Ergebnis 1 bis 10 von 10
  1. Dauerbesucher
    Avatar von Intihuitana
    Dabei seit
    19.06.2014
    Beiträge
    909

    Lundhags im Regenwald ?

    #1
    Das Thema Regenwaldschuhe, ist eines welches bisher kaum ausgeschöpft ist. Ist ja auch der Markt für Regenwaldtourer, ein recht überschaubar.
    Ja es heißt immer, Gummistiefel seien das Nonplus Ultra für Touren im Regenwald, schließlich benutzen es die Einheimischen auch. Allerdings ist dieses Argument nicht ganz durchdacht. Die Einheimischen in diesen Ländern nutzen das was möglichst günstig und funktional ist, das muss aber nicht das Bestmögliche sein.
    Gummistiefel haben tatsächlich viele Vorteile bei Touren im Dschungel, wie etwa die absolute Wasserfestigkeit, den Schlangenschutz, eine Sohle die nicht rutscht und die Robustheit.
    Allerdings haben sie auch einige Nachteile. Es bieten keinerlei Stütze für den Knöchel und die Sohle ist nicht darauf ausgelegt lange Strecken mit extrem hohen Rucksackgewichten durch schweres Gelände zu gehen. Der Fuß schwitzt sehr stark, also hat man praktisch auch dann nasse Füße wenn man mal in einer trockeneren Ecke unterwegs ist. Ausserdem laufen die Stiefel mit Wasser voll, wenn man durch Bäche waten muss, die höher als die Gummistiefel sind. Dieses kommt natürlich nicht mehr heraus und man ist dauernd damit beschäftigt seine Stiefel auszuschütten.

    Die klassischen Jungleboots sind meist militärischer Art, inspiriert von den Modellen aus dem Vietnamkrieg, nutzen Gummisohlen und Cordura und setzen eher darauf, dass das Wasser schnell aus dem Schuh kommt.

    Durch lesen hier im Forum und die vielen Skandinavienthemen bin ich natürlich auch auf die beliebten Fjällschuhe der Marke Lundhags aufmerksam geworden.
    Dieses Konzept aus Gummistiefel im unteren Teil und Wanderschuh am Schaft fand ich sehr interessant und ist für die kalt-nassen Bedingungen im Fjäll, Taiga und Sümpfen konzipiert.
    Ich habe mich gefragt, ob die Eigenschaften, die diese Schuhe für das Fjäll so geignet machen, nicht vielleicht auch im Dschungel von nutzen wären.
    Vor allem wenn die fraglichen Schuhe nicht nur im Tieflandregenwald genutzt werden würden, sondern auch auf nasskaltem, über 3500 m. liegendem Elfenwald, Paramosumpfland und Gebirge, was den Bedingungen im hohen Norden meiner Meinung doch recht nahe kommt.

    Ein kritischer Punkt wäre das Leder. Es heißt ja Leder geht in Windeseile unter tropischen Bedingungen zu Grunde, aber das ist meiner Meinung nach übertrieben. Wenn man das Leder regelmäßig mit Wachs pflegt ist das kein Problem. Wenn man vorhaben würde sich dort niederzulassen, dann würden Leder wohl kein all zu langes Leben haben.
    Wichtig wäre es hierbei zu wissen, wie schnell die Schuhe wieder halbwegs trocken sind und steht das Wasser dann in diesen paar cm. Gummimaterial wo es nicht mehr herauskann, oder wird es durch die Gehbewegung nach oben ins Leder und dann raus gedrückt?
    Der Forest II ist ja nur einlagig, aber wie sieht es mit der Stabilität für die Knöchel aus?
    Auf der anderen Seite sieht etwa der Professional II High stabiler aus, ist allerdings auch dreilagig, was bedeutet, dass er auch deutlich länger zum trocknen brauchen würde.
    Wie verhalten sich die Sohlen auf sehr nassem glitschigem Gestein und auch beim waten und laufen durch Flüsse?

    Mich würde interessieren, was Lundhagsnutzer zu der Idee sagen und wie sie das einschätzen würden.
    Russian Roulette is not the same without a gun. - Lady Gaga

  2. Dauerbesucher
    Avatar von Zz
    Dabei seit
    14.01.2010
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    742

    AW: Lundhags im Regenwald ?

    #2
    Hallo Intihuitana,
    als ich neulich den Tisch gebaut habe, habe ich mir gleichzeitig ein längeres Interview mit Rüdiger Nehberg angehört. Ich meine mich zu erinnern, daß er Flip Flop empfahl, auch für den Regenwald. Aber das nur anbei.
    Ich bin, für Lappland allerdings, auch vom klassischen Gummistiefel zu den Lundhags gekommen. Das mit dem Trocknen betrifft eher den Lederschaft und vor allem die Zunge / Lasche. Letztere trocknet bei meinen Lundhags nicht so gut, aber gut, das ist dann halt mal so. Prinzipiell bin ich sehr zufrieden mit dem Stiefel.
    Das untere Gummiteil muß ja nicht wirklich trocknen (eventuell aber die Innensohle / -einlage), falls viel Wasser drinnen steht, dann einfach auskippen und möglichst trocken wischen. Ansonsten immer wieder mal die Socken wechseln, um die Restfeuchte heraus zu bekommen. Aber Achtung, man schwitzt in Lundhags reichlich, nicht unähnlich einem Gummistiefel. Also man muß auch ohne Wasser im Stiefel möglichst oft die Socken wechseln.
    Gruß
    Z

  3. Dauerbesucher

    Dabei seit
    24.04.2016
    Beiträge
    828

    AW: Lundhags im Regenwald ?

    #3
    Auch ich erinnere mich an die Aussage Flip Flops.
    Lundhags bekommst du in den Tropen nicht trocken. Das Prinzip Lundhags besteht aus Stiefel, Einlegesohle und nach Gusto kombinierten Socken. Ich nutze 2 PaarWollsocken und gelegentlich einen liner. Wollsocken sind unter feuchten Bedingungen schwer zu trocknen.
    Gummistiefel kann man auch mit Fusslappen tragen. Die trocknen schneller. Die letzten dieser Art habe ich vor 30 Jahren in NVA Beständen vgesehen.
    Wichtig ist das deine Füße regelmäßig trocken werden.

  4. Dauerbesucher
    Avatar von Intihuitana
    Dabei seit
    19.06.2014
    Beiträge
    909

    AW: Lundhags im Regenwald ?

    #4
    Also die Sache mit den Flip Flops kann getrost man vergessen.
    Das ist eine Sache die man machen, wenn man im Tiefland in erster Linie mit dem Boot auf großen breiten Strömen unterwegs ist und keine weiten Strecken zurücklegt und wo die Bodenvegetation sehr spärlich vorhanden ist.
    Aber sobald ein Hang dazu kommt, ist es eine ganz andere Hausnummer.
    Aber würdet ihr mit Flipflops und 30+ kg. auf dem Rücken, weglos durch sowas laufen ?





    Mir ist schon klar, dass man die Lundhags nicht mehr wirklich trocken kriegen würde.
    Wobei, wenn man an einem Fluss lagert und die tropische Mittagssonne auf die zu trocknende Kleidung scheint, kriegt man schon so einiges trocken. Wirklich schwierig wird es dann in den nasskalten Hochlagen.
    Aber ist das denn bei so einer Nordlandtour anders? Da würden die Schuhe doch auch nicht mehr durchtrocknen.
    Das Prinzip mit dem stetigen Sockenwechsel ist ja letzlich auch das, was man im Regenwald benutzt.

    Theoretisch könnte man ja jeden Wanderschuh nehmen, aber was mich bei den Lundhags am meisten interessiert, ist dass man sich um Hydrolyse keine Sorgen machen muss.
    Bei einem gewöhnlichen Wanderschuh, sehe ich die Gefahr zu groß.
    Russian Roulette is not the same without a gun. - Lady Gaga

  5. Erfahren
    Avatar von wernerx
    Dabei seit
    15.04.2011
    Ort
    Oberpfalz/Bayern
    Beiträge
    112

    AW: Lundhags im Regenwald ?

    #5
    Meine Regenwalderfahrung ist dass man mit einer Kombination aus Gummistiefeln, Trekkingsandalen und Trailrunning Schuhen (oder anderen flachen "Turnschuhen" die möglichst wenig Feuchtigkeit saugendes Material verarbeitet haben) am besten fährt wenn man je nach Gelände die Schuhe umziehen kann. Damit deckt man alles Wesentliche ab.

  6. Alter Hase

    Dabei seit
    18.08.2006
    Beiträge
    3.119

    AW: Lundhags im Regenwald ?

    #6
    Ich gehöre zur Rüdiger-Nehberg-Flip Flops-Generation. Tatsächlich lief in den 70- und 80ern ganz Afrika in Flip Flops. Egal wo. In Wüste, Savanne und Regenwald. Heute bevorzuge ich meine Wanderstiefel. Wenn die Schuhe nicht mehr trocken werden, helfen mir meine Sealskinz.

  7. AW: Lundhags im Regenwald ?

    #7
    funktionieren gut :

    lalo tactical-boots

    mr

  8. AW: Lundhags im Regenwald ?

    #8
    @mr: Thema verfehlt: Setzen.

    Die einlagigen Lundhags haben eine recht geringe (bis keine ) Steifigkeit am Knöchel, die ist in ihrem angestammten Einsatzgebiet auch nicht wirklich nötig. Aber man kann sie durchaus auch mit schwerem Rucksack in anspruchsvollerem Gelände einsetzen.
    Nach meinem Gefühl (!) arbeitet man einen Teil des eingedrungenen Wassers nach einer missglückten Flussquerung (Oder Sumpfabtauchaktion ) beim weiteren laufen durch die Socken nach oben so dass es sich nach und nach in die Umgebung verabschiedet. Ich hatte zumindest das Gefühl dass meine Socken und Schuhe am Ende solcher Tage meist trockener waren als direkt nach der Sockenausdrehaktion die auf das Missgeschick folgte - und das auch an Regentagen. Von daher: Es könnte (!) funktionieren.

    Gruss
    Henning
    Es gibt kein schlechtes Wetter,
    nur unpassende Kleidung.

  9. Dauerbesucher

    Dabei seit
    24.04.2016
    Beiträge
    828

    AW: Lundhags im Regenwald ?

    #9
    30 kg Gepäck passen nicht in das Bild Nehberg. Flip Flops und Regenwald schon. Frag doch in seinem Buch zum Thema😉.
    Die Luftfeuchtigkeit im tropischen Regenwals ist höher wie im fjäll, es gibt weniger Wind und der sonnige Bach nicht gesetzt.

  10. Dauerbesucher

    Dabei seit
    27.04.2004
    Ort
    Baden Württemberg
    Beiträge
    689

    AW: Lundhags im Regenwald ?

    #10
    als ich vor jahren mal im regenwald war, liefen die indios mit fussballschuhen. guter halt im matschboden.
    wandersandalen wären besser als flip flops, aber die meisten haben einfach zuviel stoff unter den riemen, das trocknet nicht. ich hatte mal geniale wandersandalen aus evazote, wie crocs, aber in der form von keen wandersandalen. hielten super am fuss, ich war damit auf 1500m berggipfeln. laufleistung auch über 800km bis loch in der sohle, aber das modell gibts leider nicht mehr. hatte so spass damit auf tour, rein in jeden bach auf der wanderung zum abkühlen, sofort wieder trocken.
    würde ich demnächst in den regenwald, würde ich mir solche holen:
    https://www.real.de/product/336296046/
    ja genau, das golfmodell! weiss zwar nicht, ob die spitzen eine wanderung wie deine lange durchhalten, aber damit müsste man (anfangs zumindest?) ein gutes profil für den matsch haben.

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)