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  1. Fuchs
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    [DE] Schwarzwald zum Abgewöhnen

    #1
    Mitreisende: Igelstroem
    Dies ist ein Bericht über den geografisch ersten (südlichsten) Teilabschnitt meiner Deutschland-diagonal-Route. Die Wanderung beginnt in Bad Säckingen am Rhein und sollte theoretisch durch Schwarzwald und Kraichgau nach Neckarsteinach am Südrand des Odenwalds führen. Vorgenommen hatte ich mir, im Juni 2019 zumindest den Schwarzwald hinter mich zu bringen, tatsächlich habe ich es aber nur bis Forbach geschafft, weil ich unterwegs zwei Tage durch eine Magen-Darm-Infektion verloren habe.

    Die Route durch den Schwarzwald trägt der Tatsache Rechnung, dass ich den Westweg bereits 2013 zu großen Teilen gewandert bin; also habe ich jetzt einen Verlauf gewählt, der sich eher am Mittelweg orientiert, aber auch gelegentlich von ihm abweicht. Näheren Betrachtungen dieser Frage, welche Farbe die Raute nun gerade hat, der ich folge, entziehe ich mich jetzt mal, indem ich jeweils komoot-Links für die einzelnen Tagesetappen poste. Es handelt sich da nicht um elektronisch aufgezeichnete, sondern um nachträglich erstellte Tracks. Unterwegs habe ich verschiedene Papierkarten verwendet, deren Qualität sich bekanntlich eher auf dem absteigenden Ast befindet. Soweit es möglich war, habe ich ältere Auflagen verwendet, aber insgesamt lässt sich jetzt schon nicht mehr vollständig nachvollziehen, welche Karte ich auf welcher Etappe bei mir hatte. Darüber werde ich mich jetzt also nicht weiter verbreiten; es fiel nur eben auf, dass ich mich hin und wieder wegen unvollständiger oder falscher Darstellung des Wegenetzes verlaufen habe, und zwar eher anhand neuerer als anhand älterer Karten.


    Etappe 1 (1. Juni 2019)
    7,5 km

    Route in komoot:
    https://www.komoot.de/tour/204372691




    Ich starte also am frühen Nachmittag des 1. Juni 2019 bei sonnigem Wetter in Bad Säckingen und bekomme gleich in einem Laden gegenüber dem Bahnhof den Ratschlag, heute noch zur Ruine Wieladingen zu laufen. Das war nicht ganz mein Plan, aber es liegt doch in meiner Richtung und ist auch gut heute zu erreichen. Bloß eben mit einigen Höhenmetern.



    Ausrüstung


    Weg (nach dem ersten Aufstieg durch den Wald)


    Unterwegs leiste ich mir im einzigen Dorf dieser Etappe den Luxus, mich privat zu einem Bier einladen zu lassen; das dauert eine Weile und ist mit Gespräch verbunden, und hinterher bin ich dann leicht angesäuselt für eine Weile. Eine Novität beim Wandern und überhaupt auch nur deshalb akzeptabel, weil ich ja nur noch wenig vor mir habe.

    Die Ruine Wieladingen liegt etwas halsbrecherisch auf einem sehr schmalen Felsrücken und man hat angeblich einen Blick auf die Alpen, wenn man richtig guckt.











    Oben auf dem Turm


    Im Zuge des Abendprogramms folgt noch eine Unterhaltung über Ausrüstungsfragen, denn ich begegne einem anderen Wanderer, der mit Hund und Hängematte in Gegenrichtung unterwegs ist. Als ich am nächsten Morgen aufstehe, ist er schon weg.




    Etappe 2 (2. Juni 2019)
    24,1 km

    Route in komoot:
    https://www.komoot.de/tour/204373768


    Am zweiten Tag folge ich zuerst eine ganze Weile dem schattigen Murgtal, steige dann bei Hottingen nach Osten heraus – vielleicht bin ich am Rande dieses Ortes eingekehrt, aber es gibt kein Bild davon, und auch sonst habe ich einige Erinnerungslücken, was diese Etappe angeht. Lange geht der Weg über mehr oder weniger bewaldete Hochflächen, und es ist sehr sonnig.









    Jedenfalls finde ich mich abends an der Engländerhütte bei Ibach ein. Als ich nach dem abendlichen »Spatengang ohne Spaten« aus dem Wald zurückkomme, schießt in der Dämmerung sozusagen mit einem Knall ein Tier durch die Hütte, das da eigentlich nicht sein sollte, aber es ist so schnell, dass ich es nicht erkenne. Schreck in der Abendstunde, blöder Einklang mit der Natur. Man ist eben nie allein.



    Ausblick am Abend




    Etappe 3 (3. Juni 2019)
    17,2 km

    Route in komoot:
    https://www.komoot.de/tour/204374756



    Engländerhütte


    Das Etappenziel ist heute der Schluchsee, und der Weg führt über St. Blasien.



    St. Blasien: Dom mit Betonkuppel


    Ich halte mich eine Weile in der Stadt auf, nicht nur zum Essen und Kaffeetrinken, sondern auch deshalb, weil es am Himmel ein bisschen nach Gewitter aussieht. Nachdem sich das aber in eine andere Richtung bewegt, mache ich mich doch auf den Weg – einigermaßen zügig, weil ich mich in Schluchsee mit meinem Bruder zum Abendessen verabredet habe und also gewissermaßen seinen Zug erreichen will.

    Wir essen also zu Abend, inklusive Eis, und da dies nun die dritte Gaststätte heute ist und ich außerdem zu Beginn der Etappe ungefiltertes Wasser aus einem Waldbächle getrunken habe, bleibt die genaue Herkunft meiner Infektion später unklar.



    Abend am Schluchsee


    Jedenfalls fährt mein Bruder nach dem Essen nach Freiburg zurück und ich begebe mich zu einer Schutzhütte, wo dann während der Abendroutine das gastroenterinale Desaster beginnt. Aus der Kita-Zeit weiß man ja, dass man bei den damit verbundenen Ausscheidungsvorgängen am besten proaktiv vorgeht, um den Infektionsverlauf etwas zu verkürzen. Das funktioniert auch so weit, d.h. nach vier Stunden und zehn K-u.-K.-Zyklen, etwa um zwei Uhr nachts, bin ich vollkommen entleert, die Symptome lassen nach und ich kann wieder winzige Wassermengen trinken. Danach schlafe ich noch etwas.



    Schutzhütte bei Schluchsee


    Am nächsten Morgen gehe ich in den Ort, kaufe ein bisschen ein, aber der Versuch loszuwandern scheitert bald an Schwäche und Müdigkeit. Ich dämmere am Ortsausgang ein bisschen auf der Isomatte, viel zu steil der Berg, das Wetter ohnehin zu heiß, daher melde ich mich schließlich bei meinem Bruder in Freiburg zum Pausentag an.
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  2. Dauerbesucher

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    AW: [DE] Schwarzwald zum Abgewöhnen

    #2
    Das „Schlumpfblaue“ UN Barett ist schon selten im Schwarzwald 😉.
    Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an Deine Formulierung „Ästhetik der Uniform“. Sachen gibt es.

  3. Fuchs
    Avatar von Igelstroem
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    AW: [DE] Schwarzwald zum Abgewöhnen

    #3
    Zitat Zitat von Bulli53 Beitrag anzeigen
    Das „Schlumpfblaue“ UN Barett ist schon selten im Schwarzwald .
    Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an Deine Formulierung „Ästhetik der Uniform“. Sachen gibt es.
    3F-Tropentarn und schlumpfblaue Augen. Das passt schon.
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  4. Gerne im Forum

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    AW: [DE] Schwarzwald zum Abgewöhnen

    #4
    Ich freue mich auf Fortsetzungen!
    Und bin gespannt, was der Schwarzwald 'zum Abgewöhnen' tut....

  5. Erfahren

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    AW: [DE] Schwarzwald zum Abgewöhnen

    #5
    Oh schön, ein Diagonal-Bericht, ich freue mich schon aufs Weiterlesen! Irgendwie scheint die Kombi Igelstroem und Schwarzwald wohl etwas speziell zu sein, auch wenn die "Tatsache Wetter" dieses Mal ja bisher gut aussieht.
    Beim blauen Mützchen dachte ich spontan:"Ach, für Jungs!"

  6. AW: [DE] Schwarzwald zum Abgewöhnen

    #6
    Zitat Zitat von Bergahorn Beitrag anzeigen
    Beim blauen Mützchen dachte ich spontan:
    "Papa Schlumpf hat am Berg mächtig abgekackt..."
    Wandern auf Ísland?
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  7. Dauerbesucher

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    AW: [DE] Schwarzwald zum Abgewöhnen

    #7
    Das ist kein Mützchen sondern ein Barett mit Seitenschlag.
    Kommt in anderen Farben auch bei Vaganten und Nerothern vor. Stammt aus der Vorbuffzeit 😉.

  8. Fuchs
    Avatar von Igelstroem
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    AW: [DE] Schwarzwald zum Abgewöhnen

    #8
    Scheint euch ja stark zu beschäftigen. Aber gut, ich habe es provoziert. Wer sich das Bild genau anguckt, entdeckt noch ein zweites Kleidungsstück von überaus fragwürdigem Nutz- und Kombinationswert. Das kommt aber später im Bericht nicht mehr vor.
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  9. AW: [DE] Schwarzwald zum Abgewöhnen

    #9
    Du meinst das ockerfarbene? Hosenträger? Koppel? Tourenskifelle?
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  10. Fuchs
    Avatar von Igelstroem
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    AW: [DE] Schwarzwald zum Abgewöhnen

    #10
    Zitat Zitat von Moltebaer Beitrag anzeigen
    Tourenskifelle?
    Es ist ein farblich passendes US-Lochkoppel, das es ermöglicht, die deutsche Tropentarn-Uniform im französischen F2-Stil zu tragen. Das in einem früheren Bericht dafür erfundene Stichwort war »Silhouettenmodifizierungsbedarf«. Man darf sich aber nicht einbilden, dass das Wandern dadurch bequemer wird (auch wenn man dann die Kameratasche am Koppel befestigen kann).

    [EDIT] Über die tatsächliche Trageweise während der Tour wird in diesem Bericht allerdings ohnehin nichts gesagt. Es ist nur von Möglichkeiten die Rede. Konkrete Trageweisen in der Öffentlichkeit können unter bestimmten Umständen strafbar sein.
    Geändert von Igelstroem (21.06.2020 um 03:44 Uhr)
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  11. AW: [DE] Schwarzwald zum Abgewöhnen

    #11
    OT: Für alle Nichteingeweihten, was die vielen Fs hier angeht:

    F1 - Zirkus von Börnie Eckelstohn
    F2 - Kampfjet von Mitsubishi
    3F - sand, grün, braun
    4F - Fighting, fleeing, feeding, mating
    5F - hellgrün, dunkelgrün, braun, grau, schwarz



    Zitat Zitat von Igelstroem Beitrag anzeigen
    Das in einem früheren Bericht dafür erfundene Stichwort war »Silhouettenmodifizierungsbedarf«
    I see a little silhuetto of a man.
    Scaramouche, Scaramouche, will you do the fandango?
    Geändert von Moltebaer (20.06.2020 um 15:20 Uhr)
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  12. Fuchs
    Avatar von Igelstroem
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    AW: [DE] Schwarzwald zum Abgewöhnen

    #12
    So ähnlich, Moltebaer.

    Ich werde mich bemühen, den (Wander-)Bericht heute noch fortzusetzen, bevor das hier überhandnimmt.
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  13. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: [DE] Schwarzwald zum Abgewöhnen

    #13
    Ja; schreib schnell weiter. Bin gespannt wie deine Route verläuft und was du alles erlebt hast.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  14. AW: [DE] Schwarzwald zum Abgewöhnen

    #14
    Sehr schön zu lesender Bericht.

    Barett ist nicht gerade mein Lieblingskleidungsstück, aber zumindest die Message ist ansprechend, so nach dem Motto "ich komme in Frieden..." (ist doch UN, oder?).

  15. Fuchs
    Avatar von Igelstroem
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    AW: [DE] Schwarzwald zum Abgewöhnen

    #15
    Zitat Zitat von kossiswelt Beitrag anzeigen
    aber zumindest die Message ist ansprechend, so nach dem Motto "ich komme in Frieden..."
    Zitat Zitat von Th. W. Adorno
    Nichts lässt sich herausinterpretieren, was nicht zugleich hineininterpretiert wäre.
    Ich habe auch schon mal ein grünes Barett getragen, da wäre dann entsprechend die Message »Ich bin kein Mensch, ich bin kein Tier«.

    Eine helle Farbe ist im Zweifel bei starker Sonneneinstrahlung günstiger, wenn es denn schon ein Barett sein muss. Übrigens nehme ich das Barett meistens ab, wenn ich Ortschaften durchquere.
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  16. AW: [DE] Schwarzwald zum Abgewöhnen

    #16
    Zitat Zitat von Igelstroem Beitrag anzeigen
    Ich habe auch schon mal ein grünes Barett getragen, da wäre dann entsprechend die Message »Ich bin kein Mensch, ich bin kein Tier«.

    Eine helle Farbe ist im Zweifel bei starker Sonneneinstrahlung günstiger, wenn es denn schon ein Barett sein muss. Übrigens nehme ich das Barett meistens ab, wenn ich Ortschaften durchquere.
    Naja, solange sich die WIldschweine nicht zum militärschen Gruß genötigt sehen, stört ein Barett ja normalerweise allerhöchstens den Träger. Ich vermeide die Dinger jedenfalls so gut ich kann (selbst die Feldmütze und der harte Hut sind mir - da, wo man von mir das Tragen von martialischen Kopfbedeckungen erwartet, lieber).

    Bin gespannt auf die Fortsetzung.

  17. Fuchs
    Avatar von Igelstroem
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    AW: [DE] Schwarzwald zum Abgewöhnen

    #17
    Etappe 4 (6. Juni 2019)
    21,3 km

    Route:
    https://www.komoot.de/tour/204375623

    Den Aufenthalt in Freiburg nutze ich dazu, den Kamerasensor reinigen zu lassen (sehr teuer) und die angekündigte Kaltfront auszusitzen. Am übernächsten Tag (einem Donnerstag) fahre ich wieder nach Schluchsee und laufe bei kühlem, etwas grauem Wetter den Berg hinauf. Optimale Wetterverhältnisse für diesen Anstieg. Später regnet es auch mal, so dass ich meinen schlumpfblauen Minimalponcho überziehe und auch die Isomatte mit einer Hülle ausstatte. Es gibt also ein leicht verändertes Regenschutzsetting, das sich mit gewissen Einschränkungen bis zum Ende der Tour bewährt.



    Wiesenlandschaft irgendwo zwischen Schluchsee und Lenzkirch


    Eine Zwischenstation auf dieser Etappe ist Lenzkirch, wo ich mich zum Verzehr einer Leberkässemmel gegenüber dem Rathaus niederlasse. Und dann irgendwie weitergehe, bis ich in Neustadt (dem Neustadt neben Titisee) ankomme.



    Lenzkirch


    Hinter Lenzkirch. Schon länger her.


    Hütte auf einer kleinen Wiese mitten im Wald


    Den Aufenthalt in Neustadt habe ich irgendwie als seltsam in Erinnerung, die Gaststätten sind mehr oder weniger geschlossen, man läuft im Kreis und hat etwas Mühe, die Wasserflaschen aufzufüllen. Ich gehe dann irgendwann den Berg hinauf Richtung Jugendherberge, allerdings läuft man hier sozusagen in Serpentinen durch eine Wohnsiedlung. Würde mich jetzt sogar von einem Auto mitnehmen lassen, denke ich, und schon hält tatsächlich eine Frau an und fragt, ob ich zur Jugendherberge will, sie kann mich mitnehmen. Nettes Gespräch mit praktischen Hinweisen. Ich bleibe natürlich nicht in der Jugendherberge, das wäre altersmäßig vermessen, sondern gehe noch etwas höher hinauf zu einer Hütte. Hier hat man einen schönen Blick auf die Bundesstraße im Tal bzw. am Gegenhang, man hört sie auch permanent.



    Max-Engelsmann-Hütte, von der Bergseite her betrachtet



    Etappe 5 (7. Juni 2019)
    20,7 km

    Route:
    https://www.komoot.de/tour/204376232


    Es ist doch merkwürdig, wie schwer es mir fällt, mich bei dieser Tour an den Verlauf mancher Etappen zu erinnern. Das liegt aber ein bisschen an den Forstwegen, der Sonne, den unerwartet geschlossenen Gaststätten – vieles wiederholt sich in ähnlicher Form.












    Die obigen vier Bilder sind alle noch vor der Kalten Herberge aufgenommen, die etwa auf der Mitte der Etappe liegt und die ich gegen ein Uhr mittags hoffnungsfroh und schon im Zustand der Wasserknappheit erreiche. Danach habe ich an diesem Tag gar nicht mehr fotografiert. Die Kalte Herberge ist noch geschlossen, sie öffnet am Freitag um 15 Uhr. Dass eine seit Jahrhunderten bestehende Gaststätte, die an zwei Hauptwanderwegen und einer Bundesstraße liegt, am Freitag um 15 Uhr öffnet, scheint mir ein Zeichen zu sein, und zwar ein schlechtes. Im Moment habe ich jedenfalls ein Wasserproblem, und ich finde beim Herumlaufen auch niemanden, der es lösen kann. Die Bauarbeiter nebenan frage ich nicht (und hätte ich sie gefragt, würde ich das nach den für diesen Bericht geltenden Regeln nicht darstellen).

    Ich laufe also schließlich weiter, quasi entlang der Schwarzwaldhochstraße auf jenem Abschnitt, wo Mittelweg und Westweg sich begegnen. Oberflächenwasser gibt es hier oben natürlich auch nicht.

    Dann folgt irgendwann der Abstieg nach Furtwangen, und die letzten Straßenkilometer in die Stadt hinein geben mir psychophysisch den Rest. Ich treffe aber noch eine Streckenwanderin in Gegenrichtung, der ich erkläre, was es mit der Umleitung des Mittelwegs auf sich hat.

    In Furtwangen kann man nun auf dem Marktplatz endlich sitzen, etwas trinken und die Wetterentwicklung abwarten, aber auch hier war irgendetwas befremdlich an der Atmosphäre der Selbstbedienungsgaststätte.

    Später beschließe ich, die Etappe vor Ort zu beenden. Und esse dann auch im benachbarten Restaurant.



    Etappe 6 (8. Juni 2019)
    25,3 km

    Route:
    https://www.komoot.de/tour/204376993



    Furtwangen von Osten betrachtet

    Hinter Furtwangen geht es natürlich bergauf, aber im weiteren Verlauf bleibe ich meistenteils auf der Höhe, das heißt ich vermeide den Abstieg nach St. Georgen und verlasse zu diesem Zweck den Mittelweg. Um ein Uhr mittags bin ich diesmal am Wanderheim Stöcklewaldturm, das sich überraschend als angenehmer Ort für ein sehr preiswertes Mittagessen herausstellt.



    Auch ein typisches Wegbild für diese Etappe


    Schmalzbrot (Stöcklewaldturm)


    Straßenquerung, irgendwo


    Historischer Galgen


    Aber anscheinend ist das Wetter sehr warm und trocken, jedenfalls habe ich zwei Stunden später beim Rösslewirtshof schon wieder Kaffeebedürfnisse, die dort mangels geöffneter Gaststätte nicht befriedigt werden können.



    Zustand


    Jemand verweist mich auf das Gasthaus Staude (das liegt auf der Komoot-Karte sozusagen zwischen dem Kaltenbachhof und dem Zuckerbauernhof), aber auf dem Weg dahin verlaufe ich mich noch ein bisschen in schöner Umgebung, diesmal allerdings aus eigener Unaufmerksamkeit.

    Das Gasthaus ist aber nett und ich sitze eine ganze Weile draußen, bevor ich mich wieder auf den Weg mache. Auch hier treffe ich übrigens einen Streckenwanderer. Er bricht seine Wanderung gerade ab, weil er sich vor drei Tagen beim Wetterwechsel einen grippalen Infekt zugezogen hat.

    [EDIT] Hier ist noch eine Anekdote nachzutragen (denn ich komme mitunter erst nachträglich darauf, wo sie sich zugetragen hat).
    Am Waldrand vor dem kurzen Aufstieg zum Windkapf sitzen ein paar Mädels und Jungs um die siebzig auf einer Bank und begrüßen mich vergnügt.
    »Wir haben Sie ja heute mittag schon gesehen. Wir sagen Ihnen aber nicht, was wir da gesagt haben.«
    »Na wenn Sie das jetzt schon so andeuten, müssen Sie’s auch verraten.«
    »Also wir haben gesagt: Guck mal, jetzt kommen die Blauhelme.«
    Aha, denke ich insgeheim, ist ja irre originell.
    »Ja, das stimmt, das ist wirklich ein UN-Barett, das haben Sie schon richtig gesehen.«
    Wir kichern alle noch ein bisschen und reden anschließend noch über ein anderes Thema. [/EDIT]

    Nun, und dann laufe ich einfach auf der Hochfläche weiter, am Windkapf vorbei, bis die Etappe zu Ende ist. An der Nahtstelle dieser und der nächsten Etappe fährt irgendwann mitten in der Nacht ein Auto vorüber, aber es hält nicht an.



    Kurz vor dem Ende der Etappe


    Info


    Gepackter Rucksack an der Nahtstelle der Etappen 6 und 7
    Geändert von Igelstroem (21.06.2020 um 16:21 Uhr)
    Lebe Deine Albträume und irre umher

  18. Fuchs
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    AW: [DE] Schwarzwald zum Abgewöhnen

    #18
    Etappe 7 (9. Juni 2019)
    21,6 km

    Route:
    https://www.komoot.de/tour/204377499


    Die siebte Etappe führt über Fohrenbühl und Schiltach zum Teisenkopf.
    Fohrenbühl ist deshalb von Belang, weil dort gerade ein Fest stattfindet, das sieht ungefähr so aus:


    Es waren aber auch Leute dort.


    Hinter Fohrenbühl halte ich mich kurz an der Gaststätte auf dem XY-Kopf auf, wahrscheinlich wegen Apfelschorle, und werde Zeuge einer jetzt mal ganz grundsätzlichen Auseinandersetzung zwischen Vater und vermutlich Sohn (denn der Lehrling wird es ja nicht gewesen sein) über diese ganze Art und dieses Benehmen. Wobei man dazusagen muss, dass ich aber ziemlich der einzige Zaungast bin. Ich tue auch so, als ob ich weghöre, höre aber genau hin; das mache ich immer so.

    An den weiteren Weg kann ich mich kaum erinnern, aber ich kehre vor Schiltach tatsächlich noch einmal ein, und zwar im Höhengasthaus Heuwiese, wo die Katze, nicht die letzte heute, sich das Essen mit mir teilen will.



    Höhengasthaus Heuwiese (Dachteilansicht)


    Dann geht es irgendwann runter nach Schiltach, ich mache noch einen kleinen Umweg und besichtige die Tiefenbachhütte im Nebental, wo sich schon eine größere Partytruppe eingefunden hat, und zwar mit ungefähr ebenso vielen Autos wie Personen.



    Schiltach von oben


    Schiltach von innen


    Also Schiltach. Reinlaufen ist wieder langwierig, aber im Zentrum ist es ganz nett. Entsprechend der Vorhersage beginnt es zu regnen, aber letztlich bleibt das eher symbolisch. Ich halte mich eine Weile auf, in einer Gaststätte, versteht sich, und bekomme ein paar Auskünfte. Das ist nämlich in Wandergebieten immer die Frage: Ist der Chef (m/w/d) jetzt wandermäßig im Bilde und engagiert – oder gibt es nur Gastronomiefachkräfte. Und hier ist eben Ersteres der Fall.

    Trotzdem endet die Etappe später nicht in Schiltach oder der unmittelbaren Umgebung, sondern erst am Teisenkopf, nach einem irgendwie zu harten Anstieg, und an der letzten Hütte vor diesem Anstieg habe ich wegen der Parksituation erneut Anlass zu denken: »Joaah, da seid ihr schön mit dem Auto in den Wald gefahren …« Aber oben an der Teisenkopfhütte, die eigentlich ein dreistöckiger Turm ist, stellen sich die Insassen dann als örtliche Gruppe des Schwarzwaldvereins heraus, nicht gerade eine Jugendgruppe, und wir haben ein sehr nettes und ausführliches Gespräch im Sitzen. Mit Schinken und so.



    Katzencontent mit Noppenfolie (oberhalb von Schiltach)


    Teisenkopfhütte


    Außenmöblierung


    Erdgeschoss
    Geändert von Igelstroem (22.06.2020 um 17:36 Uhr) Grund: Immer dieselbe Begründung: zu viel "aber", zu viel "hier", unübersichtliche Syntax.
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  19. Erfahren

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    AW: [DE] Schwarzwald zum Abgewöhnen

    #19
    I really like your style

    (das Englische scheint mir hier durchaus passend zu sein).

  20. Erfahren
    Avatar von Voronwe
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    AW: [DE] Schwarzwald zum Abgewöhnen

    #20
    Und ich denke noch: "Mensch, da haben wir uns am Teisenkopf um einen Tag verpasst", Überlege dann "Wieso ist bei dem das Wetter am 9.Juni so gut, das hat doch geschüttet?"

    und dann fällt es mir auf: 2019 - Also eher um ein Jahr verpasst.
    "We aren't lost! We only don't know where we are!" - Cartman

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