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  1. Erfahren

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    Maximales Tragegewicht - trainierbar vs. natürliche Grenze?

    #1
    Moinsen,

    aus Anlass einer Kauf-Entscheidung (Robuster & Schwerer & Flexibler vs. Ultraleicht & unflexibler & Wenig robust) stelle ich mir gerade folgende Frage:

    Wie trainierbar ist euer Rücken & Körper?

    (1) Gibt es eine "natürliche Grenze" / einen "Natürllichen Startpunkt" für euch, die sich durch kein Training / moderates Training nicht wesentlich verschiebt, schlicht weil es halt eure Grenze ist? Womöglich eine solche die eng mit dem eigenen Körpergewicht verbunden ist / mit dem "natürlichen" Körperzustand auf den man eh immer wieder zurückfällt wenn man doch mal faul ist und 4 Wochen nicht trainiert? Oder

    (2) Ist der Zustand, wie viel ihr tragen könnt, relativ variabel veränderbar, sprich z.B. 20kg möglich vs. nach 2 Monaten Training 25kg möglich?

    Gibt es womöglich neben den quantitativen Abstuftungen noch hinzukommende qualitative, sprich könnt ihr vielleicht mehr tragen, aber die Grenze, bei der ihr euch wohlfühlt, bleibt doch gleich?

    Dass jeder irgendwann eine genetische Grenze hat ist auch klar. Mein Startpunkt ist eher der untrainierte Körper und die Frage, wie viel man daran verändern kann mit moderatem Aufwand (OHNE zur Trainingsmaschine zu werden mit strengem Ernährungsplan, 5x Training, KFA reduzieren usw.). Ich habe in den letzten 3 Trekking Urlauben, jeweils ohne wirklich Training vorher, etwa 20-22kg bewältigen können. Jetzt frage ich mich, ob ich das auf sagen wir 25kg anheben kann.

    Würde mich über euren Input / Eure Gedanken freuen! Gerne auch Angaben zu mit / ohne Training oder Verhältnis Körpergewicht zu Tragegwicht.

    PS: Die Diskussion "Ultraleicht ist besser weil größere Distanz" mag ich hier nicht führen, es geht wirklich um eure Trainings-Erfahrungen.
    Geändert von Freedom33333 (29.07.2020 um 00:53 Uhr)

  2. Fuchs
    Avatar von Igelstroem
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    AW: Maximales Tragegewicht - trainierbar vs. natürliche Grenze?

    #2
    Ein paar begründete Mutmaßungen:

    OT: In jungen Jahren dürfte die Trainierbarkeit des maximalen Tragegewichts bzw. des Komfort-Tragegewichts erheblich sein. Ich leite das daraus ab, dass im militärischen Bereich gegen Ende des 20. Jahrhunderts die typischen Tragegewichte bis in den Bereich von 40 kg und mehr angestiegen sind, ohne dass man sagen könnte, die dafür verantwortlichen Armeen hätten nur noch genetische Kraftpakete rekrutiert.

    Man kann also, so die Hypothese, durchaus von 20 auf 30 kg trainieren, das müsste dann aber ziemlich kontinuierlich über Jahre und vermutlich mit dem Originalgewicht (dem Rucksack) als Trainingsgerät geschehen. Im hohen Gewichtsbereich jenseits von 30 kg würde ich zudem befürchten, dass sich die Genetik nicht nur an der maximal trainierbaren Last, sondern auch am früheren oder späteren Eintrittszeitpunkt irreversiblen Verschleißes bemerkbar macht.

    Du hast ja nicht so genau geschrieben, was und wie du trainierst. Meine zweite Mutmaßung ist, dass etwas mehr oder etwas weniger Disziplin beim landläufig üblichen unspezifischen Muskeltraining in der Tat nur einen Unterschied von 10 % beim Komfort-Tragegewicht bewirkt, also eine Differenz, die nicht größer ist als die zwischen einem geschickt und ungeschickt gepackten Rucksack.


    Ich habe das jetzt mal OT gesetzt, weil diese Frage mich selbst streng genommen nicht beschäftigt hat. In meinem Tragegewichtsbereich von 10 bis 13 kg hat sich der irgendwie schwankende Trainingszustand nicht signifikant bemerkbar gemacht. Ich neige nicht zu Rückenschmerzen, aber trotzdem liegt die Komfortgrenze bei meiner Trageweise (ohne Hüftgurt) ziemlich unveränderlich bei 11 kg, also 15 % des Körpergewichts. Bei einem Rucksack mit effektiv lastübertragendem Hüftgurt würde ich vielleicht 15 kg halbwegs bequem tragen können, das wären dann 20 % des Körpergewichts. Und, nicht unwichtig: Diese Grenzen ergeben sich bei mir, wenn ich das richtig sehe, weniger aus der Leistungsfähigkeit der trainierbaren Skelettmuskulatur als aus der gefühlten Kompression der Wirbelsäule, d.h. das Abwerfen des Rucksacks ist auch dann außerordentlich befreiend, wenn ich keine Schmerzen im engeren Sinne habe. Und jedenfalls würde ich im Bereich der Wirbelsäule in meinem Alter keine Grenzverschiebungsexperimente (durch systematisches Training mit höheren Tragegewichten) mehr durchführen.
    Lebe Deine Albträume und irre umher

  3. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von TanteElfriede
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    AW: Maximales Tragegewicht - trainierbar vs. natürliche Grenze?

    #3
    ...sicher kann das Muskelgerüst einiges tragen lernen... aber ich würde - auch wenn ich nicht UL bin - immer versuchen das Limit nicht zu pushen. Jedes Kilo weniger gibt Reserven in der Ausdauer.. auch trainiert.

  4. Vorstand
    Alter Hase
    Avatar von Mus
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    AW: Maximales Tragegewicht - trainierbar vs. natürliche Grenze?

    #4
    Die Grenze ist prinzipiell durch fehlendes Training verschiebbar. Hab ich in beide Richtungen ausprobiert, ohne jetzt genaue Gewichtsangaben nennen zu können.
    Je untrainierter man zu Beginn ist, um so mehr lässt sich mit ein bisschen Training machen. In den oberen Bereiche ändert es sich nur noch minimal und mit sehr viel Training. (Ist jetzt keine weltbewegende Erkenntnis, aber noch mal so der Vollständigkeit halber zu erwähnen.)

    Was ich noch bedenken würde: Manches was sich jetzt ganz O.K. anfühlt, kann trotzdem langfristig zu übermäßiger Abnutzung/Schäden führen. Die Rechnung kommt oft erst Jahre später.

    Ganz wichtig und oft übersehen: Für mehr Gewicht tragen können nicht nur die Rumpfmuskulatur trainieren. Wichtig sind auch die Muskelpartien, die Knöchel und Knie stützen und ganz, ganz wichtig: die Beckenbodenmuskulatur und zwar auch für Männer. (mehr zum Thema)

  5. Dauerbesucher

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    AW: Maximales Tragegewicht - trainierbar vs. natürliche Grenze?

    #5
    Rucksackgewicht bei der Reservistenskipat. ca 15 kg plus Ski.
    Normaler BW Rucksack für 3 Tage Biwak 15 kg plus Koppel, Waffe und Mun werden es leicht 30 kg. Spezialeinheiten auch mehr.

  6. Alter Hase

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    AW: Maximales Tragegewicht - trainierbar vs. natürliche Grenze?

    #6
    Selbst die Trapper im Wilden Westen waren so schlau, Packtiere zu nutzen. Der Rucksack macht ja vor allem da Sinn, wohin man mit Packtier nicht kommt.

    Wie schon viele schrieben. Man kann das machen, merkt nixt und die Rechnung kommt später.

    Das Tragen mag noch nicht mal das Problem sein. Aber. Hohes Gewicht kann schwer kontrollierbar sein, Fehltritte, Erschöpfung, Rucksack aufsetzen uvm kann sich negativ auswirken.

    Mein mir gesetztes Limit liegt bei um die 16kg. Hab kein Bock auf kaputte Gelenke und Knorpel.

  7. Dauerbesucher
    Avatar von blende8
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    AW: Maximales Tragegewicht - trainierbar vs. natürliche Grenze?

    #7
    Es gibt eine Faustregel für ein noch gut dauerhaft zu tragendes Rucksackgewicht:
    G = 1/4 * Körpergewicht

    Daraus könnte man ableiten, dass auch eine Erhöhung des Körpergewichts eine Erhöhung des Rucksackgewichts erlaubt.
    Das geht aber nur, wenn man auch entsprechend dem höheren Körpergewicht mehr Muskeln hat.
    Und bei zu hohem Körpergewicht funktioniert es dann irgendwann auch nicht mehr.
    Vermutlich ist das eine Art Glockenkurve und es gibt irgendwo ein optimales Körpergewicht für maximales Rucksackgewicht.

    Also These: Training hilft am besten mit Gewichtsaufbau. Bis zu einer gewissen Grenze.

    Dagegen spricht: Je leichter man ist, desto leichter fällt einem das wandern.
    Irgendwas ist immer ...

  8. Liebt das Forum
    Avatar von Becks
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    AW: Maximales Tragegewicht - trainierbar vs. natürliche Grenze?

    #8
    Die Faustregel ist imo sehr von der einzelnen Person abhängig, und da hilft wohl nur anzutesten, was geht. Neben dem eigentlichen Maximalgewicht ist das auch sehr vom Rucksack abhängig bzw dem, was das Tragesystem verkraftet. Leichtrucksäcke machen schon bei wenigen Kilogramm schlapp, Schwerlastrucksäcke wie die Expeditonsreihe von Gregory können mit 40kg und mehr beladen werden, ohne dass z.B. der Hüftgurt unter de Gewicht zusammenbricht.

    Und zur Faustformel selber: ich war mit 35kg Startgewicht auf dem GR20 unterwegs, bei 64 kg Eigengewicht. Das war Grenze, aber damit bin ich auch bis zu 8 Stunden quer durch die Pampa gewatschelt. Der Rucksack (ein Acadia von Gregory) war definitiv am Anschlag. Da reichte es, einen der Gurte nur etwas falsch anzuzurren, und schon hatte ich am Abend 2 DM-grosse Blasen auf den Hüftknochen.
    After much research, consideration, and experimentation, I have decided that adulthood is nothing for me. Thank you for the opportunity.

  9. Lebt im Forum
    Avatar von Pfad-Finder
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    AW: Maximales Tragegewicht - trainierbar vs. natürliche Grenze?

    #9
    Zitat Zitat von blende8 Beitrag anzeigen
    Es gibt eine Faustregel für ein noch gut dauerhaft zu tragendes Rucksackgewicht:
    G = 1/4 * Körpergewicht
    Dem würde ich aus eigener Empirie zustimmen.

    Also These: Training hilft am besten mit Gewichtsaufbau.
    Solange das Gewicht in Muskeln angelegt wird und nicht in Wampe!
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  10. Erfahren

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    AW: Maximales Tragegewicht - trainierbar vs. natürliche Grenze?

    #10
    Zitat Zitat von Freedom33333 Beitrag anzeigen
    Dass jeder irgendwann eine genetische Grenze hat ist auch klar. Mein Startpunkt ist eher der untrainierte Körper und die Frage, wie viel man daran verändern kann mit moderatem Aufwand (OHNE zur Trainingsmaschine zu werden mit strengem Ernährungsplan, 5x Training, KFA reduzieren usw.). Ich habe in den letzten 3 Trekking Urlauben, jeweils ohne wirklich Training vorher, etwa 20-22kg bewältigen können. Jetzt frage ich mich, ob ich das auf sagen wir 25kg anheben kann.
    Definiere moderater Aufwand.
    Ich bin ca. 3mal die Woche im Fitnessstudio und habe vor meiner Grönland Tour ca. 4 Monate lang mein Trainingsprogramm darauf umgestellt (Fokus auf Rumpf und Beine u.a. sowohl im Maximalkraft als auch Ausdauer Bereich. Dazu noch 1-2x pro Woche mit 25kg Rucksack eine 10-20km Tour gelaufen.

    Da habe ich schon eine deutliche Steigerung gemerkt (vorher 25kg schon eher obere Grenze danach 28kg noch halbwegs machbar) und hatte mit dem schweren Rucksack auch im schwirigen Gelände keine Probleme. Angenehm wird das mit dem Gewicht aber trotzdem nicht, von daher macht es parallel durchaus Sinn wo immer möglich Gewicht zu sparen

    Grönland war meine 2. Trecking Tour und dann gleich 16 Tage autark+ Angelausrüstung+Packraft als Startgewicht wenn ich das jetzt richtig im kopf habe irgendwas um 27 oder 28kg.

    Einige Wochen nach der Grönland tour war ich dann noch mit nem Kumpel in Schweden unterwegs, wieder mit ~25kg.
    Vor dem Training waren wir ungefähr gleichauf nach dem Training + der Grönland Tour bin ich ihm quasi davongelaufen.

    Ansonsten, KFA reduzieren musst du nicht solange der im normalen Bereich ist, die fettpolster sind eigentlich sogar ein sehr effizienter Energiespeicher für längere Touren, ein Muskelpaket mit niedrigem KFA müsste mehr essen mitschleppen.
    Ernährungsplan braucht man eigentlich auch nicht würde höchstens darauf achten das viel Eiweiß zugeführt wird.

  11. AW: Maximales Tragegewicht - trainierbar vs. natürliche Grenze?

    #11
    Eine entscheidende Frage für mich wäre, wozu du mehr schleppen möchtest. Wenn es z. B. darum geht, die Reichweite deiner Wandergemeinschaft zu erhöhen, indem du dein Tragegewicht steigerst, damit dein/e Wanderpartner/in mit geringer Reichweite/Tragefähigkeit weiter kommt und ihr so insgesamt fernere Ziele erreichen könnt, wäre das ein nachvollziehbarer Grund. Ich kann auch gut verstehen, wenn man gerne mehr Zeug mitschleppt, damit es abends im Camp komfortabel ist.

    Nur: Wenn der Spaß während der Wanderung eine größere Rolle spielen soll, wäre Gewichtsreduktion m. E. zweckmäßiger.

    Als limitierende Faktoren beim Wandern fallen mir spontan ein
    - Fehlende Kondition
    - Fehlende Kraft
    - Einschränkungen durch Vorerkrankungen
    - Belastungen durch mangelhafte Ausrüstung
    - Fehlender Wille

    Man kann nach meiner Erfahrung nahezu jeden Gesunden, Normalgewichtigen innerhalb von 2-3 Monaten da hin trainieren, mit 20 kg Gepäck oder mehr 10-15 km zu gehen. Das schließt aber auch hier nicht zwangsläufig Spaß mit ein.

    Da du bereits mit gut 20 kg unterwegs bist, sind Kondition/Kraft sicher kein Problem. Eine Steigerung von nur 10% sollte mit sehr geringem Aufwad kein Problem sein. Den Körper trainierst du tatsächlich am besten durch Wandern mit dem entsprechenden Gewicht, ansonsten hilft ganzheitliches Krafttraining auch mit. Für die Grundlagen gibt es hier ein Beispielprogramm: https://www.bundeswehr.de/resource/b...hlung-data.pdf

    ich würde sogar so weit gehen, dass eher der Kopf (Wille/Leidensfähigkeit) meistens das größte zu überwindende Hindernis ist, den kann man auch trainieren, noch viel mehr hilft aber ein guter Grund für die Belastung.

    Guter Tragekomfort spielt auch eine entscheidende Rolle, wichtig sind dabei ein möglichst bequemer bzw passender Rucksack und die richtigen Schuhe. Wenn du konkrete Beratung zu einem Kauf brauchst, solltest du dazu einen Thread aufmachen, ich denke, dass das Thema Maximalgewicht dann schnell in den Hintergrund tritt.

    OT: Militärisch geht der Trend für die Breite Masse der Soldaten übrigens inzwischen eher zu etwas höheren Gewichten bei kürzeren Strecken. Heute sind regelmäßig (Bw) Märsche von 6 km, 9 km oder 12 km mit 15 kg Rucksack zu erbringen, vor einigen Jahren waren noch 20 bzw 30 km bei 10 km üblich. Grund ist in erster Linie, dass besserer Schutz mit mehr Gewicht verbunden ist. Insofern ist der Trend auch nicht auf zivile Verhältnisse übertragbar

  12. Dauerbesucher
    Avatar von Intihuitana
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    AW: Maximales Tragegewicht - trainierbar vs. natürliche Grenze?

    #12
    Meiner Meinung nach geht mit dem richtigen Training da schon einiges im oberen Leistungsbereich.
    Allerdings ist da mit gemütlichem Wohlfühltraining nicht getan.
    Im Prinzip wäre ja Rucksacktragen das beste und spezifischste Training zum Rucksacktragen und wir alle kennen, das wie wir stärker werden auf Tour und die großen Rucksackgewichte einfacher zu stemmen sind, leider ist man ja nicht 365 Tage auf Tour und der Trainingseffekt nutzt sich schnell ab, wenn man nicht dagegen steuert.
    Also hilft nur im Alltag Krafttraining einzubauen.
    Im Prinzip fällt das Rucksacktragen am ehesten in den Bereich der Ausdauerkraft, das heißt das Übungen mit weniger Gewicht und sehr vielen Wiederholungen zu absolvieren sind, also z.B. 100 Kniebeuge mit 30 kg Langhantel, 50 Kreuzheben mit 40 kg. natürlich am Leistungsstand angepasst.

    Man sollte allerdings auch nicht die Maximalkraft vernachlässigen. Hohe Maximalkraft hilft einem an Stellen wo kurzfristig sehr viel Leistung verlangt ist und sorgt für die nötige Stabilität bei abrubten Bewegungsänderungen oder stabilisiert wenn man ausrutscht. Heißt 1-2 Wiederholungen bei dem maximal möglichen Gewicht.

    Und was immer wieder hilft ist am Wochenende Trainingstouren mit sehr hohem Gewicht im Rucksack zu machen.

    Ich habe als ich mit dem wandern anfing 18 kg als sehr anstrengend empfunden mitlerweile gehen auch 35+ kg im Bergregenwald, was ich als das schlimmste Gelände überhaupt bezeichnen würde.
    Ich habe natürlich den Umfang und die länge der Touren und somit das Rucksackgewicht über die Jahre gesteigert, aber wenn ich dazwischen nicht trainiert hätte, wäre diese Progression immer wieder eingebrochen.
    Tatsächlich hatte ich den größten Leistungssschub als ich mal ein halbes Jahr auf dem Bau gearbeitet habe, die Belastung und vor allem die Länge der Belastung dort kommt den Rucksacktouren noch am nächsten.
    Den Luxus habe ich zurzeit nicht, also muss ich halt trainieren.

    Am Ende ist halt die Frage, ob man sich das alles antun will nur für die nächste Tour, oder ob einem Krafttraining auch einfach so Spaß macht (Die Vorteile im Alltag mal ganz ausgelassen).
    Für moderate Touren mit moderatem Gewicht muss man das alles meiner Meinung nach alles nicht tun.
    Wenn man aus irgendeinem Grund aber vor hat aus irgendeinem Grund sehr große Rucksackgewichte zu tragen und man nicht gerade Gerüstbauer ist oder eine überlegene Genetik hat, ist es ratsam sich etwas vorzubereiten.
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  13. Erfahren

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    AW: Maximales Tragegewicht - trainierbar vs. natürliche Grenze?

    #13
    Ich danke euch, das sind ja schon mal ne Menge Meinungen - die sich natürlich auch unterscheiden ;).

    Da die Frage, aus welchen Gründen man mehr Gewicht mitschleppen will hier aufgekommen ist jetzt doch kurz dazu: (Nein ich bin kein Anfänger der unnötigen Krempel mitschleppt.) Aber es gibt eben doch einige Gründen, bei denen man - jenseits einer möglichst leichten Grund-Ausrüstung - ins Grübeln kommt ob es das Mehrgewicht wert ist. Nehme ich die Grödel mit, um im Zweifelfall den Berg bei Schnee besteigen zu können? Oder ärgere ich mich die ganze Tour, weil ich sie doch nicht gebraucht habe? Nehme ich die Foto-Ausrüstung mit, um nachts Fotos machen zu können von den Sternen / Nordlichtern? Nehme ich die Flasche Whisky mit, weil es eben doch irgendwo recht episch ist, mitten in den Highlands einen Schluck Whisky zu trinken. Nehme ich ein Boot mit, um auf einem See mitten in der Wildnis fahren zu könnnen / Will ich eine Tagestappe paddeln statt Trekken (2,5-3kg extra). Das ermöglicht völlig neue Arten von Trekking, aber es ist halt verdammt viel Gewicht.

    Und im Zweifelsfall lautet die Frage dann ja nicht: Trainieren und mitnehmen oder Trainieren und nicht mitnehmen - sondern nicht trainieren und nicht mitnehmen oder trainieren und mitnehmen.

    (1) Konkrete Tipps nehme ich auch noch gerne. Dass sich Trainingstouren mit dem Rucksack und 20kg Gepäck anbieten wäre jetzt so meine erste (und einzige) Idee gewesen. Packt ihr den dann voll mit normaler Ausrüstung oder mit nem Sack Sand / Wasserflaschen?

    (2) Es gibt doch unzählige Fittness-Apps für Training mit dem eigenen Körpergewicht zuhause, kannn da einer eine empfehlen? Taugt das was, nur mit dem eigenen Gewicht zu trainieren oder braucht man doch Gewichte?

    Fittnessstudio - ich glaube da muss man der Typ für sein. Ich lese nicht umsonst jeden Tag in sozialen Medien, dass jemand seinen Fittnessstudio-Vertrag loswerden will. Selbst bei einer Stunde Training bist du da halt doch immer recht schnell bei 2-3 Stunden mit An- und Abfahrt. Wenn du eh schon sehr wenig Freizeit hast, müsstest du dann deine gesamte Freizeit ins Fittness-Studio stecken. Ich will die Zeit aber lieber dafür nutzen, raus in die Natur zu gehen und nicht in einem stickigen Fittnesstudio umgeben von schwitzenden Menschen, die auf kleine Bildschirme starren, die ihnen simulieren, sie wären in der Natur.

  14. Alter Hase

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    AW: Maximales Tragegewicht - trainierbar vs. natürliche Grenze?

    #14
    Wasserflaschen im Rucksack.

    Das gleiche Gewicht im Rucksack auf dem Rücken wie unterwegs. Und dann wie unterwegs den ganzen Tag laufen und klettern. Dass man das mit Gerätetraining oder womit auch immer in einer Stunde Training simulieren kann, halte ich für ausgeschlossen.

  15. Erfahren

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    AW: Maximales Tragegewicht - trainierbar vs. natürliche Grenze?

    #15
    Zitat Zitat von Enja Beitrag anzeigen
    Wasserflaschen im Rucksack.

    Das gleiche Gewicht im Rucksack auf dem Rücken wie unterwegs. Und dann wie unterwegs den ganzen Tag laufen und klettern. Dass man das mit Gerätetraining oder womit auch immer in einer Stunde Training simulieren kann, halte ich für ausgeschlossen.
    Wasserflaschen im Rucksack mache ich genauso.

    Das zweite sehe ich komplett anders. Klar bringt das auch einen gewissen Trainingseffekt aber durch gezieltes Krafttraining lassen sich effizienter Ergebnisse erzielen.
    Nicht umsonst machen fast alle Spitzensportler ergänzendes Krafttraining und trainieren NICHT ausschließlich ihre Hauptdisziplin. Man muss hier zwischen Ausdauertraining und Maximalkrafttraining unterscheiden, ersteres geht tatsächlich gut mit dem Rucksack zweiteres eher weniger.

    Alleine von der verfügbaren Zeit her schafft es wohl auch kaum jemand 3x die Woche für 4h mit nem schweren Rucksack durch den Wald zu laufen.

    Körpergewichtstraining kann funktionieren das Problem ist wenn du das Zuhause machst das dir niemand sagt ob du die Übungen auch sauber ausführst. Und bei Körpergewichtsübungen ist es häufig auch schwierig die Intensität kontrolliert zu steigern.

    Wenn du tatsächlich nur mit Rucksack trainieren möchtest würde ich empfehlen diesen (mit langsamer Steigerung) schwerer zu beladen als bei deinen normalen Touren.

  16. Fuchs
    Avatar von Igelstroem
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    AW: Maximales Tragegewicht - trainierbar vs. natürliche Grenze?

    #16
    Zitat Zitat von Enja Beitrag anzeigen
    Wasserflaschen im Rucksack.
    Würde ich persönlich nicht machen, bzw. nur in Verbindung mit anderem Material, welches das Volumen ausfüllt. Für eine realistische Simulation kommt es nämlich auch darauf an, dass der Schwerpunkt und die Lastverteilung im Rucksack ähnlich ist wie bei der späteren tatsächlichen Ausrüstung. Ein zu tiefer Schwerpunkt kann sehr unangenehm sein. Ich selbst habe beim Probetragen zuhause schon mal Kurzhanteln eingepackt, aber es stellte sich heraus, dass das Tragegefühl bei gleichem Gewicht durchaus anders war als mit der gemischten Wanderausrüstung. Wenn man den Wanderrucksack hin und wieder für Baumarkttransporte verwendet, weiß man das sowieso.
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  17. Alter Hase

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    AW: Maximales Tragegewicht - trainierbar vs. natürliche Grenze?

    #17
    puuh, als kdg wäre ich jetzt nie auf die idee gekommen, rucksacktragen separat zu trainieren, kann ich nichts dazu sagen. habe ich viele jahrzehnt auch nicht gemacht, aber generell ist für die dauerhafte gesundheit und schmerzfreiheit ein bisschen krafttraining und auch dehnung, die auch die benachbarten muskeln bzw. die antagonisten mit bearbeitet, IMHO nicht verkehrt, da werden sich rucksacktragen und klettern nicht großartig unterscheiden. bei uns am land ist da die kostengünstigere und, wie ich finde, atmosphärisch angenehmere variante zum studio auch durch das angebot der heimischen sportvereine abgedeckt. dafür darf man dann halt mal einen kuchen backen oder ausschenken...

  18. Dauerbesucher

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    AW: Maximales Tragegewicht - trainierbar vs. natürliche Grenze?

    #18
    Zitat Zitat von Igelstroem Beitrag anzeigen
    Würde ich persönlich nicht machen, bzw. nur in Verbindung mit anderem Material, welches das Volumen ausfüllt. Für eine realistische Simulation kommt es nämlich auch darauf an, dass der Schwerpunkt und die Lastverteilung im Rucksack ähnlich ist wie bei der späteren tatsächlichen Ausrüstung. ....
    saehr richtig, ich würde mir eher 1 Sack Pellets aus dem Baumarkt holen (ca. 15 kg entspr. 24ltr Volumen), um das Gewicht zu simulieren. Und für den Schwerpunkt dann noch zusätzlich 2-5 Flaschen Wasser und leichtes Füllmaterial. um die passende Gewichtsverteilung zu erreichen.

  19. Dauerbesucher
    Avatar von Intihuitana
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    AW: Maximales Tragegewicht - trainierbar vs. natürliche Grenze?

    #19
    Zitat Zitat von Igelstroem Beitrag anzeigen
    Würde ich persönlich nicht machen, bzw. nur in Verbindung mit anderem Material, welches das Volumen ausfüllt. Für eine realistische Simulation kommt es nämlich auch darauf an, dass der Schwerpunkt und die Lastverteilung im Rucksack ähnlich ist wie bei der späteren tatsächlichen Ausrüstung. Ein zu tiefer Schwerpunkt kann sehr unangenehm sein. Ich selbst habe beim Probetragen zuhause schon mal Kurzhanteln eingepackt, aber es stellte sich heraus, dass das Tragegefühl bei gleichem Gewicht durchaus anders war als mit der gemischten Wanderausrüstung. Wenn man den Wanderrucksack hin und wieder für Baumarkttransporte verwendet, weiß man das sowieso.
    Ich nehme meist Hantelscheiben und stopfe mit Decken und dergleichen. Die Hantelscheiben tu ich in einen Packsack, damit sie sich nicht durch dass Geruckele auf dne Rucksackboden verabschieden.
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  20. Erfahren
    Avatar von mimi1
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    AW: Maximales Tragegewicht - trainierbar vs. natürliche Grenze?

    #20
    max. Tragegewicht - natürliche Grenze



    Mein max. Tragegewicht auf der Schulter lag bei 40kg und das bei gut 20 Höhenmeter, was ich in der Stunde gut 6 mal geschafft habe.

    Ich selbst selbst. Fliesenlegermeister in Berlin gut 52 Jahre alt und wiege 65 kg.
    Die 40 kg waren ein Sack Beton den ich in vielen fällen über viele, viele, Jahre in die Wohnungen die ich saniert habe hochgewuchtet hatte. Also Alltag für mich, und somit natürlich gewachsene Leistungsfähigkeit.

    Ich war vor gut 14 Tagen das erste mal mit meiner Frau auf einer Mehrtagestour, meine Frau war schon viele male allein unterwegs.

    Wir waren auf Island und haben den Laugavegur gemacht, mein Rucksack hat inclusive. Essen für 6 Tage, Zelt, Gas ...usw. am Anfang gut 18kg gewogen, was kein Problem war. Aber noch 2-3 kg mehr für pipifax wie eine Kamera oder Grödel kämen mir nicht in den Sinn.


    Versteh ich nicht, wahrscheinlich bin ich dafür zu Alt.

    Ansonsten einfach regelmäßig den Einkauf zu Fuß nach Hause tragen, und kein Fahrstuhl benutzen, bring mehr als die Muckibude.



    Mirko

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