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    Alter Hase
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    [DE] Rheinsteig - Koblenz Bad Honnef - Auf und Ab Edition

    #1
    Mitreisende: TanteElfriede
    Rheinsteig 2020 - nix 4 Daagse (Corona sei Dank)


    Vorgeplänkel
    Lars hatte die Idee ein wenig Strecken Scouting für den Kobolt zu machen und ich fand die Idee super. Nicht das ich auf die Idee käme den Kobolt zu laufen. Nein, Rheinsteig klang lustig. Also mal die Sachen gecheckt. Noch fix einen Jetboil gekauft, damit das Wasser fix fertig ist. Und dann war es auch wieder vergessen. Der Plan stand. Allein die Ausführung sollte erst im Juli beginnen.
    Anreise
    Da die Strecke doch lang ist habe ich noch den Einkauf einer Kamera und den Besuch einer Freundin eingebaut um dann die Nacht vor dem Start in Koblenz im Auto zu pennen. Da in Koblenz die Plätze ohne Gebühr rar sind hatte ich im Netz geschaut und auch was gefunden. Da war leider ein Bahnstrecke mit Wartungsarbeiten, so dass in der Nacht alle ca. 15 min der Hornalarm für die Arbeiter ertönte und nicht nur diese warnte, sondern auch mich weckte. Nicht sehr gut für die anstehende Wanderung.
    Tag 1
    Aus dem Auto, Wander Sachen anziehe, Rucksack hoch und den 1km zum Bahnhof. Dort warten auf Lars. Dieser kommt kurz vor 10:00 aus Köln mit dem Zug. Dann Rucksack auf und Wanderung zum Deutschen Eck.



    Etwas Tourismus muss sein. Die ersten 1.8km gemeinsam sind im Kasten. Dort in die Seilbahn und rüber über den Bach. Kurz auf den Aussichtspunkt gestiegen und dann konnte es wirklich los gehen. Für heute waren „nur“ 20km geplant. Mit Futter und Biwaksack und alle dem anderen Kram war ich bei 22kg. Schon schwer.







    Die Weiße Welle (der Rhein) auf blauem Grund sollte das Zeichen sein, welchem es zu folgen galt. Das war auch kein Problem. Wirklich in 95% der Fälle sehr gut ausgeschildert. Aber es gibt Unterschiede. Das nehme mal vorweg. Da es durchaus verwirrend war. Jeder Abschnitt wird von einem Wegepaten betreut. Die ersten Tage waren die Paten sich einig: Pfeil rechts bedeutet hier rechts. Dann irgendwann haben wir bei so einem Pfeil immer den Weg gesucht. War keiner. Nein, wir waren jetzt im Abschnitt, wo die Paten ca. 30-50 Meter vor dem Abzweig bereits einen „gleich Rechts“ anbrachten bevor dann etwas später der „jetzt aber wirklich“ Hinweis kam. Das ist verwirrend, weil eben nicht einheitlich. Findet man aber raus.

    Ok, wir waren auf dem Steig. Rauf und runter war auch sofort das Thema. Belag war mal Asphalt, mal Waldautobahn, mal single Trail. Schön. So darf das sein mit der Abwechselung.
    Römer, altes Römerzeug gab es auch immer wieder.
    Die Nacht nahmen wir an einer Hütte mit dem Namen Bismarkhöhe zu uns. Nicht in der Hütte. Dazu war dort die Dorfjugend zu oft mit Ihrem Dreck zu Gast. Nein, ein paar Meter abseits im zarten Laub-Blatt-Bett. Fein. Ruhig und gemütlich.







    Tag2
    Jetgeboilter Kaffe an Tütenporidge mit zarten Sonnenstrahlen. Das war das Frühstück. Und schon ging es weiter. Streckenmässig ein ähnlicher Mix. Also soweit nix neues. Auf diesem Abschnitt hinter Sayn waren wir dann aber doch recht weit weg vom Bach. Der Steig vermeidet die Wohnansammlungen und geht weit im Hinterland herum bevor er bei Leutesdorf wieder auf den Bach trifft. Wir steigen also Rheinfern durch Wald und Wiesen. Auch fein.


    Auf dieser Ettape treffen wir noch kurz Daniela und Tanja. Die erstere ist selbst Steig Patin für den Abschnitt, den wir gemeinsam gehen und so loben wir die Auszeichnung natürlich ständig. Wurde allerdings auch eingefordert das Lob. War ein netter Besuch, der in einem 22kg Rucksack-omg-test endet. Auch ich empfinde den Rucksack als zu schwer. Als ich dann noch die Stiefel hinten anbinden muss, weil diese dann doch in den bergab Passagen arg schmerzen wird es noch schwerer. Ich laufe jetzt in den alten Trailrunnern, die eigentlich für den entspannten Abendfuß gedacht waren. Da ich so bepackt eine arge Bremse bin, beschließe ich am nächsten Morgen in Leutesdorf einzufallen und ein Paket zu packen.
    Womit wir bei der Nacht wären. An einer Hütte kochen wir und wollen auch bleiben. Aber die Hunde aus dem nahen Tierheim sind laut. Also ein Stück weiter. Auch fein. Nach ein wenig weiterem Scouting wird dann aber erst der Dritte Platz für die Nacht gewählt. Wiesenrand mit Ausblick.








    Tag 3
    Jetgeboilter Kaffe ohne Tütenporidge mit bewölktem Himmel. Und danach Abstieg zum DHL Büro im Rewe. Öffnung um 8:00. Das passt. Aber Entäuschung. Nur Retouren Annahme. Also Frühstück 2 bei Rewe im Backshop und warten auf den absoluten NoGo Versandservice Namens Hermes. Leider der einzige sonst dort der Fußläufig zu erreichen ist und dann um 9:00 öffnet. Dort fix das Paket abgegeben und mental den Stiefeln für immer Lebwohl gesagt (Anm.: wider erwarten hat es das Paket zu mir nach Hause geschafft. Wunder gibt es eben doch)
    Dann wieder anstieg zurück auf den Stieg. Hoch und runter. Breit und schmal. Wie immer? Nein. Neue Variante wir dringen ein in aktive und ehemalige Weinberge und die Stellen werden steiler. Einige Abschnitte sind schon fast quasi Alpin. Also so ungefähr. Ein bisschen. Das dargereichte Sicherungsseil jedenfalls wurde genutzt. Von uns Beiden. War also nicht nur die Opa Memme (ich) sondern auch der Jungspund (Lars) der da meinte ein wenig halt darf sein.








    Keine wahren Orte für Wasser und Co. Murks. Also das einzige was einem Laden bzw. Ausschank nahe kam genommen. Ein Weingut. Bestimmt haben die guten Wein. Wir aber soffen Wasser und Apfelsaft und füllten die Flaschen für die Nacht.
    Hoch und dort pennen. Ach hier doch nicht. Weiter dort die Hütte. Ja bis da noch. Ach so hübsch auch nicht. Da hinten vielleicht. Ja. Hier geht. Gekocht. Gegessen. Förster. Gespräch. Frage: Wo wollt Ihr schlafen. Wir: Gern hier. Ne, dass geht nicht. Aber ein Stück weiter unten. Da geht es. Also geraffel gepackt, Höhe verloren und Hütte gefunden. Schöner Platz. Aber tief im Rheintal. Bundesstraße. Bahn. Schiffe. Drei Quellen der Akustischen Folter. Die Nacht war mies. Wie mag man dort nur wohnen. Die müssen alle taub sein. Sonst geht das nicht.


    Tag 4
    Jetgeboilter Kaffe harten Sonnenstrahlen. Es dürfte erneut warm werden. Weinberge bleiben zusammen mit Wald und Wiese der bestimmte Faktor. Aber es gibt auch herrliche Hohlwege. Ich nasche Pflaumen. Nicht reif, aber greifbar. Dito Äpfel. Und Himbeeren. Die Natur hat mehr Filialen als die Handelsketten.








    Durch die Gepäck Reduktion an Tag 3 am morgen läuft das laufen ganz gut. War der erste Tag mit 22 km kurz. Der zweite mit 25km etwas länger, so war der Dritte mit über 30km und über 1000Hm Anstieg schon ordentlich.
    Dieser 4te wurde noch länger und noch höher. Den erneut erwies sich der nach Aktenlage gewählte Nachplatz als Griff ins Klo. Weiter unten als gedacht. Feucht. Mücken Paradies. Ne, ne. Das ginge zwar aber muss nicht sein. Und da noch was ging, also von den Kräften her, gingen die berucksackten Körper noch was. Und zwar hoch. Nur hoch. Weit hoch. Das war ein kräftezerender Tagesabschluss. Das Auge Gottes war das Ziel. Oben. Lange Steigung. Am Ende waren es über 32km mit über 1100hm. Nun ja, aber da war jetzt schön. Dachten wir.
    Die Nacht Biwaksack auf Laub. Und dann eine lärmende Supernova. Was war das? Hm. Am wahrscheinlichsten war eine Harvester der in der Nacht verlegt wurde. Aus dem Sack sah man nur das Führerhaus mit Rundum-Mega-Licht. Und man hörte den hydraulischen Radantrieb. OK. Jetzt schlafen. Aber nur bis zum eintreffen des Geländewagens vom Förster. Er hielt. Sah uns nicht. Beobachtete ein wenig. Startete den Diesel und fuhr weiter. Tja. Erneut eine Nacht mit den Tücken der Technik arg schlaf verkürzt.
    Tag 5
    Abstieg zur Bahn in Bad Honnef. Wenig km. Fix erledigt. Kaffee am Kiosk. Tolle Tour gern wieder. Der eine nach Köln, der andere nach Koblenz zum Auto. Koblenz Stadtmitte wäre fein. Im Zug der Hinweis, hier umsteigen für KoblenzStadtmitte. Zug vom gleichen Gleis. 5Min Verspätung. Also aussteigen (Umitz Rheinbrücke). Warten. Kein Zug. Die Gleis gegenüber: Der Zug ist durch. Aha. Nächster laut Plan in einer Stunde. Die Bahn weiß wie man Fahrgäste glücklich macht.
    Also Googlemaps. Ah, mit fixem Schritt könnte ich einen Bahnhof Mühlheim erreichen und von dort. OK. Gibt Gummi alter Körper. Geschafft.







    Dann zum Auto etwas Deo auf den Körper und dann die nervige Fahrt nach Hamburg.
    Fazit:
    Tolle Strecke. Netter Bach. Tolle Gesellschaft (Lars, Daniela und Tanja), wenig Ruhe in der Nacht.
    Geändert von TanteElfriede (27.07.2020 um 07:29 Uhr)

  2. Dauerbesucher

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    AW: Rheinsteig - Koblenz Bad Honef - Auf und Ab Edition

    #2
    Super. Warum ist am Rhein so schön.
    Darum. Danke

  3. AW: Rheinsteig - Koblenz Bad Honef - Auf und Ab Edition

    #3
    Erstaunlich, ihr habt die "falsche" Richtung gewählt. Ab Koblenz nehmen 9 von 10 die andere Richtung: Nach Süden, zur Marksburg, die Feindlichen Brüder, Loreley, Kaub usw. Die sogenannten "Königsetappen". Trotzdem schön. So rum, seid ihr vor meiner Haustür rumgestolpert.

    Auf halber Höhe pennen ist nix. Ganz unten oder ganz oben im Wald sind die Züge leiser - habe ich mir sagen lassen.
    Geändert von Werner Hohn (25.07.2020 um 22:06 Uhr)
    .

  4. Moderator
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    AW: Rheinsteig - Koblenz Bad Honnef - Auf und Ab Edition

    #4
    Lars will ja im Herbst die Strecke non stop laufen (KoBolT)... da war das Wanderung und Strecken Beobachtung in einem. Und da ich noch nicht da unten war, war es egal wie rum. Neu war es eh und hübsch ja auch.

  5. Fuchs
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    AW: [DE] Rheinsteig - Koblenz Bad Honnef - Auf und Ab Edition

    #5
    Sehr schön! Gefällt mir! Vielen Dank, dass ihr uns habt teilhaben lassen! Den Rhein kenne ich ja schon vom Fahrrad her. Aber da oben war ich noch nicht! Das sieht mir so aus, als könnte mich das auch mal interessieren.

    BtW: Die Bilder 8 und 12 sehen schon sehr ähnlich aus! War der Ausblick so gleich oder sind da ein paar Bilder verrutscht?

  6. Moderator
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    AW: [DE] Rheinsteig - Koblenz Bad Honnef - Auf und Ab Edition

    #6
    ...Danke für den Bilderfehlerhinweis!

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