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  1. Drahendorfer Spree, Pfingsten während Corona 2020

    #1
    Mitreisende: Spartaner
    Drahendorfer Spree, Pfingsten während Corona 2020

    Da steppt der Bär!

    Mittlerweile haben wir bereits ein wenig Erfahrung gesammelt bezüglich Paddeln unter Corona (1, 2). Pfingsten waren wir das dritte Mal mehrtägig auf dem Wasser.

    Das Corona-Regime in Brandenburg wie in ganz Deutschland wurde seit 20. April schrittweise gelockert. Tourismus war dabei aber noch gänzlich ausgeschlossen. Erst ab 15. Mai durften auch wieder Touristen unterwegs sein. Ferienwohnungen durften wieder vermietet werden, in Charterbooten mit Sanitäranlagen darf übernachtet werden. Aktivitäten in der freien Natur waren wieder erlaubt. Bootsverleihe konnten geöffnet werden, auch Kahnfahrten im Spreewald wurden wieder angeboten.
    Allerdings gelten weiterhin massive Einschränkungen. Auf die Campingplätze durften zB nur Leute, die ihr eigenes Bad, ihre eigene Toilette dabei haben, da die gemeinschaftlichen Sanitäranlagen geschlossen bleiben mussten. Also im Endeffekt nur Wohnmobilfahrer, dazu auch ein paar Dauercamper mit eigenen Anlagen.
    Ab 28. Mai traten dann pünktlich zu Pfingsten weitere Lockerungen in Kraft, Freibäder durften zB geöffnet werden und der Aufenthalt im öffentlichen Raum mit bis zu zehn Personen oder zwei Hausständen war wieder möglich. Nur gegen Tagestouristen sperrten sich einige Touristengebiete noch, die brachten zu wenig Geld in die Kasse. Trotzdem hatte ich ein bisschen den Eindruck, jetzt sind alle Dämme gebrochen.


    Ok, uns als Wildcamper tangieren diese Einschränkungen sowieso nicht großartig. Ich bin nur gespannt, wie Pfingsten auf dem Wasser ausschauen wird. Dieses lange Wochenende ist es ja schon traditionell sehr voll auf dem Wasser.

    Polen ist leider immer noch zu, McPomm zu ungastlich gegenüber Wildzeltlern. So bleiben wir in Brandenburg und planen eine Route von Beeskow nach Erkner, 79km auf dem Wasser. Je nach Laune und der Geschwindigkeit des Vorankommens könnten wir auch bereits in Hangelsberg oder Fürstenwalde die Tour beenden. Der öffentliche Verkehr, um am Ende der Tour zurück zum Auto in Beeskow zu kommen, ist zwar recht beschränkt, aber es gibt ihn (bahn.de). Erst Bahn nach Fürstenwalde, dann Rufbus 403 nach Beeskow. Der Rufbus muss einen Tag vorher angefordert werden!

    Muss er tatsächlich. Ich bin bereits vor 5 Jahren einmal in Fürstenwalde stehen geblieben, weil niemand anderes den Rufbus bestellt hatte. Mit mir warteten 5 andere Reisende. Wir kamen dann Sonntag Abend mit dem Bus 435 über Storkow und dann mit der Niederbarnimer Eisenbahn nach Beeskow. Die Schaffnerin war so kulant, die eigentlich auf dieser Strecke ungültigen Tickets für den Bus 403 durchzuwinken.

    Theoretisch kann man auch die spitze Ecke über Frankfurt/Oder mit der Bahn fahren, riesen Umweg und dauert eine halbe Stunde länger.

    Samstag, 30. Mai 2020
    ¾11 tuckern wir los und sind 1½h später in Beeskow. Dort kennen wir bereits eine gut erreichbare Einsatzstelle am Walkmühlengraben. Andrea geht noch mal im nahen Rewe einkaufen, und dann sind wir ¼3 auf dem Wasser.

    Die Strömung ist gering, es fließt wieder extrem wenig Wasser ab. Für Beeskow werden 4.63m³/s angegeben. Das sind 30% des MQ (Juni) und 60% des MNQ (Jahr). In der nahegelegenen Wetterstation Lindenberg wurden im April 7 und im Mai 44mm Niederschlag gemessen, viel weniger als normal für diese Jahreszeit.

    Noch in der Ortslage Beeskow kreuzen ein paar Nutrias unseren Weg:




    Heute und in den beiden Folgetagen werden wir noch dutzende dieser großen Nager beobachten. Genau wie die Bisamratte sind sie aus Amerika hier eingeschleppt worden und breiten sich in Deutschland rasant aus. Das führt zu erheblichen Problemen, zB mit der Muschelpopulation und weggefressenen Seerosenfeldern. Dazu kommen Fraßschäden an der Ufervegetation und die Schäden an Deichbauten.

    Die Niederlande haben bisher als einziges Land diese beiden Nager wirksam zurückgedrängt. Jetzt haben sie nur noch mit den ständig über die grüne Grenze kommenden illegalen Einwanderern aus Deutschland zu tun (Intensive Bekämpfung von Bisam und Nutria in den Niederlanden).

    Vor 5 Jahren haben wir auf der Drahendorfer Spree übrigens noch Biber gesehen, von Nutrias gab es hier noch keine Spur. Nutrias verdrängen die Biber, wie sie das machen, ist mir allerdings ein Rätsel.

    Jetzt über Pfingsten sind wir erwartungsgemäß nicht alleine auf dem Wasser. Immer wieder begegnen wir Einzelpaddlern, Paaren oder größeren Gruppen, die wie wir stromab paddeln:




    Etliche der Paddler, die wir gefragt haben, wollten übrigens die gesamte Märkische Umfahrt fahren.

    Schon in Beeskow stehen etliche große Anglerlager am Ufer, mit Auto, Großzelten und allem PiPaPo. Nördlich der neuen Umgehungsstraße um Beeskow sehen wir dann immer wieder Paddler an der Ufern ihre Lager aufschlagen. Leider ist hier bis Neubrück alles Naturschutzgebiet und damit das Biwakieren eigentlich nicht erlaubt.

    Kurz unterhalb des “Ferienhauses an der Spree" (Görziger Dorfstelle) stehen mehrere Fahrzeuge mit Wohnanhängern am Ufer. Und die Weiden rund um Raßmannsdorf sind oft mit Stacheldraht am Ufer gesichert.
    Aber ansonsten findet sich viel schöne Landschaft zwischen den wenigen Orten.

    Um ¼6 erreichen wir das neugebaute Wehr und Fischpass Neuhaus. Es wurde letzten November wiedereröffnet. Die Schleuse wurde rekonstruiert und ist wieder leichtgängig.
    Gerade wird im 3. Durchgang das letzte Kanu einer großen Gruppe aus Sachsen geschleust, und wir rutschen mit rein.




    Flutung der Schleusenkammer:


    Das könnte spannend werden, wenn die Schleusenkammer mit Booten gut gefüllt ist.



    Ein Teil der Boote ist geliehen von Albatros Outdoor, damit haben sie wohl ihre Tour ebenfalls in Beeskow begonnen.





    Hinter dem Wehr ein Gebiet mit Weiden, die bis ans Ufer reichen, Neuntöter (sehe ich nur sehr selten):


    Kurz vor 6 passieren wir den Biwak- bzw. Wasserwanderrastplatz Neubrück, “direkt unterhalb eines großen Herrenhauses ist am Fluss eine große Wiese mit Holzpavillons, wo man offiziell übernachten darf. Auf der gegenüberliegenden Flussseite ist Wald, bzw. ein kleiner Park. Ein herrliches Fleckchen Erde. Nur ein Problem: keine Toiletten!!! Und das mehr oder weniger mitten im Ort. Da muss man bzw. Frau Körperbeherrschung haben” (Link).
    Die meisten der Paddler vor uns landen hier an. 6 Zelte stehen bereits, ein paar mehr kommen noch dazu. Am nächsten Tag wird uns berichtet, dass ~30 Leute hier übernachtet haben.





    Ein bisschen wundere ich mich, dass das Zelten hier so offiziell erlaubt sein soll, wo doch Campingplätze nur Wohnmobilisten aufs Grundstück lassen. Aber vielleicht ist das so doch richtig, denn es gibt ja angeblich keine Toiletten und damit keine gefährlichen Gemeinschaftsanlagen.

    Hinter dem Rastplatz leuchtet das 1761 erbaute und vor 10 Jahren renovierte Gutshaus und nebenan kann man im Eiscafé & Biergarten schlemmern.

    Wir lassen uns aber nicht verlocken und paddeln noch ein paar Kilometer weiter. Dort kennen wir einen schönen Rastplatz und hoffen, dass wir ihn unbesetzt vorfinden werden. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist heute nicht besonders hoch. Der Rastplatz ist häufig von Anglern in Benutzung und wir mussten bei früheren Touren auch schon mal alternative Plätze ansteuern.

    ¼7 erreichen wir den Platz und haben Glück, er ist frei. Andrea baut das Zelt auf, ich sammle Feuerholz.








    Mein Lieblingsblick die Spree abwärts:


    Schwanenfamilie:


    Auffällig hell gezeichneter Mäusebussard:



    (ähnlich wie dieser in McPomm)

    Wie wir dann abends gemütlich in Hängematte und Luftsofa sitzen, taucht am gegenüberliegenden Ufer ein Waschbär auf:










    In aller Seelenruhe sucht er das Ufer ab, bevorzugt unterwasser, und wäscht seine Funde im Wasser. Er frisst zB auch Muscheln und Schnecken.



    Aber dann entdeckt er uns doch noch:


    Besonders aufgeregt reagiert er nicht. Nach ein paar Minuten kehrt er wieder um.
    Immerhin war das hierzulande meine erste Begegnung mit einem Bären in der freien Wildbahn.

    Ok, der Waschbär ist nur ein Kleinbär. Aber doch auch seeehhrr gefährlich. Die Kleinbären greifen sogar Jagdhunde an, im vergangenen Jahr sind laut Landesjagdverband vier Hunde von Waschbären getötet worden (maz).
    Wirklich gefährlich sind sie aber vor allem für die heimische Tierwelt. Sie räubern Vogelnester, nicht nur kleine, sondern auch Reiher und Störche, und beißen unseren bereits sehr selten gewordenen Sumpfschildkröten die Beine ab. Fledermauskästen brechen die Tiere auf und verspeisen die Fledermäuse samt Nachwuchs. Selbst vor giftigen Erdkröten machen die Tiere nicht Halt. Sie haben gelernt, die mit Giftdrüsen überzogene Haut abzuziehen und den Rest zu verspeisen. Vor den Krötenzäunen, die Amphibien bei ihren Laichwanderungen vor dem Überqueren von Straßen bewahren sollen, patrouillieren die Kleinbären regelrecht (Tagesspiegel).

    1934 wurden 2 Paare am Edersee in Hessen ausgewildert und haben sich seitdem stetig vermehrt. Sachsen-Anhalt und Brandenburg sind heute die am häufigsten vom Waschbär heimgesuchten Bundesländer.
    Die Gesamtzahl der Waschbären in Brandenburg lässt sich nur schwer schätzen. Im Jagdjahr 2017/2018 wurden 35785 Tiere geschossen. Heute werden in ganz Deutschland 28x mehr Waschbären erlegt als vor 20 Jahren! (Jagdberichtes des Landes Brandenburg, DJV Infografik!). Klar ist, dass die Bestände rasant wachsen und sich der Waschbär auch in Siedlungsgebiete weiter ausbreitet. Ich habe die Zahlen mal in eine Grafik gepackt:



    Das sind die im Land Brandenburg getöteten Waschbären von 1972 bis 2016/17. Oben ganz normal linear dargestellt, und weil wir jetzt alle Corona-Experten sind, können wir unten die selben Zahlen auch in logarithmischer Darstellung lesen und erkennen den weitgehend exponentiellen Anstieg.
    Ist schon Wahnsinn, wie sich diese Art hier breitgemacht hat. Und die Zahlen zeigen nur die getöteten Bären, die Zahl der hier bereits lebenden Bären ist noch x mal höher!

    Und die fortgeschrittenen Corona-Experten unter euch sehen natürlich sofort, dass sich da auch schön eine Nettoreproduktionszahl R berechnen lässt. Wenn ich nur ab 1999 rechne, komme ich auf ~1.18 pro Jahr, heißt, die Waschbärenpopulation wächst jährlich um ~18%, wenn man annimmt, dass die Zahl der geschossenen Tiere proportional der Gesamtzahl der hier lebenden Tiere ist.
    Ok, gegen Ende flacht die Kurve weiter ab. Vielleicht hat Brandenburg ja tatsächlich schon eine gewisse “Herdenimmunität” erreicht, oder in Populationsdynamik übersetzt, die brandenburger Waschbären ihre Umweltkapazität bereits zu einem spürbaren Anteil ausgenutzt. Vielleicht kommen aber auch die Jäger nicht mehr richtig hinterher, die wachsende Population unter Kontrolle zu halten, wer weiß? Oder sie sind im Gegenteil jetzt richtig hinter den Räubern hinterher und schaffen es, das Wachstum auszubremsen.



    Sonntag, 31. Mai 2020
    In der zweiten Nachthälfte war der Himmel bedeckt und so wurde es nicht besonders kalt. Nach dem Morgenkaffee kochen wir zum Frühstück Reis mit Fisch. Erst später wird es wieder schön sonnig.



    Das erste Paddlerpaar sichten wir um ¾9:


    Wir kennen sie schon von gestern. Sie haben sich ihr Boot in Beeskow ausgeliehen und wollen die Märkische Umfahrt paddeln.

    ½h später passieren uns Massen von sächsischen Paddlern, darunter mindestens 2 große Gruppen:


    Immer mehr Einzelpaddler sowie kleinere und größere Gruppen paddeln vorbei. Pfingsten in Deutschland. Oder muss ich sagen, in Corona-Deutschland? Ich persönlich habe leider keinen Vergleich zu anderen Jahren, da wir zu den langen Wochenenden bisher meist in Polen unterwegs waren.
    Dabei sind heute alle Arten von Paddelbooten, vom plumpen Luftboot bis zum schnittigen Argo. Ein Canadier-Fahrer im Trapperlook paddelt schnell und stur nach vorne blickend an uns vorbei. Nur die sonst immer präsenten Stehpaddler machen sich heute rar.

    Kurz vor ½12 sind auch wir wieder auf dem Wasser:


    Es ist wirklich schön hier auf der Drahendorfer Spree und wir lassen uns viel Zeit.

    Schellenten:






    Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus), steht vielfach am Flussufer, 2 - 3m hohe Sträucher:


    2 Boote paddeln uns entgegen, Tagesausflug.

    ½1 erreichen wir das Drahendorfer Wehr. 6.1km waren es bis hierher:




    Vor dem Wehr liegen noch 2, 3 Boote von dem Mega-Stau, den es vor kurzem hier gegeben haben muss. Hier gibt es nämlich keine Schleuse, sondern hier muss das Boot übergetragen oder mit einem schienengebundenen Bootswagen umfahren werden. Am Ausstieg kann immer nur ein Boot abgefertigt werden. Der Steg ist so hoch, dass weniger fitte Kajakfahrer immer wieder Schwierigkeiten haben, aus dem Boot zu steigen. Am Wiedereinstieg wird es wohl nicht viel besser aussehen.

    Andrea bringt nun den Vorschlag, anstatt wie geplant über die kanalisierte Spree nach Fürstenwalde und eventuell weiter bis Hangelsberg oder Erkner zu fahren, einfach umzukehren und statt des 20km langen öden Kanals die schönen Spree-Strecken zurück zu fahren.

    Die Mittagspause über lassen wir uns diesen Gedanken durch den Kopf gehen. Zurück hätte nicht nur den Vorteil der schönen Landschaft, am Ende müsste ich auch nicht irgendeinen schwer planbaren Rufbus nutzen, um zum Auto zu kommen. Der extrem niedrige Abfluss garantiert zZ so geringe Fließgeschwindigkeiten, dass das Bergauf-Paddeln keine Probleme bereiten sollte.

    Während wir am Wehr abdösen ist weiterhin sehr viel Betrieb. Wieder sind alle Gruppengrößen vertreten. Die größte Gruppe kommt vom SCBG, Ressort Kanuwandern. 17 Boote, 19 Paddler, wenn wir richtig gezählt haben:


    Sie machen allerdings nur eine Tagestour. Auf eine richtige Tour mit Übernachtungen haben sie wegen den Corona-Beschränkungen verzichtet.

    Nach 3¼h Pause haben wir genug gesehen und überlegt. Wir fahren zurück, gegen den Strom. Zumindest wollen wir das erst mal testen.
    Beim Paddeln gegen den Strom kommen einem dann noch mal mehr Paddler entgegen (die meisten fahren ja mit der Strömung):


    Viele der Boote sind in Beeskow entliehen worden (albatros-outdoor).

    Die Strömung ist so schwach, dass es sich wirklich nicht besonders zäh anfühlt. ¼6 sind wir wieder an unserem Rastplatz und finden ihn wieder verlassen vor. Tagsüber war aber jemand hier, wie die zahllosen Zigarettenkippen verraten.

    Flugs bauen wir wieder das Lager auf und genießen den sonnigen Abend am Fluss. Als es dämmert, wärmen wir uns am Lagerfeuer:




    Blick in den verlandeten Altarm:


    Das überzählige Holz von heute Morgen liegt immer noch für uns bereit. Ich ergänze es nur soweit, bis es auch für morgen früh noch reichen wird.


    Montag, 1. Juni 2020
    Diese Nacht war klar und entsprechend kalt wurde es zum Morgen hin. ½6 wabert Nebel über Wiesen und Fluss:




    Nachdem es etwas wärmer geworden ist, stehen wir auf und ich koche den Kaffee. Dann bleibt noch genügend Zeit, den Insekten am Flussufer nachzustellen:

    Käfer, Gemeiner Weichkäfer (Cantharis fusca)?:


    Azurjungfern, Wasserläufer:








    Spitzenfleck (Libellula fulva) ♂ :








    Es handelt sich um ein Männchen, welches seine Jungfräulichkeit bereits verloren hat.

    Die Libellen einzufangen ist gar nicht so einfach, weil die Tiere immer nur wenige Sekunden irgendwo sitzen bleiben. Aber mit dem starken Zoom und den flotten Automatikfunktionen der Kamera klappt es doch ein paar mal.

    Kurz nach 11 Uhr paddeln wir los, weiter stromauf. Das geht auch heute völlig problemlos. Die Strömung ist bei dem geringen Durchfluss wirklich sehr gering. Nur in der Ortslage Neubrück ist die Strömung etwas deutlicher spürbar.

    Der Wasserwanderrastplatz Neubrück ist immer noch belebt, obwohl ja die meisten Paddler und Radler längst abgefahren sind.

    Weidelandschaft kurz uh des Wehres Neuhaus:




    Um 12 erreichen wir das Wehr Neuhaus. Heute sind wir alleine und ich muss selber schleusen. Nach dem Schließen des Untertores passe ich nicht richtig auf, lasse die Kurbel los und die knallt mir mit ziemlich Schwung in den Oberarm:


    Oberhalb des Wehres gibt es immer mal wieder Motorboot-Begegnungen. Ungefähr zur Hälfte sind es ungeübte Fahrer mit Leihbooten. Vereinzelt bremsen die auch nicht ab, sondern machen vor ihren Mietzen auf dicke Macker und decken uns mit ordentlichen Wellen ein. Die Bordwände des Allys sind aber hoch genug, so dass kein Wasser hereinschwappt.

    ½3 erreichen wir einen schönen Pausenplatz unter einer großen Eiche am Flussufer:




    Andrea macht ein Nickerchen im nahen Kiefernwald:


    4 Stündchen später paddeln wir noch die restlichen 4 km bis rein nach Beeskow und sind 40min später am Auto.

    Alles in allem eine schöne 47km-Tour, trotz der Pfingsmassen auf dem Wasser. Dieses zum Ausgangspunkt zurück paddeln sollten wir wohl in Zukunft öfter mal ins Auge fassen, zumindest bei den (häufiger werdenden) Niedrigwässern. Dann würde ich aber aus rein psychologischen Gründen immer zuerst bergauf fahren wollen, und hätte den Rückweg bergab. Aber wie bereits gesagt, hier auf der Drahendorfer Spree und hoch bis Beeskow war die Strömung wirklich kaum nennenswert, zumal der Wind zumeist aus Nord wehte, wir also zurück zu Rückenwind hatten.


    ----------------------

    Nachtrag: Pfingstpaddeln während Corona in Berlin
    Geändert von Spartaner (16.06.2020 um 09:09 Uhr)

  2. Fuchs
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    AW: Drahendorfer Spree, Pfingsten während Corona 2020

    #2
    Schöne Fotos!
    Kleine Korrektur: Sehr wahrscheinlich waschen Waschbären ihr Futter nicht: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Waschbär unter
    Waschen der Nahrung
    Das Leben ist schön. Von einfach war nie die Rede.

  3. AW: Drahendorfer Spree, Pfingsten während Corona 2020

    #3
    Danke für den schönen Bericht von meinem "Hausgewässer"...kann ich nach 12 Umfahrten so sagen

    2018 bin ich zu Pfingsten die "Märkische Umfahrt" gepaddelt, 2019 dann im August - solche Aufläufe an Mitpaddlern habe ich bisher noch nicht erlebt. Zum Wasserangebot - mit 4,6 m³/s ist noch was zum fließen da, im August war 2019 war die Spree in diesem Bereich in weiten Teilen ein stehendes Gewässer...
    Und ja - die Fotos sind Klasse.

    Thomas

  4. Anfänger im Forum
    Avatar von carolinenord
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    AW: Drahendorfer Spree, Pfingsten während Corona 2020

    #4
    Ein bisschen wundere ich mich, dass das Zelten hier so offiziell erlaubt sein soll, wo doch Campingplätze nur Wohnmobilisten aufs Grundstück lassen. Aber vielleicht ist das so doch richtig, denn es gibt ja angeblich keine Toiletten und damit keine gefährlichen Gemeinschaftsanlagen
    Soweit ich weiß hat Brandenburg doch schon am 25.5. wieder das Öffnen der Sanitäranlagen erlaubt. Wie es praktisch umgesetzt wurde, weiß ich allerdings nicht.

    Tolle Morgenstimmungsbilder!

  5. AW: Drahendorfer Spree, Pfingsten während Corona 2020

    #5
    Ich habe im Bericht noch ein kurzes Filmchen mit dem Waschbären ergänzt:


  6. Fuchs
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    AW: Drahendorfer Spree, Pfingsten während Corona 2020

    #6
    Wildlife wie am Amazonas

    Schöne Tour, schöne Erlebnisse!
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    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

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