem Kanten ist beim Ladoga wirklich fast unmöglich, Wobei ich das bisher eher der fehlenden Koordination mit meiner Frau zugeschrieben habe. Das mit dem Kanten habe ich immer eher so in die Richtung "theoretisch super, in der Praxis funktioniert es oft nicht" geschoben, aber vielleicht gehe ich das ganze auch einfach zu blauäugig an. So wie halt umgekehrt viele Flachländler bei uns in den Bergen manchmal Haarsträubend unterwegs sind und ich mir oft denke: ein Wunder, dass nicht mehr passiert.

    Gruaß
    Simon

  2. Erfahren

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    AW: Rollen im Seekajak

    #22
    Moin!
    Offensichtlich ist der Eindruck entstanden, dass ich etwas gegen das Rollen hätte.
    Das ist, und das habe ich klar geschrieben, natürlich nicht der Fall. Wenn ich nicht xmal erlebt hätte, dass die Rolle unter schwierigen Bedingungen eben nicht erfolgreich war, hätte ich auch nicht so entschieden für den rechtzeitigen Aus- und Wiedereinstieg plädiert.
    Hallo Trapper,
    zum Roten Sand fährt man/frau bekanntermaßen nur bei guter und stabiler Wetterlage, da sammelt frau/man erinnernswerte Eindrücke. In meinem Beitrag war die Rede vom Wind, nicht vom Paddeln
    gegen die Tide - war das nicht zu verstehen?

    Hallo Wilbert, klar kenne ich Dubbside - der macht mit seinem modifizierten Feathercraft aber immer bloss Tagestouren.
    Natürlich habe ich im Laufe der Jahrzehnte fast alle Arten von Rollen kennen gelernt und bei guten bis moderaten Bedingungen strengen sie auch nicht besonders an. Was als Belastung immer bleibt, ist die Wirkung der Wassertemperatur an Händen und Gesicht, das sollte allen Rollern bekannt sein und nicht unterschlagen werden. Die Entwicklungen im Seekajak- und Kanusport während der letzten fünfzig Jahre habe ich aufmerksam verfolgt, und eben drum schrieb ich bereits, dass rollen möge, wer da mag und kann.
    Wer aber schon mal auf dem Wasser ernsthaft in Schwierigkeiten und auf Kameradenhilfe angewiesen war, wird die Intention meines Beitrags mit Leichtigkeit nachvollziehen können, wer jedoch bisher immer Glück gehabt hat, kanns augenscheinlich nicht.
    Mit unverändert freundlichem Ahoi,
    janhimp
    Geändert von janhimp (12.08.2020 um 21:21 Uhr)

  3. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Rollen im Seekajak

    #23
    Ich sitze seit meinem 16. Lebensjahr im Kanu ( 1966) -- mit oft lagen Unterbrechungen, wie ich einräumen muß. Angesichts meines jetzigen Alters eine lange Zeit. Meine allererste Fahrt in einem Faltbooteiner verlief desaströs, was mich schon etwas geprägt hat. Ich möchte nur zum Ausdruck bringen ,daß ich nicht völlig ahnungslos bin. "Rollen" konnte ich nie. Da die meisten Jahre meines Lebens im Canadier unterwegs, ohnehin nicht möglich.
    Mit großem Interesse habe ich immer die Unfallberichte von Udo Beier gelesen und festgestellt, wie oft es grade die Könner erwischt. Valide zahlen habe ich nicht, aber der Grund ist einleuchtend: je höher das Können, desto höher die Risikobereitschaft. Ich glaube, das gilt in den Bergen und bei den Kletterern genauso. Zweifellos erfordern " Rollen " und " Wiedereinstieg" Übung und Körperbeherrschung, aber wenn die Bedingungen es nicht mehr zulassen, kann man man sich schließlich nicht nach Hause " rollen". Könnerschaft ist nur dann ein Sicherheitsgewinn, wenn sie nicht durch erhöhte Risikobereitschaft kompensiert wird. Nur ist das leider gegen die menschliche Natur: Vernunft ist langweilig!! Live fast, die young. Jedes Sicherheitstraining müßte eigentlich mehr Wert darauf legen, Risiken zu vermeiden, als aufzuzeigen, wie man sie bewältigt. Am sichersten ist eigentlich, wer alles kann, aber wie ein Anfänger möglichst jedes Risiko meidet. Es gibt natürlich Anfänger, die draufgehen, weil sie das Risiko nicht kennen. Es gleicht sich irgendwie aus. " Rollen " können ist gut, nicht " Rollen" zu müssen, um ein Vielfaches besser.
    Ditschi
    Geändert von Ditschi (13.08.2020 um 01:02 Uhr) Grund: Man findet immer mal wieder Tippfehler

  4. Erfahren

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    AW: Rollen im Seekajak

    #24
    Moin Ditschi!
    Vielen Dank für Deinen Beitrag!
    Mit freundlichem Ahoi,
    janhimp

  5. Erfahren
    Avatar von mimi1
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    AW: Rollen im Seekajak

    #25
    @Ditschi

  6. Erfahren
    Avatar von pickhammer
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    AW: Rollen im Seekajak

    #26
    Zitat Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
    " Rollen " können ist gut, nicht " Rollen" zu müssen, um ein Vielfaches besser.
    Ditschi
    Das unterschreibe ich sofort.

    Es gibt einen Nebeneffekt beim Üben der Rolle, der bewirkt, dass der Übende in Zukunft weniger oft kentert. Mit dem Rollen erlernt man die Technik, die es erlaubt, sich aus früher aussichtslosen Situationen wieder „hochzulöffeln“.
    Wer rollen kann, fällt seltener rein.
    Deshalb sollte man fleißig üben, auch wenn die ganze Arbeit für die Katz scheint.

    Viele Grüße
    pickhammer

  7. AW: Rollen im Seekajak

    #27
    Zitat Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
    Mit großem Interesse habe ich immer die Unfallberichte von Udo Beier gelesen und festgestellt, wie oft es grade die Könner erwischt. Valide zahlen habe ich nicht, aber der Grund ist einleuchtend: je höher das Können, desto höher die Risikobereitschaft. Ich glaube, das gilt in den Bergen und bei den Kletterern genauso. Zweifellos erfordern " Rollen " und " Wiedereinstieg" Übung und Körperbeherrschung, aber wenn die Bedingungen es nicht mehr zulassen, kann man man sich schließlich nicht nach Hause " rollen". Könnerschaft ist nur dann ein Sicherheitsgewinn, wenn sie nicht durch erhöhte Risikobereitschaft kompensiert wird. Nur ist das leider gegen die menschliche Natur: Vernunft ist langweilig!! Live fast, die young. Jedes Sicherheitstraining müßte eigentlich mehr Wert darauf legen, Risiken zu vermeiden, als aufzuzeigen, wie man sie bewältigt. Am sichersten ist eigentlich, wer alles kann, aber wie ein Anfänger möglichst jedes Risiko meidet. Es gibt natürlich Anfänger, die draufgehen, weil sie das Risiko nicht kennen. Es gleicht sich irgendwie aus. " Rollen " können ist gut, nicht " Rollen" zu müssen, um ein Vielfaches besser.
    Ditschi
    Ja ich glaube auch, dass zwischen Seekajak und Bergsteigen viele Überschneidungen bestehen. Im Bergsport gibt es meines Wissens immer wieder Zahlen die deine Ansicht zur Erfahrung untermauern.

    Zitat Zitat von pickhammer Beitrag anzeigen
    Es gibt einen Nebeneffekt beim Üben der Rolle, der bewirkt, dass der Übende in Zukunft weniger oft kentert. Mit dem Rollen erlernt man die Technik, die es erlaubt, sich aus früher aussichtslosen Situationen wieder „hochzulöffeln“.
    Wer rollen kann, fällt seltener rein.
    Deshalb sollte man fleißig üben, auch wenn die ganze Arbeit für die Katz scheint.

    Viele Grüße
    pickhammer
    Ja das mit dem Üben werde ich beherzigen. Zumindest den Unterwasserausstieg muss ich auch unbedingt mit meinem ältesten Sohn üben (bin mit ihm rund um Bisevo gepaddelt).


    Aber jetzt noch eine andere Frage. Welches 2er Faltboot das Gepäck für eine mehrwöchige Tour aufnimmt ist denn überhaupt rollbar bzw. meertauglich?

    Gruaß Simon
    PS. Übrigens sehr tolle und respektvolle Diskussion hier!

  8. Dauerbesucher

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    AW: Rollen im Seekajak

    #28
    Ditschi hat natürlich recht!

    Verantwortungsvolles Elternsein nimmt spielt bei der Risikoabwägung meines Erachtens eine wichtige Rolle

    Ansonsten haben wir hier die gleiche Diskussion wie mit dem Fahrradhelm - mit sollen die Leute ja angeblich risikofreudiger fahren als ohne. Nach der Logik müsste die Zahl der Verkehrstote seit der Anschnallpflicht ja hochgeschnellt sein, was aber nicht der Fall war. Aber klar, alles multifaktoriell und so weiter. Der Umkehrschluss, lieber keine Sicherheitstechniken beherrschen, kann aber auch nicht richtig sein. Lieber alle beherrschen und sich trotzdem seiner Sterblichkeit und der Wildheit der Elemente bewusst bleiben. Mehr Erfahrung bedeutet oft auch mehr Risiko und dann geht doch was schief.

    Rollen macht an sich eine Menge Spaß und wie Pickhammer richtig schreibt erhöht es einfach die Vertrautheit mit dem Gefährt. Ich sehe es als Sport im Sport, der aber eine wichtige Funktion hat.

    Das Dogma, immer zuerst die Rolle zu versuchen, bevor man aus dem Kajak geht, halte ich für 100% richtig. Haben die Grönländer auch so gehalten. Der Udo Beier beschreibt auch genug Wiedereinstiegsversuche im Team, die schief gehen. Danach kann man nicht gehen.

  9. Dauerbesucher

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    AW: Rollen im Seekajak

    #29
    Hi Simon,

    das Argo2 ist sicherlich rollbar und tauglich für eine lange Tour.

    Zitat Zitat von Simon Beitrag anzeigen
    Aber jetzt noch eine andere Frage. Welches 2er Faltboot das Gepäck für eine mehrwöchige Tour aufnimmt ist denn überhaupt rollbar bzw. meertauglich?

  10. AW: Rollen im Seekajak

    #30
    Zitat Zitat von Katsche Beitrag anzeigen
    Ansonsten haben wir hier die gleiche Diskussion wie mit dem Fahrradhelm - mit sollen die Leute ja angeblich risikofreudiger fahren als ohne. Nach der Logik müsste die Zahl der Verkehrstote seit der Anschnallpflicht ja hochgeschnellt sein, was aber nicht der Fall war. Aber klar, alles multifaktoriell und so weiter. Der Umkehrschluss, lieber keine Sicherheitstechniken beherrschen, kann aber auch nicht richtig sein. Lieber alle beherrschen und sich trotzdem seiner Sterblichkeit und der Wildheit der Elemente bewusst bleiben. Mehr Erfahrung bedeutet oft auch mehr Risiko und dann geht doch was schief.

    Rollen macht an sich eine Menge Spaß und wie Pickhammer richtig schreibt erhöht es einfach die Vertrautheit mit dem Gefährt. Ich sehe es als Sport im Sport, der aber eine wichtige Funktion hat.

    Das Dogma, immer zuerst die Rolle zu versuchen, bevor man aus dem Kajak geht, halte ich für 100% richtig. Haben die Grönländer auch so gehalten. Der Udo Beier beschreibt auch genug Wiedereinstiegsversuche im Team, die schief gehen. Danach kann man nicht gehen.
    Ja beim Schitourengehen gibt es die gleiche Diskussion über den Airbagrucksack.
    Trotzdem ist das eine ein Ausrüstungsgegenstand und das andere eine Technik die erlernt werden muss. Aber klar, wer es beherrscht ist sicher im Vorteil (Würde ich eher mit der Schussflucht vor der Lawine vergleichen, kann verdammt guten Schifahrern gelingen, drauf aufbauen sollte man nicht)

    Zitat Zitat von Katsche Beitrag anzeigen
    Hi Simon,

    das Argo2 ist sicherlich rollbar und tauglich für eine lange Tour.
    Danke, ja das habe ich mir auch angeschaut (langsam kommen die Kinder ins Paddelalter und da denke ich über eine Flottenvergrößerung nach). Laut dem Eintrag im Seekajakforum ist der Stauraum in Argo2 doch um einiges kleiner als im Ladoga2. Meinst du er lässt sich wirklich viel besser rollen als der Ladoga2? Er hat ja auch Luftschläuche und ist nur 6cm schmaler.
    Außerdem habe ich wie vorhin schon beschrieben das Klettverschlussverdeck des Ladoga2 inzwischen lieben gelernt, schnell geöffnet und trotzdem bombiger Halt. Werde den Argo2 aber auf jeden Fall aufs Radar setzen, bin mir nur noch nicht ganz sicher was sinnvoller ist, zwei identische Boote und daher einfache Ersatzteilbevorratung und Bastelmöglichlkeit (Badekatamaran) oder zwei Boote mit leicht unterschiedlichen Einsatzbereichen (Argo2 = schneller "Kurz"tourer, Ladoga2 = Expeditionsschiff)

    Gruaß
    Simon

  11. Erfahren

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    AW: Rollen im Seekajak

    #31
    Moin Simon!
    Ich habe schon einige ARGO-Zweier unterwegs gesehen, aber noch keinen gerollten, und halte für fraglich. dass er zu rollen ist. Unabhängig davon solltest Du ihn ausprobieren, und um Deine Bedenken auszuräumen, nimmst Du einfach nach Absprache mit dem Anbieter Euer gesamtes Fahrtengepäck samt Kind mit zur ARGO-Probefahrt, montierst die Seesocken,und dann seht Ihr beide ja, was wie und wem passt. Insbesondere, ob die Lehnen und Schürzen mit den vorhandenen Westen zusammen passen. Für Dein Kind wirst Du etwas zur Erhöhung der Sitzposition mitnehmen, aber vielleicht nicht brauchen, und ihm später in jedem Fall einen Stemmbock machen müssen - Nautiraid liefert dafür beim Narak gut brauchbare Inspiration. Das Paddel fürs Kind sollte längenverstell- und in der Schränkung frei wählbar sein. Dabei so leicht wie möglich, aber das dürfte Dir bereits geläufig sein. Bekannter Knack-Punkt bei den ARGOS und NAVIGATORS ist der wenig belastbare Süllrand, daran ist bei beladenem Boot und helfen-wollenden Händen immer(!) zu denken. Als Vorteil des ARGO gegenüber dem LADOGA wird von vielen gesehen, dass dessen geschlossener Rumpf in Verbindung mit zwei Seesocken quasi zwei voneinander unabhängige Cockpits schafft. Mehr zu Faltbootreisen mit Kind auf Großgewässern gern per PN.
    Mit freundlichem Ahoi,
    janhimp
    Geändert von janhimp (13.08.2020 um 12:30 Uhr)

  12. AW: Rollen im Seekajak

    #32
    Zitat Zitat von Simon Beitrag anzeigen
    Meinst du er lässt sich wirklich viel besser rollen als der Ladoga2? Er hat ja auch Luftschläuche und ist nur 6cm schmaler.
    Außerdem habe ich wie vorhin schon beschrieben das Klettverschlussverdeck des Ladoga2 inzwischen lieben gelernt, schnell geöffnet und trotzdem bombiger Halt.
    Der Argo hat im Gegensatz zum Ladoga Schenkelstützen - im Ladoga kann man sich wahrscheinlich auch mit dem Beinen unter dem Süllrand verkeilen (zumindest im Einer gut möglich), aber trotzdem ist der Bootskontakt im Argo besser. Luftschläuche oder nicht ist übrigens kein Kriterium an sich - wichtig ist die Form von Rumpf/Oberdeck, und nicht, ob diese durch Luftschläuche gebildet wird.

    Das Verdeck des Ladoga ist normalerweise sicherlich kein Problem, es wurden ja schon zig Touren auf dem Meer mit dem Boot unternommen, ich erinnere mich aber vage an die Beschreibung eines Seenotfalls bei den Malediven, bei dem das Verdeck bei einer Kenterung abgerissen und dann auch noch mit dem Fuss die Verbindung der Luftschläuche geöffnet wurde. Kann man aber beides recht einfach modifizieren.

    ich würde an Deiner Stelle trotzdem noch mal überdenken, ob die Rollbarkeit ganz oben bei den Prioritäten stehen muss. Ich bin immer noch skeptisch, wie realistisch die Rolle im Zweier unter realen Bedingungen ist. Überraschende Kenterung, keine Absprache mehr möglich, Kopf unter Wasser und ev. Kälteschock plus Orientierungsverlust, und dann koordiniert mit dem Partner hochrollen - traust Du Euch zu, auf den Trainingsstand zu kommen? Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, aber ich habe bisher noch keinen Bericht gelesen und kein Video gesehen, wo die Rolle im Zweier bei realen Bedingungen beschrieben/gezeigt wird. Ich bin mir sicher, dass es einige Sportler gibt, die das hinkriegen würden, halte es aber für die allermeisten Paddler für illusorisch.

    Das soll kein Argument sein, die Rolle nicht zu lernen. Wie schon vorher geschrieben, verbessert das auch das allgemeine Bootsgefühl. Aber auch zum Lernen ist ein Einer wesentlich sinnvoller.

    EDIT: Der Süll beim Argo ist wirklich etwas fragil (im Prinzip das gleiche Plastikprofil wie bei den Luken des Ladoga), man kann (und sollte!) das Boot aber gut an den Schenkelstützen tragen. Wer aus Gewohnheit am Süll anpackt, riskiert einen Bruch.
    Geändert von ChristianBerlin (13.08.2020 um 13:08 Uhr)

  13. Dauerbesucher

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    AW: Rollen im Seekajak

    #33
    ....ich bleibe dabei, wer vernünftig rollen kann ist sicherer im Boot. Rettungstechniken kommen erst wenn anderes versagt hat! Und nun überlasse ich das Feld den Experten hier...

  14. Fuchs
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    AW: Rollen im Seekajak

    #34
    Moin!
    Wir paddeln den Ladoga-2 seit einigen Jahren als Familien-Boot. Ich habe die Steueranlage umgebaut, sodass ich nun vorne sitzen kann und damit hinten platz für zwei (kleinere) Kinder entstanden ist.
    Der Ladoga paddelt sich selbst alleine mit Kindern, incl. Gepäck so gut, dass ich damit gegen den Strom sogar noch die Elbe hoch komme. Das kann ich mir sonst mit keinem anderen Falter, in ähnlicher Größe vorstellen.

    Die Frage den Ladoga-2 zu rollen, halte ich für akademisch. Im vorderen Bereich hätte ich zwar genügend Schenkelhalt, doch alle die hinten sitzen, würden bei der Kenterung aus den Boot fallen. Da fahren wir mit einer sommerlichen Rettungsübung am Strand besser. Das Planschen finden die Kinder super und am Ende wissen alle was im Ernstfall zu tun ist.

    VG. -Wilbert-
    Geändert von wilbert (13.08.2020 um 16:21 Uhr)

  15. AW: Rollen im Seekajak

    #35
    Zitat Zitat von wilbert Beitrag anzeigen
    Moin!
    Wir paddeln den Ladoga-2 seit einigen Jahren als Familien-Boot. Ich habe die Steueranlage umgebaut, sodass ich nun vorne sitzen kann und damit hinten platz für zwei (kleinere) Kinder entstanden ist.

    VG. -Wilbert-
    Auch eine gute Idee, ich dachte daran das Steuer auf zwei Einzelpedale umzubauen, damit hinter dem Vordermann in zusätzlicher Sitzplatz entsteht. Ein Kind sitzt bei uns übrigens hinter dem 2. Platz. Nummer 3 muss dann aufs Vordeck, ist aber dann wirklich nicht mehr als ein Paddeboot.

    Gruaß
    Simon

  16. Fuchs
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    AW: Rollen im Seekajak

    #36
    Moin Ditschi!
    OT: Einige Deiner Aussagen kann ich leider nur schwer unkommentiert stehen lassen.
    Mit großem Interesse habe ich immer die Unfallberichte von Udo Beier gelesen und festgestellt, wie oft es grade die Könner erwischt.
    Diese Berichte habe ich ebenfalls mit viel Aufmerksamkeit verfolgt. Ich halte es für schwierig, dies so zu verallgemeinern. So eine Aussage würde ich nur an einem konkreten Beispiel festmachen wollen. Im allgemeinen hatte ich bei den Unfallberichten meist den Eindruck, dass viele Paddler Ihre Fähigkeiten eher komplett Fehl-Eingeschätzen, wir hier also nicht gerade von "Könnern" sprechen.

    ... aber der Grund ist einleuchtend: je höher das Können, desto höher die Risikobereitschaft.
    Sorry, aber das empfinde ich als grobe Verallgemeinerung. Derartige charakterliche Eigenschaften würde ich nur individuell festmachen wollen.
    Ich definiere das "Können" mal so, dass ich eine bestimmte Leistung ohne Überlastung, jederzeit bringen kann. Wenn man auf Salzwasser unterwegs ist, kann es durchaus sein, dass man sich aufgrund unvorhersehbarer Umstände, unverschuldet in schwierigen Situationen wiederfindet. Hat man für diese Extreme ein mehr an "Können" in Reserve, halte ich diese Fähigkeiten nicht gerade für einen Nachteil.

    Am sichersten ist eigentlich, wer alles kann, aber wie ein Anfänger möglichst jedes Risiko meidet.
    Gut gesagt, das kann ich voll unterstreichen!

    Der Lösungsansatz, dass man bei vermeindlich schwierigen Bedingungen gar nicht aufs Wasser geht, führt leider im Umkehrschluss oft dazu, dass man glauben könnte, optimale Bedingungen würden sich nicht ändern. Ich fürchte bei dieser Einstellung kommt es dann zu den Fällen, die wir in den Unfallberichten zu lesen bekommen.
    Oder wie ein Freund, der auf einer Nordseeinsel lebte so schön sagte, "wenn ich bei einem vierer Wind nicht aufs Wasser kann, komme ich hier nie zum Paddeln."

    Jedes Sicherheitstraining müßte eigentlich mehr Wert darauf legen, Risiken zu vermeiden, als aufzuzeigen, wie man sie bewältigt.
    Also, bei allen regionalen Sicherheits-Trainings die ich von Vereinsseite, und von der SAU mitgemacht oder mit betreut habe, konnte ich bei den Teilnehmern keine vermehrte Risikobereitschaft feststellen.
    Im Gegenteil, gehört für mich die Risikoanalyse genauso zur Gefahrenvermeidung mit dazu, wie auch die Fähigkeit sich aus einer potentiell gefährlichen Situationen eigenständig heraus arbeiten zu können. Das Lernen und Lehren von Selbst- und Fremdrettung ist ein wichtiger Aspekt unserer Outdoor-Kultur und gehört für mich einfach mit dazu.
    " Rollen " können ist gut, nicht " Rollen" zu müssen, um ein Vielfaches besser.
    Ganz genau, Danke!


    btw. Buchempfehlung:
    https://www.amazon.de/Sea-Kayakers-D...7331912&sr=8-1

    LG. -Wilbert-
    Geändert von wilbert (13.08.2020 um 18:19 Uhr)

  17. Liebt das Forum
    Avatar von Torres
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    AW: Rollen im Seekajak

    #37
    Zitat Zitat von Trapper Beitrag anzeigen
    ....ich bleibe dabei, wer vernünftig rollen kann ist sicherer im Boot. Rettungstechniken kommen erst wenn anderes versagt hat! Und nun überlasse ich das Feld den Experten hier...
    Richtig. Ich habe aber auch erlebt, dass beim Brandungspaddeln jemand nicht mehr hoch kam, weil nach dem zweiten Versuch die Kraft fehlte. Es gibt sehr elegante Rollspezialisten. Es gibt aber auch Rollende, die das mit Kraft tun. Wenn dann, wie janhimp schreibt, Erschöpfung, Unterkühlung oder mentale Schwäche eingesetzt haben, ist die Kraft nicht mehr da und jeder Rollversuch wird schlechter. Da wird dann halb hochgerollt, man sieht denjenigen mühsam Luft schöpfen, aber dann fällt er zurück. Und das ist für das Umfeld schwer auszuhalten, wenn man dann eher als der Rollende merkt, dass gleich die Kraft weg ist und man hoffen muss, dass er genug Luft und Ruhe (Erfahrung) hat, um konzentriert Plan B zu überlegen.

    Ich selbst kann leider trotz vieler Trainings nicht rollen, erschrecke mich aber selbst immer wieder über den „Kenterschock“, der einem für einen kurzen Moment die Handlungsfähigkeit raubt. Trotz all der Wiedereinstiegs- und Kenterseminare ist die Notsituation in ihrer Unerwartetheit eine ganz andere Nummer als das kontrollierte Rollen oder Kentern in Übungssituation und womöglich noch bei warmem Wasser.
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

  18. Lebt im Forum
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    AW: Rollen im Seekajak

    #38
    Zum Trost für alle, denen das " Rollen" auch nicht so liegt: Faltbootpionier Herbert Rittlinger bekam die " Eskimorolle" auch nie hin und hat sich in seiner " neuen Schule des Kanusports" ( 4.Aufl. 1967) darüber lustig gmacht. Grade noch mal nachgelesen. Was hat der für tolle Fahrten unternommen und was für humorvolle Bücher darüber geschrieben! Habe fast alle davon bei mir stehen.

    Im "Canyoningunglück" steht zu lesen, es seien " erfahrene Canyoning-Sportler" gewesen. Die Frage bleibt: warum verunglücken auch erfahrene Könner? Die Antwort, wer Fehler macht, sei eben kein Könner, ist mir zu simpel. Klar steht zumeist ein Fehler dahinter. Aber liegt es nicht letztlich daran daran, daß im Vertrauen auf Erfahrung und Können einfach die Grenzen immer weiter hinausgeschoben werden ?

    Ditschi
    Geändert von Ditschi (14.08.2020 um 09:55 Uhr)

  19. Dauerbesucher

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    AW: Rollen im Seekajak

    #39
    " neuen Schule des Kanusports" ( 4.Aufl. 1967)"
    Schön daß Du soviel Selbstironie hast Ditschi, a bisserl hat sich der Kanusport seitdem schon weiter entwickelt, zb. war der gute Herbert auch gerne solo aufm Wildwasser unterwegs, was heutzutage als wirkliches Sicherheitsrisiko gilt, noch mehr als die Rolle beim Wildwasser nicht zu können.

    Ansonsten schließe ich mich gerne wilbert an.

  20. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Rollen im Seekajak

    #40
    Wilbert hat mir ja in Teilen zugestimmt, aber nicht ganz. Und ich wiederum stimme ihm nicht ganz zu.
    " Wenn ich bei 4 BfT nicht rausfahre, komme ich nie raus". Mag stimmen, aber die sichere Alternative und damit die richtigere Antwort könnte ja lauten, daß man es dann eben läßt.
    ( Ich möchte mein offenes Boot nicht mit einem geschlossenen seetüchtigen Seekajak vergleichen, aber ich weiß, was 4 BfT auf dem Meer ohne Windschutz bedeuten. Für ist ab da Schluß).
    Das ist es , was ich meine: der Könner beherrscht die Technik, kann die Rolle und den Wiedereinstieg. Und im Vertrauen auf sein Können steigt seine Risikobereitschaft. Er schiebt die Grenzen des Risikos hinaus und verunglückt im Endergebis trotzdem. Da ist die Frage erlaubt, was ihm die Beherrschung der Technik dann bringt? Mehr Spaß und früher tot? Der Mensch ist ja frei, dieses Lebensmotto zu wählen.
    Um Gottes Willen kein Mißverständnis: jedes Mehr an Können bringt auch ein Mehr an Sicherheit. Die Frage ist dann eben halt, ob man diese gewonnene Sicherheit nicht wieder auf`s Spiel setzt, wenn man mehr wagt, weil man mehr kann?
    Ditschi
    Geändert von Ditschi (14.08.2020 um 12:04 Uhr) Grund: Ergänzung

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